Beiträge von Ranwie

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    Zunächst mal würde mich interessieren auf welcher Feldgröße ihr spielt? Die Vorgaben bei uns sind ca. 70x50m. Spielt man von 16er zu 16er, muss man eigentlich in der Breite abstecken. Viele machen das aber nicht und spielen über die komplette Feldbreite, was oft einem 70x70 entspricht. Bei einer Breite von 70m wird man kaum noch eine Dreiherkette spielen können. Aber das nur am Rande.


    3:2:3 und 3:4:1 sind für mich unterschiedliche Ausprägungen des gleichen Systems. Das 3:2:3 in der Offensive wird idealerweise zum 3:4:1 in der Defensive, in dem die beiden Außenstürmer mit nach hinten rücken. Andersherum wird ein 3:4:1 in der Offensive zum 3:2:3, wenn die äußeren MF-Spieler mit nach vorne rücken. Also im Grunde kein großer Unterschied.


    Bei einem 4:1:3 hängt der 6er ziemlich alleine, insbesondere wenn du mit 3 Stürmern Pressing spielst. Wird deine vordere 3er-Reihe überspielt, steht der 6er im Mittelfeld i.d.R. in Unterzahl. Also muss vermutlich häufig einer der IVs vorrücken, um den 6er zu unterstützen. Dann wiederum müssen die AVs nach innen rücken. Letztlich kommt man dann wieder beim 3:2:3 aus. Gerade wenn man vorne draufgeht, halte ich es für wichtig, 2 Spieler hinter der Sturmreihe zu haben. Spielst du verhaltener und lässt dich zurückfallen, sieht es anders aus. Allerdings wird deine Formation dann automatisch zum 4:4:0, 4:3:1 oder 4:2:2.


    Generell ist mir persönlich eine 4er-Kette bei 8 Feldspielern zu defensiv. Es ist auch fraglich, ob es Sinn macht mit 4 Verteidigern zu spielen, wenn der Gegner nur mit einem oder 2 Stürmern antritt.

    Ranwie
    Leider muß ich dir da rechtgehen, denn früher gab es weitaus mehr Sportarten im Fernsehen als heute. Nicht umsonst heißen die Sendungen mit langer Tradition "Sportschau" oder "aktuelles Sportstudio". Dort gab es früher jede Menge aus anderen Sportarten zu sehen. Regelmäßig und ausführlich wurde z.B. über die Leichtathletik berichtet. Heute gibts meist nur noch kurze Clips über die Amateursportarten im "Sport aus aller Welt".

    Auch auf die Gefahr hin, noch einmal von eigentlichen Thema abzuweichen, möchte ich hier doch gerne widersprechen.


    Ich erinnere vor allem "den Galopper des Jahres". Pferdesport war mal ein großes Thema in der Sportschau, aber auch nur weil es ein Steckenpferd des damaligen Sportchefs war. Dennoch glaube ich, dass unser Blick ein wenig verklärt ist. Denn genau genommen können wir heute sehr viel mehr und ausführlicher andere Sportarten gucken als früher, schon allein durch die 2 in Deutschland frei verfügbaren Sportkanäle. Insbesondere Eurosport ist das sehr breit aufgestellt. Neben Fußball gibt es u.a. regelmäßig Radsport, Motorsport, Kampfsport, Segeln, Beach-Volleyball, Basketball, Handball, Eishockey, Darts, Snooker, Golf, Leichtathletik, Boxen, Tennis, Springreiten, sämtliche Wintersportarten und selbst so "Exoten" wie Turnen, Wasserspringen oder Kanu. Vielleicht nicht ganz die Breite von Olympia aber doch sehr viel mehr als wir früher zu sehen bekamen. Die Sportschau fokussiert zwar möglicherweise stärker auf Fußball als früher, wer möchte, kann aber heute fast den ganzen Tag Sport gucken ohne dass Fußball dabei ist. Auch die öffentlich rechtlichen berichten m.E. in der Summe sehr viel breiter und ausführlicher. Ich kann mich z.B. nicht erinnern, dass früher Live-Bilder einer Basketball-EM oder Schwimm-WM übertragen wurden. Auch in den dritten Programmen gibt es Sportsendungen, die oft sehr ausführlich von regionalen Traditionsveranstaltungen, wie z.B. dem Chio in Aachen, berichten.


    Der "Aufwand" ist im Verhältnis zum "Ertrag" viel zu hoch (Zeit, schulische Belastung, keine Aussicht auf eine Profikarriere) und der sportliche Wert ist zweifelhaft, da es keine erspielte Spielklasse ist sonder man seine Mannschaft einfach melden kann.

    Das sind für mich die zwei wesentlichen Aussage.
    TW-Trainer. du magst recht haben, dass in anderen Sportarten im Leistungssport auch ein enorm hoher Zeitaufwand in Kauf genommen wird, obwohl der zu erwartende "Ertrag" gering ist. Dennoch ist es eine persönliche Entscheidung jedes einzelnen Aktiven. Wenn der Stabhochspringer für einen Wettkampf 16 Stunden unterwegs sein muss, kann er entscheiden das zu tun oder nicht. Bei einem Mannschaftssport kann die Entscheidung innerhalb eines Teams aber sehr unterschiedlich ausfallen. Entscheiden sich nur 5 von 20 Spielerinnen dagegen, ist die Rest-Mannschaft vielleicht sportlich gar nicht mehr wettbewerbsfähig oder es stehen am Ende in dieser Bundesliga eben nicht die besten Spielerinnen auf dem Platz, womit wiederum der sportliche Wert infrage steht. Mädchenfußball ist immer noch "nur" Hobby, auch im Leistungssport. Wenn eine Spielerin oder ein Trainer entscheidet, einen derart hohen Zeitaufwand nicht auf sich nehmen zu wollen, ist das doch legitim.


    Trainer und Team haben das Fussballspiel als Event gesehen, denn üblicherweise zählen Freizeitaktivitäten am Rande eines Spiels nicht zum Zeitaufwand. Auch bei den Jungen ist es so, das in den obersten Ligen nicht mehr alle Spieler aus dem Vereinsort kommen. Weshalb soll das bei den Mädchen anders bewertet werden?

