Du wirst zu diesem Thema viele Diskussionen hier im Forum finden. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.
Wir handhaben es auch so, dass wir ab der E-Jugend leistungshomogene Mannschaften bilden. Sichtungstrainings veranstalten wir allerdings nicht. Wir beobachten die Kinder über einen längeren Zeitraum und besprechen die Einschätzungen dann unter den (alten und neuen) Trainern. Das setzt natürlich voraus, dass alle hinter dieser Vorgehensweise stehen.
Das alles setzt natürlich eine gewisse Mindestgröße voraus. Wenn Du ohnehin nur 10 Kinder pro Jahrgang hast, macht das sicherlich nicht so viel Sinn.
Welche Vorteile hat dieses Vorgehen? Kommen wir zunächst zum fußballerischen Bereich. Dadurch, dass Du weitestgehend leistungshomogene Mannschaften bildest, haben die Kinder eher die Möglichkeit, auf ihrem passenden Niveau zu spielen und zu trainieren. Wenn Du die verschiedenen Mannschaften auch in den entsprechenden Staffeln zum Spielbetrieb melden kannst, sorgt das auf jeden Fall für die passenden Herausforderungen.
Aber auch im sozialen Bereich hat das Vortele. In der E-Jugend befinden wir uns in der 3.-5. Klasse - also rund um den Schulwechsel. In diesem Alter beginnen sie durchaus, ihre eigenen Fähigkeiten sowie die Fähigkeiten ihrer Mitspieler einzuschätzen und in Relation zueinander zu setzen. Du schützt mit diesem Vorgehen die schwächeren Spieler und sorgst für Erfolgserlebnisse. Ich behaupte sogar, dass manch schwächerer Spieler mit dem Fußball aufhört, weil er bei jedem Training und Spiel hoffnungslos überfordert ist.
Natürlich kenne ich auch viele Deiner Gegenargumente.
Es soll wenig bis gar keine Rücksicht auf Freundschaften, jetziger Mannschaftszusammenhalt usw. genommen werden.
Das ist natürlich ungeschickt. Wer für die E1 vorgesehen ist, aber lieber mit seinem Freund in der E3 spielen will, soll das natürlich dürfen. Dieser Punkt hat übrigend auch eine andere Seite. Da ihr bislang in Jahrgängen spielt, konnten manche nicht mit ihren Freunden spielen. Wer im 2. HJ 06 geboren ist, geht mit Kindern des 1. HJ 07 in eine Klasse. Fußball lasst Ihr sie aber nicht zusammen spielen, obwohl sie evtl. beste Freunde sind.
Was den Mannschaftszusammenhalt angeht, entwickelt sich das schneller als Erwachsene wahrhaben wollen. Meine aktuelle Truppe hat in der Vorsaison in vier unterschiedlichen Mannschaften gespielt. Teamgeist war von Anfang an da. Das liegt aber auch daran, dass wir im Verein immer wieder mannschafts- und altergruppenübergreifende Events veranstalten. Die Kinder treffen sich ohnehin mannschafts- und altersgruppenübergreifend zum Bolzen.
Ich finde es als völligen Blödsinn, diese Zerteilung schon im E-Jugendalter vorzunehmen.
Zerteilt (gerne wird auch das Wort zerreißen benutzt) Ihr die Mannschaften oder teilt Ihr sie einfach nur neu ein?
Nach meiner Erfahrung haben die Kinder (bei entsprechenden Rahmenbedingungen) die wenigsten Probleme mit dieser Vorgehensweise. Kinder sind durchaus bereit, ihre Komfortzone zu verlassen und sich auf Neues einzulassen. Vorbehalte vor Neuem haben eher die Eltern... Nach meiner Beobachtung bilden sich aus vielen Mannschaften, die lange in gleicher Konstellation zusammenbleiben, Vereine im Verein...
Eingebettet in ein Gesamtkonzept überwiegen für mich die Vorteile. Wenn das Ziel der Jugendleitung aber nur eine starke E1 ist, die alles weghaut, stimme ich Dir zu: Das ist Blödsinn.
Was ich ganz wichtig finde:
Wie auch immer man in diesem Punkt vorgeht - macht es immer gleich und ändert das Vorgehen nicht von Jahr zu Jahr.