Beiträge von TW-Trainer

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    Brechstange


    Es hat schon seine Gründe, warum man dem Thema zielgerichteten Leistungssport erst ab der U 15 beschäftigt. Ansätze in der Argumentation gibt es ebenfalls. Was jedoch noch fehlt ist eine über die wesentlichen Wissenschaften innerhalb des Sports umfassende Analyse, die eine Transparenz in das für Laien kaum verständliche "Fachchinesisch" bringt.


    Diese Intransparenz sorgt dafür, das bereits die gewonnenen Informationen nicht in die Basis transportiert werden. Diese "Grauzone" kann geschickt von Abwerbern ausgenutzt werden! Sobald jemand einen nachvollziehbaren Vergleich verlangt, gibt es für den Laien noch inhaltsleere Umschreibungen NLZ, Leistungsverein, Jugendleistungszentrum verbunden mit allerlei Doktrinen über die beste Fähigkeitsentwicklung. Hinzu kommen nicht belegbare HInweise, sich möglichst sofort zu entscheiden, weil danach der Zug abgefahren wäre.


    Die wollen alle nur euer Bestes: erst wollen sie eure Kinder und dann auch noch Euch als Werbeträger, denn nur bei uns "wird das Kind am besten ausgebildet"! Denn fragt man nach einem Profi, der schon mit 12 ein überragendes Talent war, dann kann man zwar ein paar Namen nennen, aber nicht erklären, warum es die anderen Zehntausend nicht soweit gebracht haben.


    Die Talentsichtung und Förderung beim DFB gleicht noch dem Suchen einer "Stecknadel im Heuhaufen", bei dem man lediglich hofft, dass die richtigen Talente darunter sein mögen. In den Nachbarländern, wo es nicht so viel Auswahl für die Auswahl gibt, ist man längst andere Wege gegangen.


    Was wir brauchen, läßt sich als ganzheitliche Ausbildung beschreiben, in der Training und Coaching in einem partnerschaftlichen Rahmen gesichert werden kann.


    Während hierzulange der Trainerdaumen mindestens halbjährlich nervös rauf (bleibt) und runter (wird ausgetauscht) geht, wird dort die Talentförderung auf das Ziel in anderen (kleineren) Ländern der vollständigen Ausbildung für den Seniorenbereich fokussiert. Das bedeutet zwar nicht, dass jemand, der man aufgenommen wurde, eine Ausbildungsgarantie für den kompletten Jugendbereich erhält. Weil man sich jedoch mehr Zeit für die Prüfung der Talente nimmt, ist der Irrtumsfaktor deutlich geringer. Denn Ausbildung kostet sehr viel Geld und Zeit! Hat man sich teilweise für die Falschen (siehe "wer zuspät kommt, den bestraft der DFB"), entschieden, dann hat man Geld und Zeit "in den Sand" gesetzt!" Die Veränderung der Bevölkerungsstruktur wird auch uns schon in einigen Jahren dazu zwingen, nicht mehr so viele Talente zu vergeuden und den Rahmen der Ausbildung um das noch notwendige Maß zu erweitern.


    Es ist jedoch insgesamt ein schwieriges Thema, weil sich die Ansichten darüber immer wieder verändern, was erstrebenswerte Ziele bei der Talentsuche und Ausbildung sein soll! Was gestern noch als kausale Zusammenhänge begriffen wurden, kann schon morgen durch eine andere erfolgreichere Spielphilosophie über den Haufen geworfen werden. Doch an der Basis entwickelt es sich sehr viel langsamer, weshalb hier Besonnenheit vor Torheiten schützen kann.


    Schön wäre es, wenn es eines Tages neutrale Beratungsstellen gäbe, in denen die Jugendlichen und ihre Eltern Informationen über die jeweilige Altersgruppe einholen könnten und auch über die Vor- und Nachteile eines Vereinswechsels umfassend beraten würden. Weil aber daran die größeren Vereine vermutlich weniger Interesse haben dürften, wäre es eine weitere Initiative, die "von unten" kommen müsste. Vielleicht gibts ja eines Tages Elternvertreter im gesamten Hirachiestrang des organisierten Fussballs? Vielleicht ergreift ja auch schon jemand anderes (ala Ralf Klohr) die Initiative? Wenn ich mal auf Rente bin und es dann noch keine gibt, dann gründe ich sie (vielleicht) :D !

    @ heute ist doch wieder Freitag


    Weil ich dem echten Schimi schon einmal gegenüber stehen durfte, habe ich ihn von kleiner Körperlänge in Erinnerung. Deshalb meine Frage: könnte es nicht auch der "Kleine in der Mitte" sein? Der hat es doch faustdick hinter den Ohren! :thumbup:

    loi


    Die Jungs müssen "wollen", das ist das wichtigste, was nutzt es wenn einer zwar kann aber nicht beißt?!


    Den Satzanfang kann ich voll unterstreichen, denn wer nicht Fussballspielen will, der kann auch keinen Spaß daran entwickeln. Aber das mit dem "Beißen" wird leider sehr häufig fehlinterpretiert. Denn gemeint ist eigentlich die Spielerpräsenz, nicht ein mit hohen Verletzungsrisiko behaftetes Zweikampfverhalten. Fast alle Eltern haben während ihrer Aktiven-Zeit das von hohen Zweikampf-Anteilen gegnerorientierte Spielsystem kennengelernt. Heute wird vom Spieler erwartet, dass er selbst die richtige Entscheidung trifft, ob ein Pass oder ein Dribbling die bestmögliche Entscheidung in jeder Situation ist.


    Wenn also auf dem Platz vom Trainer etwas anderes von seinen Spielern erwartet wird, als es die Zuschauer erwarten, ja dann kann es schon mal zu fehlinterpretierten Aussagen zum richtigen "beißen" kommen.


    Steini
    Bei deinen Beschreibungen über den Hype der Stützpunktspieler mußte ich schmunzeln. Denn es kommt immer häufiger vor, dass unaufgefordert Video`s über zukünftige "Ronaldo`s" zugesandt werden. Sobald der Sohnemann auf dem Stützpunkt aufgenommen wurde, glaubt nicht nur der Kleine, sondern auch sein Papa, das der Weg zum zukünftige Profi und Nationalspieler nur noch Proforma ist. Um jedoch nichts dem Zufall zu überlassen, soll schon mal mit Hilfe der Medien nachgeholfen werden.


