Beiträge von TW-Trainer

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    Ich hoffe, du konntest den Konflikt mit dem Spieler mitlerweile in einem persönlichen Gespräch klären? Es wurde bereits viel übers Verhalten während der Pubertät gesagt. Als Erwachsener sollte man diesen Hintergrund bei der Wahl der Entscheidung berücksichtigen. Noch wichtiger als das erscheint mir jedoch auf alternative Trainingsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Denn dadurch kommt es weitaus seltener zu offen ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten, bei denen es meistens eh nur "Verlierer" gibt, weil die Eskalationsstufen rasch aus dem Ruder geraten können!


    1. Beim Abschlußspiel nicht mehr korrigieren!
    Nun möchte ich dir noch gerne einen Rat mit auf den Weg geben, wie du deine Traineraufgaben noch ein wenig besser strukturieren kannst. Zwar hast du schon richtig erkannt, dass das Training zur Vermittlung und Verbesserung von speziellen Fähigkeiten da ist, jedoch läßt sich das Abschlußspiel eher als "Generalprobe" fürs nächste Spiel begreifen. D.h. du hast die Chance zu erkennen, was deine Trainingsgruppe bereits verstanden hat und auch schon technischen umsetzen kann. Diese Chance nimmst du dir, wenn du jeweils im Abschlußspiel noch unterbrichst. Zum einen weißt du bei erstmaliger Unterbrechung noch gar nicht, ob der Spieler es durch Zufall falsch gemacht hat. Denn erst, wenn dies danach mehrfach auftaucht, darfst du dir sicher ein. Und zum Anderen gehört dies widerum ins nächste Trainiing. Denn die beim Abschlußspiel aufgetretenen Fehler wirst du mit Sicherheit beim nächsten Spiel auch sehen. Auch die Korrekturversuche beim Spiel sind meistens nutzlos. Denn der Spieler macht es danach nur deshalb, weil es der Wunsch des Trainers ist, es so zu machen. Aber verstanden, warum es so zu tun ist, hat er deshalb noch nicht. Deshalb meinen viele Trainer, ihre Spieler seien vergesslich und man müsse es ihnen immer wieder neu erklären. Aber sie haben es einfach noch nicht verstanden.


    2. Wann unterbrechen?
    Dann noch ein Tipp für die Korrektur. während der Trainingsübungen und -spielformen. Erst dann die Übung oder Spielform unterbrechen, wenn man erkennt, dass sie ohne deine Hilfestellung nicht funktioniert. Auch sollte man den jeweiligen Leistungsstand darbei berücksichtigen. D.h. zunächst nur auf das Grundsätzliche achten und erst später auf Details eingehen.


    3. Wie unterbrechen?
    Unabhängig vom Alter deiner Trainingsgruppe ist es von besonderer Bedeutung, wie die die Situation "einfrierst"! Einfrieren bedeutet, alle Spieler verbleiben auf ihren Positionen. Denn so können sie den Ist-Ablauf mit dem Soll-Ablauf in der Situtattion vergleichen und den Unterschied feststellen. Zitierst du einen Spieler zu dir, wohlmöglich noch mit der Frage: "was hast du jetzt gerade falsch gemacht", so löst du Verunsicherung, ja sogar Angst bei der betroffenen Person, aber auch bei anderen Mitgliedern der Trainingsgruppe aus. Denn, wenn der Trainer verlangt, dass man nichts falsch machen darf, dann geht man besser kein Risiko ein. Aber man entwickelt sich bei der stetigen Angst, nicht den Wünschen des Trainers entsprechen zu können, auch kaum weiter.


    4. Vertrauen schaffen und Wecken der Risikobereitschaft
    Damit sich die Jungs unbenommen und frei an neue Aufgaben oder die Verfeinerung ihrer bisherigen Fähigkeiten heranmachen können, brauchen sie das absolute Vertrauen ihres Trainers. Dazu gehört es, im Falle eines nicht korrekten Bewegungsablaufs in einer Situation, dies mit besser gewählten Worten "einzufrieren"! Mit der Frage: "wie kann man das anders bzw. noch besser lösen" fordert man den Spieler und die gesamte Gruppe dazu auf, ihr Wissen ins Spiel einzubringen. Durch geschickte Nachfrage bzw. der Aufforderung, den alternativen Bewegungsablauf der Gruppe zu präsentieren, erzeugt man keine Verunsicherung. Im Gegenteil: man erzeugt Aufmerksamkeit und den Mut, sich jederzeit aktiv in die Verbesserung der Fähigkeiten einzubinden.


    Einen guten Trainer hört man nicht oft, weil er lediglich als Impulsgeber dann eingreift, wo seine Trainingsgruppe nicht weiterkommt. Dazu zählt auch, Fehler "auszuhalten", statt alle möglichen Fehler durch Sicherheitshinweise eliminieren zu wollen. Denn die Jungs müssen diese Fehler machen, um daraus zu lernen.


    5. Vormachen lassen statt vorzumachen
    Mit der Frage: "wer kann uns das mal zeigen?" integriert man Kinder stärker ins Training und kommt so ihrem Bedürfnis nach intensivem Lernen aus Neugier nach. Zwar ist man seitens des DFB immer noch der Meinung, dass Trainer durch Eigenekönnnen präsentationsfähig sein sollten, aber im Trainngsalltag kommt dies gar nicht so häufig vor.


    Probier es einfach mal aus und wenn du Lust hast, schreib deine Erfahrungen hier hinein!

    siebener


    Ganz ehrlich: von so einem Verein wie bei euch habe ich noch nie etwas gehört!


    Hier wird "Dorfbundesliga" gespielt, aber frag nicht wie! Leider darf ich die Internas von guten Freunden hier nicht reinstellen. Da würden dir die Ohren aber runterfliegen! Für A-Jugendliche interessiert man sich hier erst, wenn die in einem anderen Verein genügend Tore im Seniorenbereich erzielt haben! Man kauft hier lieber "fertige Spieler"! Was anderes ist den Leuten nicht zu "verkaufen"!


    Klar, Briefumschläge mit Bargeld von Sponsoren wechseln hier auch die Besitzer.


