Beiträge von Follkao

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    Gestern auf der Abschlussfeier habe ich dann meine Entscheidung bezüglich des potentiellen Wechsels mitgeteilt, dass ich darüber nachdenke, auf Grund der schon genannten Argumente. Daraufhin wurde ich aufs übelste beleidigt und bin dann auch relativ schnell gegangen. Der Lokalpatriotismus ist bei einigen da ziemlich doll durch die Decke gegangen. Vor allem, dass ich dann als Herrenspieler im Dorfverein bleiben würde, wurde mir an den Kopf geworfen.

    Um welche Abschlussfeier ging´s denn da? Herrenmannschaft oder eine der Kindermannschaften?


    Aber wie auch immer...:
    Versuche das mal aus der Sicht derer zu sehen, die Dich kritisieren.
    Zuerst sagst Du, dass Du aus zeitlichen Gründen kürzertreten willst. Als Dir jemand Geld bietet, spielt die Zeit plötzlich keine Rolle mehr. Ich kann das aus der Perspektive einen 18-jährigen Schülers vollkommen verstehen. Dennoch solltest Du darüber nachdenken, wie das auf andere wirken kann. In einem kleinen Verein brodelt da schnell die Gerüchteküche und Vermutungen werden ruckzuck als Tatsachen weitererzählt.
    Dann gibt´s da noch einen weiteren Aspekt: Offensichtlich habt Ihr da einen Nachbarverein, zu dem Eure stärkeren Spieler wechseln. Passiert das vielleicht sogar öfter und ggf. auch im Herrenbereich? Und dieser Nachbarverein ist offensichtlich auch noch finanzkräftiger. Da bekommen solche Vorgänge schnell eine Eigendynamik...

    Es wäre deshalb ein Fehler, lediglich das Sportliche im E-Jugendbereich miteinander zu vergleichen, weil der nachfolgende Wege anders verlaufen.

    @TW-Trainer
    Das ist sicherlich richtig. Mir ging es hier auch nicht explizit um die Förderung der Toptalente. Trotzdem bin ich der Ansicht, dass heutige Regeln im Kinderfußball auch Auswirkungen auf unsere künftigen Topspieler haben. Oder anders ausgedrückt: Vermutlich trainiere ich z.zt. keinen WM-Spieler von 2026; irgendwo werden WM-Spieler von 2026 aber heute von einigen E-Jugendtrainern trainiert. Und für die gelten die Rahmenbedingunen, die für alle gelten. Wenn ein Verband also bestimmte Regeln aufstellt, will er damit ja auch etwas bewirken. Mit der Verkleinerung der Spielfelder verfolgte man bei uns ein Ziel. In NL macht man das komlette Gegenteil. Meines Wissens (bin mir da allerdings nicht 100% sicher) spielt dort sogar die F-Jugend auf Halbfeld. So hat man das bei uns in den 70er/80er Jahren gemacht.
    Sei es das DFB-Ausbildungs-Leaflet oder die Trainer-Basisausbildung: Grundgedanke im Kinderfußball ist immer, für viele Ballkontakte auf engem Raum zu sorgen. Wir vermiteln im Kinderfußball das "Gemeinsam Tore schießen, gemeinsam Tore verhindern". Das kann man auf den großen Plätzen in NL kaum vermiteln.
    Spielen diese Themen dort keine Rolle?
    Ich sehe auch ab und zu niederländische C-Jugenden von Profivereinen. Auch dort fält sogar im Vergleich zu deutschen NLZ-Teams ein stark körperorientiertes Spiel auf.



    Was ich damit sagen will ist, dass man das Verständnis von Sport und insbesondere dem Fussball nur dann verstehen kann, wenn man die Menschen und insbesondere ihre Vergangenheit kennt.

    Ich habe beruflich sehr viel mit Holländern zu tun. Viele Holländer sagen mir, dass die Holländer an den Deutschen die Perfektion bewundern, also die Fähigkeit etwas zu planen und durchzuführen. Man lacht sich dort auch deshalb über den Flughafen Berlin kaputt...
    Ich erzähle meinen Oranje-Kollegen dann, dass wir an den Holländern die Lockerheit mögen - also die Fähigkeit, damit umzugehen, dass etwas nicht perfekt funktioniert und zu improvisieren. Wir stellen dann oft fest, dass wir mit diesen Eigenschaften in einem globalen Unternehmen richtig gut zusammenpassen...

