Beiträge von Ranwie

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    Scheinbar sehen viele von euch einen wertigen Unterschied zwischen Ausbildung und Training, frei nach dem Motto "trainierst du noch oder bildest du schon aus"? Ich habe das Training immer als Mittel zum Zweck der Ausbildung betrachtet, insofern gäbe es keine "Training-oder-Ausbildung"-Frage.


    Ansonsten rate ich zwecks Klärung der Eingangsfrage zum Anschauen des Films "Die Glücksritter"... ;)

    gerade dass ich fordere, dass gewiise Regeln und Vorschriften, die ich auch sehr deutlich definiert habe, und einen Grossteil des FPL-Gedankens abdecken,
    allgemeinverbindlich für alle fordere, und nicht auf einer freiwilligen Ebene

    Das kann ich so nur unterstützen. Unser Kreisverband versucht seit zwei Jahren auf freiwilliger Basis eine FPL-Testphase aufzubauen. Die Teilnahmebereitschaft spottet jeder Beschreibung, so dass es bislang keinen Test gegeben hat. An dieser Stelle geht es nur "von oben herab". Wir haben zur aktuellen Saison von D11 auf D9 umgestellt. Auch dort gab es Widerstände und gibt es nach wie vor viele Zweifler, die den Sinn nicht verstehen. Aber die Sache läuft und in ein paar Jahren reden nur noch die ewig gestrigen von der D11. Die FPL muss verpflichtend im gesamten Kreis eingeführt werden. Testphasen hat es woanders schon genug gegeben.

    Doch Andre, ich verstehe, was du meinst. Nur bin ich halt anderer Meinung. ;)

    Der Charakter des Gegenüber/der einzelne Charakter beider Trainer...also die "Gattung" Trainer die wir nicht so wollen....sorgt dafür, dass jeder seine Wechselzeiten annähernd einhalten wird....comprende?

    Daran habe ich halt Zweifel und sehe zudem ein enormes Konfliktpotenzial, das dann entsteht, wenn sich Trainer gegenseitig kontrollieren sollen und diese Kontrolle möglicherweise Auswirkungen auf die Spielwertung hat.

    Das wird auf Grund des typischen Trainerego ein Selbstläufer...die achten schon auf ihre Zeiten und wenns der Co macht....im Auftrag so zu sagen. Dabei wäre es mir wirklich egal, ob der andere Trainer 12 oder 17 Minuten einhält, hauptsache er wechselt. Merken würde ich aber, wenn er maßlos weniger Zeit spielen läßt und auch, wenn er einen überhaupt nicht bringt....ohne die Zeit zu nehmen. Man würde sich gegenseitig erziehen...glaube ich jedenfalls.

    Ich würde es ehrlich gesagt wohl nicht unbedingt bemerken, da ich in einem "normalen Spiel" wenig darauf achte, ob und wie der gegnerische Trainer wechselt. Es liegt vielleicht an mir, aber ich bin in einem Spiel sehr stark auf meine eigene Mannschaft fokussiert. Wenn ich da stehe, möchte ich auch "Fußball gucken". Zudem verwende ich ja ohnehin schon viel Zeit für meine eigenen Wechsel, denke während des Spiels laufend darüber nach, wen ich wann und wo als nächstes bringe. Ehrlich, ich hätte, überhaupt keinen Spaß daran, mich auch noch darauf zu konzentrieren, ob der gegnerische Trainer alles richtig macht. Das kann auch nicht meine Aufgabe sein.


    Ich seh schon die "cleveren Kollegen" in der Halbzeit die Kinder reihum Trikots wechseln lassen... ;)

    Wir diskutieren doch ständig über ungelegte Eier. ;)


    Wenn du sagst, die Trainer kontrollieren sich gegenseitig, dann bedeutet das, ich muss meinen Gegenüber kontrollieren. Also muss ich mich mit einer Stoppuhr und einem Blöckchen hinstellen und dokumentieren, was der Kollege macht. Muss mir die Spieler genau angucken, die ich ja nicht kenne, den Überblick behalten und aufschreiben, wer wann eingewechselt wurde und wie lange er gespielt hat. Nebenher muss ich das gleiche für mein Team tun und auch da den Überblick behalten. Und am Ende sagt dann einer zum anderen: "Deine Nummer 8 hat aber nur 12 Minuten." Worauf der andere antwortet: "Stimmt ja gar nicht. Da hast du was übersehen." Und schon haben wir den schönsten Palaver, erst recht, wenn ein saftiges Ordnungsgeld und/oder der Verlust der Punkte droht. Was da abgehen wird, mag ich mir lieber nicht vorstellen... ;(

    Hm, Andre, das klingt mir viel zu kompliziert.


    Wer "überwacht" denn, dass wirklich alle Spieler eingesetzt werden und wer stoppt deren Spielzeit? Was geschieht, wenn ein Spieler nur 12 Minuten spielt statt 15? Ist dann das Spiel für die Mannschaft verloren? Und wen bestraft man eigentlich mehr, wenn bei einem Verstoß das Spiel als verloren gewertet wird? Den Trainer oder die Spieler?