    Kannst mal sehen, wie unterschiedlich die Fussballwelt sein kann! Bei euch würden meine Vorschläge auch deshalb nicht funktioneren, weshalb ich den Hintergrund für deinen Vorschlag, den Jugendbereich in die Obhut der Schule zu verlagern, noch besser verstehen läßt!


    Günter


    Kündigst du deine Autoversicherung auch, wenn sie die Prämie um 20,- € erhöht und dies Erhöhung nachvollziehbar mit Kostenerhöhungen begründet? Oder wie kommst du zu der Pauschalaussage zur Kündigung bei Beitragserhöhung im Sportverein? Du müsstest doch als Trainer am besten über den Bedarf bescheid wissen oder schätzt du den Wert deiner Arbeit dort als äußerst gering ein :D ?

    siebener


    Die Kostenschraube im Seniorenbereich hat sich in den letzten Jahren deutlich schneller gedreht, sodass die Gelder dafür die Kassen der Vereine plündern und für die Nachwuchsförderung immer weniger bleibt. (Es hat schon seine Gründe, warum die dabei hantierten Summen nur einem kleinen Insiderkreis zugänglich sind!)


    Damit es nicht im Mitgliederbereich des Nachwuchses Unruhe gibt, wird auf Beitragserhöhungen verzichtet. Gleichzeitig wird argumentiert, dass ja für die Jugend aufgrund der niedrigen Mitgliedsbeiträge nicht mehr drin sei. Dass die 1. Senionrenmannschaft jedoch den Großteil des Vereinsbudgets verschlingt, wird dabei wissendlich verschwiegen.


    Um wieder zurück zu den Wurzeln des Hobbyfussballs zu finden, sollte das Budget der 1. Senioren wieder auf ein notwendiges Maß reduziert werden. D.h. die Spieler der 1. Senioren auf Kreisebene kicken wie alle anderen Spieler des Vereins wieder kostenlos. Das Trainerhonorar wird auf die Aufwandsentschädigung reduziert.


    Durch diese Vereinsentscheidung würde sofort vielerorts einen 4-stelligen Monatsbetrag einsparen.


    Oder zweifelt jemand daran, das es für den Trainer des 1. Seniorenteams ein Hobby ist und nicht, weil er vom Trainerhonorar seinen Lebensunterhalt bestreiten muß! Wenn doch, mußte doch dieses Einkommen genauso wie jede andere Arbeit versteuert werden oder?


    Auch die Spieler der 1. Senioren gehen im Regelfall einem Beruf nach und würden, falls sie nicht Fussball spielen, Fahrtkosten für ein anderes Hobby verwenden! Einzelfälle könnten lediglich bei Studenten oder Schülern entstehen. Aber auch dort fälltein Großteil "Eh-Da-Kosten", weil sie ihre Freunde und Famile sowieso am Wochenende sowieso besuchen wollen.


    Auch die geldwerten Vorteile, die bislang lediglich dem Seniorenbereich zugute kamen, sollten als Rabatte oder Gutscheine für alle Mitglieder anteilsmäßig zugängig werden. Dadurch könnte man eine stärkere Kundenbindung zur heimischen Wirtschaft erzielen. Der höhere Umsatz würde mehr Arbeitsplätze sichern und die dörfliche Struktur insgesamt fördern.


    Die bisherigen Spenden von Sponsoren mögen zwar die Steuerlast fürs Finanzamt reduzieren, verpuffen jedoch als Einmalzahlung viel zu häufig gleich wieder im Verein. Eine Umwandlung in dauerhafte und für eine breite Maße zuverlässig nutzbare Zuwendungen würde die Vereinsarbeit besser unterstützen helfen, als das Glück einer Spende oder das Unglück einer ausgebliebenen Zuwendung.


    Mit dem so gesparten bzw. anders verwandten Geld könnte man eine Ideenwerkstatt im oder mit dem Verein einrichten, in der man Freizeitangebote:"Fussball und mehr" für alle Interessierten des Vereins gestaltet werden.


    Die Einsicht, dass Jeder für und im Verein gleichwichtig ist, die wird denen, die heute vom "kleinen Unterschied" profitieren, schwerfallen.. Sie ist jedoch m.E. erforderlich, um die teils verloren gegangenen Werte der ehrenamtlichen Freizeitgestaltung im Dorfverein wieder aufzuwerten.

    Während ich absolut kein Freund bin, für eine radikale Änderung wie bei euch z.B. freier Fussball, anstelle Vereinsfussball,
    oder wie bei @ Siebener Schulfussball anstelle Vereinsfussball, weil real auch nicht durchsetzbar,


    Günter


    Erfolgreiche Ideen setzen sich durch, die nehmen keine Rücksicht darauf, ob wir "alten Säcke" sie als radikal bezeichnen oder nicht.


    Diesen Satz möchte ich zu kurzen Anlaß nehmen, ein Wort an unsere meist jüngeren Forumskollegen zu richten. Günter und ich streiten uns zwar gern sachlich über Themen. Es mag seltsam klingen, dass wir trotz unseres in etwa gleichen Atlers häufig unterschiedlicher Meinung sind. Es läßt sich jedoch leicht durch den meist anderen Blickwinkel (Günter aus dem Breitensport und ich aus dem Leistungsfussball) erklären.


    Dieses Forum ist eine ideale Fläche zum Erfahrungsaustausch. Es wird jedoch unverhältnismäßig stark eingeschränkt, wenn statt über Themen über Personen und dessen unvernünftige Ansichten diskutiert wird.
    Bei aller Emotionalität über die Zweitschönste Sache der Welt, soll doch jeder für sich das mitnehmen dürfen, was für ihn besonders wichtig ist.


    Deshalb mein Appell: Mit etwas mehr Toleranz und Respekt läßt sich über fast alles reden.

    Günter


    ich denke, wir sind uns einig, das die Sicherung der Jugendarbeit nicht kostenlos sein wird! Auch die Übernahme der Verantwortung zur Zukunftssicherung der kleinen Vereine wird eine größere Bedeutung einnehmen. Der Fussball hat seine Monopolstellung auch auf dem Lande längst verloren. Wenn nichts geschieht, werden wir vermutlich in Zukunft noch mehr Kuhweiden auf ehemaligen Sportplätzen sehen.


