Beiträge von TW-Trainer

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Dani2


    Als Erstes möchte ich dir empfehlen den Beitrag von @Solohope Satz für Satz zu verinnerlichen. Denn sie trifft viele Punkte sehr genau. Zwar gibts auch bei den Jungen Eltern, die für ihr Kind eine Entschuldigung geben, die nicht wahr ist. Aber das kommt seltener vor. Die Entscheidung der Mädchen zum Training zu gehen oder fernzubleiben, orientiert sich weniger am guten und engagierten Trainer, sondern am momentanen Empfinden der Freundinnen. Man muß auch nicht meinen, dass man sich schon deshalb als Mannschaft versteht, nur weil man das gleiche Tricot überstreift.


    Eine Mädchen- und Frauenmannschaft ist eine fragile Gemeinschaft, die durch allerlei Dinge, die mit dem gemeinsamen Interesse am Fussball nichts zu tun haben, ins Wanken geraten kann!


    Der Einflußfaktor des Trainers kann sich selbst bei guter und engagierter Arbeit rasch abnutzen!


    Die stark schwankende oder besser gesagt geringe Beteiligung am Training verbunden mit sehr kurzfristigen Absagen (z.B. wird ein Firmungstermin nicht erst 1 Woche vorher bekannt gegeben) führen sehr häufig dazu, dass selbst sehr engagierte Trainer das Handtuch werfen. Man kann in Phasen von "Unlust" oder Überschneidung mit anderen Aktiviten in der Gruppe über Alternativen sprechen (z.B. vorübergehend 1 statt 2 mal Trainingsteilnahme pro Woche). Aber muß sollte gemeinschaftlich darüber reden, damit es als gerechte Lösung wahrgenommen wird. Denn Mädchen aber ein weitaus sensibleres Gespür für Gerechtigkeit.


    Mädchen- und Frauenteams können vieles untereinander regeln, aber dazu sind regelmäßige Anlässe erforderlich. Um eine "eingeschworene Mannschaft" zu bekommen, muß man nicht noch mehr Zeit in die Trainingsvorbereitung oder das Gestalten von Werbeflyern entwickeln. Effeketiver sind regelmäßige kleine Parties und allerlei gemeinsame Freizeitaktivitäten. Denn erst dabei wird aus den kleinen Grüppchen befreundeter Spielerinnen eine größere Gruppe der Mannschaft. Bei einer eingeschworenen Truppe würde ein Mädchen ihren Freundlinen gegenüber ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn sie dem Trainings-Date fernbleibt! Dem Trainer gegenüber nur dann, wenn er als Teil der "eingeschworenen Gruppe" akzeptiert wird.


    Man kann mit Mädchen- und Frauenteams als Trainer sehr viel Spaß erleben! Jedoch muß man sich vom allgemeinen Prozedere, der Inhalt von DFB-Lehrplan-Folien ist, teilweise verabschieden, um sich "harmoniefördernder Maßnahmen" zu widmen. Denn nur dann, wenn sich die Mädchen dort wohlfühlen, werden sie kommen. Aber das hat fast gar nichts mit dem Tabellenplatz zu tun.


    Stimmt die Harmonie innerhalb der Mannschaft nicht, dann bricht sie rasch auseinander. Die geringe Trainngsbeteiligung ist lediglich ein Vorbote. Mädchen sind jedoch anders als Jungs einem Gespräch gegenüber sehr viel offener. Denn sie brauchen keine Raufereien und tauschen lieber Argumente aus.


    Dementsprechend ist es förderlich einen Teil der Traineraufgaben an die Mädchen zu verteilen. Nicht allein deshalb, um Verantwortung für einen reibenslosen Ablauf zu delegieren, sondern damit die Mädchen sich als Teil der Gruppe empfinden und regelmäßig Wertschätzung erfahren.


    Es ist eine besondere Herausforderung als Mädchen- oder Frauentrainer. Sie macht dann mehr Spaß, wenn man sich aufs Improvisieren einläßt!

    Andre, Nela und natürlich die Anderen


    Könnte es sein, dass Vereinsverantwortliche aus nachfolgendem Grund den Anteil extrinsische Motivation beim Trainer ihrer 1. Seniorenmannschaft steigern?


    Der Korrumpierungseffekt (auch Korruptionseffekt, Effekt der übermäßigen Rechtfertigung oder Selbst-Korrumpierung) bezeichnet die Verdrängung von primärer Motivation (Handeln aus in der Tätigkeit liegendem Anreiz, „intrinsische Motivation“) durch sekundäre Motivation (Handeln aufgrund von Belohnungen oder Folgen, die außerhalb der Tätigkeit liegen, „extrinsische Motivation“). Fällt der äußere Anreiz weg, reduziert sich auch das ursprünglich gerne und freiwillig gezeigte Verhalten. Man spricht auch vom Verdrängungseffekt, wobei die Verdrängung einer Motivation durch eine andere gemeint ist. Im Englischen ist der Effekt auch als overjustification effect (etwa: Überrechtfertigungseffekt) bekannt.


    Der Effekt tritt auf, wenn Menschen bewusst oder unbewusst ihr eigenes Verhalten zunächst mit äußerem Druck (zwingende Umstände) oder einer Belohnung begründen, obwohl die wahre Ursache des Verhaltens in eigenen Wünschen oder Interessen lag (zum Beispiel Neugier). Auf das tatsächliche Verhalten bezogen kann es durch die Gabe eines äußeren Anreizes zu einer kurzfristigen Steigerung des bestärkten Verhaltens kommen[1]. Fällt der Anreiz dann aber weg, sinkt die Häufigkeit des entsprechenden Verhaltens jedoch unter das ursprüngliche Ausgangsniveau[2][3]. Intrinsische Motivation kann nur korrumpiert werden, wenn sie vorhanden und groß genug ist. Ist das Anfangsinteresse ohnehin gering, funktionieren äußere Anreize hingegen[4].
    (Zitat Wikipedia)


    Ich habe es deshalb ergänzt, weil man zunächst einmal verstehen muß, warum sich eine Situation so darstellt. Erst nach der "Ist-Aufnahme" der Bedingungen kann man ein "Soll-Konzept" erstellen. Sonst ist das, was dabei herauskommt nichts anderes als der nächste "running gag" aus der Feder von Leuten, die sich zu wenig mit dem Thema beschäftigt haben.

    Günter


    Ja, du hast recht! Das Modell mit den Jugendtrainern eignet sich besonders für mittelgroße Vereine. Wichtig ist jedoch dabei, dass es regelmäßig wiederholt wird. Sonst verlieren sich im Laufe der Jahre die positiven Auswirkungen mit dem eigenen Trainernachwuchs.


    Willi


    Deine Gedankengänge sind für mich nicht so ganz nachvollziehbar. Zumindest nicht in den Teilen, wo ich dir gar nicht widersprochen habe.


    Deine Anmerkung, wonach alle Trainer von den Bambini- bis zu den Seniorenbereich gleich wichtig sein sollten, ist vollkommen richtig! So sollte es eigentlich sein, wenn sich alles nur ums Hobby dreht! Aber nehmt ihr es auch so wahr bei eurer Arbeit im Verein? Was glaubt ihr, sehen das die Vereinsverantwortlichen bei euch auch so oder habt ihr das Gefühl, dass sie da Unterschiede machen?


    Genau da kommt dein Ansatz, ob unterschiedliche Motivationsursachen helfen, einen Standard zu finden.


    Der Begriff intrinsische Motivation bezeichnet das Bestreben, etwas um seiner selbst willen zu tun (weil es einfach Spaß macht, Interessen befriedigt oder eine Herausforderung darstellt). Bei der extrinsischen Motivation steht dagegen der Wunsch im Vordergrund, bestimmte Leistungen zu erbringen, weil man sich davon einen Vorteil (Belohnung) verspricht oder Nachteile (Bestrafung) vermeiden möchte.
    (Zitat aus Wikipedia)


    Ich denke mal, es ist eine Mischung aus Spaß an der Aufgabe sowie Belohnungsanreize. Nimmt man Mißerfolge als Form der Bestrafung, so kann aus dieser wahrgenommenen Unzufriedenheit (vielleicht aus noch fehlenden Erfahrungen) heraus neuer Anreiz in eine zweite "Spaßphase" werden.


