Ich gebe dir vollkommen recht, aber bei meinen fand da überhaupt kein kreativer Prozess statt.
Den wirst Du in einer U8 auch selten etdecken. Da ist Geduld gefragt. Im U10-Alter sieht das schon ganz anders aus...
Ich gebe dir vollkommen recht, aber bei meinen fand da überhaupt kein kreativer Prozess statt.
Den wirst Du in einer U8 auch selten etdecken. Da ist Geduld gefragt. Im U10-Alter sieht das schon ganz anders aus...
Kann ich so auch bestätigen. Häufige Aussage ist "Wenn er schnell ist, bringen wir ihm die Technik schon bei."
Die Fähigkeit ein komplettes Spiel unter Strom zu stehen, ist ein oft unterschätztes Talentkriterium. Wenn ich mir ein hiesiges Toptalent ansehe, das national und international bei Topclubs auf dem Zettel steht, zeigte er dieses Verhalten schon mit 6 Jahren...
"Konzentrationskondition"... Schöner Begriff @Steini und folgt aus der Bereitschaft und Fähigkeit, ein ganzes Spiel unter Strom zu stehen.
Erstaunlichweise sind nur unsere beiden besten Torschützen nicht dabei. Über die Hälfte der fast 100 Saisontore entfallen auf diese beiden Spieler, und das gegen Verteidger und Torhüter, die ein bis zwei Jahre älter sind (für die, die es nicht wissen, wir sind als E-Jugend in D-Jugend gestartet). Beide verfügen über die beste Schusstechnik in meiner Mannschaft, also zumindest auf den Vollspannstoß und die Härte bezogen. Beide sind beidfüßig, technisch sauber, können Bälle gut behaupten und verfügen auch ein breite Repertoire an Ballfertigkeiten. Beide können nicht nur hart schießen, sondern auch fein lupfen und unterschnittene Flugbälle schießen. Beide gehören in Sachen Ballgefühl zu den Stärksten im Team. Beide verfügen über ein sauberes Passspiel und nehmen Bälle gut an und mit. Aber sie sind nicht dabei.
Ich habe aus der Vergangenheit einige Spieler, die ähnliche Eigenschaften aufwiesen, vor Augen. Die mangelnde Laufbereitschaft haben sie nie abgelegt. Mit zunehmender Platzgröße wurden sie von anderen Spielern mit geringeren technischen Fähigkeiten abgehängt.
Seit Kurzem spielen wir den Ball beim Eckball kurz ab.
....
Welche Variante haltet ihr für sinnvoller?
Ich finde die Variante am sinnvollsten, die aus kindlicher Kreativität entsteht.
Beispiel: Dein Eckballschütze sieht, dass der Gegner noch nicht sortiert ist während ein eigener Spieler Richtung erster Pfosten läuft. Deine Regel heißt aber, dass alle Ecken kurz ausgeführt werden. Was wird der Spieler machen? Oder Ihr habt aus einer kurzen eigenen Ecke einen Konter bekommen, weil der Gegner aufgepasst hat. Sollen Deine Spieler dann nicht selbständig daraus lernen?
Ich habe kein Problem damit, einen Bauchladen voller Lösungsmöglichkeiten für unterschiedliche Spielsituationen zu haben, aus dem die Kinder dann eine auswählen.
Ist in dem Bauchladen aber nur eine Möglichkeit, beraubst Du sie anderer -für sie erfolgversprechende- Optionen.
Stell Dir mal vor, ein Spieler Deiner U8 findet heraus, dass es in oft klappt den Ball flach und hart vor´s Tor zu bringen. Irgendeiner wird schon angeschossen und drin ist er. Das ist dann sicherlich nicht die fußballerische Lösung, die wir Trainer uns wünschen, aber er hat dann eine -temporär- funktionierende Lösung gefunden. Kann die falsch sein?
