Beiträge von Follkao

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    @TW-Trainer
    Wo siehst Du den zwingenden Zusammenhang zwischen leistungshomogener Einteilung und RAE? Das hängt doch sehr davon ab, was das Ziel dieser Einteilung ist. Heißt das Ziel Punkte/Pokale/Meisterschaften, wird man sicherlich oft bei den Großen landen.
    Heißt das Ziel aber, alle auf ihrem passenden Level zu trainieren, wird man eher auf die technischen Fähigkeiten in Relation zum Alter achten.


    Aber gäbe es die Notwendigkeit einer Einteilung im Breitensportbereich zur Förderung von Erfolgserlebnissen, so würde sich dies gar nicht im früheren Bolzplatz-Fussball erklären lassen. Denn gerade auf dem Bolzplatz lernten die jüngeren Kinder von den Älteren durch Zuschauen und Ausprobieren.

    Manchmal verschwimmen die Erinnerungen in Bezug auf den Bolzplatz... War da nicht auch der Ort, wo

    • der kleine, dicke ins Tor musste?
    • man vielleicht auch gar nicht mitspielen durfte, weil die Großen einen nicht gelassen haben?
    • grundsätzlich das Recht des Stärkeren galt?
    • usw...?

    Genau das möchte ich in Frage stellen.
    Wenn man so handelt dann nur wenn es auch Sinn macht. Und das muss von Jahr zu Jahr neu durchdacht werden.

    Wenn Du das jedes Jahr neu entscheidest, bist Du mit den Diskussionen erst zum Beginn der neuen Saison fertig. Ich bekomme das oft von Nachbarvereinen mit, dass man sich eine klare Linie wünscht.

    Hier kannst du eine Mannschaft bilden die "mitspielen" kann und eine die Kanonenfutter ist.

    Ich setze dabei voraus, dass die Möglichkeit besteht, die Mannschaften in passenden Staffeln zu melden. Besteht diese Möglichkeit nicht, macht leistungshomogene Einteilung bezogen auf den Spielbetrieb keinen Sinn.

    Beim Hobbyfussball einen Leistungsdruck aufzubauen, indem man eine Mannschaft in stärkere und schwächere Spieler aufteilt, davon halte ich nicht viel! Es schränkt das Vertrauensverhältnis ein, weil man einem "starken" Kind durch sein Handeln sagt, dass man es toll findet und dem "schwachen" Kind dieses Lob verwährt. Das Ziel heißt jedoch: alle Kinder stark machen!

    Mannschaftseinteilung hat nichts mit Leistungsdruck zu tun. "Alle Kinder stark machen" heißt auch, ihnen Erfolgserlebnisse in Training und Spiel zu vermitteln. Dafür müssen sie auf ihrem passenden Niveau trainieren und spielen können. Wer 20 Kinder eines Jahrgangs hat, hat darin eine Riesenspanne. Wer die Möglichkeit (und damit die Trainer) hat, zwei Mannschaften zu bilden, macht allen Beteiligten das Leben leichter.
    Hier geht es um eine ältere F. Ob es da schon sinnvoll ist, ist diskutabel. Spätestens ab der E ist es das aber.
    Wichtig: Wenn man so handelt, dann immer. Nicht von Jahr zu Jahr anders entscheiden.

    Warum lernt man als Manndecker nichts? Im Training soll man viel 1 gegen 1 spielen und im Spiel dann nicht? Im unteren Bereich kann ich doch das Spiel als Training nutzen oder? Übrigens stelle ich mir nicht die Frage, was es mir als Trainer bringt, sondern immer nur was es den Kindern bringt und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Erfahrung der Manndeckung mir sehr viel gelehrt hat.


    Ich erinnere mich an Spiele aus meiner Jugendzeit - ich wurde oft als Manndecker gegen wesentlich stärkere Spieler abgestellt und konnte diese trotz meiner geringeren Qualität ziemlich gut ausschalten. Und ich habe mich dabei immer sehr nützlich und gut gefühlt.

    Irgendwann wird jemand diesen Jungs das ballorientierte Verteidigen im Team beibringen wollen. Er wird sich damit leichter tun, wenn die Jungs sich im Kleinfeldbereich nicht an das "Bleib bei Deinem Mann" gewöhnt haben.
    Ich hatte in der Vergangenheit auch manchmal Spieler, die durch einen Sonderbewacher aus dem Spiel genommen werden sollten. Als Kleinfeldtaktikfuchs ;) lässt man diese Jungs dann erstmal 10 Min Rechtsverteidiger spielen. Ihr glaubt gar nicht, was für Räume sich damit im Mittelfeld auftun, wenn der Sonderbewacher Euren Rechtsverteidiger eng markiert... 8)

    Aus verschiedenen Gründen würde ich manchmal wirklich gerne gegen diese Teams gewinnen oder zumindest das große Problem diese Spiels zur Schau stellen.