    Wenn man zwar Spaß an der Aufgabe hat, aber das Gefühl hat, das diese Arbeit keine Wertschätzung findet oder man sogar meint, ausgenutzt zu werden, dann kann im Hobbybereich der Spaß zum Ernst werden.


    Wieviel Anteil die intrinsische und extrinsische Motivation haben kann, ist schwer zu sagen, weil individuell unterschiedlich. Ich denke jedoch Spaß im Hobby bedarf immer auch einer äußeren Wertschätzung. Denn wie will man sich mit einer Aufgabe identivizieren, wenn dies vom privaten Umfeld generell nicht wahrgenommen oder sogar abgelehnt wird?


    Nela
    Du bringst eine langläufiges Argument ein, dass man sich bei einer Bezahlung ja Vorschriften machen lassen müßte. Damit man jedoch "unbestechlich" seine Aufgaben nach bestmöglichem Wissen und Gewissen machen könnte, würde jede Form der Bezahlung den Bereich des Hobbies sprengen. Allerdings ist anzumerken, dass es hier auch eine andere Interpretation geben kann, die leider für besonderen Unmut sorgt. Denn das Argmeunt, man bekomme ja kein Geld für seine Arbeit und lasse sich deshalb auch nichts vorschreiben, wird gern als Rechtfertigung für den "Großen Zampano", der sich regelmäßig daneben benimmt, verwendet!


    Willi
    Geld darf jedoch keine Entschuldigung für schlechtes Benehmen sein. Selbst, wenn es unterschiedliche Ansätze (Sport, Wirtschaft) geben mag, darf Geld nicht mit Verantwortung gleichgesetzt werden, denn dann dient es billiger Rechtfertigung und ist insbesondere bei der Führungsarbeit von großem Nachteil.


    In der Wissenschaft hat man den Wert unterschiedlicher Betrachtung (z.B. im Fach "Studium universale") erkannt. Auch mentale und kulturelle Unterschiede erlangen dadurch Bedeutung, dass man hier Erfahrungen durch Auslandsaufenthalten sammelt.


    Denn wer einen Einfluß von vornherein ausschließt, der verfälscht schon an der Stelle das Ergebnis. Mit Restriktionen (z.B. es muß kostenlos gehen, weil es Hobby ist) finden sich nur ein Teil der Bedürfnisse wieder!


    Selbst in einem Dorf sind nicht alle Menschen gleich und es gibt unterschiedliche Bedürfnisse, die nur teilweise generationsbezogen sind. (z.B. 3 A-Jugend, aber nur 1 C-Jugend-Mannschaft ist eine nicht häufig vorkommende Konstellation und kann spezielle Ursachen haben, die es vielen anderen Dörfern nicht gibt)


    Fazit: Sollte man zum Ergebnis gelangen, dass der Trainerjob unabhängig davon, ob eine Bambini- oder eine Seniorenmannschaft trainiert wird, nur dadurch dauerhafte Motivation erhalten, wenn es innere Anreize (Spaß an der Aufgabe) wie äußere Anreize (Lob und Aufwandsentschädigung) gibt, dann darf auch das Thema: "äußere Anreize" nicht ausgeklammert werden. Wird eines dieser beiden Anreize ignoriert, dann führt es früher oder später in den meisten Fällen zur Aufgabe des Hobbies!

    Willi


    Dorfmannschaft mit 3 A-Jugend-Mannschaften? Hm .... Soviele A-Jugendteams haben viele Stadtvereine nicht! Kann es sein, dass du von Zuständen sprichst, die mit dem typischen Jugendbereich kaum etwas gemein haben? In diesem Falle verstehe ich deine Kritik an Andre`s Vorschlägen nicht!


    Jedoch verallgemeinere ich nicht, sondern beschreibe meine Wahrnehmung, nach der eben nicht einmal mehr die Hälfte der Spieler aus dem unteren Jugendbereich in der C-Jugend vorhanden ist. Dies mag sicherlich unterschiedliche Gründe haben, die teilweise nichts mit dem Fussball ursächlich zu tun haben. Jedoch darf man annehmen, dass die Entscheidung für oder gegen den Fussball meist mit den Rahmenbedingungen der unmittelbar daran beteiligten Personen etwas zu tun haben.


    Theologie hat jede Menge mit Motivation zu tun. Die schlimmsten Kriege sollen durch unterschiedliche Glaubensansichten gerechtfertigt werden. Aber das ist sich ein Thema, was nicht in diesem Forum diskutiert werden sollte.


    Dieses (ich überteibe jetzt mal absichtlich) Gebrüll im Stile von "ein guter Trainer ist jung, hat nen Schein, kann selber kicken und macht was ich ihm sage" von Andre ist auch recht praxisfern und zudem ungehörig.


    Nur, weil man nicht zur Zielgruppe dieser Trainer gehört, kann das doch nicht "ungehörig" sein?


    So habe ich eine Reihe gut geführter Vereine kennengelernt, in denen ab der C-Jugend Spieler vom Verein gefragt wurden, ob sie Interesse an Traineraufgaben hättten. Die Interessierten starteten als Co-Trainer im unteren Jugendbereich, wo sie von einem erfahrenen Coach behutsam auf die Traineraufgaben vorbereitet wurden. Als Dank und symbolische Anerkennung für ihre Arbeit bekamen die Jungs etwas Geld und Prämien.
    Sobald sie das erforderliche Alter erreicht hatten, konnten die Jugendlichen auf Vereinskosten die Trainerlizenz machen. Damit hatte der Verein gleich 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen: erstens hatte man junge Leute, die vielleicht keinen Spaß mehr als Spieler, jedoch als Trainer gefunden hatten, weiterhin an den Verein gebunden. Zweitens hatte man über eine ausreichende Anzahl junger, gut ausgebildeter Trainer mit fussballerischen Präsentationsfähigkeiten seinen eigenen Trainerbedarf im Verein entwickelt, denen man über die Jahre hinweg sein Jugendkonzept vermiteln konnte.Gut ausgebildete Trainer vermitteln höheren Spaß, weshalb die Fluktuation im Trainer- wie Spielerbereich wirksam bekämpft werden kann.


    Aber bei 3 A-Jugend-Mannschaften und einer sicher noch höheren Anzahl von Jugendteams darunter verstehe ich nicht, warum man sich in eurem Verin nicht dieser Modelle zur Ausbildung seines Trainerbedarfs bedient?


    Wenn man Gegenargumente als Verallgemeinerungen bezeichnet, dann scheinen die eigenen Argumente ja auch "frisiert" und dadurch verallgemeint zu werden! Argumente enthalten immer eine emotionale Bewertung. Wer behauptet, er habe wertneutral gemessen und sei auf dieser Basis zu bestimmten Ergebnissen gekommen, der leugnet seine Motive, die zu den Prämissen seiner Betrachtung geführt haben.


    Ich gebe zu, ich war ein wenig neugierig über die Ergebnisse deiner Diplomarbeit. Man lernt ja schließlich nicht aus und es gibt kaum etwas, was nicht auch im Fussball vorkommt! Denn Fussball ist ja auch das Spiegelbild einer Gesellschaft! Falls es bei dir als eine Art der Einschüchterung angekommen ist, dann bitte ich hiermit um Entschuldigung!

    Andre
    Wenn man seine A-Jugend nicht vollbekommt, kann man sich mit dem Staffelleiter und den Ligakollegen zusammen setzen, um über die Gründung einer A-B Jugend-Liga zu sprechen. Soetwas gabs schon mal und war ein Sammelbecken von Spielern, die zu schwach für die A 1 oder B 1 waren, man jedoch keine A 2 oder B 2 zusammen bekam.


