Beiträge von TW-Trainer

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Günter


    Wir unterhalten uns hier in verschiedenen Threads über die ungerechte Verteildung des Budgets, wodurch insbesondere die Jugendarbeit zu leiden hat und du möchtest das Thema auf die rein buchhalterische Prüfung der Geldstransfer beschränken. Genau das ist doch der Punkt, warum die Kontrolle nicht funktioniert! Denn bei der buchhalterischen Prüfung wird doch gar nicht hinterfragt, ob die einzelnen Posten überhaupt und in dieser Höhe gerechtfertigst sind. Das ist auch nicht Aufgabe des Kassenprüfers oder Steuerberaters.,Es ist die Aufgabe des Vorstands seinen Mitgliedern Rechenschaft zu geben.


    Ob und wie sich die Mitglieder in ihrem Verein wohlfühlen, dass ließe sich bei entsprechendem Willen rasch feststellen. Es bedarf dazu lediglich eine schriftlichen Umfrage an die Vereinsmitglieder, was sie gut und was sich nicht so gut finden. Wenn sie dann noch ein kleines Kommentarfeld für die Begründung haben, dann hat man schon eine Entscheidungshilfe wo es am meisten hakt und wo die größte Zufriedenheit herrscht! Wiederholt man diese Umfrage jährlich, so kann man sogar die Entwicklungen kontrollieren.

    Günter


    Über Sachkenntnisstand bei einem ehrenamtlich geführten Verein muß man sicher nicht streiten! Zwar sagte ich bereits, dass ich nicht mehr weiß, ob die 5,- € pro Mitglied noch aktuell sind, aber es ist hier nicht die einzige Leistung, die von der Kommune für die Sportvereine erbracht wird. So wird hier der Rasen von der Kommune durch deren Personal und Maschinenpark in Ordnung gehalten.


    Ich denke mir mal, dass es sich ein Sportverein 2 x überlegen würde, auf die fest planbaren Leistungen der Kommune zu verzichten. Auch wäre der Verzicht den Mitglieder wohl schwer zu erklären. Zumindest könnten durch Einsichtnahme der Bücher und Einhaltung von Vereinbarung die schlimmsten Sünden ein wenig gemildert werden. Aber selbst, wenn es nur ein Tropfen auf dem heißten Stein ist, bringt er doch ein wenig mehr an Sicherheit, dass nicht alles Geld verplempert wird. Denn wenn ich da an den von dir genannten Jahresetat von 50.000,- € bei 400 Mitgliedern denke, dann stehen bei gleicher Verteilung jedem Mitglied 125,- € zur Verfügung. Ich denke, die passiven Mitglieder werden soviel nicht einmal brauchen.


    Ich hatte bei den Ideen für die Gestaltung der Generalversammlung nicht an die "Freibiergesichter" gedacht, sondern an "normale Mitglieder"!


    Mir schwebt da auch eine Veränderung im Freizeitprogramm vor, was ich als "Fussball und mehr" umschrieben hatte und dem Zweck dient, das Vereinsgelände zum Treffpunkt der Generationen umzugestalten.


    Welchen Wert diese Generationen-Events haben erkennt man immer daran, wenn mal wieder ein Fussballcamp verantstaltet wird. Auch andere Veranstaltungen wie die Sportwoche, Familentag, Osterfeuer, usw. ziehen Massen in ihren Bann. Warum halten sich die VHS-Angebote seit zig Jahren?


    Die Generalversammlung kann hierfür ein Impulsgeber für Ideen sein. Sie ist jedoch in der heutigen Form vielfach ein Sargnagel, der nicht zur Verbesserung der Situation im und um den Verein beiträgt.


    Auch haben sich andere Sportarten aufgrund ihrer geringeren Präsentationsfähigkeit unter dem Diktat der Fussballabteilung sowie die Einmischung von Sponsoren in die Vereinspolitik einen Endstadium genähert, wo es bald nur noch um existenzielle Fragen geht.


    Heute hängt in den Dorfvereinen fast alles am Tropf des Fussballs mit mancherlei Vor- aber auch vielen Nachteilen (selbst innerhalb der Fussballabteilung)! Diese Nachteile führten zu Desinteresse, weshalb heutzutage eine kleine Zahl von Mitgliedern über eine große Zahl bestimmt, was gemacht wird.


    Will man diesen gordischen Knoten lösen, ist eine Neuausrichtung des Dorfvereins unumgänglich. Mit der Öffnung muß gleichzeitig eine andere Bewertung des Interesses erfolgen. Denn bei einem ehrenamtlichen Verein darf es nicht nach dem Motto gehen: "wer die Musik bezahlt, der bestimmt auch was gespielt wird". Vereinspolitik hat einzig den Interessen ihrer Mitglieder zu dienen.

    Günter


    Hab da bei einem Verrein in Erinnerung, wo von der Kommune pro Mitglieder 5,- € Zuschuß bezahlt wurde. (Dafür mußten die noch nicht mal am Karneval teilnehmen! :D )


    Alle!
    Wie ich euren Äußerungen entnehme, ist das Interesse zur Teilnahme und Abstimmung über Vereinsangelegenheiten überall sehr gering.


    Da ich Mitglied in unterschiedlichen Sportarten bin, hab ich eigentlich nur eine Ausnahme festgestellt. Das ist ausgerechnet ein Angelverein, wo die Teilnahme an den Generalversammlungen deutlich höher ist. Aber vielleicht liegt es ja auch daran, das man sich beim Angeln nur ganz leise oder gar nicht unterhält und so das Bedürfnis hat, sich einmal im Jahr auszutauschen?


    Es wurden hier einige Gründe für das Fernbleiben an der Generalversammlung genannt. Hauptsächlich war es wohl das Desinteresse darüber, was außerhalb der Mannschaft im Verein geschieht. Ich denke, dieses Desinteresse entspricht eigentlich dem sonstigen Desinteresse, am "öffentlichen Leben" teilzunehmen als Ausdruck der persönlichen Freiheit. So ist es auch sehr viel bequemer, sich über Dritte zu informieren und sich aufzuregen, statt sich am Entscheidungsprozeß zu beteiligen. Weiterer Ausdruck der Unabhängigkeit ist die "Abstimmung mit den Füßen". D.h. anstatt an einer Veränderung mitzuwirken, beschließt man den Verein zu verlassen, um woanders sein Glück zu versuchen.


