Beiträge von Follkao

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    Dabei habe ich das Gefühl, dass Taktik dabei gleichgesetzt wird mit komplexen Mannschaftstaktiken.

    Das ist richtig. Man muss da aber unterscheiden zwischen Handeln aus Spielintelligenz und Handeln aufgrund vorgegebener Abläufe. Und genau das ist es, was ich auf den Plätzen oft sehe.
    Ganz aktuelles Beispiel vom letzten Wochenende: E-Jugend-Spiel. Trainer des Gegners fordert defensiv tiefes Stehen und immer wieder lautstark ballorientiertes Verschieben im Verbund. Wir haben das Spiel 3:1 gewonnen. Alle unsere Tore wurden durch gewonnene 1:1-Situationen auf den Flügeln vorbereitet. War für mich ein gutes Beispiel für das, was @Andre "Themen vorgreifen" nennt.
    Ich habe kein Problem damit, wenn E-Junioren ballorientiert verschieben. Es ist aber ein Unterschied, ob man es instruiert oder ob man sich Spielintelligenz gezielt entwickeln lässt, ohne das Wort "Verschieben" jemals zu benutzen.
    Und darum ging es in diesem Thread ursprünglich auch: Klare Vorgaben bei einer U8, wie bestimmte Spielsituationen zu lösen sind.

    Wir hatten 3 Spiele und 3 Niederlagen, was mich sehr fertig macht weil die anderen Mannschaften nicht stärker sind wie wir.

    Hmmm. Zunächsteinmal...: Du lässt Dich davon fertigmachen, dass 8-jährige Kinder drei Fußballspiele verlieren?


    nur ruft nicht jeder seine Leistung ab am Wochenende, was mich privat ärgert.

    Ein Hobby, über das ich mich ärgern müsste, wäre nichts für mich...


    Die beiden obigen Kommentare sollen Dich nur zum Nachdenken anregen. Schauen wir uns jetzt Dein Problem (bzw. das, was Du für Dein Problem hältst) an.


    Ich habe bei mir 2 bis 3 Kinder drin die gewinnen wollen, die einfach alles geben wenn Anstoß ist und dann habe ich einige drin, die auf dem Platz verträumt sind, manchmal nicht wissen wie sie sich Bewegen sollen, dann decken 3 Kinder einen Gegnerischen Spieler und was eben das Hauptproblem ist, die fehlende Konzentration.


    Ich habe einfach das Gefühl, weil sich viele aus der Klasse oder Schule kennen, ich will da mitmachen weil der und der Fussball spielt.

    Fußball hat für die Kinder einen unterschiedlichen Stellenwert. Darauf hast Du nur begrenzt Einfluss. Vielleicht mal ein kleines Bespiel: Nach einer Niederlage in einem Freundschaftsspiel (F oder E - ich weiß es nicht mehr) bekam ich ein Gespräch zwischen zwei Jungs mit. Der eine sagte "Ist ja egal, dass wir verloren haben. Hauptsache es hat Spaß gemacht." Der andere: "Verlieren macht keinen Spaß. Und Fußball muss auch nicht immer Spaß machen. Ich will gewinnen."
    Ich habe mich aus dem Gespräch rausgehalten.Später habe ich mir aber Gedanken darüber gemacht, wer von den beiden wohl die bessere Einstellung für einen Mannschaftssport mitbringt. Vermutlich wäre die Mitte zwischen den beiden am besten. Beide Jungs kamen aus sportaffinen Elternhäusern. Der eine kam mehr aus einem Fithalte-Elternhaus; bei dem anderen hat ein Elternteil
    eine Leistungssportvergangenheit. Du kannst diese Einstellung als Trainer nur minimal beeinflussen. In späteren Altersklassen regeln die Jungs das selbst. Beginnt manchmal schon in der E - in der D dann aber auf jeden Fall.