    Weil sie es tun. Wenn die Aktiven selber es anders bewerten, wer soll ihnen das vorwerfen? Der DFB hat sich etwas ausgedacht, mit einer ganz bestimmten Zielsetzung. Die Zielrichtung wird erklärt mit "Verbesserung der Förderung im Mädchenfußball", eigentliches Ziel ist aber die "Etablierung der Frauen-Nationalmannschaft in der Weltspitze". Das dient erstmal nicht den Aktiven sondern primär dem Verband. Nun sollen die Aktiven bitteschön alle mitmachen. Die wollen aber scheinbar nicht, weil der Aufwand von vielen als "unverhältnismäßig" bewertet wird.


    Die Situation bei den Jungs ist grundlegend anders und daher auch nicht vergleichbar. Es gibt bei den Jungs viel mehr talentierte Spieler. Wenn einer nicht will, warten schon 10 andere. Bei den Mädchen wird die Luft schnell dünn, wenn einige gute sich den Aufwand nicht antun wollen. Zudem sind die Vereine, in denen hochklassig Jungen- bzw. Mädchenfußball gespielt wird nicht die gleichen. Sind es bei den Jungs vorrangig große etablierte Vereine, so sind bei den Mädchen viele Vereine dabei, deren Namen man kaum kennt (siehe SuS Timmel). Strukturen und finanzielle Mittel sind völlig unterschiedlich. Es ist m.E. daher schlichtweg nicht möglich, den Mädchen die Organisation aus dem Jungenbereich überzustülpen.


    Auch muss man berücksichtigen, dass die Investition für die Vereine in Jungen und Mädchen sich ganz unterschiedlich "auszahlt". Ein Junge, der es in eine höhere Liga schafft, erwirtschaftet für den Verein möglicherweise einmal eine Ablösesumme, die die Aufwendungen für die Ausbildung refinanziert oder sogar Gewinn bringt. Der gleiche Aufwand kann bei den Mädchen nicht betrieben werden, weil es kaum eine Refinanzierung gibt und der Aufwand damit schnell die Substanz der (kleineren) Vereine angreifen würde. Daher finde ich, kann man auch vielen Vereinen keinen Vorwurf machen, wenn sie nicht mitmachen wollen. Das würde möglicherweise anders aussehen, wenn der DFB das Portemonnaie aufmachen und Vereine wie Spielerinnen finanziell stärker unterstützen würde.


    Wer entscheidet darüber, welchen Wert eine Sportart hat?

    Mir ist nicht ganz klar, was du mit dieser Frage meinst? Kannst du das präzisieren?

    Deshalb möchte ich gerne die Frage zurück geben: sind es wir Sporttreibenden und -interessierten, die letzendlich entscheiden darüber entscheiden, was eine Sportart wert ist oder sind es schon die Sponsoren, die das (für uns) machen?

    Letztlich entscheiden wir Sportinteressierte ja. Die Medien und Sponsoren reagieren nur. Ist ja auch nicht so als hätten andere Sportarten keine Sponsoren, aber die Mittel sind nun mal da am größten wo das Zuschauerinteresse an größten ist. Die Abstimmung mit den Füßen hat aber wohl gezeigt ja, dass Frauenfußball in Deutschland nicht das große Zuschauerinteresse hervorruft. Andere Sportarten würden sich sicherlich wünschen, nur einen Bruchteil der Mittel zur Verfügung zu haben, die der DFB in die Förderung des Frauen- und Mädchenfußballs gesteckt hat. Genutzt hat es dennoch nichts. Zumindest ist das aber für mich ein Beleg dafür, dass nicht unbedingt das Geld darüber entscheidet, welche Sportarten vom Zuschauer gerne angeschaut werden.

    Ist denn Euer Versuch, den Ball möglichst über die Außenverteidiger nach vorne zu bringen, nicht auch schon eine taktische Maßnahme? Insofern ist die Trennung immer schwer.

    Man kann das durchaus so sehen. Deshalb ja auch meine Frage wo's anfängt.

    Diese Spielweise kann übrigens auch ein Ergebnis der kleinen Spielfelder sein. Bei uns spielt die E-Jugend 7+1 auf Halbfeld. Einen Ball von Tor zu Tor bekommt da kaum ein 10-Jähriger hin.

    Stimmt, wobei auch bei einem Kleinfeld kein Feldspieler von Tor zu Tor schießt. Wäre dem so, könnte man sich kaum bis zur Mittellinie zurückziehen, weil man von dort bereits mit Torschüssen rechnen müsste und unser Torwart ist verdammt klein. ;)


    Was die Feldgröße angeht, ist aber mein Eindruck eher: je länger das Feld, desto größer die Versuchung die Distanz mit einem langen Ball zu überbrücken, jedenfalls solange die Spielerzahl konstant bleibt. Die Angreifer haben auf einem großen Feld eine höhere Chance einen langen Ball noch zu erreichen, bevor der Torwart ihn hat oder der Ball ins Aus geht. Zieht man sich auf dem Kleinfeld bis etwa zur Mittellinie zurück, hat man ja nicht nur mehr Spieler hinter dem Ball, sondern erzielt außerdem den Effekt, dass lange Bälle, die nun 15 bis 20 Meter weiter vorne abgeschossen werden, sehr schnell "zu lang" werden und beim Torwart oder im Aus landen. So war es in den letzten Spielen zumindest zu beobachten. Mannschaften, die nur mit langen Bällen den Erfolg suchen, sind damit im wahrsten Sinne des Wortes praktisch chancenlos.