    Ich hatte häufig das Gefühl, dass das formale Prozedure viel zu viel Zeit in Anspruch genommen hat und für die aktive, spontane Diskussion mit einer darauffolgenden Abstimmung viel zu wenig Zeit bliebt. Eigentlich müßte es doch heutzutage möglich sein, diese Daten vorab per E-Mail zu versenden, um so die Generalversammlung "lebendiger" zu gestalten. Wenn dann dazu Fragen sind, kann man per E-Mail anfragen und auf der Versammlung die Fragen mit den jeweiligen Antworten vortragen. Häufig interessiert dies weitere Mitglieder, aber niemand traute sich vor der Versammlung zu fragen!


    Mich würde einmal interessieren, mit welchen Mitteln ihr eure Mitglieder zur Generalversammlung bekommt und wie bei euch diese Veranstaltung gestaltet wird?


    Wenn der Verein seinen Mitgliedern zurück gegeben werden soll, dann muß ja an irgendeiner Stelle der Anfang gemacht werden! Wie müßte man die Generalversammlung aussehen, um sie für ihre Mitglieder interessant wird und weitaus mehr daran teilnehmen, als bisher?

    Günter


    und unerfahrende bzw. nicht ausgebildete Trainer in den unteren Ligen aufs Hineinrufen im Spiel zu verzichten, bis sie über eigene Erfahrungen verstanden haben, dass ein faires Spiel für alle Beteiligten mehr Spaß macht, als der kurzfristige Genuß über einen unberechtigten Vorteil oder die Verärgerung über ein unfaires Verhalten beim Gegner!


    Aus den persönlichen Erfahrungen des Straßen- und Schulfussballs heraus bin ich durchaus guter Dinge, dass man das auch im Vereinsfussball hinbekommt, wenn alle Verantwortlichen begriffen haben, dass sie ihre Rollen beim Spiel deutlich passiver zu interpretieren haben.


    Applaus ist O.K., aber keine Kritik an der eigenen oder gegnerischen Mannschaft!


    Ich weiß, du brauchst das nicht! Aber für einen unerfahrenen Trainer hätte ich mal den Tipp, bis auf die Mannschaftsaufstellung und 2 - 3 mutmachenden Sätzen sein Team auf den Platz zu schicken. Nur mal während des Spiels ein paar gute Aktionen mit Applaus zu begleiten, auf eine Halbzeit- und eine Ansprache unmittelbar nach Spielschluß zu verzichten. Erst beim nächsten Training die Kids zu fragen, was sie gut fanden und wo sie meinen, dass man es noch besser machen kann. Erst danach ein kurzes Feedback geben und die Gelegeneheit im Training nutzen, das was die Kids glauben, besser machen zu können auch üben zu dürfen.


    Gerade bei unerfahrenen Trainern entsteht leicht ein emotionaler Teufelskreis. Man glaubt, man hätte ausreichend auf etwas aufmerksam gemacht und ist sogar davon überzeugt, dass man richtig gehandelt hat, weil es bei den zweiten in den ersten Minuten danach auch umgesetzt wird. Weil sie es jedoch noch nicht verstanden haben und es nur deshalb machen, um dem Trainer Freude zu bereiten (oder nicht ausgewechselt zu werden), ist es schon nach kurzer Zeit vorbei mit dem Umsetzen der Maßnahmen. Das verärgert den Trainer und er steigert sich u.U. sogar so weit hinein, dass er glaubt, die Spieler würden es nun extra falsch machen, um ihn zu ärgern. Wenn dann vielleicht ein anderer Erwachsener schlichtend eingreift, kannst bei der "hochexplosiven geistigen Agressionsmasse" zu Ausschreitungen kommen, bei der alle Beteiligten sich wünschen, diese Situation wäre nie entstanden.


    Das muß nicht, kann aber geschehen! Solange dieses "Restrisiko" der Eskalation im Fussball zu hoch ist, braucht es die FPL-Regeln. Erst, wenn Einsicht einkehren sollte, kann man auf die ein oder andere Maßnahme verzichten. So sitzen manchmal in engen Hallen die Eltern unmittelbar am Spielfeldrand. Aber hier ist die Gefahr deutlich geringer, denn sie wollen schließlich, dass ihr Kind weiterhin von Fördermaßnahmen profitiert. Im Verein mag die Hemmschwelle bei Trainer und Eltern unterschiedlich sein!

    siebener


    Der Fisch fängt bekanntlich am Kopf an zu stinken. Wenn sich die Seniorenspieler samt Trainer und Betreuer in die Generalversammlung setzen, dann haben die ja schon fast die Mehrheit! Hierzulande ist die Beteiligung an Generalversammlungen bis auf 3 - 5 % geschrumpft. Man müßte vermutlich das Vereinsrecht ändern, wonach mindestens 50 % der Vereinsmitglieder über eine Entscheidung zustimmen. Und sei es durch die Einholung einer schriftlichen Befragung. Da die Kommune vielerorts den Vereinssport durch finanzielle Zuwendungen unterstützt, sollte sie die Bezuschußung von der Gelderverwendung von gemeinsam vereinbaten und langfristigen Interessensverfolgung abhängig machen. Weil auch der DFB die Lizenztrainer-Ausbildung zu Vereinszuschüsse subventioniert, sollte man auch diese Zuwendung von der Sicherstellung bestimmter Rahmenbedingungen, die der Zukunftssicherung dienen, abhängig machen.


    Die Schwierigkeit besteht darin, allen Bereichen des Vereins gleichermaßen gerecht zu werden. Das geschieht von allein nicht, weshalb es den sanften Druck der Steuerung und Kontrolle von außen braucht. Denn was unter Vereinsdemokratischem Verhalten verstanden wird, hast du mit deinem Beispiel mit drei vollständig erschienenen Seniorenteams, die bereits die Mehrheit der erschienenen Teilnehmer bei der Generalversammlung darstellen, sehr eindrucksvoll beschrieben.