    Es ist zu beobachten, dass A-Jugend-Spieltermine immer häufiger von sonntags auf samstags verlegt werden. Diese Möglichkeit der Verlegung ungünstiger Termine kann jeder Trainer am Staffeltag mit seinen Kollegen vereinbaren, ohne das dafür ein Regelwerk geändert werden müsste.

    Ich habe meine Diplomarbeit über "nichtmonetäre Anreize" geschrieben. Ich weiß wovon ich rede...


    @Wiili


    Erst mal gut gebrüllt! Ich vermute mal, dein Prof. war kein Theologe, sonst hätte er dir die Ergebnisse deiner Diplomarbeit wohl um die Ohren gehaun. Denn Glauben muß auch irgendwie ohne Geld funktionieren, sonst hätte man die Händler und Geldwechsler ja nicht aus dem Tempel jagen müssen. Dass es aber nicht ganz ohne geht, das erfuhren die Bürger von Limburg und Umgebung unlängst durch ihren Bischof. Eher könnte ich mir einen BWL-Prof. aus dem Schwabenländle vorstellen, der dir dieses Thema für deine Diplomarbeit genehmigt hat? Denn Schotten sich ja bekanntlich Exil-Schwaben, die auswandern mußten, weil sie zuviel Geld ausgegeben haben!? :D


    Auch die Arbeit eines ehrenamtlichen Trainers wird durch Spieler, Eltern, Trainerkollegen und eine Reihe weiterer Menschen, die Anteil am Privatleben des Trainers nehmen, kontrolliert. Ja, er muß nicht einmal Trainer sein, um von seiner sozialen Umwelt kontrolliert zu werden. Lediglich die Auswirkungen dieser Kontrolle ist unterschiedlich, weil auch die Abhängigkeit unterschiedlich ist.


    Da kann ein Dorftrainer schalten und walten wie er will. Er bleibt solange im Amt, bis noch genug Spieler vorhanden sind, weil entweder keine Alternative vorhanden ist oder man gerade keine Lust hat, sich nach 3 Absagen eine Vierte einzuholen. Dass dann bis zur C-Jugend nicht mal die Hälfte der Spieler noch da sind, ist zwar zu beklagen, aber die Kleine Dorfwelt gerät dadurch nicht aus den Fugen! Denn hier leben überwiegend einfache Leute, denen neue Ideen (aus der Stadt) zuwider sind. Aber Dorfbundesliga spielen, das ist geil! Und das Schöne dabei ist, die Zeitung macht mit! Natürlich bekommt da der Verein sein Fett weg, dessen Sponsor sich beim Anzeigenberater der Zeitung hat verleugnen lassen. Man ist sehr am Leben seiner Mitbürger interessiert, weshalb "Viel-Ämterei" den zusätzlichen Zweck erfüllt, an Informationen seiner Mitbürger zu gelangen, die sie freiwillig nicht preisgegeben hätten. (Beispiel: Trainer bekommt mit, das einer seiner Spieler mit seinem Vater ins Freibad, statt zum Training gegangen ist.) Wer diese Welt eines kleinen Dorfvereins nie kennengelernt hat, der kann sie nur schwer verstehen.


    Manchmal hat man sogar das Gefühl, der Fussballverein einigt die Interessen, weil man zur Not einen gemeinsamen Feind, den Derbygegner hat.


    Es gibt einen wunderbaren Film ("FC Venus") über den Dorffussball. Darin vereinigen sich die Spielerfrauen, weil sich das Leben ihrer Männer nur noch um den Fussball zu drehen scheint. Der Schauspieler Heinz Höning spielt darin einen berühmten Ex-Trainer, der von seiner Tochter gebeten wird, das Frauenteam für das entscheidende Spiel gegen die Männer fit zu machen. Denn falls die Frauen siegen, müssen die Männer mit dem Fussball aufhören. Zwar wird in dieser Komödie natürlich alles überzeichnet, aber es gibt eine Reihe von Informationen für den Zuschauer, wie man sich so eine Dorfwelt vorzustellen hat.


    Die Dorfwelt ist nicht schlechter oder besser als die in der Stadt! Sie ist eben nur anders! Dies zeigt sich in den Wertvorstellungen und daraus abgeleiteten Prioritäten. Es kommt halt immer auf den Blickwinkel an!

    Nela
    Eure Seniorenmannschaft und insbesondere eurer Trainer tut mir light (also nur ein bißchen). Wieviel Kisten Bier bekommt man denn für 700,- € ? Das ist wirklich schon ein "Hungerlohn", für den man kaum noch Einen bekommt. Und der bekommt sonst keine geldwerten Vorteile? Ich mein,ne Tankkarte oder mal nen neuen Satz Reifen, das Badezimmer neu gefliest, den Rasenmäher kostenlos repariert, ne Eintrittskarte für`n Bundesliga-Spiel, zu der er vom Vorstand gefahren wird, ein kostenloses Abendessen mit Frau im besten Restaurant am Ort, usw.? Wirklich ne arme Socke! Dabei schaut das Finanzamt ja gerne zu, solange eine gewisse Bilanzsumme im Verein nicht überschritten wird und das wird sie ja so schnell auch nicht. Gut, dass dein Mann ausgestiegen ist. Denn leider kommt es hin und wieder auch vor, dass ein Ex den Verein beim Finanzamt verpetzt. Dann müssen sie kommen, sonst machen sie sich strafbar! Falls dann der Vorstand nicht kooperiert, dann können sogar Ex-Verantwortliche, in dessen Zeit geldwerte Vorteile geflossen werden, zur Rechenschaft gezogen werden. Und falls man unter Gedächtnisschwund leidet, die sind beim Finanzamt sehr gut im Schätzen! Deshalb ist es immer gut, wenn der Trainer geht oder man sich einvernehmlich trennt. Trainer "feuern" kostet immer viel Geld! Nur gut, dass ihr keinen Hauptsponsor habt! Denn die wollen das neue Spielzeug auskosten, wollen die Mannschaftsaufstellung mitentscheiden und bestellen den Trainer und Vorstand schon nach einer Niederlage zu sich. Allerdings lassen die auch schon mal einen Briefkuvert übergeben, wenn die "Leistung stimmt" und die Autobahn wegen der ganzen schrecklichen Urlauber zur Schweiz und Luxemburg gerad verstopft ist, sodass man gerade nichts besseres mit dem Geld zu tun weiß!


    Andre`bleib ganz ruhig, ich bin ja schon fertig mit dem Horrormärchen! Denn in Wirklichkeit ist alles ganz anders! Günter hat es dir ja schon erklärt. Da sitzen immer welche im Vorstand, die sich irgendwas ausdenken, was gar nicht klappen kann. Dann kommen Neue, die auch wieder nur Unsinn im Kopf haben und wir Trainer müssen das Ganze dann ausbaden! Denn die Vereinsbosse unterschreiben ja nichts und erklären lediglich: "Was stört mich mein Geschwätz von gestern!" Fazit: jeder bekommt die Verantwortlichen, die er verdient hat.


    So, wie kriege ich jetzt den Bogen von der verrückten Fussballwelt, bei des eine sehr große Bandbreite von Realitäten gibt, zum Standard. Aber den gibts ja gar nicht! Einer hat viel Geld und Zeit in seine Trainerausbildung investiert und schaut in die Röhre und ein Anderer hat keine Ahnung vom Fussball, dafür aber ne große Klappe. Der eine Trainer bildet Nachwuchsspieler aus, während sich der Andere nur einbildet, er würde den Seniorenfussball weiterentwickeln.


    Es scheint, als deutsche Vereinsrecht wäre eine "Geschlossene Gesellschaft", aus der kaum etwas nach draußen dringt. Ja selbst innerhalb des Vereins gibt es insich geschlossene Interessensgemeinschaften (Vorstand, Seniorenbereich, Jugendbereich, Eltern, Fans) mit teils konträren Zielen.


