Beiträge von TW-Trainer

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    Andre


    Auch ich habe mehrfach erwähnt, welchen Blödsinn ich früher gedacht und auch gemacht habe. Deswegen tue ich mich hin und wieder etwas schwer, einem Anfänger seine Fehler anzukreiden. Es braucht einfach etwas Erfahrung, um sich eine Meinung zu bilden. Meistens macht man etwas nach, wie man es selbst kennengelernt hat. Früher kamen die Trägen, Faulen, Dicken und Dummen ins Tor, damit sie die Anderen nicht beim Fussballspielen störte. Als Training gabs dann pausenlos Bälle aufs Tor gedroschen. Der Torwart war bis einschließlich der D-Jugend eine Schießbudenfigur, den man auslachen oder beschimpfen konnte. Wenn zur C-Jugend Andere ins Tor kamen, klopften sich die Trainer natürlich gegenseitig auf die Schultern, alles richtig gemacht zu haben. Denn die "Neu-Keeper" waren schon nach der Hinserie besser als ihre Alten.


    Eine leichte Wende im Denkprozess setzte bei den Trainern älterer Jugendmannschaften ein, die da meinten, der Keeper sollte wenigstens nicht langsamer sein als der langsamste Feldspieler. Aber Fussballspielen brauchte er dennoch nicht zu erlernen. Wenn er dann man technische Übungen mitmachte, wurde kaum Zeit dafür verwandt, um Defizite zu korrigieren. Er war ja schließlich Torwart.


    Im Profibereich gab es solange keine Probleme mit den Ausbildungsdefiziten, wie der Torwart noch der "Linienartist" war und die Trafraumbeherrschung nur daraus bestand, mal einen hohen Ball vom Himmel zu pflücken. Jetzt hat sich das Mannschaftsspiel verändert, aber die Torleute hinken hinterher! Denn nur noch selten wird der Ball hoch in den Strafraum geflankt. Sehr viel häufiger ist der Torwart beim flachen Ball im Brennpunkt. Da zittert jeder Mitspieler, Trainer und Fan: erkennt er die Situation rasch, ist er sprintstark genug, um vor dem Gegner am Ball zu sein und kann er den öffnenden Pass für den guten Spielaufbau spielen? Dabei versagen leider auch ein Großteil unserer Profi-Keeper gelegentlich! Grund genug, um als Nachwuchskeeper nicht in Verzweiflung zu geraten, sondern seine Ausbildungsinhalte dem modernen Fussball anzupassen!


    Andre, du stehst deshalb gewiss nicht allein vor dem Problem. Bei dir ist aber die Einsicht gereift, das dort etwas schiefläuft. Du hast es über deinen Sohn am eigenen Leibe miterleben dürfen, was geschieht, wenn sich Trainer irren und ihre Ansichten nicht einmal hinterfragen!

    Heutzutage hat jedes Kind, was nicht so funktioniert, wie man es als Erwachsener für angenehm erwartet, irgendeine Krankheit. Bringt man es zum "Gedanken-Doktor", bekommt man einen vollen Block mit allerlei Phychopharmaka, mit dem man es so ruhig stellen. Die Tabletten wirken wie ein Lautstärkeregler an der Musikanlage! Es sie zu laut oder das gespielte Lied grässlich, dreht man einfach den Ton leiser. Ist ein Kind laut oder verhält sich nicht wie gewünscht, soll es ein paar Tabletten bekommen, damit es einfach so ist wie die Anderen.


    Wenn ich dann lese, das bereits F-Jugendliche wie erwachsene Profis sich "Gardinenprediten" anhören sollen, dann stellt sich für mich eher die Frage, wie eigentlich ruhiger werden sollte?


    Man stelle sich einmal vor, ein Arjien Robben (soll jetzt nur stellvertretend sein für alle Menschen, die nicht dem strikten Normcluster unserer Gesellschaft entsprechen) wäre heutzutage in der F-Jugend! Wäre der wohl später mal ein Nationalspieler geworden?


