Und damit kommen wir zur nächsten Stufe in der Diskussion über das Ausbildungskonzept. Aber eins nach dem anderen...
Habe heute mit jemandem vom Dfb ein informatives Telefongespräch geführt.
Ich habe folgende Informationen erhalten:
In der Traineronlinebank des Dfb wird zwischen F und E nicht unterschieden.
Im Ausbildungskonzept wird es getrennt formuliert.
Die Traineronlinebank unterscheidet es nicht, weil es trainingsmäßig kaum einen nennenswerten Unterschied gibt. Es geht immer um die Ausbildung des EINZELNEN, um nicht mehr und nicht weniger!
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6-jährige und 11-jährige... Kein nennenswerter Unterschied...
Bei der Traineronlinedatenbank des DFB hatte ich ohnehin nie den Eindruck, dass man Übungen für das durchschnittlich talentierte Kind veröffentlicht. Aber unten mehr dazu...
Zitat
Das im Ausbildungskonzept benannte „Tore schießen und Tore verhindern“ ist auf gar keinen Fall so zu interpretieren, das man es für gruppentaktische oder mannschaftstaktische Ausbildung auslegt. Das ist nicht Thema der F und E. Es geht ganz ausschließlich um die Ausbildung des Einzelnen. Jeder Tipp abseits dieser Einzelausbildung....ist für diese Altersgruppe ein unpassender Tipp abseits der Philosphie/des Ausbildungskonzeptes. Wer das da hinein interpretiert unterliegt einem Trugschluß!Ich fragte, ob es korrekt sei, wenn man für einer E nach Tipps fragt, die ein schnelleres Zurückkommen/Umschalten nach Ballverlust erfasst und hier Übungen zum geschlossenen Zurückkommen als Mannschaft empfiehlt.
Dieses wurde verneint, ….das schnelle Zurückkommen der Gruppe.- oder Mannschaft ist nicht Ausbildungsziel.
Ziel ist bezogen auf dieses Thema das Eins gegen Eins. Der Einzelne soll hier bestmöglich ausgebildet werden, sowohl technisch, als auch darauf aufbauend in Spielformen...
Hierauf aufbauend ist das taktische 1:1 (Defensive/Offensive)…ab der D!
Wenn der Einzelne das 1:1 erlernt, ist er in der Lage nach Ballverlust das „richtige“ zu tun. Wenn er es nicht macht, ist der nächste Mitspieler dran. Sie spielen zu lassen und im TRAINING mal eine Spielsituation beim Spieletraining (50 Prozent der Ausbildungszeit pro Training) einzufrieren und die Kinder das Ergebnis sowohl theoretisch und dann praktisch erarbeiten zu lassen, ist das Ziel.
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Im Idealfall soll jeder Einzelne für sich aus dem erlernten 1:1 das Richtige machen. Wenn das alle machen, resultiert daraus ein korrektes mannschaftlich geschlossenes Zurückkommen. BTW: Ein mannschaftlich geschlossenes, strukturiertes Zurückkommen war für mich persönlich nie das Ziel. Gleichwohl habe ich es aus der Formulierung "Taktische Grundregeln für eine Raumorientierung- und -Aufteilung" herausgelesen.
Wieviele Euch bekannte E-Jugendliche könnten das umsetzen? Aus individuellen Entscheidungen richtiges Verhalten zur Raumaufteilung praktizieren. Ich kenne einen. Vielleicht 2.
Ich wundere mich weiterhin, dass man in der F/E von taktischen Tipps spricht und aber in der D explizit von Individualtaktik. Ab der D-Jugend wird das Konzept konkreter. Seltsamerweise ist das genau der Zeitpunkt, wenn der DFB über die Stützpunktförderung praktisch in die Ausbildung eingreift...
Zitat
Ziel ist es, so die Intelligenz zu fördern, hin zum Selbsterkennen durch Erfahrung und nicht Verhinderung der Intelligenz durch ständiges eingreifen, vorgeben, fremd zu bestimmen usw.!!!
E Jugend Training = 1:1 Ausbildung des einzelnen Spielers….und NICHTS anderes ist Thema. Es werden die Grundvoraussetzung für das Spiel geschult…der EINZELNE soll hier umfassend geschult werden….ohne Rücksicht darauf, wie sich die Gruppe.- oder Mannschaft beim Spiel bewegt.
Im Training werden DIESBEZÜGLICH Fehler angesprochen und Verbesserungen konkret mitgeteilt oder vom Spieler selber erarbeitet.
Es wird das 3:3 als Spielsystem empfohlen, wobei es nicht als festes System verstanden werden soll…es soll nur eine lockere Vorgabe sein, auf dessen Befolgung keine Acht gegeben werden sollte.
Ihnen soll gesagt werden, dass auch die Spieler der hinteren Reihe versuchen soll, Tore zu schießen, genauso wie der vorderen Reihe das Verhindern nahegelegt werden soll…und zwar im Rahmen dessen, was sie jeder EINZELNE als Individualausbildung erlernt haben, bzw. was sie dabei sind zu lernen und sonst nichts anderes.