    So, jetzt stell dir mal vor, dü wärst Jugendleiter und du würdest mit dem Vorstand verabreden, dass du einen Jugendvorstand wählen lassen möchtest, damit die sich besser ums "Aushängeschild" des Vereins kümmern können. Nun würdest du den Jugendkonzept mit dem Jg.-Vorstand verabschieden. Das Ganze wird zum Selbstläufer, spricht sich in der Umgebung herum und alle sind zufrieden. Sogar des Vorstands-Lieblingsteam, die "Hauruck-Truppe" bekommt mehr Zuschauer. Ja, was wollen die dann noch gegen die neuen Realitäten machen? Was ich damit sagen will: es gibt sehr viele gute Ideen, die deshalb nicht den Weg in die Praxis finden, weil der Mut zum Ausprobieren fehlt und den "roten Faden" dafür zu leicht verliert.


    Oder glaubst du, dass Ralf Klohr nicht auch unzählige Diskussionen hatte und dafür unzählige Kilometer gefahren ist. Aber jetzt ist seine Idee unumkehrbar. Ihn interessiert es längst nicht mehr, ob irgend ein Dorfmogul meint, das es so viele Maulwurfshügel bei denen auf dem Sportplatz gäbe, weshalb ein Schiedsrichter unbedingt entscheiden müsste, ob jemand über einen Sandhaufen oder des Gegners Fuß gestrauchelt ist!


    Ideen sind erst dann wirklich gut, wenn sie in die Tat umgesetzt werden!

    Nela


    Ich kann einen Teil deiner Aussagen gut nachvollziehen, bei einem anderen Teil schieße ich mich Andre an, weil ich ihn für nicht repräsentativ halte.


    Zunächst einmal gebe ich dir recht, dass sich die paar Trainer aus "höheren Ligen"l vielleicht etwas mehr disziplinieren sollten. Wäre allerdings auch leichter fürs Forum, wenn die Zielgruppe (Breitensport, Leistungsfussball) deutlich sichtbar zum Thema steht.


    Allerdings muß es möglich sein zwischen Trainern mit wenig und viel Wissen für Themen, die alle angehen, anregend zu diskutieren. Dabei empfinde ich es nicht als tragisch, wenn man zu unterschiedlichen Ansichten gelangt.


    Vermutlich war es nicht deine Absicht, aber in deinem Beitrag klingt es so, als wären in eurem Verein fast alle Trainer geworden, obwohl sie eigentlich gar keine Zeit dazu hätten? D.h. sie haben ohne vorher zu überlegen, wie sie den Trainerjob mit Beruf und Familie in Einklang bringen können, ihre Zusage gegeben. Sogar die Familienplanung wird dem Hobby u.U. geopfert! Der Frust kommt danach erst auf, wenn man erkennt, dass man eigentlich keine Zeit dafür hat. Und erst recht keine Zeit, um sich das Wissen für altersgerechtes Training und Coaching anzueignen?


    Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass es solche Leute geben mag, die spontan ihre Trainerzusage gegeben haben, ohne zu überlegen, ob sie die Zeit dafür haben. Nach meinen Beobachtungen ist der häufigste Grund nicht die fehlende Zeit, sondern der Frust darüber, dass die Erwartungen enttäuscht wurden, weil sie einfach vom Verein ohne Einweisung und Unterstützung "ins kalte Wasser" geworfen wurden. D.h. der unwissende Trainerneuling reichte dem Vereinsverantwortlichen den Kleinen Finger, die aber rissen ihm schon kurze Zeit danach beide Arme ab!
    Deshalb glaube ich, dass gerade Trainerneulinge mit großer Neugierde in den Job starten und jeden gutgemeinten Rat gerne annehmen. Jedoch gerät der Wunsch nach Fortbildung jäh ins Stocken, man man das Gefühl hat, dort mit seinen individuellen Möglichkeiten keine Unterstützung zu erhalten.


    Leider hab ich auch ein paar Probleme mit der Leistungsbeschreibung des von Andre zur Diskussion gestellten 180,- € fürs Trainerhobby! Zwar gehe ich grundsätzlich mit dir einher, dass es etwas anderes ist, ob ich es als Beruf oder als Hobby mache. Aber für doof muß man Trainer ja auch nicht verkaufen.
    Deshalb habe ich mal eine Frage:
    Was glaubst du bekommt ein Trainer der 1. Senioren in der Kreisklasse, der nie an irgend einer Trainerfortbildung teilgenommen hat, Training wie vor 20 Jahren organisiert und während der Spiele den "Brüllaffen" spielt? Ach ja, man sollte bei seiner Schätzung bedenken, dass es derzeit ein paar Tausend davon in Deutschland gibt! Ich meine damit nicht nur Geld, sondern weitere geldwerte Vorteile durch Vereinsverantwortliche und/oder Sponsoren!


    Aber natürlich dürfen sich auch Andere gern daran beteiligen, was Fussballdeutschland sich seine "Dorfbundesliga" kosten läßt! Wenn die Zahlen auf den Tisch kommen, können wir uns gerne erneut über Andre`s 180,- € bei gleichem Zeitaufwand wie der Seniorentrainer unterhalten. Gäbe es diese großen Unterschiede in der Honorierung vom Ehrenamt zwischen Jugend- und Seniorenbereich nicht, dann müßte man sich nicht darüber unterhalten. Weil es jedoch durch den Einfluß von Sponsoren immer mehr nicht allein ums Sportliche geht, sondern Geld als Mittel zum sportlichen Erfolg auch im Breitensport verstanden wird, gehen die Wurzeln der Breitensportvereine leider imm weiter verloren.


    Die Folge daraus ist, dass selbst engagierte und gute Jugendtrainer dem Verein den Rücken kehren, sobald sie an konkrete Daten für die Honorierung der Trainerarbeit bei den 1. Senioren gelangen. Die fühlen sich danach verar..cht und werden nie wieder einen Trainerjob annehmen, wo man ihnen erzählt, es wäre ja kein Geld dafür da! Weil diese Trainer dem Breitensport verloren gehen, geht mit ihnen immer auch ein Stück an Wissen verloren, was kurzfirstig nicht ersetzt werden kann.
    Das Nachfolgende bitte erst am Freitag lesen!
    Falls du Bedenkzeit brauchst für eine Einschätzung, dann warte bis zur Winterpause. Dann ist die Seniorenmannschaft des FC Hauindensand komplett auf Vereinskosten in der "Muckibude", macht einen kleinen Abstecher ins Sonnenstudio, um bei der heiligen Zeremonie des Öffnens von Flaschbier mit allerlei zweckentfremdeten Utensilien Bundesligaflaschen auf der HD-Großleinwand als selbige Flaschen pauschal abzuurteilen und vor dem Toelettenspiegel ihren Astralkörper zu bewundern! Falls die Alte ansimst, hat man eben eine Mannschaftsbesprechung, die noch länger dauern kann! Schließlich ist der Aufstieg in die 1. Kreisklasse im 5-Jahres-Plan enthalten. Da müssen sich alle am Riemen reißen! Der Trainer gilt dann als Autorität, wenn er mehr vertragt, als sein brutalster Manndecker und sogar noch mit "2,8" jedes Schlüsselloch zum Abschließen des Vereinsheims trifft.

    CokeFreak


    Du hast 2 Möglichkeiten: verändere dich oder verändere die Sicht auf das Problem. Doch in jedem dieser beiden Möglichkeiten bist du Teil es Problems!


    1. Möglichkeit: als aktiver Spieler aufhören und nur noch als Trainer arbeiten
    Das ist die radikale Veränderung, weil sie die Ursache deines Frusts unverzüglich eliminiert. Allerdings mit dem Nachteil, dass du dannach so nie weiter den aktiven Spaß als Spieler beim Fussball erleben wirst?