    Dieses umfassende Bewegungsangebot durch die Ubiquität von Sportmöglichkeiten und dabei ganz besonders Fußballkäfige und Bolzplätze schafft eine umfassende Bewegungsausbildung.

    Ja, das ist richtig. Die Infrastruktur ist klasse. Auch die Kommunen greifen da durchaus tief in die Tasche, wenn die Vereine mitspielen.
    Was ich auf den Plätzen im organisierten Kinderfußball sehe, ist aber etwas anderes. Durch die großen Plätze heißt es da eher "Lauf Forrest, lauf!".

    @Else Tetzlaff
    Du schreibst von den Ligen 1-3. Hier in Niedersachsen wären das Regionalliga, Landesliga, Bezirksliga. Das ist schon ein himmelweiter Unterschied. Bezirksliga und Regionalliga sind eigentlich schon nicht mehr miteinander vergleichbar. In der Regionalliga sind die NLZ nahezu eine Liga für sich. In den Süd- und Weststaffeln besteht die Regionalliga fast nur aus NLZ.
    In der hiesigen C-Jugend-Bezirksliga findest Du keinen Verein mit einem 25er Kader. Ganz im Gegenteil: Das untere Tabellendrittel hat unübersehbar Probleme, einen Kader mit Bezirksligaformat zusammenzubekommen.
    Zu den Wechselgedanken Deines Sohnes: Letzten Endes muss er entscheiden, was er will und Du musst entscheiden, inwiefern Du das unterstützen kannst (Fahrzeiten). In einen 25er Kader zu wechseln, hat ein großes Risiko. Dieses Risiko solltest Du ihm verdeutlichen. Das, was @Steini zu Einsatzzeiten und -wahrscheinlichkeiten geschrieben hat, kann ich bestätigen. Auch (Ex-)Stützpunktspieler oder Ex-NLZ-Spieler haben nicht unbedingt einen Stammplatz gebucht.
    Einem Trainer, der in diesem Punkt ehrlich ist und dem Spieler reinen Wein einschenkt, würde ich da eher vertrauen... Denn das sind die Trainer, die dann auch ein Gefühl dafür haben, dass sie einen Spieler für Geduld und Trainingsfleiß belohnen müssen.

    In einem anderen Thread schwärmt TW-Trainer von der fußballerischen Ausbildung in NL. Auf den ersten Blick stimme ich da zu. Wenn so ein kleines Land, so viele Profis in den Top-Ligen hervorbringt und bei großen Turnieren oft weit kommt, muss es schon vieles richtig machen.
    Ich spiele seit mehreren Jahren regelmäßig Turniere in NL sowie Turniere in D, bei denen auch Mannschaften aus NL teilnehmen. Ich habe im Laufe der Jahre also ca. 50-60 verschiedene niederländische E- und D-Jugendmannschaften gesehen und gegen 30-35 auch mit meinen Mannschaften gespielt. Meine Erfahrungen beschränken sich weder auf einen Jahrgang noch auf ein Turnier noch auf eine bestimmt Region.
    Wie wir in den von mir beobachteten Altersgruppen spielen, wisst Ihr: In der E-Jugend mittlerweile auf ca. 1/4-Feld mit 6+1; in der D-Jugend auf ca. 2/3-Feld mit 8+1. Ziele sind einerseits die Erhöhung der Ballkontakte und andererseits die Verengung des Raums, was schnelle Entscheidungen und technisches Spiel fördern soll. Ob das immer so klappt, lasse ich mal dahingestelt.
    In NL spielt die E-Jugend mit 6+1 auf das komplette Halbfeld; die D-Jugend spielt 11er-Fußball auf das Großfeld mit 7,32m-Toren. Der Abstoß nach Toraus darf dort in der E-Jugend aus der Hand erfolgen. Und davon wird auch rege Gebrauch gemacht...
    Nach meiner Beobachtung führt das in der E-Jugend oft zu extremen Laufspiel. Ich habe beim letzten Turnier mal bewusst drauf geachtet: Alle niederländischen Mannschaften in diesem Turnier haben den Ball mit einem weiten Schlag des Torhüters ins Spiel gebracht; auch die stärkeren. Lediglich die Deutschen und die Belgier haben hinten rausgespielt und die langen Bälle nur bei hohem Zustellen gespielt. Durch das 6+1 ist sehr viel Platz auf dem großen Feld. Die wenigen Zweikämpfe werden oft robust und selten technisch gelöst.
    Nach DFB-Sicht dürfte dieses Vorgehen nicht gerade zu technisch gut ausgebildeten Spielern führen. Wie schaffen sie es trotzdem?