    Dennoch muß man das Rad nicht neu erfinden.


    Dort, wo die Vereine die Jugendarbeit weiterhin übernehmen wollen, sollte man sie lassen. Jedoch sollte es eine Vereinbarung mit der Kommune geben, mit welchen Mitteln und Maßnahmen ein zuverlässiges Freizeitangebot dauerhaft gestaltet werden kann. Gemeinsam mit der Kommune werden kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen erstellt und anteilsmäßig gefördert. Die vereinbarten Maßnahmen bedürfen eine regelmäßigen Kontrolle, bei der Abweichungen zu begründen sind. Kommt der Verein in grober Weise seinen Verpflichtungen nicht nach, so übernimmt die Kommune vorübergehend den Teil der Vereinssteuerung. (Teile der Übertragung von Kontrollfunktionen gibts bereits in Vereinssatzungen. So wird bei längerem Fehlen eines Schatzmeisters diese Funktion auf die Komune übertragen, damit eine sachgerechte Verwendung der Gelder nachgewiesen werden kann.)


    Dort, wo die Vereine die Jugendarbeit nicht übernehmen wollen, sollte man alternative Modelle prüfen. Dabei sollten die Vorteile der Ortsnähe weiterhin eine wichtige Rolle einnehmen. Sonst würde die soziale Bedeutung des Fussballs zu einem guten Stück verloren gehen, wenn man sich nur noch zum Fussballspielen trifft


    Die Kritik am Schulsport kann ich nicht ganz nachvollziehen. Selbst der DFB und die Verbände bieten jährlich spezielle Kurse für Grundschullehrer/innen an, um sie für den Fussball zu begeistern. Aber natürlich kann man niemand dazu zwingen. Schließlich haben auch andere Sportarten und Freizeitgestaltungen ihre Berechtigung.


    Ich erinnere gerne erneut daran, dass der Mädchen- und Frauenfussball vielerorts seine Anfänge in den Schulen gefunden hat, weil die Vereine dazu nicht bereit waren. Wenn hierzulande weiterhin lieber "Dorfbundesliga" in den Vereinen gespielt wird, statt sich in angemessener Weise um den Jugendfussball zu kümmern, warum sollte man dann nicht nach besseren Alternativen suchen.


    Unter den sich stark verändernden Rahmenbedingungen bedarf es der gemeinsamen Anstrengungen von Vereinen, Schulen und Komunen zur Sicherung des Fussballs in den Dörfern. Hier gilt es nach Synergien zu suchen, statt sich mit gegenseitigen Vorurteilen zu belasten.


    Leider höre ich meistens Argumente, die vom egositischen Gedanken für die eigene Mannschaft oder sogar die eigene Trainerperson geprägt sind. Das ist zwar legitim, ist jedoch in einer übergreifenden, zukunftsorientierten Betrachtung wenig zielführend.

    Günter


    Kannst du dich erinnen, wie Sir Alex mir vehement wiedersprochen hatte, wie wir über die Ausbildung auf Leistungsniveau gesprochen haben? Klar kommt es gut an, wenn ich als Verein meinen Ausbildungsgedanken für die Jugend in den Vordergurnd stelle! Aber ist das auch wirklich so, oder werden nicht kurzfristige Saison- und Liga-Interessen viel zu sehr in den Vordergrund gestellt? Wie ließe sich denn sonst wohl das "Haifischbecken" der Nachwuchstrainer in diesem Bereich erklären? Hier fehlt es an Transparenz der Leitbilder! Sonst würde man klar erklennen, das nicht die Interessen der Talente, sondern die der Vereine allerhöchste Priorität genießen!


    Als Beleg dafür mußt du dir nur einmal die Kadergrößen dieser Teams ab dem mittleren Leistungsniveau anschauen. Bei den B- und A-Jugend-Bundesliga-Team sind die Kader fast so groß wie die im Seniorenbereich. Obwohl man läßt weiß, dass sich niemand auf der Reservebank verbessern kann, holt man sich Jahr für Jahr junge Leute, die genau diese Plätze warmhalten sollen, damit die Saisoninteressen nicht in Gefahr geraten, falls doch mal ein "Stammspieler" ausfällt. Statt sinnvolle Jugendkonzepte, deren Kern in der Ausbildung bestehen muß zu entwerfen, werden Jahrespläne über den gewünschten Tabellenplatz vereinbart.


    Damit will ich nicht sagen, dass unsere Jugendausbildung schlecht wäre, was ja auch die internationalen Erfolge zeigen. Es wird jedoch weiterhin eine "Talentverschwendung" größeren Ausmaßes betrieben, weil die Ausbildung in den Vereinen leider meistens nur das zweitwichtigste Ziel im Jugendbereich ist.

    Günter


    Ich meine das hier:



    "rundherum, ausser in den grösseren Dörfern (5000 EW) und Kleinstädten, sieht es ähnlich aus.


    @TW nun sag mir mal, welche der holländischen Massnahmen, auf die du mit Neid schaust, soll da greifen?
    Babypille verbieten? Liebesräume schaffen? Heiratsgebot für alle ab 20? wöchentlich 24 Stunden Strom abschalten?


    Ironie, ich weiss, aber mache Entwicklung hier musst du mit Ironie sehen."


    Soetwas sehe ich als wenig hilfreich an! Man sollte Vorschläge, in die viel Hirnschmalz investiert wurde, erst einmal auf sich wirken lassen. Fast nie läßt sich ein erster Gedanke so in die Praxis umsetzen, aber er ist das Strohfeuer, was Energie in Gang setzt, um daraus etwas Gutes zu machen.


    Ralf Klohr hatte eine gute Idee für den unteren Jugendbereich. Mit den diversen Vorschlägen über zukunftsorientierte Lösungen soll der mittlere und obere Jugendfussball für den Breitensport unter geänderten Rahmenbedingungen sichergestellt werden.


    Natürlich ist auch in den Niederlanden nicht alles heile Welt (z.B. Fanausschreitungen in den sozialen Brennpunkten), aber man hat ihn durch gemeinsame Anstrengungen der Komunen und Vereine wieder ein menschenfreundlicheres Gesicht verliehen. Sonst wäre er nicht zu einem Anlaufpunkt für Generationen geworden.