    2. Möglichkeit: Kompromisse als aktiver Spieler machen, ohne seine eigenen Traineransichten zu verlassen
    Fast immer ist es geschickt, zunächst einmal über Kompromisse nachzudenken. Das ist ja so wie im Berufsleben. Da stehst du morgens als Demokrat am Frühstückstisch, wo dir deine Frau diktiert, wie spät du abends zuhause zu sein hast. Endlich auf der Fahrt zu Firma kommt wieder demokratische Freiheitsgedanken auf. Soll ich einen Blick auf den Bürgersteig wagen, wo gerade eine hüpsche Blondinge flaniert. Am Werkstor oder am Bürotower angelangt, bestimmt die Stichuhr, ab wann man kein Demokrat sondern monarchischen Anweisungen seiner obersten Vorgesetzten zu folgen hat. Eventuelle demokratische Gedanken werden gleich wieder im Keim erstickt, dann das Gewissen wird 1 x monatlich mit Geld in Form von Einkommen beruhigt. Wieder zuhause angekommen, gibts erhöhten Bedarf an Zaster, den du selbstverständlich bestreitest! So drehst du dich tagtäglich im Hamserrad, bis es plöztlich nicht mehr dreht. Noch bevor du den Löffel abgibst, hörst du die Worte deines Versicherungsvertreters: Wenn du tot bist bekommst du viel Geld und je nach Glauben erwartet dich nicht nur der Himmel, sondern es gibt gratis von ein Harem dazu! Schon erwachst du aus deinem Tagtraum und sagst dir: kann nicht nicht heute schon anfangen mit dem schönen Leben? Aber wie geht es am besten, weiß man doch nie, wie es ausgeht! Das ist wohl der wesentliche Grund, warum sich Menschen weder mit ihrer Geburt noch mit ihrem Tod beschäftigen, sondern sich stets im Mittelpunkt des Lebens am wohlsten fühlen.


    Mach solche Kompromisse, bei denen duch danach noch dein Gesicht im Spiegel erkennen kannst! Alles andere ist lediglich Zeitverschwendung!


    Jetzt sollte es dir doch leicht fallen, deine Wahl zu treffen oder?

    siebener


    Klar ergeben sich individuell unterschiedliche Möglichkeiten. Letzendlich ist es neben dem Setzen von Prioritäten auch das Zeitmanagement, ob man sein Hobby mit Spaß oder mit einem schlechten Gewissen betreiben kann.


    Andre
    Auch wenn Ehrenamtliche in unserer von Profit regierten Gesellschaft viel zu wenig Anerkennung finden, darf die Orientierung des Hobbies nicht zu sehr in die finanzielle Ausstattung gehen. Jedoch sollten die Vereinsverantwortlichen verstehen, dass Trainer zwar ihre Freizeit für den Verein verschenken möchten, nicht jedoch ihre privaten Kosten (Sprit, Telefon, Internet, usw.). Eine angemessene Aufwandsentschädigung kollidiert m.E. nicht mit den Kerngedanken des Ehrenamtes.


    Günter
    Deine Aneinanderreihung von Beispielen hören sich für mich an, wie die eines Vertreters, dessen Beispiele ein wenig "frisiert" wurden. D.h. der Meinungsaustausch besteht darin, dass dein Gesprächspartner mit seiner Meinung in die Diskussion geht und sie mit deiner Meinung wieder verläßt. Hier wurde nur die Meinung ausgetauscht! Aber spätestens beim Gespräch mit einem Anderen ergeben sich weitere bedeutsame Aspekte und er merkt, dass er bei deiner Meinungsbildungsmethode doch ein wenig über den Tisch gezogen wurde. Denn es fehlten zur Beurteilung der Situation Punkte, die für eine Mitgliedsbeitragserhöhung sprechen könnten.


    Deiner "reinen Lehre" folgend würde ich mir als Unternehmer überlegen, ob ich meinen Mitarbeitern eine Lohnerhöhung gebe, wenn sich doch dadurch gar nichts positiv ändert. Man erhofft sich jedoch bessere Leistungen durch höheres Engagement und natürlich möchte man auch die guten Mitarbeiter stärker ans Unternehmen binden. Leider ist man ja nicht allein am Markt und gerade die jungen und engagierten Leute verlassen dann das Unternehmen, wenn sie ein deutlich attraktiveres Angebot erhalten. Auch, wenn es so schön bequem wäre, sich sein Unternehmen auf einer einsamen Insel vorzustellen, es nützt nichts, man muß sich mit dem "Markt" auseinander setzen. Auch ein Verein steht im Wettbewerb! Wer sich dessen nicht bewußt ist, der wird über kurz oder lang in Existenznöte geraten.


    Nun noch ein Hinweis zum äußerst knappen Budget für den Nachwuchssport in Bezug auf Mitgliederbeiträge:
    Wo bleibt denn der Hinweis, dass noch nie so viel Geld in Deutschland für Kinder und Jugendliche ausgegeben wurde? Kostet etwa das Kino oder das neue Handy, das Surfen im Internet, die Markenklamotten und die Zimmereinrichtung, die Ausflugsfahrten, usw. alles kein Geld? Und wenn ja, warum bezahlen die Eltern dieses bereitwillig und würden im Fall einer mäßigen und längst fälligen Beitragserhöhung sofort das Haus des Vereinspräsidenten belagern und massenhaft austreten? Also, dass alles glaubst du doch selbst nicht! Außerdem steht es jedem Verein frei vor einer Beitragserhöhung seine Mitglieder zu befragen.


    Auch, wenn ich nicht glaube, dass man all die Probleme nur durch die Einführung einer angemessenen Traineraufwandsentschädigung in Verbindung mit der Verpflichtung zur Traineraus- und weiterbildung lösen kann, so sind sie doch die Hoffnung zu einer positiven Weiterentwicklung und bedeutsame, mittel- bzw. langfristigen Maßnahmenr zur Vereinssicherung. Leider ist es jedoch, wie vielfach bestätigt das Desinteresse der Vorständlicher, sich intensiver mit den Interessen ihres Nachwuchsbereichs auseinander zu setzen und sich stattdessen lieber der medienwirksamen 1. Seniorenmannschaft zu widmen.


    Allerdings gibt es ein Argument, was für deine These gegen eine Mitgliedsbeitrags spricht! Die größte Unruhe in der 1. Seniorenmannschaft kommt immer wieder auf, wenn die Leute unterschiedlich viel Geld bekommen, weil sie nach Meinung der Verantwortlichen unterschiedlich viel leisten! Weil sich dort aber jeder für den Besten und Tollsten hält, gibts nicht nur Streß bei der Mannschaftsaufstellung sondern bei der termingerechten Bezahlung. Wer fragt schon danach, woher dieses Geld kommt? Wäre es da nicht besser, man würde dieser Kostenschraube, die schon manchen Verein in die Insolvenz geführt hat, den Kampf ansagen, statt sich um ein paar läppische, aber gerecht verteilte Euro an Jugendtrainer aufzuregen? Wäre es nicht toll. wenn die Senioren wieder ausschließlich für den Verein, statt für Geld von Sponsor X und Y spielen?

    Andre


    Ich Uwe vor einiger Zeit mal darum gebeten, einen Level zum jeweiligen Thema einzuführen, damit nicht ständig "Äpfel mit Birnen" verglichen werden.


    Das scheint mir auch bei diesem Thema der Fall zu sein. Denn die Hinweise von Sir Alex sich an Definitionen zu halten (damit nicht der eine Stuhl sagt und der andere Tisch verseht) ist richtig!


    Zwar hörte man seinerzeit im Zusammenhang mit der Einführung des ballorientierten Spielsystem auch den Begriff "raumorientiert"! Aber von der Begriffsverwendung "raumorientiert" hat man sich sehr schnell wieder verabschiedet, weil dies eher zu Mißverständnisse führen könnte. Denn die Orientierung ist nicht Raum, sondern der Ball!


