Beiträge von Follkao

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    Unabhangig von den populistischen Unwahrheiten ("kurzfristige Interessen") bin ich nämlich nicht deiner Meinung und empirischer Werte meiner Region sagen ebenso eher gegenteiliges aus, wie folgenes; ich habe es in einem anderen Thread schon mal aufgelistet. Nahezu alle deutschen Nationalspieler unter 25 Jahren haben spätestens in der U12/U13 bei einem Nachwuchsleistungszentrum gespielt. Hummels, Özil, Marin, Götze, Höwedes, Bender-Zwillinge, Khedira, Aogo, Badstuber, Müller, Neuer etc. Kannst du gerne selber recherchieren, du wirst kaum ein gegenteiliges Beispiel finden.

    Pro Jahrgang sind ca. 800 Spieler in einem der Leistungszentren. Wenn Du jetzt die Nationalspieler als Beispiel anführst, die heute 20 - 25 Jahre alt sind, heißt das, dass ca. 4.000 der heute 20 - 25-jährigen in der U12/U13 in einem Leistungszentrum waren.
    Die 12 Beispiele, die Du oben anführst, sind richtig. Aber wo sind die anderen 3.988 geblieben? Natürlich sind von denen auch viele Profi geworden. Aber die Mehrzahl ist es halt nicht geworden.
    http://www.imspiel-magazin.de/pdf/dfb_ppp_bilanzII.pdf
    Die gleichbleibende Zahl von 800 pro Jahrgang (Seite 38 ) heißt natürlich nicht, dass das immer die selben 800 sind.
    In der absoluten Spitze sind die NLZ sehr erfolgreich. Und das war ja auch der Sinn der Sache. Was ist aber mit denen, die es nur knapp ins NLZ geschafft haben? Wird mit denen von vornhinein ehrlich umgegangen? Sagt man denen "Versuchs - aber rechne auch damit, dass es in 1 oder 2 Jahren vorbei sein kann."?

    Dass Schiris (erst recht, wenn es sich um keine "echten" Schiris handelt) zu viel durchgehen lassen, ist ein generelles Problem im Jugendbereich. Das siehst Du auch bei Spielen unter Jungs. Ebenso den einseitig pfeifenden Heimtrainer/Heimvater.


    Dass Jungs ungern gegen Mädchen verlieren, ist aber tatsächlich so.


    Jungs verlieren aber auch ungern gegen Jungs.


    Wenn Jungs spielen, hat das sehr oft etwas mit Wettbewerb zu tun. Bei Mädchen eher selten.
    Ein Beispiel: Wenn Jungs von der Entwicklung her so weit sind, dass sie sich mit ihren Freunden über Spielregeln verständigen können, starten sie schon bald die ersten Rennen gegeneinander. Ob mit Bobbycar, Trettrecker oder Roller ist egal. Mädchen spielen eher miteinander Barbie o.ä. - Ja, ich weiß - es gibt Ausnahmen.


    Der Wettbewerb gibt Jungs den Kick. Wenn ich will, dass mein Kleiner (5) ins Bett geht, muss ich nicht sagen "Geh ins Bett", sondern "Wer als erster oben ist...". Hätte ich dasselbe zu meiner Tochter in dem Alter gesagt, hätte sie wahrscheinlich geantwortet "Geh ruhig schon. Ich komm gleich nach." Tja, so einfach sind Jungs gestrickt...


    Wenn Du jetzt mit Deinen D-Mädchen auf eine Manschaft solcher Adrenalin-Bolzen triffst, wird der Unterschied erst richtig deutlich.


    Seltsamerweise wird dieser Unterschied nicht so deutlich, wenn Mädchen in Jungenmannschaften mitspielen. Da können Jungs die gute Leistung des Mädchens durchaus objektiv und fair anerkennen. Ich habe schon mehrfach ein anerkennendes "Boah, die war echt stark" gehört.