    Kommen wir zur Konzentration. Dass eine geringe Konzentrationsspanne für Kinder dieses Alters nicht ungewöhnlich ist, wurde in diesem Thread ja schon besprochen. Das in D übliche 6+1 ist in Bezug auf die Konzentrationsfähigkeit für diese Altersklasse eigentlich ungeeignet. Ich vermute nal, dass dieselben Spieler aufmerksamer sind, Wenn Du im Training 2:2 oder 3:3 spielen lässt.
    Und das ist dann auch schon der Punkt, an dem Du im Training ansetzten kannst: Spielformen mit kleinen Gruppen, mehr Spielformen als Übungsformen.

    Wenn ein Angreifer zB einläuft, dann hat er einen Bewegungsvorsprung, kann höher springen und ist im Raum schwer zu verteidigen.
    Raumdeckung hat vor allem ( eigentlich nur) den Vorteil, dass die Angreifer keinen Spieler wegblocken können,

    Bei diesem Thema kommt mir immer dieses Tor in den Sinn. Wäre das so gefallen, wenn man gegen den Mann verteidigt hätte..? Eh man sich versieht, ist man in einem Planquadrat in Unterzahl.
    https://youtu.be/uAf6zHo67mY

    Wieviel "Taktik" verträgt eine U8?

    Ich stell die Frage mal anders:
    Wieviel Taktik benötigt eine U8?
    Dass man dabei auf irgendeine Weise Positionen definiert, finde ich nachvollziehbar. Allerdings nur, wenn die Spieler dann auch unterschiedliche Positionen spielen. Auf der anderen Seite finde ich das beim 4+1, das bei Euch gespielt wird, gar nicht mal sooo wichtig. Wenn der Platz entsprechend klein ist, wird man da ohnehin nicht an den Positionen kleben können.
    Was Du oben beschrieben hast, sind ja allesamt Verhaltensweisen bei ruhendem Ball. Generell musst Du Dir bei jeder antrainierten Verhaltensweise die Frage stellen, ob Du damit Kreativität verhinderst. Wenn Euer TW den Ball hat und sich vor einem Spieler ein Raum auftut, dann ist es doch herrlich, wenn er das erkennt und ihn entgegen Deiner Anweisung direkt auf die Reise schickt. Heißt die Regel aber "Wenn Verteidiger frei, dann Verteidiger anrollen", wird er wohl zunächst die Regel befolgen.

    Wir sollten bei dieser Diskussion die örtlichen Gegebenheiten nicht vergessen.
    Die Beispiele von @Kue und @Dominic_85 zeigen ja, dass diese Bezahlungen nicht bzw. größtenteils nicht aus Mitgliesbeiträgen erfolgen können.
    In der Schweiz ist der Staat offensichtlich bereit, in diesem Bereich zu investieren. Auch in D ist manch Kommune bereit und in der Lage die Vereinsarbeit zu unterstützen. Auch die Diskussion um 1,50 € p.m. Vereinsbeitrag musss man vor diesem Hintergrund sehen.
    Mancherorts sorgen Großsponsoren für unterschiedliche Voraussetzungen, die ihr Geld ganz gezielt in diesen Bereich fließen sehen wollen.
    Es ist mitnichten so, @TW-Trainer, dass alle Vereine Dorfbundesliga spielen und unglaubliche Beträge in die 1. Herren stecken.

    Wer mit Fußballverein und Gymnasium überfordert ist, hat meiner Meinung nach nichts auf dem Gymnasium zu suchen.

    Exakt meine Meinung.


    @Spieler-papa Eure Tochter ist in der F-Jugend? Also 2. oder 3. Klasse? Im Winter vor dem Schulwechsel ist der passende Zeitpunkt, über die richtige Schulform nachzudenken. Verursacht das keine Bauchschmerzen bei Dir, dass das jetzt schon so ein wichtiges Thema ist? Ist es so wichtig, dass es das Gymnasium wird?


    Ich kenne einige wenige Fälle von Kindern, die mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule mit dem Vereinssport aufgehört haben. Einige haben das Gymnasium nur auf elterlichen Druck besucht. Eigentlich spielten sie damit eine Liga zu hoch. Einige verloren auch ihre außerschulischen sozialen Kontakte. Man kann sich so auch seinen kleinen Nerd erziehen...

