Beiträge von TW-Trainer

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    tobn


    Ich vermute mal, du meinst mich?


    Man sollte die Systeme von Profiteams nicht mit denen im Leistungsbereich vergleichen. Wer täglich mit Top-Profis trainiert, der hat da andere Möglichkeiten als ein Jugend-Trainer, der 2 - 3 wöchentlich trainiert. Letzteres ist sowohl aus zeitlichen Gründen, wie auch vom Leistungslimit her gezwungen, sich mit den etwas einfacheren taktischen Elementen zu beschäftigen.


    Die Raute gefällt mir zwar theoretisch, aber sie ist in der Praxis sehr schwer umzusetzen. Insbesondere die Aufgabe des Vorstoppers ist schwierig, was bei Werder erst bemerkbar wurde, als Thorsten Frings nicht mehr diese Position ausübte.


    Ansonsten gebe ich dir Recht, das es in Sachen Taktik in den vergangenen Jahren eines in Bewegung geraten ist. Selbst die "4-er Kette" ist bei den Top-Teams kein Dogma mehr! Die hat man früher nur zum Schluß aufgelöst, um dann mehr Druck auf das gegnerische Tor auszuüben und das Spiel noch umzubiegen. Heute spielt man u.U. mit einer 3-er Kette und einem 5-er Mittelfeld, um den Spielaufbau des Gegners im Mittelfeld effektiver stören zu können und bei Ballgewinn mehr Möglichkeiten für kurze und mittlere Pässe zu generieren.


    Generell finde ich es gut, dass es im Profibereich immer wieder neue Ansätze gibt. Aber nicht alles läßt sich davon auch in den Jugendleistungsfussball transportieren.

    @M3rln


    Du beschreibst gar keinen Widerspruch für das Agieren der Mittelfeldraute zu meinen Aussagen. Denn für die Defensivaufgaben sollen sämtliche zentralen Positionen besetzt sein. Natürlich verbunden mit dem Nachteil, dass man an den Außenbahnen des Mittelfelds schwächer besetzt ist. Wenn ich also körperlich schwächere Spieler in meinem Team habe, dann möchte ich durch das Zustellen des Raumes sowohl Bälle durch gegnerische Fehlpässe erobern, den ballführenden Gegern durch Doppeln erfolgreich attackieren und Anspielstationen für den Spielaufbau haben. Wenn ich körperlich schwächere oder langsame Spieler habe, dann möchte ich unnötige Laufduelle vermeiden, da meine Jungs dabei meist nur zweite Sieger werden!


    Wir kennen die Beweggründe dieses Trainers nicht? Vielleicht ist es die Befürchtung, in der kommenden Saison nach einem Aufstieg lieber erst einmal mit einer defensiven Ausrichtung in die Saison zu starten? Vielleicht wechelt ein Großteil der Mannschaft von der B in die A-Jugend, vielleicht ist es auch nur die Philosophie des neuen Trainers, erst mal die Null zu sichern, weil man dann nicht so viele Tore schießen muß?


    Deswalb wäre es schon wichtig, ein wenig mehr über die Begründung des Trainers zum Wechsel auf das 4 : 4 : 2 zu wissen und weitere Details über die Spielersituation in der nächsten Saison zu erfahren?

    Follkao


    Natürlich wäre es wünschenswert, wenn die Ausbildung von Schiedsrichtern (genau wie die der Trainer) sich näher an der Praxis orientieren würde. Denn zwischen Theorie und Praxis klafft ein großes Loch. Leider scheitern solche Versuche (bei den Trainern gabs bereits einen Feldversuch, in der ein Teil der Ausbildung bei der Heimatmannschaft der Trainer gemacht wurde) immer am feldenden Personal und/oder am Geld!


    Ich denke, man darf einem Schiedsrichter nicht die Freude an der korrekten Regelauslegung vorwerfen. Allerdings sollte man seine Mimik und Gestik dabei unter Kontrolle halten. Sonst bekommt das Ganze einen lächerlichen Touch!

    Nela


    Sicher kann man als Trainer ein wenig für Planungssicherheit sorgen, wenn man seine Spielerinnen rechtzeitig nach ihren Freizeitaktivitäten befragt und bei der nächsten Staffeltagung entsprechend präpariert um Spielverlegungen bittet.
    Allerdings wird es vermutlich wesentlich mehr kurzfristige Spielerabsagen geben, weil der Fussball die absolute Priorität im Breitensport nicht garantiert werden kann. Normalerweise kennt man seine "Pappenheimer".
    Wenn man die Möglichkeit hat, auf schwächere, aber zuverlässige Spieler zu setzen, die sich weiter entwickeln wollen, dass ist das immer besser, als wenn man sich dort mit Spielerinnen fetzen muß, die allein ihre Interessen verfolgen.