    Bei unseren Dorfvereinen habe ich eher das Gefühl, dass immer mehr Plätze verwaisen, was sich nicht allein durch die geringer werdende Anzahl an Kindern erklären läßt!
    Da gibts eine Reihe anderer Gründe. Auch, was die Trainerausbildung anbelangt, sind uns die Niederländer ein Stück voraus. Denn dort gibts wegen des schnelleren Transports moderne Trainingsmethoden eine halbprivate Trainerausbildung. Allerdings haben die auch nicht so eine lange Tradition mit "halb-verbeamteten" Strukturen wie bei uns im DFB und den Verbänden. Denn während du bei uns noch dabei bist, diverse Unterlagen für die Berechtigung an einer Lizenz zu beschaffen, bist du dort schon kurz vor der Prüfung. Hierzulande wird viel zu viel Energie für Dinge, die nichts taugen, verbraucht. Allein die Anmaßung der Leistungslizenz-Ausbilder, wer mal später ein Trainer im Leistungs- und Profibereich werden könnte, würde sich aufgrund der eigenen Qualifikation ein Niederländer verbieten. Und genauso halten`s dann auch die Profivereine, die sich ausländische Trainer für ihre Teams holen.


    Wer zu guten Lösungen finden will, der muß sich von "alten Zöpfen" und Dogmen trennen.


    Sollten sich die Verantwortlichen beim DFB, den Verbänden und Vereinen nicht der Verantwortung stellen, so werden alternative Lösungen die Realtität verändern. Als Erstes wäre für mich der Transferrechner ein Modell für die Mülltonne. Denn mit der Veränderung von Anfrage (Spieler) und Angebot (Verein), werden sich die Möglichkeiten zugunsten der Spieler rasch verschieben. Wer dann noch seinen Ruf dadurch verschlechtert, dass er wechselwilligen Spielern Steine in den Weg legt, wird seinen Verein bald "leergepumpt" haben! Denn negativ Wahrgenommenes spricht sich sehr viel schneller herum!


    Denn sollte der Vereinsfussball im Jugendbereich zukünftig in den Schulbereich fallen, dann wird sich auch einiges in den Verbänden und dem DFB verändern, weil ein Teil der Beitragszahler wegbricht! Auch hätten es private Trainerausbildungsschulen sehr viel einfacher ihr Programm zu präsentieren, weil sich die Schulen für Trainerqualität entscheiden und dadurch das Monopol in der Ausbildung in den Verbänden und dem DFB gebrochen würde. Ich denke, dass der Wettbewerb einer effektiven und praxisnahen Ausbildung fast nur Vorteile für den Jugendbereich hätte.


    Die Hoffnung ist stets der Vater des Gedankens auf Wandelbarkeit! Manchmal genügen kleine Schritte nicht mehr, wenn die Hände zu lange in den Schoß gelegt wurden. Dann müssen größere Veränderungen mit teils schmerzhaften Verlusten die zukünftige Fussballgeneration in bessere Rahmenbedingungen begleiten.


    Die Ingeneure neuer Ideen als "Ketzer" zu beschimpfen, das ist gewiß nicht neu! Meist beschleunigt es sogar notwendige Veränderungsprozesse!

    Günter


    Auch wenn es sich zunächst sehr seltsam anhören mag, ist es gängige Praxis, dass später Spieler aus unteren Ligen hinzu kommen, die sich sehr rasch weiterentwickeln. Es deckt sich auch mit der Beobachtung der Talente, die Profis geworden sind. Denn in ihrer Vita kommen Sätze wie: "es gab viele Spieler, die talentierter waren als ich, ..aber ich habe immer an mich und meine Chance geglaubt .." oder " ... eine Eltern und Freunde haben mir geholfen, weil sie mich nicht unter Druck gesetzt haben, sondern weil ich so sein durfte, wie ich wollte ..."


    Leistungsspezifisch gibt es ebenfalls Merkmale, die auf eine unterschiedliche Entwicklung hindeuten. So erlernten die früh geförderten Kinder zunächst sehr rasch und mit großem Tempo. Das bedeutet jedoch auch, dass sie früher an ihren altersspezifischen Leistungszenit gelangen und danach zunächst in sehr viel kleineren Schritten hinzu lernen. Hier spielt inbesondere das Maß der Fremdsteuerung, die sich nicht mit dem individuellen "biologischen Alter" der Kinder auseinander setzt, sondern lediglich mit dem Jahrgang eine wichtige Rolle.


    Bei den später entdeckten Talenten spielt die Fremdsteuerung eine geringere Rolle, weil aufgrund des höheren Eintrittsalters der eigene Wille zum Leistungsfussball reifen konnte. Die Aussage: es ist fast alles trainierbar, trifft auf diese Gruppe besonders zu, weil sie die für sich noch neue und unbekannte Form des Fussballs sehr viel offener als Herausforderung begreifen, während die "Früh-Talente" es eher als Leistungsdruck empfinden, denen sie sich tagtäglich stellen müssen, wodurch ihr Traum vom Großen Fussball mit jeder Trainerkritik an ihren Fähigkeiten ein Stückchen mehr stirbt. Durch die unterschiedliche Willensbildung zur Leistungsbereitschaft überholen die "Spät-Talente" ihre Vorgänger und verdrängen sie aus diesem Leistungsniveau.


    Unser derzeitiges Nachwuchsfördersystem längst sich als "Stecknadel im Heuhaufen finden" begreifen. Es werden viele Talente geholt in der Hoffnung, dass daraus später einmal Kandidaten für höchsten Aufgaben werden. Jedoch ist der Zeitpunkt des Förderungsbeginns noch zu früh, um eine positive Prognose zu geben. Deshalb erfolgt beim Eintritt in dieses Förderprogramm auch der Rat, zunächst einmal seine soziale Umgebnung solange nicht zu verändern, wie die seriöse Erfolgsprognose noch nicht möglich ist.

    Günter


    Weil ich am Wochenende immer sehr viel zu tun habe, habe ich deine Beitrag vom Samstag erst heute gelesen.


    Ich weiß ja nicht so recht, welche Laus dir da über die Leber gelaufen ist, als ich vom wieder auflebendes Vereinsleben unserer Nachbarn berichtete.