    Bezahlung oder nicht? Bei mir schlagen da zwei Herzen in der Brust... Vorweg: Bei uns gibt's etwas Kohle pro Mannschaft. Das ist aber nicht so viel, dass man von Bezahlung sprechen könnte. Eher eine schöne Spende für die Mannschaftskasse.


    Mein Ehrenamtsherz höre ich immer dann pochen, wenn ich an den Erhalt unseres örtlichen Vereinswesens denke. Unsere Familie leistet Ehrenamt; unsere Familie nimmt Ehrenamt in Anspruch. Unter'm Strich tragen wir so alle zusammen zum Erhalt der örtlichen Gesellschat bei.


    Mein Vergütungsherz pocht immer dann lauter, wenn ich mir Gedanken über fußballerische Qualität mache. Manchmal bin ich dabei auch auf Krawall gebürstet. Dann vertrete ich einige Deiner Argumente, @Andre ;)

    Zudem kenne ich viele U19-Spieler, die lieber bei den Senioren als den A-Junioren kicken (weil es neu und aufregend ist), was für viele A-Jugendteams ebenfalls problematisch ist.

    Meinst Du nicht, dass genau das ein Teil des Problems ist? Sobald A-Jugendliche 18 sind werden sie von irgendwelchen Vereinen für den Herrenbereich angesprochen. Dann legt man den einen oder anderen Schein auf den Tisch und plötzlich wird der Verein für den 18-Jährigen seeeehr attraktiv. Die angedachte Umstellung sehe ich eigentlich eher als Kapitulation vor diesen Vorgängen.


    C-Jugend U14/U13. Passt für mich wie gesagt ideal, da dort viele noch ganz am Anfang des Wachstums stehen/noch nicht drin sind.

    Da man zwei Jahrgänge zusammenfasst, wird man immer diese Unterschiede haben. Ich habe es auch in der D-Jugend (U12/13) schon gesehen, dass die Spanne auf dem Platz vom 1,85 bis 1,50 ging.
    Das Wachstum erfolgt nicht nach einem festgelegten Plan... Ist halt manchmal eher und manchmal später...

    Soweit ich weiß sind bundesweit die Termine deshalb auch immer Montags, da dann in der Regel kein vereinstrraining stattfindet. Ist aber ja hier auch gar nicht die Frage....

    Eigentlich ist sogar genau das die Frage. Ein Trainer in der stützpunktrelevanten Altersgruppe (C/D) trainiert montags. Dieser Trainingstag sollte für ihn tabu sein. Und das erst recht, wenn er Stützpunktspieler oder Stützpunktkandidaten in seiner Mannschaft hat.

    Ich habe davon auch läuten hören, weiß aber noch nicht so recht, was ich davon halten soll...
    Was ist denn der Grund für diese Überlegungen? Will man damit der Tatsache Rechnung tragen, dass Jugendliche heute weiter sind als früher? Oder will man A-Jugendliche einfach eher in den Herrenbereich schieben, um die Probleme zu kaschieren, die man seit einiger Zeit im A-Jugendbereich hat?
    Hier in Niedersachsen dreht man übrigens gerade zurück auf G13... Nicht alle Jugendlichen studieren. Wer nach der 9. oder 10. Klasse eine Ausbildung macht, ist bereits als U16/U17-Spieler im Berufsleben.
    Dass gerade/ungerade Jahrgänge grundsätzlich besser zusammenpassen als ungerade/gerade, kann ich nicht bestätigen. Wie immer gibt es solche und solche...
    Wenn es in diese Richtung geht, wäre mir aber zwei Dinge sehr wichtig:

    • Abschaffung der G-Jugend! Auch nicht mit FPL. Einfach keinen organisierten Spielbetrieb mehr in dieser Altersgruppe erlauben. Wir würden da ansonsten bei U5/U6 landen...
    • Kein Alleingang des DFB. Wenn wir das in D so regeln, sollte das international (mindestens auf Uefa-Ebene) genauso geregelt werden.


    Vielleicht zunächst zur Problematik des Threadestellers:

    Es wird einfach immer nur einfach weg geschossen und es wird nicht auf freie Mitspieler geachtet vieleicht.