    Ich habe in meiner schon recht langen Trainerkarriere bereits eine Reihe von Talenten erlebt, deren Aufmerksamkeit nicht so funktionierte, wie man es zunächst erwartet hätte. Man kann mit entsprechender Besonnenheit auf die andersgearteten Erwartungen innerhalb der Gruppe eingehen. Gerade diese jungen Menschen machen dann besonders häufig sehr große Fortschritte, wenn man sie so sein läßt, wie sie sein wollen. Auch sind es weniger die Spielkameraden, die Probleme damit haben. Es sind vielmehr wir Erwachsene, die mit den engen Maßstäben, wonach ein junger Mensch funktionieren soll, dieses Versagen herauf beschwören.


    Versucht nicht jede Gebärde oder jeden Einwand als eine persönliche Beleidigung an euch zu interpretieren! Versucht es so in die Gruppe zu nehmen, wie es ist und ihr werdet euch wundern!

    Zodiak


    Wenn ich es recht in Erinnerung habe, trainiert der Kollege "FB" in der F- oder E-Jugend, wo noch nicht auf Leistungsniveau (auch wenns die Väter gerne mal so sehen) und nicht im Nachwuchsleistungsbereich eines Bundesligisten in der B oder A-jugend-Bundesliga.


    Wer bei diesen Kindern mit dem "Hammer" drauf haut, darf sich nicht wundern, wenn kaum jemand übrig bleibt. Denn wer Angst haben muß, dass ihm Sanktionen drohen, verschließt sich zunächst, bis der Trainer gar keinen Zugang mehr zu ihm findet und ein Drop-Out meist die unweigerliche Folge davon ist.

    @FB


    man bekommt fast immer nur mit, was nach Außen dringt! Die "kleinen und großen Scharmützel" hinter verschlossenen Türen bleiben meist im Verborgenen.


    Je mehr es in den Profistatus geht, umsomehr geht es um die Abwägung von Risiken und umso enger werden die Kreise gezogen, in denen sich ein angehender Profi bewegen darf. Damit möglichst wenig dem Zufall überlassen bleibt, ist die Kommunikation innerhalb der Ebenen der Verantwortlichkeit enorm wichtig. Messen als Methode einer objetiven Beurteilung spielt dabei ein immer größere Rolle als Entscheidungshilfe.


    Letzendlich beurteilen jedoch die einen Menschen die anderen Menschen, weshalb Irrtümer nie ganz ausgeschlossen werden. Wie sonst könnte man das jährlich wechselnde Karusell bei Spielern, Trainern und Funtionären erklären? Wer in einem Verein geflopt hat, kann im nächsten Verein schon wieder top sein. Denn über die tatsächlichen Gründe bekommt man in der Öffentlichkeit kaum etwas mit.


    Fussball ist eben ein Tagesgeschäft!

    @FB


    Spieler so ausbilden, dass sie auf allen Positionen gleichstark sind!


    Hast gut gelernt von "Pep", der die deutsche Ordnung von Angriff, Mittelfeld und Abwehr mit ihren stereotypen Figuren mächtig durcheinander gewirbelt hat, indem er sagt, jeder muß situativ auf jeder Position spielen können. Spieler, die das nicht wollen oder können (z.B. Manzuckic) dürfen sich gerne einen neuen Verein suchen.


    Nun würde ich mir noch wünschen, dass du auch deinem U 11 Keeper diese Chance gönnst, denn der sollte auch kein unvollständig ausgebildeter Positionsidiot werden oder?


    Schau dir mal die Profi-Keeper, egal in welcher nationalen Liga an. Ist da ein Einziger dabei, der genauso gut beifüssig am Ball ist wie seine Kollegen auf dem Feld. Ziel sollte es aber sein, dass er auf gleichem Niveau in der Abwehr mitspielen kann.


    Die komplette Keeper-Ausbildung wird jedoch durch die traditionelle Denkrichtung einer (frühen und einseitigen) Spezialisten-Ausbildung verhindert.


    Sorry, aber hier muß ich mich auch für den DFB fremdschämen! Auch hier sehe ich kaum TW-Trainer, die beidfüssig sind, annähernd Feldspieler-Qualitäten besitzen und mit ihren Schützlingen ein vollständiges Trainingsprogramm erstellen könnten. Denn wenn ich den Keeper nicht variabel fordern kann, kann ich ihn auch nicht vollständig fördern.


    Aber vielleicht kommt ja schon bald der "Pep" als TW-Trainer zu uns :D .

