Beiträge von TW-Trainer

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    Das wäre ja zu einfach, wenn man alle Probleme mit der Veröffentlichung oder Nichtveröffentlichung lösen könnte!


    Beim NFV werden diese Torjäger-Statistiken erst im Leistungsbereich publiziert. Also noch nicht im unteren Jugendbereich. Das gerade in diesem Bereich besonders viel Unsinn (häufig auch durch übermotivierte , aber fussballunerfahrene Eltern gemacht wird, ist allseits bekannt.


    Natürlich kann man auf den Button "nicht veröffentlichen" klicken! Aber vielleicht freuen sich die Jugendlichen ja über Angebote aus höheren Ligen? Wenn man ein gutes Vertrauensverhältnis zu ihnen und ihren Eltern aufgebaut hat, dann ist der erste Weg auch immer zum Trainer. Dessen Aufgabe ist es nun, das Talent nach bestem Wissen und Gewissen zu beraten. Am einfachsten ist es, wenn das Talent und seine mittelfristige Entwicklungsmöglichkeit im Mittelpunkt des Beratungsinteresses steht. D.h. es sollte ein deutlicher Unterschied zwischen den Bedingungen im Heimatverein und dem neuen Verein existieren.

    Dani2


    Weil die DFB-Stützpunkt-Förderung nach der C-Jugend aufhört, sollen bis dahin die geeigneten Talente in den Jugendleistungsfussball (ab C-Jugend-Bezirksliga) aufgenommen sein. Um sich über den Leistungsstand bzw. der gezielten Suche nach Talenten für höhere Anforderungen zu informieren, dienen Statistiken als erste Infos! Wo jemand die Liste mit großem Abstand führt, kann sich ein besonderes Talent verbergen. Eine besondere Eignung sollen dabei Torjäger haben! Denn sollten sie sich nicht mit der gleichen Geschwinindigkeit wie ihre Konkurrenten entwickeln, kann man sie immer noch ins Mittelfeld oder in der Abwehr gebrauchen.


    Ich gebe dir jedoch recht, dass die Daten nicht überzubewerten sind. Denn kein Spieler würde sich für so viele Toren auszeichnen können, wenn nicht auch seine Mannschaft in der Saison diese Liga dominiert. Auch ist es ein großer Unterschied im Ausbildungsgrad zu sehen, ob jemand Torschützenkönig in der B-Jgd.-Bezirksliga oder A-Jugend-Bundesliga wurde.


    Zahlen allein sind immer mit Vorsicht zu genießen. Sie sind kein Ersatz dafür, die infrage kommenden Talente auf der gewünschten Leistungsebene über einen Zeitraum beobachten.

    Günter


    Ich würde es Feigheit nennen, immer nur über bessere Möglichkeiten zu reden, aber nicht danach zu handeln!


    Auch ich habe in den Anfangsjahren meiner Trainerlaufbahn jede Menge Bockmist gemacht. Es hat Jahre gebraucht, um vom autoritären Kommando-Ton in ein interaktives Frage-Antwortspiel mit den Spielern zu gelangen. Da will ich gar nichts entschuldigen, ehrer mich bei denen entschuldigen, die durch mich den Spaß am Fussball verloren haben.


    Ich gebe zu, es ist sehr schwer, sich von Gewohnheiten zu trennen. Allerdings macht es auch riesigen Spaß dadurch neue Herausforderungen zu gewinnen.


    Gern möchte ich jungen Trainern den Mut geben, durch Handeln nach eigenen Vorstellungen Fehler zu machen, um daraus zu lernen. Gerade bei denen, die hier kritisch hinterfragen, ohne gleich alles besser wissen zu wollen, habe ich stets ein gutes Gefühl!

    Brechstange


    Für FB kann ich nicht antworten, aber zu deinen Fragen kann ich durchaus etwas sagen. ich vermute, er möchte damit sagen, dass die letzten Worte vor einem Spiel von geringer Bedeutung sind, wenn der Trainer, bzw. der Verein alle anderen Aspekte der Ausbildung und Förderung außer acht gelassen hat? Aber dazu sollte er sich selbst äußern.