Macht das jeder EINZELNE gut, wird die Leistung der gesamten Mannschaft erkennen lassen, dass sie beim Tore verhindern intelligent vorgehen werden. Wenn das nicht klappt, ist das vom Trainer hinzunehmen! In dieser Sache sind keine Korrekturen vorzunehmen.
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Nochmal die Frage vonoben: Wieviele bekommen das hin? Und wer das nicht hinbekommt? Egal, der lernt´s halt nicht.
Zitat
Alle gruppentaktischen.-und mannschaftstaktischen Tipps sind fußballerisch gesehen gute Lösungen, aber nicht für eine E Jugend. Eine E geschlossen anzusprechen und Dinge einfordern, die dafür sorgen, dass sie als geschlossene Mannschaft oder auch nur Gruppe vor oder zurückkommen sollen, sind nicht Ziel, das entspricht nicht dem Ausbildungskonzept und das beträfe lt. meinem Gesprächspartner die Gruppen.-und Mannschaftstaktik und zwar glas klar und eindeutig.
Dem Gesprächspartner ist bekannt, dass hier große Defizite in der Trainerschaft herrschen und auch das WARUM ist dort bekannt. Das Ergebnisdenken und manchmal falsche Information oder nicht vorhandene Information und Wissen ist der Grund, das ist auch bekannt.
Das im Ausbildungskonzept benannte Ausbilden im Bezug auf die Raumorientierung ist nicht anders gemeint, als das die technische Schulung und das 1:1 die Grundvoraussetzung zum Spiel im Raum ist.
Schließlich komme ich auf eine Frage zurück, die Toto2 in diesem Thread schoneinmal formuliert hat.
Zitat
Ich glaube es könnte die Diskussion etwas vereinfachen ( oder vielleicht auch noch komplizierter machen
??? ), wenn man sich Gedanken darüber macht, warum und vor allem auf welchen Anlass hin der DFB dieses Konzept entwickelt hat.
Ich bin gespannt....Freiwillige vor.
Andre hatte die Frage mit
Zitat
beantwortet. Das möchte ich ergänzen durch das kleine Wort "ausschließlich".
Im Konzept "Der weite Weg zum Erfolg" finden wir folgende Ausbildungsstufen:
- Hochleistungstraining - Stabilisierung
- Hochleistungstraining - Perfektionierung
- Belastungsgerechtes Übergangstraining
- Beginnendes Spezialisierungstraining
- Fußballspezifisches Grundlagentraining
- Technisch-spielerische Vielseitigkeitsschulung
- Umfassende Bewegungsschulung
Der weite Weg zum Erfolg sieht keine Abbiegungen vor, die in der Kreisliga landen. Es ist einfach nur der Weg vom Minikicker bis zur Weltklasse beschrieben... Die Pyramidenform der Darstellung auf S. 14 zeigt genau, was das Ziel ist...
Noch deutlicher wird´s, wenn wir uns die Ausbildungsstrukturen (S.15) ansehen:
-
Senioren
A-Nationalmannschaft
Internationale Vereinswettbewerbe
Bundesliga, 2./3. Liga
-
A-Jugend / Junge Spieler
Lizenzvereine
Höchster Amateurbereich
U19 U20 U21 Nationalmannschaften
-
C-A Jugend
Leistungszentren/Eliteschulen des Fußballs
Juniorennationalmannschaften U15/16/17/18
Talentförderung der LV und Vereine
-
D/C-Jugend
Leistungszentren
DFB-Talentförderprogramm
Vereins-Jugendfußball
Und an dieser Güteklasse ist das ganze Konzept ausgerichtet: An der Spitze. Es ist auf Seite 15 ebenfalls schön als Pyramide dargestellt. Es geht also um permanente Selektion. Es gibt aber noch einen Fußball abseits der Leistungszentren.
Und genau so verstehe ich auch die formulierten Ziele in der F/E-Jugend: Die Besten werden´s hinkriegen. Und die anderen? Egal. Hauptsache der DFB hat ab der D genau die, die das hinkriegen, für seine Stützpunkte.
Es war in diesem Thread schon einmal geäußert worden, dass dieses Konzept den Breiten- und Spitzenfußball abdecken soll. Das wäre ungefähr so, als wenn die Ausbildung eines künftigen Nobelpreisträgers und eines Hobbybastlers im gleichen Lehrplan stünde. Auch die F/E-Jugendziele orientieren sich am Maximalen, was in dieser Altersklasse möglich ist. Und genau so gilt das auch für die Trainerdatenbank. Da finde ich Übungen auf einem Niveau wie es vllt. gesichtete F/E-Jugenden haben. Aber nicht der Normalverein mit durchschnittlich talentierten Kindern.
Worauf will ich hinaus? Unsere Aufgabe als Trainer im unteren Jugendbereich ist es, dafür zu sorgen, dass der DFB ab der D-Jugend genug Kinder zur Selektion hat.