    Gelingt das nicht, dann braucht man sich auch keinen Kopf darüber zu erbrechen, was denn wohl die beste Lösung wäre, weil dann sowieso immer kurzfristige Absagen dazu führen werden, sich seine Mannschaft Woche für Woche zusammen zu basteln.


    Während man die Wünsche von Spielerinen auf Spielzeit miestens erfüllen kann, wird diese Frage bei den Torleuten schwieriger. (Wohl dem, der seine Torleute schon in der Jugend so umfangreich ausgebildet hat, dass sich auch auf dem Feld eine gute Nummer abgeben!)


    Weil man ja nicht gleichzeitig 2 Torhüter ins Tor stellen kann, muß man sich für Einen entscheiden. Möchte man nicht von Spiel zu Spiel wechseln, dann stellt sich die Frage nach einem Stammtorwart. Dabei sucht selbstverständlich jeder Torwart nach Argumenten, die für ihn sprechen. Je nach Typ können die Argumente unterschiedlich sein. (Das ist wie in der Firma: da geht der eine zum Chef und sagt, er will einen besseren Job und mehr Geld, weil er sich verbessert hat. Der Zweite geht zum Chef und bittet ihn um mehr Geld, weil alles teurer geworden ist und die Freunde auch alle mehr Geld bekommen haben! Wer wird wohl eher Erfolg beim Chef haben?)


    Ich möchte deshalb gar keine Bewertung abgeben, ob nun die ältere Keeperin sich für die bessere Torfrau hält oder die Jüngere deshalb einen Anspruch auf einen Stammplatz hat, weil sie ihre Freundinnen nicht bei der Freizeitgestaltung enttäuschen möchte!


    Beide Keeperinnen sind mit dem aktuellen Zustand unzufrieden, Teile der Mannschaft wie auch du sind es auch! Was bleibt anderes übrig, als zu handeln, um die Torwarttrage zu beenden?

    @16aufmücken


    Das 4 : 2 : 3 : 1 eignet sich sehr gut für die Umstellung auf ein "ballorientiertes Spiel", weil es bei einem einfachen Spielaufbau (miest über die Außenbahnen) individuelle Fehler verzeiht. Denn bei Ballverlust befinden sich immer noch die zentralen Abwehrspieler hinter dem Ball. Desweiteren läßt sich über die 4 Linien die Breite und Tiefe des Spielfelds sehr gut nutzen.
    Mannschaftstaktik läßt sich das 4 : 2 : 3 : 1 als ein "neutrales System" beschreiben, bei dem die defensiven und offensiven Stärken sich ungefähr die Waage halten.


    Bevor ich zum 4 : 4 : 2 komme, möchte ich noch ein paar Worte über das 4 : 3 : 3 verlieren. Beim 4 : 3 : 3 handelt es sich um eine besonders offensive Systemvariante, bei der 3 Angreifer in vorderster Reihe agieren. Weil die Offensive natürlich im torgefährlichen Raum am erfolgreichsten ist, müssen sie durch besonders offensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler unterstützt werden. Damit die Abstände zwischen den Reihen nicht zu groß werden, muß auch die Kette hoch stehen und der Keeper vor dem 16-er lange Flanken des Gegners ablaufen können. Das 4 : 4 : 3 hat aufgrund der offensiven Ausrichtung dort seine Stärken, in der Defensive aufgrund des höheren Risikos seine Schwächen.


    Kommen wir also zur defensiv ausgerichteten Variante des 4 : 4 : 2. Wer dieses System spielt, um aus einer kontrollierten Defensive heraus zum Torerfolg zu gelangen, der wird wenig Freude daran haben. Denn ähnlich wie beim 4 : 3 : 3 dürfen die 3 Linien nicht zu weit auseinander stehen. Selbst der Versuch, die Abstände durch eine Mittelfeldraute ein wenig besser kontrollieren zu können, wird schwierig, weil man dafür die Außenbahnen freigeben muß. In der Theorie ist die Rotation in der Raute zwar eine sehr effektive Variante, aber in der Praxis ist sie besonders schwer umzusetzen (Werder läßt grüßen)! Bleibt also die Möglichkeit, aus dem 4 : 4 : 2 heraus zu kontern. D.h. man zieht sich nach Ballverlust sofort in die eigene Hälfte zurück. Bei dieser tiefen Staffelung befinden sich die beiden Angreifer an der Mittellinie und die beiden 4-er Kette im Abstand von 10 - 12 Metern Tiefe dahinter. (schaut euch dazu mal Borussia Mönchengladbach an, die ins 4 : 4 :2 bei gegnerischen Ballbesitz wechseln) Bei Ballgewinn wird sofort diagonal in die Spitze gepasst. Die beiden Angreifer ziehen in ihren Laufwegen die gegnerische Kette auseinander. Mit 2 - 3 Spielzügen gelangt man so binnen weniger Sekunden vors gegnerische Tor. Diesen Überraschungseffekt kann man deshalb gut ausnutzen, weil die gegnerische Abwehr nur noch mit dem Gesicht zum eigenen Tor verteidigen kann und kaum Druck auf den Ball ausüben kann. Wer also meint, beim 4 : 4 : 2 würde lediglich "Beton angerührt" und auf "Unentschieden" gespielt, der erkennt das gesamte Potenzial dieser Variante nicht!