    1. Eigenmotivation fördern als Widerspruch:
    Das klingt in der Tat auf den ersten Blick widersprüchlich. Erst, wenn man den Sinn hinterfragt, kann eigentlich nur die Förderung der Selbständigkeit von Kindern im Fussball gemeint sein kann. (Sonst wäre ja die Eigenmotivation des Trainers gemeint. Die braucht es ebenfalls, aber das wäre ein anderes Thema!)


    2. Kurzschlußhandlungen bei Profis als Folge einer schwierigen Entwicklung im Jugendbereich
    Möchte da nicht weiter aus dem Nähkästchen plaudern. Wenn es dich näher interessiert, dann schau dir gut recherchierte Beiträge von Fussballprofis, die mitten in der Saison die Brocken hinwerfen, an. Ohne ein hohes Maß an Eigenmotivation wird es für den Profi immer schwieriger, sich für seinen Beruf tagein, tagaus zu motivieren. An Geld und sportliche Erfolge hat er sich gewöhnt, weshalb sie keinen besonderen Reiz mehr schaffen. Aber genau das waren die Werte, auf die ihn seine Trainer in der Nachwuchsförderung fixiert haben. Irgendwann platzt die tickende Bombe und der Profi findet keine Einstellung mehr zu seiner Arbeit. Denn er hat immer nur für Andere funktionieren müssen, weil sein Alltag durch den Verein bestimmt wurde.


    Es ist besser, zu wissen was man warum macht, als wenn man nur glauben soll, dass man das Richtige macht! Frontalunterricht und/oder Drill sind Formen, die kaum Eigenmotivation der Kinder benötigen. Interatives Training, bei dem es darum gegeht, den Fussball durch Trainerimpulse und Ausprobieren begreifen zu lernen, läßt selbständiges Handeln entwickeln. Ich bin jedoch in diesem Punkt anderer Meinung wie "FB"! Leider kann sich diese Fähigkeit zurück entwickeln, wenn Spieler in einer späteren Phase an einen Brüllaffen-Trainer gelangen, der nicht Kreativität fördert, sondern den Sieg um jeden Preis fordert!

    Günter


    Deine letzten beiden Beiträge dokumentieren, was du den jüngeren Kollegen an Erfahrung voraus hast. Die Ehrlichkeit, das man mehr oder weniger ziellos in den Tag hinein startet und dann auf das reagiert, was kommt. Taugen wir als Vorbilder? Ich glaube nicht! Wenn aber die überwiegenden Entscheidungen aus damaliger Sicht richtig waren und Fehlentscheidungen verdrängt wurden, dann hat man das Gefühl, einen guten Job gemacht zu haben.


    Bie dieser ganzen Diskussion über die Eignung zum Traineramt wird vergessen, dass wir als Väter auch nur das als Ausbildung mitbekommen, was wir von unseren Vätern gelernt haben. Obwohl wir wissen sollten, dass unsere Kinder später einmal genauso mit uns umgehen, wie wir jetzt mit ihnen umgehen, müssen wir uns im Nachhinein doch eine Reihe von Fehlern eingestehen. Die meisten sind jedoch nicht so schlimm, dass sie uns nicht verziehen werden.


    Es ist mit der Trainerlizenz, wie mit einem Führerschein. Man hat gelernt, sie einigermaßen sicher im Verkehr aufzuhalten. Aber das Führen einer Mannschaft in den unterschiedlichsten Situatonen und das Autofahren in schwierigen Situationen, das muß alles noch gelernt werden.


    Insofern haben wir immer eine Wahl, uns selbst für oder gegen etwas zu entscheiden. Niemand, ausser wir selbst drängen uns zur Entscheidung! Wir suchen nur eine bequeme Entschuldigung darin, es wären die Anderen gewesen!


    Wir können unsere jüngeren Kollegen aufgrund eigener Erfahrungen dazu animieren, das es trotz einer permanenten Irrtumswahrscheinlichkeit besser ist zu handeln, als ziel- und ergebnislos darüber zu reden. Die Glaubwürdigkeit ist jedoch nur dann gegeben, wenn man selbst auch hinter dem steht, für das man eintritt.