    Irgendwie schreibst du mir in der letzten Zeit recht viel, kannst dich an manches gar nicht mehr erinnern und hin und bei einigen Antworten von dir erinnerst du mich an "Stina" von "Ferien auf Saltkrokan". Nur das du nicht wie Stina:" ... aber zuhause in unserer Straße .." anfängst, sondern: "... aber bei uns im Verein ..." alle Ideen für untauglich erklärst.


    Ich sehe es leider ähnlich wie Andre, siebener und weitere Schreiber, dass es Alternativen (nicht nur eine) braucht. Und wenn sich die Dorfvereine nicht diesen Ideen öffnen und mit den Gedanken mit mehr Tolleranz begegnen, dann könnte sich beim Tempo der Veränderungen in einigen Jahren bereits die Existenzfrage bei den Vereinen stellen.


    Insbesondere die Idee von siebener dort, wo es die Möglichkeit zur Kooperation mit der Schule gibt, von deren Möglichkeiten zu nutzen, könnte sich als Alternative herausstellen. Viel zu leicht wird vergessen, dass der Mädchenfussball zu einem guten Teil aus dem Schulfussball entstanden ist. Man muß nicht den amerikanischen Collegefootball kopieren, aber kapieren, was für uns aus diesem Modell vorteilhaft ist. Genauso sehe ich es mit den Gedanken von Andre über besser qualifizierte Trainer, um den Fussball attraktiver zu gestalten. Hinzu kommt, dass Dorfschulen aufgrund des Demografischen Wandels weiterer Aufgaben und Funktionen bedürfen, wodurch es Synergien zu den Interessen der Vereine geben könnte.


    Nur, weil du es für deinen Verein, deiner Dorfschule und deinen umliegenden Dörfern mit großer Skepsis betrachtest, könnte es in anderen Gebieten doch eine gute Alternative sein! Vielleicht könnten damit auch das aus dem Seniorenbereich stammdende "traditionelle Gewinndenken", welches sich kaum für den Jugend-Breitensport eignet, verändert werden in Richtung Erlebnisfussball.


    Es mag zunächst nicht einfach sein, über seinen eigenen Schatten zu springen und Kompetenz in fremde Hände zu legen. Aber jahrelanger Reformstau und gleichzeitige Zunahme der Probleme im Nachwuchs und den Nachwuchstrainern, lassen irgendwann keine andere Möglichkeit als "Vogel friss oder stirb" zu!


    Vielleicht kannst du dich noch daran erinnern, dass es beim Kunstrasenplatz-Modell in den Niederlanden u.a. darum ging, dass die Komunen ihre Unterstützung davon abhängig gemacht haben, dass die Vereine auch ihre Teams und Trainer für die Zukunft fit gemacht haben?


    Aber gute Lösungen beginnen meist an einer Stelle und sorgen dafür, dass sich andere Stellen entweder anpassen oder "angepaßt" werden. So hat Andre in seinem Modell frei und offen gesagt, dass ein Trainer, der sich jeglicher Fortbildung verweigert, damit rechnen muß, kurzfristig gegen einen geeigneten Kandidaten ausgetauscht zu werden. In Modell vom siebener sind es Honorartrainer, die im Schulsport ein bestimmtes Qualitätsniveau sicherstellen können.


    Aber egal, für welches Modell man sich entscheidet: wenn nichts geschieht, wird es schon in einigen Jahren ein "Massensterben" der kleineren Vereine geben. So, werden lediglich ganz kleine Vereine Fussball-Spielgemeinschaften auch im Seniorenbereich eingehen müssen, weil dies neben der Aufnahme weiterer Sport- und Freizeitgestaltungsbereiche die einzige Möglichkeit sein wird, den Verein als Ehrenamtsmodell weiterhin am Leben zu erhalten.

    Günter


    Das ist doch genau das, was wir Trainer aus dem Leistungsfussball seit Jahren predigen!


    1. bei zu frühem Wechsel (D-Jugend) fehlt die soziale Umgebung
    2. qualitative Überbewertung von Kreis- und Stützpunkt-Auswahlspieler (nur 0,5 % der Stützpunktspieler können sich für den Profifussball entwickeln)
    2.a. Spaß am Fussball darf nicht mit der Erwartung (allerhöchstens mit dem Traum) zum Berufsfussballer verbunden werden
    3. unerfahrene Eltern fehlt die Transparenz, um die beste Entscheidung für ihr Kind treffen zu können.
    3.a. nicht selten haben diese Spieler bis zur A-Jugend schon ein halbes Dutzend Vereine und mehr durch, weil sie bei jedem neuen Versuch allzugerne das glauben wollen, was man ihnen erzählt
    4. es keine verbindliche und flächendeckende Ausbildungsnorm gibt (jeder Verein darf sich NLZ, JLZ usw. nennen)


    Wer nicht hören will, soll fühlen sagt sich der DFB und sagen sich die Verbände. Deshalb verschleudern sie bislang keinen Cent für mehr Transparenz.


    Weil sich vermutlich viele Eltern gern auch einen Rat von einer neutralen Stelle einholen, wäre es genau wie die private Trainer-Ausbildungsschule eine Marktlücke.

    Günter


    Lehrgänge für Mädchen-/Fraufussball gibts! Sind jedoch meistens schlecht besucht! Man bot sogar Breitensport-Trainerlizenz mit dem Schwerpunkt Frauenfussball an. Das Resultat war, dass sich leider vielfach nicht genügend Interessenten dafür fanden und man es wieder abblasen mußte.


    Problem ist natürlich auch, dass es meist gar nicht genug Ausbilder für den Mädchen- und Frauenfussball gibt. Weil aber die Verbände und der DFB allzugerne autonom arbeiten wollen, scheuen sie sich manchmalc qualifizierte Vereinstrainer anzusprechen. Denn dabei besteht immer die latente Gefahr, dass die während iher Ausbildung "Vereinspropagangda" betreiben, um sich ganz nebenbei talentierte Spielerinnen aus der Umgebung zu verschaffen.