    Kontrolliert von hinten heraus zu spielen, funktioniert natürlich nur, wenn die vordere Reihe mitspielt, sprich sich in Passreichweite anbietet. Wenn die Reihe gewohnt ist, vorne auf lange Bälle zu warten, haben die Verteidiger keine Chance. Es erscheint zwar viel leichter lange Bälle zu schlagen, deren Wirkung lässt aber mit wachsender Ballsicherheit des Gegners nach. Da die wenigsten E- oder D-Jugendspieler einen wirklich gut getimeten (schreibt man das so?) Flugball spielen können, ist eine Abwehr nur solange auszuhebeln, wie die Verteidiger große Schwächen bei der Verarbeitung hoher Bälle haben. Sobald die Ballannahme und das Kopfballspiel sich verbessert, werden die langen Bälle zunehmend wirkungsloser. Erst recht, wenn auch noch der Torwart mitspielt. Wer zu lange auf diese Strategie setzt, wird m.E. in der D-Jugend Problem bekommen, zumal dort auch noch Abseits dazu kommt. Daher ist man sicherlich gut beraten in der E auf eine solche Spielweise zu verzichten und lieber die ein oder andere Niederlage hinzunehmen...

    Stone: ein gutes Beispiel dafür, wie eine gut gemeinte Regel zur Eindämmung "eines Übels", gleich zum nächsten führt, weil man nicht weiter gedacht hat. Logischerweise erreicht auch diese Regel nicht ihr Ziel, da das totale Zustellen der Anspielstationen einen kontrollierten Spielaufbau ebenso im Keim erstickt wie ein langer Abschlag. Das Fehlen der Option "langer Abschlag" macht es aus meiner Sicht für Trainer, die nur auf Ergebnis spielen, sogar noch einfacher. Eine eindeutige Verschlimmbesserung.


    Bei uns spielt man ab E-Jugend mit Flachabstoss nach Toraus. Da aber die Rückpassregel in der E noch nicht zur Anwendung kommt, wird der Ball oft einem Verteidiger über 50 cm zugespielt, der ihn dann zum Torwart zurück tippt, damit der aus der Hand abschlagen kann. Manche Torhüter können daher in der D-Jugend kaum einen vernünftigen Flachabstoss. Dort aber gilt die Rückpassregel, so dass sich das Spielchen dergestalt fortsetzt, dass dann ein Verteidiger die Flachabstöße ausführt. :wacko:

    Wer Frauenfussball ohne vernünftiges Marketing betreibt, der wird diese Abteilung mit Kosten (wenn auch Geringen) betreiben. Daran sind nicht allein die Vereine schuld, sondern auch der DFB, der zu wenig Ansprengungen unternimmt, diesen Sport publikums- und damit medienwirksam zu präsentieren. Ich glaube aber, das sich das ändert, wenn die Herren, die bis 1970 noch dafür gestimmt haben, das Frauen keinen Fussballwettkampf dürfen, von der Bühne verschwunden sind.

    Ich habe so meine Zweifel, dass sich durch das Aussterben der alten Herren für den Frauen-Fußballs viel ändern wird. Das geringe öffentliche Interesse liegt m.E. nicht an fehlendem Marketing, sondern vor allem daran, dass der Frauenfußball immer im Wettbewerb mit Männerfußball stehen wird und im Vergleich der Attraktivität dieser beiden Sportarten nur verlieren kann. Es mag weder fair noch sinnvoll sein, Männer- und Frauenfußball zu vergleichen, dennoch haben viele Zuschauer, die den Männerfußball wegen seines Tempos und seiner Dynamik schätzen, am Frauenfußball wenig Freude. Ich persönlich habe die Frauen-Fußball-WM genauso am Rande wahrgenommen wie z.B. eine Handball-WM der Männer. Beides "packt" mich einfach nicht so wie Männer-Fußball. Daran wird auch verstärktes Marketing nichts ändern.


    Das relativ breite Interesse am Frauenfußball konnte ohnehin nur geweckt werden, weil die Nationalmannschaft jahrelang überaus erfolgreich war. Bleiben die Erfolge aus, kehrt sich auch die breite Masse wieder ab, weil nicht der Sport an sich fasziniert, sondern der Erfolg. Siehe Biathlon, Skispringen, Tennis, Basketball. Alles Sportarten, die mit dem Erfolg deutscher Mannschaften oder Spieler einen Hype erleb(t)en, um dann wieder auf "normales Maß" zurück zu fallen. Dem Frauenfußball wird es vermutlich genauso ergehen. Das kann man beklagen oder akzeptieren. Letztlich muss man sich aber die Frage stellen oder gefallen lassen, ob verstärkte Investitionen in den Frauenfußball (für Vereine und Verband) überhaupt die Chance haben zum gewünschten Erfolg zu führen oder ob schlicht die Zielsetzung langfristig unrealistisch ist.


    Ich stelle mal die provokante Frage, ob es überhaupt Sinn macht, anzustreben, den deutschen Frauenfußball dauerhaft in der Weltspitze zu halten, wenn es im eigenen Land im Grunde nur wenige interessiert? Die dafür notwendigen Mittel kann der Frauenfußball offenbar selber nicht erwirtschaften. Das geht anderen (Rand)-Sportarten ebenso. Auch beim Volley- oder Basketball gehört Deutschland nicht zur Weltspitze und jeder akzeptiert, dass dies so ist, weil das Zuschauerinteresse und auch die finanziellen Mittel im Vergleich zu anderen Nationen gering ist. Ich frage mich ein wenig, warum wir das nicht auch beim Frauenfußball akzeptieren können?

    Das ist bei mir generell auch so. Zwar sind alle halbwegs in der Lage ihre Positionen (ob nun weiter vorne oder etwas zurück gezogen) zu spielen, aber es gelingt nur den Besten nach der Balleroberung schnell und präzise nach vorne zu spielen. Dennoch ermutigen wir alle Spieler Situationen spielerisch zu lösen und den Ball nicht einfach wegzudreschen. Das geht zwar immer mal ins Auge, aber je häufiger es klappt, desto mehr Sicherheit bekommen die Spieler. Da wundert man sich manchmal selber, wie "abgezockt" die Jungs in mancher Situation schon agieren.

    wie soll eine vernünftige Änderung erfolgen, wenn die handelnden Personen vor Ort sich nicht verändern.
    das ist mein Problem und darauf berufen sich meine Fragen.