    @TRPieto


    Hier in Deutschland benutzt man die Säge für Holzarbeiten und hin und wieder in der Chirurgie! In der Schweiz scheint es mit der Androhung, Extremitäten mit der Säge abzutrennen, noch ein drittes Anwendungsgebiet zu geben?


    Wichtig bei einer Prellung ist es durch rasches Kühlen ein Einbluten zu verhindern, so dass die Prellung rasch wieder auskuriert ist. Manche bevorzugen Eiswasser, andere Eisspray. Einen mit Eiswasser getränkten Schwamm auf die Prellung zu legen, ist relativ einfach. Den richtigen Umgang mit Eisspray sollte man sich zeigen und erklären lassen. Denn hält man es zu dicht und zu lange an die Prellung, so kann dies zu Hautverletzungen führen.


    Nach der Erstversorgung der Prellung mit Eiswasser oder Eisspray ist es von Vorteil den geprellten Fuß oder das Bein hochzulegen, weil auch dies das Einbluten im geprellten Bereich reduziert. Die erste halbe Stunde nach der Prellung entscheidet darüber, wie lange der Spieler danach nicht am Training oder Spiel teilnehmen kann.


    Weitere Infos gibts bei den einschlägigen Organisationen für Erste Hilfe. Angehende Lizenztrainer dürfen sich im Rahmen ihrer Ausbildung über eine kompetente Erstversorgungsausbildung freuen, die sich speziell mit Sportverletzungen beschäftigt.

    @FB


    Ich gehe mit dir konform, dass es das Ziel sein sollte, einen möglichst hohen Grad an Eigenmotivation zu fördern. Denn die Ansprachen vor dem Spiel verfehlen allzuhäufig ihre Wirkung, weil Trainer glauben, jetzt noch alles sagen zu müssen, damit es nicht vergessen wird. Hätten sie einmal in die Runde gefragt, ob das wirklich verstanden wurde, wäre ihm vermutlich Angst und Bange um den anschließenden Spielverlauf geworden. Denn nur ein Bruchteil des Gesagten wird verinnerlicht. Ohnehin kommt es kaum darauf an, was gesagt wird, sondern mit welcher Gestik es verbunden wird. Zeichen sind sehr viel eindeutiger als die Bedeutung von Worten. Deshalb ist eine kurze Ansprache vorzuziehen.


    Ab C müssen sich die Junioren selber motivieren können, resp. ist es nicht primär die Aufgabe unserer Trainer die Jungs zu "motivieren", sondern Rahmenbedingungen zu schaffen in welcher sich jeder selbstmotivierte Junior individuell und im Kollektiv optimal entfalten kann. Wir möchten am Ende unserer Ausbildung Spieler, die grundsätzlich mit jedem Trainer und jedem Spieler können. Wir diskutieren deshalb intern auch weniger darüber, wie man Spieler kurzfristig "motiviert", sondern auch unsere emotionalsten und impulsievesten dahin bringt, sich ruhiger und gelassener auf das Wichtige konzentrieren zu können.


    Gerade das ist bis hin zum obersten Leistungsniveau nach wie vor ein Problem!!! Man schätzt, dass ca. 1/3 von Kurzschlußhandlungen der Berufsfussballer darauf zurück zu führen ist, dass es den Jugendtrainern nur ums Gewinnen ging, jedoch weniger um die Ausbildung und der Eigenmotivation. Deshalb ist auch ein Trainer im Profiverein gut beraten, jeden Spieler gleich ernst zu nehmen, egal ob es die Nr. 1 oder Nr. 18 ist. Jupp Heynckes wußte dieses Motivationsinstrument wunderbar zu nutzen. Die Triplemeisterschaft entstand im Kopf, nicht in den Beinen der Spieler seiner Mannschaft. Eine großartige Leistung, ohne die die jetzigen Erfolge seines Nachfolgers kaum denkbar wären.


    Ich möchte das Thema gar nicht weiter vertiefen, sondern lediglich kennzeichnen, das die Fremd- oder Eigenmotivation alle notwendigen und erfolgversprechenden Kräfte freisetzen oder auch lähmen kann. Je höher es später hinaus geht, je wichtiger wird auch die Motivation. Seine Bedeutung liegt dann jedoch nicht mehr im letzten Wort vor dem Spiel, sondern sie trägt die Trainerarbeit. Günstig ist es, wenn sich Trainer und Mannschaft gegenseitig motivieren. Leider dauert dieser Idealzustand meist nicht lange an.

