Beiträge von Follkao

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Zunächsteinmal:
    Gewinnen zu wollen, ist auch für einen Kifu-Trainer nicht verwerflich. Man muss aber nicht bereit sein, alles dafür zu tun...


    Habt Ihr schon einmal ein Kind gesehen, das aus eigenem Antrieb verlangt hat, dass die schwächeren Spieler weniger spielen sollen, um Spiele zu gewinnen? Für Kinder sind gleiche Spielzeiten eher normal. Alle anderen Ansichten und Meinungen kommen von Erwachsenen.

    Ich bin der Meinung Schusstraining muss sein bei den Bambinis.
    In der F-Jugend ist es fast schon zu spät. Wer da keinen Schuss hat, kommt kaum mit...

    Du meinst also, dass der Zug bereits abgefahren ist, wenn man bestimmte Dinge mit 6 Jahren noch nicht gelernt hat?

    @Ersatzbank
    Genau! Die Ballgröße ist der springende Punkt.
    Der 4er Ball (bei uns Standard in der G) ist vom Durchmesser gesehen nur 1-2 cm niedriger als der 5er Ball.
    Wie hoch ist das Knie eines 120cm-Kindes? Vielleicht 30 cm? Das heißt der Ball hat 2/3 der Kniehöhe.
    Nehmt Euch mal einen Ball, der 2/3 Eurer Kniehöhe als Durchmesser hat, und versucht den technisch korrekt in der Mitte zu treffen mit drüberlehnen und allem drum und dran.

    Ich bin selbst noch recht jung und kein Familienvater, weshalb ich das nicht wirklich objektiv einschätzen kann.

    Und deshalb ist es gut und lobenswert, dass Du hier die Frage stellst.

    Ist es zu viel, wenn das Kind Samstag- und Sonntagmorgen für 2-3 Stunden unterwegs ist?

    Ja - ist es.
    Um das zu verstehen, ein paar Denkanstöße aus Familienvatersicht:


    • Die Welt besteht nicht nur aus Fußball. Das gilt für Eltern, Spieler, Geschwisterkinder - aber auch für Trainer.
    • Stell Dir eine Familie mit mehr als einem Kind (sagen wir mal 2-3) vor: Alle Kinder machen Sport und alle Kinder haben Samstag und Sonntag Termine. Kannst Dir schon so vorstellen, dass man das nicht braucht.
    • Familien möchten auch mal spontan sonntags morgens entscheiden können, dass das Wetter schön ist und es heute in den Zoo geht.
    • Die Familie mit mehreren Kindern, die am Samstag in Sachen Fußball unterwegs war, muss am Sonntag all das erledigen, was sie samstags nicht geschafft hat.
    • Feiertage beinhalten ja oft Brückentage. Da möchte man auch mal spontan nach Wettervorhersage entscheiden können.


    Jetzt aber auch ein paar Tipps aus Trainersicht:

    • Vor der Saison vereinbare ich mit den Eltern auf dem Elternabend, dass es keine zwei Termine an einem Wochenende gibt. Im Gegenzug erwarte ich Zuverlässigkeit an den anderen Terminen.
    • Genau einen Feiertag blocke ich pro Saison für ein Turnier. Diesen Feiertag nenne ich schon zu Saisonbeginn.
    • In der Adventszeit gibt es max. einen Termin. Generell in der Hallensaison max. 2 Termine im Monat. Im Gegenzug erwarte ich vollen Einsatz bei unserem eigenen Turnier und Zuverlässigkeit in der Phase im Mai/Juni, in der es viele Pflichtspiele und ein Turnier über Feiertag/Brückentag gibt.
    • Kadergröße bewegt sich immer zwischen 10 und 12 Spielern im 7er-Fußball. Die Male, an denen ich in den letzten 9 Jahren Verstärkung aus anderen Mannschaften brauchte, kann ich an den Fingern einer Hand abzählen.

    Meine Angst ist nur, dass ohne Korrektur die Kinder denken sie sind auf dem richtigen Weg...nach dem Motto: der Trainer wird es mir schon sagen, wenn ich etwas falsch mache.

