Beiträge von TW-Trainer

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Bommeladler


    Normal ist, dass man sich um die besten Talente bemüht. Meistens mit legalen, manchmal leider mit illegalen Mitteln.


    Bei der Gründung einer Spielgemeinschaft gibt es fast immer Anlaufschwierigkeiten. Aber gerade das von dir geschilderte Problem hat auch schon in der Vergangenheit immer wieder Auflösungen der SG gesorgt.


    Man muß den Übergang von der Jugend- in den Seniorenbereich schriftlich fixieren und von den jeweiligen Vereinsverantwortlichen durch ihre Unterschrift bestätigen lassen. Ein vorzeitiger Wechsel in den Seniorenbereich sollte immer mit Blick auf den Ausbildungsstand des Jugendlichen (kann er sich dort bereits durchsetzen) erfolgen und nicht aus kurzfristigen Erwägungen, dass man nach der Winterpause für das Seniorenteam zu wenig Leute für die Ersatzbank hat.


    Üblicherweise sollte es so sein, dass die Jugendlichen erst nach der U 19 in den Seniorenbereich wechseln sollen. Ausnahmen sollten von den Verantwortlichen sorgsam geprüft werden. Wenn es vernünftig laufen soll, dann sollten die jährgangsälteren A-Jugend-Spieler zur Winterpause (spätestens im Frühjahr) vom Heimatverein zu einem "Zukunftsgespräch" eingeladen werden. Je nach dem, wie man sich geeinigt hat, erfolgt die Übernahme in den Seniorenbereich des Heimatvereins oder der Wechsel in einen anderen (SG oder externen) Verein.


    Nur dann, wenn die Parteien fair miteinander umgehen besteht die Chance darauf, dass alle Spieler, Mannschaften, Trainer und Vereine davon provitieren.

    Hallo Maxi!


    Ich habe eigentlich nur einen Rat an dich, was dich über alle Erwartungen erhaben macht: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebst es sich danach unginiert!" D.h. lass dich erst gar nicht unter Druck setzen, weil du gar nicht vorhast, die Leistungserwartungen Anderer zu erfüllen.
    Viel zu viele Menschen machen den Fehler, ihre Leistungen mit denen Anderer zu vergleichen. Zwar kommen sie mal so zu einem besseren oder schlechteren Ergebnis! Aber es nützt ihnen ja nichts, weil sie immer nur ihr Spiegelbild vergleichen.


    Nimm dich einfach so, wie du bist, messe deine Erfolge nicht mit Anderen und hab deinen Spaß dabei!

    Andre


    Soweit ich mich entsinne gab es dieses Thema schon einmal im Zusammenhang des besonderen Vertrauensverhältnis von Trainern und Kindern.. Das besondere Problem dabei besteht, dass ja nur die einschlägig Vorbestraften durch das Erweiterte Führungszeugnis davon betroffen sind. Ferner ist nicht ausgeschlossen, dass andere Vorstrafen, die mit Trainertätigkeit nichts zu tun haben, auf diese Weise an einen Personenkreis (Vereinsverantwortliche) gelangen, die keinen Anspruch auf diese Informationen haben.


    Eine besondere Problematik wurde darin gesehen, das ja nur bereits rechtskräftig verurteilte einschlägig Vorbestrafte von dieser Regelung betroffen würden. Wie im vergangenen Jahr am Beispiel von Kirchenamtsträgern bekanntgeworden, gibt es leider eine große Dunkelziffer, die jederzeit eine Bescheinigung beantragen könnten, da sie nicht "erwischt" wurden oder ihnen "nichts nachzuweisen" war!


    Solange damit zu rechnen ist, das Triebtäter sich besonders gern an leicht eine leicht zu erreichende Zielgruppe heranmachen, gilt es ein paar Grundregeln zu beherzigen. Grundsätzlich gilt es die Augen als Eltern, Vereinsverantwortliche, Trainer- und Betreuerkollegen aufzuhalten. Ein gesundes Mißtrauen kann potenzielle Täter bereits abschrecken. Ferner sollten im unteren Jugendbereich immer mindestens 2 erwachsene Personen sich mit den Kindern in der Kabine aufhalten. In Mädchenmannschaften sollte möglichst eine Person (Trainer oder Betreuer) eine erwachsene Frau sein.


    Es gab jedoch auch Meinungen, wonach der Schein insofern eine größere Sicherheit bietet, weil sie die Wahrscheinlichkeit eines sexuellen Übergriffs reduziere. (Eigener Kommentar: mit der Wahrscheinlichkeit ist das immer so eine Sache. Der deutsche Wissenschaftler, der den Atomreaktortyp von Thernobyl mitkonstrukiert hatte, hatte sogar nach dem Unfall noch gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit in 1 zu 15.000 Jahren wäre, dass ein Kernschmelze einsetzt. Leider heißt eben 1 : 15.000 auch, dass das Unglück nicht erst in 15.000 Jahren, sondern schon am nächsten Tag passieren kann.


    In den meisten Fällen macht das Arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten Sinn, nur nicht dann, wenn das zu enthaltene und zu erwartende Unglück sehr groß für die Betroffenen ist. Gerade die Beschäftigung mit derThematik von Wahrscheinlichkeiten des Eintritts oder der wirksamen Verhinderung mittels Bescheidung hatte zu einem offenen Ende der Diskussion geführt.

    CokeFreak


    Das Thema "Handgelder" für Spieler und Trainer ist nicht besonders angenehm! Es gibt mitlerweile Vereine, die besonderen Wert darauf legen, dass dort wirklich alle Leistungen ehrenamtlich erfolgen. Deshalb bekommt dort kein Spieler oder Trainer Geld oder geldwerte Vorteile. Allenfalls mal ein Jubiläums- oder Abschießsgeschenk.