    Anna


    Vielen Dank für die verlinkten Infos. Hier im Forum hat man sich vor ca. 2 Jahren dieses Themas "RAE" (real age effect) mal unter dem Titel: "Wer zu spät kommt, den bestraft der DFB angenommen. Damals gab es jedoch noch nicht so viele Daten darüber.


    Anhand der verlinkten Infos läßt sich belegen, dass:


    a. bei Sportarten mit hohem Körpereinsatz der RAE-Effect deutlicher ist als bei anderen Sportarten (siehe Eishockey)
    b. es einen altersspezifischen Unterschied zwischen Mädchen und Jungen gibt.


    zu b. Während die meisten Mädchen nach ihrem 14. Geburtstag kaum noch wachsen, gibts bei den Jungen nach dem Erreichen dieser Altersstufe noch größere physische Verbesserungen. Sehr deutlich zeigt sich dies darin, dass Mädchen bereits ab dem älteren B-Jugend-Jahrgang (mit ca. 16 Jahren) nahtlos in den Frauenbereich wechseln, während die Jungen häufig noch ihrem 19. Geburtstag ca. 1 - 2 Jahren in den Reserve-Seniorenteams ihre physischen Defizite aufholen.


    Für die Talentförderung sind diese Informationen über die physischen Nachteile von "Spätgeborenen" insofern wichtig, weil die Eliteförderung für das Ziel des Erwachsenenfussballs bestimmt wird. Wenn die Talent-Selektion ausschließlich nach kurzfristig verwertbaren physischen Vorteilen erfolgt, dann ist entweder Unwissenheit (Trainer kennt RAE-Effekt nicht, weil er nie ältere Teams trainiert hat) oder falsche Wahl der Prioritäten (Trainer will sich über Siege profilieren) die Ursache.


    Leider sind es nicht allein die Vorbilder der DFB-Stützpunkttrainer, sondern auch viele Vereinstrainer, die aufgrund der fehlenden Kenntnisse des RAE-Effekts noch keine Mess-Systeme ergriffen haben, um physische Vor- und Nachteile aufgrund des Geburtsmonats erkennen und gewichten zu können. Wer will es ihnen verdenken, wenn selbst aufgrund langjähriger Erfahrungen auch das Schulwesen ihre Einstufung unterstützt. Denn die im ersten Halbjahr geborenen Kinder sind den im zweiten Halbjahr Geborenen in der Regel 1 Jahr voraus, wodurch sich ein kleiner geistiger Vorteil ergibt.


    Werden die Spätgeborenen zu Unrecht immer wieder abgelehnt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie irgendwann aufgeben sehr viel wahrscheinlicher, als wenn man durch wiederholtes positives Feedback zusätzliche Entwicklungsimpulse bekommt.


    Weitaus wichtiger als die Beurteilung von Talenten ist jedoch die Auswirkung auf den Breitensportbereich. Hier erfolgen aufgrund von Unkenntnis des RAE-Effect keine perspektive Leistungseinteilung, sondern vielfach Mannschaftsaufstellungen und daraus resultierende Aufteilung des Teams in Stamm- und Reservespieler.


    Aufgrund des schlechten Vorbilds des DFB (siehe Link bei Anna) werden an der breiten Basis dadurch falsche Impulse gesetzt.

    Andre


    Üblicherweise nehmen Eltern durch ihre Mitgliedschaft für ein paar Euro im Jahr ihr Mitbestimmungsrecht im Verein wahr.


    Im konkreten Fall verweigerte jedoch die Hauptversammlung diesem Vater die Mitgliedschaft im Verein.


    Auch, wenn der Verein die Ablehnung einer Mitgliedschaft nicht extra begründen muß, darf man davon ausgehen, dass nicht nur der Vorstand, sondern die Mehrheit aller interessierten Vereinsmitglieder keinerlei Vorteile in der Mitgliedschaft gesehen haben. So ein Fall ist sehr selten! Denn normalerweise kann jeder Verein Mitglieder(-beiträge und mitgliedsabhängige Zuschüsse) gut gebrauchen.