    Ja... Manchmal juckt es einem da in den Fingern...
    Letzten Endes bringt Dir das aber nix. Im Kleinfeldfußball macht einer von 7 halt mehr aus als einer von 9 in der D- bzw. einer von 11 ab der C-Jugend... Das wächst sich also von selbst raus.
    Mit einer Manndeckung (wenn der auf´s Klo geht,...) lernt Dein Spieler nix.
    Was Du aber machen kannst: Du wechselst ja sicherlich ohnehin die Positionen. In diesen Spielen stellst Du halt Deine Spieler, die dem Superstar etwas entgegenzusetzen haben, auf Positionen, wo sie ihm begegnen.

    Eine Einschätzung zu Deinem speziellen Spieler kann man aus der Entfernung natürlich nicht geben.
    Ein paar Denkanstöße habe ich aber für Dich. Vielleicht findest Du ihn da ja wieder...

    • Ich dachte eben spontan an den berühmten Schönwetterfußballer. Gegen etwas schwächere Gegner holen die Messi, Neymar und Ronaldo gleichzeitig aus dem Schuh. Gegen gleichstarke oder gar stärkere Gegner muss man aber auch mal ein bißchen Schweinsteiger aus dem Schuh holen. Diese Spieler haben aber oft keinen Schweinsteiger im Schuh.
    • Manche traten nur dann aus dem Schatten anderer starker Spieler, wenn die nicht da sind. Wenn andere starke Spieler dabei sind, verstecken die sich hinter denen. Dass das auftritt, wenn Ihr die Mannschaft stark zusammenstellt, könnte ein Indiz dafür sein.

    Grundsätzlich glaube ich nicht, dass 8/9-Jährige ihre eigene Leistung einschätzen können, geschweige denn sie in Relation zur Leistung anderer setzen können. Insofern tue ich mich mit dem Begriff "Versagensängste" schwer. Solange niemand ihn speziell verantwortlich macht, kann ich mir das bei einem F-Jugendlichen nicht vorstellen.


    Bei besagten Turnieren sagen wir immer extra noch, dass die Kinder einfach nur Spaß haben sollen.

    Ich tu mich mit solchen Aussagen immer schwer... Vermittelst Du den Kindern bewusst, dass das Ergebnis vollkommen egal ist? Es ist gut und richtig, dass DIR das Ergebnis weitestgehend egal ist. Das muss man den Kindern aber nicht vermitteln. Es ist durchaus Deine Aufgabe, Deinen Spielern Siegeswille als fußballerische Charaktereigenschaft zu vermitteln.
    Mit einem "Habt einfach Spaß" klappt das aber nicht. Sie müssen nicht gewinnen; sie müssen aber gewinnen wollen. Wenn Du jetzt ein paar Spieler auf dem Platz hast, die einfach nur Spaß haben wollen und eine Niederlage halt so hinnehmen, und einen Spieler, der gewinnen will, wird derjenige damit Probleme haben.
    Für die Erwachsenen soll das Spiel ein Kinderfußballspiel sein. Für die Kinder darf aber jedes Spiel das Champions-League-Finale sein.

    Mein Ansatz ist eine zusätzlich Möglichkeit des Trainings wenn die Eltern meinen das Kind sein unterfordert.

    Wenn´s dumm läuft, verdoppelst Du damit Deine Trainingsgruppe.
    "Wenn der das darf, muss mein Kind das auch dürfen. Mein Kind ist mindestens genauso gut..."
    Solche Dinge müssen das von Vereinsverantwortlichen angeboten und entschieden werden.

    Montag und Freitags Training mit den Jungs,Dienstag und Donnerstags mit den Mädchen und dann die Spiele am Wochenende. Im März hat sie z.b drei Spiele hintereinander Fr,Sa und So.

    Um auf Deine Ursprungsfrage zurückzukommen:
    Bei dieser Intensität wohl eher Fluch. Der Sinn und Zweck des Zweitspielrechtes bestand ja nicht darin, die Belastung der Mädchen zu verdoppeln. Es ging doch eher darum, eine weitere Spielmöglichkeit zu haben. Beide Spielmöglichkeiten an einem Wochenende zu nutzen, soll doch eher die Ausnahme als die Regel sein. Was sagt denn der Auswahltrainer zu dieser Doppelbelastung?