    Im überwiegenden Teil fließen jedoch "Handgelder", die meist nicht mal in der Vereinsbilanz auftauchen. Diese sogenannten Aufwandsentschädigungen werden jedoch meist nur für die Leistungen im "Aushängeschild" des Vereins, d.h. an die Spieler und Trainer der 1. Herrenmannschaft gezahlt. Jugendtrainer bekommen, wenn überhaupt ein paar Allmosen. Diese Zahlung können kaum als Aufwandsentschädigung bezeichnet werden, da sie meist in keinem Verhältnis zu den Fahrt- und Kommunikations- und Organisationskosten stehen. Solange keine entsprechenden Vorschriften auf Vertragsbasis im Verein vorliegen, wird das Finanzamt nur bei begründetem Verdacht eine außerordentliche Prüfung vornehmen.


    Dann gibt es noch die sogenannte Spendenregelung. Formal sieht es so aus, als ob eine Geldspende an den Verein geflossen werden, weil der Verein eine Quittung für diese Spende erstellt. Diese Quittung wird dann vom Spender (Trainer) zusamen mit seiner Einkommenserklärung beim zuständigen Finanzamt eingereicht. Je nach Verdienst und Steuerklasse, wird ein Teil der "Spende" erstattet. Schüler, Stunden, Hartz 4 Empfänger oder kinderreiche Eltern mit geringem oder durchschnittlichen Einkommen, schauen jedoch bei dieser Methode "in die Röhre"! Das ist den meisten Vereinsvorsitzenden jedoch egal, weil sie sich ohnehin nicht für die Zahlung von Aufwandsentschädigungen verantwortlich fühlen.


    Das Finanzamt reagiert meist erst dann, wenn die sogenannten "Spendenquittungen" den Jahresetat des Vereins übersteigen!


    In gut organisierten Vereinen gibt es klare Regeln für Aufwandsentschädigungen. Diese bieten Transparenz und Zuverlässigkeit. Leider hat nicht jeder das Glück, für so einen Verein ehrenamtlich mit Aufwandsentschädigung arbeiten zu dürfen.


    Mein Tipp: man schafft sich Freude und Motivation durch seine Arbeit und erhält den Dank dafür von den Spielern und deren Eltern. Auf den feuchten Händedruck von Vereinsverantwortlichen, denen diese Arbeit sowieso keinen Cent wert ist, kann man gut verzichten!


    Man darf nicht vergessen: der Vereinssport würde ohne das Ehrenamt überhaupt gar nicht funktionieren!

    CokeFreak


    Ganz schlimme Frage und nicht einfach zu beantworten! Weil ihr aber doch nicht nachgebt, werd ich´s mal versuchen und bitte das "Fachpersonal" um Ergänzungen!


    Ich versuche es zunächst einmal allgemein zu erklären.


    Je nach Ausbildungsgrad gibt es mehr Zeitanteile als Impulsgeber und als "Instrukteur" (ein fürchterliches Wort)!


    Es gibt Parallelen zum Mannschaftstraining, so z.B. bei der Grundausbildung vom einfachen zum schweren und vom bekannten zum unbekannten hin trainieren. Entsprechend erhält der TW mehr oder weniger TW-Trainer-Input sowie ein dem Alter- und Ausbildungsgrad angepaßte Übungsszenario. Durch geschickte Fragen an den Keeper so ebenfalls transportiert werden, welche Techniken und Taktiken sich zur bestmöglichen Lösung von TW-Aufgaben anbieten.


    Sehr viel TW-Training geht für Detailarbeit drauf. Ruhe, Konzentration und das Wissen, welche Zwischenübung für welchen Keeper geeignet ist, sollten die Basis für das Trainingsprogramm bilden.
    Wie hoch der Anteil ist, hängt vom Alter, Ausbildungsstand und Liga bzw. Leistungspotenzial ab. (Das scheint leider der DFB nach wie vor nicht kapiert zu haben, weil dort C-Mannschaftstrainer für den Leistungsbereich viel zu wenig Ausbildungszeit für ihre TW-Trainer-Ausbildung bekommen. Nach 40 LE Breitensport und 40 LE Leistungssport weiß man ohne entsprechende, jahrelange Vorkenntnis noch so gut wie gar nichts. Ja, sie sind nicht einmal in der Lage, den technischen Anteil der TW-Traineraufgaben z.B. beidhändig und beidfüssig gezielt und dem gewünschten Balldruck den Torwart zu fordern und zu fördern. So suchen derzeit DFB-Koordinatoren nach dem falschen Typ des TW-Trainers (mit Schein, aber ohne Ahnung) für ihre Stützpunkte. Aber das ist ein anderes Thema.)


    Bei unbekannten, neuen Keepern schaut man zunächst bei den einzelnen defensiven und offensiven Disziplinen, wie sie die einzelnen Aufgaben lösen?


    Sofern man als TW-Trainer (spielt Erfahrung eine große Rolle) das Gefühl hat, dass man durch eine geringe Veränderung der Technik bzw. des Bewegungsablaufes schon die gewünschte Verbesserung hinbekommt, kann man`s sofort probieren. Meistens gelingt es, jedoch sollte es nicht durch zig-fache Ablaufwiederholung erzwungen werden. Dann besser später durch gezielte Übungen das noch nicht gut funktionierende Detail isoliert trainieren und danach den Bewegungsablauf vollständig trainieren.


    Zur optimalen Erfüllung der TW-Aufgaben gehört immer auch eine Portion TW-Eigenwille. D.h. ein TW-Trainer sollte erkennen, das ein Keeper aufgrund bestimmter Fähigkeiten eine Aufgabe ein klein wenig anders ausführt und dabei genauso erfolgreich ist, wie die Anderen. Das nennt man individuelle Anpassung.


    Für mehr Details erbitte ich um konkrete Fragen.


    CokeFreak:
    Früher glaubte man, durch die permanente Wiederholung immer gleicher Übungen die Automatismen des TW-Spiels zu erreichen. Das führte häufig zum vermeintlichen "Spekulieren". D.h. der TW glaubte die Situation zu erkennen und rief für diese Situation die erlernte Reaktion ab.
    Nicht nur, weil der Anteil der offensiven Aufgaben sich vermehrt hat, wird mehr TW-Kreativität gebraucht, sondern auch, weil sich jede Situation ein klein wenig anders darstellt. Die TW-Ausbildung sollte deshalb abwechselungs- und umfangreich sein. Ein Automatisieren durch Wiederholen ist erst dann möglich, wenn der jeweiligen Bewegungsablauf vollständig korrekt ausgeführt werden kann. (Sonst bildet man die TW-Fehler gleich mit aus.) Für die Ausbildung ist es von großer Bedeutung, jede Übung ein wenig anders zu gestalten, um dem TW erst gar nicht das Spekulieren beizubringen. Denn Spekulieren heißt nicht zu wissen, sondern nur zu erahnen. Ausbildung heißt, aus den verschiedenen, erlernten Varianten sich für eine zu entscheiden und zu wissen, warum man sich dafür entschieden hat.