    Beim letzten Turnier habe ich mich über dieses Thema auch einige Zeit mit einem belgischen Kollegen unterhalten, der dieselben Beobachtungen gemacht hatte. Er hat es so zusammengefasst: "Ihr Deutschen bildet in den letzten Jahren immer technischer aus; die Niederländer schauen immer mehr auf die Physis. Im Grunde habt Ihr Eure Philosophien in den letzten Jahren getauscht. In den 90ern war es nämlich noch umgekehrt." Auch in Belgien spielt man auf kleineren Feldern, um technisch auszubilden.
    Ist das so? Haben wir so lange bei dem jeweils anderen abgeguckt, bis wir den Fußball getauscht hatten?

    Also nach der E und F Jugend in der Kreisklasse, meine erste "ernsthaftere" Station als Trainer.

    Auch wenn Du es in Anführungszeichen setzt... Diese Sichtweise halte ich für einen großen Trugschluss. Und das nicht nur, weil ich in dem nicht ernsthaften Bereich tätig bin... ;)
    Abhängig vom Vorgehen Deiner Vorgänger in F- und E-Jugend sind für Dich mannschaftstaktische Themen in der D-Jugend gar nicht notwendig. Wurden sie in der E-Jugend durch Spielformen in die Lage versetzt, auf dem Platz Lösungen für unterschiedliche Situationen zu finden, ist das schon die halbe Miete. Defensive Individual- und Gruppentaktik ist dagegen sehrwohl Dein Thema.
    Die D-Jugend ist das Alter, in dem sie technische Dinge aufsaugen. Deswegen sollte da auch der Schwerpunkt für Dich liegen: Technisches Feintuning.

    Was mir jetzt zu Ohren gekommen ist, ist dass der gesamte "Markt" völlig ausser Rand und Band ist, weil zahllose U14-Kicker in Spitzenvereinen ausgemustert werden. Teilweise werden da 80 % des Kaders, ja was eigentlich, entlassen ???

    Bis zu einem gewissen Maße ist das vermutlich tatsächlich so. Das hat verschiedene Gründe, die teils oben schon erläutert wurden.
    Hauptgrund, dass dieses Thema ab der C-Jugend Fahrt aufnimmt, ist für mich, dass es erst ab dieser Altersklasse einen kreisübergreifenden, bezirksübergreifenden und teils landesverbandsübergreifenden Spielbetrieb gibt. Das führt einerseits zum Wechselwunsch guter Fußballer (wie bei Deinem Sohn) und andererseits zum "Einsammeln" durch höherklassige Vereine, die ihren Bedarf nicht aus dem eigenen Kinderfußballbereich decken können.
    Auf dem Weg nach oben trifft man selbstverständlich auch auf diejenigen, die bereits oben waren. Mit Spielern, die die Spitzenvereine verlassen müssen, wird dabei nicht immer pädagogisch geschickt umgegangen. Spieler die beispielsweise das NLZ unserer Region verlassen haben, müssen ersteinmal ihr Selbstvertrauen zurückgewinnen. Das kann schon mal eine Saison dauern - manchmal auch länger...

    Wir reden hier über ein G-Jugend-Turnier...?
    Also ein Turnier, bei dem 80-100 Kinder im Alter von 5-6 Jahren rumlaufen, die teils auch noch Geschwisterkinder dabeihaben?
    Ist das nicht klasse, wenn diese Kinder zwischen ihren eigenen Spielen Zeit mitenander verbringen und sich für die anderen Spiele interessieren? Das, was man neben den Plätzen beobachten kann, macht doch gerade den Reiz eines Minikickerturniers aus.
    Was das Ablenken angeht: Wenn ich mich ablenken lasse und dadurch ein Gegentor kassiere, habe ich auch etwas gelernt...
    Wenn ich wählen könnte zwischen Kindern hinter den Toren und Erwachsenen auf der Außenlinie, nähme ich die Kinder hinter dem Tor...

    äuferischen klar unterlegen waren; sowohl in den Sprints als auch in der Ausdauer.