    Wie sollt Ihr denn jetzt schon prüfen, ob Ihr am letzten Spieltag noch die Meisterschaft beeinflussen könnt. Bis dahin sind ja sicherlich noch einige Spiele zu spielen... Verrückt und alles andere als logisch.
    In unserer Ausschreibung darf man 1 oder 2 Mal pro Saison eine Verlegung aus schulischen oder kirchlichen Gründen verlangen.

    Habe ich das richtig verstanden, dass Du Typ C bist? Mir ist ist das zu sehr in Schubladen gedacht. Ich habe schon viele Zwischenstufen kennengelernt und kenne mehrere vorbildliche Typ-A-Leute.
    Ach ja - ich habe auch schon zahlreiche Muttertrainerinnen kennengelernt. Das ist nochmal eine ganz andere Spezies...


    Vatertrainer sind für mich meistens Ex-Fußballer, die nun ihre Söhne und die Mannschaft ihrer Söhne trainieren.
    Es gibt ein Hauptproblem, weswegen es mir immer lieber ist, es trainieren NICHT die Väter ihre Söhne. ALLE (ohne eine einzige Ausnahme!), die ich bisher getroffen habe, schaffen es nicht, ihre Söhne genauso zu behandeln wie die anderen Spieler. Entweder der eigene Sohn wird bevorzugt (das geht hin bis dazu dass er die 10 trägt, das Spiel komplett auf ihn zugeschnitten ist und er alle Elfer und Freistöße schießen darf) bis zu dem Punkt, wo der eigene Sohn permanent unter Druck gesetzt wird und dauernd mehr leisten muss als alle anderen. Auch das ist nicht gut. Alle Vatertrainer, die ich kenne, sind da dabei. Nicht so extrem wie hier angedeutet, aber eines von beiden. Da das bei wirklich ausnahmslos allen Vatertrainern so ist, die mir bekannt sind, egal wie sehr ich sie sonst schätze, halte ich es für besser, wenn eine Mannschaft nicht von Vätern trainiert wird.

    Bei uns ist der Vatertrainer bis zur E-Jugend der Regelfall (ca. 80%) und ab der D-Jugend die Ausnahme (ca. 20%).
    Der eigene Sohn ist das große Problem. Es gibt aber auch die, die sich in diesem Punkt immer wieder hinterfragen. Nicht zuletzt aus diesem Grund habe ich lange mit mir gerungen, ob ich die nächste Saison nach mache.
    Nicht weil ich glaube, dass er übermäßig bevorzugt oder benachteiligt wird, sondern weil ich meine, dass er auch mal wieder das Recht auf einen in Bezug auf seine Person vollkommen neutralen Trainer hat.
    Man baut sich immer selbst den Druck auf, dass man auf keinen Fall den Eindruck vermitteln will, man bevorzuge den eigenen Sohn.

    Kann ich bestätigen.


    Wo es möglich ist, sollte man es vermeiden. Gut finde ich es, wenn man diese Trainer dazu bewegen kann, eine andere Mannschaft zu übernehmen. Dann hat man im Umgang mit ihnen nicht viel falsch gemacht und sie bleiben dem Verein erhalten.

    Ja, Idealfall. Aber wie oft ist das in die Praxis umsetzbar? Ich habe 2 Söhne, die Fußball spielen und eine Tochter, die einen anderen Sport betreibt. So lange einer meiner Söhne im unteren Jugendbereicdh spielt, ist das für mich nicht vorstellbar. Wenn Heim-/Auswärts-Rhythmus in der kommenden Saison nicht zufällig gleich sind, werde ich den Kleinen selten zu sehen kriegen. Das nervt mich jetzt schon.
    Ich kenne einen, der das bei einer ähnlichen Konstellation macht. Man kann sich vorstellen, wie oft er Spiele seiner Söhne NICHT sehen kann.