    Das Multitasking hat sich bei der Ausbildung der Handlungsschnelligkeit der Keeper sehr bewehrt. D.h. die Übung endet nicht mit einem einfachen Torabschluß, sondern in einer jeweils unterschiedlichen Reihenfolge von Bewegungen, in der defensive und offensiven Aufgaben spielnah trainiert werden.


    Für mehr Details erbitte ich um konkrete Fragen.


    Ansonsten bitte ich auch das "Fachpersonal" zu Wort.

    Günter


    Um den Kopf beim Dribbling heben zu können, ist eine technische Grundausbildung erforderlich. Dazu zählt enge, beidfüssige Ballführung. Im Leistungsfussball ein "Muß", im Breitensport ein "Kann". Wer nur mit einem Fuß dribbeln oder passen kann, der hat mehr damit zu tun, seine Position ständig zum Ball anzupassen und findet kaum Zeit, den Kopf zu heben.


    Wie Steini in seinem Beitrag sehr schön erklärt, sind es auch die Trainer durch falsches Vormachen und insbesondere durch das Fehlen von geeigneten Übungen.


    Es gibt eine Reihe von Hilfsmitteln und Übungen, um das beidfüssige Dribbeln mit Kopfheben zu trainieren. Hier mal ein Beispiel:


    Die Übung lautet: Beim langsamen Dribbling ein Hütchen auf dem Kopf ballancieren
    Um Ball und ballnahen Raum gleichzeitig wahrnehmen zu können, bekommt jeder Spieler zustätzlich die Aufgabe, beim langsamen Dribbling ein Hütchen auf dem Kopf zu ballancieren. Bei dieser Übung werden gleich mehrere Dinge gefördert:
    a. Gleichgewicht (der menschliche Körper hält sein Gleichgewicht durch ca. 300 Muskeln; Gleichgewicht ist die Voraussetzung für eine Thempo- oder Richtungsänderung)
    b. enge Ballführung (durch beidfüssige Ballkontrolle beim Dribbling, sonst fällt das Hütchen runter)
    c. Konzentration auf Ball, Spielfeld und Mitspieler (Training von Multitasking zur Verbesserung der Handlungsschnelligkeit)


    Der Spieler bekommt durch die "Hütchen-Unterstützung" ein permanentes Feedback: Denn sobald er den Kopf senkt oder ein deutliches Ungleichgewicht (z.B. ungleiche Schrittlänge aufgrund von motorischen Defiziten) schafft, fällt das Hütchen herunter. So wird das Hütchen auch herunterfallen, wenn die Ballsposition beim Dribbling zum schwächeren Fuss wechselt, aber der "Standard-Fuß" trotzdem benutzt wird. Sol das Hütchen auf dem Kopf bleiben, gelingt dies nur mit gleichmäßigen, fließenden Bewegungsabläufen.


    Noch ein kleiner Tipp: natürlich wird das Hütchen am Anfang häufiger herunterfallen. Aber ein paar Spieler haben den Dreh schnell heraus und eignen sich prima zum Präsentieren, weil sie ihren Mannschaftskameraden gleichzeitig mutmachen, wenns nicht gleich klappt. Diese Übung eignet sich übrigens für alle Altersgruppen und unabhängig vom Geschlecht. Zu Beachten ist natürlich das Lauftempo (je höher, je ungleichmäßiger), weshalb man mit Schritt-Tempo startet und dannach in leichtes Lauftempo wechselt. Letztere simuliert eine Spielsituation, in der sich der Spieler rasch eine Übersicht über mögliche Anspielstationen oder die Entscheidung fürs Dribbling verschafft.


    Früher habe ich dafür auch gerne die Koordinationsleiter als Übungsgerät eingesetzt. Wenn`s aber auch mit Ball geht, dann bevorzuge ich diese Variante. Zum einen, weil nicht die Koordinationsleiter, sondern der Ball das Spielgerät ist und deshalb mehr Motiviation auslösen wird. Zum Anderen, weil Trainingszeit sehr wertvoll ist und man mit dem Ball die spezifische Förderung ehöht.


    Günter
    Jezt komme ich wieder zu dir! Dass die Kleinen diese Übung ganz schnell drauf haben, wirst du dir vorstellen können. Aber versuch du das mal, wenn du in deiner Jugend zum "Bodenscanner" ausgebildet wurdest? Aber, das bist du ja sicherlich nicht oder?

    @hopesolo


    Na, dann wisst ihr ja jetzt wenigstens woran ihr seit! Es ist immer schwierig, von außen die Situaition zu beurteilen, weil eben jeder Fall anders ist. Das Mädel hat sich offensichtlich noch nicht ihre Hörner abgestoßen, weshalb an ihrem Unglück immer alle Anderen schuld sind. Ganz offensichtlich verdrängt sie auch Informationen (z.B. Spielberechtigung).


    Für uns Aussenstehende schwer zu erklären, hat bei den Mädels jedes Wort und jede Geste eine Bedeutung. Vorwürfe wie Verlogenheit lassen manchmal nur erahnen und nur im Kontext der Ereignisse verstehen. Es werden Koalitionen geschmiedet, sie können jedoch auch wieder zerbrechen. Manchmal erfährt man erst hinterher, dass sich zwei Mädels gezofft haben. Als Trainer ist man in Mädchen- und Frauenmannschaft noch ein Stück mehr Coach und Kümmerer.