    @Zoldiak


    Auch ich bin ein absoluter Verfechter der Positionsflexibilität, denn bis heute bilden wir allzuhäufig Positionsidioten aus! Erst im Seniorenbereich müssen die Spieler dann lernen, sich situationsbedingt von ihren Positionsformeln zu lösen, um dort, wo sie gerade gebraucht werden, den bestmöglichen Job zu machen.


    Denn nach der Vermittlung von Grundelementen des ballorientierten Spiels erfolgt die Vermittung von schnellen Entscheidungen auf ständig wechselnde Situationen.


    Ziel soll es sein, dass jeder Spieler so agiert, als wäre dies seine Position. (die speziellen TW-Funktion ausgenommen)


    Aber wenn ich den Verfasser dieses Beitrags richtig verstanden habe, dann gehts darum, ein ganz normales U 13 Team mit den Grundelementen des ballorientierten Spiels vertraut zu machen. Ich habe dabei so meine Zweifel, weil sehr viele Elemente bei Ballbesitz und Balleroberung schon aus technischen Limitierungen heraus schwierig sind. Dann die technischen von den taktischen Defiziten jeweils zu trennen, dürfte eine besondere Herausforderung sein. Wenn dabei keine praktische Erfahrungen oder eine entsprechende Ausbildung fehlt, dürfte es schwierig sein, aufgrund unterschiedlicher Erwartungen weiterhin Spaß am Fussball zu haben.


    Ich weiß auch nicht, welches Motiv hinter dieser Umstellung stecken soll, wenn doch in dieser Liga nur bei den Topteams in der Region vereinzelt Elemente des ballorientierten Spiels bereits in präsentationsfähiger Form vorliegen? Ich will ja nun nicht sagen, das ballorientierte Spiel sei Hexerei, aber allein das Verständnis und die Umsetzung der Fachbegriffe bedürfen einer Zeit, in im normalen Training in einer normalen Mannschaft vermutlich nicht zur Verfügung steht. Wenn dann dem Trainer auch noch die Erfahrung zur Fehleranalyse und Korrektur fehlt, dann wollen zwar alle zum Mond fliegen und wissen, dass man dazu eine Rakete braucht, aber keiner hat die Ausbildung darin, wie man so ein Ding von der Erde in Richtung Mond bekommt.


    Es kommt ja schließlich auch niemand auf die Idee, auf Zuschauerbasis von Fernseh-Arztserien selbst zum Skalpell zu greifen!

    Zodiak
    Du wiederholst meine Aussagen mit deinen Worten, wobei du nachvollziehbar begründest (was man nicht trainiert hat, kann man auch nicht spielen), wie für die Taktikarbeit auszusehen hat.


    Bei den ausgebildeten Trainern kann man auch schon in der U 13 elementare gruppentaktische Fähigkeiten traineren. Denn hier ist ein Weg vorhanden, um aus den anfänglich unstrukturierten Entscheidungen während des Wettkampfs im systematischen Training nach und nach grundlegende taktische Fähigkeiten nachhaltig anzulegen.


    Oder hat dich ja die Entscheidung zur postitionsbezogenen Ausbildung ab der B-Jugend verunsichert? Jedoch spielt die Position für die grundlegenden Elemente von Taktik nicht so sehr eine Rolle. Denn im ballorientierten Spiel ist der vorderste Angreifer zugleich auch der erste Abwehrspieler und der letzte Verteidiger zugleich der erste Angreifer. Das Verschieben zum Ball in Abwehr und Angriff unter der Berücksichtung der Positionen eigener wie gegnerischer Spieler ist ein dynamischer Prozess, der nur funktionieren kann, bei dem die Situation und wahrscheinliche Veränderung gescannt, anaylsiert und ausgewertet werden muß. Weil wir Erwachsene diesen Prozeß bereits zig-mal erfolgreich pratiziert haben, glauben wir, dass es auch für die Kinder leicht sein möchte. Doch der Bereich des vorderen Hirnlappens, in dem der Abgleich von lang- und kurzfristig gespeicherten Bildern, wächst erst noch vom 15.ten bis zum 20.-ten Geburtstag um das Doppelte. Wir können den Fähigkeitenerwerb für Entscheidungen trainieren, aber den biologischen Entwicklungsprozeß können wir nicht verändern.

    Günter


    In der Auswahlarbeit wird vermehrt ohne Schiedsrichter gespielt. Meist wird den Kids und den anwesenden Zuschauern (darunter Heimattrainer u. Eltern) erklärt, warum ohne Schiedsrichter gespielt wird. Zunehmend seltener müssen die Auswahltrainer dirigierend eingreifen. Fälle, in denen Spieler sich den Ball greifen, obwohl sie wissen, dass der Gegner dazu berechtigt sind, werden immer seltener! Dies liegt insbesondere daran, dass Auswahltrainer vermehrt das Ausbildungsziel, zu dem auch die sportliche Farness zählt, lehren!


    Wenn in einzelnen Teams Situationen auftauchen, in denen Spieler sich mit unfairen Mitteln Vorteile verschaffen, dann sollte die Ursache bei falschen Ausbildungsmethoden im Heimatverein zu suchen sein. Dazu zählen Sprüche wie: "Aus, Foul oder Abseits ist nur dann, wenn der Schiedsrichter pfeift"! Damit ist gemeint: wenn der Schiri zu blöd ist und nicht pfeift, dann nutz es für dich aus! Das wird den Kids als Cleverness und nicht als unfair verkauft! Daraus resultiert natürlich, dass man sich ganz besonders darüber aufregt, wenn auch der Gegner zu unfairen Mitteln greift.


    Wenn ihr sollte Konstellationen bei euch habt, dann sollten sie zunächst einmal die Erwachsenen an die Nase fassen. Denn es ist nicht allein damit getan, die Erziehung zum unfairen Verhalten auf den Schiedsrichter abzuschieben. Erstmal seit ihr Trainer unnd Eltern gefordert, es euren Kids richtig beizubringen!

    @DaCome


    Weil du ja auch vermutlichen keinen Laien, der sein Wissen ausschließlich aus dem Internet oder dem Fernsehen hat, eine Operation am "offenen Herzen" machen läßt, sollte auch kein Laie an der gruppentaktischen Ausbildung herum experimentieren.


