Beiträge von Follkao

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    Und ich dachte direkt "hey cool, an dem Tag haben wir noch nichts vor".

    ...und genau das ist das Thema: Man muss nicht jeden freien Time-Slot für Fußball nutzen. Gerade Turnierteilnahmen können doch den ganzen Tag blockieren.
    Weniger ist da mehr. I.d.R. spiele ich 1-2 Highlight-Turniere in der Frühjahrssaison und das war´s dann.

    Ein weiteres Mal muss ich diesen 2 Jahre alten Thread rausholen. Dieses Mal habe ich allerdings von einer überraschenden Entwicklung zu berichten. Ich war in diesem Frühjahr wieder in NL zu Turnieren unterwegs. Das Bild war wie gehabt: Große Plätze, Torabstoß aus der Hand, ohne Rückpassregel, Spieleröffnung ausnahmslos über lange Bälle, robust geführte Zweikämpfe ein paar Meter hinter (!) dem Ball.


    Nach einem Gespräch mit dem Organisator eines großen Turnieres fragte ich mich allerdings, ob der KNVB (Koninklijke Nederlandse Voetball Bond) hier heimlich mitliest...
    Er fragte mich, was ich von den Platzgrößen in NL bei E- und D-Jugend hielte. Ich erzählte ihm dann, welche Nachteile ich sehe und wie wir es in Deutschland machen.
    Tja... Und genau so macht´s der KNVB ab nächster Saison auch... Wie bei uns 2000 wurde man auch hier erst durch den Zustand der Nationalmannschaft auf die Missstände in der Ausbildung aufmerksam. Man hatte gemerkt, dass Spieler mehr und mehr Probleme hatten, Situationen technisch zu lösen. Man schaute dann nach Süden und Osten und stellte fest, dass man in Belgien und Deutschland seit geraumer Zeit andere Wege ging.
    Sicherlich ist die Verkleinerung der Spielfelder nicht die einzige Maßnahme.
    Nicht desto trotz: @TW-Trainer - falls Du Kontakte zum KNVB hast, kannst Du ihnen mitteilen, dass ich ihre Probleme schon vor zwei Jahren gesehen habe. Für einen Beratervertrag wäre ich ggf. zu gewinnen. Einzige Bedingung ist, dass ich nix Oranges anziehen muss. :D

    Aber ich glaube nicht dass die Eltern, um die es geht mehr machen würden oder sich engagieren würden.

    Dann werden halt einige Dinge in Zukunft nicht mehr gemacht.
    Weihnachtsfeier mache ich z.B. gar nicht. Saisonabschluss findet nur statt, wenn die Eltern ihn organisieren.
    Wenn Du Deine Camps weitermachen willst (btw: Herbst oder Ostern reicht auch, beides ist zu viel), kannst Du sie ja nur stattfinden lassenm, wennn die Eltern sich um alles nicht-fußballerische kümmern. Wenn das keiner machen will, gibt's halt kein Camp.

    Nun die Frage, ist es normal, dass der Akku zum Ende der Saison nachlässt. Kennt ihr das auch?

    Ja.
    Das ist normal. Und deswegen will ich in der Sommerpause auch immer 4 Wochen frußballfreie Zeit haben.


    Aber abgesehen davon: Du machst zu viel.
    Da sind 'ne Menge Themen bei, die auch die Eltern (oder der Verein) übernehmen könnten. Du siehst ja, dass die Eltern das schnell als selbstverständlich ansehen.
    Meine Empfehlung:
    Programm runterfahren. Gründe per Elternabend/Mail/WhatsApp (je nach Erreichbarkeit) erläutern. Fragen, wer diese Themen übernehmen will.

    Kann er fußballerisch mithalten und passt es von der geistigen Reife?

