Die Bandbreite der bisherigen Vorschläge reicht ja von Trainingsausschluss bis Rohdiament... Schon interessant...
Ich hatte schon mehrfach mit ADS/ADHS-Kindern in meinen Mannschaften zu tun. Eine Universallösung gibt es nicht. Wichtig ist aber eine offene Kommunikation mit den Eltern, die vom Arzt/Therapeuten durchaus Tipps bekommen und an Dich weitergeben können.
Dass die Diagnose erst jetzt (E-Jugend, also ca. 10 Jahre) gestellt wurde, ist recht spät. Alle diese Kinder, die ich bislang trainiert habe, wurden medikamentös behandelt und bekammen zusätzlich Ergotherapie o.ä.
Das Medikament sorgt dafür, dass die Kinder ruhiger durch den Schulvormittag und die Hausaufgaben kommen. Wenn Du am späten Nachmittag trainierst, lässt die Wirkung normalerweise nach. Trotzdem dürftest Du dann eine Besserung sehen.
Nach meiner Beobachtung haben diese Kinder oft Koordinationsprobleme. Es fällt Ihnen z.B. schwer, Laufweg und Passweg zu trennen. Oft bleiben sie stehen und schauen ihrem Pass hinterher. Wenn Du viel im koordinativen Bereich machst, kannst Du ihm da helfen. Er benötigt da allerdings mehr Unterstützung als die anderen. Er braucht evtl. eine Erinnerung, was an einer bestimmten Stelle zu tun ist ("am gelben Hütchen rechts vorbei" - das musst Du dann an der Stelle zeigen, einen Zuruf wird er kaum wahrnehmen).
Diese Kinder brauchen oft die Möglichkeit, sich auszupowern. Du kannst ihm diese Möglichkeit in einem Warmmachspiel geben. Danach wird er oft (vorübergehend) konzentrierter sein.
Im Spiel hilfst Du ihm, indem er weniger die Positionen wechselt.