    Praios



    Ich möchte dir gerne durch die nachfolgenden Schilderungen erläutern, warum die Video-Unterstützung deiner E-Jugend-Spieler zwar eine lustige Abwechselung für sie ist, jedoch noch keine effektive Ausbildungsunterstützung. Ich hoffe, es gelingt mir durch die Einbeziehung der Koordinationsleiter, um es noch verständlicher zu machen?


    Zunächst einmal gilt es zu verstehen, dass mit der zu frühen Verschulung der Kinder leider ein Bewegungsmangel einher geht, an dessen Defizite wir im unteren Jugendbereich arbeiten sollten. Die Koordinationsleiter ist dafür ein gutes Instrument. Allerdings soll man den Bewegungsablauf an der Koordinationsleiter mit einer zusätzlichen Ballübung kombinieren. Das macht nicht nur die Übung für die Kinder interessanter, sondern es trainiert die Entscheidungsreihenfolge der Bewegungen.


    Beispiel:
    Der Spieler soll die Koordinationsleiter durchlaufen und dabei einen gerollten Ball kontrolliert zurück passen


    1. Position der Koordinationsleiter
    2. Abstände der Strossen
    3. Start mit geeigneter Geschwindigkeit
    4. Finden des geschwindigkeitsangepaßten Bewegungsrhythmus
    5. Blick zum Trainer bzw. Mitspieler
    6. Blick zum Ball
    7. Rückpass des gerollten Balls ohne Änderung des Laufrhythmus


    Korrekturhinweise:
    Es ist normal, dass bei den ersten Versuchen entweder der Laufryhthmus nicht klappt oder der Ball nicht zurück gepaßt wird. Dies ist lediglich ein Zeichen dafür, dass der Spieler es noch nicht gewohnt ist, in dieser Geschwindigkeit eine richtige Reihenfolge seiner Entscheidungen zu finden. Häufig konzentriert er sich zunächst auf den 2. Schritt oder nur auf den 1. Schritt, wenn er mehrere Entscheidungen zu treffen hat. Weiterhin können die Ergebnisse seiner Mannschaftskameraden oder die positiven und negativen Impulse des Trainers Mut oder Angst verursachen.


    Varianten:
    1. flachen Ball zurück passen
    2. halbhohen Ball zurück passen
    3. hohen Ball als Kopfball zurück passen


    Durch Ausprobieren und gggf. Korrigturhilfen kann er sich jedoch seine Fähigkeiten verbessern.


    Anhand von Video-Aufzeichnungen würde das Kind seinen Blick in den "Zuschauer-Modus" umschalten, weil es seinen optimalen Nutzen aus den Bildern ziehen möchte. Weil ihm noch umfangreiche Fahigkeiten in Technik und Taktik fehlen, wird er kaum Fehlerhaftes erkennen können. Und wenn, dann nur (zwecks Erhöhung des Unterhaltungswerts) hauptsächlich die Fehler der Anderen.


    Der Beamer ist für deine Jungs gut als lustige Unterhaltung, wenn du darauf achtest, dass niemand bemobbt wird. Als effektive Ausbildungsunterstützung kommt es erst infrage, wenn die Spieler ausreichend Wissen über Technik und Taktik verfügen, um eigene Detailfehler zu erkennen und daraus Veränderungen ableiten zu können.


    Die Medien sind eine Ergänzung, aber kein Ersatz für die kontinuierliche Trainingsarbeit auf dem Platz!

    siebener


    Ich würde Erfahrungen nicht unbedingt mit Hobby-Psychologie gleichsetzen. Eigentlich waren wir uns einig, dass Vatertrainer wie Nichtvatertrainer vor ähnlichen Konflikten stehen, weshalb alle Anfänger eine Mindestausbildung besitzen sollten.