    Um sich zukünftig Stress bei altersbedingt noch nicht vorliegender Spielberechtigung zu ersparen, solltet ihr den Mädels 2 Möglichkeiten vorschlagen:


    1. Mittrainieren und Praxiserfahrungen bei internen Testspielen, aber bis zur Spielberechtigung im Heimatverein bleiben
    2. dito, jedoch mit Vereinswechsel, wenn im Heimatverein keine Spielmöglichkeit mehr vorhanden (z.B. Mannschaft wurde aufgelöst)

    @solohope
    ist man als Stammspielerin immer dabei und unverzichtbar, sitzt allenfalls bei einer Verletzung oder leichten Erkrankung mal auf der Reservebank, dann macht man sich höchstwahrscheinlich keine Gedanken darüber, wie es jemanden ergeht, der regelmäßig mittrainiert und "zum Zuschauen" verdammt ist!
    Natürlich wäre es besser, wenn sie gleich mit ehrlichen Kommentaren zu euch gesprochen hätte. So hat sich Frust aufgestaut, der zunächst durch fehlende Trainingsbeteiligung und dann auch durch fehlende Unterstützung bei den Spielern quasi "mit den Füßen" dokumentiert wurde. Irgendwann ist ihr dann der Kragen geplatzt und sie wollte wissen, wann den endlich ihr Spielerpaß kommt!


    Übrigens: eine ärztliche Sondergenehmigung für die Spielerlaubnis benötigt das Mädchen nur dann, wenn sie noch nicht im ältern B-Jugend-Jahrgang ist. Sie sie noch jünger, kann der Verein mit dem fehlenden sportlichen Angebot der B-Juniorinnen in Verbindung mit der ärztlichen Genehmigung sowie der elterlichen Erlaubnis den vorzeitigen Spielerpaß bekommen. Ansonsten könnte sie übers Zweitspielrecht in einem Nachbarverein bei den B-Juniorinnen mitspielen, um Praxiserfahrungen zu sammeln. Sie wäre dann weiterhin in eurem Verein geblieben und ab dem Erreichen der Altersgrenze zu den Damen sofort spielberechtigt gewesen. All diese Möglichkeiten hätten bestanden.


    An diesen Versäumnissen ist nicht das Mädchen schuld, euer Verein und eure Trainerin sind es ebenfalls!


    ----------------------------------------


    Ja, ich kann sehr gut verstehen, dass Hope Solo soetwas wie ein Idol für dich ist. Sie hat die Position der Frauen-Torhüterin zwar nicht ganz neu, aber doch anders definiert. Denn ihr TW-Spiel zeichnet sich durch eine höhere Dynamik aus. Dies ist auf einen höheren Anteil an Kraft-Tempo-Training zurück zu führen. Dabei kam ihr die Antrittsdynamik aus ihrer früheren Position als Stürmerin (bis zum 18. Lebensjahr) sehr entgegen. Der Ehrgeiz, im Sport besonders erfolgreich sein zu wollen, rührte sicherlich z.T. aus der fehlenden Familiengeborgenheit, weil sich ihre Eltern bereits mit 6 Jahren trennten. So kämpfte sie sich selbst nach schweren Verletzungen (z.B. 2009 Schulterverletzung) immer wieder zurück. Weil ihr Körper zuletzt nicht mehr mitspielen wollte, wurde sie aufgrund der Einnahme eines verbotenen Medikaments verwarnt. Sie wird im Sommer 34 und wird wohl ihre Karriere ausklingen lassen. Ich hoffe jedoch, dass sie dem Fussball als TW-Trainerin erhalten bleibt, damit ihr Know-How nicht verloren geht.
    Ihre Art des TW-Spiels wird besonders von den asiatischen Torhüterinnen kopiert! Natürlich müssen wir uns mit unseren Top-Keeperinen Nadine Angerer, Schult, usw. verstecken. Auch im Jugendbereich wachsen hervorragende weibliche TW-Talente heran. Es hapert jedoch bei Vielen an der TW-Athletik.

    penaten


    Ein Torwart, der in diesem Bogen fliegt, hat die Technik des Hechtens nicht erlernt.


    Es liegt hier an der falschen Auftaktbewegung: Denn diese Keeper springen nicht über die Fußspitze mit angewinkeltem Sprungbein im 45 Grad-Winkel nach vorne hin weg, um den Ball mit fast ausgestreckten Armen zu fangen.


    Die "Bogenspringer" bleiben in paralleler Beinstellung und springen mit beiden Füßen fast gleichzeitig in die Höhe, um dann in einem Bogen zur Seite wegzuhechten. Wer sich alte Filme von Fussballspielen aus den 50-er und 60-er Jahren anschaut, wird dort diese TW-Technik gut beobachten können.


    Ich hoffe, die Erklärung reicht?


    Jetzt willst du sicher auch noch wissen, wie man es korrigiert oder?


    1. Markierungshütchen wird ca. 3 m vor dem Tor in Höhe des Pfostens aufgestellt
    (Hütchen-Distanz zum Pfosten hängt vom TW-Alter ab. Beim jungen Keeper und Kleinfeldtor ist die Hütchendistanz etwas kürzer, beim älteren Keeper und Großfeldtor kann sie etwas größer sein.)
    2. TW positioniert sich mittig, der TW-Trainer am 9-er oder 11-er mit dem Ball in der Hand
    3. Auf TR-Kommando rennt der Keeper zum gegenüberliegenden Pfosten (des Hütchens), tippt den Pfosten kurz an und rennt wieder zurück.
    4. Sobald der Keeper ungefähr auf mittlerer Höhe angekommen ist, wirft der TW-Trainer den Ball in einem flachen Bogen auf mittlere Höhe zur anderen Torseite.
    5. Der TW hechtet aus dem Lauf in Hütchenrichtung (entspricht ca. 45 Gradwinkel) zum Ball


    Der Vorteil dieser "learning-by-doing-Übung" besteht darin, dass der Keeper dabei gar nicht mehr an seine "alte Technik" denkt und aus der Bewegung heraus die Elemente der anderen Technik kennenlernt. Das klappt selbst bei Keepern, die es schon jahrelang falsch gemacht haben ganz gut.