    Steini

    Das mit dem Chip im Trikot hat was. Dann per GPS an die Fahne des Linienrichters, der einen kleinen Stromstoß erhält und so automatisch die Fahne hebt -).


    Aber der Arm des Linienrichters bleibt unten, wenn ihm zum rechten Zeitpunkt eine Maß Bier in die Hand gedrückt wird!


    @FB


    Wenn ein Spieler aber von sich aus abbricht, oder auch nur etwas zögert, weil er glaubt im Abseits gestanden zu haben, fliegt er bei mir - um falschen Reflexen ein für alle mal vorzubeugen - vom Platz.



    Bayern ist von euch nicht weit entfernt oder?

    Stefan70


    Gedacht ist hier an ländliche Gebiete mit vielen kleinen Dorfvereinen. Hier kann es über kurz oder lang passieren, dass nahezu genauso viele Jungen wie Mädchen Fussballspielen wollen. Aber es reicht bei diesen Vereinen weder für eine reine Jungen-, noch für eine reine Mädchenmannschaft pro Altersgruppe.


    Also gibt es dort eine "Unisex-Liga", wo alle Teams Mädchen und Jungen in ihrer Mannschaft haben und es keine Rolle spielt, wieviel von jedem Geschlecht im Berichtsbogen aufgeführt werden. Das Schöne an dieser Liga ist, das kaum jemand auf der Reservebank sitzt, weil man gerade so viele Spieler/innen hat, wie man braucht!

    paulwurf_mauli


    Ich hatte es schon richtig verstanden, es nur mit anderen Worten ausgedrückt.


    Stefan70


    Wenn`s der Sohn vom Bürgermeister oder einem seiner Spezies ist, natürlich nichts. Sonst droht Pranger mit anschließender Abschiebung zu den Saupreussen. Freikauf durch Sozialstunden (z.B. Rasenmähen beim Bürgermeister) ist natürlich auch möglich.


    Heut ist ja Freitag, da darf man schon mal laut denken ....

    @Robert1982


    Warum hast du das nicht gleich gesagt. In Bayern ist natürlich alles anders.


    Das habe ich beim BFV gefunden:



    Gnadengesuche


    "Dem Gnadengesuch der SpVgg Wüstenahorn hinsichtlich des Spielers Raymond Lafleur wurde mit Bescheid vom 25.05.2010 ab 01.08.2010 stattgegeben."



    Aber nun zum bayrischen Vereinswechsel von kleinen Kindern (G - E-Jugend), die einfach nur mit ihren Freunden zusammen spielen möchten:


    "5. Vereinswechsel ohne Zustimmung:
    E-Juniorenspieler M meldet sich am 5. November 2013 bei seinem bisherigen Verein A ab. Verein A bestätigt diesen Abmeldetag auf der Rückseite des Spielerpasses, verweigert aber die Zustimmung zum Vereinswechsel. Der neue Verein B reicht die kompletten Unterlagen am 16. Januar 2014 ein.
    Spielrecht: Spieler M erhält ab dem Tag der Bearbeitung (Pass-Ausstellungstag) das Privatspielrecht und ab 6. Februar 2014 das Verbandsspielrecht (drei Monate Wartezeit ab dem Tag nach der Abmeldung) für den neuen Verein B.
    "


    Also verstehe ich das richtig:
    Privat (also im Verein) darf der Kleine sofort spielen, aber öffentlich (gegen andere Vereine) darf er erst nach "Absitzen seiner gerechten Strafe" von 3 Monaten? :thumbup:


    Was ist das denn? Also ich muß mir jetzt noch die Tränen aus den Augen wissen! Das riecht aber sowas von "Amigo-Regelung"! :wacko:

    @Robert1982


    Die beiden Jungs können kurzfristig mit ihren Freunden zusammen spielen. Hier ist der entsprechende Auszug dafür:


    Wichtige Vorabinformation
    "Die Zustimmung kann im Jugendbereich beim Vereinswechsel von G-Junioren/innen bis D-Junioren/innen des jüngeren Jahrganges nicht verweigert werden!
    Eine Zustimmungsverweigerung für diese Altersklassen bliebe im Rahmen der Bearbeitung durch die Verbandspassstelle unberücksichtigt!"


