Auch von mir ein Frohes Neues! Ich hoffe mal, dass hier einige Vereinsverantwortliche mitlesen? Denn diesem TW-Trainertyp gehört die Zukunft. Wer mitspielende Torleute ausbilden will, der muß sie Fordern können. Denn nur durch das Fordern können sie gefördert werden. Das kann nur ein TW-Trainer, der alle Angriffsvarianten selbst technisch versiert ausüben kann. Hierbei scheitern ehemalige Torleute, die selbst nur die Fähigkeiten eines Torlinienschnappers erlernt haben.
Die inhaltlichen Beschreibungen muß ich gar nicht mehr kommentieren, da sie sich mit meinen Vorstellungen von Nachwuchs-TW-Triaining decken. Allerdings muß man natürlich sagen, dass es vielleicht nur einige wenige Vereine gibt, die TW-Trainer besitzten, die diesen hohen Anforderungen schon gerecht werden. Es wäre also wünschenswert, wenn man weitere interessierte TW-trainer findet.
@teenay
Sicher hat ein Großteil der Mannschaftstrainer deshalb Berührungsängste für ein altersgerechtes TW-Training? Aber jeder Mannschaftstrainer freut sich gleichzeitig über einen guten Keeper! Man kann diese Berührungsängste beseitigen, indem man sich fortbildet! Dazu ist jedoch Interesse die Voraussetzung. Die Begeisterung kommt dann von ganz allein!
Nach wie vor ist das Thema TW-Trainerfortbildung leider noch nicht zufriedenstellend gelöst. Denn wie soll jemand, der überhaupt keine speziellen Vorkenntnisse mitbringt, im 2-teiligen TW-Trainer-Ausbildungsseminar für den DFB-TW-Trainer für sich etwas mitnehmen, wenn dort TW-Trainer und Keeper aus dem Leistungsfussball diesen Leuten bereits einige Jahre voraus sind. Leider hat man bislang zu sehr darauf geachtet, dass die Seminarplätze ausgebucht waren, statt auf eine passende Ausbildungsgruppe zu achten. Nur, wenn man in der Zusammenstellung viel Glück hat, kann man sehr viel für sich mitnehmen!
zu 1.
zu 1. ja, beim "mitspielenden TW" vereinigen sich die Defensiv-Aufgaben (z.B. gegnerische Flanke erkennen und ablaufen) zu den Offensiv-Aufgaben (z.B. Ball an Mitspieler, der selbst nicht unter Gegnerdruck steht, weiterleiten) Wenn du dir dazu mal die Vita von TRST durchliest, dann verstehst du vielleicht, warum ein Quereinsteiger (ohne Vorurteile aus der eigenen TW-Vergangenheit, dafür aber mit guten Feldspielerfähigkeiten) der ideale TW-Trainertyp ist.
In der Tat beobachte auch ich immer mal wieder, dass ein mitspielender TW auf eine Hintermannschaft trifft, die "nicht mitspielt"! In den Niederlanden traineren die "Lizenz-TW-Trainer" nicht nur den TW, sondern nehmen dann die Hintermannschaft mit in die TW-Übungen, damit auch der offensive Teil (Spielaufbau) trainiert werden kann. Hier in Deutschland ist das noch weitgehend unbekannt, weil die Kompetenzübergäbe zwichen TW- und Mannschaftstrainer eher fließend sind.
zu 2.
Würde man auch neben seinen Feldspielern herlaufen, wenn es die Regeln erlauben? Wohl kaum, denn es wären ja zu viele und man würde rasch ermüden! Warum soll also der TW nicht auch das Recht haben, auf seiner Position Fehler machen zu dürfen, um daraus zu lernen.
Wenn das Training die Zeit ist, um Fähigkeiten zu erwerben und zu verfeinern, das ist das Spiel doch die Zeit, um die im Training erworbenen Fähigkeiten auszuprobieren oder? Wenn das so ist, dann sollte doch jeder die Möglichkeit bekommen, sich ganz auf das Spiel zu konzentrieren. Übrigens habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht wie du! Die Torleute konnten sich beim nächsten Training sehr wohl an die Details, die zu Gegentoren führten erinnern! Zwar kann man das Tor nicht mehr rückgängig machen. Jedoch gab es hier bei Training gleich die Möglichkeit zum Üben, um es dem Gegner beim nächsten Mal noch schwerer zu machen, zum Torerfolg zu gelangen. Man muß sich allerdings dazu die Mühe machen, den TW zu fragen, wie er/die die jeweilige Situation gesehen hat? Auch gibt es beim Training die Möglichkeit eine Situation "einzufrieren", um notwendige Korrekturen einzuleiten. Im Spiel wird der Schiedsrichter wohl kaum seine Zustimmung geben, es solange zu unterbrechen, bis der Keeper vom Trainer "korrigiert" wurde!
- Auch der TW kann nur das im Spiel zeigen, was er vorher im Training erlernt hat - Alles Andere sind Zufallsprodukte !
zu 3.
Die generelle Entscheidung zum Eingreifen (Herauslaufen) lernt der TW sehr viel intensiver, wenn man ihn auch als Feldspieler trainieren und spielen läßt. Lediglich in der Verfeinerung bei torgefährlichen Situationen benötigt er ein Einzeltraining. Das Zurufen durch den Trainer "Jetzt" mag ihm vielleicht in einigen wenigen Fällen später helfen, aber ein Verständnis kann erst entwickelt werden, wenn er die vielen Varianten von normalen Torchancen wie auch Großchancen trainiert hat. Wer allzugern "jetzt" ruft, der darf sich nicht darüber wundern, dass der Keeper irgendwann nur noch seinen Kasten verläßt, wenn sein Trainer auch ruft! D.h. er hat die Entscheidungsverantwortung auf seinen Trainer delegiert!
- Das kommt nicht darauf an, ob der TW hier und dort einen Ball "durchläßt" - es kommt vielmehr darauf an, dass es dem Gegner immer schwerer gemacht wird, zum Torerfolg zu gelangen. Dafür braucht er kein Zurufen während des Spiels, sondern ein auf Partnerschaft und Vertrauen begründetes Training, in der zunächst die grundsätzlichen Fähigkeiten vermittelt werden, auf dem man später während der Positionsspezialisierung verfeinernd zugreifen kann -
zu 3.1.
Nein, natürlich kann man nicht jede Spielsituaion im Training simulieren! (das Gleiche gilt ja auch für die Feldspieler) Nur bekommen die Feldspieler weitaus mehr Gelegenheit im Training, die unterschiedlichsten Situationen zu simulieren als ihre Keeper (wenn dort kein TW-Training gemacht wird.)
Aber gerade, weil sich jedes Spiel anders entwickelt, soll der Keeper ein systematisch aufgebautes, abwechselungsreiches und interessantes TW-Training erhalten. Denn selbst, wenn er im Bruchteil einer Sekunden keine absolut identische Trainingssituation aus seinem "Langzeitgedächnis" hervorholen kann, hat er doch ein paar sehr ähnliche Situationen, von denen er sich sofort für eine gute Antwort auf den gegnerischen Angriff entscheiden kann. Nur, wenn er fast gar keine Ahnung hat, weil er kein TW-Training bekommen hat, wird der Keeper entweder "spekulieren" oder an der Torlinie verharren!
Ich bin sehr dankbar für deinen Beitrag, weil ich darin eine Reihe von Argumenten entdeckt habe, wie Mannschaftstrainer die Situaiton ihrer Torleute betrachten. Schließlich geht es auch um ein gegenseitiges Verständnis, um eine Annäherung gegenseitiger Erwartungen zu schaffen.