    Nun gibts ja auch noch den Fall, dass der Keeper sich zunächst einige nach vorn bewegt, um dann den Ball im Hechtsprung abzuwehren. Weil der "Bogenspringer" es nie gelernt hat, sich richtig abzurollen, hier noch eine kleine Übung, die diese Technik ein wenig erleichert.


    1. TW befindet sich in etwas tieferer TW-Grundstellung 1,5 - 2 m vor dem TW-Trainer
    2. TW-Trainer hält den Ball mit ausgestreckten Armen dem etwas seitlich TW entgegen. Eine Hand liegt unter dem Ball, die Andere darauf.
    3. Auf TR-Kommando streckt sich der Keeper aus der tiefen TW-Position (fast Hocke) zum Ball, fasst ihn mit beiden Händen und rollt sich über Oberschenkel, Hüfte und Schulter seitlich ab
    3.a. dito, jedoch zur anderen Seite
    4. dito, jedoch mit 2 - 3 Schritten Anlauf


    Hinweise:
    1. Die Abrollrichtung ergibt sich aus der Seite und dem Anlauf.
    2. Das Abrollen darf erst erfolgen, wenn der Keeper sich am Boden befindet.
    3. Die Ballsicherung (heranziehen, umfassen und Kinn darüber bringen) erfolgt, sobald der Keeper am Boden ist.


    Alles klar? Dann viel Erfolg!

    Nicht nur der FC Bayern, nein auch die JVA Landshut möchte von Fleiß und Eifer ihres Mitglieds Uli Höneß profitieren.


    So finden derzeit umfangreiche Umbaumaßnahmen in der JVA statt. Geplant ist ein Hörsaal für interessierte Wirtschaftskapitäne und solche, die vorerst gescheitert sind. Ganz besonere Aufmerksamkeit genießt die Aktion bei Mitkämpfern für die gerechte Geldverteilung: Tebartz-van Elst! Wie zu hören war ist auch schon das erste gemeinsame Seminar geplant. Über den Titel "Brot für die Welt, aber die Wurst bleibt hier" sei man sich noch nicht ganz einig! :thumbup:

    Ich glaube, es hilft zunächst einmal ein paar Dinge, die für die Fussballerinnen selbstverständlich sind, zu erläutern.


    1. Spielberechtigung generell ab älteren B-Jugend-Jahrgang
    Üblicherweise wechseln16-jährige Mädchen in den Frauenbereich. Ab der Landesliga entwickeln sie sich im 1. Jahr meist sehr gut, sofern sie regelmäßig eingesetzt werden. Im zweiten Jahr gibts fast immer einen Durchhänger, die eine Reihe von Ursachen hat. Hier ist das Team ganz besonders gefordert, diese Mädchen zu unterstützen, damit sie nicht vorzeitig aufgeben.


    2. Trainingsbeteiligung
    Das ist bei den Mädchen- und Frauenteams ein besonders schwieriges Thema. Insbesondere Trainerneulinge geben rasch wieder auf, wenn nur ca. die Hälfte beim Training erscheint. Denn sie betrachten die geringe Beteiligung als persönliche Beleidigung und sind frustriert, weil sie einen Teil der Übungen und Spielformen nicht machen können, weil nicht ausreichend Spielerinnen zum Training erschienen sind.


    3. Altersunterschiede in Frauenteams
    Brisant wird es fast immer, wenn es deutliche Altersunterschiede im Team gibt. Da passiert es schon mal, dass die Älteren den Jüngeren sagen wollen, wo es lang geht. Natürlich lassen sich das die Küken nicht gefallen und reagieren ihrerseits!


    3.a. Leistungsunterschiede
    Die Leistungsentwicklung gestaltet sich bei den Mädchen und Frauen gänzlich anders als bei den Jungen und Männern. Im Frauen-Leistungsfussball gibt es deutlich weniger 30-Jährige während es deutlich mehr 17-Jährige. Das liegt in der Hauptsache daran, dass Mädchen früher mit der Pubertät beginnen als Jungen. Auch sind die sich danach entwickelnden weiblichen Rundungen nicht für diese Sportart fördernd, während bei den Jungen der Zuwachs an Körperlänge und Muskelkraft sich positiv für den Fussball entwickelt. Eine B-Juniorinnen-Verbansliga-Mannschaft nimmt es locker mit einer Oberliga-Damen-Elf auf. Und eine B-Juniorinnen-Bundesliga-Mannschaft läßt eine Regionalliga-Frauenmannschaft ziemlich alt aussehen. Im Jungenbereich würden diese Leistungsvergleiche genau anders herum aussehen. Man würde nicht einmal auf die Idee kommen, ein B-Jugend-Team gegen eine Seniorenmannschaft antreten zu lassen.
    Aufgrund des generellen Altersunterschieds im Einsetzen und in der Beendigung des Frauenleistungsfussballs gibt es wegen der meistens zu geringen Leistungsdichte im Team deutliche Unterschiede. Jedoch möchte jedes Teammitglied unabhängig von seinem Leistungsvermögen gleich behandelt werden. Einem "Divenverhalten" (was weißt du schon ... und ....ich habe ja schon mal höher gespielt) werden gerade von den jüngeren Spielerinnen eine klare Abfuhr erteilt.

    4. Von Null auf 100 in 1,5 Sekunden
    Manchmal kann eine Nicklichkeit das Fass zum überlaufen führen und zwei Mädels rauschen emotional quasi ohne Vorankündigung aneinander. Denn nur, wenn alle fürs Spiel das gleiche Tricot anziehen, ist man noch längst keine Mannschaft.


    5. Besonderes Harmoniebedürfnis
    Um dem besonderen Harmoniebedürfnis gerecht zu werden, empfielt es sich in Abständen von ca. 4 Wochen kleinere Veranstaltungen ausserhalb es Fussballs zu organisieren. Dies ist auch ein geeigneter Rahmen, um kleinere Mißverständnisse auszuräumen und sich auf gemeinsame Ziele einzuschwören.


    Mädchen- und Frauenteams sind für jeden Trainer eine besondere Herausforderung. Wer sich ihr stellt, wird nicht enttäuscht werden. Man sollte sich jedoch mit den Unterschieden rasch vertraut machen!