    Denn, wenn`s auch den Kids Spaß machen soll, dann sollte der Trainer die Erfahrung dazu besitzen, die Umstellung vom gegner- in den ballorientierten Fussball theoretisch wie praktisch vermitteln können.


    Wenn schon die NLZ der Profivereine zur Erkenntnis gelangen, dass die Positionsspezifische Ausbildung erst ab der B-Jugend beginnen sollte, dann heißt es bis dato die individuellen Fahigkeiten in Technik und Taktik soweit zu verfeinern, dass anschließend gruppen- und mannschaftstaktisch auf diese Ausbildung aufgesetzt werden kann. In den NLZ sollte es auch genügend ausgebildete Trainer geben, um als Vorstufe für die Positionsausbildung Elemente aus dem ballorientierten Spiel (z.B. Verschieben zum Ball) trainieren. Damit die Nachhaltigkeit dieser Aufgaben gewährleistet ist, sollten die Ausbildungsinhalte im Jugendkonzept aktualisiert werden.


    Leider wird, wie auch hier im Forum ersichtlich, die "Kette" allzusehr als Mode beschrieben, ohne dessen Inhalte im Detail zu kennen. Gegen ein Engagement im Jugendbereich ist nichts einzuwenden. Wer jedoch die Inhalte seines Trainings umstellen möchte, sollte dies vorher mit der Jugendleitung abstimmen. Denn sonst könnte rasch der Spaß am Fussball verloren gehen, wenn Trainer und/oder Mannschaft überfordert werden, weil die Voraussetzungen nicht erfüllt sind.

    Marco84


    Ein erfahrener Trainer mag vielleicht rasch erkennen, wo der seine neue Mannschaft "abholen" muß, aber für dich macht es durchaus Sinn, neben deinen Beobachtungen (aus denen du aber nicht ganz schlau wirst) die Jungs zu befragen, um einen Mittelwert zu finden, was die Meisten im Team für interessant halten.


    Zwar hast du uns noch nicht verraten, in welcher Liga deine B-Junioren spielen, wenn das Team jedoch in der vergangenen Rückrunde wegen Trainermangel nur Freundschaftspiele absolviert hat, gehe ich mal von unterem Breitensportbereich aus. Diese Jungs dann mit Gruppen- und Mannschaftstaktik zu vergewaltigen, anstatt sich zunächst einmal wieder Spaß am Fussball gewinnen zu lassen, das kann ich mir durchaus als eines der Ergebnisse deiner Gesprächsrunde vorstellen.
    Das ballorieniterte Verschieben hat dann noch bis zur Rückrunde zeit.


    Wie du selbst schon gemerkt hast, wollen sich die Jungs gerne im Wettkampf messen, wenn denn der Trainer dabei sicherstellt, dass durch in etwa gleichstarke Teams jederzeit Chancengleichheit herrscht. Zu glauben, dass es den Jungs vielleicht mehr Spaß macht, wenn du ihnen erzählst, welche Muskelpartien dabei bewegt werden, würde ich vorsichtig gesagt, eher nicht glauben. Das würde vermutlich nicht mal "Polsdi" interessieren und der spielt beim Jorgi in der Nationalmannschaft.


    Ich finde es aber toll, wie du dich engagierst und dir dein Wissen durch Tipps erweiterst. Ich bin mir sicher, dass du schnell einen guten Weg zu deiner Mannschaft finden wirst. Aber ein bißchen Geduld mußt du schon noch mitbringen!

    Toto13


    1. Was und wieviel kann das Kind sehen?
    Ein "dominantes Auge" hat eigentlich jeder Mensch. Das kann man selbst rasch testen, in dem man einen Gegenstand fixiert (z.B. Fussball aus 10 m Entfernung) und dann abwechselt das rechte und das linke Auge schließt. Dort, wo die geringste Abweickung gegenüber dem beidäugigen Fixieren des Gegenstands festgestellt wird, ist das dominante Auge. (Sportschützen nutzen diesen Effekt z.B. aus, um besser zu treffen)


    Einge großbe Gesichtsfeldprüfung kann man vornehmen. (Eine genaue Analyse kann jedoch nur der Augenarzt machen) Für die grobe Prüfung stellst du dich im 90 Grad Winkel im Abstand von ca. 5 m zum Kind auf. Du bittest nun das Kind nur gerade auszuschauen. Sobald es sich darauf konzentriert hat, hälst du unterschiedliche Gegenstände hoch und bittest es, ohne Veränderung der Blickrichtung dir den Namen des hochgehaltenen Gegenstands zu nennen. Dann wechselst du die Seite und wiederholst den Vorgang. Ist das Gesichtsfeld zu beiden Seiten eingeschränkt, so wird es insgesamt die Gegenstände schlecht erkennen können. Sie das Gesichtsfeld unterschiedlich verteilt, stellt man unterschiedliche Ergebnisse fest.


    Dass alle Menschen im Sehzentrum "dunkle Punkte" haben, ist allerdings normal. Jedoch sind diese Bereiche so winzig, dass sie sich lediglich messen lassen, aber die Alltagsleistung nicht beiträchtigen. Eine unterschiedliche Wahrnehmung von Farben (Farbblindheit) sowie einer Grauton-Wahrnehmung (Sicht bei Dunkelheit) kann ebenfalls eine Beeinträchtigung der Sicht in bestimmten Situationen (z.B. sind Jungs sind eher gelb-grün farbenblind) bedeuten.


    Aber wie schon beim Sichtfeld: der Laie erkennt soetwas nur dann, wenn es zu einer deutlichen Leistungseinschränkung kommt. Im Detail kann es nur der Experte feststellen.



    2. Clique geht vor Mannschaft
    Wenn das Kind (momentan auf der rechten Seite) zur Clique des zentralen Mittelfeldspielers gehört, der linke Mittelfeldspieler hingegen nicht, dann soll das Cliquen-Mitglied etwas mehr Spaß beim Fussball haben, was durch mehr Ballbesitz möglich ist. Ergo entscheidet sich der ballführende Spieler beim Abspiel eher für seinen Kumpel, obwohl er mit dem anderen Spieler keine Probleme hat.