    Ich glaube nicht, dass Kinder so ticken. Das, was Du beschreibst, ist ja kein Defizit sondern durchaus eine altersgerechte Entwicklung.
    Was den Spieler angeht, der (mit gesenktem Kopf?) in eine Wand aus Gegenspielern dribbelt: Ist es tatsächlich so, dass seine Mitspieler den Ball mit hoher Wahrscheinlichkeit verlieren würden? Hat er den Kopf oben und sieht die Mitspieler tatsächlich? Oder sieht er sie nur, wenn Du die Situation einfrierst? Fordern die Mitspieler den Ball?


    Wäre es nicht ungerecht von dem einen Spieler mehr zu erwarten als vom anderen? Ich würde diese Frage also mit einem klaren Nein beantworten.

    Wäre es nicht ungerecht, von einem (unter-)durchschnittlich talentierten Spieler dasselbe zu erwarten wie von einem (sehr) talentierten Spieler?

    Bei Spielformen habe ich häufig das Problem, dass die Schwachen gar nichts oder kaum was machen oder recht schnell raus fliegen (wenn wir mit Ausscheidung spielen)

    Was verstehst Du unter einer Spielform? Wenn man ausscheiden kann, sind es Wettspiele - aber keine Spielformen.
    Aber zur Frage:
    Mit Verkleinerung der Gruppen kannst Du die Passiven oft aus sich heraus holen. Evt. musst Du dabei dann noch die Gruppenzusammensetzung steuern.
    Beispiel:
    https://www.trainertalk.de/fus…read/2571-drei-zwei-eins/
    Dabei habe ich noch nicht erlebt, dass jemand passiv war. Immer wieder 1:1, 2:2 oder 2:1 einbauen. Ggf. noch die +1-Variante nutzen.
    Funino ist auch eine Spielform, bei der kaum einer passiv ist.
    Dann gibt´s natürlich noch die Problematik, dass Kinder passiv sind, weil die besonders aktiven Kinder das Spiel an sich reißen. Da kannst Du ggf. durch entsprechende Gruppenzusammensetzung oder durch Provokatinsregeln steuern, dass alle eingebunden werden müssen. Letzteres wäre in einer F-Jugend allerdings nicht meine erste Wahl.

    Ich fand die meisten Reaktionen der Eltern und der Trainer für den Fussball völlig normal, daher eben unser Verbleib beim Verein.

    Findest Du das nicht selbst erschreckend? In einem solchen Umfeld haben Kinder nichts zu suchen. Zusammen mit dem Bild, das @Sir Alex von österreichischen Proficlubs (mit Ausnahmen) gezeichnet hat, steht der österreichische Kinder- und Jugendfußball bei mir jetzt in einem ganz anderen Licht...


    Liest man sich hier so durch, dann liest man immer wieder, dass nur jene es schaffen, die auch bereit sind zu kämpfen.Daher haben wir versucht unseren Jungen zu motivieren und versucht all die negativen Ereignisse "schön" zu reden.

    Damit meint doch niemand solche Situationen. Das, was Du beschreibst (ich unterstelle weiterhin, dass das alles der Realität entspricht und nichts mit Deinem Verhalten zu tun hat), nennt man wohl eher Kindeswohlgefährdung. Wer da nicht die Notbremse zieht, macht sich mitverantwortlich.
    Ferner: Die Notwendigkeit zu kämpfen, um ES zu schaffen, besteht auch hier in D noch nicht in der E-Jugend. Es spielen hier noch viele Toptalente in "normalen" Vereinen und gehen erst später in Leistungszentren. Das ergibt sich einfach schon aus räumlichen Gegebenheiten. Wer also meint, dass in der E-Jugend der Karriereweg eines Toptalents vorgezeichnet ist, irrt.