    Meistens liegen ein oder mehrere Ursachen vor, wenn unterschiedliche Erwartungen zu Konfrontationen führen. Such sie dir aus, dann könnt ihr sie beheben. Das Fehlen beim Training resultiert aus dem Frust, nicht ausreichend eingesetzt zu werden. Beide Seiten haben Versäumnisse (fehlender Pass, ungenügende Trainingsbeteiligung), die man zwar nicht aufrechnen kann, aber dennoch miteinander zu tun haben. Hier gilt es an einem neutralen Ort gemeinsam das anzusprechen, was schief gegangen ist und einen Plan zu erstellen, an deren Verbindlichkeit beide Seiten messen lassen müssen.


    -----------------------------


    @solohope
    Für den Aufstieg in die Ober- oder Regionalliga benötigt ihr einen Unterbau (2. Damenmannschaft oder B-Juniorinnen)! Habt ihr den? (Da nützt auch die Amerikanische Nationaltorhüterin - Hope Solo - nix!)

    Gringo


    Im heutigen Jugend-Leistungsfussball wird durchaus auf die beidfüssige Ausbildung der Spieler geachtet. Zur Trainerausbildung zählt hier auch das Eigenkönnen, sodass sämtliche Übungen präsentiert werden können. Für das dynamische, ballorientierte Spiel ist es unerlässlich, dass jeder Spieler auch mit dem schwächeren einen präzisen Kurzpaß spielen kann. Insbesondere der Torabschluß aus Kurz- und Mitteldistanz sollte auch mit dem schwächeren Fuss möglich sein. Denn den Ball zu umlaufen, um mit dem stärkeren Fuss zum Torabschluß zu kommen oder den Ball sogar zunächst auf den stärkeren Fuss zu legen, sollte mehr und mehr der Vergangenheit angehören. Letzeres beschreibt jedoch einen Entwicklungsprozeß, der noch längst nicht abgeschlossen ist. Daran mögen vielleicht auch Trainer eine Schuld tragen.


    Für den Breitensportbereich muß man sicherlich andere Maßstäbe ansetzen. Hier ist das Eigenkönnen am Ball nicht Bestandteil der Ausbildung und Prüfung. Auch darf man beim Grad der Technikperfektion nicht die gleichen Maßstäbe wie im Leistungsfussball ansetzen.


    Für mich wäre es schon ein Riesenfortschritt, wenn im G und F-Jugend-Bereich vermehrt solche Trainer tätig wären, die auf die beidfüssige Ausführung aller Grundtechniken achten.


    Übrigens: Es mag zwar hin und wieder die Sache erleichtern, wenn man es vormachen kann. Aber noch wichtiger ist es, altersgerechte Übungen zu wählen, die Details zu erklären und die Kinds durch Fragen ins Geschehen einzubinden. Lieber etwas weniger Lehrstoff, dafür aber jedem die Chance geben, sie zu erlernen. Man kann ja die Schwierigkeitsgrad bei denen, die etwas schneller lernen, ein wenig erhöhen, damit sich niemand langweilt.

    Sir Alex


    Ja, du hast recht. Ich habe die Trainerkarrieren auch nicht detailierter beschrieben. So habe ich nicht erwähnt, dass ein aktueller BuLi-Trainer zunächst als Spielertrainer (ist ja denn da eine Mischung) gestartet ist.


    Wenn man die Studie detailierte betreibt, läßt sich tendenziell erkennen, dass die jüngeren BuLi-Trainer häufiger den Weg über den Jugendbereich in den Profibereich finden.


    Aber mir ging es weniger darum, die These von "FB" zu widerlegen (vielleicht fangen ja in der Schweiz fast alle BuLi-Trainer im Seniorenbereich an?), sondern um interessierte Forenleser über die deutsche Bundesliga zu informieren.

    @FB


    Bin dir ja noch eine Antwort auf deine Bemerkung:


    Soweit ich das überblicken kann sind die meisten mir bekannten TopTrainer der 1. Ligisten im deutschsprachigen Raum direkt im Seniorenbereich eingestiegen. Die Wenigsten im Jugendbereich und schon gar nicht im KiFu.


    schuldig.


    Verein: Trainer: Start der Trainerkarriere
    Nürnberg Gertjan Verbeek Seniorenbereich
    Mainz Thomas Tuchel U 15, U 19
    Leverkusen Sami Hyypiä Praktikant Bayer Leverkusen
    München Guardiola Seniroenbereich
    Dortmund Jürgen Klopp Seniorenbereich
    Gladbach Lucien Favre C-Jugend
    Braunschweig Torsten Lieberknecht A-Jugend
    Frankfurt Armin Veh Seniorenbereich
    Augsburg Markus Weinzierl Seniorenbereich
    Hamburg Mirko Slomka Jugendtrainer, Jugendkoordinator
    Hannover Tayfun Korkut U 17
    Berlin Jos Luhukay Seniorenbereich
    Hoffenheim Markus Gisdol U 17
    Freiburg Christian Streich U 19
    Gelsenkirchen Jens Keller U 19
    Stuttgart Huub Stevens Seniorenbereich
    Wolfsburg Dieter Hecking Seniorenbereich
    Bremen Robin Dutt Seniorenbereich


    Bis auf Guardiola, Klopp und Stevens haben die anderen Trainer zunächst im unterklassigen Amateur-Seniorenbereich Bereich oder im Junioren-Bereich gestartet.

    Günter


    Ich denke, als "alte Hase" kann ich deine Beobachtung über ein verändertes Kritikverhalten durchaus bestätigen. Der Wunsch nach einer früheren Unabhängigkeit läßt sich anders als zu unserer Jugendzeit materiell weitgehend erfüllen. Materieller Reichtum kann jedoch emothioaler Armut als Folge haben, wenn man gar keine Freunde hat.


    Inwieweit Eigenverschulden erkannt wird, hängt sicherlich auch von der sozialen Umgebung ab. Wer nur das "Recht des Stärkeren" kennengelernt hat, der wird eher auf der Seite der Mobber stehen, als sich der Gefahr auszusetzen, aufgrund einer eigenen und unabhängigen Meinung zu den Gemobbten zu gehören.