    Du möchtest (irgendwann?) Passspiel sehen. Ist es dann notwendig oder sinnvoll mit Spielern dieses Leistungsstandes Passspiel zu trainieren?
    Deine Spieler bolzen den Ball planlos nach vorne. Warum machen sie das?
    In solchen Fällen empfehle ich gerne das Eingrenzen des Problems mit der 5-W-Methode.
    https://de.wikipedia.org/wiki/5-Why-Methode
    Ziel ist es die Ursache zu finden. Bei Deinem Problem können da durchaus mehrere Ursachen herauskommen.
    Z.B.

    • Probleme beim Dribbling?
      Benutzung beider Füße?
    • Ballmitnahme oder totstopen?
      Wenn Ballmitnahme, dann in Spielrichtung?
    • Bewegung auf dem Platz
    • Ball unter Druck behaupten können?
    • Offene Spielstellung?
    • Passtechnik?
    • Kopf oben?
      Umgebung scannen?
    • Kopfgeschwindigkeit?
    • und so weiter und so fort...

    Nehmen wir mal an, Du möchtest Doppelpässe sehen. Deine Spieler haben aber evtl. mit der Hälfte der oben beispielhaft genannten Fähigkeiten große Probleme. Du wirst dann keine Doppelpässe zu sehen bekommen. Erst recht nicht unter Gegnerdruck.
    Mach Dir aber nix vor. Du wirst bei einer eher schwachen E-Jugend die Schwierigleiten bei diesen Themen nicht in ein paar Trainingseinheiten abstellen. Wichtig ist halt einzusehen, dass es Dir nichts bringt, Schritt 5 vor Schritt 1 zu gehen.



    Ich selbst arbeite mit Katotheken und habe da eigentlich alles durch was mit zusammenspiel und Passspiel bzw doppelpass Zutun hat.Habe Grade mal nachgezählt es sind 26 übungen.

    Isolierte Übungen bringen Dir wenig, wenn Du sie nicht auch in Spielformen integrierst. Gehe nach der Übung in eine Spielform, bei der Du Regeln, Tore etc. so definierst, dass das gewünschte Verhalten gefördert wird.


    Zum grundsätzlichen Thema Dribbling oder Pass in der E-Jugend:




    Ich würde Steini jetzt antworten, dass ich auch aus guten Abspielern "passable" 1:1 Spieler mache.

    Beim offensiven 1:1 gibt es neben Technik, Finten und Geschwindigkeit noch zwei ganz wichtige Punkte:

    • Ich muss es dürfen und
    • ich muss es mir zutrauen.

    Gerade beim Selbstvertrauen kann man da einiges blockieren, indem man Passspiel einfordert. Deswegen sollte man diese Themen doch in einem Alter machen, in dem sich die meisten ohnehin alles zutrauen.
    Was man bei einer starken E-Jugend aber angehen kann, ist die Unterscheidung zwischen sinnvollem und sinnlosen 1:1. Wenn der "Bodenscanner" mit gesenktem Kopf in drei Gegenspieler geht, ist das sinnlos.
    Oder was mache ich mit der kurzzeitigen Überzahl nach einem gewonnenen 1:1? Gehe ich nochmals ins 1:1 oder kann ich diese Überzahl anders nutzen?

    Die Einteilung aber werden nur wir Trainer gemeinsam nach empfundener Leistungsfähigkeit vornehmen -- die Perspektive bzw. das Potenzial, das wir in einem Spieler sehen, wird da sicher auch eine Rolle spielen.

    Aus der Erfahrung einiger Jahre kann ich Dir sagen, dass der Vorwurf, nach Nasenfaktor einzuteilen, immer mal wieder kommen mag. Umso wichtiger ist es, die Einteilung im Team aus neuen sowie alten Trainern und optimalerweise einem neutralen Beobachter durchzuführen.

    Diese Saison angefangen habe ich mit zwei Co - Trainern (zeitlich bedingt durch Schule und Nebenjob wollte ich eigl. den Co - Trainer geben) und 14 Kindern (D9er, 04 und 03er gemischt, nach Leistungsprinzip aufgeteilt, davon zwei Jungs, die ich schon seit der F betreue) als unterste D - Jugend im Verein.

