Es hat schon seine Gründe, warum man dem Thema zielgerichteten Leistungssport erst ab der U 15 beschäftigt. Ansätze in der Argumentation gibt es ebenfalls. Was jedoch noch fehlt ist eine über die wesentlichen Wissenschaften innerhalb des Sports umfassende Analyse, die eine Transparenz in das für Laien kaum verständliche "Fachchinesisch" bringt.
Diese Intransparenz sorgt dafür, das bereits die gewonnenen Informationen nicht in die Basis transportiert werden. Diese "Grauzone" kann geschickt von Abwerbern ausgenutzt werden! Sobald jemand einen nachvollziehbaren Vergleich verlangt, gibt es für den Laien noch inhaltsleere Umschreibungen NLZ, Leistungsverein, Jugendleistungszentrum verbunden mit allerlei Doktrinen über die beste Fähigkeitsentwicklung. Hinzu kommen nicht belegbare HInweise, sich möglichst sofort zu entscheiden, weil danach der Zug abgefahren wäre.
Die wollen alle nur euer Bestes: erst wollen sie eure Kinder und dann auch noch Euch als Werbeträger, denn nur bei uns "wird das Kind am besten ausgebildet"! Denn fragt man nach einem Profi, der schon mit 12 ein überragendes Talent war, dann kann man zwar ein paar Namen nennen, aber nicht erklären, warum es die anderen Zehntausend nicht soweit gebracht haben.
Die Talentsichtung und Förderung beim DFB gleicht noch dem Suchen einer "Stecknadel im Heuhaufen", bei dem man lediglich hofft, dass die richtigen Talente darunter sein mögen. In den Nachbarländern, wo es nicht so viel Auswahl für die Auswahl gibt, ist man längst andere Wege gegangen.
Was wir brauchen, läßt sich als ganzheitliche Ausbildung beschreiben, in der Training und Coaching in einem partnerschaftlichen Rahmen gesichert werden kann.
Während hierzulange der Trainerdaumen mindestens halbjährlich nervös rauf (bleibt) und runter (wird ausgetauscht) geht, wird dort die Talentförderung auf das Ziel in anderen (kleineren) Ländern der vollständigen Ausbildung für den Seniorenbereich fokussiert. Das bedeutet zwar nicht, dass jemand, der man aufgenommen wurde, eine Ausbildungsgarantie für den kompletten Jugendbereich erhält. Weil man sich jedoch mehr Zeit für die Prüfung der Talente nimmt, ist der Irrtumsfaktor deutlich geringer. Denn Ausbildung kostet sehr viel Geld und Zeit! Hat man sich teilweise für die Falschen (siehe "wer zuspät kommt, den bestraft der DFB"), entschieden, dann hat man Geld und Zeit "in den Sand" gesetzt!" Die Veränderung der Bevölkerungsstruktur wird auch uns schon in einigen Jahren dazu zwingen, nicht mehr so viele Talente zu vergeuden und den Rahmen der Ausbildung um das noch notwendige Maß zu erweitern.
Es ist jedoch insgesamt ein schwieriges Thema, weil sich die Ansichten darüber immer wieder verändern, was erstrebenswerte Ziele bei der Talentsuche und Ausbildung sein soll! Was gestern noch als kausale Zusammenhänge begriffen wurden, kann schon morgen durch eine andere erfolgreichere Spielphilosophie über den Haufen geworfen werden. Doch an der Basis entwickelt es sich sehr viel langsamer, weshalb hier Besonnenheit vor Torheiten schützen kann.
Schön wäre es, wenn es eines Tages neutrale Beratungsstellen gäbe, in denen die Jugendlichen und ihre Eltern Informationen über die jeweilige Altersgruppe einholen könnten und auch über die Vor- und Nachteile eines Vereinswechsels umfassend beraten würden. Weil aber daran die größeren Vereine vermutlich weniger Interesse haben dürften, wäre es eine weitere Initiative, die "von unten" kommen müsste. Vielleicht gibts ja eines Tages Elternvertreter im gesamten Hirachiestrang des organisierten Fussballs? Vielleicht ergreift ja auch schon jemand anderes (ala Ralf Klohr) die Initiative? Wenn ich mal auf Rente bin und es dann noch keine gibt, dann gründe ich sie (vielleicht)
!