    Leider wissen die vielen guten gemeinten Ratgeber nicht, dass die richtigen Schritte erst im Alter zwischen 15 - 20 Jahren (und nicht schon in der F-Jugend) stattfinden. Denn in diesem Zeitraum entwickeln sich erst die Fähigkeiten, die den Einen von Tausend anderen unterscheidet. Das soll zwar nicht heißen, dass man die anderen Tausend nicht mehr trainieren braucht, weil es ja auch "Spätentwickler" gibt, aber es soll den Hype um die Bedeutung der begehrten Plätze in einer Phase Frühförderung, in der Fussball noch ohne Leistung und nur zum Spaß stattfindet, von allen Beteiligten mindern.


    @FB
    Bei der Video-Analyse haben wir in den letzten Jahren mächtig aufgeholt. Da waren uns insbesondere die Niederländer voraus. Um aber nicht mit "Kanonen auf Spatzen" zu schießen, empfiehlt sich die Video-Anaylse nur dort, wo es auf kleinste Details ankommt. Das ist im Kinderfussball eigentlich noch nicht so wichtig! Wer es aber für sich machen möchte, der kann für sich einiges daraus lernen!

    @FB


    Hin und wieder bitte ich im Rahmen von Veranstaltungen junge Leute, die noch nie im Tor gestanden haben, mit mir einige Übungen vor Publikum zu machen. Denn vollkommen Unbegabte gibts ja gar nicht! Wenn, dann liegts am Trainer :D !


    Um jedoch das Verständnis der Feldspieler für die Torwartaufgaben zu wecken, sollten Trainer und Feldspieler etwas intensiver mit seinen Aufgaben und sich daraus ableitenden Verhaltensweisen beschäftigen.


    1. Was macht der Torwart anders?
    Richtig ist, dass der Torwart (normalerweise) das ganze Spiel vor sich hat und deshalb eine gute Spieleröffnung erkennen kann. Falsch ist selbstverständlich, dass er sich mit der Spieleröffnung Zeit lassen kann, denn dann kann der Gegner seine Ordnung wieder aufbauen und die Spieleröffnung erfolgreich stören. (Soetwas sieht man in der Halle häufig! Der TW kann sich nicht entscheiden und der Gegner stellt sofort die eigenen Mitspieler zu!) Also nicht hektisch, aber zügig bei der Spieleröffnung agieren. Das setzt voraus, dass man schon vor der Ballannahme weiß, wohin man anschließend sofort spielen möchte. Meist ist es sogar ratsam, einen knapp neben dem Tor rollenden oder fliegenden Ball zu fangen, wenn dies sicher möglich ist. Denn dann kann man ebenfalls den Zeitfaktor für sich nutzen.


    2. Dem Torwart hilft keiner!
    Ein ganz wichtiger Punkt ist das Verständnis untereinander! Wer als Feldspieler bei der Torverteidigung zu früh abschaltet, der bedenkt nicht, das Bälle zurück prallen können und der Nachschuß leichte Beute für den Gegner wird. Beim vom Pfosten, Latte oder vom Körper des Keepers zurückprallende Bälle sollte die eigene Feldspieler-Überzahl dazu genutzt werden, um auch diese Bälle sicher zu verteidigen. Hand aufs Herz: wer hat sich nicht schon mal darüber geärgert, dass bei einem Abpraller der Gegner mutterseelenallein vorm Tor steht und den Ball nur noch über die Linie drücken muß?


    3. Minimierung des Verletzungsrisikos
    Nach früherer, gängigerer Meinung galten der Linksaußen und der Torwart als die "Bekloppten im Team". Der Linksaußen, weil er alles mit dem "falschen Fuß" machte und der Torwart, weil er sich ohne Rücksicht auf seine Gesundheit ins "Getümmel" stürzte. Diese Ansichten gelten wohl als überholt, denn heutzutage wird der Fussball beidfüssig trainiert und dem Torwart wird durch ein umfangreiches Stellungsspiel vermittelt, dass er bereits dort ist, wo der Ball landet! Auch den Feldspielern wird während ihrer Ausbildung im ballorientierten Spiel ein vorausschauendes und variantenreiches Spiel auf allen Positionen vermittelt.
    Ein gut ausgebildeter Torwart kann sich aus dem Stand oder bei mäßigem Tempo auf einen harten Betonboden abrollen, ohne sich dabei weh zu tun. Die Technik des Abrollens hat er gelernt und kann sie ggf. Abrufen. Ein in dieser Technik ungeübter Feldspieler könnte sich beim Versuch das Schlüsselbein brechen oder andere Verletzungen zuziehen.


    Dennoch gibt es dann von "FB" angesprochene erhöhte Verletzungsrisiko beim Torwart, da er als Einziger Spieler nach wie vor im 1 : 1 Duell fast immer frontal zum meist mit hohen Tempo herannahenden Gegner steht und nicht immer die für ihn günstigste Distanz finden kann. Es gehört genau wie bei den Feldspielern eine Portion Glück und einen guten Schutzengel dazu, bis weit in die Dreißig gesund seine aktive Laufbahn zu beenden. Rippen-, Rücken- und Knieverletzungen gehören zu den häufigsten Gründen, warum ein Torwart seine aktive Laufbahn beendet. (Dies ist ja auch einer der Gründe, warum der DFB mit seinem Anforderungsprofil für die TW-Trainerausbildung seine Klientel nicht zu kennen scheint!)


    Ich kann den Wunsch von "FB" mehr voneinander zu lernen, indem man die Rolle des Anderen auch in der Praxis ausfüllt, befürworten. Denn eine Reihe von Fähigkeiten werden hinzu gewonnen und die Quote der Mißverständnisse untereinander reduziert. "FB" du hast früher einmal von "Schwarmintelligenz" gesprochen! Wenn man seine Trainingsgruppe als "Schwarm" bezeichnet und sie alle auf allen Positionen umfassend ausbildet, dann darf man guter Hoffnung sein, das diese Spieler die Impulse ihrer Trainer dazu nutzen, ihre Kreativität ins Spiel einzubringen. Wie schon seinerzeit Horst Hrubesch sagte: "gib mich die Kirsche, ich mach sie rein"!