    Man erkennt gerade bei der korrekten Verwendung von Definitionen, ob sie grundsätzlich verstanden wurden. In diesem Zusammenhang eröffnete sich bei auch bei anderen Themen immer wieder die Diskussion darüber, wie umfangreich denn dieses Wissen sein müßte. Dabei kann die Antwort immer nur lauten: ohne das Verständnis der Grundsätze kann man nicht starten! Dafür braucht es nun einmal eine Ausbildung an solchen Orten, wo es gelehrt und praktiziert wird.

    koeppchen


    Im A-Jugendbereich geht es um einiges mehr als in den anderen Jugendbereichen. Durch den Wechsel von der Schule in den Beruf oder ins Studium gewinnen viele einen neuen Freundeskreis, weshalb sich ihre Meinungen verändern und verfestigen. Man darf als Volljähriger plötzlich vieles - man darf wählen ! Aber in dieser Wahl liegt gleichzeitig eine neue Festlegung. Nicht nur der Musikstil, sondern die komplette Denkrichtung, was man als gut oder schlecht ansieht, wird in diesem Zeitraum veranlagt. Sie ändert sich für den Rest den Lebens nur dann, wenn durch schwere Schicksalsschläge die bisherige Meinung infrage gestellt wird.


    Zusammengefasst. diese Jugendliche befinden sich auf dem Weg nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Deshalb ist jeder Erwachsene, der ihnen seine Welt als die Ihre erklären will, zunächst einmal ein Schwätzer, dessen Worte auch die dazu passenden Taten folgen sollten.


    War ein partnerschaftlicher Umgang schon in einem früheren Lebensabschnitt von Vorteil, so ist er hier unerlässlich. Dies mag auf den ersten Blick bei dem Trainer, der nicht sehr viel älter ist, als die Jungs erfüllt sein, denn er spricht die "gleiche Sprache" wie sie, weil er sehr ähnlich denkt wie sie.


    Wenn ich mich jedoch an meine Schul- und Fussballzeit zurück entsinne, dann gefielen mir die Alten, die jung geblieben waren, am besten. Denn diese Leute vereinigten Wissen und Erfahrung in optimaler Weise. Denn die Jungen mußten sich häufig erst einmal ihre Hörner abstoßen!


    Desweiteren ist in dieser Altersgruppe ein regelmäßiger Austausch ausserhalb des Fussballs wichtig. D.h. man definiert sich nicht allein als Gruppenmitglied, weil man gemeinsam Fussball spielt, sondern weil man gleich denkt, ja sogar fast gleich tickt! So füllt man die Mannschaftskasse mit dem Ziel, gemeinsam nach Saisonende einen Kurzurlaub zu verbringen. Das Zuhause ist längst zu klein geworden und man will die Welt sehen!


    Daraus wird klar, dass der "Große Zampano", wie Günter ihn nennt, genau der falsche Ansprechpartner ist! Jedoch wollen auch diese Jungs auf einen Trainertyp, der gleichzeitig Kumpel und Ausbilder ist, aufschauen. Einige von ihnen kennen es schon aus früheren Jugendjahren, dass man als Jahrgangsälterer schon mal in der Rückrunde ein paar Spiele beim "älteren Semester" absolviert, aber bei den Senioren mitzutrainieren. Das ist dann schon eine ganz andere Nummer. Insbesondere, wenn die sich vor oder nach dem Spiel über Themen (Heirat, Trennung Bankkredit, Haus bauen, Karriere) unterhalten, können diese Jungs (ist übrigens bei den Mädchen ähnlich) damit noch wenig anfangen und kommen sich dann deplaziert vor, wenn sie als Einzige bei den Senioren "probe-kicken" gehen sollen.


    Der Übergang in den Seniorenbereich sollte übers komplette Jahr hin geplant und in verschiedene Schritte (Präsentation der Möglichkeiten im Seniorenbereich, Einladung zum Mittrainieren, Einsätze in Test- und Freundschafts- und Punktspielen), sodass der Übergang vom Junioren- in den Seniorenbereich fließend ist. Denn die Jungs (und natürlich auch Mädels) müssen zunächst einmal erfahren, dass auch die teilweise über 10 Jahre älteren Mitspieler/innen "nicht beißen"!


    Nach meinen Erfahrungen ist der häufigste Grund, warum daheim gebliebene Jugendliche nicht den Übergang in den Seniorenbereich schaffen der, dass es im Verein dafür keinen Plan gibt und beide Seiten nicht planmäßig aufeinander zugehen. Ob und wie sich die Jugendlichen dann im Seniorenbereich etablieren können, ist jedoch wieder eine andere Sache.

    Nela
    Auch, wenn bei mir manches ein wenig Schwarz-Weiß gefärbt ankommt, hast du den Kern eines Dorfproblems recht gut beschrieben. Das Desinteresse an einer Trainerausbildung wird sehr häufig mit dem Zeitproblem beschrieben! Aber ist es das wirklich? Wenn ja, wie bekommen das "Schichtarbeiter" oder Väter, die in Berufen tätig sind, wo auch an Wochenenden gearbeitet wird, in den Griff?


    Wie ist die typische Woche organisiert und welche Freizeitprioritäten werden gesetzt? Nimmt man sich vielleicht beim Start ins Trainerabenteuer eine Veränderung der Freizeitgewohnheiten vor, aber fällt doch wieder in den "alten Trott" zurück. (mit alten Trott meine ich vor der Glotze essen und anschließend den Körper von der Vertikalen in die Horizontale bringen.) Mit der Trainerjobübernahme besteht die Chance, seine Freizeit mehr selbst in die Hand zu nehmen, statt weiterhin Freizeit zu konsumieren. (Damit meine ich "Daumenjogging" über die Fernseh-Fernbedienung, "Fingerspreizübungen" beim Surfen durchs Internet, usw.)


    Was ich sagen möchte: ist wirklich der Faktor Zeit das Problem? Und wenn ja, wohin geht diese fehlende Zeit? Hat man sich vielleicht unbewußt zum Freizeit-Konsumenten gemacht? Genießt man die Möglichkeiten nicht nur hin und wieder, sondern verplempert täglich stundenlang seine Zeit damit und wundert sich darüber, dass es schon wieder Zeit zum Schlafen ist? Geht man mit guten Vorsätzen in den neuen Tag und bekommt dann wieder nicht den Allerwertesten hoch, um das zu tun, was mehr Spaß macht?


    Sicher hat Andre mit der Forderung recht, das eine Wertschätzung immer mit einem Wissensstandard und der anständigen Honorierung ehrenamtlicher Arbeit zu tun hat. Gerade diese Faktoren behindern dort die Arbeit von Trainern, wo sie schlecht organisiert sind!


    Aber es sind m.E. auch die fehlenden Möglichkeiten einer zeitlich angepaßten Trainerfortbildung. Denn es gibt Trainerfortbildungsangebote (z.B. Kurzschulungen), die nicht ausreichen, um fundiertes Grundwissen zu erlangen. Dann gibts die Lizenz-Ausbildung. Aber dazwischen gibts nichts! Ja, es gibt nicht einmal die Möglichkeit, wie z.B. beim Autoführerschein per E-Learning gezielt auf die jeweiligen Altersstufe ein Wissensangebot zu schaffen. Leider ist dieses Trainerausbildungssystem nicht mehr zeitgemäß, weil sich auch das Freizeitverhalten verändert hat und moderne Kommunikationsmöglichkeiten ungenutzt bleiben.


    Es mag größere Vereine geben, die dieses Wissensloch an Trainerqualifizierung durch eigenes, gut geschultes Personal kompensieren können. Aber in den Dorfvereinen gibt es da nicht, weshalb diese Lücke mit den heutigen Ausbildungsmethoden nicht geschlossen werden können.


    Diese Lücke könnte durch private Trainerausbildungsunternehmen geschlossen werden. Ja, ich kann mir sogar vorstellen, dass die professionellen Fussballschulen ihr Angebot erweitern und nicht nur interessierten Kinder vor Ort einige schöne Tage vermitteln, sondern gleichzeitig den Trainern der Dorfvereine ein interessantes Fortbildungsangebot ermöglichen. Denn, wenn man eh schon dort ist, wo die Kinder sind, dann kann man die Zeit ja auch nutzen, um in Theorie und Praxis seine ersten Schritte im Trainerleben zu gehen. Diese Schulen verstehen auch etwas vom Event-Fussball, wie der von den Kindern favorisiert wird!