    Exakt das sind die Fragen, die Ihr beantworten müsst. Wir mischen die Jahrgänge innerhalb einer Altersgruppe grundsätzlich. Man darf sich da nicht unbedingt am Geburtsdatum festbeißen.
    Ich denke momentan ernsthaft darüber nach, einen 2009er in der nächsten Saison in der E1 spielen zu lassen. Fußballerisch passt das; ob seine Persönlichkeitsentwicklung das zulässt, muss ich noch entscheiden.

    @Follkao
    Eben. Das ist der Unterschied. Du lässt sie machen und sie erkennen von selber, dass sie mit langen Bällen überspielt werden. Hier ist aber doch die Frage, ob man ihnen das als Marschrichtung vorgeben sollte. Sprich vorne zustellen kommt vom Trainer. Das ist eine taktische Vorgabe. Darauf in dieser Altersklasse von mir ein klares Nein.

    Da stimme ich weitestgehend zu. Hohes Zustellen ist aber nicht unbedingt eine taktische Vorgabe des Trainers. Zum hohen Zustellen muss man Kinder oft nicht "zwingen", sondern eher einen Prozess in Gang bringen, darüber nachzudenken.
    In der E geht es ja auch um einfache (!) taktische Tipps. Ruhende Bälle sind da der beste Anfang, da Kinder dort am ehesten wiederkehrende Muster erkennen. Dann muss man "nur" noch erarbeiten, welche Möglichkeiten es gibt, darauf zu reagieren.

    Bei einem 15er Kader (, den Du z.Zt. noch gar nicht hast) kannst Du kaum 2 Mannschaften melden. An einem Wochenende (nicht an einem Tag) doppelt zu spielen, kan man mal machen - aber bestimmt nicht regelmäßig über eine Saison. Damit provozierst Du Ärger mit den Eltern. Bei einem 15er Kader würde ich ich drei 5er-Gruppen bilden, die jeweils jedes dritte Spiel aussetzen.

    Thema ist doch: Zustellen bei einer E. Richtig ? Also ich sag meinen Spielern vorne: Ihr stellt zu. Das ist eine taktische Vorgabe richtig ? Ich möchte den Spielaufbau des Gegners verhindern und Angriffspressing spielen. Das ist Mannschaftstaktik.

    Sehe ich etwas anders. Fast alle meine E-Jugenden haben von sich aus vorne zugestellt. Das ist ersteinmal ein relativ normales Verhalten in der Altersgruppe. Zu Saisonbeginn nehme ich das zur Kenntnis und warte ab bis es durch lange Bälle des Gegners in die Hose geht. Seit wir die Plätze verkürzt haben dauert das nicht lange.
    In der Halbzeit reden wir dann drüber: Wie haben wir die Tore kassiert (oder Torchancen zugelassen)? Was ist daran gefährlich? Wie kann man das verhindern? Die Kinder kommen dann von selbst drauf, dass man viele dieser Bälle gewinnt, wenn man 5m tiefer steht.
    Ich finde das Zustellen an sich nicht verwerflich, da es normales kindliches Verhalten ist.

    Warum also immer Freunde mit aller Macht trennen?

    Ich gebe Dir mal ein Beispiel: Ich kenne zwei Jungs, die beste Kumpels sind. Der eine ist im Dezember geboren; der andere im darauffolgenden Januar. Im Grunde sind sie also nur 6 Wochen auseinander. Der Ältere spielt in einem sehr starken Jahrgang. Im 2. Jahr spielt er meistens in der Ersten. Der Jüngere spielt in einem eher schwachen Jahrgang. Deswegen spielt auch eher im 2. Jahr in der Ersten. Fußballerisch liegen zwischen diesen beiden Jungs Welten. Auf absehbare Zeit werden die beiden nicht gemeinsam in einer Mannschaft spielen. Sie sind trotzdem beste Kumpels.


    Hängen Freundschaftem davon ab, ob man wöchentlich 2 x 90 Min Training und ein Spiel zusammen verbringt?
    Meine Kinder haben sogar Freunde, die gar nicht Fußball spielen...