    @JJH
    Ich fasse mal zusammen:

    • Trainer sind in diesem Verein bestochen
    • Trainer saufen mit Eltern
    • Trainer gehen mit Spielermüttern ins Bett
    • Trainer behandeln Deinen Sohn ungererecht
    • Trainer kritisieren Deinen Sohn unangemessen
    • Trainer schikanieren Deinen Sohn
    • Mitspieler schneiden Deinen Sohn
    • Eltern schneiden Dich und Deinen Sohn
    • Mitspieler gehen Deinen Sohn (aus Neid?) im Training unangemessen hart an
    • Trainer tolerieren das
    • Eltern beleidigen Deinen Sohn
    • Dein Sohn hat inzwischen Schuldgefühle

    Ich gehe einfach mal davon aus, dass all das nichts mit Deinem Verhalten oder dem Verhalten Deines Sohnes zu tun hat.
    Auch wenn es sich jeweils um einzelne Eltern/Mitspieler handelt, wird doch all das vom Verein toleriert.
    Warum bleibt man bei diesem Verein? Irgendwelche Förderung ist da doch vollkommen egal. Wenn er ein Supertalent ist, macht er seinen Weg. Wenn Du Deinen Sohn nicht aus diesem Umfeld nimmst, muss man sich fragen, was bei Dir schief läuft.

    Dazu kommt dann ein Grund, der oben schon genannt ist: Längere Erfahrung bei Großfeldtrainern.


    Aus meiner persönlichen Beobachtung kommt dann noch der Grund hinzu, dass viele Trainer, die schon längere Zeit (in einer Altersklasse bzw. Großfeldbereich) tätig sind, meinen bereits alles zu wissen. ;)
    Für hier Anwesende gilt das selbstverständlich nicht - sonst wären sie hier ja nicht anwesend.

    Inzwischen sprechen auch Eltern offen davon, das bei diesem Jungen Geld im Spiel ist.


    Worum es mir geht:
    Ich habe generell kein so großes Vertrauen in die Ehrlichkeit in den Vereinen. Vor allem wenn ich sehe welche Jungs spielen,
    deren Mamas mit den Trainenr ins Bett hüpfen oder deren Eltern mit den Trainern ständig am Saufen sind.

    Du sprichst von einem Bundesligisten...? Also von einem NLZ der deutschen Top-18 (meinetwegen auch Top-36)-Vereine?
    Sämtliche Trainer im Grundlagenbereich dieses Vereins werden mit Geld, Alkohol oder sonstigen Dienstleistungen bestochen?
    Was macht Dich denn so sicher, dass im Jahrgang höher die Mannschaftsaufstellung nicht auch auf der Bettkante ausdiskutiert wird? Wenn das alles so ist, wäre es nicht mein Hauptproblem, ob mein Sohn auch mal auf der 10 spielen darf...

    Ich befürchte ich kann zukünftig meinem Sohn nicht mehr jenes Wissen weitervermitteln was er für eine positive Entwicklung benötigt.

    Das verstehe ich jetzt nicht. Bist Du sein Trainer im NLZ?
    Wenn ja: Warum bist Du im NLZ, wenn Du das nicht kannst?
    Wenn nein: Warum solltest Du ihm das Wissen vermitteln (btw. Fähigkeiten sind für einen 10-jährugen Fußballer wichtiger als Wissen)? Das ist Aufgabe seines Trainers.

    Der Junge würde in unserer F2 altersmäßig und auch von seinem Leistungstand her viel besser reinpassen. Aber die Eltern wollen sich mit ihrem Kind lieber im Ruhm unserer glorreichen F1 aalen, auch wenn ihr Kind da praktisch überhaupt keine Rolle spielt. Aber ihr Junge ist halt auf dem Mannschaftsfoto mit dem schönen Siegerpokal mit drauf, das ist das wichtigste

    Und wieso kommen die Eltern damit durch...?
    Und deswegen auch @Libra: Ihr habt Euch für eine bestimmte Vorgehensweise entschieden. Lasst Euch das nicht von einzelnen Eltern zerreden. Wenn Ihr jetzt Kompromisse schließt, kommen die nächsten Eltern, denen etwas nicht passt. Ihr habt Gründe, warum Ihr es macht, wie Ihr´s macht. Die kann man erklären - mehr nicht.

    Jetzt hat er nach 2 Jahren mal wieder eine Krise und grübelt darüber nach in seinen alten Verein zurück zu gehen.


    Die jetzige Mannschaft ist auseinander gedriftet und kein Team mehr, seine Motivation hat daher nachgelassen.


    In letzter Zeit hat er sich mit seinen alten Klassenkameraden zum Bolzen getroffen und wieder Sehnsucht bekommen.