    Aber man sollte nicht gleich nach den ersten Fehlversuchen aufgeben. Denn ich hab auch schon mitbekommen, dass die Lehrgangsleiter trotz der Ankündigung, auf spezielle Unterschiede beim Mädchen- und Frauenfussball einzugehen, nur "Schema-F" präsentiert! Dann darf man sich nicht wundern, wenn dadruch das Interesse der Trainer noch geringer wird. Denn aufgrund der geringeren Trainerdichte bedeutet es für Viele eine weite Anfahrtstrecke. Da überlegt man es sich zweimal, ob sich die Fahrtkosten und der Zeitaufwand rechnet.


    Es ist noch weitaus schwerer für Mädchen und Frauen Trainer zu finden. Selbst bis in die 2. Frauen-Bundesliga hinein gibts Teams und Trainer, die lediglich für eine Aufwandsentschädigung dort einen "Pseudo-Profifussball" spielen. Weil`s dort weder Geld noch Ruhm zu verdienen gibt, ist das Interesse gering. Jede neue DFB-Auflage schränkt aufgrund der geringen finanziellen Mittel und des wenigen Personals die Möglichkeiten für den Mädchen- und Frauenleistungsfussball in den Vereinen weiter ein.


    Dass man aber auch ohne viel Geld hervorragenden internationalen Spitzenfussball spielen kann,.dass haben unsere U 20 Mädels in eindrucksvoller Weise bewiesen!

    isimple


    Es kommt nicht auf den Wortlaut, sondern auf den Sinn einer Regel an. Die Auslegung dieser Regel unterliegt einem Einzelfall. Durch die Abstoßregel soll der Spielaufbau per Kurzpaßspiel gefördert werden. Der Sinn der Regel ist leicht erkennbar. Wer gegen den Sinn der Regel verstößt, will sich einen unerlaubten Vorteil verschaffen.


    Kennen Trainer wie Spieler beider Mannschaften diese spezielle Regel nicht, so spielt wie für den Spielfortgang keine Rolle, weil kein unerlaubter Vorteil dadurch entsteht.


    Ein neutraler Schiedsrichter als Beobachter finde ich prima. Denn weil erst am der C-Leistungslizenz auch eine Schiedsrichterausbildung verlangt wird, sind fast alle Trainer im unteren Jugendbereich (noch) nicht regelfest und können vom Schiedsrichter über die Fussball-Regeln und deren Auslegung lernen. Regelsicherheit ist dann etwas anderes wie Pingeligkeit, denn der gute Schiedsrichter und seinen Stellvertretern (sind beim FPL die Spieler und Trainer) lernen auch die Vereinfachung von komplizierten Regeln und Vorteilsauslegung kennen.


    Mich würde interessieren, ob die Variante des Schiedsrichters als Beobachter im Hintergrund bereits in der Testphase im Aachener Raum als Variante in die FPL-Regeln aufgenommen wurde?

    siebener


    Mit deinem Vorschlag könnte man einige Probleme lösen.


    Man könnte die Transportlogistik (Schulbusse) lösen. Die Trainer- und Spielerausbildung aufgrund pädagogischer Erfahrungen auf ein solideres Fundament stellen Der Trainerlaie und Brüllaffe hätte sicher ausgedient.


    Die Sache hat leider auch ein paar Haken!
    1. Was machst du mit den Leuten, die nach der Haupt- oder Realschule in eine Lehre gehen? Die können nur abends nach der Arbeit trainieren!
    2. Sollen die Lehrer (z.B. Sportlehrer) auch gleichzeitig die Trainer sein? Wenn ja, bräuchte man dann zusätzliches Personal, das ausgebildet und bezahlt werden müßten?
    3. Entsteht nicht eine zusätzliche Abhängigkeit, wenn der Fussballtrainer gleichzeitig der Schullehrer ist? (ala: wer nicht zum Training kommt oder austritt bekommt schlechere Noten)
    3.a. Werden nicht schulische Probleme auf das Hobby übertragen, wenn der Lehrer gleichzeitig der Trainer ist?
    4. Wie soll der heute fließende Übergang von A-Jugend in den Seniorenbereich funktionieren, wenn sich Schul- und Vereinsfussball unabhängig voneinender entwickeln?
    5. Wird nicht noch mehr Erziehungsarabeit in die Schule verlagert und findet ein breiter Austausch von Ideen und Kulturen wirklich noch statt, wenn Lehrer und Schüler immer die Selben bleiben?
    6. Ist die Verlagerung des Jugendfussballs von der Schule in den Verein nicht auch ein Offenbarungseid für das Versagen kleinerer Vereine in der fehlenden Bereitschaft zur Anpssung an aktuelle Verhältnisse?
    7. Wird es dann Parallelwelten (Schulfussball-Ligen und Vereinsfussball-Ligen) im Jugendfussball geben, in denen unterschiedliche Maßstäbe angesetzt werden?


    Aber vielleicht hast du dafür auch Antworten?


    Günter


    Natürlich werden Erfolge wie Mißerfolge von Menschen geprägt. Wie wäre es sonst möglich, dass Vereine mit 1. Bundesliga-Tradition (Saarbrücken, Homburg, usw.) in die sportliche Bedeutungslosigkeit verschwunden sind bzw. andere Vereine kommt quasi aus dem Nichts (z.B. Hoffenheim) bis ganz nach oben. Genauso häufig sind gute Ideen auch an den durchführenden Ideengeber verbunden.


    Mir würde ein Stück an Kultur fehlen, wenn nach dem "du" im"Tante-Emma-Laden" nun auch die kleinen Dorfvereine verschwinden, weil alles zum größeren Verein in der Nachbarschaft zieht und man sich nicht mit der Zukunftsgestaltung dieser betroffenen Vereine beschäftigt.


    Voller Neid schaue ich auf der anderen Seite in die Niederlande, wo Komunen mit sanftem Druck die Vereine für die Zukunft fit gemacht haben und wo die Vereine zum friedlichen Treffpunkt der Generationen geworden sind. Dort hat man es geschafft, den Sportplatz als kulturellen Treffpunkt weiter zu entwickeln!


    Davon sind wir momentan meilenweit entfernt!