    Auch beim Wechsel in eine andere Altersgruppe oder bei der Zusammenlegung von Teams kann man gelegentlich und in unterschiedlicher Ausprägung diesen Cliqueneffekt beobachten.


    Beim Leistungsfussball erkennen erfahrene Trainer dieses Phänomen, dass bei mehreren Spieler aus einem Ort, Heimatverein oder Schule den Ball lieber untereinander zirkulieren lassen, weil man sich so gegenseitig besser von seiner "Schokoladenseite" zeigen kann. Geht es dabei um eine Leistungsbeurteilung, so achtet man bei der Positionszuweisung auf dieses besondere Merkmal, sodass für alle Teilnehmer Chancengleichheit herrscht.


    Im höheren Fussball wird dies jedoch teilweise als Vorteil gesehen, weshalb man sogar en Block die Mannschaft aus Spielern bestimmter Vereine zusammen stellt (z.B Bayern-Block, Dortmund-Block)


    Ob und wie man dem Cliqueneffekt entgegen wirken kann, mag sich für einen E-Jugend-Trainer anders darstellen als für einen Trainer einer anderen Alters- oder Leistungsgruppe.

    Günter


    Na, das ist ja mal eine Ergänzung! MichaMittelfeld wäre sonst sicher mit der Korrektur gekommen!


    Aber welchen Einfluß hat das jetzt auf diese Diskussion? Die Einwände, die Situation differenzierter zu betrachten, ist sicherlich richtig. Gerade deshalb ist dein Einwand, das bei euch fast alles ruhig ist und du immer alles unter Kontrolle hast doch kein Argument für andere Zustände in anderen Gebieten?


    Gehen wir deshalb mal auf die Punkte von Ralf ein wenig ein:

    1. Wir verlieren im Jugendspielbetrieb auf Kreisniveau immer mehr Mannschaften ab der D-Jugend

    dafür:
    - weniger Kinder im Einzugsgebiet des Vereins
    - Kinder entdecken anderes Hobby, was ihnen mehr Spaß macht
    - fehlender Spaß liegt teiweilse an falschen Zielsetzungen und nicht altersgerechtem Training aufgrund nicht oder unzureichend ausgebildeter Trainer im unteren Jugendbereich
    - Wegzug bzw. Vereinswechsel
    - Sonstiges


    Einen Teil dieser Abgänge können wir durch geeignete Maßnahmen korrigieren. Jedoch bestehen Zweifel am Willen, wenn man sich bei Tipps von erfahrenen Trainer auf den "Schlips" getreten fühlt oder sogar meint, wenn Fortbildung gefordert sei, dann solle man doch besser den Krempel hinwerfen! Fast in jedem Verein gibts erfahrene und gute Trainer, die ein offenes Ohr für ihre unerfahrenen Kollegen haben. Der Weg dorthin ist nicht weit! Man muß nur über einen winzig kleinen Schatten springen.


    2. Wir verlieren auf Kreisebene immer mehr Seniorenteams
    - weniger Jugendliche im Einzugsgebiet des Vereins
    - Folge des Desinteresses der Vereinsverantwortlichen an der Jugendarbeit
    - Bevorzugung auswärtiger "fertiger Spieler" vor dem eigenen Nachwuchs aus der Jugend.
    - Sonstiges


    Wenn die Kassen geplündert sind, lassen sich diese Fehlentscheidungen im Seniorenbeeich nicht kurzfristig durch eigenen Nachwuchs kompensieren
    Hier fehlt es an einem Konzpt zur Vereinsführung, weil Saisonziele langfristigen Zielen zur Förderung des gesamten Vereins vorgezogen werden. Der Verein wird zum Selbstbedienungsladen zur Befriedigung persönlicher Eitelkeiten. Es mangelt an Fachkompetenzt als Entscheidungshilfen. Sponoren beanspruchen das Recht für sich, in die Entscheidung für die Verwendung der Vereinsgelder einzuwirken. Diese Einwirkung kann sich nachteilig für andere Bereiche des Vereins auswirken. Zwar gibts vom DFB und den Verbänden ein Angebot zum Vereinsmanagement. Aber da gehen leider meistens nicht die obersten Entscheidungsträger hin. So verpufft das Know-How in den Vereinen.


    3. Wir verlieren auf Kreisebene immer mehr Schiedsrichter
    - keine praxinahe Ausbildung
    - unzureichende Unterstützung und Kontrolle durch Schiedsrichterobmann bwz. -ausbilder
    - schlechetes Schiedsrichterimage (muß häufig als Schuldiger bei drohenden Niederlagen herhalten), weil nur selten positive Nachrichten


    Der DFB und die Verbände haben sich dieser Aufgabe dadurch entledigt, als das sie von den Vereinen, die ihre Größe entsprechend zu wenig Schiedsrichter ausbilden lassen, Geldstrafen auferlebt.Wenn man meint, der Schiedsrichter gehört zum Spiel, dann muß da ein bißchen mehr kommen, als der Hinweis, dass bei Schiedsrichterbeleidigung ein Stadionverbot droht. Diese Aufgabe sollten sich eigentlich auch die Verantwortlichen der Heimmannschaft stellen, statt die Verantwortung dafür auf den Schiedsrichter abzuschieben.


    Und obwohl fast jeder zweite Jugendschiedsrichter während seiner 1. Saison aufhört, schrillen nirgends die Alarmglocken. Scheinbar gibt es auch die Kassenlage her lieber eine Strafe zu zahlen, anstatt sich mit Unannehmlichkeiten, die das eigene Image nicht verbessern, zu beschäftigen.


    4. Wir verlieren grundsätzlich immer mehr Ehrenamtler
    - unterschiedliche Bewertung und fehlendes Lob für die Übernahme von Ehrenamtsarbeit
    - fehlende Einweisung und Unterstützung durch Vereinsverantwortliche
    - andere Freizeitangebote werden attraktiver
    - Familienstruktur verändert sich (es gibt mehr kinderlose Paare)
    - Sonstiges


    Obwohl die Gründe längst bekannt ist, dass es immer schwieriger wird, ausreichend Ehrenamtliche für die Vereinsarbeit zu gewinnen und zu halten, erfolgt vielfach keine Anpassung an die Interessen der Ehrenämtler.