    Kommen wir nun zur Frage einer Spielsystemumstellung? Um diese Frage zu beantworten, muß man sich mit den gewünschten Zielen auseinander setzen. Natürlich ist die Jugendzeit auch die Zeit der Ausbildung. Dabei soll zunächst in die Breite (jeder darf auf jeder Position spielen) und dann in die Tiefe (Positionsausbildung ab der U 17) verfeinerte Kenntnisse zu vermitteln. Da man eine Position jedoch immer nur in Relation zu anderen Positonen verstehen kann, gehören auch gruppen- und schließlich mannschaftsgebundene Varianten dazu. Wieviel davon vermittelt werden kann, hängt nur zu einem Teil von den trainerischen Fähigkeiten ab. Es hängt vielmehr von den Fähigkeiten sowie der Übungszeit in den Trainingseinheiten ab.


    Grundsätzlich halte ich es für möglich, auch ein 4 : 4 : 2 zu vermitteln, wenn ein 4 : 2 : 3 : 1 bereits gut von der Mannschaft verstanden wurde. Allerdings braucht es selbst dann Zeit, bis die veränderten Aufgaben verinnerlicht sind. Es gibt auch generell keinen Widerspruch zwischen einem erfolgreich gestalteten Spiel mit unterschiedlichen Taktiken. Noch vor ein paar Jahren hätte ich gesagt: laßt die Finger davon! Aber die Jungs kommen immer besser ausgebildet in den oberen Jugendbereich. Man sollte als Trainer die jeweiligen Vor- und Nachteile der Systeme gut kennen, denn die Jungs sind keine Experimentierkaninchen, die man allein ergebnisabhängig steuert, sondern denen man die Zeit zum Lernen aus eigenen Fehlern, die aus der Position heraus entstehen können, geben muß. Perfektion darf man hier noch nicht erwarten!

    Mit Schiedsrichter lege ich mich grundsätzlich nicht an, egal wie schlecht sie pfeifen. Allerdings bekommen die Schiedsrichter, die besonders gut pfeifen, immer auch ein Lob von mir! Wer kein Lob bekommt, darf sich auch fragen warum!


    Ich denke mal, dass jeder "normale" Schiedsrichter mit der Motivation ins Spiel geht, sein Bestmögliches zu geben, um Spaß zu haben und Anerkennung zu finden. Sonst würden sie diesen Job nicht machen wollen. Insofern unterscheiden sie sich wenig von den anderen Spielverantwortlichen.


    Die jeweiligen Fähigkeiten betreffend ist mir der Satz eines Schiedsrichterobmanns in Erinnerung geblieben, der da meinte: "jede Liga bekommt die Schiedsrichter, die es verdient hat"! Das mag auf den ersten Blick hart klingen, aber so ganz unrecht hat der gute Mann nicht!


    Selbst wenn irgendwann die Technik soweit ist, das der Ball sowie jeder Spieler einen Chip bekommen, sodass "Aus", "Ecke" oder "Abseits" durch die Koordinaten-Messung via GPS in Bruchteil von Sekunden zur Entscheidung führt; letzendlich der Mensch, was er will und was nicht! Wer objektive Entscheidungen will, der muß das Fussballspiel neu erfinden. Denn immer wenn Menschen im Spiel sind, gibt es einen Irrtumsfaktor. Da muß man immer auch mit Überraschungen rechnen!

    Nela


    Für mich liest sich aus deinen Beiträgen immer mehr heraus, dass du mit den jüngeren Spielerinnen einen langsamen, aber systematischen Altersumbruch in deiner Mannschaft planst. Ehrlichkeit ist dabei ein guter Faktor! Wenn für dich klar ist, mit wem du planst, dann sollte man das klar vermitteln. Die ältere Keeperin fordert ich ja auch quasi durch ihre Provokationen dazu heraus.