    Einig sind wir uns sicher darin, dass es nicht "weiter so" gehen darf, denn dafür hören heutzutage viel zu viele Kinder und Trainer wieder mit der Zweitschönsten Sache der Welt auf. Ich denke, manches kann man selbst organisieren, für andere Dinge braucht es Verbündete. Die professionellen Fussballschulen verfügen über lizensierte Trainer (im C, B und A-Lizenzbereich) sowie Erfahrungen bei der Menschenführung. Warum nicht einmal ein gemeinsames Projekt für den Kinderfussball starten, bei dem auch die Dorftrainer profitieren können? Vielleicht kommt ja dann der Verband und der DFB auf den Trichter, sein Ausbildungssystem (das ja gerade sowieso in Arbeit ist) im untersten Basisbereich dem heutigen Bedarf besser anzupassen?

    Günter


    Habe letztens mit einem Kollegen aus "frühen Tagen" gesprochen, der jetzt eine A-Jugend trainiert. Der hat mir ähnliche Probleme geschildert. Seine Mutmaßungen klangen ähnlich und auch er wollte das Problem durch Kaderreduzierung in den Griff bekommen. Die Reduzierung deshalb, weil er sich von "unzuverlässigen Leuten" verabschieden wollte und Unruhe von diesen Leuten im Team von vornherein vermeiden wollte.


    Jedoch sind Mutmaßungen das Eine und konkretes Wissen ist das Andere. Wenn ich die Ursachen für das Fernbleiben nicht kenne, dann werde ich vermutlich zur nächsten Saisonvorbereitung mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.


    Wenn man weiß, welche Probleme auftreten können, dann kann man bei der ersten Besprechung gezielt darauf eingehen seine Gesprächsbereitschaft dazu anbieten.


    Aber es ist ja nicht allein mit der Teilnahme in der Vorbereitung getan. Man will ja auch ohne Personalprobleme gut durch die Saison kommen! Auch dazu können "gute Gespräche" mit offenem Ausgang dienen!


    Gemeinsam beschlossene Ziele und Vereinbarungen halten da besser als das Einschärfen der Vorgaben mit anschließenden gegenseitigen Vorhaltungen.


    Ich glaube, das es derzeit einen signivikanten Veränderungsprozeß im Jugendfussball gibt. Wir Trainer glauben, es wäre die fehlende Bereitschaft zur Selbstkritik bei den jungen Leuten. Wir glauben, sie wären deshalb unzuverlässig, weil sie den Weg des geringsten Wiederstands suchen? Die Einsichten sind jedoch keineswegs auf den Fussball begrenzt. Sie treffen ihn aber dort sehr hart, wo man seine Ursachen und den Veränderungsprozeß ignoriert.


    Denn unsere Jugend hat keineswegs einen schlechteren Charakter als die Generation davor. Sie hat jedoch stärker noch als wir den Wunsch, ihren Freizeitsport als Event wahrzunehmen. D.h. Spaß am Fussball ohne Vorhaltungen über irgendwelche Schwächen oder Stress! Gern läßt man sich vom Trainer in die 1001 Geheimnisse des Fussballs entführen, wenn er sie interessant in ein attraktives und abwechselungsreiches Training zu verpacken weiß. Ligazugehörigkeit und Mannschaftsimage verlieren immer weiter an Bedeutung bei den Jugendlichen. Die aktiven A-Jugendspieler interessieren sich weitaus mehr für ihren eigenen Fussball als für den Anderer. Man erkennt es an den vergibten Trainings-T-Shirts ihrer (früheren) Idole. Sie sind jetzt selbst wer und wollen auch so genommen werden.


    Er wird einen deutlich größeren Event-Charakter haben, bei dem Spieler und Trainer dann gewinnen können, wenn sie sich als Partner verstehen. Der Trainer, der seinen Taktstock als Unterstützung der Harmonie und Leistungsverbesserung seiner Mannschaft nutzt, der wird rasch erfolgreich werden. Wird dieser Taktstock jedoch drohend hochgehalten, das niemand an der Härte des Trainers zweifeln möge, dann gibt es zwei Lager, bei der niemand als Sieger hervorgeht.


    Event heißt für alle Beteiligten mehr Freude und mehr Spaß. Nicht Leistungszwang, sondern Freiwilligkeit soll der Leitfaden für die sportliche Weiterentwicklung haben. Denn, was man gerne macht, dass macht man auch gut! Mehr als sein Bestes kann niemand verlangen! Wenn dann doch noch ein Stückchen mehr geht, dann hat er auch dank seines guten Trainers gelernt, manchmal über sich hinaus zu wachsen.


    Dazu gehört aber auch, dass man als Trainer die Mannschaft nicht in wichtige Stamm- und unwichtige Reservespieler aufteilt, sondern jeder Einzelne, unabhängig vom aktuellen Leistungsvermögen gleichwichtig ist. Denn man mag ein Spiel mit 11 guten Akteuren gewinnen können, aber für eine ganze Saison braucht man alle Spieler. So sollte man sein Training ausrichten! Denn häufig erlebe ich es, dass beim Abschlußtraining sich die Spieler, die fürs nächste Spiel vorgesehen sind, eine Leibchenfarbe anziehen dürfen. Weil die einen wissen, dass sie spielen, strengen sie sich nicht mehr an. Und weil die Anderen wissen, dass sie nicht spielen, strengen sie sich ebenfalls nicht an. Besser also gleichstark mixen und erst vor dem Spiel die Mannschaftsaufstellung bekannt geben. Dann ist jeder darauf eingerichtet, dass er spielen wird. Aber wenn möglich, alle spielen lassen! Und wenn´s nur ein paar Minuten sind. Denn so wächst das Selbstbewußtsein, einer beim Mannschaftserfolg oder -mißerfolg zu sein. Ein Wasserträger (Bankdrücker) für die Mannschaft zu sein, das ist kein Job, der auf Dauer spaß macht!


    Wer die positiven Wechselwirkungen kennt, der kann sich leichter in negative Einflüsse im A-Jugend-Bereich hinein versetzen. Es ist nie einfach aus 2 Mannschaften eine zu machen. Dazu gehört eine klare, für die Jungs nachvollziehbare Linie, damit man rasch zu einer Mansnchaft findet.


    Bin mal gespannt, wie die Mannschaft deines Sohnes in die Liga startet?

    SoccerGrlProbs


    Auweiha, das sieht ja gar nicht gut aus! Ich weiß auch nicht, wieso sich so viele Trainer im Frauenfussball herumtummeln, die bei den Senioren nichts "gerissen" haben? Dabei könnten sie es so einfach haben, wenn sie sich rasch daran gewöhnen, dass ihnen die Frauen ein Großteil von Aufgaben abnehmen. Typsich auch, dass dieser Trainertyp sich besonders gerne an die jungen Mädels wendet, weil von denen noch der geringste Widerspruch erwartet werden muß.


    Denn, wer sich wie ein "Elefant im Porzelanladen" benimmt, der darf sich nicht wundern, das er das Vertrauen der Mannschaftsmitglieder, die gerne Verantwortung übernehmen wollen, am ehesten verliert!


    Falls es bei euch (noch) keinen Mannschaftsrat gibt, würde ich mit 2 - 3 erfahrenen Spielerinnen kurzfristig einen Termin mit dem Trainer machen und "Tacheles reden"! Denn, solange euer Trainer nicht weiß, was ihr wollt, wird es noch schlimmer werden!


    Danach wird er evl. sein Verhalten geändert haben? Ansonsten bleibt nur der Weg zum Vorstand. Weil jedoch dieser Trainertyp weiß, welchen Personenkreis er leicht beeinflussen kann, wird er versuchen, die Mannschaft in zwei Teile (die Guten und die Bösen) zu trennen, um seinen Job zu retten. Klappt das nicht, dann wird er das beleidigte Genie spielen, sodass sein Trainning und sein Coaching noch den letzten Rest an Niveau verliert.