    Wer Mannschaften leistungshomogen einteilt, trennt keine Freunde. Er lässt sie nur in unterschiedlichen Mannschaften Fußball spielen. Und wenn ein E1-Kandidat unbedingt mit seinem besten Freund in der E4 spielen will, darf er das natürlich. Will aber keiner.


    Wichtige Voraussetzung für diese Vorgehensweise ist aber, dass der Verein über mehrere Jahrgänge eine Mindestgröße hat, die eine solche Vorgehensweise sinnvoll macht.

    Bisher haben wir es so gemacht, dass wir alle Kinder (ca. 20) gemeinsam trainieren und am Wochenende in zwei Mannschaften spielen lassen, damit auch wirklich ALLE ordentliche Einsatzzeiten bekommen können.

    20 Kinder sind im Kleinfeldbereich zwei Mannschaften.
    Insofern wäre der Cut der logische und klare Schritt. Eine Einteilung in zwei weitestgehend leistungshomogene Mannschaften macht aus rein fußballerischer Sicht (!) Dir und den kleinen Fußballern das Leben leichter.
    Aber wie verkaufe ich's den Kindern und besonders den Eltern der dann schwächeren Mannschaft? Über die Für-und-Wider-Argumente findest Du hier reichlich Threads.
    Ein ganz wichtiger Punkt für mich: Einigt Euch im Verein auf eine grundsätzliche Vorgehensweise in solchen Fällen. Wenn Ihr das eine Jahr so und das andere Jahr anders entscheidet, müsst Ihr immer wieder Diskussionen führen.

    Genau diese Alibibewegungen sind bei uns das Problem. Wir spielen ein 2-1-2-1-System, d.h. die Verteidiger stehen beim Abstoß breit außerhalb des 16ers und sind meistens gedeckt.


    Daher versuchen wir durchs Zentrum auf den zentralen Mittelfeldmann zu eröffnen.


    Das Problem sind aber die offensiven drei, die sich leider nur selten so anbieten, dass sie wirklich anspielbar sind.

    Dein Problem ist nicht das hohe Zustellen. Im Grunde kann Dein TW nur noch einen Ball spielen, weil Deine (zugestellten) Verteidiger breit stehen. Das führt aber auch dazu, dass bei einem Ballverlust das Zentrum frei ist. Ich finde ein 2:1:2:1 unsinnig. Der Platz im 7er Fußball ist so kurz - wozu sollte man da 4 Linien staffeln? Die Grundformation wird im Kleinfeldbereich zu oft überbewertet. Bei Dir führt sie aber dazu, dass sich 2 Spieler nicht am Spiel beteiligen. Ist das unabhängig davon, wen Du auf diesen Positionen spielen lässt? Ich gehe davon aus, dass Du die Positionen durchtauschst.

    Grundsätzlich ist der lange Ball eine Option. Wer den langen Ball rigoros verbietet, beraubt sie einer Option. Mögliche Optionen auszuschließen, geht meines Erachtens zu Lasten der Spielintelligenz.
    Die Kunst ist für mich nicht der lange Ball oder die kurze Spieleröffnung, sondern zu erkennen, welche der beiden Lösungen in dieser Situation die Richtige ist.
    Wenn der TW einen Ball abfängt und den Raum vor einem Offensiven sieht, dann darf er den Ball da doch reinspielen. Wir wollen dem TW doch auch offensives Denken beibringen.
    Ist es nicht eher so, dass der Gegner mit dem hohen Zustellen aufhört, wenn man ihn ein paar Mal mit einem langen Ball in Bedrängnis gebracht hat? So gesehen sorgen ein paar eingestreute lange Bälle eher dafür, dass ich das Spiel wieder kurz eröffnen kann.

    Naja... Ich kenne reichlich gute bis sogar auffällige Spieler, die erst in der F- oder E-Jugend mit dem Fußball angefangen haben.
    Ich kenne sogar Juniorennationalspieler und Verbandauswahlspieler, die erst in der D-Jugend mit dem Fußball begonnen haben.