    Aber egal, ob es sich dabei um Breiten- oder Leistungssport handelt, es basiert alles auf die Freiwilligkeit der Spielerinnen. Denn Geld gibt es ja dabei nicht zu verdienen. Das gilt es bei den eigenen Zielansprüchen zu bedenken.


    Allerdings gebe ich zu bedenken, dass es im Breitensportbereich nun nicht allein auf die Leistung auf einer Position ankommt, sondern der Spaß im Mittelpunkt steht. Hier jede Positon doppelt besetzen zu wollen, das geht dann schon in den Leistungsfussball hinein. Deshalb meine ich, dass man sich auch nicht zuviele Gedanken darüber machen muß, wer in dieser Mannschaft das Tor hütet!


    Meistens kommt es sowieso anders als man denkt! Zu denken gegeben hat mir auch, dass die andere Torhüterin mit dem Argument der Freizeitgestaltung gemeint hat, ihr Recht auf den Einsatz bestimmen zu können. Wenn also unter Freizeitgestaltung der Fussball sowieso nicht die Nr. 1 ist, dann brauchst du dir doch auch gar nicht dein Hirn darüber zu zermatern, was wohl unter Abwägung aller sportichen Bedürfnisse die bestmögliche Lösung wäre.


    Lieber eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als die Zweitbeste erweist, als gar keine Entscheidung, die mit hoher Wahrscheinlichkeit die Schlechteste aller Möglichkeiten ist!

    Alex0096


    1. Durch Bildung von neuen Staffeln kämpfen in etwa gleichstarke Teams gegen einander
    Normalerweise sollte die Staffeleinteilung so sein, das in etwa gleichstarke Teams zusammen in einer Staffel spielen. Um weite Anfahrtwege zu vermeiden, spielt auch der Faktor der Entfernung eine Rolle bei der Zusammensetzung. Nach Beendigung der Herbstrunde werden neue Staffeln gebildet. Dabei werden die besten Teams der jeweiligen Herbst-Staffeln zu den Frühjahrsstaffeln zusammen gestellt und auch die weniger erfolgreichen Teams zu neuen Staffeln gebildet.


    D.h. bei der Bildung der neuen Staffel im Frühjahr dürfte sich dein aktuelles Problem, dass dein Team deutlich schwächer ist als die Konkurrenz gelöst haben.


    2. Behebung von Schwachstellen
    2.1. Altersunterschied: Durch die neue Zulosung zu anderen Teams dürfte sich dieses Thema von selbst erledigt, da auch die anderen Teams ähnliche Nachteile in der Herbststaffel zu beklagen hatten.
    2.2. Erfahrungen fehlen: ich denke mal, ein altersgerechtes und abwechselugngsreiches Training behebt einen Teil der vermeintlichen Schwächen. Wie du es selbst beschreibst, erkennen die Eltern und du die Fortschritte durch dieses
    Training. Also werden die Früchte deiner Arbeit schon recht bald auf dem Rasen zu erkennen sein. Ansonsten können weitere Aktivitäten außerhalb des Vereinsfussballs die körperlichen und geistigen Aktivitäten stärken.


    Vielleicht kann auch ein Schuß Besonnenheit auf dieses Thema nicht schaden, denn die Kinder haben ja noch fast die gesamte Jugendzeit vor sich und können somit noch sehr viel lernen. Da gibts gar keinen Grund, die Flinte schon in der F-Jugend ins Korn zu werfen!

    Jenny82


    Kann natürlich sein, das man ein paar Spielerinnen verliert. Wenn jedoch die Gespräche geführt wurden und man zu keinem abschließenden einvernehmlichen Ergebnis gekommen ist, dann müssen die Verantwortlichen zu einer Entscheidung kommen. Andernfalls könnte das Thema die Mannschaft in unterschiedliche Lager trennen und schließlich die Auflösung der Mannschaft oder sogar des Frauenfussballs drohen.

    Günter


    Du hast ja recht, wenn du sagst, man greift gern auf Talente aus der Umgebung zu, um sich den Aufwand für die eigene Jugendarbeit zu sparen. Was schlägst du vor? Soll man in Zukunft die Ligazugehörigkeit im Seniorenbereich an die Ligazugehörigkeit der A, B und C-Jugend koppeln, um so die Verantwortlichen zu einer umfassenden Jugendarbeit zu zwingen? Soll es vielleicht eine Regelung über den Anteil von auswärtigen Spielern in der jeweiligen Mannschaft gebenß
    Was sind deine Lösungsansätze?