    Jetzt kommt natürlich wieder die immerwährende Frage: Ich hab nur den beschriebenen, tollen Franz-Josef und leider keinen anderen Trainer (mit Fußballfähigkeiten) für die D-Jug. Was tun? Den Paule nehmen (den aus der G oder F raus rotieren), der zwar sozial nicht so kompetent und pädagogisch qualifiziert ist wie Franz-Josef, sich ausserdem nicht 100% an die Ausbildungsziele hält, weil er stur ist und sie teils für widersprüchlich hält und am Spielfeldrand schon mal (wenngleich auch freundlich und postiv aber durchaus auch mit Stimme) Kommandos absetzt. Aber dafür kann er nahezu beidfüßig alle Techniken in der Feinform vormachen kann und hat selbst 35 Jahre im Verein gekickt?

    Tja - in dem Dilemma stecken die Vereine immer wieder...

    unseren gemeinsamen Fußball da zu lassen, wo er hingehört - auf dem Platz.

    100% Zustimmung. So versuche ich das auch.
    Manchmal versuchen die Jungs natürlich auch Vorteile aus dem Vatertrainer zu ziehen. Zur Zeit will er mir die Mannschaftszusammenstellungen der neuen Saison entlocken. Aber ich kann schweigen. Auch unter Folter. :D


    Sorry, aber es bleibt dabei: Nein :!: Du verwechselst DFB-Stützpunkt und Kreisauswahl vom Verband. Ich trainiere eine 2001er und habe Auswahlspieler dabei. Von der Kreisauswahl!! DFB Förderung beginnt ab D-Jugend. Das ist unabhängig von Landesverband. Die Sichtung dafür hat in Niedersachsen vor kurzem flächendeckend ( Sparkassencup ) stattgefunden. Für den Jahrgang 2000

    Genauso ist es. Ich habe mit einer gemischten Mannschaft aus 2000ern und 2001ern an der Vorrunde des Sparkassencups teilgenommen. Die 2001er wurden wolhwollend zur Kenntnis genommen, bewertet und registriert - für den Stützpunkt müssen sie aber noch ein Jahr warten.
    Hier kann es sich also nur um eine Kreisauswahl handeln.


    Ja, tun sie, und das ist ja ganz natürlich. Entweder müssten die anderen Spieler, d.h. eine ganze Anzahl, protestieren oder der Pfiff müsste von außen kommen. Vielleicht läge dann auch darin die Lösung, ganz nach FPL-Regeln: strittige Punkte werden dort ja weiterhin von außen geregelt. Wenn also ein Team meint, eine gegnerische Aktion sei zu hart, dann muss sie lautstark protestieren und das Spiel sofort einstellen. Wenn diese Möglichkeit unfair ausgenutzt wird, müsste man wieder Gegenmaßnahmen erfinden, also z.B. nach der xten unberechtigten Unterbrechung einen direkten Freistoß oder Strafstoß geben.

    Durch den Verzicht auf den Schiri soll es doch einfacher werden und nicht komplizierter...
    Genau das, was Du da beschreibst (beschweren und Spiel einstellen) ist doch das, was wir NICHT sehen wollen.
    Ja, ich glaube, dass das schirilose Spiel funktioniert. Aber nur in den jüngeren Jahrgängen und wenn es um nix geht. Sobald es im Zweikampf zur Sache geht oder es für irgendjemanden um irgendwas geht, wird das nix mehr.

    Zitat


    Klar, aber der Eifer darf nicht in Übermotivation umschlagen, das ist auch für die Betroffenen nicht gut.

    Erzähl das mal einem 10/11-Jährigen, für den der Stützpunkt z.Zt. das größte ereichbare Ziel ist.

    Zitat

    Dann wird auch der DFB mit einem mal sehr leistungsorientiert und interessiert sich scheinbar nur noch wenig für den Breitensport.

    Ja, genau so sehe ich das auch.