    Unterste Mannschaft bei einem nach Leistungsgesichtspunkten einteilenden Verein. Bei dieser Konstellation sind 14 Spieler für eine D9 zu wenig. Du hast hier die eher weniger talentierten Spieler und diejenigen, denen Fußball nicht so wichtig ist.
    Was Du erlebst, ist bei dieser Konstellation nicht ungewöhnlich.


    Es gibt sicherlich Situationen, in denen die Kinder mit ADHS mehr als andere Kinder emotional auffallen, aber grundsätzlich sehe ich keine Schwierigkeiten mit diesen Kindern. Es ist unerlässlich, klare Regeln für diese Kinder aufzustellen.

    Ganz so einfach ist das nicht. In den letzten 8 Jahren hatte ich genau 2 Jahre, in denen ich keine AD(H)S-Diagnose in der Mannschaft hatte. Das Thema kann sich sehr unterschiedlich äußern. Es waren welche dabei, die nicht sonderlich auffällig waren. Es waren aber auch welche dabei, die sich durch ihr Verhalten komplett selbst im Weg standen.
    Es gibt einen interessanten Thread zu diesem Thema:
    http://www.trainertalk.de/fussballtrainer/thread/5596-spieler-mit-ads-bringt-mich-an-meine-grenzen/?pageNo=1
    Einer von der Kategorie "Steht-sich-selbst-im-Weg" wird kaum im NLZ klarkommen. Die meisten NLZ haben sehr klare Regeln, Verhaltenskodex etc. Da werden diese Jungs permanent anecken.

    Ihr könnt ja mal beobachten, in welchen Monaten oder Quartalen die Spieler der jeweiligen Mannschaften geboren wurden.

    Am Beispiel meiner aktuellen Mannschaft?
    3 x 1. Quartal
    3 x 2. Quartal
    3 x 3. Qaurtal
    2 x 4. Quartal


    Einer aus Q4 und zwei aus Q3 wären bei einer Stichtagsbetrachtung anders beurteilt worden. Gerade die beiden Q4er haben sich in Bezug auf Technik und Spielintelligenz enorm weiterentwickelt.
    Jeweils einer aus Q1, Q2 und Q3 war auch im letzten Jahr als jüngerer Jahrang schon in der E1 zusammen mit den 2004ern.
    Aus meiner Sicht führt gerade das Mischen der Jahrgänge dazu, den RAE zu umgehen.

    Du wirst zu diesem Thema viele Diskussionen hier im Forum finden. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.
    Wir handhaben es auch so, dass wir ab der E-Jugend leistungshomogene Mannschaften bilden. Sichtungstrainings veranstalten wir allerdings nicht. Wir beobachten die Kinder über einen längeren Zeitraum und besprechen die Einschätzungen dann unter den (alten und neuen) Trainern. Das setzt natürlich voraus, dass alle hinter dieser Vorgehensweise stehen.
    Das alles setzt natürlich eine gewisse Mindestgröße voraus. Wenn Du ohnehin nur 10 Kinder pro Jahrgang hast, macht das sicherlich nicht so viel Sinn.
    Welche Vorteile hat dieses Vorgehen? Kommen wir zunächst zum fußballerischen Bereich. Dadurch, dass Du weitestgehend leistungshomogene Mannschaften bildest, haben die Kinder eher die Möglichkeit, auf ihrem passenden Niveau zu spielen und zu trainieren. Wenn Du die verschiedenen Mannschaften auch in den entsprechenden Staffeln zum Spielbetrieb melden kannst, sorgt das auf jeden Fall für die passenden Herausforderungen.
    Aber auch im sozialen Bereich hat das Vortele. In der E-Jugend befinden wir uns in der 3.-5. Klasse - also rund um den Schulwechsel. In diesem Alter beginnen sie durchaus, ihre eigenen Fähigkeiten sowie die Fähigkeiten ihrer Mitspieler einzuschätzen und in Relation zueinander zu setzen. Du schützt mit diesem Vorgehen die schwächeren Spieler und sorgst für Erfolgserlebnisse. Ich behaupte sogar, dass manch schwächerer Spieler mit dem Fußball aufhört, weil er bei jedem Training und Spiel hoffnungslos überfordert ist.
    Natürlich kenne ich auch viele Deiner Gegenargumente.