    Ich sehe auch beim Typus des kleinen Dorfvereins übertragbare Optimierungsmöglichkeiten, die ggf. nur leicht angepaßt werden müssen! Aber dazu müssen die Möglichkeiten sehr viel weiter umfasst werden, als es sich in den meisten eurer Beiträge vorstellen läßt! Denn die Bedürfnisse der Menschen lassen sich nicht in Fussball und einem großen, weit aus unbekannten und deshalb zu vernachlässigenden Rest beschreiben! Je früher die Ist-Aufnahme in den Vereinen schonungslos vorangetrieben wird, in denen man sich mit den Bedürfnissen der Menschen auseinandersetzt, je eher wird man zu wirksamen Maßnahmen finden. Ja, ich vermute sogar, man wird vielerorts die bittere Pille schlucken müssen, sich von der "Dorfbundesliga", mit dem alles Unheil begonnen hat, verabschieden müssen, um zu den Wurzeln des Fussbal als Erlebnis- statt Ergebnis-Abenteuer zurück zu kehren.

    Stefan70


    Das Interview steht für Vergangenheit und Gegenwart. Die Weiterentwicklung der Mädchen in den Jungenteams ist sicher auch heute noch erforderlich. Jedoch hat sich das zusätzliche Fördertraining weiterentwickelt. So fand in den vergangenen Jahren eine altersmäßiige Anpassung bei der Jahrgangs-Talentsichtung, der Verbandsauswahl und DFB-Auswahl.


    Dies schien auch deshalb dringend erforderlich, weil die Entwicklungsphase im Mädchenfussball kürzer ist als die bei den Jungen. Denn im Regelfall wechseln die Mädchen nach der B-Jugend in den Frauenfussball, während die Jungen erst nach der A-Jugend zu den Senioren wechseln.


    Leider ist mit der Einführung der B-Juniorinnen-Bundesliga erst ein schmaler Korridor für den Mädchen-Leistungsfussball geschaffen. Weil die C-Juniorinnen-Regionalliga als Unterbau für die B-Juniorinnen-Bundesliga noch fehlt, findet eine Förderung derzeit entweder in der Weise statt, dass die hochtalentierten Mädchen in Jungenteams spielen oder als Mädchenmannschaft in einer Jungenliga um Tore und Punkte kämpfen.


    Soll die B-Juniorinnen-Bundesliga weiter an Qualität sowie Niveauausgleich gewinnen, wird man seinen sportlichen Unterbau im C-Juniorinnen-Bereich noch stärker entwickeln müssen. Dabei wird nicht nur die größere Streuung ein Problem sein. Es ist auch sehr schwer, hierfür geeignete Mädchen-Trainer zu finden.


    Am Montag stehen unsere U 20 Mädels im WM-Finale. Drücken wir Ihnen die Daumen, damit noch mehr Mädchen den Wunsch haben, ihr Talent ausbilden zu lassen.

    Günter


    Selbst wenn es die unterschiedlichsten Gegebenheiten in den Vereinen gibt, so gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen gleichartige Umstände, die auf Lösungen warten:


    1. Demografischer Wandel
    2. Trainerbedarf im Jugendbereich


    Wie bereits aufgezeigt, wird jede Menge Geld und Zeit beim "Aushängeschid des Vereins" verwendet. Es wird alles Gejammere nichts nützen, wenn man nicht auf Basis einer realisitischen Istaufnahme zu neuen und für die jeweilige Vereinsgröße sinnvollste Lösung gelangt. Der Umbruch mag insbesondere dort, wo man Pfründe verliert, besonders schwer fallen.


    Noch mag es schwerfallen, neuen Ideen einen Raum zu verschaffen, aber schon in wenigen Jahren wird es bei den kleinen Dorfvereinen um existenzbedrohliche Veränderungen gehen. Die JSG sowie die gemeinschaftliche Nutzung der Vereinsanlagen mit anderen Sportarten ist nur ein Vorläufer, bis die Schlüssel zum Eingangstor an den Schützenverein übergeben werden. Wer übers Land fährt, der findet schon heute genug verwaiste Plätze.


    Genauso wie der "Tante-Emma-Läden" auf dem Dorf durch den Supermarkt in der Stadt verdrängt wurde, wird der kleine Sportverein verschwinden, weil immer mehr Kinder in größere Vereine mit besseren Rahmenbedingungen wechseln.


    Wer sich nicht rechtzeitig den Anforderungen zur Veränderung stellt, der wird von der Realität überrollt werden. Dann bleibt nur noch die Erinnerung daran, wie toll es doch früher alles war!


    Deshalb würde ich mich ganz besonders über Optimierungsvorschläge aus den Vereinen freuen, die bereits jetzt unter dem demografischen Wandel und der über größer werdenden Schwierigkeit, geeignete Jugendtrainer zu finden, leiden!

    Günter


    Ich will`s dir ja gerne glauben!


    Aber es gibt auch das andere Extrem! Da fragte ich einen Trainerkollegen, warum er denn unbedingt eine Trainerlizenz im Leistungsbereich machen will, wo er doch nur im unteren Jugendbereich im Breitensport trainieren möchte.. Er sagte mir, er sei umgezogen und würde gerne im neuen Verein Trainer werden. Dort hätte man ihm jedoch zur Bedingung gemacht, dass er nur dann den einzig offenen Trainerjob bekäme, wenn er die Leistungslizenz (mußte er aus eigene Tasche bezahlen) vorweisen könnte.


    Weil es diese riesengroße Bandbreite hierzulande gibt, würde ich nicht auf die Idee kommen, irgendetwas auszuschließen. Das ist auch gar nicht die Fragestellung, denn auch wenn`s sehr interessant ist, sind wir ein Stück von Andre`s ursprünglichem Thema abgewichen. Andre möchte gerne eine Veränderung in der Qualität des Fussballs im Jugendbereich. Er verspricht sich durch den insgesamt höheren Level sowohl bei Trainern als auch Spielern einen höheren Spaßfaktor. Wir diskutieren überwiegend darüber, was es alles für Gründe geben könnte, die einen Fortschritt verhindern!


    Eine kritische Beurteilung mag von totalen Fehleinschätzungen schützen, jedoch gehört auch immer eine Portion Mut und Neugier dazu, sich etwa Neues zuzutrauen. Und sei es nur darum, die Erfahrung zu machen, das es im eigenen Verein nicht, aber in einem anderen Verein durchaus klappen könnte.