Ich stimme vollkommen zu, dass jede unter Spielbedingungen angewandte Technik ein taktisches Element beinhaltet - ich glaube aber nicht, dass man mit starren wenn-dann-Vorgaben taktisches Gefühl schult. Die Gründe und Hintergründe hat @Prof. Dr. Trainer oben gut beschrieben.
Ich habe mir "Der weite Weg - Die Ausbildungskonzeption des DFB" (welches für viele ja in Stein gemeißelt ist) nochmals durchgelesen und da steht unter "Ziele mit F-Junioren" wortwörtlich folgendes:
Vermitteln einfacher taktischer Tipps, die beim „Tore schießen – Tore verhindern” helfen!
Leider hat der DFB uns bis heute nicht erzählt, was er damit meint und deshalb interpretiert das jeder auf seine Art.
Ist das denn nicht auch ein schnelles Umschalten von Offensivmodus in Defensivmodus?
Du schreibst, dass die Kinder heute dafür andere Dinge tun können. Ich habe das im TV gesehen....da sie Computerspiele gut beherrschen sind sie eher in der Lage, Dinge schnell zu erfassen und zu durchdenken...dem entgegen aber die benannten körperlichen Defizite.
..., was aber auf jeden Fall zeigt, dass Fähigkeiten von Kindern Veränderungen unterliegen.
Hier sehe ich - du sprachst es ja direkt an - z.B. auch das Thema aus dem Kifu, ob KINDER einer bestimmten Altersgruppe - hier Minis/F-Jugend Geschwindigkeiten erkennen und ob sie im Raum sehen können....als feststehenden unumstößlichen -auch wissenschaftlich belegten - und auch an Feststellungen in der täglichen Praxis (Unfälle, Beobachtungen auf dem Sportplatz..beim Training)....Fakt an.
Meinst Du, dass sich das bei den Kindern in 10, 100 oder 1000 Jahren verändern wird?
Da kommen drei Fragen zusammen.
Zu 1.
Ja, ich bin mir sicher, dass Kinder die Entfernung und Geschwindigkeit eines Auto, dass sich in 10-300 m Entfernung befindet und mit >30 km/h in ihre Richtung kommt, schlechter einschätzen können als Erwachsene es können.
Zu 2.
Kinder brauchen im Straßenverkehr besonderen Schutz. Die Schlussfolgerung, dass sie dann auch nicht Entfernung und Geschwindigkeit eines Balles in 10-20m bei Schrittgeschwindigkeit einschätzen können, ergibt sich aus dem obigen Sachverhalt nicht automatisch. Es sind andere Entfernungen und andere Geschwindigkeiten...
Zu 3.
Das kann ich nicht ausschließen. Ich bin mir sicher, dass Kinder heute andere Fähigkeiten haben als vor 100 oder 1000 Jahren. Sicherlich spielt da auch die Evolution eine Rolle - wichtiger ist in einem kürzeren Zeitraum wie 100 Jahren aber das, was Kinder tun. Vielleicht mal ein Beispiel: Vor 100 Jahren dürften die wenigsten Kinder ein Fahrrad gehabt haben. Heute fahren Kinder Laufrad, Fahrrad, Inliner usw. Ich vermute deshalb, dass heutige Kinder im Durchschnitt früher einen guten Gleichgewichtssinn haben als vor 100 Jahren. Letzten Endes ist das nichts anderes als Training.
Stell Dir die Frage mal andersherum:
Dachte ein Trainer in den 70er oder 80er Jahren, dass der Kinderfußball 2016 noch genauso läuft wie damals? Die Antwort wäre vermutlich gewesen, dass
der Ball weiterhin rund ist.
der Rasen weiterhin grün ist.
der Ball weiterhin mit dem Fuß gespielt wird.
der Sport weiterhin ein Laufsport ist.
Fußball ein Ergebnissport ist.
Spiele über die Kraft gewonnen werden usw und so fort...
Aus der Sicht der damaligen Zeit lagen sie vielleicht sogar richtig.