    Es soll wenig bis gar keine Rücksicht auf Freundschaften, jetziger Mannschaftszusammenhalt usw. genommen werden.

    Das ist natürlich ungeschickt. Wer für die E1 vorgesehen ist, aber lieber mit seinem Freund in der E3 spielen will, soll das natürlich dürfen. Dieser Punkt hat übrigend auch eine andere Seite. Da ihr bislang in Jahrgängen spielt, konnten manche nicht mit ihren Freunden spielen. Wer im 2. HJ 06 geboren ist, geht mit Kindern des 1. HJ 07 in eine Klasse. Fußball lasst Ihr sie aber nicht zusammen spielen, obwohl sie evtl. beste Freunde sind.
    Was den Mannschaftszusammenhalt angeht, entwickelt sich das schneller als Erwachsene wahrhaben wollen. Meine aktuelle Truppe hat in der Vorsaison in vier unterschiedlichen Mannschaften gespielt. Teamgeist war von Anfang an da. Das liegt aber auch daran, dass wir im Verein immer wieder mannschafts- und altergruppenübergreifende Events veranstalten. Die Kinder treffen sich ohnehin mannschafts- und altersgruppenübergreifend zum Bolzen.


    Ich finde es als völligen Blödsinn, diese Zerteilung schon im E-Jugendalter vorzunehmen.

    Zerteilt (gerne wird auch das Wort zerreißen benutzt) Ihr die Mannschaften oder teilt Ihr sie einfach nur neu ein?


    Nach meiner Erfahrung haben die Kinder (bei entsprechenden Rahmenbedingungen) die wenigsten Probleme mit dieser Vorgehensweise. Kinder sind durchaus bereit, ihre Komfortzone zu verlassen und sich auf Neues einzulassen. Vorbehalte vor Neuem haben eher die Eltern... Nach meiner Beobachtung bilden sich aus vielen Mannschaften, die lange in gleicher Konstellation zusammenbleiben, Vereine im Verein...


    Eingebettet in ein Gesamtkonzept überwiegen für mich die Vorteile. Wenn das Ziel der Jugendleitung aber nur eine starke E1 ist, die alles weghaut, stimme ich Dir zu: Das ist Blödsinn.


    Was ich ganz wichtig finde:
    Wie auch immer man in diesem Punkt vorgeht - macht es immer gleich und ändert das Vorgehen nicht von Jahr zu Jahr.

    In meinem Jahren als Mini-Trainer war die HKM als 3+1 Turnier organisiert. 3 Spielfelder quer, unterteilt mit Matten, Hudora Tore. Für jede im Kreis gemeldete Mannschaft wurden 2 Mannschaften vorgesehen. Hatte ein bisschen was von Horst Wein. Tolle Turniere, viele Tore, viele Aktionen, alle kommen zum Einsatz. Anschließend gab es Urkunden für alle, keine Sieger.

    Genau so ein Turnier habe ich mal gesehen. War perfekt. Selbst wenn jemand eine private Tabelle hätte führen wollen, hätte er das nicht geschafft. War übrigens bei Deinem Ex-Verein, @Andre

    Die da oben tun was, wenn sie Druck von "noch weiter oben" bekommen.
    Der DFB sieht in seiner Jugenordnung keinen Meisterschaftsbetrieb in F- und G-Jugend vor Jugendordnung. Die Landesverbände müssen das dann vor Ort umsetzen... Bei uns im NFV steht z.B. das



    Die G-Junioren/Juniorinnenführen keine Meisterschaftsrunden durch.Für sie kommen Kurzturniere oder Spielnachmittage in Betracht.

    in der Jugendordnung. Es ist erfolgversprechender, einen Blick in die JO zu werfen und ggf. den Kreis beim Verband anzuschwärzen.