Ich kann deine Zweifel sehr gut verstehen! Zwar hat sich insgesamt der Fussball (im Leistungsbereich) vom gegnerorietierten (Zweikampf-Zermürbung) zum ballorientierten (Taktikspiel) entwickelt, dennoch sind die Dribblingqualitäten nach wie vor wichtig.
Mein Erfahrung ist, dass besonders egoistische und dribbelstarke Spieler später häufiger passen, wenn die Gegner stärker werden.
So, wie du ihn beschreibst, spielt er wohl nicht in der richtigen Mannschaft und nicht beim richtigen Trainer. Wenn er jedoch im Training sein Dribbling- und im Spiel sein Paßspiel verbessert, selbst kein großes Problem mit den Traineranweisungen hat, dann wird die Zeit von ganz allein entscheiden, wie sein Weg weitergeht.
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Mennschen irren und die Gruppe der Trainer scheinbar besonders häufig. Ja, mir sind die Kommentatorensätze am gestrigen Abend zur Talentpotenzial-Einschätzung ebenfalls besonders in Erinnerung geblieben. In einem Fall wird die Körpergröße als Ausschlußkritierium genommen und im anderen Fall muß sich ein Torwarttrainer durchsetzen, weil der Mannschaftstrainer die Entwicklungschancen negativ bewertet. Klose hat mit 21 Jahren noch in der Landesliga gekickt. Auch Schweini war zunächst auf Brettern unterwegs, bevor er Fussballschuhe lieber anzog.
Aber seien wir mal ehrlich! Haben wir uns nicht auch schon zu Aussagen, wie: "... aus dem wird nie ein guter Spieler..." oder auch: "... der wird mal ein Fussballstar werden ..." In beiden Fällen ist die Wahrscheinlichkeit des Irrtums hoch und dennoch meinen wir selbst nach dem Eingestehen des Irrtums erneut Erfolgsprognosen abzugeben! Aufgrund meiner schon recht langen Zeit als Trainer, der nun einmal bei der Kaderzusammenstellung Entscheidungen zu treffen hat, beschreibe ich es als Momententscheidung, bei der ich mich irren kann und irren werde. Deshalb fordere ich alle Spieler, die nicht berücksichtigt wurden, dazu auf, an sich selbst zu glauben und die vielleicht erlittene Niederlage in einen späteren Sieg umzuwandeln, indem man die Hinweise zur Verbesserung für sich annimmt. Die Zeit wird die richtige Antwort geben.
Die meisten Profis, die ich im Laufe meiner Trainerzeit kennenlernen durfte, haben in jungen Jahren persönliche Niederlagen einstecken müssen. Jedoch haben sie nicht mit ihrem Schicksal gehadert, sondern fest an sich und ihre Chance geglaubt. Auch waren sie zu ehrlich, um zu betonen: " ...ja, es gab früher wirklich eine Reihe von Spielern, die mehr Talent hatten als ich, aber ich habe mich durchgesetzt ..." Man möchte fast das Fazit ziehen, dass meistens die den Weg nach oben finden, die auf ihrem Weg zunächst einmal jede Menge Steine aus dem Wege räumen müssen.
Natürlich möchten DFB und Ausbildungsvereine am liebsten von diesen ganzen Irrtümern in der Nachwuchsförderung des DFB und der Vereine nichts hören, dennoch gibt es sie und man wird sich auch in Zukunft nicht davor schützen können. Man kann die Wahrscheinlichheit ein wenig reduzieren, indem man das Auswahlverfahren verändert und für die Leistungsbeurteilung ein größeres Zeitfenster berücksichtigt.
Es ist deshalb nicht so wichtig, was der Trainer in einem kurzen Zeitfenster vom Spiler will, sondern es wird sich schließlich das durchsetzen, was der Junge über seinen gesamten Entwicklungszeitraum will! Die Aussage: man spielt als Erwachsener nur so gut, wie man als Kind trainiert wurde, ist deshalb ebenfalls mit einem Irrtumsfaktor behaftet, weil bereits die Qualität des Trainings sich auf jeden Menschen anders auswirkt!