    Es gibt auch gute Gründe dafür, dass sich die Erfahrungen und Methoden aus dem Spitzenfussball zwar sehr langsam, aber doch im Laufe vieler Jahre ganz oder teilweise auf tiefere Leistungslevel übertragen lassen. Man vergleiche nur einmal (in Länderspielen oder BuLi-Spielen) die Spieldynamik von vor 40 Jahren und Heute!


    Es wurde unserer DFB-Elf sogar zum Verhängnis, dass sie so ziemlich als letzte bedeutende Fussballnation in Europa noch mit Libero (Loddar) spielte. Nur aus dem damaligen Leidensdruck heraus läßt sich erklären, warum man mit einem flächendeckenden Nachwuchsfördersystem eine vergleichsweise radikale Veränderung im Fussball initiierte.


    Allerdings bin ich ganz bei Nela, dass es wenig hilft, sich zu beschimpfen, wenn die Argumente nicht mehr allein ausreichen. Respektvoller Umgang sollte trotz hitziger Debatte immer der "Rote Faden" einer Diskussion sein.

    MichaMittelfeld


    Bin leider auf Günters Trick (von wegen hätte er gar nicht gesagt) reingefallen und hab mich auf die Suche gemacht. Ach hätt ich bloß deinen Beitrag gelesen. Ja, du hast genau die Stelle rausgefunden.


    Ich hoffe jedoch, seine Glaubwürdigkeit als Vertreter des Dorffussballs wird dadurch keinen Schaden nehmen?

    Günter


    Es ist zwar nicht so leicht, aus deinen fast 6.000 Beiträgen, die entsprechende Aussage zu finden, aber hier ist sie (Thread: Rahmenbedingungen ohne Strafen, 3. Beitrag)


    Pünktliches Abholen


    zu der Zeit als es anfing, dass Eltern nicht mehr beim Training blieben, was anfangs ein Muss bei mir war, sondern nur noch ihre Kinder brachten und abholten kam es immer wieder mal vor, dass ich mit einem oder auch 2 Kinder noch alleine auf dem
    Träningsgelände noch 1/2 Stunde nach Träningsende auf deren Abholen wartete, oder sie nach Hause fahren musste.


    Gespräche mit den Eltern diesbezüglich zeigte zwar Einsicht, aber es änderte sich nicht grundsätzlich, kam immer wieder vor.


    wie ich hier vorging könnte man dann schon als Druck bezeichnen, hatte aber keinen anderen Weg gefunden.


    nach einem Training, rief ich allte Eltern zusammen, und teilte ihnen mit, dass ich vorraussichtlich meine Tränertätigkeit
    aufgeben muss.
    Als Grund schilderte ich ihnen obigen Sachverhalt, dass ich des öfteren zeitlich unter starken Druck bin, da ich des öfteren nach dem Training noch beruflich vereinbarte Termine hätte, und auch meinen ältern Sohn zum auswärtigen Training fahren
    müsste, und der dortige Trainer empfindlich reagiere, wenn er zuspät dort ankommt (war so ein versteckter, jedoch bewzusster Hinweis.

    Günter


    Grins :D Irgendwie meine ich in Erinnerung zu haben, dass du mit der Niederlegung des Traineramtes gedroht hattest, wenn die Eltern ihre Kinder nicht pünktlich bringen und abholen. Damit sollten doch die Leute mit schlechtem Charakter "auf Linie gebracht" werden oder?


    Klar ist es immer einen individuelle Entscheidung. Wenn aber schon Berufstrainer ihren Job von einen auf den anderen Tag hinwerfen, warum sollte ein Hobbytrainer dieses Recht nicht haben? Denn wenn alle Möglichkeiten ausgereizt sind, dann ist eine Beendigung des Engagements meist ein beserer Weg. Was habe ich davon, etwas weiterzumachen, was mir keinen Spaß mehr macht?


    Aber genau der Frustfaktor ist es, warum im Nachwuchsbereich besonders gerne Vater- oder Muttertrainer gesucht werden. Denn die machen noch weiter, obwohl sie vom Verein, einigen Eltern und Spielern ausgenutzt werden. Nur, damit ihr Kind ein paar Stunden Spaß pro Woche erleben darf!


    Würde es die Klientel der Elterntrainer im Nachwuchsbereich nicht geben, ich bin mir sicher, die Bedingungen für Jugendtrainer wären insgesamt längst besser!

    Günter


    Man kann bei deinem Beispiel nur mutmaßen, was der Beweggrund gewesen des Fördervereins sein mag? Jedoch darf man annehmen, dass der Verein seinen Namen wert sein möchte und "Fördertrainer" sucht. Die scheinen bislang in diesem Verein unzureichend vorhanden zu sein. Vermutlich haben die Gespräche mit den bisherigen Trainern ergeben, dass nicht der Wunsch zur Weiterbildung besteht? Weil man sich nicht damit zufrieden geben wollte, hat man den Weg über die Anwerbung entsprechender Trainer in der Zeitung probiert.


    Dazu hast du nicht alle Möglichkeiten (z.B. es werden zusätzlich 2 Tranier benötigt) in Betracht gezogen. Vielleicht wollten die Vorsitzenden des Fördervereins nach dem Motto: "neue Besen kehren gut" die beiden schlechtesten Trainer durch zwei auswärtige Trainer mit Wunsch zur Weiterbildung ersetzen? Vielleicht hören auch 2 Trainer auf und man möchte sie durch qualifiziertere Kandidaten ersetzen?


    Ich weiß ja nicht, wie das bei euch im Verband ist? Aber beim NFV gibt`s seitenweise Anzeigen von Vereinen, die über die Verbandshomepage qualifizierte Trainer suchen, weil sie vor Ort nicht die gewünschten Kandidaten finden. Aber auch Trainer, die sich verändern wollen, können sich dort anbieten. Das ist doch auch O.K. oder?


    Ich kann an deinem Beispiel lediglich mußmaßen, dass 2 Verantwortliche dieses Fördervereins glauben, dass eine Kombination aus Spaß an der Trainerarbeit (Sportfreunde) und der Unterstützung zur Weiterbildung (Bezahlung der Traienrlizenz) eine wünschenswerte Verbindung für dringend benötigte Trainer sein könnte.