    Ja wir fahren in den Ferien, allerdings wussten die Eltern den Termin seit September und viele haben ihren Urlaub danach geplant.
    Es kostet 250€ und wir fahren in die Steiermark (wir sind aus Niederösterreich).

    50€ pro Tag... Das ist sehr teuer...
    Nicht alle Familien können ihren Familienurlaub zeitlich frei planen. Du kannst nicht erwarten, bei diesen Rahmenbedingungen alle dabei zu haben.

    Aber wenn die Eltern das "Problem" aus welchen Gründen auch immer verheimlichen?

    Dann ist das ihre Sache.


    Trotzdem ein kleiner Tipp:
    Beim Elternabend vor Saisonbeginn spreche ich auch das Thema Krankheiten/Medikamente an. Sie können uns das sagen, müssen es aber nicht. Bezogen auf Atemwegserkrankungen und/oder Allergien sagen ich ihnen, dass es fahrlässig wäre, es uns nicht zu sagen. Das zweite Beispiel ist ADHS. Auch das müssen sie uns nicht sagen. Wenn wir es wissen, hilft es uns aber, Dinge besser einzuschätzen. Beispielsweise ist bei medikamentöser Behandlung die Aufnahmefähigkeit morgens und abends unterschiedlich.
    Viele sagen es uns dann. Ob es alle machen, weiß ich nicht.

    klassisch wachsen Mädels viel behüteter auf . Jungs dürfen draußen spielen und sich die Hosen aufreißen , Mädels oft nicht .Jungs kriegen mit 3 Jahren ihren ersten Ball geschenkt , Mädchen ein Kuscheltier .
    Die Koordinativen Grundlagen im Durchschnitt sind also bei Mädchen und Jungs sehr unterschiedlich .

    Ist das so...?
    Meine Frau trainiert Mädchen in einer Tanzsportart. Auch die tänzerisch eher schwächeren Mädchen sind koordinativ selbst den talentiertesten Jungs, die ich bislang trainiert habe, weit voraus.
    Manchmal juckt es mir in den Fingern, mal ein Training durch meine Frau gestalten zu lassen. Ich befürchte allerdings, dass die Jungs wegen Überforderung nie wiederkämen ;)


    Wieso läuft man mit laaaannnngennnn Schritten an....wenn man es eilig hat an oder zu einem Ball zu gelangen. Das verstehe ich nicht, ist das zu erklären, woran liegts?

    Bevor ich auf Deine persönlichen Erfahrungen eingehe ein paar grundsätzliche Dinge, die das zum Teil erklären.
    Ohne es statistisch belegen zu können, ist meine Beobachtung, dass ca. 20% der Kinder talentierte Fußballer (bzw. generell Sportler) sind, 20% sind untalentiert und die restlichen 60% bewegen sich dazwischen. Das gilt für Jungs wie Mädchen in gleichem Maße.
    Nagelt mich da nicht auf 5 Prozentpunkte fest. Darum soll es gar nicht gehen. Wenn Du also in einer Altersklasse 4-5 Mannschaften hast und Du sie leistungshomogen zusammenstellst, ist Deine 1. Mannschaft richtig gut. Deine 4. oder 5. Mannschaft sammelt dann allerdings all diejenigen, die noch viel "Potential" haben.
    Im Mädchenbereich wird kaum ein Verein 4 oder 5 Mannschaften in einer Altersgruppe haben. Entweder sind da die oberen und unteren 20% in einer Mannschaft oder (wenn der Verein das unterstützt und die Mädchen das wollen) die oberen 20% Mädchen spielen gleich bei den Jungs mit. In diesem Fall siehst Du bei Deinem Besuch in der Halle also ein ganz anderes Spektrum.
    Meines Erachtens kannst Du in einer 4. oder 5. Mannschaft bei den Jungs dieselben Defizite sehen, die Du bei manchen Mädchen gesehen hast.


    Kommen wir zu Deinen persönlichen Erfahrungen:
    Viele Mädchen spielen Fußball, weil sie mit ihren Freundinnen etwas zusammen machen wollen. Daraus resultiert auch, dass viele Mädchen im Vergleich zu den Jungs erst später mit dem Fußball anfangen.
    Wenn Du aber mit Stützpunktmannschaften bzw. talentierten Mädchen zusammenarbeitest sieht die Welt ganz anders aus. Auch mein Verein fördert talentierte Mädchen dadurch, dass sie in gleichaltrigen Jungenmannschaften spielen. Aus diesem Grunde konnte ich schon ein paar talentierte Mädchen trainieren. Meine persönliche Erfahrung ist, dass diese Mädchen die besseren Jungs sind. In ihrer Persönlichkeitsentwicklung sind sie im Kinderfußball den Jungs um 1 - 2 Jahre voraus. Sie sind konzentrierter und fokussierter. Mehr als einmal habe ich bei diesen Mädchen beobachtet, dass erstmalige Trainingsinhalte direkt im nächsten Spiel umgesetzt wurden. Bei Jungs kommt das eher selten vor...


