nun ja, Egoismus will ich ihr nicht unterstellen, sie ist gerade 5 Jahre alt. Und wenn sie den Ball haben möchte, steht sie immer frei (z.B. beim Einwurf)
Um zum topic zurückzukommen: Es geht hier weniger darum, den Ball zu fordern, weil man freisteht, als anzuzeigen, wo man ihn hin haben will während man sich freiläuft/löst.
Das Freistehen und Ballfordern ist ja genau das, was wir später nicht mehr haben wollen (bei 5-Jährigen natürlich vollkommen o.k.).
Das wichtigste ist für mich dabei nicht, das richtige Kommando abzugeben, sondern ersteinmal die grundsätzliche Bereitschaft zur Kommunikation auf dem Platz. Und diese Grundlage wird ganz früh geschaffen, auch schon in der F-Jugend. Da friere ich dann auch schon einmal ein und erkläre "Du bist richtig gelaufen. Eigentlich müsstest Du jetzt den Ball bekommen. Warum bekommst Du ihn nicht?" "Er sieht mich nicht." "Richtig. Was musst Du also tun?"
Von eher stillen Kindern kommt auch mal ein zaghaftes Rüflein. Wir haben uns dann auch schon einmal gemeinsam auf den Platz gestellt und die Lautstärke geübt. Meist können sie auch folgender Argumentation folgen: "Stell Dir vor Du bist in 10 Jahren Nationalspieler. Du spielst auf dem Flügel und Draxler/Götze/Gündogan im Zentrum. 80.000 sind im Stadion und machen Radau. Meinst Du, dass Draxler/Götze/Gündogan Dich hören kann, wenn Du so leise den Ball forderst?"
Im unteren Bereich heißt das für mich: Lieber ein paar Mal zu oft, unsinnig den Ball fordern als schweigen. In der E-Jugend friere ich dann aber schon mal wieder ein "Bist Du wirklich anspielbar? Warum nicht? Was müsstest Du tun? Wann müsstest Du dann den Ball fordern?"