    Nur kurz zur Erinnerung: In diesem Thread geht es ursprunglich lediglich um das Spiel ohne Schiri. Und es ging in meinem Bericht um Kinder, die nach 5-6 Jahren Vereinsfußball erstmals in offiziellen Spielen ohne Schiri spielten. Sie wollten durchaus fair sein. Das konnte man in der Mehrzahl der Fälle sehen, in denen der Ball das Feld verlassen hatte.
    Ich gehe auch davon aus, dass niemand im Zweikampf unfair sein wollte. Aber manche testen in Zweikämpfen halt die Grenze des Erlaubten aus. Normalerweise setzt der Schiri irgendwann die Grenze. Wenn sie diese Grenze nicht gesetzt bekommen, machen sie weiter. Nicht alle - aber doch einige.
    Dazu kommt, dass es in diesem Turnier für den einen oder anderen durchaus um etwas geht. Damit meine ich gar nicht etwaige sportliche Ziele eines Trainers, sondern die persönlichen Ziele der Kinder. Wer in der D-Jugend im Stützpunkt sein will, sollte in diesem Turnier auffallen. 11-Jährige können da sehr ehrgeizig sein und sie können sich insbesondere gegenseitig heiß machen.


    Ob das Spiel ohne Schiri funktioniert, wenn sie es von der G-Jugend an nicht anders gewohnt sind, kann ich nicht beurteilen. Damit habe ich keine Erfahrung. Ich vermute aber, dass es eher funktioniert, wenn unsauberes Zweikampfverhalten im Training rigoros unterbunden wird. Und das muss für alle gelten.


    Zum Straßenfußball: Ich sehe das ähnlich wie Paul. Wenn der DFB von Straßenfußball spricht, dann muss man sich klarmachen, dass Straßenfußball und Vereinsfußball einfach nicht zusammenpassen. Paul hat die Merkmale des Straßenfußballs ja schon angesprochen. Weiß man beim DFB eigentlich, wie Straßenfußball in den 70ern/80ern ausgesehen hat? Den Straßenfußball in die Vereine zu holen, geht nicht.
    Ich halte das DFB-seitig für reinen Populismus. Die Medien sagen "Wir brauchen mehr Straßenfußballer." also sagt der DFB "Wir holen den Straßenfußball in die Vereine."

    Am Wochenende haben unsere Kinder und ich unsere ersten Erfahrungen im Spiel ohne Schiri gesammelt.


    Zum Umfeld: Es handelte sich um die Vorrunde im NFV-Sparkassencup. Wenn man so will, also niedersächsische E-Jugendmeisterschaft und -und das ist der eigentliche Sinn- erste Sichtung für die DFB-Stützpunkte in der nächsten Saison.


    Die Mannschaft besteht größtenteils aus dem jungen Jahrgang, sodass ich das ganze eher als anspruchsvolle Trainingseinheit gegen starke Gegner angesehen habe. Unsere Altjahrgänge kommen für den Stützpunkt nicht infrage. Den Jungjahrgängen habe ich gesagt, sie sollen so spielen, dass die Sichter sich schon auf nächstes Jahr freuen.


    Bei der Begrüßung erfuhren die Kinder, dass ohne Schiri gespielt wird. Lediglich bei Unstimmigkeiten sollte der für das jeweilige Feld zuständige Sichter entscheiden. Ich hatte den Kindern das vorher nicht gesagt, weil ich es einfach unwichtig fand. Als die ersten dann anfingen zu maulen, habe ich ihnen gesagt, dass sie auf dem Bolzplatz schließlich auch ohne Schiri auskämen. Erste -wohl nicht ganz ernstgemeinte- Reaktion: "Deswegen foulen wir da ja auch." :D =) ;)


    Was für Situationen konnte ich beobachten? Eine kleine Auswahl:

    • Schuss auf´s Tor. Alle gehen zurück, weil sie meinen ist Abstoß. TW sagt: "Nee Ecke, ich war noch dran."
    • Stürmer an der Torauslinie. Ball im Toraus. Stürmer spielt weiter. TW: "Ey, der war aus. Das haste doch selber gesehen!" Und erst in dem Moment griff der Sichter ein, weil der Stürmer weiterspielte.
    • Viele Fouls, bei denen es dann weiterlief. Ich meine damit nicht ein deutliches Umflexen, sondern unsaubere Zweikämpfe mit dem Ellenbogen in Schulterhöhe, Hackentreten oder "erst Körper - dann Ball".