    Das OLG sieht grundsätzlich keinen Widerspruch zwischen dem Grundrecht auf Freizügigkeit und der Zahlung einer Ausbildungsentschädigung. (Würde man dies jedoch als Pflicht einführen wollen, so könnte auch jeder Ausbildungsbetrieb für seine Azubis eine Ausbildungsentschädigung verlangen. Allerdings ist es noch so, dass man mehr Azubis ausbildet als man braucht und ganz froh darüber ist, dass man den überschüssigen Teil los wird) Jedoch war der DFB und der internationale Fussball davon ausgegangen, das die Ausbildungsentschädigung der Teil ist, den sich der aufnehmende Teil an Kosten für die eigene Ausbildung sparen würde. Dem widerspricht das Gericht und sagt, es dürften lediglich die indivuell tatsächlichen Kosten der Ausbildung eine Grundlage von Verhandlungen darüber sein. Ein wesentlicher Unterschied von einem Verein zu einem Wirtschaftsunternehmen ist der, dass der Verein dem Allgemeinwohl dienen soll und dabei lediglich kostendeckend arbeiten soll, während bei einem Wirtschaftsunternehmen die Gewinnmaximierung im Mittelpunkt steht.


    Aber ganz ehrlich würde ich mich lieber darüber unterhalten, wenn es ein endgültiges Urteil dazu gibt. Ich habe nur deshalb darüber geschrieben, weil eine Bestätigung des OLG-Urteils ähnlich gravierende Auswirkungen wie seinerzeit das "Bosmann-Urteil" haben könnte. Jedoch habe auch ich gewisse Zweifel daran, ob dies so eintreffen wird, denn hier gibt es unterschiedlich stark einwirkende Lobbyisten!

    @don


    Ich glaube teejay hat nicht die Offensiv-Qualitäten eines Torwarts infrage gestellt, sondern vielmehr die Reihenfolge der zu vermittelten Fähigkeiten gemeint. Aber selbstverständlich hast du mit deiner Anmerkung recht, dass der Anteil der offensiven Aktionen beim Torwart zugenommen haben.


    Folgt man der Überzeugung des DFB-Verantwortlichen, dann ist es die Hauptaufgabe eines Keepers, in den entscheidenden Situationen seinen "Kasten" sauber zu halten. Die erfolgreiche Spieleröffnung soll der Keeper mal ruhig seinen Kollegen überlassen, denn die erobern weitaus häufiger den Ball und bekommen deshalb mehr Gelegenheit dazu.


    Bin mir da gar nicht so sicher, ob man eine strickte Trennung zwischen defensiven und offensiven Fähigkeiten braucht, denn fast immer erfolgt nach einer Abwehr (Defensivaktion) eine Spieleröffnung (Offensivaktion)? Ferner geht es hierbei auch darum, dass der TW seine Defensivabteitung dirigiert und dadurch zu einer guten Spieleröffnung indirekt beiträgt.


    Ich habe jedoch eher das Gefühl, das die bisherigen Anmerkungen weitere Fragen aufwerfen, um Inhalte einer systematischen, altersgerechten TW-Ausbildung zu ergründen?


    1. soll man den Keeper von Anfang an zum "Mitspielen" animieren oder kann man das auf eine spätere Ausbildungsphase verschieben? (weil ja das Wichtigste das "Sauberhalten des Kastens ist")


    2 welche Unterstützung braucht der Keeper in der Startphase? Soll man neben dem Tor stehen und ihm zurufen, wann er "rauslaufen" soll oder ihm diese Entscheidung von Anfang an selbst überlassen und es lediglich im Nachhinein (beim nächten Training besprechen)?


    3. Wie wichtig seht ihr die Entwicklung des Verständnisses, wann welche Defensiv- oder Offensivaktion von Vorteil ist bzw. welches Risiko mit welcher Aktion verbunden ist, erachtet?


    3.1. Genügt es mit dem TW die häufig vorkommenden Spielsituationen im Training zu simulieren oder soll man durch geschickte Fragen und Tipps an den TW darüberhinaus auch ein Verständnis entwickeln?
    3.1.1. Soll man Abläufe durch wiederkehrende Übungen automatisieren oder ist das Verständnis eine unabdingbare Voraussetzung für die korrekte Anwendung in der jeweiligen Situation?
    3.1.2. Kennt ihr Tricks und Eselsbrücken, wie sich der TW etwas merken kann?

    coach1995


    Klar kannst du dich mit deinem Vereinsvorstand unterhalten. Aber wundere dich nicht, wenn du doch nur wieder irgendwelche unverbindlichen Kommentare bekommst. Denn würde man deine Bemühungen (z.B. Trainerfortbildung) wirklich ernst nehmen, dann hätte man sich schon lange mit dir unterhalten.


    Weil es "Küngel" und "Seilschaften" nahezu überall gibt, sollte man vor einem möglichen Vereinswechsel umfassende Informationen einholen. Dabei kann es nicht schaden, die von den Verantwortlichen getätigten Aussagen durch die Aussagen von ehemaligen Trainer zu überprüfen.