    Fussball kann Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur zusammenführen, aber eine Garantie hierfür gibt es nicht. Deine 3 Fälle müssen nicht zwangsläufig etwas mit den Entscheidungen Anderer zu tun haben. Allerdings sehe ich es auch so, dass sich jeder im Hobby ausprobieren soll. Wenn man feststellt, das es nicht (mehr) ausreicht, um freiwillig und gerne zum Fussball geht, dann sollte man sich für seine Freizeitgestaltung etwas anderes suchen. Eine Entschuldigung dafür braucht es genauso wenig, als das auch der Trainer aufgrund seiner freien Entscheidung sich das Recht herausnimmt, seine Aktivitäten unverzüglich einzustellen.


    Wer andere Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung besitzt, der braucht sich nicht zu erklären!

    @FB


    Soweit ich das überblicken kann sind die meisten mir bekannten TopTrainer der 1. Ligisten im deutschsprachigen Raum direkt im Seniorenbereich eingestiegen.

    :thumbup:


    Das kann ich nicht bestätigen! Das gibt das aktuelle deutschen Trainerlizenzsystem gar nicht mehr her! Früher konnte man als Exprofi in "Crashkursen" die Lizenzen durchlaufen. Aber diese Zeiten ohne den Nachweis ausreichender, eigener Trainererfahrungen im Bereich des Anforderungsprofils sind endgültig vorbei.


    In den den kleinen Ländern kenne mich mich jedoch nicht so gut aus! Ist es tatsächlich noch so, dass man z.B. in der Schweiz die Trainerlizenz als Exprofi an der Jahrmarkt-Schießbude erwerben kann?


    ----------------------------------------


    Leider ist auch das deutsche Scoutingsystem für die 1. und 2. Bundesliga starken Schwankungen unterlegen. Mal sind es weggebrochene Sponsorengelder, mal fehlen geeignete Kapazitäten. Man kann sogar ins Schmunzeln geraten, wer da so alles als Scout beschäftigt ist. Dabei kann es sich dann wohl eher um Imagewirkung statt um Sachverstand für die Talentselektion gehen.


    Selbst, wenn man insgesamt von einer besseren Jugendarbeit sprechen kann, gibt es einige Vereine, bei denen man in den vergangenen Jahren leider Rückschritte beobachten kann.


    -----------------------------------------


    Einigen Vereinen gelingt es in der Tat ein Plus im Jugendbereich zu erzielen. Manchmal erscheint es, als würde weniger nach Talentpotenzial als nach dem Namen und dem damit verbundenen Image geschaut. Nach wie vor sind es die Briten, bei denen deutsche Talente hoch im Kurs stehen.


    ----------------------------------------


    Ja, die Zeiten, in denen Eltern von hochkarätigen Talenten verars...t werden, sind wohl hierzulande vorbei. Wer das Pech hat, an einen der vielen unseriösen Berater zu gelangen, für den kann die Karriere schon vorbei sein, ehe sie überhaupt begonnen hat. Der Markt ist leider sehr intransparent. Hier kann der Rat eines älteren Kollegen manchmal Gold wert sein.


    ----------------------------------------
    Dennoch gibts bei geschickter Verhandlung des Vereins viel Geld zu verdienen, aber auch bei nicht gründlicher Recherche sehr viel Geld zu verlieren.


    ---------------------------------------
    Könnte sich der Profifussball jedoch annähernd selbst finanzieren, bräuchte man sich nicht in die Abhängigkeit von Sponsoren zu stürzen. Nicht selten bestimmen diejenigen, die die Musik bezahlen auch, was aus einem Verein werden kann.

    @Aukro


    Auch ich habe Verständnisprobleme bei deinem Bericht?


    Da paßt einiges nicht!


    Ein Trainer, der sich besonders autoritär verhält, läuft doch keinem Spieler hinterher? Es hat ihn nicht einmal interessiert, dass ein Fan einer Gästemanschaft ihn verklagen wollte!


    Deine Eltern

    mein Vater sowie mein Opa spielten früher bei Di(y)namo Zagreb

    dürften doch genügend Fussballsachverstand haben, um die Situation mit dir zu besprechen? Die würden ihren Sohn oder Enkelsohn doch nicht in einen Verein oder eine Spielgemeinschaft schicken, bei denen weder der Jugendleiter noch die Trainer Ahnung von Fussball und Coaching haben? Die würden doch sicherlich nicht zulassen, dass dein Talent im Club der Ahnungslosen verplempert wird? Was war denn ihr Kommentar, als du ihnen gesagt hast, dass du mit dem Fussballspielen aufhörst?

    @FB


    Der Wunsch nach einer besseren Erfolgsprognose ist nicht neu!


    Jedoch gibt es nach wie vor Probleme bei den Rahmenbedingungen.


    1. Trainerauswahl und Ausbildungsauftrag
    Wenn man den schon ein eigenes NLZ unterhält, dann sollte doch wenigstens hin und wieder mal ein Talent daraus hervorkommen, damit sich das viele Geld auch irgendwie rentiert. Aber genauso fließend und schwammig ist das Trainerpotenzial im Jugendbereich. Für viele ist die Jugend nur ein Trittbrett auf der Trainerlaufbahn, um an die fetten Fleischtöpfe im Seniorenbereich zu gelangen. Es wird auch als "Haifischbecken" bezeichnet, in das ambitionierte Jungtrainer schnelle Erfolge generieren sollen. Entsprechend unbedarft, aber rabiat gehen sie ans Werk.
    Hinzu kommt, dass gerade die finanzschwachen Vereine ihren Nachwuchsbereich dazu benutzen, um über den Verkauf von hochkarätigen A-Jugend-Absolventen zusätzliches Geld in die leeren Kassen ihres Seniorenbereichs zu schwemmen. Ausbildung als Mittel zum Zweck. Wenn Fussball schon in jungen Jahren zu einem Tagesgeschäft mit vielen Zufällen wird, wie will man bei so vielen unsicheren Faktoren eine Erfolgsprognose stellen?