    Diese ganze Story hatten wir 2015 schon mal und da hat er sich durchgekämpft und ist im Leistungsverein geblieben. Da wollte er schon komplett Fußball hinschmeißen (siehe meine vorherigen Beiträge)

    Ich hab mal ein paar Zitate aus Deinem Text zusammengestellt. Bist Du sicher, dass Dein Sohn im Leistungsfußball richtig aufgehoben ist? Könnte es sein, dass ihm andere Dinge im Fußball wichtiger sind, als möglichst hoch zu spielen? Ich hab mal Deine Berichte von 2015/2016 überflogen. Dauerhaft wohlgefühlt hat er sich offensichtlich nie - und das in einem Alter, in dem ihm abseits des Fußballs noch 1.000 andere Dinge durch den Kopf gehen.

    Ich bin auch ganz ehrlich: Mein Sohn nimmt Nachteile oft extremer wahr als andere. Das gleiche ich aus indem er auch Bevorzugungen bekommt - und da soll mir mal einer kommen und sich beklagen! Solange ich das ehrenamtlich mache, kommt family first! Bin ich knallhart und stehe dazu.

    Einen Gefallen tust Du Deinem Sohn damit langfristig nicht.


    Ich habe einige Zeit meinen ältesten Sohn trainiert, ein paar Jahre Mannschaften ohne eigene Kinder, eine kurze Zeit meinen jüngsten Sohn und dann wieder ohne eigene Kinder.
    Zu Anfang habe ich noch einige Fehler gemacht, die hier auch beschrieben wurden. Mein Ältester hatte eher Nach- als Vorteile. Jahre später (inzwischen interessiert er sich selbst für´s Trainergeschäft) habe ich ihn gefragt, inwiefern er das wahrgenommen hat. Er hatte es gar nicht bemerkt. Das ändert aber nichts daran, dass es im nachhinein betrachtet ungerecht war.
    Die Zeit ohne eigene Kinder in der Mannschaft war dann sehr entspannend. Als ich meinen jüngeren Sohn trainierte, ist es mir gelungen, ihn 100% so zu behandeln wie die anderen. Einziger Unterschied war, dass er mit mir zum Training und Spiel fuhr. Ich bin auch jetzt mit einiger Zeit Abstand überzeugt, dass mir das gelungen ist. Ich bin aber auch sicher, dass das wegen der vorherigen Erfahrungen als benachteiligender Vatertrainer und als Nicht-Vater-Trainer gelungen ist. Wer sich also weiter entwickeln will, sollte auch zu diesem Thema unterschiedliche Erfahrungen sammeln. Wie im echten Laben...
    @Ersatzbank Deine Bevorzugungen werden von außen eher wahrgenommen als die Nachteile, die er hat. Trainerkinder, deren Bevorzugungen von der Mannschaft wahrgenommen werden, haben schnell Probleme in der Anerkennung ihrer Mitspieler. Mit zunehmenden Alter lacht man hinter ihrem Rücken.


    Was die Qualität der Nachfolger angeht: Wir sind doch alle davon überzeugt, dass es niemand so gut kann wie wir selbst ;) . Wer erlebt hat, dass seine eigenen Methoden zerredet werden, der überlegt sich, ob er die Methoden anderer zerredet... Ich war und bin auch nicht immer mit dem einvertanden, was die Trainer meiner Söhne machen. Und andere sind nicht immer einverstanden mit dem, was ich mache. So ist das halt...

    Leider gehen häufig gute Vatertrainer nach Qualifizierung immer mit Ihren Kindern hoch in D- bis A-Jugend, qualifizierte Trainer im G- bis E-Jugendbereich fehlen...

    Ist auch meine Beobachtung, dass viele Trainer den Kinderfußball verlassen, wenn sie verstanden haben wie Kinderfußball richtig funktioniert.

    Nun meine Frage: Greift bei der F-Jugend (U8) auch draußen die Regel, dass man den Ball nicht direkt über die Mittellinie schlagen darf?Ich kann im Internet nichts finden, das diese Regel draußen gilt.

    Wenn es diese Regel bei Euch gibt, findest Du sie in der Ausschreibung Deines Kreises.


    Bei uns gibt es diese Regel beim Torabstoß so, dass der Ball in der eigenen Häfte aufkommen (aber nicht berührt) werden muss. Beim TW-Abschlag gibt es diese Regel nicht.