    Hinterher sagten die Kinder "Das war total blöd ohne Schiri." und brachten dann diese Beispiele der unsauberen Zweikämpfe. Man muss dabei sagen, dass die Kinder alle seit 5-6 Jahren im Verein spielen und hier erstmals "offizielle" Spiele ohne Schiri bestritten. Die Trainer in meiner unmitelbaren Umgebung waren in Bezug auf die Entscheidungen vollkommen ruhig. Ob das bei Situationen, in denen es um das Weiterkommen in die nächste Runde geht, auch so gewesen wäre, weiß ich nicht.


    Mein persönliches Fazit: Grundsätzlich o.k. - Wenn Kinder aber seit Jahren gelernt haben, dass Foul nur ist, wenn der Schiri pfeift, führt das beim Spiel ohne Schiri zu unsauberem Spiel.

    Da beide F-Mannschaften z.Zt. in den Jahrgängen gemischt sind, dürfte die Notwendigkeit der neuen Zusammenstellung doch nicht überraschend kommen.
    Offensichtlich spielt Ihr ja sowohl in dieser als auch in der nächsten Saison mit reichlich G-Jugendlichen in der F-Jugend. Manchmal geht es ja nicht anders - aber optimal ist das auf jeden Fall nicht.


    Ich störe mich bei diesen Diskussionen immer an an dem Begriff "Die Mannschaft wird auseinandergerissen." Für mich werden die Mannschaften nach jeder Saison lediglich neu zusammengestellt.


    Und wenn man sich entschließt, nicht jahrgangsrein zusammenzustellen, dann muss man das halt jedes Jahr machen. Ich wundere mich, dass Dich Olympic1911, das jetzt überrascht. Das dürfte Dir vorher klar gewesen sein. Du bist ja offensichtlich kein Anfänger.

    Ehrlich gesagt habe ich Dich zunächst für einen Fake gehalten. Wenn man fussball.de und Google bedienen kann, findet man aufgrund Deines Nicks aber schnell heraus, bei welchem Verein Du tätig bist. Soetwas gibt´s also tatsächlich: Eine Jugendabteilung mit 9 Kindern im Spielbetrieb - und das schon im Rahmen einer JSG... Man kann es drehen und wenden wie man will - aber diese Jugendabteilung ist zu klein, um zu überleben. Wenn zwei Vereine es zusammen nur mit Ach und Krach schaffen, eine E-Jugend zu stellen, müssen sie sich einen dritten Verein ins Boot holen.


    Ob es an Dir liegt oder nicht, kann aus der Ferne keiner beurteilen. Hast Du Erfahrung im Umgang mit dieser Altersgruppe? Hast Du selbst Kinder in dem Alter? Sprichst Du mit ihnen in der richtigen Sprache?

    je mehr man in den jungen jahrgängen von der linie sagt, um so weniger mußt du das tun, wenn sie älter werden.


    Meinst Du das so, wie ich das verstehe? Wenn man sich im unteren Jugendbereich zwingt, viel reinzurufen, wird man die Früchte später ernten, indem man genau das nicht mehr muss?