Es haben sich aber Dinge geändert. Heutige Trainer haben einen anderen Blick auf den Fußball und in 30 Jahren wird man vermutlich auch einen anderen Blick haben.
Kommen wir zu den von Dir oft angeführten wissenschaftlichen Erkenntnissen: Die können sich im Laufe der Jahre verändern. Manchmal stellen sie sich sogar als falsch heraus. Es galt vor einigen hundert Jahren als wissenschaftliche Erkenntnis, dass die Erde eine Scheibe ist... Es ändern sich Analysemethoden, es wird differenzierter betrachtet, es werden andere Bezugsgrößen gewonnen... Was auch immer heute Stand der Wissenschaft ist, muss es morgen nicht mehr sein.
Ohne die Übung im Detail gesehen zu haben, finde ich es eher erstaunlich, dass er von E-Jugendspielern einen Flugball einfordert. Ich könnte mir vorstellen, dass die Streuung da sehr groß war
Das ist sogar Bestandteil des DFB-Fußballabzeichens.
http://fussballabzeichen.dfb.de/spielfeldaufbau.html#flankengeber
Ist für die Altersgruppe keine unüberwindbare Hürde. Bei Stützpunktkandidaten erst recht nicht...
Meint ihr, alle aufgenommenen Talente bekommen dort genügend Spielzeit, um das im Training Erlernte im Wettkampf auszuprobieren?
Ja, bekommen sie. Gerade jetzt in der Zeit von Ostern bis Saisonende bekommen sie eher zu viel als zu wenig Spielzeit.
Oft genug spielen die NLZ am WE Turniere über zwei Tage und verlegen die Punktspiele dann in die Woche. Bei diesem Programm würde ich in der U11 auch einen 15er Kader haben wollen.
Erst kürzlich habe ich auf einem Turnier mit einem U11-NLZ-Trainer über sein Programm in den nächsten Wochen gesprochen. Ob das alles so richtig, sinvoll und altersgemäß ist, finde ich durchaus diskussinswürdig. Über zu wenig Spielzeit können sich diese Spieler aber nicht beschweren.
In vielen Punkten bin ich ja bei Dir. Gerade was die Aufälligkeit bzgl. des RAE angeht.
Manche Zahlen darf man aber nicht unkommentiert lassen:
Wie läßt sich sonst die Qoute von 47 % mit weniger als 12 Monaten Zugehörigkeit (für die Andere gegangen sind/wurden) erklären?
Für die Erhöhung dieser Quote zur U12 gibt es eine logische Erklärung:
Der Wechsel vom 7er-Feld zum 9er-Feld. Denselben Effekt siehst Du in der U14, die Du in Deiner Aufstellung vergessen hast. Beim Wechsel vom 9er- zum 11er-Feld haben sie 40% Zugänge. Wenn Du diese notwendige Kadervergrößerung rausrechnest, bist Du bei den 25%, die sie in den anderen Jahren auch haben.
Sind 25% viel?
Man darf bei diesem Thema ja nicht vergessen, dass der Radius, aus dem das NLZ Spieler holt, mit zunehmendem Alter größer wird. So ist´s zumindest bei unserem benachbarten NLZ. In diesen 25% sind auch diejenigen enthalten, die den NLZ-Aufwand aus schulischen Gründen nicht (mehr) betreiben können.
Hallo wir haben im Moment zu viele Spieler für den jüngeren F - Jugend Jahrgang, aber nur eine Mannschaft gemeldet da einige neue kürzlich dazu gekommen sind.
Wieviele Spieler habt Ihr denn im älteren F-Jugend-Jahrgang. Jahrgänge zu mischen ist eine bessere Lösung als eine zu große Mannschaft zu bilden.
Dann habe ich mich letztes Jahr mit einem Trainer einer 2004er-Mannschaft (jetzige U12) unterhalten, der sich eher negativ zum Stützpunkttraining äußerte und wenig Sinn darin sah, seine Jungs dahin zu schicken. Vorwurf war vor allem, dass da hauptsächlich Scouts von anderen Vereinen stehen, um die Kinder abzuwerben.