    Fazit: der Torwart ist für alle, also Spieler und Trainer gut, wenn die Spieler und der Trainer für den Torwart gut sind :thumbup:

    @tin tin


    Die hoffentlich bald eingeführte Zuordnung eines Thema`s (Hier: D-Jugend und DFB-Stützpunkt-Spieler) hätten deine Missverständnisse vermutlich auflösen können.


    Wozu soll der Junge Nachhilfe-Unterricht in Technik bekommen. Glaubst du, er wäre auf dem DFB-Stützpunkt, wenn er kaum technische Fähigkeiten besitzt? Auch darf man davon ausgehen, dass dort gut ausgebildete Trainer (meistens B-Lizenz) tätig sind, sodass in einem "Corvercamp" dem Kind vermutlich keine neuen Erkenntnisse erschlossen hätten. Und als Letztes zur Empfehlung zur Verbesserung des Kampfes: Mann gegen Mann! Ein nur durch Körpereinsatz durch physische Überlegenheit gewonnener Zweikampf irgendwo im Spielfeld, wen interessiert das schon noch morgen in den Ligen, für die die Talente ausgebildet werden sollen?


    Sorry, aber dieser Beitrag paßte nun nach meinem Geschmack gar nicht! Ober gibts bei Corver jetzt Provisionen :D ?


    loi
    Es wäre unseriös einem Kind im D-Jugend-Alter eine Erfolgsprognose auszustellen. Denn die wichtigen Schritte liegen alle noch vor ihm. So interessieren sich die Verbands- und DFB-Sichtern weniger für das Ergebnis einer Mannschaft, sondern für die präsentierte Variablität Spielsituationen zu lösen. Eine gute Voraussetzung für eine solche Entwicklung erscheint mir, wenn jeglicher Druck vom Kind genommen wird, so das sichKörper und Geist im optimalen Einklang entwickeln können.


    Wenn du dabei an seiner Seite helfen möchtest, dann meine es nicht nur gut, sondern mache es gut, in dem du dein Kind bei deinen Entscheidungen stets in den Mittelpunkt des Interesses stellst. Hierbei kannst du in diesem Forum (mal abgesehen von ein paar Ausnahmen, die hinten anfangen zu lesen ...und nicht wissen worum es geht) viele Hinweise finden und für dich das Passende heraussuchen.

    loi


    Für den Zuschauer mag es selbstbewußt wirken, wenn jemand permanent die Zweikämpfe sucht, statt zum besser postierten Mitspieler zu passen. Der Trainer erkennt jedoch, dass dieses Verhalten in einer späteren Phase zu einer Sackgasse führen kann.


    Man muß sich einmal vor Augen halten, was im Kopf eines Spielers in einer typischen Situation passiert?
    1. Der Spieler erkennt, das ein naher Mitspieler den Ball führt
    2. Der Spieler prüft, ob es Sinn macht, sich als Abspielpartner anzubieten
    3. Der Spieler entscheidet sich und sein Verhalten dazu, einen Pass entgegen zu nehmen
    4. Der Spieler überlegt, was er nach der Ballannahme machen möchte
    5. Der Spieler entscheidet sich zum Torabschluß, weil kein gegnerischer Spieler in der Nähe, der Schußwinkel und die -entfernung günstig sind
    6. Während der Ballannahme erkennt der Spieler, das ein gegnerischer Abwehrspieler die Schußbahn zum Tor versperrt
    6.a. Zeitgleich ist ein Mannschaftskamerad mitgelaufen ist und sich in einer besseren Torschußposition befindet


    Der Dribbler wird seinem antrainierten und vielleicht früher erfolgreichen Künsten vertrauen und selbst den Torerfolg suchen. Denn leider hat er in dieser Entwicklungsphase nicht gelernt, seine nähere Umgebung vollständig zu erfassen, um aus mehreren Möglichkeiten die jeweils für sein Team und für sich korrekte Entscheidung zu treffen. Ihm bleibt leider nicht genügend Zeit, weil er es nicht gelernt hat, situatationsabhängig zu entscheiden. Denn er wählt immer nur den gleichen Weg. Weil jedoch seine späteren Gegner sich ebenfalls weiterentwickelt haben, wir die Erfolgsquote beim 1 : 1 immer geringer. Ihm hilft nur noch, deutlich schneller zu sein als seine Mitspieler, sonst ist dort kein Platz mehr für ihn.


    Der "Allround-Spieler" wird die jeweiligen Wahrscheinlichkeiten aufgrund der gesammelten Erfahrungen und erlernten Fähigkeiten abgleichen und daraus blitzschnell eine Entscheidung treffen. Ob dies nun die Beste oder vielleicht nur Zweitbeste sein wird, läßt sich erst nach Ablauf der Situation messen. Weil dieser Spielertyp über umfangreiche Möglichkeiten zur Situationslösung gelernt hat, ist er für den Gegner kaum ausrechenbar und deutlich erfolgreicher.


    Nach deinen Beschreibungen schätze ich deinen Jungen so ein, dass er gern "Fussball mit Köpfchen" spielt, während seine Kameraden derzeit ihre noch überlegene Physis in die Waagschale legen. Doch die Bedeutung der Physis nimmt im Laufe der Jugend immer mehr ab und wird im Erwachsenenbereich neutralisiert.


    Warum sich über Dinge, die sich sowieso später ändern, Gedanken machen? Eltern und Trainer im unteren und mittleren Jugendbereich glauben häufig, dass sich an einer momentanen Situation auch später nichts ändern wird. Das ist ein Trugbild: meist sind es Diejenigen, die kontinuierlich ihren Weg (im Schatten der viel zu früh hochgelobten Stars ) gehen und sich den Fussball in kleinen Schritten erschließen.