    Wichtig ist, dass es eine klare Kompetenzübertragung gibt, denn mit der Übernahme der Verantwortung über die Inhalte ist auch eine gute Trainerarbeit zur Förderung der Mannschaft möglich. Wenn es später irgendwann einmal einen Gesprächsbedarf geben sollte, dann weiß man, worüber man sich unterhalten möchte. Im Unterschied dazu gibts bei Klüngel und Seilschaften eher etwas über Personen, statt über sportliche Themen zu besprechen.


    Wenn du dich als Trainer weiterentwickeln möchtest, dann kann ich dir nur empfehlen, auch bei anderen Vereinen hinein zu schnuppern, um weitere Anregungen zu holen und das Gute für dich mitzunehmen! Weil du ja momentan eine Lizenzausbildung mitmachst, sollte es eigentlich gar kein Problem sein, einen Verein zu finden, der deinen Vorstellungen besser entspricht, als das dies in deinem Heimatverein in näherer Zukunft der Fall sein wird.


    PS: Das "der König im eigenen Land" nichts zählt, ist nichts Außergewöhnliches, also gräme dich nicht lang, sondern handele!

    Nela


    Ja, man hat es als Trainer einer Frauenmannschaft nicht immer leicht und man fragt sich: warum tust du dir das alles an?


    In einem Seniorenteam hätte der Trainer einfach gesagt: ab morgen steht dieser Keeper im Tor, weil er in meinen Augen der Bessere ist. Dafür trage ich dann auch die Verantwortung. Und gut wärs gewesen. Wenn der andere Keeper sich nicht in dieser Rolle wohl gefühlt hattte, so wäre ein anderer, der sich gern noch beweisen will und dazu auf seine Chance hofft, an seiner Stelle gekommen.


    Ich befürchte, dass dein Versuch, durch Einbeziehung des Mannschaftskapitäns die Entscheidung auf breitere Schultern zu verteilen, eher noch für weitere Unruhe sorgte. Denn jetzt fühlen sich noch mehr Leute berufen, über deine Entscheidung eine Aussage zu treffen! Diese Form von "stille Post" ruft meistens die auf den Plan, die auf dem Platz nicht sehr viel zu melden haben.


    Fast immer ist die Entscheidungsmethode: "kurz und schmerzlos" bei unangenehmen Entscheidungen besser, als wenn es sich in die Länge zieht und die Entscheidung dadurch sehr viel mehr Leute unangenehm betrifft!


    Selbst, wenn sich hierher herausstellen sollte, dass man nur für die zweitbeste Lösung gewählt hatte, ist doch durch dise Entscheidungsfreue größerer Schaden von der Mannschaft und dem Frauenfussball im Verein abgewendet worden. Es würde mich schon sehr wundern, wenn die ältere Keeperin nicht mehr gegen ihre Trainerin wettert und nunmehr einfach so von der Bühne tritt?


    Wenn du meinen Rat möchtest, dann erkläre die TW-Frage für beendet, indem du dich für die jüngere Keeperin entscheidest! Die "eierlegende Wollmichsau", bei der alle Wünsche bestmöglich einbezogen werden, wird man schon deshalb nicht hinbekommen, weil immer irgendeiner was dagegen hat.

    @AKjkv


    Ich muß dich da korrigieren. Der SV Wilhelhmshaven spielte gar nicht im Profifussball, sondern in der Regionalliga. Deshalb ging es bei der Bewertung nicht primär um den Übergang von Jugendlichen in den Profibereich.


    Das Thema Ausbildungsentschädigung wird unabhängig vom Freizügigkeitsgebot, welches sich aus dem Grundgesetz ableitet, gesehen. Das OLG beschreibt die Ausbildungskosten als der Teil der geleisteten Arbeit des abgebenden Vereins, den sich der aufnehmende Verein erspart. Dieser müsse jedoch im Einzelfalle nachgewiesen werden, weshalb es die pauschalisierten Ausbildungsbeträge ablehnt.


    Man kann sicherlich das Urteil des OLG auch anders interpretieren. Aber solange keine entgültiges Urteil gesprochen ist, solange verbleibt Manches in den Bereich der Spekulationen.

    teejay


    Ich kann deine Beobachtungen bestätigen, weshalb ich den Keeperin mit der Formulierung: "wegen mir mußt du dich nicht hinlegen" aufforderte, sich nur dann in die Horizontale zu begeben, wenn alle anderen Mittel ausscheiden. Denn wenn ich einen Ball im Liegen fange, dann muß ich zunächst einmal wieder aufstehen, um den Ball wieder ins Spiel zu bringen. Kann ich aber den Ball anderweitig aufnehmen oder ablaufen, dann habe ich die Chance durch eine schnelle und gute Spieleröffnung den Gegner zu überraschen. Wenn die Spieleröffnung gut ist, dann lassen sich daraus sehr gute Torchancen kreiieren. Ist die Spieleröffnung schlecht, so ist der Ball meistens schnell wieder beim Gegner.