    Ergänzend zu deinen Anmerkungen, dass auch Lizenztrainer Fehler bei der Mannschaftsführung machen, sollte erwähnt werden, das Lizenzerwerb nicht ein Fortbildungsstillstand einkehren darf. Ohnehin sind 20 Lehreinheiten zur Lizenzverlängerung zwingend erforderlich. Jedoch bietet hier das fachliche Hintergrundwissen eher eine Gewähr dafür, dass es verstanden und auch umgesetzt werden kann.


    Auch ich würde mir wünschen, mehr Ausbildungsinhalte in Richtung Coaching in die Lizenzausbildung einflechten zu lassen. Ich bin mir auch sicher, dass dies nach der umfangreichen Kritik hier sowie auf anderen Diskussionsebenen geschehen wird. Das DFB-Ausbildungskonzept ist permanent in Aktualisierung!


    Aber wir drehen uns im Kreis, wenn jeder immer nur die Verantwortung auf Andere schiebt und sein Verhalten dabei kaum infrage stellt. Das hat nichts mit Vatertrainer oder Nichtvater-Trainer zu tun.
    Wenn "der denkende Mensch seine Meinung ändern" darf, warum sollte immer nur den Anderen überlassen? Jeder kann etwas in seinem Umfeld machen! Nur vom Reden wird es kaum besser.


    Eine Mindestausbildung als Muß für Trainerneulinge, die am Punktspielbetrieb teilnehmen möchten, soll zunächst ein Verständnis für den Kinderfussball wecken. Wie sie inhaltlich aussehen soll, darüber kann man reden. Alles Andere zur Perfektiionierung seiner Ansprüche folgt später, baut jedoch auf dieses Grundverständnis auf! Wenn der Start in die Trainerlaufbahn schon schief geht, dann sind die Folgen fast schon absehbar, weshalb über die Hälfte der Trainerneulinge nach der 1. Saison schon die Brocken hinwirft! Es ist also nicht nur für die Kinder, Eltern und Vereine, sondern auch für die Trainer ein Vorteil, mit einem Minimalwissen in den Job zu starten.


    Das müßte doch zu schaffen sein oder?

    betreuer72


    Finde deinen Hinweis auch wichtig.


    6. Jeder gibt fürs Team Gas. Aufm Platz wird sich nie aufm Rücken anderer ausgeruht, wenn nur kurz defensiv. :thumbup:


    Also, das sollte ja jedem G-Jugendspieler aufs Tricot den Trainingsanzug geschrieben werden! Gehört unbedingt in die Kategorie der einfach verständlichen Hinweise.


    Hier noch `nen paar Beispiele für spezielle Trainerkommandos für den unteren Jugendbereich


    1. "Leute, jetzt mal Angebote!" Antwort vom Filius: Mama hat gesagt, Aldi hat jetzt Klopapier für 1,79!
    2. "Einer zum Mann" Alle Kinder rennen los! Trainer ruft, "ich hab doch gesagt Einer!"
    3. "Drei Mann in die Mauer" Alle drehen sich um. Einer ruft zurück: "Trainer, hier ist keine Mauer"



    Für Unbelehrbare braucht man keinen Codex, dafür gibts nicht mal die passende Sportart!


    Sorry, hatte vergessen zu erwähnen: heute ist Freitag :thumbup:

    Chris


    Vielen Dank für deine ausführlichen Erläuterungen über die Erfahrungen mit Vatertrainern. Ich glaube, es erübrigt sich, noch extra über Müttertrainer (die es ja bei den Mädchen-Teams auch gibt) zu debattieren. Hier sind meine Erfahrungen ähnlich wie die von dir beschrieben. Auch habe ich kaum Unterschiede zwischen dem Breiten- und Leistungssport gesehen. Kein Vater würde seinen Sohn ein komplettes Spiel auf die Bank setzen. Es sei denn er ist gerade nicht fit!


    siebener und Günter
    Ob Vatertrainer oder nicht, es gibt allgemeine Probleme mit Neueinsteigern! Die FPL-Regeln sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir sollten weiter an die Ursachen gehen. Eine Mindestausbildung für Neueinsteiger könnte ein weiterer Baustein dazu sein.


    Ralf


    Hier meine Vorschläge zur Ausgestaltung des "Frühstückpaket für die Trainer-Neueinsteiger".