    Eltern sind unersetzliche Partner für Lob und Trost! Zum Erlernen des Fussballs gibt es Vereine und Trainer. Weil es keinerlei Indiz dafür gibt, dass ein Geburtsdatum, Ort, Beruf der Eltern oder Verein ursächlich dafür verantwortlich ist, dass aus einem Kind ein erfolgreiches Talent geworden ist, gibt es auch keinen Grund, die Flinte gleich ins Korn zu werfen. Besser ist es, mit ihm gemeinsam seine Wege zu gehen und sich über jedes Abenteuer mit ihm zu freuen.

    loi


    Welcher Vater und welche Mutter möchte nicht sein Bestes für das Kind? Aber die Ursachen für Zurückhaltung findet man leider nicht immer gleich. Manchmal möchten Eltern, dass ihr Kind möglichst überall zu den Besten zählt. Dann ist die Dominanz der Eltern, die die kindliche Entwicklung überschatten kann. Das Kind möchte aufgrund es noch nicht vorhandenen eigenen Selbstbewußtseins die Erwartungen seiner Eltern bestmöglich erfüllen.


    Kommen wir nun zum "allseits geliebten Thema" der Talentbeurteilung. Hierbei spielen unterschiedliche Kriterien eine Rolle, die jedoch lediglich als Anlagen zu erkennen sein sollen! Wesentliches Merkmal für eine Weiterentwicklung im Rahmen der Talentförderung ist jedoch, dass das Kind besondere Freude am Fussball empfindet. Denn sonst würde der Fussball über kurz oder lang in Stress aufgrund eines zu hohen Erwartungsdrucks ausarten.


    Häufig wird die Frage gestellt, warum schafft es dies Kind, aber andere Kinder schaffen es nicht? Die Begeisterung ist es, die Selbstbewußtsein entstehen läßt. Sie ist die Voraussetzung, damit Kinder über sich hinaus wachsen können. Dazu brauchen sie jedoch günstige Rahmenbedingungen. Da sind wir Erwachsenen (Trainer und Eltern) gefragt! Wenn wir die Kinder nicht allein auf ihre besonderen Fähigkeiten im Fussball reduzieren, sondern mit ihnen partnerschaftlich als ganze Menschen kommunizieren, dann ist ein späterer Erfolg nahezu garantiert. Wie der allerdings aussehn wird, dass bestimmt ganz allein das Kind, das wir ein Stückweit seine Weges begleiten dürfen.


    Deshalb meine Frage an dich: was möchtest du?

    Follkao


    Da hast du im Großen und Ganzen schon recht mit deiner Einschätzung. Ich weiß auch manchmal nicht, ob ich darüber schmunzeln oder eher Mitleid empfinden soll. Übungen und Spielformen mit dem Torwart als Schwerpunkt gibt es noch nicht! Dabei werden die meisten Bälle ja vom Torwart gehalten und die Spieleröffnung müsste der Übungsschluß sein!!!


    Aber du mußt dir keine großen Sorgen machen! Es gibt in Deutschland so viele gute Torwarttrainer in den Vereinen. Da kann man es schon mal verschmerzen, wenn auf den DFB-Stützpunkten noch nicht überall nach den neuesten Erkenntnissen in der TW-Ausbildung gearbeitet wird.


    Nach dem Ende des Straßenfussballs (wo jeder zu jedem Zeitpunkt dort spielen durfte, wozu er gerade Lust hatte) gab es die Auffassung einer Positionsausbildung. Je früher desto besser. Und nur, weil man heutzutage von Positionsidioten spricht, heißt das noch lange nicht, dass es keine Trainer mit gibt, die auch heute noch eine Positionsausbildung betreiben, weil sie damit kurzfristig ihren Erfolg sichern können!


    Eigentlich könnte man auf eine Sichtung von "Stamm-Torleutern" in dieser Altersstufe verzichten, weil es in dieser frühen Phase eine andere Form der Ausbildung braucht, die wir im modernen Fussball zu den offensiven Qualitäten des Keepers zählen und in den meisten Fällen das rasche 360 Grad - Scannen der näheren Umgebung mit eigener Positionsanpassung meint sowie die beidfüssige, technisch sichere Verarbeitung von Bällen für einen schnellen, erfolgreichen Spielaufbau.



    Es liegt dort noch so manches in den Schubladen und wartet auf Beschlüsse


    1. Vom DFB gibt es kein Budget für Torwarttrainer, sondern lediglich für Mannschaftstrainer auf den Stützpunkten. Deshalb können auch keine geeigneten TW-Trainer eingestellt werden.
    (Im Schleswig-Holsteinischen Fussballverband gab es im vergangenen Jahr eine testweise Ausbildung durch TW-Trainer (mit sehr guten Ergebnissen, die jedoch vom DFB ignoriert wurden.
    Im BWB-Verband macht man schon seit Jahren auch TW-Trainer-Ausbildung für Vereinstrainer: Ergebnis: die Menge von gut ausgebildeten Keepern nimmt dort zu!)


    2. Der DFB hat sich geweigert, bei der Normierung der Ausbildungsinhalte und -zeiträume mit den kompetenten TW-Trainern aus dem Profibereich zu kooperieren.
    (Ergebnis: DFB-Ausbildung ohne Prüfung und ohne Anerkennung in den Vereinen.)


    3. DFB-Koordinatoren gibt, die sich für eine Verbesserung der Situation einsetzen, werden Torleute nicht auf den Stützpunkten, sondern allenfalls in den Vereinen effektiv gefördert.


    Momentan hat man den Eindruck, dass in der DFB-Zentrale niemanden gibt, der dieses Thema vorantreiben möchte, damit das Know-How einer größteren Masse an Trainern und Torleuten zugänglich wird.

    @raiccon


    Zunächst einmal sollte erkennbar sein, inwieweit sich die Erwartungen von Spielern und Trainern erfüllt haben.


    Es gibt aber auch noch etwas zwischen "Wahrheit" und "Schönreden". Das sind Informationen, die eine unterschiedliche Wahrnehmungsqualität besitzen.
    Bei größeren Differenzen in der Erwartungshaltung besteht die Kunst im Vermitteln von Botschaften darin, sie so geschickt im Text zu plazieren, das sie von Denen verstanden werden, für die sie gedacht sind.


    Einen Text nur seinerwillen zu plazieren, das ist für den Leser relativ langweilig und "schmutzige Wäsche" zu waschen nicht die richtige Plattform.

    @FB


    Erst man Danke für die Info zur Abseitsregel! Hier ist auch so manches nicht logisch und einheitlich. Bei den Auswahlteams dürfen die Keeper manchmal in der Halle auch ausserhalb des Strafraums (Handballkreis) spielen, damit das Mitspielen besser trainiert wird, bei den "normalen Hallenmeisterschaften" dürfen es die Keeper widerum meistens nicht, weil man dort der Meinung ist, der Torwart gehört ins Tor!