    Zwar hat sich die Vereinshierachie nicht wesentlich verändert, jedoch ist festzustellen, dass immer weniger Mitglieder an der Generalversammlung) teilnehmen. Mag manchmal sogar gewollt sein, um sich vor unangenehmen Fragen zu drücken. Das Motiv einer geringen Mitgliederbeteiligung ist auch zu erkennen, wenn diese Termine bewußt in die Ferien gelegt werden. Würde man die Beschlußfähigkeit z.B. auf 50 % der Mitglieder festlegen, gäbe es vermutlich sehr viel weniger einseitige Entscheidungen in "stiller Runde"!
    Aber auch dann darf man die Probleme einer wirksamen Kontrolle der Verreinsaufgaben nicht unterschätzen. So werden die "Kassenbücher" meist lediglich nach buchhalterischer Korrektheit geprüft, nicht jedoch nach der Korrektheit seiner Verwendung. Auch kommt es immer wieder zu Phasen, in der Vereinsgelder mit ein wenig krimineller Energie veruntreut, bzw. unterschlagen werden. Nur selten werden solche Fälle bekannt, weil man sich trotz des entstandenen Schadens keine Blöse geben will.
    Leider hat der Geldregen durch die Zunahme an finanziellen Mittel längst nicht überall den gewünschten Effekt gehabt, sondern den Verein in eine Sonnen- und eine Schattenseite zerteilt. Aufgrund des demografischen Wandels kommt jedoch immer mehr Schattenfläche hinzu und die Probleme bedürfen einer differenzierten Betrachtung und Lösung. Ein "Weiterso" wird bei den kleinen Vereinen schon bald "blühende Wiesen" erschaffen, über das sich Kühe, Schweine und Schafe freuen dürfen.


    Leider sehe ich auch die große Gefahr, dass man trotz wachsender Probleme weiterhin versucht, diese auf die jeweils anderen Interessensgruppen abzuwälzen, statt im Rahmen einer interdisziplinäre Aufgabe seinen Teil zur Verbesserung des Vereins beizutragen.

    Liebe Trainerfreunde,


    genau wie in anderen Bereichen unserer Gesellschaft versucht man durch Belegung von Zahlen ein bestimmtes Interesse und eine Sichtweise der Dinge zu verbergen. Nur in Ausnahmen sind diese Zahlen brauchbar. Denn nur, wenn sich herausstellt, dass bei der Datenbeschaffung nicht bereits ein bestimmtes Ergebnis herauskommen soll, kann man ihnen vertrauen.


    Auch bei diesem Thema war für den Beobachter rasch zu erkennen, dass je nach Interesse unterschiedliche Ergebnisse ans Tageslicht kamen. Und um beim Thema Bayern und dem Vergleich der Verletztenanzahl beim Okoberfest zu bleiben, fällt mir eine kurze Story ein: Das Mäxchen wird von seinem Lehrer gefragt, ob er Fan einer bestimmten wäre. "Ja, von den 60-igern" antwortet er. "Warum", will der Lehrer von ihm wissen? "Na, mein Vater ist Fan von den 60-ern, meine Mutter ist Fan von den 60-gern, meine Schwester ist Fan von den 60-zigen .."! Da fällt ihm der Lehrer ins Wort: "aber Mäxchen, wie willst du dir denn eine eigene Meinung bilden" entrüstet er sich! "Stell dir mal vor, dein Vater wäre ein Ganove, deine Mutter eine Betrügerin und deine Schwester eine Taschendiebin!" "Na dann wäre ich natürlich Fan von den Bayern" schießt es wie aus der Pistole aus Mäxchens Mund.!


    Am Beispiel des Verhaltens einer Frauenmannschaft hat @hopesolo angeführt, dass es bei ihr ein Team gibt, die sich (aufgrund ihrer Herkunft) ungebührlich benehmen. Ich mußte ein wenig schmunzeln, denn in der Tat handelt es sich bei den Rivalinnen nicht immer um Lämchen! Auch sind sie in der Wahl ihrer Schimpfworte nicht zimperlich. Sie hat jedoch nichts von Prügeleien und Spielabbrüchen berichtet.
    Dementsprechend wäre es mein Wunsch, dass wir uns nicht mit gleichartigen Dingen, die seit Jahrzehnten im Fussball vorkommen (können) bei diesem Thema beschäftigen, sondern um die Extrem-Fälle, die eine Korrektur eines zu beobachtetenden Trends erforderlich machen.


    Und wenn Günter behauptet, in seinem Bereich hätte es nie irgendwelche aussergewöhnlichen Vorfälle gegeben, dann können wir ihm das entweder glauben oder dabei an Stina aus "Ferien in Saltkrokan" denken, bei der auch immer alles anders war! :D

    @open minded


    Genau das sind die Motive, warum ich die Spielanalyse verändert habe. Das Alter der Teammitglieder spielt dabei in der Tat eine geringe Rolle.


    Eine Unterteilung zwischen Stamm- und Ersatzspielern habe ich ebenfalls aufgelöst! Alle Spieler sind gleich wichtig! Ein Spiel mag man mit 11 guten Spielern gewinnen können, eine Saison gestaltet man jedoch nur erfolgreich mit der gesamten Mannschaft.


    Gelegentlich bekomme ich ich das Kopfschütteln, wenn Spiele verlegt werden sollen, weil "wichtige Leistungsträger" fehlen. Das mag auf den ersten Blick vielleicht nachvollziehbar sein, aber es ist genau das falsche Zeichen an die Mannschaft, wenn dann die anderen Spieler keinerlei Verantwortung mehr übernehmen brauchen. Ja, es kann sogar vorkommen, dass sich ein Spieler seinen Leistungsvorsprung so weit einschätzt, dass er aufgrund seines Fehlens die Spielverlegung verlangt.


    Wenn jedoch jeder Spieler gleich wichtig ist, dann ist es auch wichtig, dass jeder Spieler fleissig trainiert und durch sein Engagmenet zur Verbesserung von Spaß und Leistung in der Mannschaft beiträgt.