    Bei uns wurde zu Beginn der Saison in die Durchführungsbestimmungen aufgenommen, dass Eltern bei Jugendspielen nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. Dies erfolgte auf ausdrücklichen Wunsch der Vereine, da diese sich erhofften, mit einer offiziellen Anweisung leichter "gegen Eltern vorgehen" zu können. Sicherlich versteckt man sich hier hinter einer Anweisung, anstatt zu überzeugen, aber das Ergebnis ist erstmal das gleiche. Manche Eltern fragen, warum das so jetzt ist und bekommen sicherlich unterschiedliche Antworten. Manche Trainer werden schlicht sagen, es sei Vorschrift, andere werden den Grund dahinter erklären. Ein Teil der Eltern wird das verstehen, ein Teil wird es für blöd halten. Am Ende wird aber das Ziel erreicht: die Eltern stehen nicht mehr auf dem Platz. In 4 oder 5 Jahren wird danach keiner mehr fragen, weil es halt so ist. Man kann kritisieren, dass jederzeit die Gefahr besteht, dass solche Regeln wieder unterlaufen werden, wenn die Grunde dafür nicht bekannt sind. Diese Gefahr besteht aber auch, wenn die Gründe bekannt sind und nicht akzeptiert werden. Man wird aber nicht bei jedem Akzeptanz erreichen können. Aber auch wenn sich die Personen "innerlich" vielleicht nicht ändern, so müssen sie dennoch lernen damit zu leben.


    Ähnlich verhält es sich mit der FPL. Ich wundere mich, dass du dich so massiv dagegen sträubst, wo du doch den Grundgedanken unterstützt. Die FPL ist geeignet, bestimmt Mißstände abzustellen oder zumindest zu verbessern. Wie viel sie in den Köpfen bewegt, sei dahingestellt. Man darf da aber sicherlich auch auf die Wirkung des "steten Tropfens" bauen. Einige werden sofort verstehen, warum es geht und es gut finden. Andere werden etwas länger dafür brauchen. Und ein Teil wird es immer ablehnen. Dennoch wird auch dieser Teil gezwungen sein, sich damit zu arrangieren. Genau wie Kinder im FPL-Alter noch formbar sind, so sind das auch die Trainer. Meist sind es Neulinge, die als Spielerväter gerade eingestiegen sind. Insofern sind sie - zumindest in das meine Erfahrung - meist ganz interessiert, wenn ich ihnen "vom Kifu erzähle". Skepsis ist da deutlich seltener als Verständnis und Interesse. Auch bei Eltern ist es nicht viel anders. Gerade beim Übergang von den Bambini (bei uns kein Spielbetrieb) zur F-Jugend machen wir immer Elternabende, um den Eltern zu erläutern, was sich für sie und die Kinder ändert. Dabei sprechen wir immer auch sehr ausführlich über die Ziele im KiFu. Die meisten sind sehr interessiert und auch durchaus angetan, von der Zielsetzung "Spaß und Ausbildung vor Ergebnis". So wird es auch mit der FPL sein. Wachsen Kinder, Eltern und Trainer auf diese Weise mit der FPL auf, werden viele Probleme, die wir heute haben, gar nicht erst aufkommen. Es muss nicht das Ziel sein, alle "alten Knochen" zu überzeugen, sondern eine "neue Generation" heranzuziehen.


    Als wir vor etwa 3 Jahren unser neues Jugendkonzept vorstellten, gab es insbesondere von den Altgedienten im Bezug auf die KiFu-Sachen viel Skepsis. Letztlich war das aber egal, weil diese Herren ohnehin die älteren Mannschaften trainierten und nach und nach oben heraus wachsen. Die Trainer, die seitdem dazu gekommen sind, stehen alle zu den Prinzipien. Wir haben so gut wie nie Probleme mit der Einhaltung der Regeln, auch nicht bei den Eltern. Hätten wir seinerzeit berücksichtigt, dass wir nicht jeden überzeugen können, hätten wir immer noch kein KiFu-Konzept.

    ich pers. finde es in Ordnung, wenn du dein Team so auf den Gegner einstellst. Du lässt es doch nicht gezielt trainieren, oder?

    Nein, so etwas trainieren wir nicht.


    Top 3


    Man läßt sie verschieben, indem man nie die Manndeckung propagierte, damit sich einer -der Ballnächste deiner Spieler- auf den ballführenden Gegner konzentriert und alle anderen lauern, um einen wegen Gegnerdruck abgespielten Ball dann abfischen zu können.

    Das ist in etwa so, wie wir es derzeit spielen. Von Manndeckung halte ich bei den Kids wenig.


    Hierbei wäre es mir heute wichtig, ...das sie diese Lösung selber erarbeiten und ....

    Das wäre schön, wenn das immer so ginge. Man kann schon beobachten, dass dies einzelnen Spielern gelingt. Für die Mannschaft als Kollektiv ist es aber unheimlich schwer sich selber "Lösungen" zu erarbeiten, insbesondere, wenn sie eine bestimmte Spielweise seit Jahren gewohnt sind. Bei den Kindern ist bei Ballbesitz des Gegners das erste Ziel die Balleroberung und zwar primär in der Einzelaktion, nicht unbedingt in der Gruppe. Es wird eben attackiert. Was die Mitspieler tun, sieht dabei kaum einer. Das in der Gruppe umzusetzen, indem man verschiebt, Räume zustellt und zum richtigen Zeitpunkt den ballführenden unter Druck setzt, ist erstmal schwierig. Genauso ist es ja auch bei defensiven 1gg1- oder Unterzahl-Situationen. Dem Verteidiger klar zu machen, dass es gar nicht immer unbedingt um die sofortige Balleroberung geht, ist nicht so leicht.


    Du stimulierst sie über Fragen, wie SIE die Sache abarbeiten wollen -nach Problemdarstellung durch Dich.

    Ja, das hätte ich machen sollen. Ich bin ziemlich sicher, dass 1 oder 2 Spieler auf die Lösung gekommen wären. Leider habe ich in der "Hitze des Gefechts" einfach nur eine Vorgabe gemacht.

    Gruppen- und mannschaftstaktische Erwägungen haben in der E-Jugend noch nichts zu suchen. So ist es zumindest der allgemeine Tenor, dem ich mich grundsätzlich anschließe. Allerdings habe ich mich gefragt, wo diese Themen eigentlich anfangen. Hierzu eine kleine Rückschau zur unserer fast abgelaufenen E-Jugend-Saison.


