CokeFreak
Ganz schlimme Frage und nicht einfach zu beantworten! Weil ihr aber doch nicht nachgebt, werd ich´s mal versuchen und bitte das "Fachpersonal" um Ergänzungen!
Ich versuche es zunächst einmal allgemein zu erklären.
Je nach Ausbildungsgrad gibt es mehr Zeitanteile als Impulsgeber und als "Instrukteur" (ein fürchterliches Wort)!
Es gibt Parallelen zum Mannschaftstraining, so z.B. bei der Grundausbildung vom einfachen zum schweren und vom bekannten zum unbekannten hin trainieren. Entsprechend erhält der TW mehr oder weniger TW-Trainer-Input sowie ein dem Alter- und Ausbildungsgrad angepaßte Übungsszenario. Durch geschickte Fragen an den Keeper so ebenfalls transportiert werden, welche Techniken und Taktiken sich zur bestmöglichen Lösung von TW-Aufgaben anbieten.
Sehr viel TW-Training geht für Detailarbeit drauf. Ruhe, Konzentration und das Wissen, welche Zwischenübung für welchen Keeper geeignet ist, sollten die Basis für das Trainingsprogramm bilden.
Wie hoch der Anteil ist, hängt vom Alter, Ausbildungsstand und Liga bzw. Leistungspotenzial ab. (Das scheint leider der DFB nach wie vor nicht kapiert zu haben, weil dort C-Mannschaftstrainer für den Leistungsbereich viel zu wenig Ausbildungszeit für ihre TW-Trainer-Ausbildung bekommen. Nach 40 LE Breitensport und 40 LE Leistungssport weiß man ohne entsprechende, jahrelange Vorkenntnis noch so gut wie gar nichts. Ja, sie sind nicht einmal in der Lage, den technischen Anteil der TW-Traineraufgaben z.B. beidhändig und beidfüssig gezielt und dem gewünschten Balldruck den Torwart zu fordern und zu fördern. So suchen derzeit DFB-Koordinatoren nach dem falschen Typ des TW-Trainers (mit Schein, aber ohne Ahnung) für ihre Stützpunkte. Aber das ist ein anderes Thema.)
Bei unbekannten, neuen Keepern schaut man zunächst bei den einzelnen defensiven und offensiven Disziplinen, wie sie die einzelnen Aufgaben lösen?
Sofern man als TW-Trainer (spielt Erfahrung eine große Rolle) das Gefühl hat, dass man durch eine geringe Veränderung der Technik bzw. des Bewegungsablaufes schon die gewünschte Verbesserung hinbekommt, kann man`s sofort probieren. Meistens gelingt es, jedoch sollte es nicht durch zig-fache Ablaufwiederholung erzwungen werden. Dann besser später durch gezielte Übungen das noch nicht gut funktionierende Detail isoliert trainieren und danach den Bewegungsablauf vollständig trainieren.
Zur optimalen Erfüllung der TW-Aufgaben gehört immer auch eine Portion TW-Eigenwille. D.h. ein TW-Trainer sollte erkennen, das ein Keeper aufgrund bestimmter Fähigkeiten eine Aufgabe ein klein wenig anders ausführt und dabei genauso erfolgreich ist, wie die Anderen. Das nennt man individuelle Anpassung.
Für mehr Details erbitte ich um konkrete Fragen.
CokeFreak:
Früher glaubte man, durch die permanente Wiederholung immer gleicher Übungen die Automatismen des TW-Spiels zu erreichen. Das führte häufig zum vermeintlichen "Spekulieren". D.h. der TW glaubte die Situation zu erkennen und rief für diese Situation die erlernte Reaktion ab.
Nicht nur, weil der Anteil der offensiven Aufgaben sich vermehrt hat, wird mehr TW-Kreativität gebraucht, sondern auch, weil sich jede Situation ein klein wenig anders darstellt. Die TW-Ausbildung sollte deshalb abwechselungs- und umfangreich sein. Ein Automatisieren durch Wiederholen ist erst dann möglich, wenn der jeweiligen Bewegungsablauf vollständig korrekt ausgeführt werden kann. (Sonst bildet man die TW-Fehler gleich mit aus.) Für die Ausbildung ist es von großer Bedeutung, jede Übung ein wenig anders zu gestalten, um dem TW erst gar nicht das Spekulieren beizubringen. Denn Spekulieren heißt nicht zu wissen, sondern nur zu erahnen. Ausbildung heißt, aus den verschiedenen, erlernten Varianten sich für eine zu entscheiden und zu wissen, warum man sich dafür entschieden hat.
Das Multitasking hat sich bei der Ausbildung der Handlungsschnelligkeit der Keeper sehr bewehrt. D.h. die Übung endet nicht mit einem einfachen Torabschluß, sondern in einer jeweils unterschiedlichen Reihenfolge von Bewegungen, in der defensive und offensiven Aufgaben spielnah trainiert werden.
Für mehr Details erbitte ich um konkrete Fragen.
Ansonsten bitte ich auch das "Fachpersonal" zu Wort.