    Sorry, aber wenn ich soetwas lese, dann geht bei mir die Hutschnur hoch! Soetwas hat keiner verdient! :cursing:


    Eine andere Sache ist die Beteiligung. Ihr habt nun die Erfahrung gemacht, dass es einen Plan braucht, um gut durch die Saison zu kommen. Niemand muß ein schlechtes Gewissen haben, wenn er an einem Termin nicht kann. Aber ein Team in Mannschaftsstärke muß rechtzeitig organisiert werden, damit man keine bösen Überraschungen erlebt!

    Andre


    Unter "Herumdoktorn" versteht man ja hektischen Aktionismus, ohne zu wissen, was Sache ist! Das trifft es einigermaßen. Denn fürs ballorientierte Spiel sollte eine individualle Qualität der Spieler die Voraussetzung sein. Darunter versteht man zunächst einmal eine Ballsicherheit und individualtaktisch sicheres Verhatlen. Denn darauf setzt dann das gruppen- und mannschaftstaktische Verhalten auf.


    Klar, wäre es für einen Trainer ideal, wenn alle Mannschaftsmitglieder soweit ausgebildet wären. Das darf man jedoch nicht im Jugendbereich erwarten, weshalb man technische und individual taktisches Verhalten immer auch wieder trainieren muß. Ich sage bewußt trainieren, denn vom Erzählen und Hinweisen allein wirds nicht besser!


    Aber nicht nur die Spieler brauchen ein solides Grundwissen, auch ihr Trainer sollte ein "belastbare Fähigkeiten" im technischen, individual-, gruppen- und mannschaftstaktischen Wissen verfügen. Nur so kann er erkennen, was noch nicht klappt, warum es nicht funktioniert und wie man`s zum "laufen" bekommt.


    Dieses Wissen eignet man sich bestenfalls dort an, wo es bereits gut funktioniert und man sich erklären lassen kann, warum das eine so und das andere so laufen soll. Leider haben diese Chance nur Wenige. So saugen sich die meisten ehrgeizigen Trainer zunächst einmal über leichter zugängliche Quellen (z.B. Internet) ihr Wissen! Daraus entsteht dann so ein Brei aus Halbwissen, was für den Laien jedoch nachvollziehbar klingt. So lange die Gegner schwach genug sind, als das taktische oder technische Fehler dadurch überdeckt werden, mag es als richtig erscheinen. Doch spätestens, wenn die Gegner stärker werden, werden auch die Defizite deutlicher.


    Man hört immer öfter: "ich spiel mit 4-er Kette"! Aber schon nach der dritten Frage erkennt man, dass da von etwas gesprochen wird, was gar nicht verstanden wird. Scheinbar befriedigen die Bundesliga-Talk-Sendungen auf den "Privaten" genau die Zielgruppe von Trainern mit "Laienprediger-Bedarf"! Hier wird dann genau wie in einem Krimi eine Scheinwelt aufgebaut, die es so in der Trainerrealität nicht gibt! Früher gab`s mal den Hinweis vor der Sendung: "Jegliche Ähnlichkeit mit noch lebenden oder toten Personen sind rein zufällig"! Vielleicht sollte man das wieder einführen? Man sieht ja, wie ernst das ohne Hinweis auf den Nebenplätzen deutscher Stadien genommen wird!

    Wer als Trainer über kein ausreichendes Wissen fürs ballorientierte Spielsystem und auch nicht den Sinn für die nötige Zeit für die Ausbildung darin erkennt, der wird zwangsläufig beim diletantischen Versuch einer kompletten Spielsystem-Umstellung seine negativen Erfahrungen sammeln.


    Wer als Trainer glaubt bei einer Mannschaft, die weder individual taktisch noch technisch Grundvoraussetzungen für eine Umstellung mitbringt, man könne das mal eben in 2 Wochen nachholen, der irrt sich gewaltig!


    Wer meint, bereits im unteren Jugendbereich ein für die Kinder noch gar nicht durchschaubares Spiel von gruppenaktiven Verhalten trainieren zu können, der wird ebenfalls Schiffbruch erleiden.


    Leider haben auch Kurzseminar-Veranstaltungen zum Thema "Umstellung auf 4-Kette" Erwartungen gesetzt, die sich so einfach nicht umsetzen lassen.


    Jeder Trainer hat die Hoffnung erfolgreich zu sein und sieht seine Arbeit auch darin, dass seine Mannschaft einen schönen und attraktiven Fussball auf den Rasen zaubert. Aber das sollte im Rahmen realistischer Möglichkeiten stattfinden. Sonst heißt es: "Schuster, bleib bei deinen Leisten"!


    Deshalb fand ich den Vorschlag, das Spiel mit Libero für den Breitensport weiterhin zu favorisieren, gar nicht mal so schlecht. Auch muß man nicht "gegnerorientiertes Spiel" verteufeln. Ist es doch so, dass gerade auch im unteren Leistungsfussball das ballorientierte wie das gegnerorientierte Spiel ausschaut. Denn wenn wenig Bewegung im Spiel ist, weil die Laufwege nicht eingehalten werden, viele Ballverluste drohen, weil technische Defizite beim Paßspiel häufig im Feld zu Zweikämpfen führen, dann ist doch der Unterschied gar nicht so groß!


    Man sollte deshalb das eine nicht so hochgeben und das Andere nicht so sehr verteufeln! Denn beide Spielsaysteme haben ihre Berechtigung!

    @solohope
    Das mit dem Mithalten von hochtalentierten Mädchen bei den Jungen sehe ich ein wenig differenzierter. Wenn Mädchen in Jungenmannschaften kicken, dann ist es noch etwas Anderes, als wenn es sich um Leistungsvergleiche zwischen Mädchen- und Jungenmannschaften handelt. Da mag ein Mädchen in einer Jungenmannschaft einen besseren Eindruck machen, weil ihre Kollegen natürlich auch die Schwächen (Schnelligkeit, Dynamik) kennen und diese kompensieren können. Beim Vergleich von reinen Mädchenteams gegen Jungenmannschaften ist das natürlich schon etwas anderes. Hier spielt die Ligazugehörigkeit des Jungenteams eine große Rolle. Aber natürlich auch, ob das Vergleichsspiel vor oder zu Beginn einer Saison oder zum Ende der Serie gespielt wird.


    So konnte ein Damenteam aus der 2. Bundesliga in der Saisonvorbereitung gegen ein C-Jugend-Bezirksligateam mit 3 : 1 gewinnen. Das gleiche Teams spielte gegen eine C-Jugend-Kreisliga-Mannschaft, die aus einem Mißverständnis heraus noch mit dem alten Team antrat. Gegen dieses Team wurde 1 : 3 verloren. Im selben Verein spielt eine Regionsauswahl von C-Juniorinnen in der 1. Kreisklasse bei den Jungen mit. Zur Hinserie konnte man sich noch sehr gut behaupten, weil man die technische und taktische Überlegenheit gut zu nutzen wußte. In der Rückserie hagelte es Niederlagen, weil die Jungen nunmehr ihre Schnelligkeitsvorteile einsetzten.


    Natürlich gibts innerhalb der Mädchen- und Frauenmannschaften Unterschiede, weshalb man soetwas nicht pauschalisieren sollte. Aber die biologischen Unterschiede sind nun einmal nicht wegzudiskutieren. Genauso wenig wie es aufgrund dieser Unterschiede einen Sinn macht den Männer- mit dem Frauenfussball zu vergleichen.


    Besonders gefreut hat mich jedoch, dass bei euch die talentierten Mädchen eine bedeutendere Rolle spielen als Andernorts.


    Ich bin mit dir einer Meinung, dass der Mädchen- und Frauenfussball gerade durch seine internationalen Erfolge eine unumkehrbare Bedeutung in der Gesellschaft gefunden hat. Allerdings beobachte ich noch immer, dass einer Kreisklassen-Seniorenmannschaft weitaus mehr Bedeutung zugemessen wird, als einem Mädchenteam aus der B-Juniorinnen-Bundesliga. Denn man kann die Leute auch nicht zum Zuschauen zwingen. Die Begeisterung wächst erst mit der differenzierte Beurteilung der jeweiligen Leistungen und nicht mit einem 1 : 1 Vergleich!