    Wir haben von Beginn der Saison an versucht den Ball nach eigenem Abstoß über die Außenverteidiger nach vorne zu tragen, möglichst ohne lang und weit nach vorne zu bolzen. Im Gegensatz dazu verfolgen fast alle gegnerischen Mannschaften in unserer Gruppe die folgende Spielweise: der Torwart spielt einen Außenverteidiger an, der den Ball weit nach vorne hinter unsere Abwehr schlägt, wo ein oder zwei schnelle Stürmer versuchen das Tor zu machen. Dabei steht die vordere Reihe beim Gegner meist sehr hoch, um die langen Bälle zu bekommen, die hintere Reihe bleibt hinten und sichert ab. Diese Spielweise (oder Taktik?) scheint mir ganz typisch zu sein in der E-Jugend. Eine Art kontrollierten Spielaufbau versuchten neben uns eigentlich nur 1 oder 2 andere Teams.


    Wir haben auf diese Spielweise im Grunde zunächst nicht reagiert, sondern unsere Kinder weitestgehend "laufen lassen", d.h. unsere vordere Dreierkette macht gleich beim Abstoß des Gegners Druck und greift oft weit in der gegnerischen Hälfte an. Da es aber kein Abseits gibt, kann die hintere Kette nicht nachrücken und es entsteht sehr viel "freier Raum". Zudem spielt der Gegner sobald er angegriffen wird, fast immer den langen Ball nach vorne und drei unserer Spieler sind sofort aus dem Spiel. Unsere Verteidiger werden ein ums andere mal überspielt, kommen mit dem hohen, auftippenden Ball nicht zurecht, ein gegnerischen Stürmer läuft durch und es schlägt ein. Oft mussten wir selbst 5 oder mehr Tore schießen, um ein Spiel zu gewinnen. Typische Ergebnisse waren 5:6, 4:3, 8:6, 5:4, 7:4 usw. Schaut man nur auf die Ergebnisse, könnte man tollen Offensivfußball vermuten. Allerdings glich das Spiel bei den meisten Gegner mehr dem klassischen Tipp-Kick.


    Vor drei Wochen spielten wir beim Tabellenletzten, der in der gesamten Saison erst 10 Tore geschossen hatte. In der ersten Hälfte schlug es wieder dreimal auf die beschriebene Weise bei uns ein und wir gingen mit 3:3 in die Halbzeit. Dann hatte ich genug. In der Hz. sagte den ich Jungs: "Wir machen jetzt ein Experiment. In der zweiten Hälfte lasst ihr den Gegner kommen und greift erst ab der Mittellinie ab. Bei Balleroberung spielt ihr möglichst schnell nach vorne." Das Bild beim ersten Abstoß des Gegners war unglaublich. Wie immer wird der Außenverteidiger angespielt, der den Ball stoppt und darauf wartet, dass er angegriffen wird. Aber keiner greift an. In den Moment wusste der Spieler überhaupt nicht, was er tun sollte, blieb erstmal ein paar Sekunden stehen und guckte ziemlich ratlos. Nach Zurufen von außen, legte er denn Ball ein paar Meter vor und tat, was er immer tut, den Ball hoch und weit nach vorne schlagen. Nun standen dort aber nicht 3 sondern 6 "Verteidiger". Fast alle langen Bälle blieben so hängen. Trotzdem änderte sich an der Spielweise des Gegners nichts. So ging die zweite Halbzeit mit 4:1 an uns.


    Das nächste Spiel eine Woche später. Hinspiel 8:6. Der Gegner spielte ebenfalls fast nur mit langen Bällen auf einen schnellen Stürmer. Also sagten wir unseren Jungs: spielt es so wie in der 2. Halbzeit letzte Woche. Das taten sie. Und wieder war das Ergebnis völlige Ratlosigkeit beim Gegner. Am Ende stand es 9:1, obwohl wir völlig wild auf den Positionen rotiert hatten. Gestern Spiel beim Tabellenzweiten. Hinspiel 3:3. Wieder gleiche "Taktik". Endergebnis 5:1. Hatten wir ansonsten in 3 Spielen immer mindestens 10 Gegentore bekommen, waren es jetzt nur 3. Zudem erzielten wir trotz augenscheinlich "defensiverer Aufstellung" auch noch mehr Tore.


    Nun muss ich mir natürlich selber die Frage stellen, ob das Zurückziehen der vorderen Kette beim Ballbesitz des Gegners nicht eine taktische und sogar ergebnisorientierte Maßnahme ist? Somit hätte sie in der E-Jugend nichts zu suchen. Andererseits frage ich mich aber auch, ob es nicht ebenso eine taktische und ergebnisorientierte Maßnahme ist, seine schnellen Spieler weit nach vorne zu stellen und sie mit langen Bälle zu "füttern". Ich mag dieses Spiel mit langen Bällen nicht und habe mich oft genug darüber geärgert, dass sie Mannschaften Erfolg (im Sinne von Spielergebnis) brachte, gegen Mannschaften, die versuchten "Fußball zu spielen". Wie also reagiert man auf eine solche Spielweise, wenn nicht auf die Art wie wir es taten? Oder ist es besser, einfach alles laufen zu lassen?


    Interessant ist auch die Frage, was geschehen würde, wenn ich meinen Jungs am kommenden Samstag sage: So, heute gehen wir wieder ganz früh drauf? Werden sie sich dann nicht nach dem 2 oder 3 langen Ball, der sie überspielt, von selber zurückfallen lassen und selbständig ihr "neues Spielsystem" anwenden?


    Mit gruppen- und mannschaftstaktischen Themen sollen wir in der D-Jugend beginnen. Heißt das dann, bis Ende E muss ich mich strickt davon fernhalten? Oder sollte ich einen "weichen" Übergang wählen. Und wenn ja, was ist okay und was nicht?