    2. Tabellenplatz statt Kontrolle des Ausbildungsstands
    Weil in der U 19 die Mannschaft der NLZ von Profi-Clubs international besetzt ist, können eventuelle frühere Fehler in der Ausbildung kaum noch korrigiert werden. Wenn die Leistungsträger in auswärtigen Vereinen ausgebildet wurden, mag sich das auf den Tabellenrang positiv auswirken, jedoch sind ohne Kontrollen und Einleitung von Korrekturmaßnahmen die Perspektiven der nachrückenden Jahrgänge als eher negativ zu sehen. Eine frühere, gewissenhaftere Kontrolle hätte Defizite ans Tageslicht bringen können, für dessen Korrektur noch genügend Zeit vorhanden gewesen wäre.


    3. Turbo-Ausbildung bis einschließlich U 19 soll Ausbildungszeitraum weiter beschränken.
    Was sich bereits seit längerem andeutete und gestern bestätigt wurde, soll die Pflicht, sich eine U 23 zu halten, um Späteinsteigern eine Chance zu gewähren, abgeschafft werden.
    Wer es also nicht bis einschließlich der U 19 schafft, der läßt sich seine Talentarbeit durch Ausleihe oder Verkauf bezahlen. Diese Form der "Turbo-Ausbildung" erhöht den Druck auf die Jugendbereiche weiter. Sie gibt aber auch die Möglichkeit, die bisherige Jugendarbeit zu durchleuchten und an den Korrekturschrauben zu drehen. Es steht zu vermuten, dass diese Talente den Amateurmarkt überschwemmen und dort für Einschränkungen der eigenen Bemühungen sorgen werden, weil hier schnelles Geld an den gerade erst Aussortierten verdient werden soll.


    Fazit: Auch wenn wir so tun, als würden wir junge Menschen ausbilden, so bilden wir uns dies doch nur ein. Denn in Wahrheit wollen wir lediglich einen kleinen Bereich, den wir fussballerisch unmittelbar nutzen können. Solange wir uns mit dem Spatz in der Hand zufrieden geben, wird uns die Taube auf dem Dach immer wieder im letzten Moment davon fliegen. Wir verstehen noch zu wenig und wollen manches auch gar nicht verstehen, weshalb die Zukunftsprognose ungewiss ist und die Talentarbeit immer nur als "Stecknadel im Heuhaufen suchen" beschrieben werden darf.


    Natürlich sollte jeder sein eigenes Säckchen schnüren, was er zur Situationsverbesserung beitragen kann. Letzendlich ist die Zieloptimierung es jedoch eine interdisziplinäre Aufgabe der Wissenschaft, des Sports und der Vereine. Je besser die Rädchen ineinander greifen, je vollständiger kann eine Ausbildung gelingen. Es gibt keinen Grund zur Panik, aber auch keine Zeit zu vertrödeln.

    @FB


    Im Wesentlichen ist der Footeco-Test der Talentmerkmale in Deutschland genauso. Neben den individuell messbaren Fähigkeiten wird dann auch noch geschaut, wie präsent das Talent im Spiel ist und ob es mal eine gute Idee hat. Selbstverständlich ist man sich auch darüber im Klaren, das ein Talent alles etwas früher kann, jedoch im Alter von 12 Jahren natürlich nur jeweils Ansätze davon vorhanden sein können.


    Besondere Merkmale dieser Methode sind das die vermeintlich besonders begabte Kinder in allen Disziplinen besonders gut abschneiden und im Spiel nach wenigen Minuten sofort erkannt werden. Das Problem liegt jedoch darin, dass man die Jahrgänge jeweils auf Mannschaftsstärke auffüllt und die Kinder so gar nicht auf dem höchstmöglichen Level trainieren kann. Denn die Streuung ist viel zu groß! FC Twente scoutet so jährlich ca. 400 Talente im Radius von 70 km um das Förderzentrum, von denen man nach einem halben Jahr intensiver Beobachung für 4 - 6 Talente entscheidet. Überraschend ist, dass vermeintlich hochtalentierte unter den Vermuteten sind (was eine Bestätigung dafür wäre, dass die traditionelle Sichtung nicht total falsch ist), aber auch Talente, die erst auf den 2. und letzten Blick auf sich aufmerksam machen konnten (was gegen die traditionelle Selektionsmethode spricht)!


    Die Frage, warum sich einige Talente erst nach einiger Zeit ins Rampenlicht spielen können, ist so einfach nicht zu beantworten. Da helfen allein das Ablegen von Schüchternheit oder der RAE-Effekt nicht weiter! Auch das soziale Umfeld erklärt nicht alle Fragen einer Weiterentwicklung (oder Stagnation).


    Scheinbar hat jedes Kind einen nie ganz vorhersehbaren individuellen Entwicklungsweg. Deshalb ist es auch für einen Trainer gar nicht so einfach, ein dafür passendes Förderprogramm zu entwickeln. Das gebündelte Know-How eines Trainerteams kann da schon eher Antworten finden. Denn es gilt günstige Rahmenbedingungen für das Kind innerhalb seiner Möglichkeiten zu finden. Über das Kleingruppentraining (deshalb auch ein Trainerteam) sollen die jeweiligen Anreize zur Verbesserung aller fussballerischen Fähigkeiten geschaffen werden. Um die Kinder vom jeweiligen Leistungsstand abzuholen löst man sich von der typischen Jahrgangsförderung (hin zur biologischen Altersentwicklung). Kurz gesagt: das Kind wird jeweils dort abgeholt, wo es gerade körperlich und geistig steht. Trainer und Mannschaftskameraden verstehen sich dabei als Partner und nicht als Lehrer oder Konkurrenten.


    Aber natürlich hast du Recht, dass soetwas in größeren Organisationseinheiten schwieriger zu realisieren ist! Gerade was die Alterszuordnung anbelangt, wird die Überzeugungsaufgabe nicht leicht! Wer wüßte das nicht besser als wir Deutschen!


    Der Punkt ist jedoch, dass man nicht immer warten muß, bis etwas von "oben" kommt, sondern nach seinen Möglichkeiten bereits Schritte voran gehen kann, wenn man davon überzeugt ist!