    Von der Theorie her hört sich das "Herausholen" eines Spielers unmittelbar nach der Szene logisch an, aber in der Praxis könnte man gerade beim schnellen Hallenspiel mit ständig wechselnden Szenen je nach Traineransprüchen ca. 2 - 3 Spieler pro Minute herausholen, um ihm zu erklären, was er falsch gemacht hat und wie es richtig aussieht.


    Diese Methode der sofortigen Korrektur wurde im DFB-Nachwuchs bis vor ein paar Jahren gemacht und auch in der Trainerausbildung gelehrt. Sie hatte jedoch Schwächen: so konnte man bei einer unmittelbaren Unterbrechung als Trainer nicht feststellen, ob es der Spieler einmal zufällig falsch gemacht hatte oder ob er das Prinzip des Handelns in dieser Situation noch nicht verstand. Ferner stört ein zu häufiges Unterbrechen des Spiels die Konzentration der Spieler und damit auch des flüssigen Spiels. Kinder lernen auch sehr gut voneinander, weshalb sich der Trainerstab eher auf die systematische Weiterbildung konzentriert, statt schon in einer so frühen Phase der Ausbildung zu sehr ins Detail zu gehen.


    Man ist aus den vorgenannten Gründen dazu übergegangen, den Kindern ihren Fussball spielerisch nahe zu bringen. D.h. der Trainer gibt lediglich Impulse und hilft, wo die Kinder nicht weiterkommen. Er ist aber nicht mehr der Lehrer, der alles vormacht und die Kinder sollen es in der gleichen Perfektion nachmachen! Die Torwarttrainer im Leistungsnachwuchs haben diese methodische Ausbildung schon sehr viel früher erkennt. Sie nennen es Individualisierung! D.h. der TW-Trainer bildet seine Keeper unter Berücksichtigung von deren Stärken und Schwächen weiter aus. Hierfür mußte auch der TW-Trainer neu hinzulernen, da er anders als im Mannschaftsbereich sehr viel intensiver an den Übungen beteiligt ist. Dazu zählt, dass er den Ball beidfüssig mit dem gewünschten Druck und der Präzision schießen, wie auch beidhändig werfen, damit der Keeper nur solche Bälle bekommt, bei der er eine realistische Abwehrchance hat. Weil sich die TW-Trainer unabhängig von Regeln und Dogmen entwickeln konnten, finden wir heute eine große Breiten an Ausbildungsinhalten. Jeder kann etwas vom anderen lernen, denn keiner behauptet von sich, bereits das "Ei des Kolumbus" gefunden zu haben.


    Sorry, ist jetzt etwas lang geworden! Aber ich wüßte nicht, wie man Detail- und Perfektionsarbeit besser erklären könnte als an der Ausbildung von Spezialisten. Die findet jedoch erst ab der C-Jugend statt. Davor sollen die Keeper ebenfalls rotieren. Sollen heißt allerdings nicht, dass es auch überall so ist. Denn es gibt immer noch Trainer, die lieber heute gewinnen, als es morgen einem Kollegen zu überlassen.

    Ich habe einen Spieler, der mich manchmal in den Wahnsinn treibt. Der läuft immer dahin, wo der Ball ist egal ob der Gegner ihn hat oder nicht. Er nimmt sogar seinen eignen Spielern den Ball ab (kommt zum Glück nicht mehr so häufig vor) und nach 10 Minuten kann er nicht mehr, weil er den kompletten Platz bearbeitet hat.


    @Nitram


    Nicht böse sein, aber solche Spieler kennen wohl die meisten Trainer, die mal im unteren Jugendbereich gespielt haben. Bei den Mädchen, die manchmal erst später mit dem Fussball beginnen, kann man diese "Anfänger-Rennerei" sogar noch später beobachten.


    Aber mir ist es auch zu blöd, einem ausgebufften Talent zu sagen, wann es dribbeln und wann es abspielen soll. Was dabei heraus kommt, sieht man immer erst hinterher!


    Jetzt ist mir auch klar, warum ihr 60 Minuten lang in der F-Jugend spielt. Es ist vermutlich die Hoffnung der Trainer, dass diese "Ballrenner" irgendwann so müde sind, dass sie nur noch die Jagd auf Bälle in ihrer unmittelbaren Umgebung aufnehmen. :thumbup: Aber es ist doch besser, er bewegt sich, als wenn er auch dann desinteressiert stehen bleibt, wenn der Ball vor seiner Nase entlang rollt.


    Übrigens war seinerzeit Johan Cruyff als Spieler der Ansicht, dass sich alle anderen Mitspieler ihre Positionen und Anspielbereitschaft nach ihm ausrichten sollten. Man könnte mit sehr viel Phanasie sogar sagen, das dies ein Vorläufer des späteren, spanischen Kurzpass-Spiels war. Der jetzige Bayern-Trainer Pep Guradiola ist ein großer Verehrer der Trainerphilosophie von Cruyff.

    @FB


    Es macht zwar keinen Unterschied, ob Trainer oder Eltern ihr Kind nicht altersgemäß behandeln. Ein Kind in diesem Alter fühlt sich dann sicher, wenn es das Gefühl hat, die Erwartungen der für ihn wichtigen erwachsenen Personen bestmöglich zu erfüllen. Dies jedoch nicht in der gemeinen Absicht, den Weg des geringstmöglichen Widerstands zu gehen, sondern aus einem noch nicht ausreichend vorhandenen Selbstbewußtsein.


    Eine erste Drop Out Phase gibt es zum Ende der D-Jugend, wenn die Kinder durch Schulwechsel neue Freunde gewinnen. So, wie sich die Kinder für ihre Freunde entscheiden, wollen sich entscheiden möchten, womit sie ihre Freizeit verbringen möchten. Die zweite Phase beginnt, wenn die Schule abgeschlossen wurde und die Berufsausbildung beginnt. Nicht immer liegt es also am Trainer oder am Elternhaus. Doch sie tragen dazu bei, wenn sie der Grund sind, warum der Fussball keinen Spaß mehr macht.