    Genauso wie ich Schwalben nicht mag, mag ich auch keine TW-Showparaden! Ein TW sollte andere Mittel kennenlernen, um positiv auf sich aufmerksam zu machen. Der "mitspielende Torwart" zeichnet sich sowohl durch einen dynamischen Abstand innerhalb wie ausserhalb des torgefährlichen Raumes zu seinen Vorderleuten aus.


    Allerdings ist es zu dieser Form des Mitspielens noch ein weiter Weg, zu dem er ermutert werden muß, aber auch Erläuterungen braucht, welche Lösungsmöglichkeiten sich aus den jeweiligen Situationen ergeben!


    Nun beobachte ich immer wieder, dass vermeintliche TW-Trainer sich neben dem Tor des Keepers postieren. Ich frage mich immer, was die da so machen? Was meint ihr dazu? Können sie die Torleute von dieser Position aus im Spiel unterstützen?

    Günter


    Ich finde, dass man die unterschiedlichsten Situationen in einem Dorfverein am besten dadurch lösen könnte, in dem man wirklich wie es z.B. siebener fordert, die Zahl der Aus- und Wiedereinwechselungen flexibel gestaltet.


    In einem nach Leistung zusammengestellten und überwiegend von auswärtigen Spielern besetztes Team spielt die Kadergröße jedoch noch eine andere Rolle. Während im Dorfverein die jeweilige Anzahl der vorhandenen Spieler das Maß der Entscheidungen vorgibt, sind es bei den Leistungsteams ein gutes Gleichgewicht zwischen Anzahl der benötigten Spieler und der altersgerechten Ausbildung. Denn wer dort fast nur die Reservebank warmhält, der braucht dort nicht hin zu wechseln. Dessen Vertrauen wurde von den Verantwortlichen schamlos ausgenutzt! Ich würde es sogar als sinnvoll erachten, im Jugendleistungsfussball die Anzahl der Spieler pro Mannschaft vorzugeben, damit eine gleichermaßen gute Ausbildung als weitgehender Standard gewährleistet werden kann.


    Aber auch im Leistungsfussball sollte man sich über die Anzahl der Auswechselspieler weitere Gedanken machen!

    Leverkusener


    Ich denke, wir müssen zwischen Jugendlichen und Erwachsenen unterscheiden. Ein Erwachsener sollte die Tragweite seiner Entscheidungen selbst verantworten können. Bei einem Jugendlichen besteht die besondere Fürsorgepflicht durch die Eltern. Darüberhinaus gilt sie für Personen, die eine zeitliche befristete Fürsorgepflicht zu erfüllen haben. Dazu zählen u.a. auch Vereinsverantwortliche bzw. Trainer! Auch ein Arzt darf nicht alles ohne ausrückliche Aufklärung und Zustimmung der Eltern.


    Hier in diesem Forum habe ich den Eindruck, dass die meisten Trainer zwar die Leistung mit Sport in Verbindung bringen, jedoch immer auch mit dem ausdrücklichen Willen von Eltern und Kindern. Aber es gibt auch eine Randgruppe, für die der Drillton in einer Bundeswehrkaserne ein geeignetes Mittel zum Zweck ist!


    Im Spitzen-Talentbereich hat es eine Veränderung gegeben. Wurden früher nur "Wunderkinder" gejagt, beginnt man jetzt bereits sich die Rechte an 14-jährigen hochtalentierte Kinder durch internationales systematisches Scouten zu sichern. Weil auch immer viel Geld dabei im Spiel ist, spielt letzendlich der Charakter dieser modernen Menschenhändler keine Rolle mehr!


    Einen sinnvollen altersbezogenen Anteil von Freizeit mit Freunden gibt es nicht (mehr)! Wenn es Glück hat, hat es später ein volles Bankkonto, aber keine Freunde! Wer Pech hat, der hat beides nicht! Und wenn er ganz großes Pech hat, dann ist er auch noch Invalide und darf für den Rest seines Lebens mit einem AOK-Shopper durch die Gegend saußen!


    Der Fussball braucht Emotionen, um Grenzen überschreiten zu können. Aber er braucht insbesondere im Jugendbereich Sachverstand und ein hohes Maß an Verantwortungsbewußtsein bei den Verantwortlichen!

    AKjfv


    Haben Jugendliche keine Grundrechte?