    -1tens. Meine erfolgreichen Spieler -heute B- spielen um den Aufstieg in die Bezirksliga. Ich sagte, dass ich sie mehrfach beobachtete und dabei feststellte, dass sie -bis auf die Tatsache das sie doller schießen und schneller rennen können als damals in der F bis zur D wo ich sie begleitete....keinen einzigen Unterschied aufweisen zu damals. Die die früher mies passten oder ihren eigenen Stiel hatten zu passen, zu dribbeln oder zu schießen....schossen auch heute, wenngleich doller genauso eigenbrödlerisch oder gut wie damals.

    Hiermit noch einmal ausdrücklich zur Kenntnis genommen!


    Ich nehme zur Kenntnis, dass du das so wahrnimmst. Aber jetzt mal im Ernst. Die Spieler haben sich seit der F-Jugend nicht verbessert, sind nur schneller geworden und können doller schießen? Kann ich nicht glauben.


    Übe ich den Pass technisch....machte ich das bis heute schonmal in bis zu 10 Miuten Einheiten durch z.B. zwei Hütchen auf 5 Meter auseinander. Pro Hütchen zwei jeweils ein Spieler der den Ball flach rüberpasst.....und nach dem Pass auf die andere Seite des Hütchens verschiebt...aber auch....reichlich andere stupide Übungen.

    Jup, das ist stupide. Muss man ja ab einem gewissen Fertigkeitsniveau auch nicht so machen.


    Technik wird -lt. Lehrbuch- über viele Wiederholungen geschult. Z.B. Coerver könnte hier einiges veranschaulichen....denke ich.

    Gut, dass du das Thema ansprichst. Ich finde einige Coerver-Drills z.T. unglaublich stupide. Dennoch wird wohl kaum jemand abstreiten können, dass damit ein Erfolg gerade bei technischen anspruchsvollen Elementen wie z.B. Finten zu erzielen ist.


    Mit Spielformen sorge ich/jeder der sie propagiert irgendwo Spielintelligenz. Wenn die Spielform ein Passspiel beinhaltet, übe ich auch das technische Passen u.a. gleichzeitig.


    Ich glaube nicht an Spielformen als eierlegende Wollmilchsau. Meine (subjektive) Beobachtung ist die, dass eine hohe Spielintelligenz vorrangig bei Spielern mit hoher technischer Kompetenz zu finden ist. Das mag daran liegen, dass sie weniger "Arbeit" mit dem Ball haben und daher viel mehr Konzentration auf das Spielgeschehen richten können. Wie soll auch ein Spieler, der schon bei der Ballannahme oder beim Dribbling große Problem hat, den tödlichen Pass in die Gasse spielen? Selbst wenn er die Situation erkennt, ist sie Situation oft schon vorbei, bevor er den Ball verarbeitet hat. Bei Spielern, die Bälle nur blind nach vorne holzen, liegt es vielleicht gar nicht an fehlender Spielintelligenz sondern an technischen Mängeln. Nicht selten sind Spieler, die technisch schwach sind, auch im Spiel (und in der Spielform) unsicher und wählen daher die "einfache" anstelle der intelligenten Lösung.


    Wir versuchen immer viele Spielformen ins Training einzubauen. Zuletzt haben wir sehr häufig zum Aufwärmen 4 gg. 6 auf Ballbesitz gespielt, wobei 2 Spieler immer bei der Mannschaft in Ballbesitz sind. Jeweils 10 Kontakte ergeben "ein Tor" für die jeweilige Mannschaft. Hier werden Lauf- und Passwege und auch das Direktspiel geschult. Des weiteren müssen die Spieler lernen zu erkennen, in welche Richtung sie das Spiel lenken. Das funktioniert inzwischen ganz gut, allerdings nur, weil die Spieler den Pass technisch ganz passabel beherrschen und auch das Prinzip "Passweg-auf" kennen. Ohne diese beiden Grundlagen könntest du so eine Spielform monatelang durchführen, ohne sie irgendwas bringt.


    Ich denke, dass es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen technischen Basisübungen und Spielformen geben muss. Bei letztern stellen zumindest wir auch immer wieder mal fest, dass die Anforderungen (noch) zu hoch sind, dass es aber nach ein paar weiteren Technikeinheiten viel viel besser klappt.


    Der Trainerschein führte mich zu der Info, dass man von seiten der Trainerausbilder meinte, dass man hart am Thema "ausbilden" sollte, ...also nur das Tagesthema wird bewertet und bearbeitet und nichts anderes. Ganzheitlich auszubilden...fand der Ausbilder nicht gut. Hierzu habe ich eine geteilte Meinung.

    Wir sollen schon ganzheitlich ausbilden, aber nicht alles in ein und derselben Einheit, da die Kinder sonst nicht erkennen können, worauf es bei einer einzelnen Technik ankommt. Wenn man bei einem Dribbling mit Finte und Torschuss alle Fehler gleichzeitig korrigieren will, überfordert man die Kinder. Trainierst du diese drei Themen in aufeinander folgenden Wochen als Schwerpunkt und beschränkst dich bei den Korrekturen auf den jeweiligen Schwerpunkt, ist es für die Kinder (und für den Trainer) viel einfacher.

    Was mich nervt ist gerade, dass ihr entweder meine Ausführungen nicht lest oder nicht ausreichend lest. Ich habe im Prinzip zwei oder dreimal das gleiche erklärt und ihr habt es nicht verstanden???hääää.

    Und was mich nervt ist, dass du unterstellst man hätte deine Ausführungen nicht gelesen und/oder nicht verstanden, nur weil man deine Einschätzung/Wahrnehmung nicht teilt!??


    Du hast aus einer persönlichen Beobachtung eine sehr subjektive Schlussfolgerung gezogen und daraus deine zukünftige Handlungsweise abgeleitet. Dies tust du, obwohl du ja zugestehst, dass ein Kausalzusammenhang weder im positiven noch im negativen nachweisbar ist. Du sagst selber, dass keiner wirklich wissen kann, ob und wie viel das Training von Technikinhalten dem einzelnen Spieler bringt. Aus dieser totalen Unsicherheit heraus gewinnst du aber die Sicherheit zur Abkehr vom Techniktraining, hin zum Schwerpunkt Spielformen, obwohl du auch dort nicht weißt, ob und wie viel es bringt.


    Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn man infrage stellt, dass der Anteil des Trainings an der Verbesserung eines Spielers ggf. geringer ist, als sich der Trainer das so ausmalt. Das Problem habe ich aber mit deiner Schlußfolgerung. Selbst wenn deine Grundannahme "keiner kann wissen, was es bringt" richtig ist, ist deine Schlussfolgerung "also mache ich zukünftig etwas anderes" nicht logisch. Das ist es, was ich nicht verstehe.


    Der Thread konnte mir persönlich diese meine Feststellung/Eindrücke nicht ausreden

    Wer hätte auch schon so viel Zeit? :D



    Aber mal ganz unabhängig von unserer konträren Auffassung zur Wirkung des Trainings, würde mich interessieren wie du ganz praktisch die technischen Grundfertigkeiten im Rahmen von Spielformen trainieren möchtest. Ich denke, dass jeder von uns auf Spielformen steht, weil sie oft einfach mehr Spaß machen als Rundläufe oder Gassenformen, obwohl auch letztere keinesfalls "stupide" sein müssen. Aber nicht umsonst gibt es eine Methodik, die zunächst die Grundtechnik mit einer gewissen Anzahl Wiederholungen einübt und diese dann später im Rahmen einer Spielform anwendet. Mir ist nicht klar, wie man eine Spielform durchführen kann, wenn die Spieler die Grundtechnik nicht beherrschen. Wie hoch soll die Wirkung der Spielform dann sein?

    Die technischen Themen (Schusstechnik, Passtechnik, Dribbeltechnik), das Spielverständnis...sind für mich heute und nach diskussion im Thread Dinge die wir Trainer mit großer Wahrscheinlichkeit nur bedingt....bis erheblich weniger beeinflussen, als wir das/als ich das bis jetzt bedachte.

    Mir ist überhaupt nicht klar, wie du zu dieser - für dich scheinbar inzwischen gesicherten - Erkenntnis kommst?


    Wenn ich mir meine Truppe so anschaue, dann sind dort einige dabei, die in ihrer Freizeit nur selten Fußball spielen. Wie also sollen sich diese Jungs gerade bei den technischen Elementen verbessern, wenn nicht beim Training? Das Thema Beidfüßigkeit ist für mich ein ganz sicherer Indikator, dass Training zu einer deutlichen Verbesserung und zu einer früheren Ausbildung von Fertigkeiten führen kann. In meiner Spielergeneration gibt es nur sehr wenige beidfüßige Spieler und zwar egal auf welchem Spielniveau. Heute ist das anders. Bereits in meiner E-Jugend haben wir 3 oder 4 von 10 Jungs, die ganz passabel mit dem schwachen Fuß schießen können. Auch beherrschen viele Spieler heute mit 9 oder 10 Jahren schon Finten, die früher selbst Profis nicht drauf hatten. Wie viele E-Jugendliche konnte zu unserer Zeit einen Übersteiger? Wie viele können es heute? Allein mit "Abgucken und Ausprobieren" ist das nicht zu erklären. Mein Sohn hat mit dem Einstudieren von Finten auf der heimischen Wiese erst begonnen, nachdem wir diese im Training ein paar mal eingeübt hatten. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass er ohne Training heute nicht beidfüssig wäre. Denn bei vielen Dingen, die Kindern zunächst nicht gelingen, musst du sie immer wieder ermutigen, immer wieder die Übung einfordern, bis sie sich von selbst trauen eine Technik anzuwenden. Trainierst du solche Dinge nicht nachhaltig, geben viele Kinder nach ein paar Fehlversuchen auf und wenden sich den Dingen zu, die sie gut beherrschen. So geschieht es auch "in freier Wildbahn" ohne strukturiertes Training.


    Selbst beim Thema Schnelligkeit kannst du im Breitensport mehr erreichen als du glaubst. Schau dir doch mal an, wie der durchschnittliche F- oder E-Jugendspieler läuft. Unsere Leichtathletik-Trainer lachen sich kaputt, wenn sie Fußballer "herum eiern" sehen. Muskelmasse ist dabei gar nicht das bestimmende Thema. Die Kinder erreichen vielmehr ihre anatomisch bedingten Grenzen nicht, weil sie koordinativ dazu überhaupt nicht in der Lage sind. Arbeitest du intensiv an der Koordination, verbessern sich beinahe alle Techniken im Fußball und selbst die Schnelligkeit. Spezielle koordinative Fähigkeiten werden Kinder aus sich heraus aber nicht so leicht verbessern, wenn sie einfach nur kicken.


    Es gibt sicher Spieler, die sich auch ohne unser Zutun glänzend entwickeln, aber es gibt auch viele, deren Fertigkeiten durch das Training nachhaltig verbessert werden. Gerade im Breitensport, wo nicht jedes Kind "brennt" und täglich kickt.

    Ich glaube aber, dass genau diese Intelligenz der Teil ist, wo wir in all der Zeit viel mehr wert drauf legen sollten, weil da nehmen sie -meiner Ansicht entsprechend- vorraussichtlich am meisten mit

    Also glaubst du, dass das Training von technischen Inhalten zu geringem bis keinem Erfolg führt, wohingegen Inhalte zur Schulung der Spielintelligenz zu höherem Erfolg führen? Diese Logik verschließt sich mir.


    Ich spreche vom Breitensport, also max. zwei Trainings die Woche. Dort trainiert so gut wie niemand an diesen Dingen, die das vielleicht etwas beeinflußen würde...da ist die Zeit und die Möglichkeit einfach zu knapp.

    Ich glaube, das unterschätzt du massiv. 3 Stunden die Woche sind eine ganz schöne Menge, insbesondere wenn man die Intensität hoch hält. Wie gesagt, werden viele Spieler im Breitensport ohne Training nur einen Bruchteil dieser Zeit mit Fußball verbringen.


    Sehrwohl MEINEN aber viele Trainer hierfür und für die zuvor benannten Punkte großartig verantwortlich zu sein.