    A.Hinweise:
    1. über Ausbildungsschwerpunkte der Altersstufe,
    2. zur altersspezifischen Trainingsgestaltung,
    3. zur altersgerechten Spielgestaltung,
    4. zum alterspezifischen Kinder- und Elterncoaching
    5. auf respektvollen und partnerschaftlichen Umgang
    6. Hinweise auf Fortbildungsmöglichkeiten bzw. Fortbildungsquellen
    7. durch Trainer-Unterschrift Anerkennung dokumentieren


    B. Gestaltung:
    1. die häufigsten Fragen und Antworten
    2. bebilderte Hinweise mit "Richtig" und "Falsch"
    3. Kontaktadressen von Ansprechpartnern für die Fortbildung


    C. Kontrolle:
    pro Staffel 1 - 2 gewählte Trainerbeobachter

    @open_minded


    Hättest du dein Buch nicht im "Coachshop" sondern in einem niederländischen "Coffieshop" gekauft, dann würdest du vielleicht ein wenig mehr von der niederländischen Menthalität verstehen?


    Wenn die Wohnwagen manchmal größer sind als die Häuser (Hausbau resultiert auf dem flachen Lande aus Tradition nach Heirat Hauseigentum zu erwerben), dann rückt man eben ein bißchen enger aneinander. Das klappt am besten mit mehr Toleranz füreinander. Ich würde sie als liberaler. Natürlich gibts auch dort Rechtsradikale, die versuchen die Probleme der ehemaligen Kolonien (z.B. Molukken) mit anderen Methoden zu lösen.


    Während Deutsche immer und überall die Besten in der Welt sein wollen, genügt den Einwohnern dieses kleinen Landes ein gelegentlicher Erfolg zum Selbstwertgefühl.


    Auch gibt es den großen Unterschied zwischen Werk- und Feiertagen dort nicht. Wer sonntags Bock auf Rasenmähen hat, der macht es eben!


    Aber viel lieber ist man noch auf Besuch. Ob es allein am beknackten Fernsehprogramm liegt, kann ich nicht sagen.


    Wenn es wichtige Nachrichten gibt, dann schaue ich mir lieber im niederländischen Fernsehen an, weil dort weniger Propaganda in die Zeilen des Nachrichtensprechers einfließt.


    Insgesamt sind die Niederländer ein feierlustiges Volk. Wenn sie mal keinen Grund finden, dann feiern sie Makarius!


    Ein typisches Arbeiten von 8 - 17:00 Uhr kennen sie ähnlich wie die Südeuropäer nicht. Das heißt aber nicht, dass sie nicht feißig wären. So kann dort eine Stunde auch mal 70 Minuten haben! Aber so doof wie wir Deutschen, die Überstunden nach Feierabend abfeiern, sind die da nicht. Wenn ihnen der Chef "quer" kommt, dann geht man zum Arzt und läßt sich erst mal wegen "overspannig" (nervliche Überlastung) krankschreiben! Hat der Chef sich beruhigt, dann ist die Sache erledigt!


    Es ist für einen Vertreter unhöflich bei einem Geschäftsbesuch gleich Geschäft zu kommen. Zunächst möchte man ein wenig Smalltalk mit Kaffee und Plätzchen beschuppern, bevor man ins Eingemachte gilt.


    O.K., es gibt auch Sachen, wo der Niederländer keinen Spaß versteht. So ist alle 5 Jahre Koniginendaag! Da muß man natürlich die Nationalhymne " ... Heinrich, von deutschem Gebüt ..." singen! Weil aber der Heinrich ein Deutscher ist, der in Oranien eingeheiratet hat, würden ihn manche Niederländer gerne aus der Hymne streichen.


    Während man z.B. unsere Eifelbewohner gerne als listiges Bergvolk beschreibt, passen die Niederländer eigentlich kaum in irgendeine Schublade.

    @Callahan


    Es wäre sicherlich einfacher gewesen, wenn man gleich dazu geschrieben hätte, dass der erhöhte Trainingsaufwand lediglich deshalb als erforderlich angesehen wird, weil es für Mannschaften für den Leistungsfussball (ab Bezirksliga) beschrieben wird.