    By the way: Es würde bereits an anderer Stelle ausführlich darüber diskutiert, das wenn der Verein einen Spieler jeden Alters fristlos kündigen kann, ein Spieler das gleiche Recht besitzen müßte. Ferner kommt hinzu, dass es aufgrund des Amateurstatus ein Recht auf freie Ortswahl zur Hobbyausübung geben müßte. Leider hat bislang noch niemand gegen das Vereinswechsel-Recht des DFB geklagt, weshalb nach wie vor lediglich die Interessen des Vereins, nicht jedoch seiner aktiven Mitglieder Berücksichtigung findet. Nebulös ist auch die Kannregel, wonach eine Ausbildungsentschädigung verlangt werden kann, aber nicht muß! Hierbei sind nicht einmal die tatsächlich angefallenen Kosten im Einzelfall zu prüfen! Während in unserer ordentlichen Gerichtsbarkeit jeder Einzelfall zu prüfen ist, gibt es hier ein Recht per Gieskannenprinzip. Ich wäre mir fast sicher, dass bei einem korrekten Antrag das bisherige Vereinswechselrecht korrigiert werden müsste. Und peinlich wäre es obendrein, wenn dort Justiziare jahrelang gepennt hätten.

    Liebe Trainerfreunde!


    Hier ist das wohl interpretationswürdige Zitat aus der DFB-Broschüre (Link: http://www.dfb.de/uploads/media/DFBspielbetriebLR.pdf), Seite 3



    "Um den Fußball dort zu sichern, müssen sich die Vereine, Kreise und Verbände offen für Veränderungen bei der Organisation des Spielbetriebs zeigen. Nur so können wir unsere Forderung, dass jedes Mädchen und jeder Junge in einem Fußballverein angemessen Fußball spielen können, auch in Zukunft aufrecht erhalten."


    Wenn also Mädchen in Jungenteams mitspielen dürfen, warum dann nicht auch Jungen in Mädchenteams? Natürlich immer nur unter der Voraussetzung, dass es keine andere, zumutbare Möglichkeit gibt! Denn aufgrund des demografischen Wandels wird es in den strukturarmen Gebieten immer schwieriger, gleichgeschlechtliche Teams durchgängig im Jugendbereich anzubieten. Auch läßt sich eine SG, JSG oder FSG nicht immer aus dem Hut zaubern, bzw. nicht gegen den Willen der Vereine herbeiführen.


    Die Fussballwelt wird in den nächsten Jahren noch bunter werden und so manches Vorurteil wird ins Wanken geraden! Wenn es erst einmal genügend gemischte Teams gibt, bzw. Mädchen in Jungenligen und Jungen in Mädchenligen kicken, könnte es Möglichkeit geben, den Jugendfussball tatsächlich als Hobby der Jugend, ihrer Trainer und Vereine zu sehen! Vielleicht bewinnt dann sogar das Ehrenamt eine neue Bedeutung, ist es doch durch den Eingriff von Sponsoren, die dann auch im Verein bestimmen, in den vergangenen Jahren arg ins Zwielicht geraten!

    TRPietro


    Ich halte es ähnlich wie du! Wer sich dehnen will, der soll das, was er vielleicht in der Schule gelernt hat machen. Aber müssen muß er es nicht! Es gab mal eine Zeit, wo das Dehnen und Stretchen als einzig wirksame Vorbeugung vor einer Muskel- oder Sehnenverletzung gesehen wurde. Über dieses Stadium ist man längst hinaus, denn es schützt leider nicht gänzlich davor. Habe mir mal das Oldie-Team von Werder Bremen vor einiger Zeit angeschaut. Es sah aus, als wären die sogar extra früher angereist, um noch länger und intensiver dehnen und stretchen zu können, was die Zuschauer teilweise zum schmunzeln brachte.


    Bei unseren niederländischen Nachbarn wird kaum noch gedehnt. Selbst bei den Profis gehts an 5 - 7 minütiger Aufwärmphase zur Sache.


    Wichtig ist, dass vor einer Belastung für eine aureichende Durchblutung gesorgt wird.


    In der E-Jugend ist der normale Bewegungstrieb bei den meisten Spielern ohnehin noch sehr gut ausgeprägt. Da sollte wohl niemand ohne einen vorherigen kräftigen Schnaufer gegen den Ball treten.
    Wenn ich da ans Bolzen auf dem Schulhof oder auf der Straße denke? Da hat sich doch niemand warm gemacht! Wenn ja, wäre der vermutlich ausgelacht worden! Das Verletzungsrisiko hängt sicherlich auch vom Fitness-Grat des Spielers ab.