    Meinst Du das wirklich so... :?:

    Schnelligkeit bei einem 10-jährigen trainieren - ich denke auch, dass Du Dir das sparen kannst. Da kannst Du Deine Trainingszeit sinnvoller nutzen.
    Ich habe mir aber auch schon Gedanken über das Thema Geschwindigkeit gemacht. Unser langsamster Spieler geht immer irgendwie anders. Für mich sieht "normales Gehen" so aus, dass man mit der Ferse aufsetzt, über den Fuß abrollt und am Ballen wieder abhebt. Medizinisch sicherlich falsch ausgedrückt - aber ich denke ihr wisst , was ich meine.
    Unser Spieler sieht beim Gehen so aus, als ob er mit der Ferse gar nicht den Boden berührt. Im Grunde geht er so, wie andere sprinten. Diese Art zu gehen ist extrem anstrengend (weiß ich aus eigener Erfahrung weil ich mal einen Fersensporn hatte und auf diese Weise die Ferse entlasten wollte - führte bei mir zu Schmerzen im Bereich Archillessehne).
    Dieser Junge ist in orthopädischer Behandlung. Durch Einlagen soll der Gang korrigiert werden. Ich bin mir sicher, dass dieser Fehlgang auch Auswirkungen auf seine Geschwindigkeit hat.


    Ich glaube ein wichtiger Grund ist die zunehmende Platzgröße bei höheren Jugenden...


    Wenn der Platz klein genug ist, kann man den Schreihals auch wirklich überall hören.


    Ich habe kürzlich bei einem F-Jugend-Turnier mit Bundesligabeteilung zwei Vereine gesehen, die ihre Joystick-Trainer an beiden Seitenlinien postiert haben... ?(

    Was denkt ihr? Können E jugend Spieler verstehen das ein ständiges Fehlverhalten einzelner Einfluss auf die ganze Mannschaft hat?

    Ja, das können sie. Definitiv.
    Wir reden hier von Dritt- bis Fünftklässlern.
    Andererseits: Wenn es immer nur dieselben Einzelnen sind, die das Fehlverhalten zeigen, macht es keinen Sinn immer alle zu bestrafen.


    Wichtig ist aber, dass man nicht zu viele Regeln hat. Bei einer überschaubaren Anzahl an Regeln sollten die Kinder irgendwann selbst auf die Einhaltung achten. Gerade diese Kinder, die offensichtlich noch nicht allzu oft mit Regeln konfrontiert wurden, wirst Du mit zu viel auf einmal überfordern.


    Wenn Du in jedem Training einen nach Hause schickst, verpufft die Wirkung irgendwann.
    Denk mal an Deine Schulzeit: Als Du das dritte Mal die Schulordnung abgeschrieben hattest, ließ es Dich irgendwie kalt... ;) War bei mir zumindest so. :wacko:


    Du könntest mal versuchen, das Training mit einer sehr anstrengenden Übung zu beginnen, so dass sie sich erstmal auspowern können.
    Z.B. diese hier:
    http://www.soccerdrills.de/War…seiten/warm%20up%2012.htm
    Ist eigentlich eine lockere Warmmachübung. Wenn Du die Variante "Die Gruppen versuchen sich einzuholen." einbringst, wird daraus eine Mannschaftsverfolgung, in der sich keiner hängen lassen will. Keiner will der Erste sein, der abreißen lässt.
    Pass dabei aber auf. Brich ggf. die Übung ab, wenn manche über ihr Limit gehen. Denn das könnte dabei passieren.

    TW-Trainer


    Interessante Infos. Vielen Dank.
    Wie handhabt man das mit der sprachlichen Komponente? In jeder Twente-Jugendmannschaft sind ja mindestens 2 deutsche Jungs. Die Standardfußballbegrife hat man sicher ruckzuck drauf. Auf lange Sicht dürfte das aber nicht reichen. Machen die Jungs zusätzlich zu deutscher Schule und Training auch noch Niederländischkurse?
    Die grenznahen Kinder können ohnehin basis-niederländisch - aber wenn man sich auf deren Website die letzten Vereine der Kinder ansieht, sind da auch viele bei, die aus der Gegend 50 - 100 km um Enschede stammen.


    oTTo
    M.W. ist der FC Groningen mittlerweile auch Stammgast bei E-Jugend-Auswahlturnieren in Deutschland.

    Hi Alle zusammen...