    Ob nun E- oder D-Jugend bereits nach Leistungskritierien trainiert werden sollte, lasse ich mal außen vor! Interessierte Kinder und Eltern, die lediglich einen Spaßfussball im Breitensportbereich suchen, finden sich Konzepts von Plauen vielleicht nicht unbedingt.



    @open minded
    Gibts in Plauen für Interessensgruppe des Breitensport ein etwas abgewandeltes Jugendkonzept?

    Andre



    Prima Beitrag von dir finde ich!


    Von mir aus können wir VATERTRAINER oder TRAINERVATER als Unwort des Jahres vorschlagen.


    Viel wichtiger ist für mich, welche Problematik sich im unteren Jugendbereich als die Masse der Trainer damit verbindet. Jeder macht da so seine Erfahrungen.


    Günter damit, dass bei der vereinsinternen Trainer die Interessensgruppe immer kleiner wird. Du sagst dir, ohne Verordnung geht es nicht und jeder, der sich nicht daran hält, kriegt was auf die Pfoten. Ich hingegen favorisiere den sanften Druck, weil ich glaube, dass jemand sie ehrer daran hält, wenn er mit sanften Druck auf diesen Weg geführt wird.


    Aber auch der Weg dahin ist eigentlich kein Streitpunkt, wenn man sich über die Inhalte und das Ziel einig ist.


    Ralf hat durch seine intensive Beschäftigung mit diesem Thema eine These: "Punktspielbetrieb nur mit ausgebildeten Trainer" aufgestellt, die eine Diskussion darüber verdient.


    Die vereinsinterne Trainer-Ausbildung ist eine Möglichkeit. Bei den JSG oder JFG-Vereinen könnte es auch 1 - 2 Trainerausbilder geben?


    Für mich war/ist die DFB-Mobil-Aktion deshalb ein wenig mißglückt, weil viele Trainer dies als Ersatz für eine Lizenzausbildung gesehen haben. Es sollte jedoch nur "Apetit auf mehr" sein und das Interesse an einer Lizenz-Ausbildung wecken. Genauso sollte es das Ziel der vereinsinternen Ausbildung sein, interessierte Trainer später auf eine Lizenzausbildung fortbilden zu lassen?


    Das Ziel, das fachspezifische Wissen der Trainer zu erhöhen, sollte in jeder Phase erkennbar sein. Denn gute Trainer sind die beste Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander im Verein.


    Wenn ich gelegentlich bei meinen Nachbarn in den Niederlanden auf dem Sportgelände bin, dann überkommt mich fast immer der Neid, wie dort 3 Generationen friedlich miteinander ihre Freizeit gestalten. Manchmal denke ich, die verstellen sich nur, wenn Fremde dort sind?

    Günter


    dem Vorschlag von Ralf Klohr würde ich dann zustimmen, gäbe es einen Ausbildungsbaustein ganz speziell für den Kinderfussball, der aber auch genau die dort auftretende Problematik zum Grundstein hat.
    würde diese Teilanahme auch als Pflicht sehr begrüssen.



    Den Trainerausbildungschwerpunkt: Kinderfussball gibt es in der C-Breitensportlizenz. Auch ich würde mir wünschen, dass die speziell auftretende Problematik durch Coaching der Interessensgruppen einen höheren Stellenwert einnimmt.


    Wenn für dich die Ergebnisse wichtiger sind, als der Spaß am Fussball, dann kann ich deine Ablehnung ausschließlich Freundschaftsspiele mit Laientrainer zu gestatten verstehen!


    Besonders interessant finde ich deinen Versuch, durch regelmäßige Infoabende neue Laientrainer auszubilden. Leider sind diese Trainer ja nach und nach weggeblieben und du weißt nicht warum. Vielleicht gibts hier im Forum auch andere Trainer, die soetwas mit/ohne Erfolg praktizieren oder praktiziert haben? Vielleicht könnte man daraus ein verbessertes Ausbildungskonzept erarbeiten. Denn ich sehe in der vereinsinternen Ausbildung eine Riesenchance.


    Man kennt sich und lernt sich durch gegenseitige Hilfe zu vertrauen!