    Noch ein grundsätzlicher Gedanke zum Thema Frauenfußball vs. Männerfußball:
    In nahezu allen Sportarten hat man erkannt, dass Männer und Frauen unterschiedliche körperliche Voraussetzungen haben:


    • Der Frauendiskus ist kleiner und leichter als der Männerdiskus
    • Beim Kugelstoßen benutzen die Frauen eine kleinere und leichtere Kugel
    • Der Handball der Frauen ist kleiner und leichter
    • Der Basketball der Frauen ist kleiner und leichter
    • Z.Zt. ist ja Biathlon-WM. Die Frauen laufen ca. 25% kürzere Distanzen als die Männer
    • Im Fußball gibt es kein reduziertes Ballgewicht für die Damen.

    Nu ist es sicherlich schwer, die Tor- und Feldgröße zu variieren, wenn man die identischen Markierungen nutzen will, ohne den Abkreider mit unterschiedlichen Farben loszuschicken. Beim Ballgewicht könnte man aber durchaus für die Frauen Anpassungen machen. Derbystar hat übrigens einen Ball im Programm, der vom Gewicht am unteren Ende der Bandbreite liegt. Kommt bei den Damen- und Mädchenmannschaften bei uns im Verein sehr gut an...

    Wie Ihr erkennen könnt, sind es Spielzüge, die wir als Trainer selbst vorstellen würden. Der Anfang war schwer, wir sprechen immer noch vom "geplanten Chaos", allerdings haben wir deutlich mehr Bewegung, wenn wir zugestellt werden. Dieses Beobachtung stimmt uns zufrieden.

    Auch wenn es sich hier um NLZ-Niveau handelt, ist das für U11-Kinder schon sehr anspruchsvoll. Ich versuche ähnliche Problematiken mit Positionstäuschen (horizontal oder vertikal) zu lösen. Ich bin jetzt auch ein paar Jahre in der Altersklasse unterwegs. Auch wenn ich nie eine komplette Mannschaft auf NLZ-Niveau hatte, waren doch 3x Mannschaften dabei, mit denen wir mehrfach NLZ-U11-Mannschaften über Turnierspiellänge "ärgern" und auch schlagen konnten. In diesen Jahrgängen waren dann auch jeweils 2-5 Spieler, die im benachbarten NLZ zumindest nicht negativ aufgefallen wären. Einge sind auch später dorthin gegangen. Das nur zur Erklärung, dass ich das auch mit stärkeren Mannschaften und Spielern gemacht habe.
    Folgende Probleme habe ich dabei festgestellt:

    • Es kommt recht oft vor, dass zwei Spieler gleichzeitig eine an sich gute Idee haben. Wäre bei Dir z.B. so, dass mehrere Spieler in die Zentrumszone gehen.
    • Für Positionstäusche ist Blickkontakt notwendig. Das ist in dieser Altersklasse koordiniert schwer. Bei Dir heißt das ja, dass die freiwerdende Zone von einem anderen Spieler besetzt wird.
    • Der Passgeber (ist der entscheidende Faktor) muss die sich bietenden Räume früh genug sehen und den Pass in den Raum spielen. Nach meiner Erfahrung wird der Pass oft erst gespielt, wenn der Gegner sich schon auf die neue Situation eingestellt hat.

    Insofern kann ich Deinen Begriff "geplantes Chaos" also gut nachvollziehen. In der Halle habe ich mit diesen Varianten aus Ergebnissicht wenig Erfolg. Wenn es wieder nach draußen geht, erkenne ich aber immer, dass die Mannschaft in Bezug auf die Spielintelliganz einen großen Schritt nach vorne getan hat.

    Geht es um einen Wechsel zur neuen Saison oder um einen Wechsel in der Winterpause? In diesem Fall solltest Du Dich über die Wechselmodalitäten in Eurem Landesverband informieren. Wenn Du ggf. die Fristen falsch einhältst, kann das Auswirkungen auf die Spielerlaubnis haben.
    Bei uns im NFV müsste der abgebende Verein z.B. die Abmeldung zurückdatieren.