    Das sind natürlich zwei verschiedene Themen.
    Bzgl. der Ausdauer bin ich der Ansicht, dass ein 10/11-Jähriger, der 2x pro Woche zum Training geht und ab und zu auch mit seinen kumpels bolzen geht, kein Ausdauertraining benötigt. Dabei setze ich voraus, dass sie in Deinem Training viel Bewegung und wenig Standzeiten haben.
    Heißt also auch: Mehr Spielformen als Übungsformen.
    Problem in dieser Altersklasse ist nach meiner Erfahrung weniger die fehlende Fähigkeit, viel zu laufen als die fehlende Bereitschaft, viel zu laufen. Das gilt besonders für Kinder, denen Mama die Sporttasche hinterherträgt (und nicht nur die Sporttasche)... Hier geht es also eher um eine Charaktersache, wie Du weiter unten ja auch schon anmerktest. Daran kann man durchaus arbeiten.
    Gestalte Spielformen, bei denen man für´s Beißen und Nachsetzen belohnt wird.
    Zum Beispiel so:
    Drei, Zwei, Eins
    Aufbau wie beschrieben. Den Platz machst Du eher zu groß; auf keinen Fall zu klein. Vor den Toren markierst Du eine Zone, aus der auf´s Tor geschossen werden darf (max. 3m). Und dann lässt Du im Ablauf vornehmlich 1:1, 2:1 und 2:2 spielen. Durch die Abschlusszone lohnt sich das Nachsetzen und Beißen IMMER. Bis der andere mit Ball in der Zone ist, schafft man das nach einem verlorenen Zweikampf als Gegner auch. Wichtig ist, dass man für´s Beißen belohnt (und natürlich gelobt) wird.




    Auch wenn es für die laufende Saison keinen Sinn mehr macht, stelle ich mir die Frage, ob ich evtl. in der neuen Saison für meine neue U11 etwas mehr Wert auf Sprinttraining legen soll (in Verbindung mit irgendeiner Spielform wie Ball ablegen und wieder holen etc.) oder auch Ausdauertraining wie Ballparcour etc.


    Wie sind Eure Erfahrungen im E-Jugend-Bereich damit?

    Lohnt der Aufwand für einen Fußballer in diesem Alter? Pro Saison hast Du vielleicht 70-80 Trainingseinheiten. Wieviele muss man dem Sprint widmen, um eine Verbesserung zu erkennen?
    Für mich lohnt es da eher, an der Reaktionsschnelligkeit und Kopfgeschwindigkeit zu arbeiten. Dafür bieten sich Spielformen mit koordinativen Elementen und schnellen Situationswechseln an.


    -Zusammen Fussball gucken (Sportschau, Stadion? 90 min hält meiner nicht so gut durch, andere hingegen schon)

    Muss doch nicht das Stadion sein. Spiele der anderen Mannschaften des eigenen Vereins sehen. Wenn sonntags unsere Erste spielt sind Kinder- und Jugendspieler in rauhen Mengen da, kicken auf den anderen Plätzen oder gucken das Spiel. ist für mich ein ganz wichtiger Punkt in Bezug auf die Vereinsverbundenheit.

    Bisher verlieren wir jedes Spiel sehr hoch die letzen Ergebnisse waren z,B. 2:9, 1:13, 1:29!!! 8o
    Der Trainer spielt 2-2-2 mit festen Positionen, der Ball kommt vom Torabstoss (einfach weit nach vorne), sehr schnell zurück und so gibt es natürlich sehr viele Torschüsse und Tore.

    2:9 finde ich gar nicht so dramatisch. Das kommt im Kleinfeldbereich vor...
    1:29 ist aber natürlich heftig.
    Grundsätzlich finde ich die Grundformation im Kinderfußball nicht so wichtig - taktische Dinge erst recht nicht. Das 2:2:2 halte ich aber für eine denkbar schlechte Grundformation - und das insbesondere, wenn es sich um eine ohnehin eher schwächere Mannschaft handelt. Du schreibst, dass die Positionen fest vergeben sind. Ich befürchte, dass Eure beiden Stürmer demzufolge nicht nach hinten arbeiten?
    Im 2:2:2 kann man defensiv unmöglich die Spielfeldbreite abdecken. Es dürfte leicht sein, Euch auszukombinieren. Auch ein verlorenes 1:1-Duell führt sofort zu einer Torchance.
    Denkt mal über ein 3:3 nach. Vorgabe ist "Wenn wir den Ball haben, ist die hintere Reihe Mittelfeld und die vordere Reihe Sturm; wenn der Gegner den Ball hat, ist die hintere Reihe Abwehr und die vordere Reihe Mittelfeld."
    In dieser Fomation müssen die Kinder unterschiedliche Positionen spielen.