    Irgendwie fällt es mir immer schwer nach einem Spiel abzuschalten.
    Ich überlege meistens, was ich beim nächsten Training den Jungs noch zeigen soll.
    Komme mir schon ganz schön doof vor...ich nerve schon langsam den Rest meiner Familie.


    Geht es Euch auch so...wenn ja...was macht Ihr um abzuschalten??

    Eigentlich ist es bei mir eher umgekehrt. Der Fußball hilft mir, von anderen (z.B. beruflichen) Dingen abzuschalten.


    Zu Hause ist der Fußball Gesprächsthema. Aber: Zwischen meinem Sohn und mir gehts dann nicht um Mannschaftsthemen, sondern die normalen Gespräche zwischen Vater und Sohn über die Bundesliga, den gemeinsame Lieblingsverein usw.
    Das war nicht immer so. Ich habe damals aber recht bald erkannt, dass es besser ist, wenn wir zu Hause Papa und Sohn sind und auf dem Fußballplatz Spieler und Trainer. Das klappt mittlerweile ganz gut und ist ohne Absprache von uns beiden akzeptiert.
    Die einzige Frage, die ich mir zugestehe ist "Hat das Training heute Spaß gemachtß" und ggf. "Was hat keinen Spaß gemacht?"
    Er ist von allen derjenige, der mir diese Fragen am ehrlichsten beantworten wird.


    Mit meiner Frau rede ich hingegen durchaus über die Erlebnisse mit den Kindern und Eltern. Sie hat mir eine pädagogische Ausbildung voraus und ist mir ab und zu eine große Hilfe, die Dinge richtig einzuordnen.


    Spiele hake ich mittlerweile recht schnell ab. Je unwichtiger ich das Ergebnis sehe, desto leichter fällt mir das. Manchmal kann man da von den Kindern lernen... Wenn die frisch geduscht aus der Kabine kommen, wissen die das Ergebnis natürlich noch, können sich aber darauf konzentrieren, sich das nächste Spiel anzusehen. Tja, und so mache ich das auch...

    Es geht mir um die kontinuierliche Förderung und um einen sauberen Umgang mit dem Talentbegriff und ehrlichen und fairen Umgang mit den Talenten. Das auch ein anderes Modell erfolgreich sein kann, davon überzeugt z.B. das Fördermodell von Twente Enschede. Wer dort aufgenommen wird, der kann sich sicher sein, auch bei Rückschlägen in der sportlichen Entwicklung genügend Unterstützung zu finden. Wie erfolgreich dort mit diesem Konzept gearbeitet wird, erkennt man daran, das In fast jedem Jahrgang der NFV-Auswahl deutsche Spieler von Twnte spielen. Auch die DFB-Auswahlteams greifen bereits auf Spieler dieses Vereins zurück. Wenn man so will, betreibt dieser niederländische Verein sogar Nachwuchsarbeit für die deutschen Verbands- und Nationalmannschaften. Das einzige, was die deutschen Proficlubs dabei stört, ist das Geld, was sie einmal an Twente für die ausgebildeten Profis zahlen müssen, nur weil sie ihre eigenen Hausarbeiten nicht vernünftig gemacht haben. Auch der FC Groningen wirbt bereits deutsche Scouts an und möchte ähnlich erfolgreich werden. Es gibt auch gute Chancen, weil dieses Thema in Deutschland weiterhin in den dunklen Kabinenräumen und entfernten Nebenplätzen abgehandelt wird.

    Was genau macht man in Enschede anders? Ich habe schon häufiger gehört, dass Kinder ab der D-Jugend über 100km nach Enschede zum Training abgeholt werden. Bislang habe ich das immer als ziemlich verrückt angesehen. Aber das muss ja offensichtlich gar nicht so sein.
    Dass in den NFV-Auswahlen oft Twente-Spieler vertreten sind, ist mir auch schon aufgefallen. Das ist umso bemerkenswerter, da Twente ja im Wesentlichen nur die westlichen 100 km von Niedersachsen "bedient".