    Auch schleppe ich den Trainingsteilnehmern nicht mehr die Bälle nach. Denn der Ball ist ihr Spielgerät, für das sie Verantwortung erwerben sollen. Früher habe ich gemeint, dass ich ja schon deshalb ein hohes Engagement erwarten darf, weil ich die Bälle mitgebracht hatte. Doch dann hab ich mich darüber gewundert, das kaum jemand bei der Übung, Spielform oder dem Abschlußspiel an den Ball gedacht hatte (weil jeder glaubte, der Trainer bringt ihn mit)! Durch die Übertragung der Verantwortung an die Spieler bleibt mehr Zeit für`s Training und selbstverständlich auch weniger Konfliktpotenzial. Wenn man statt Verantwortung zu deligieren, jedem nur ein bißchen Verantwortung überträgt, dann hat sie schließlich keiner und man hat ein Team, indem die Buchstaben Toll Ein Anderer Machts stehen könnte.


    Ich sehe in diesen praktischen Veränderungen, die auf eine Erhöhung der Teilnahmebereitschaft und Verantwortlichkeit der Spieler ziehen, keinen Unterschied in der Wirkung im Breiten- oder Leistungssport. Allenfalls eine Veränderung des Blickwinkels ihres Trainers, der sich von vermeintlichen Erwartungen aus dem Seniorenfussball, die er aus früheren Tagen kennt, löst, um sich für den modernen Nachwuchsfussball zu öffnen.

    M3rlin


    Man war früher auch im Leistungsfussball der Ansicht, alles sofort zu korrigieren! Heute glaubt man, dass Kinder durch spielerische Erfahrungen ein besseres Verständnis erhalten, sodass ihre Leistungen reproduzierbar sind. Trainng heißt also, die zunächst vermittelten Fähigkeiten für das Spiel reproduzierbar zu gestalten.


    Nun gibt es 2 Möglichkeiten, seinen Spielern ein Feedback beim Ausprobieren im Abschlußspiel oder dem darauf folgenden Wettkampfspiel zu vermitteln.


    1. Ich unterbreche das Spiel und korrigiere. Beim Wettkampfspiel kann ich zwar nicht unterbrechen, aber meine Korrekturinformationen ins Spiel hineinrufen bzw. in der Halbzeitpause meine Ansprache halten
    2. Ich unterbreche das Spiel nicht, sondern kommuniziere durch dosiertes Lob die erzielten Fortschritte. Dazu bedarf es jedoch zunächst der genaueren Beobachtung, ob etwas zufällig gemacht oder bereits verstanden wurde.


    Mag auch ein Unterschied in der technischen Ausführung liegen, so vereint es sich doch wieder in der Tatsache, dass vom Kopf in den Fuß gespielt wird und nicht umgekehrt!


    Für Lob ist jeder Spieler in jeder Situation empfänglich. Es gibt ihm dann zusätzlichen Mut und Selbstvertrauen. Bekommt man kein oder nur wenig Lob, dann bedeutet dies ebenfalls ein Feedback. Nämlich dass, sich noch etwas mehr zu konzentrieren und weiterhin fleißig zu trainieren.


    Man kann also das dosierte Lob als bessere Alternative zur persönlichen Kritik betrachten. Dies geschieht in der Einsicht, dass wir müssen stets damit rechnen, dass sich ein Spieler in seiner eigenen Welt die Dinge so zurecht legt, wie er es für sich sieht!


    Die Veränderung von normierter Erwartung hin zu individueller Beurteilung ist noch nicht sehr alt! So hat erst jetzt ein Bundesland entschieden, zukünftig die Zenuren in der Grundschule abzuschaffen und durch individuelle Beurteilungen zu ersetzen. Eine Fünf auf dem Zeugnis erzeugt Frust und die Angst davor keine Fehler machen zu dürfen! Eine Fünf für den Mut und das Ausprobieren des Wissens in Kassenarbeiten darf nicht das schlußendliche Ergebnis der Bemühungen sein.
    Man kann durch dosiertes Lob kombiniert mit einem alters- und leistungsangepaßten Weg in einer von jeglichem Druck befreiten Athmosphäre überall mehr erreichen, als mit den Dogmen aus traditioneller preussischer Erziehungslehre.


    Gerade, weil diese Denkrichtung, die Kritik im Lob zu verpacken, statt Kritik und Lob streng zu trennen, ist noch sehr jung, aber keineswegs beschränkt auf ein bestimmtes Leistungsniveau, so dass man zwischen Breiten- und Leistungssport streng unterscheiden müsste).


    Sollte sie sich unabhängig vom Lernvolumen und -tempo Vorteile gesitzen, dann müssen ihre Argumente belastbar sein. Zwar arbeite ich schon eine Reihe von Jahren mit dosiertem Lob, aber ich habe längst nicht für alles eine Begründung gefunden und bedarf allzuhäufig Dritter, die es mir aufgrund ihrer besseren Hintergrundkenntnisse erklären können. Ich möchte damit sagen, dass es sicher auch hier im Forum kompetentere Ansprechpartner gibt, die die Vor- und Nachteile besser erklären können als ich.


    Aber bei mir gibst auch keinen Monolog beim nächsten Training nach dem Spiel. Ich möchte zunächst einmal vom Jedem wissen, wie er sich und das Spiel gesehen hat. Denn erst dann kann ich erkennen, was er verstanden hat. Ob und wie es dann geklappt ist natürlich eine andere Sache und auch von den gegnerischen Leistungen abhängig. Auch hierin sehe ich lediglich eine Abkehr traditioneller Methoden, jedoch keinen Unterschied darin, ob ich sie für den Breiten- oder Leistungssportbereich anwende. Nur das Alter mag einen Unterschied machen, um bestimmte Situationen für alle Zuhörer gut nachvollziehbar zu beschreiben.

    Ralf


    Gibt es eine Aufschlüsselung nach Mädchen- und Jungenmannschaften, bzw. ob die Vergehen von Mädchen oder Jungen begangen wurden? Gibt es Zahlen darüber, wieviele Vergehen von männlichen und weiblichen Trainern begangen wurden?
    Denn Addi73 begründet es mit der abbeleiteten Verhaltensnormierung der Erwachsenen!