    AKjfv


    Ich gebe zu, das ist insgesamt ein schwieriges Thema, bei dem manches hierzulande im Argen liegt.


    Weil auch Trainer nur Menschen sind, bilden auch sie den Querschnitt der Gesellschaft ab. Deshalb findet man auch dort "ewig Gestrige", denen das Hemd näher ist als die Hose. Mancherorts werden die Mädchen widerwillig bei den Jungs trainiert. Spätestens ab der Berufung in ein DFB-Nachwuchsteam gibts vom DFB die Aufforderung, dass das talentierte Mädchen zusätzlich in einem Jungenteam kickt und eine Förderung auf dem zuständigen DFB-Stützpunkt bei den Jungen erhält. Leider gibts auch bei der Vereinsförderung (meist über Zweitspielregelung) manchmal Probleme. Denn der DFB prüft weder die Jungen-Liga noch die Einsätze! Deshalb denkt so mancher Jungen-Trainer: "Was soll ich mit dem Mädchen?" Hin und wieder gibts auch Überraschungen! So gibt es ein Zeitfenster (älterer D-Jugend bis jüngerer C-Jugend-Jahrgang), in denen Torhüterinnen ihren gleichaltrigen männlichen Kollegen ein Stück voraussind und dem Trainer so manche Punkte bringen!


    In der Tat ist es eine andere Frage, ab wann es eigene Mädchenteams geben sollte. Doch hierbei muß man sich zunächst ein stückweit von der reinen Leistungsbeurteilung und -entwicklung lösen und den Bedarf in den Fokus heben. Wenn es genügend Mädchen in dieser Altersgruppierung gibt, denen man die Wahl stellen kann, ob sie bei einem Jungenteam oder einem Mädchenteam kicken möchten, dann sollte man diesen Wünschen Rechnung tragen.


    Mit der stetigen Erhöhung der Menge an Fussballspielerinnen in einem Gebiet nimmt auch die Wahrnehmung und das Interesse zu. Man darf jedoch nicht erwarten, dass Mädchen oder Frauen irgendwann soviel Beachtung im Fussball finden wie ihre männlichen Kollegen. Denn immer da, wo Geld fließt, gibt es offene wie auch versteckte Interessen einer Steuerung durch Dritte!

    im unteren Jugendbereich gibt es kein Abseits. Es wäre zu überlegen, ob man diese Regelung auf weitere Jugendligen ausweitet.


    Bei den älteren Jugendligen und dem Erwachsenenbereich entscheidet darüber ein Schiedsrichter, ggf. mit Unterstützung von Linienrichtern. Ich würde zwar behaupten, dass in ca. 90 % aller Fälle der Spieler selbst erkennt, ob er im Abseits stand. Wie jedoch die Fernsehbilder zeigen, können sich auch die Schiedsrichtergespanne trotz teilweise besserer Sichtpositionen irren. Dies ließe den Schluß nahe, dass man eigentlich ganz aufs Abseits verzichten könnte, wenn es theoretisch wie praktisch nicht möglich ist, immer eine korrekte Entscheidung herbei zu führen. Allerdings nimmt man diese geringe Irrtumsrate bewußt in kauf. Denn so, wie man sich selbst irren kann, können es auch Andere! Vielleicht bekommen die Spieler ja mal einen Chip ins Tricot genäht, der Aufschluß über die jeweilige Position des Spielers bei einer fraglichen Abseitsentscheidung gibt?


    Fussball ist ein Spiel, bei dem die Fairness im Mittelpunkt gefördert werden sollte. Es können sich alle Beteiligten ruhigen Gewissens verabschieden, wenn alles "sauber" zugegangen ist!

    AKjfv


    Dies hat bei uns auch zur Folge das Mädchen, die in einer reinen Mädchenmannschaft spielen, für die Verbandsförderungen, eigentlich nicht in Frage kommen.



