Ich grabe diese alte Thema mal wieder aus, um Euch zu erzählen, was ich gemacht habe und insbesondere was ich daraus gelernt habe. Könnte für den einen oder anderen in ähnlicher Situation ja auch interessant sein.
In der Saison 11/12 habe ich die Mannschaft noch trainiert und frühzeitig gesagt, dass ich nicht mit in die D-Jugend gehe.
Sportlich lief es im 2. Halbjahr eigentlich ganz gut.
Irgendwann kam dann die Letztes-Mal-Zeit: Letztes Punktspiel, letztes Training, letztes Turnier...
Und das war schon eine sehr emotionale Zeit. Beim letzten Turnier fiel mir die Besprechung schon sehr schwer. Den Großteil der Mannschaft hatte ich 4 Jahre trainiert. Und im Nachhinein betrachtet war das zu viel.
Es hatte sich eine recht enge Bindung entwickelt. Jungs in dem Alter erzählen einem dann Dinge, die sie ihren Eltern wahrscheinlich nicht erzählen... Das ist ein gutes Gefühl, wenn sie dadurch zeigen, dass sie Dir vertrauen. Wenn man dann selbst die Eltern gut kennt, zu denen sich im Laufe der Jahre teils ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt hat, wünscht man sich manchmal doch mehr Distanz. Es handelte sich ja nicht nur um "meine" Spieler, sondern auch um die Freunde meines Sohnes.
Mein Sohn hat sich in der neuen Saison fußballerisch von mir abgenabelt. Und das war auch mein Ziel gewesen. Er fragt mich durchaus nach meiner Meinung und dann teile ich sie ihm auch mit - aber mehr auch nicht. Kürzlich sagte er, nachdem ich ihm meine Einschätzung mitgeteilt hatte, sein Trainer habe in der Halbzeit genau dasselbe gesagt
Eigentlich bin ich aber nur noch Fan. Ich muss dazu aber auch sagen, dass wir in der Vergangenheit keine Probleme in der Trainer/Vater/Sohn-Beziehung hatten. Ich habe das nach anfänglichen Fehlern schon ganz ordentlich getrennt.
Inzwischen trainiere ich eine andere Mannschaft. Und ich kann Euch Vatertrainern sagen, dass es ein schönes Gefühl ist, nicht mehr die Bevorteilung/Benachteiligung des eigenen Kindes im Hinterkopf zu haben. Ganz andere Kinder vor mir zu haben, deren Stärken und Schwächen ich ganz neu entdecken und angehen kann, empfinde ich als hochmotivierend. Macht momentan einfach riesig Spaß.
Terminlich wird das etwas schwierig, immer die Spiele meiner eigenen Kinder zu sehen aber andererseits haben meine Kinder dafür auch Verständnis. Auf irgendeine Art und Weise scheint es cool zu sein, wenn der Alte ´ne andere Mannschaft trainiert.
Ich weiß heute noch nicht, wie lange ich noch in der Trainerbranche bleibe. Ich bin mir aber sicher, dass ich nicht nochmal über 4 Jahre die selbe Mannschaft trainiere.