    Kann man ja alles mal machen. Aber alles so zusammen? Spielnah ist das nicht. Im Grunde hatten sie lediglich im Abschlussspiel und mit Abstrichen in der Zweikampfübung Situationen wie sie auch im Spiel vorkommen. Natürlich muss man gerade bei technischen Themen auch mal mit reinen Übungsformen arbeiten. Ihr solltet es dann aber auch in einer Spielform anwenden.
    Du bist über die Tschechenrolle gestolpert? Tolle Spielform. Ist viel drin. Man kann nicht abschalten. Und ja - ist für eine E-Jugend geeignet.

    Wie bekommen wir es hin, die Höhe des Ergebnisses zu reduzieren, von Gewinnen will ich gar nicht reden,... :whistling:

    Na ja... In der Regel weißt Du ja vorher, dass Ihr hoch verlieren werdet. Ich würde dem Kollegen dann bei der Begrüßung beiläufig mitteilen, was Euer Ziel für heute ist. Z.B. 3 Tore schießen.
    Alles andere wird Eure Situation kurzfristig nicht verändern.

    Euer eigentliches Problem ist also "Zu viele für eine Mannschaft - zu wenige für zwei Mannschaften".


    Denn wegen der Ligazugehörigkeit wird ja niemand zu Euch kommen. Bei der Bezeichnung Sonderliga dachte ich an etwas Größeres als die Kreisebene...


    Ich würde die Spieler bei ihren Klassenkameraden Werbung machen lassen. Die sind ja schon auf der weiterführenden Schule. Für viele in diesem Alter ist das ein sinnvolles Wechselargument. Das klappt natürlich nur, wenn die Spieler bei Euch zufrieden sind und nur Gutes über Euren Verein berichten können...

    Ich denke wenn ich die Vereine direkt anschreibe werden die nicht unbedingt Ihre Spieler darauf hinweise. Oder?

    Das werden sie garantiert nicht.
    Was ist denn eigentlich die Sonderliga? Und wieviele Spieler fehlen Euch, um da eine passende Mannschaft stellen zu können?


    Follkao...die Gemeide muss sparen...sie hat auch kein Interesse an einer Veranstaltungshalle...dafür gibt es viel open air. Da wird auch nicht auf Gewinn gearbeitet, sondern zugebuttert. Und warte es mal ab...wo es noch hingeht mit den Erhöhungen....deshalb ja das Thema!!!

    Ich denke; Du hast schon verstanden, worauf ich hinaus wollte.
    Dein Gedankengang ist:


    Verein will sich was leisten.
    Stellt fest: "Habe kein Geld"
    Maßnahme: Beitrag verdreifachen



    Das ist vergleichbar mit:


    Kommune will sich was leisten.
    Stellt fest: "Habe kein Geld"
    Maßnahme: Kommunalsteuer verdreifachen


    Land will sich was leisten.
    Stellt fest: "Habe kein Geld"
    Maßnahme: Ländersteuer verdreifachen


    Bund will sich was leisten.
    Stellt fest: "Habe kein Geld"
    Maßnahme: Bundessteuer verdreifachen



    Demnach wäre es so einfach, die Mehrkosten des Berliner Flughafens zu finanzieren...