    Zu einem Teil sind sie das ja auch. Mal mehr, mal weniger. Ich glaube, es geht auch gar nicht so sehr darum, sagen zu können "Das ist mein Spieler. Alles was er kann, hab ich ihm beigebracht." Es ist vielmehr eine Sinnfrage. Jeder von uns oder zumindest die allermeisten möchten wissen und vielleicht auch sehen und hören, dass ihr Handeln einen Sinn hat. Letztlich ist es doch auch dass, was viele antreibt: etwas sinnvolles zu tun. Dass der ein oder andere bei der Bewertung der Bedeutung seiner Arbeit auch mal übers Ziel hinaus schießt, ist normal.

    An anderer Stelle wurde das Prinzip nach Kaizen als Hilfsmittel angesprochen. Diese japanische Weisheiten, wonach es besser ist, in kleinen Schritten an das große Ziel zu gelangen, setzt voraus, das der Leidensdruck, rasch ans Ziel zu gelangen, als nicht akut wahrgenommen wird. Ich habe ehrlich gesagt damit so meine Probleme.

    Da gebe ich dir Recht. Allerdings ist es immer auch eine Frage der persönlichen Wahrnehmung, ob eine Verbesserungsmaßnahme als kleiner oder größerer Schritt angesehen wird. Ebenso verhält es sich mit dem Leidensdruck.


    In der Realität wurde/wird Kaizen wurde dazu genutzt, um die japanischen Arbeitnehmer unbewußt über ihr Bedürfnis nach Uniformierung als Ausdruck eines gemeinsamen Willens zu beeinflussen.

    Es ging mir auch weniger um die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs als mehr um die "Verbesserung des Bestehenden in kleinen Schritten" als Gegenpol zur "Rasenmäher-Methode". Ich werde aber zukünftig mit der Wahl der Begriffe noch vorsichtiger sein... ;)

    Danke TRPietro, jetzt steht es fest, es ist 100 Prozent so wie du und die die entsprechend in der Mehrheit abgestimmt haben....Gott sei Dank das ihr MEINT das ihr ausbildet. Ich bin so froh, dass ihr das nun festgestellt habt. Meinen Glückwunsch zu dieser gesicherten Aktion, Respekt!

    Tse, Andre, warum so viel böser Sarkasmus? Was ist denn mit dir los?


    Nur weil du offenbar eine kleine persönliche Sinnkrise dein Trainerdasein betreffend hast, muss das ja nicht auch jeder andere haben. Wenn du zweifelst, ob dein Training deine Jungs weiter gebracht hat oder ob sie ohne das genauso weit oder sogar weiter gekommen wären, ist das deine Sache. Aber warum sollen sich deshalb alle anderen diesem Zweifel anzuschließen müssen?

    ich habe selber keinen Bock darauf, ABER...ich bin mir sicher, dass ich zwei Hände Namen benennen könnte, die als geschlossene Mannschaft und als Jugendvorstand genau das was ich -bis auf die Sache mit dem Verband- so oder so ähnlich ziemlich schnell umsetzen würden. Das ist machbar.


    Wenn es machbar ist, solltest du es tun! ;) Ich fürchte nur, du wirst bereits beim Thema Mitgliedsbeiträge scheitern. Wir haben gerade eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge für Aktive von 6 auf 8 Euro im Monat hinter uns. Was das zum Teil für Wellen geschlagen hat, ist kaum zu beschreiben. Selbst wenn Du einem Übungsleiter nur 5 Euro die Stunde bezahlen willst, womit du wohl weder jemanden motivieren noch verpflichten kannst, musst du aber ein Vielfaches dieser Beiträge aufrufen. Das halte ich für nicht durchsetzbar.

    -um Kosten zu sparen, hat jedes -nicht ehrenamtliche Mitglied des Vereins- die Stundenzahl x als soziale karikative Hilfe zu spenden.

    Versteh ich das richtig?. Heißt das, jedes zahlende Mitglied wird zwangsverpflichtet zusätzlich zu den vervielfachten Beiträgen on-top noch Sozialstunden für den Verein zu leisten? Das ist ja so, als müssten wir einmal im Monat im Finanzamt das Klo putzen. ;)

    Sorry, Andre, aber es ist nicht typisch, dass hier noch keiner gepostet hat, sondern hängt vielleicht mit Deiner etwas utopischen Aufgabenstellung an uns zusammen. Ich z.B. halte eine solche Diskussion für relativ zweckfrei. Das Bestehende einfach gedanklich wegzuwischen und etwas komplett Neues zu konstruieren, ist mir hier schlicht zu akademisch. Ohne auf einzelne Punkte deiner Auflistung eingehen zu wollen, enthält sie doch so viele Dinge, die zwar äußerst wünschenswert, aber eben hochgradig unrealistisch sind. Ob es Sinn macht über derartige (aus meiner Sicht utopische) Idealzustände zu diskutieren, mag jeder selbst entscheiden. Ich halte es da lieber mit dem Kaizen-Gedanken, der stetigen Verbesserung in kleinen Schritten.


    Das soll bitte keine Kritik an deinem Ansatz sein, sondern lediglich meine persönlich Begründung, warum von mir noch nichts gekommen ist. Ich vermute mal, es könnte anderen ebenso gehen, zumal das Thema derart komplex und breit gefächert ist, dass es unglaublich schwierig ist, einen umfassenden Vorschlag zu erarbeiten.

    Für mich besteht jedenfalls der Verdacht, dass das Wort Ausbildung (technische) einen ganz anderen Stellenwert in meiner Denke erhält. Das Wort Training stünde für mich dann für weniger für Ausbildung, vielmehr für körperliche und seelische und geistige Fitness, sowie soziale und spielerische/fußballerische Kompetenz bzw. Intelligenz!

    Andre, wenn das dein Anspruch an Training ist und du es schaffst, das umzusetzen, brauchst du dir um "fehlende Ausbildung" sicher keine Sorgen zu machen. ;)


    Für mich bleibt aber erstmal die Frage nach der inhaltlichen Abgrenzung zwischen den Begriffen Training und Ausbildung, wenn sie denn schon hier gegenüber gestellt werden.