Angefangen hat es im Ende März, als auf der Hompage vom FVN, dieser Bericht erschien und parallel die Vereine angeschrieben wurden. Unser Geschaftsführer kam dann Tage später mit diesem Schreiben und der Bitte, dass ich mich darum kümmern sollte, zu mir.
Was ich schon im ersten Schritt interessant finde, ist wie unterschiedlich die Landesverbände die Stützpunkte casten.
In Eurem Falle ist es offensichtlich so, dass ein Spieler, der von seinem Verein nicht vorgeschlagen wird, zunächst nicht in den Fokus gerät.
In Niedersachsen haben wir den Sparkassencup.
http://www.nfv.de/wettbewerbe/…/sparkassen-fussball-cup/
Da es sich um einen Pflichttermin für den älteren E-Jugendjahrgang handelt, müssen wir hier alle U11-Spieler präsentieren.
Da ich schon ein paar Jahre in dieser Altersgruppe unterwegs bin, habe ich schon einige Sparkassencups mitgemacht. Es gibt aus meiner Sicht bei dieser Geschichte auch einiges Verbesserungspotential. Alle U11-Spieler auf diese Weise einmal einem Sichter zu zeigen, finde ich aber gut.
Ich stoße ins selbe Horn wie @holzi und @Grätsche.
Das, was Du da schreibst, klingt alles andere als zufrieden.
Wenn Du mir mit Bildern zur "Situationsanalyse" kämst, würdest Du Dich bei mir lächerlich machen. Zunächst ist das in dieser Altersgruppe vollkommen überflüssig. Aber auch in einer Altersgruppe, in der eine Analyse nicht überflüssig wäre, wäre es Blödsinn. Das Standbild sagt nämlich nichts über die Situation aus.
Verteile also gerne Bilder an Trainer und Eltern - nutze sie aber nicht zur Sport1-Spieltagsanalyse.
Es könnte sein, dass einige schwächere Kinder auf Dauer wechseln oder aufhören, wenn sie nicht mehr Spielzeit erhalten. Sollten sie mehr Spielzeit erhalten, verlieren wir automatisch unsere Spiele und die stärkeren Spieler werden weggehen.
Wenn das so ist, musst Du also jetzt entscheiden, auf wen Euer Verein eher verzichten kann?
Ich habe das jetzt so verstanden, dass Deine 8 Neuzugänge zu den 10 Spielern gehören, die die "Klasse für die Klasse" haben. Diejenigen, die Eure Mannschaft freiwillig verlassen haben, ahnten offenbar, was sie erwartet.
Die Jahrgänge mischt Ihr ja durchaus. In der D2 sind 03er und 04er und sogar in der C-Jugend sind 03er.
Meine Mannschaft habe ich aus der G-Jugend übernommen.
Bei 8 Neuzugängen in einem 15er Kader kann man das ja eigentlich nicht sagen. Weniger als die Hälfte Deiner Mannschaft hast Du aus der G-Jugend übernommen.
Meine (nicht repräsentative) Beobachtung ist die: Wer kommt, um eine Klasse höher oder "erfolgreicher" zu spielen, der geht aus denselben Gründen auch oft wieder. Deine "alten" Spieler zu vernachlässigen, wird Dir vermutlich später vor die Füße fallen. Ich würde die Einsatzzeiten also angleichen.
Vor der Saison habe ich 8(!) neue Spieler (von Nachbarvereinen) dazubekommen,
Sind die Euch alle zugelaufen und wären die auch gekommen, wenn sie in der D2 gespielt hätten?
Und ganz wichtig: Wo spielt Eure C-Jugend?
Ein paar Fragen:
Bei diesem Thema spielen ganz viele Punkte eine Rolle:
Und es wäre es dann falsch, dieses Verhalten, welches sich korrekt entwickelt hat und nicht instruiert wurde, den Kids bewusst zu machen und zu benennen?
Warum sollte man das machen?