    Es reicht nicht, den Trainerjob hierbei isoliert zu betrachten. Nela hat es oben gut aufgeführt, welche Kosten auf uns zukommen, wenn wir das Ehrenamt attraktiv bezahlen.
    Ich nehme Ehrenamt in Anspruch und ich liefere Ehrenamt. Wenn ich die Stunden addiere, die meine drei Kinder über verschiedene Vereine Jahr für Jahr ehrenamtlich geboten bekommen, ist das unter dem Strich mehr als meine Frau und ich im Ehrenamt liefern.
    Ich glaube nicht, dass ich meine Kinder ins Zeltlager lassen könnte, wenn die Betreuer für Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung bezahlt werden müssten. Da kommen wir zu einem Punkt, den Nela auch schon angesprochen hat: Vorbild, Anleiten, Erziehung. Ich selbst habe als Kind/jüngerer Jugendlicher "Zeltlagerdienste" in Anspruch genommen. Als älterer Jugendlicher/junger Erwachsener habe ich mich als Betreuer zur Verfügung gestellt. Und genauso sieht es mein Ältester, der jetzt langsam in das entsprechende Alter kommt, auch. Genauso wird er mittelfristig ins Trainergeschäft einsteigen.
    Ehrenamt ist ein Geben und Nehmen.
    Kleines Beispiel dazu: Als Jugendlicher nahm ich am örtlichen Zeltlager teil. Der damalige Lagerleiter war natürlich ehrenamtlich tätig. Heute trainiere ich ehrenamtlich seinen Sohn. Seine Tochter wiederum war ehrenamtliche Betreuerin meiner Tochter im letzten Zeltlager. Nicht immer kann man das Ehrenamt zwischen zwei Familien so schön saldieren wie in diesem Beispiel. Es verdeutlicht aber schön das Geben und Nehmen.


    Ich habe mir mal im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit bei einer Veranstaltung in den Finger geschnitten. Der anwesende ehrenamtliche Sanitäter des MHD hat mir den Finger kostenlos verbunden...


    Es mag sein, dass die Ansichten in diesen Dingen sehr von der Größe des Heimatortes abhängen. Orte wie mein Heimatort (< 10.000 Einwohner) funktionieren nur durch Ehrenamt. Möglicherweise ist eine Stadt wie Eure schon so weit anonymisiert ist, dass es nicht mehr funktioniert.

    Aber eins gilt überall:

    Betrachtet uns Trainer beim Thema Ehrenamt nicht als etwas Besonderes. Das sind wir nicht. In anderen Bereichen wird auch ehrenamtlich gearbeitet. Vielleicht wird dort noch viel mehr geleistet als bei uns auf dem Fußballplatz.

    Ist für mich nahezu der wichtigste Termin im Jahr. Deshalb bin ich da immer top-vorbereitet. Mein Ziel ist es, dass den Eltern nach diesem Abend klar ist, was sie in der kommenden Saison erwartet.

    • Mannschaftsregeln
      Das erste Training war zu diesem Zeitpunkt schon. Mit den Kindern wurden die Regeln besprochen. Den Eltern werden die Regeln erklärt. Das heißt auf Nachfrage muss ich auch in der Lage sein, Regeln zu begründen. Wenn ich die Regeln selbst nicht begründen könnte, wären sie sinnlos.
    • Verhalten beim Spiel
      Wie sollen sich Eltern verhalten?
      Warum?
    • Organisatorische Dinge
      Treffen bei Heim- und Auswärtsspiel
      Geplante Sonderveranstaltungen/Fahrten/eigene Turniere
    • Sportliche Dinge
      Geht das die Eltern eigentlich etwas an? Genau an diesem Punkt kann ich zukünftiges, dummes Gerede vermeiden.
      Beispiel Rotation: Wenn man erklärt, warum die Kinder verschiedene Positionen spielen, und welche Ziele man damit verfolgt, nimmt man manchem Meckerer von vornherein den Wind aus den Segeln.
      Es ist übrigens immer gut, Beispiele parat zu haben, mit denen die Eltern etwas anfangen können.
      Ich sage z.B. auch immer, was in den nächsten Wochen der Schwerpunkt ist. Die ersten 6-8 Wochen liegt der Schwerpunkt z.B. im offensiven 1:1. Dann erkläre ich den Eltern, dass dieser Schwerpunkt natürlich auch im Spiel angewandt werden darf. Und wenn´s dann mal in die Hose geht, hat man halt gelernt, wie man nicht vorbeikommt. Es kommt dann fast immer der Einwand, dass der moderne Fußball doch eher ins Passspiel geht. Und da muss man dann Beispiele an der Hand haben. Für diesen Fall heißt meins Andre Schürrle. Wenn der in der 113. Minute nicht im Dribbling zwei Gegenspieler auf sich zieht,... Weiter muss man dann gar nicht mehr reden...
    • Krankheiten/Medikamente
      Ganz wichtiger Punkt. Bitte die Eltern, Dich über Krankheiten/Medikamente die beim Sport beeinträchtigen, zu informieren. Biete ggf. auch an, das Thema unter 4 oder 6 Augen zu besprechen.