    Zwar tragen auch die fussballbegeiterten Mädchen auf ihren Trainings-T-Shirts die Namen männlicher Fussball-Idole, aber ich konnte das von Addi beschrieben Verhalten: "Rudelbildung, Schwalben, Schauspielern" im Mädchen- und Frauenfussball nicht erkennen!


    Ich vermute daher, dass Mädchen oder Frauen prozentual weniger an unsportlichen Handlungen beteiligt waren, obwohl sie doch in der gleichen Gesellschaft wie die Jungen und Männer leben! Aber unterscheiden sich die heutigen Mädchen in ihrer Sprache und Verhalten noch wesentlich von ihren männlichen Kollegen?


    Bleibt die Frage nach den "schlechten" Generationsvorbildern. Danach kann Hänschen selbst nicht nachdenken und macht Hans immer alles nach! Aber wie wollte Generationskonflikte erklären? Bei den älteren Forumteilnehmer waren es die Eltern, die mit dem sicheren Gefühl zur Herrenrasse zu gehören, die Welt in Brand setzten. Dass längst nicht jeder nach dem Krieg davon überzeugt war, sich geirrt zu haben, vernahm man an Aussagen: "...dass hätte es bei uns nicht gegeben .." Hätten wir unseren Eltern recht gegeben, dass wäre die logische Folge daraus die Gewaltverherrlichtung und Wiederbewafffnung gewesen. Aber wir alle haben großes Glück, denn solange hat es in Deutschland noch keinen Frieden gegeben. Selbst die Wiedervereinigung geschah friedlich!


    Ich weiß nicht, wie ich es finden soll, wenn recherchierte MIßstände mit: "was erwartet ihr denn .." kommentiert? Denn das würde zwangläufig zur Konsequenz führen, dass immer nur die Anderen schuld an allem sind und sich dieser Zustand auch nicht dauerhaft verändern läßt!


    Also, dann würde ich die Jungen nur noch zu den Mädchen- und Frauenspielen zum Zuschauen schicken. Dort gibts keine Rudelbildung, keine Schwalben und kein Schauspielern! Da lernen sie dann auch nichts Falsches und benehmen sich anschließend anständig! :D

    @Mairco84


    Es läßt sich aus der Ferne schwer sagen, woran es hauptsächlich liegt, dass deine Jungs nicht deinen Erwartungen entsprechen. Die Bandbreite der Ursachen kann von zu leichten oder zu schweren Übungen bis zu falschen Leistungserwartungen des Trainers gehen! Meistens hat`s sogar mehrere Ursachen.


    Damit du rasch ein Feedback bekommst, würde ich ganz einfach einen erfahrenen Trainerkollegen oder euren Jugendleiter bitten, dir beim Training über die Schultern zu schauen und so deine Fragen direkt vor Ort zu klären.

    @addi


    Welchen Zusammenhang siehtst du zwischen Tipps zur Trainingsoptimierung, um zukünftig gleichartig gelagerte Konflikte zu vermeiden und "ein Fass aufmachen"? Ich denke, aus der Eingangsbeschreibung und den Antworten ging klar hervor, dass es sich beim Verfasser nicht um eine Person handelt, die den "großen Zampano" spielen will, sondern Tipps haben möchte!

    siebener


    Ich habe bei deiner Beschreibung eurer Vereinsarbeit "glänzende Augen" bekommen! Die Begründung dafür: "Schulden gemacht ... es ging nicht anders ..." holte mich jedoch wieder auf den Boden der Realität zurück.


    Das ist auch bei uns nicht neu, das man plötzlich (wenn die Kasse leer ist) seine Argumente wechselt und die eigene Jugend hochjubelt. Aber sobald die "Kriegskasse" wieder gefüllt ist, geht das Geldverbrennen für die 1. Senioren wieder von Neuem los! Von Einsicht und Erkenntnis keine Spur!


    Bei Günter scheint die ländliche Region wohl schon so weit finanziell ausgeblutet zu sein, bzw. die Sponsoren so nachhaltig durch schlechtes Wirtschaften verärgert zu sein, dass in näherer Zukunft gar keinen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, um wieder "Dorfbundesliga" zu spielen. Aber irgendwie scheint es auch mit Saarland Geld zu geben? Oder läßt sich das Angebot einer Trainerlizenz-Finanzierung beim Nachbarverein so erklären, dass es sich hierbei lediglich um Propaganda handelt, um neue Trainer anzulocken? (Ich weiß, ich bin manchmal pingelig, wenn ich so Pauschalaussagen höre und dann doch auf wiedersprüchliche Aussagen treffe.)



    Wie ich bereits beschrieb, gibt es bei den Spielern die Notwendigkeit, mit Breitensportfussball Geld zu verdienen. Denn es ihr Hobby ist, mit dem sie nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen.


    siebener: Hast du denn das Gefühl, dass bei euch Einsichten gereift sind, den Vereinsfussball auf dem Dorf finanziell wieder auf seinen Ursprung zurück zu führen oder siehst du auch bei euch die Gefahr, dass man wieder Schulden macht, sobald die Bank wieder Kredite bewilligt?


    Günter
    Mir erschien dein mehrfacher Hinweis im Falle einer Beitragserhöhung unverzüglich zu kündigen etwas seltsam, weshalb ich nachgefragt, woran das liegt? Die Antwort: im Falle einer Beitragserhöhung kündige ich hätte ich eher von am Fussball desinteressierten Eltern vermutet! Ich weiß jetzt immerhin, dass du keine 5 Autos hast! Dass das Leben größerer Familien in Deutschland immer teurer wird, darin stimme ich mit dir überein! Aber zum Glück kann man ja die wichtigsten Dinge im Leben nicht für Geld kaufen!

    Günter


    Unklar bleibt in diesem Fall, ob der Junge von sich aus oder aufgrund des Drucks seiner Mutter gekommen ist?


    Jedoch sollte die Erklärung des Jungen: "Stress in der Schule" als Hilfezeichen für den Trainer verstanden werden, beim Hobby Fussball bitteschön stressfrei miteinander zu kommunizieren. Aufgrund der Beschreibung des Trainingsablaufs erschienen mir Tipps zur Optimierung nützlich. Schließlich geht es ja auch beim Trainer darum, aus dieser Situation etwas zu lernen.