    Kindern im F-Jugend-Alter kann man "einen vom Pferd" erzählen und auch sie lassen ihrer Phanasie freien Lauf. Deshalb sind fast alle in diesem Alter der Meinung, sie würden später mal Nationalspieler oder Profis, wenn man nur die richtige Suggestivfrage stellt!


    So ein F-Jugend-Kind bei einem individual-taktisch falschen Verhalten (es hat gezuckt, weil es sich nicht sicher war, im Abseits zu sein) aus dem Spiel zu nehmen, wird es nicht verstehen. Es wird lediglich verstehen: ich werde aus dem Spiel genommen, wenn ich etwas falsch mache!


    Vermutlich wirst du erst dann deine Meinung ändern, wenn du und dein Sohn mitten in der ersten Drop Out Phase steckt. Nein, dass muß nicht dein Kind sein. Aber dein Kind wird Freunde, die dann aufhören, schmerzlich vermissen!


    Was mir bei deinen Anmerkungen jedoch nach wie vor ein Rätzel ist: Gibt es bei euch in der F-Jugend denn generell die Abseitsregel?

    open-minded


    Es ist ja unbestritten, das Menschen lästern. Einige gehen sogar täglich hin und kaufen sich dafür extra eine "Blöd-Zeitung". Es kann gar nicht schlimm genug beschrieben sein, denn man möchte ja gerne das Unmögliche glauben! Zwar behaupten fast alle Leser, dass das, was da drin steht, sowieso gelogen sei. Aber dennoch wollen sie gerne über die Schandflecken (am besten mit Bild) lesen, über die sie ihren Frust loswerden können.


    Wer Spaß daran hat, wie sich 2 Glatzköpfige die Haare ausreisen, 2 Tote um ihr Leben kämpfen, jemand den Todessturz vom Teppichrand wagt, ect., der soll sich das Blatt kaufen. Aber ob ihm das bei der Bewältigung seines Lebens hilft, sei einmal dahin gestellt.


    Wie im Link-Beitrag sichtbar, glaubt man durch Lästern an Informationen zum eigenen Schutz zu gelangen. Mag sein: denn derjenige, der über Dritte lästert, wird es auch über mich machen. So bilden sich Koalitionen und man findet dem Feind im Äußeren. Aber was, wenn sich herausstellt, dass man selbst die größte Plaudertasche ist, der man nichts anvertrauen kann?


    Wer schon lange genug lebt, der weiß, dass man sich seine Meinung erst dann bilden sollte, wenn man mindestens beide Seiten dazu kennt! Wer darüber hinaus noch eine Reihe von Sprachen spricht und einige Kulturen kennengelernt hat, der wird sich nicht so rasch mit Vorverurteilungen zufrieden geben.


    Was aber bitte hat das mit Fairness, partnerschaftlicher und respektvoller Umgang der oberstes Ziel im Sport sein sollte zu tun? Wo hilft sie uns weiter? Was ändert sich dadurch? Schließlich lesen die vermeintlichen Schandflecke des Jugendfussballs doch gar nicht hier mit. Auch fehlt die Meinung des Betroffenen dazu, um sich eine erste Meinung bilden zu können.


    Lästern bildet ein! Man ist nicht deshalb schon ein guter Trainer, weil es Schlechtere gibt! Aber um sich weiterzubilden, gibt es hier genug Themen, bei denen man etwas für sich mitnehmen kann.

    @Uwe


    Als ich es geschrieben habe, hatte ich ein paar Dinge im Hinterkopf, die helfen könnten, das man nicht aneinander vorbei redet.


    Wenn ich mich recht entsinne waren das die Punkte:


    1. Altersklasse (unterer Jugendbereich = Anfänger, mittlerer und oberer Jugendbereich = Fortgeschrittene 1; Senioren/Seniorinnen = Fortgeschrittene 2)
    2. Liga (ab C-Jugend, um Breitensport vom Leistungsbereich abgrenzen zu können)
    3. Mannschaftstyp: Jungen-/Mädchen-Mannschaft
    4. Kleiner, mittlerer, großer Heimatverein (für besseres Hintergrundverständnis)
    5. Trainerlizenz: ja/nein

    Don Quijote


    Vielen Dank für den Hinweis, denn das Coaching durch Trainer für Kinder im G - D-Jugend-Bereich wird noch viel zu wenig erklärt. Der DFB hat dieses Thema schon vor ein paar Jahren aufgegriffen. Jedoch im Rahmen der Eliteausbildung. In der Zeitschrift FT-Junior findet man für den unteren Breitensportbereich nützlich Hinweise.


    Brechstange
    Du hast schon vollkommen recht, wenn du schreibst, das die Kinder die positive Begeisterung des Trainers für den Fussball spüren möchten. Aber kaum ist eine Spielminute vergangen, nachdem man sich im Kreis mit "wir sind ein Team" noch mal eingeschworen hat, da ruft der Trainer schon den ersten Hinweis ins Spielfeld: (z.B. Sicherheitshinweis: "Thorben, was habe ich dir im Trainng gesagt ..." und zeigt den Kinder dadurch, das er der Dirigent ist, der den Tackstock schwingt.) Je nach Spielstand werden die Rufe lauter und die Emotion gerät in Raserei: "Sebi, Mensch so einen Ball muß man doch halten"! Vermeintlichen Trost kann man auch beobachten: "Mensch, Schiedsrichter bist du blind. Das war doch Einwurf für uns!" Gelegentlich beobachtet man so gar in sich kauernde Trainer, bei denen man das Gefühl hat, sie sind von ihrer Mannschaft aufgrund der drohenden, deutlichen Niederlage beleidigt worden. Man kann aber auch den am Spielfeldrand auf und ab tänzelnden Trainer beobachten, wie er die vernichtende Niederlage des Gegners innerlich abfeiert! All das hat beim Kinderfussball nichts verloren. Es ist nicht nur ein schlechtes Beispiel für die Kinder, sondern es multipliziert falsches Verhalten für kommende Trainer aus den Reihen der zuschauenden Eltern. Denn: "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der beste Trainer im Land ..." mag sich zwar auf den ersten Blick noch positiv anhören, weil die Kinder an den Trainerstar glauben sollen. Aber irgendein Trainer muß ja dann der Zweibeste sein und der ist bekanntlich schon mal der erste Verlierer!