    Außerdem ging es beim Urteil im Fall der Eisschnelläuferin Claudia Pechstein ebenfalls nicht um eine Rechtsbeziehung zum Arbeitgeber, sondern darum, dass die Sportgerichte kein allgemein geltenes Recht beschneiden dürfen! Sollte die Revison scheitern, wird dies eine Welle von Schadensersatz-Forderungen aus ungerechtferigten Zahlungen sowie Sperren nach sich ziehen.


    Auch werden die bisherigen Regelungen im Sport daraufhin angepaßt werden müssen! Das bisherige Hauptargument für Sperre und Ausbildungsentschädigung der Vereine über die Planungssicherheit wird man dann getrost in die Tonne klopfen können und gegen ein partnerschaftliches Modell, welches gleiche Rechte für Spieler und Vereine bietet, austauschen müssen.


    Was in anderen Sportarten längst selbstverständlich ist, wird dann auch den Vereinsfussball beeinflussen! D.h. der Verein, der gut ausgebildete Trainer und ein gutes Jugendkonzept hat, braucht sich kaum Sorgen machen. Aber die Vereine, die ihre Energie und das meiste Geld in das "Aushängeschild" des Vereins stecken und sich nicht um alle Bereiche des Vereins gleichermaßen kümmern, die können schon bald die Vereinstore schließen und die Schlüssel an den Schützenverein weitergeben!

    mocio
    Gibt´s denn in deinem Team auch "Hier, hier ..." Rufer? Darunter versteht man Spieler, die sofort nach Balleroberung durch einen Mannschaftskollegen lautstark den Ball fordern!
    Diese Spieler kommen wohl auf keine Taktiktafel vor, versauen jedoch fast jeden systematisch vorgetragenen Spielaufbau!


    Die Masse der Spieler kann nicht gleichzeitig taktisch denken und sich bewegen. Der Spieler bewegt sich entweder im "Spielermodus" (z.B. er dribbelt mit dem Ball) oder steht im"Zuschauermodus" (z.B. er schaut dem ballführenden Spielkameraden zu)!


    Wer das möchte, der muß seinen Spielern den 2. Spielzug vermitteln!
    Dieses resultiert aus der Vermittlung von ein paar Denkprozessen:
    1. Ball wird meinen Mitspieler erreichen
    2. noch vor dessen Ballannahme muß ich für einen Paß anspielbar sein
    3. dazu muß ich mich möglichst vom Gegnerdruck befreien und in eine taktisch günstige Position bewegen
    3.a. d.h. ich bestimme zwar, wohin mein Mitspieler den Ball spielen soll, aber es muß immer auch ein sicheres Paßspiel möglich sein.
    4. wohin möchte ich mit dem Ball (Torabschluß suchen oder zum mitgelaufenden Mitspieler passen)?


    Wer die Aufgaben versteht, der kann sie auch leichter umsetzen in:
    1. Richtiges Timing zum Start in die gewünschte Paßposition
    2. Richtiges Antritts- und Lauftempo
    3. günstige Laufrichtung (meistens: von innen nach aussen in der eigenen Hälfte und von außen nach innen in die gegnerische Hälfte)


    Wird im Training nicht auf eine schnelle Ballzirkulation geachtet, dann kann man es auch im Spiel nicht erwarten!


    Sehr vieles ist trainierbar!

    Leverkusener


    Prima Beitrag! Genau diese Methode der Entfremdung aus seiner Umwelt eines jungen Talents meinte ich mit Sozialdarvinismus! Wo soll der Spaß bleiben bei diesem Verdrängungswettbewerb eines vollständigen körperlichen wie geistigen Zermürbungsprozesses? Es geht aber auch anders, wenn man den Zermürbungsprozeß durch eine andere Lehrmethodik ersetzt. Dazu muß man zunächst verstehen, dass beim Fussball vom "Kopf in den Fuß" gespielt wird. Dazu bedarf es jedoch auch Trainer, die darin ausgebildet sind, danach partnerschaftlich zu coachen. Dazu bedarf es einer Abschaffung dieses strengen Zeitplans und einer strengen Disziplinierung von Befehl und Gehorsam in einer strikten Hierachie.


    Ein Christiano Ronaldo trainert bestimmt nicht noch übers Training hinaus, weil er muß! Er hat den Fussball mehr als alle Anderen verstanden und erlebt mehr Spaß dabei, als wenn man ihn lediglich nach einem strengen Zeitplan spielen läßt! Der Fussball, insbesondere der Profifussball ist wie kaum eine andere Sportart für viele Akteure in weiten Teilen fremdbestimmt. Spieler, die keine enge Familienbindung besitzen, finden sich nur schwer im Alltag zurecht.