    Gehört zwar nicht ganz zum Thema, aber ich fürchte, da liegt ein Mißverständnis vor! Es ist zwar ein wenig kompliziert, aber ich probier es mal, die Mädchenförderung zu beschreiben:


    1. Sichtung: Mädchen in Jungenmannschaften.
    Mädchen, die in Jungenmannschaften mitspielen, werden von den Kreistrainern gesichtet. Besonders talentierte Mädchen werden dann in der Kreisauswahl (später DFB-Stützpunkt) gefördert. Falls es nicht für die Jungen-Kreisauswahl reicht, aber für die Mädchen-Kreisauswahl, erhalten die Mädchen-Kreisauswahltrainer eine Info darüber.


    2. Sichtung: Mädchen in Mädchenmannschaften
    In etwa zeitgleich erfolgt die Sichtung der talentierten Mädchen in den Mädchenmannschaften. Die begabten Mädchen werden in die Kreisauswahl aufgenommen. Besonders hoch veranlagte Mädchen können auch bei den Jungenteams mittrainieren.


    3. Weitere Förderung der Mädchen
    Aufgrund des weniger dichten Netzes an talentierten Mädchen ist die weitere Förderung nicht ganz einheitlich strukturiert. Im NFV gibt es folgendes Förderkonzept pro Jahrgang:
    a. Kreisauswahl
    b. Teilbereichsauswahl (davon gibt es 3)
    c. Verbandsauswahl
    d. DFB-Auswahl


    Mädchen, die in einer Verbands- oder DFB-Auswahl spielen, erhalten paralell eine Förderung auf dem DFB-Stützpunkt.


    Spezielle, flächendeckende DFB-Stützpunkte für Mädchen analog dem Jungen-Konzept gibt es noch nicht. Sie sind jedoch in Planung. Leider wird, wie schon beim Konzept der Torwarttrainerausbildung versucht eine Kopie des Jungenbereichs einzuführen. Das klappt schon bei der Suche nach geeigneten Trainern (mit DFB B-Lizenz) nicht! Denn diese Lizenz eignet sich aufgrund ihrer Inhalte gar nicht auf die speziellen Bedürfnisse im mittleren und älteren Mädchenbereich. Da braucht es wohl noch ein wenig Beschäftigung mit der Materie von den verantwortlichen DFB-Koordinatoren. Evl. sollte man für die Mädchenförderung eigene Koordinatoren bestimmen, die dann auch die Sprache des Mädchen- und Frauenfussballs sprechen!

    @baileys3


    Auch hier kann man die Denkweise nicht aus dem Seniorenbereich in den Frauenbereich übertragen. Dort kommt es schon mal vor, dass man sich zur neuen Saison hin entscheidet, dass die vorherige Zweite zur Ersten wird und umgekehrt! Viel wichtiger ist es, dass die Chemie innerhalb der Mannschaft stimmt, denn es besteht ein größeres Harmoniebedürfnis (was ja bei den Männern meist erst nach dem 10. Pils beim Schunkeln :D entsteht) Manchmal ist es sogar so, dass es kurzfristig einen äußeren Feind braucht, um sich gegenseitig zu motivieren. Meistens findet sich in der Staffel so ein blödes Team, was es nicht besser verdient hat. Wenn nicht, dann muß man schon mal die andere Damen-Vereinsmannschaft herhalten! Kleinere Scharmützel bekommt man, wenn überhaupt erst hinterher mit, weil die Mädels soetwas unter sich ausmachen! Auch in den Spielen kann es manchmal emotional ruppig zu gehen, denn von "0 auf 180" brauchen einige Frauen weniger als 1 Sekunde.


    Für einen Trainer ist eine Damenmannschaft eine Herausforderung. Denn man muß nicht glauben, schon deshalb ein Team vor sich zu haben, nur weil alle das gleiche Tricot tragen! Aber sie sind auch sehr viel dankbarer, wenn sie spüren, dass alle vom Trainer gerecht behandelt werden!


    Wem es zu langweilig im Jungen oder Männerfussball zu langweilig geworden ist, der kann sich jetzt professionelle Unterstützung holen. In einigen Verbänden hat man auf den Zuwachs an Mädchen- und Frauenmannschaft reagiert und bietet nunmehr eine C-Breitensportlizenz mit Schwerpunkt Frauenfussball an. Sogar Trainerfortbildungen für Mädchen- und Frauenkeeper gibt es!


    Wer nur einen Vorgeschmack möchte, der sollte sich einmal ein Frauenspiel ganz aus der Nähe anschauen und die Eindrücke wirken lassen!