    Es gibt nur ganz wenige und einfache Prinzipien, die ein Trainer beherzigen sollte.


    1. So sollte er zwischen Training (Üben, spielen und begleitendes Erklären) und Wettkampf (Ausprobieren lassen der im Training vermittelten Fähigkeiten) unterscheiden können! Jegliches Hineinrufen empfinden die Kinder eher als störend. Denn mal ist es unfair gegenüber dem Gegner (Kinder haben eine sensible Antenne für Ungerechtigkeiten), mal empfinden sie die Sicherheitshinweise (dieses und jenes nicht zu machen) als nervig. Wenn überhaupt, dann können ein paar tröstende Worte diesen Zweck erfüllen. Doch meist ist schon ein Mannschaftskamerad zur Stelle, der das gerne übernimmt. Schließlich ist man ein Team!


    2. Er sollte die altersgerechten Fähigkeiten kennen, damit er seine Trainingshinhalte darauf anpasst und auch weis, was ihm in den Spielen erwartet.
    Gruppen- oder gar Mannschaftstaktik haben in einer F-Jugend genauso wenig zu suchen, wie Positionstreue oder vermeintliche Torwartfehler. Denn zwängt man die Kinder in dieses technisch-taktische Korsett, dann erhält man über früher oder später die Quittung dafür, indem sich diese Kinder, denen ein guter Start verwehrt wurde, vom Fussball abwenden, weil der Spaß daran immer mehr in den Hintergrund gedrängt wurde.


    3. Er sollte nicht vergleichen, sondern jede Leistung eines Kindes für sich betrachten.
    Nicht alles, was vom Trainer gut gemeint ist, kommt auch bei den Kindern gut an. Leider gibts manchmal nicht nur Trainer und Betreuer, sondern auch noch Eltern als Zuschauer, die es gut meinen. Dabei kann sich die Intension des Gutgemeinten sogar sehr unterscheiden. Wenn Papa sagt: "Phillip, du mußt nach vorne rennen und Tore schießen, weil Tore schießen Spaß macht" und der Trainer sagt: "Phillip, du mußt hinten bleiben und die Flanken des Gegners ablaufen, weil du sehr schnell bist", dann ist beides gut gemeint! Aber wie soll der Junge den Erwartungen seines Trainers (hinten spielen) und seines Vaters (vorne spielen) gerecht werden?


    Besser ist es, die paar Prinzipien für die jeweilige Altersgruppe zu kennen und zu kommunizieren. Hier: in der F-Jugend ist eine Positionstreue noch nicht erforderlich. Das wird ab der D-Jugend noch intensiver geübt.


    Wie man sich gut verhält, dass kann man auch von den Kindern lernen, wenn man sie genau beobachtet! Der "FT-Junior" ist ebenfalls eine gute Lektüre, wenn man man im Zweifel ist!

    Andre


    Ich stelle mich hier gerne als schlechtesten Trainer zur Verfügung. Möchtest du Beispiele für den Mist, den ich früher gemacht habe, hier nachlesen? Nein sicherlich nicht! Denn es ist nicht der Trainer dumm, der Fehler macht, sondern der, der nicht aus ihnen lernt!


    Deshalb sehe ich wesentlich mehr Synergien aus Beispielen guter und sogar vorbildlicher Trainerarbeit, als sich über schlechte Trainer die Mäuler zu zerreißen. Denn Letztere wird es vermutlich immer geben. Sie sind jedoch fast immer nur vorübergehende Erscheinungen, während die guten Trainer den Fussballinteressierten länger erhalten bleiben.

    st_84


    Nein, die Krone hat er sich erst verdient, als er den F2 - Keeper nach allen Regeln der Kunst vor versammelter Mannschaft und Elternschaft persönlich für die Niederlagen verantwortlich gemacht. Damit soetwas nicht wieder vorkommt, der auf der Reservebank platz nehmen und sich bis auf Weiteres mit guten Trainingsleistungen empfehlen. :thumbup:

    schleppi


    Es geht nicht um 1 Mädchen in einer Jungenmannschaft und nicht um 1 Jungen in einer Mädchenmannschaft. Es geht tatsächlich hier um gemischte Mannschaften mit einer schankenden Zahl an Mädchen und Jungen.


    Das scheint offensichtlich beim Fussball sehr schwer vorstellbar zu sein, weil man hier andere Maßstäbe (als z.B. Tennis-Doppel als "Mixed") anlegen möchte, als in anderen Sportarten.


    Aber nicht allein Unisex-Teams werden uns beschäftigen. Es wird auch eine Flexibilisierung bei der Einstufung in Altersgruppen innerhalb des Jungenbereichs geben. Bei den Mädchen hätte man ohne diese Regelung in den Anfangsjahren gar keine Mannschaften stellen können. D.h. auch bei den C-Jungen spielen bei den B-Jungen mit, weil man keine C-Jugend-Mannschaft mehr zusammen bekommt. Natürlich kann es auch B-Jugendliche in einem C-Jugend-Team geben, wenns keine andere Möglichkeit gibt. Ja, wird man sagen, dass gibts ja heute auch schon! Aber heute müssen diese Mannschaften ohne Wertung in der Liga spielen, zukünftig werden diese Wertungen gänzlich an Bedeutung verlieren, weil diese Norm von kaum einem kleineren Verein erfüllt werden kann.


    Auch wird die Zahl der 7-er und 9-er Teams wird steigen, weil die Entfernungen zu anderen Vereinen größer werden. Der Fussball als 11-er Mannschaft im Kinderbereich wird immer weniger Bedeutung haben. Für die Kinder selbst spielt die Mannschaftsstärke auch keine so große Rolle. Hauptsache, sie dürfen mitspielen und müssen nicht auf der Reservebank zuschauen.)


    Wer glaubt, sich aufgrund des demograifschen Wandels keine geeigneten Anpassungsmaßnahmen für seinen Verein ausdenken zu müssen, der wird die Vereinsschlüssel über kurz oder lang an einen anderen, flexibleren Sportbereich mit wachsender oder zumindest gleichbleibender Mitgliederzahl übergeben müssen.

