Ich hoffe, du konntest den Konflikt mit dem Spieler mitlerweile in einem persönlichen Gespräch klären? Es wurde bereits viel übers Verhalten während der Pubertät gesagt. Als Erwachsener sollte man diesen Hintergrund bei der Wahl der Entscheidung berücksichtigen. Noch wichtiger als das erscheint mir jedoch auf alternative Trainingsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Denn dadurch kommt es weitaus seltener zu offen ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten, bei denen es meistens eh nur "Verlierer" gibt, weil die Eskalationsstufen rasch aus dem Ruder geraten können!
1. Beim Abschlußspiel nicht mehr korrigieren!
Nun möchte ich dir noch gerne einen Rat mit auf den Weg geben, wie du deine Traineraufgaben noch ein wenig besser strukturieren kannst. Zwar hast du schon richtig erkannt, dass das Training zur Vermittlung und Verbesserung von speziellen Fähigkeiten da ist, jedoch läßt sich das Abschlußspiel eher als "Generalprobe" fürs nächste Spiel begreifen. D.h. du hast die Chance zu erkennen, was deine Trainingsgruppe bereits verstanden hat und auch schon technischen umsetzen kann. Diese Chance nimmst du dir, wenn du jeweils im Abschlußspiel noch unterbrichst. Zum einen weißt du bei erstmaliger Unterbrechung noch gar nicht, ob der Spieler es durch Zufall falsch gemacht hat. Denn erst, wenn dies danach mehrfach auftaucht, darfst du dir sicher ein. Und zum Anderen gehört dies widerum ins nächste Trainiing. Denn die beim Abschlußspiel aufgetretenen Fehler wirst du mit Sicherheit beim nächsten Spiel auch sehen. Auch die Korrekturversuche beim Spiel sind meistens nutzlos. Denn der Spieler macht es danach nur deshalb, weil es der Wunsch des Trainers ist, es so zu machen. Aber verstanden, warum es so zu tun ist, hat er deshalb noch nicht. Deshalb meinen viele Trainer, ihre Spieler seien vergesslich und man müsse es ihnen immer wieder neu erklären. Aber sie haben es einfach noch nicht verstanden.
2. Wann unterbrechen?
Dann noch ein Tipp für die Korrektur. während der Trainingsübungen und -spielformen. Erst dann die Übung oder Spielform unterbrechen, wenn man erkennt, dass sie ohne deine Hilfestellung nicht funktioniert. Auch sollte man den jeweiligen Leistungsstand darbei berücksichtigen. D.h. zunächst nur auf das Grundsätzliche achten und erst später auf Details eingehen.
3. Wie unterbrechen?
Unabhängig vom Alter deiner Trainingsgruppe ist es von besonderer Bedeutung, wie die die Situation "einfrierst"! Einfrieren bedeutet, alle Spieler verbleiben auf ihren Positionen. Denn so können sie den Ist-Ablauf mit dem Soll-Ablauf in der Situtattion vergleichen und den Unterschied feststellen. Zitierst du einen Spieler zu dir, wohlmöglich noch mit der Frage: "was hast du jetzt gerade falsch gemacht", so löst du Verunsicherung, ja sogar Angst bei der betroffenen Person, aber auch bei anderen Mitgliedern der Trainingsgruppe aus. Denn, wenn der Trainer verlangt, dass man nichts falsch machen darf, dann geht man besser kein Risiko ein. Aber man entwickelt sich bei der stetigen Angst, nicht den Wünschen des Trainers entsprechen zu können, auch kaum weiter.
4. Vertrauen schaffen und Wecken der Risikobereitschaft
Damit sich die Jungs unbenommen und frei an neue Aufgaben oder die Verfeinerung ihrer bisherigen Fähigkeiten heranmachen können, brauchen sie das absolute Vertrauen ihres Trainers. Dazu gehört es, im Falle eines nicht korrekten Bewegungsablaufs in einer Situation, dies mit besser gewählten Worten "einzufrieren"! Mit der Frage: "wie kann man das anders bzw. noch besser lösen" fordert man den Spieler und die gesamte Gruppe dazu auf, ihr Wissen ins Spiel einzubringen. Durch geschickte Nachfrage bzw. der Aufforderung, den alternativen Bewegungsablauf der Gruppe zu präsentieren, erzeugt man keine Verunsicherung. Im Gegenteil: man erzeugt Aufmerksamkeit und den Mut, sich jederzeit aktiv in die Verbesserung der Fähigkeiten einzubinden.
Einen guten Trainer hört man nicht oft, weil er lediglich als Impulsgeber dann eingreift, wo seine Trainingsgruppe nicht weiterkommt. Dazu zählt auch, Fehler "auszuhalten", statt alle möglichen Fehler durch Sicherheitshinweise eliminieren zu wollen. Denn die Jungs müssen diese Fehler machen, um daraus zu lernen.
5. Vormachen lassen statt vorzumachen
Mit der Frage: "wer kann uns das mal zeigen?" integriert man Kinder stärker ins Training und kommt so ihrem Bedürfnis nach intensivem Lernen aus Neugier nach. Zwar ist man seitens des DFB immer noch der Meinung, dass Trainer durch Eigenekönnnen präsentationsfähig sein sollten, aber im Trainngsalltag kommt dies gar nicht so häufig vor.
Probier es einfach mal aus und wenn du Lust hast, schreib deine Erfahrungen hier hinein!