    @Schimi


    Danke für deine ergänzenden Worte! Jetzt wird es klar, was du sagen möchtest. Ein wichtiges Element des Spielens kann es sein, kurzfristig einen Sieger oder Verlierer zu ermitteln. Daraus können Kinder Strategien entwickeln. Doch sie erleben es anders als wir Erwachsene, weil es für sie nur ein Spiel ist, in dem sie gewinnen oder verlieren können. Beides kann im nachhinein gleich viel oder wenig Spaß gemacht haben. Letzteres ist jedoch häufig das Ergebnis der Beeinflussung durch Erwachsene (Trainer oder Eltern)!


    Wettkämpfe sind sogar für sie ein besonderes Element, weil hierbei eine Fülle von Eindrücken gewonnen und verarbeitet werden. Immer vorausgesetzt, der Trainer hat sich für eine passende Anzahl von Spielern entschieden, so dass möglichst wenig Wartezeit für die Einwechselung verbunden ist. (Vielleicht hilft es zu verstehen, wenn man sich an seine eigene aktivie Zeit zurück erinnert. Anderen beim Fussballspielen zuzuschauen, etwas Gräslicheres und Langweiligeres gibt es doch kaum! Das hält ein Kind nicht lange durch. Es schaut sich um, ob es nicht sonst noch etwas Interessantes gibt?)


    Um den Unterschied zu Wettkämpfen im kindlichen Sinne zu verstehen, muß man sich mit deren Entstehung beschäftigen. Fussball wurde für Erwachsene erfunden. Kinder können es spielen, aber es hat für sie eine andere Bedeutung. Übrigens wurde das Spiel: "Mensch ärgere dich nicht" 1914 für Soldaten (Verwundete und Reserve) erfunden. Kinder spielen es ebenfalls gerne, jedoch hat es für eine andere Bedeutung.


    Wenn wir den Kinderfussball verstehen wollen, müssen wir es aus den Augen eines Kindes betrachten! Klar wollen Kinder auch ihren Eltern etwas beweisen, doch in erster Linie sich selbst! Es liegt an uns, ob wir ihnen die Gelegenheit geben, über sich hinaus zu wachsen?

    @Schimi


    Somit muss du als Kindertrainer irgendwie den Spagat schaffen. Kindgerecht, perspektivisch und abwechslungsreich ausbilden, aber auch "erfolgreich" sein.
    Was nützt es dem Verein wenn die ganzen "Halbtalentierten" im Kinderbereich ohne Ergebnisdruck vielfältig geschult werden, dann aber im D-und C-Jugend-Bereich nicht den Punch mitbringen, um gegen die Athleten und Sportskanonen zu bestehen?


    Ich finde, das ist gar kein Spagat! Denn wer seine Spieler altersgerecht und abwechselungsreich trainiert, für den ist der Erfolg schon garantiert. Wer seine Spieler über deren Willen zum sportlichen Wettkampf hinaus unter Erfolgsdruck setzt, der wird in der Summe deutlich weniger Erfolg haben. Denn er vergißt, dass sich die talentierten Kinder schon selbst einem hohen Erfolgsehrgeiz aussetzen, der eher gebremst werden muß, als wenn man ihn noch in eine falsche Richtung (Punch = mehr Körpereinsatz, statt intelligente Lösungen) lenkt!


    Was du dort ansprichst sind kleine physische Vorteile der meist in den ersten Monaten eines Jahres geborenen Kinder. Dieser "Punch" ist jedoch für die Ausbildung völlig irrelevant, weil sich die Physis im Laufe der weiteren körperlichen Entwicklung ausgleicht.


    Der moderne Fussball wird mit Köpfchen und nicht mit dem Ellenbogen gespielt. Diese Fähigkeit eines regen Geistes ist mit der Einführung einer komplexeren Taktik im ballorientierten Spiels unerlässlich geworden.


    Die Gründe für Vereinswechsel sind vielfältig. Leider fehlt im deutschen Jugendfussball eine Beratungsstelle für wechselwillige Jugendliche, weshalb die Intrasparenz auch dazu genutzt wird, Spieler für die Reservebank abzuwerben, um eigene sportliche Ziele auf Kosten anderer Vereine sicherzustellen.