    @Nitram


    Ich hoffe mal, dass es nur ein Tippfehler war oder habt ihr wirklich eure F2 - Mannschaft 3 x 20 Minuten spielen lassen, wo normalerweise 2 x 15 Minuten gespielt wird?


    Ich vermute mal, du hast noch mehr fragen. Aber bleiben wir zunächst einmal bei deiner ersten Frage. Du möchtest gerne wissen, ob man als Trainer erfolgreich ins Spiel eingreifen kann. Kurzfristig ja, mittelfristig nein. Wenn du z.B. dem Spieler X während des Spiels sagst, er soll zum Gegenspieler Y aufrücken, dann wird er es machen. Doch er versteht es lediglich als Traineranweisung, weshalb er nicht unbedingt auch den Grund dafür versteht. Das gehört widerum ins Training. Dort kann man in den Übungen und Spielformen geschickt Fragen einflechten und sie von den Kindern beantworten lassen. Man erkennt dabei durch Nachfragen nach dem Warum ziemlich rasch, ob sie etwas erraten möchte oder es verstanden hat.


    Die F-Jugend-Spieler sollte man jedoch noch nicht in ein engen Korsett von taktischen Anweisungen flechten. Hier ist Technik der Schwerpunkt. Es macht natürlich Sinn die Kinder zu fragen, wann man welche Technik am besten einsetzt. Beim Wunsch nach Erhorsamserfolg werden sie dir über früher oder später das Vertrauen aufkündigen. Es beginnt zunächst mit widerwilliger Trainingsteilnahme, dann mit dem Fernbleiben beim Training und der unregelmäßigen Teilnahme an den Spielen.


    Die Kinder in diesem Alter sind sehr gut über Lob anzusprechen. Denn sie besitzen noch nicht sehr viel Vertrauen und bekommen über das Lob die Zuversicht, über sich hinaus wachsen zu können. Ein richtiges Verhalten wirst du beobachten, wenn du altersgerechte Übungen und Spielformen verwendest. Dazu gehören natürlich auch die Pausenintervalle zur Regeneration sowie die Gesamtlänge der Trainingseinheit.


    Ganz anders, wie bei uns Erwachsenen ist ihr Fussballspiel tatsächlich vorbei, wenn es abgepfiffen wurde. Deshalb wundert man sich als Trainer manchmal, warum die Kids selbst nach einer deutlichen Niederlage schon kurze Zeit später "gut drauf" sind oder nach einem deutlichen Sieg nach einem kurzen Anflug von Begeisterung schon wieder "Alltagstrott" eingekehrt ist.


    In der F-Jugend eine Spielverhaltensanalyse zu machen und seinen Trainingsschwerpunkt darauf zu balancieren erachte ich als verfrüht. Hier ist das Alter für die Grundausbildung. Die unterschiedlichen individualtaktischen Verhaltensweisen werden hier ganz nebenbei mittrainiert.


    Wenn du wissen willst, wie die Kinder den Fussball fühlen, dann versuche einfach, sich in sie hinein zu versetzen?!? Dann wirst du fast alle Antworten auf deine Fragen mit Leichtigkeit finden


    Fazit:
    1. Training
    Weg vom Trainingsdrill und hin zum interaktiven Training
    Das Training ist für die Ausbildung da. In der F-Jugend sollten es nur ganz kurze Hinweise (max. 1 Min.) sein. Danach eine kurze Präsentation mit oder durch einen Mitspieler! (immer einen Anderen nehmen!). Danach sollen sich die Kinder daran ausprobieren können. Nur helfend eingreifen, wenn jemand es gar nicht hinbekommt. Jeder kann etwas besonders gut, deshalb muß nicht jeder gleich alles gut können.
    2. Spiel
    Das Abschlußspiel (Generalprobe) und die Punkt- und Pokalspiele sind die Zeit, um die im Training erlernten Fähigkeiten auszuprobieren. Wenn etwas noch nicht klappt, dann ist es für den Trainer eine Information, diese Defizite im Rahmen der "normalen Ausbildung" zu integrieren.


    Zum Schluß möchte ich deine Überschrift: "Goldene Ananas" gerne einmal aufgreifen. Denn dieser Begriff steht dafür, dass es um Nichts geht. Das trifft nicht ganz den Kern! Für die Kinder geht es um den Spaß. Ob sie nun Fussball oder etwas anderes Spielen: stets wollen sie nur das Eine: den Spaß! Wir hingegen glauben, dass es nur dann auch lustig sein darf, wenn das "Ergebnis stimmt"! Da kann es schon mal aufgrund unterschiedlicher Erwartungen zu Mißverständnissen (der Kleine denkt, sein Trainer hat keine Ahnung vom Fussball) kommen :D .

    Stefan70


    Du beschreibst die Gegenwart, in der die Mädchen deshalb bei den Jungen mitspielen, weil es im unteren Jugendbereich nicht genügend interessierte Mädchen gibt, um eigene Teams zu bilden. Es stört die Trainer und Eltern auch nicht besonders, dass bei den Jungen auch Mädchen mitspielen. Denn, entweder sind sie genau so gut wie die Jungs. Dann bekommen sie die gleichen Einsatzzeiten. Oder sie sind schlechter als die Jungs und dürfen weniger spielen. Hier orientiert es sich entweder nach Anzahl der Interessierten oder dem vermeintlichen Leistungsgedanken.


    Wenn man sich vorstellt, dass es insgesamt zu wenig Interessierte von jedem Geschlecht pro Jahrgang gibt, dann bleibt nur noch die Option zu Unisex-Mannschaften, bei denen der Anteil der Jungen oder Mädchen schwankt. Hier spielt der Leistungsgedanke gar keine Rolle mehr, sondern nur noch der Spaß am Hobbyfussball.


    Das kann uns übrigens schneller blühen, als uns lieb ist. Momentan erkenne ich eine deutliche Abwanderung zum Handball in einigen Gebieten. Komischerweise geht dies einher mit dem auch hier bereits kontrovers Unruhe durch Erwachsene beim Kinderfussball. Man wird sich daran gewöhnen müssen, dass der Fussball nicht mehr ohne Konkurrenz steht. Dass Vereine ganze Jahrgänge verlieren, weil sie ungeeignete Personen als Trainer verpflichten, war erst der Vorgeschmack.