    Ich bleibe dabei: es muss etwas in den Köpfen geschehen.

    Es wird z.B. häufig bemängelt, das schwächere Kinder nicht ausreichende bzw. gar keine Spielzeiten bekommen, weil man unbedingt gewinnen will. Auch Kinder haben ein sensibles Gespür für Gerechtigkeit. Warum nicht einfach darauf einigen, alle anwesenden Spieler im Spielbericht einzutragen und auch alle Spieler einzuwechseln. Wer das nicht macht, verstößt gegen diese Kinderfussballregel und hat das Spiel verloren!

    Netter Gedanke, aber würde das nicht dazu führen, dass schwächere Spieler zum Spiel gar nicht mehr eingeladen oder sogar erst gar nicht in den Verein aufgenommen werden?


    Es wird sich nur grundlegend etwas ändern, wenn in den Köpfen von Trainen, Eltern und Vereinsverantwortlichen etwas passiert. Die FPL ist vielleicht tatsächlich eine Krücke, wie du sagst, aber zumindest zwingt sie dazu, dass in den Vereinen über Sinn und Unsinn im Kinderfußball diskutiert wird und sie schließt auch die Eltern in die Diskussion mit ein, da diese direkt betroffen sind. Das macht sie als "Maßnahme" einzigartig.

    Tabellen und Spielstände dürfen von allen Kreisliga-Jugenmannschaften nur noch über die Presse veröffentlicht werden und das nur 1 mal die Woche. seit es Fussball.de gibt ist alles zu transparent und ich kann mir vorstellen, dass das ein große Problem wäre, was wir damit abstellen könnten.

    Man kann die Zeit nicht zurück drehen. Es findet sich immer ein "engagierter" Trainer oder Vater der seine eigenen Tabellen im Netz führen wird.

    1. Abschaffung von Tabellen bis einschl. E-Jugend


    2. Coachingzone auch oder besser gerade für Kinder- und Jugendtrainer, Verstösse haben eine Spielunterbrechung und Freistoss zur Folge.


    3. Entfernung der Zuschauer vom eigendlichen Fussballplatz, kein Anspfiff wenn Zuschauer an der Seitenlinie oder hinter dem Tor stehen.

    Damit hast du ja schon die wichtigsten Aspekte der FPL heraus gegriffen. Das wäre schon einmal ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung. Bei der FPL kommt dann lediglich noch der Verzicht auf den Schiedsrichter hinzu. Ich persönlich halte letzeres für möglich und auch für sinnvoll. Du selbst hattest, glaube ich, ein Beispiel angeführt, indem Fairplay des einen vom anderen ausgenutzt wird. Genau so ein Verhalten zu verhindern, versucht doch die FPL, indem den Kindern von klein auf der Fairplay-Gedanke vermittelt wird. Und das ist aus meiner Sicht auch der einzige Weg. So, wie es jetzt läuft, ist Fairplay oft Nebensache.


    Heute heißt es schon in der F-Jugend in der Kabine "Und wenn der Gegner an dir vorbei ist, dann halt ihn eben am Trikot fest. Entweder der Schiri pfeift oder nicht." Man weiß ja, wie die Schiris pfeifen oder besser nicht pfeifen. Die Schiedsrichterleistungen in F- und E-Jugend sind unglaublich schlecht, da dort oft mit Erwachsenenmaßstäben gemessen wird. Schieben, Drücken, Festhalten, Zweikämpfe mit ausgestrecktem Arm usw. All das wird viel zu selten gepfiffen. Du schreibst, dass faire Mannschaften gegenüber unfairen einen Nachteile haben. Das mag sein, aber die Situation wird insgesamt ja nicht besser, indem wir unseren Spielern sagen, sie sollen ebenso unfair spielen wie der Gegner. Den Ball bei einer Verletzung nicht ins Aus zu spielen, ist ebenso unfair, wie eine Verletzung vorzutäuschen. Wer kann schon aus der Entfernung beurteilen, wie schwer eine Verletzung ist. In F- und E-Jugend gibt es kaum schwere Verletzungen, aber ein Kind, das weinend am Boden liegt, simuliert i.d.R. nicht.


    Ich lege bei meinen Spielern großen Wert auf Fairplay, was dazu führt, dass sie sich ein ums andere mal benachteiligt fühlen. Aber das liegt doch nicht am Fairplay, sondern daran, dass auf der Gegenseite diese Gedanke eben nicht vermittelt wird. Wenn meine E gegen einen Gegner spielt, der ebenfalls um Fairplay bemüht ist, sind es immer tolle Spiele in einer angenehmen Atmosphäre. Hast du einen Gegner, der "mit allen Mitteln" zu gewinnen sucht, gibt es fast immer Palaver. Es macht einen großen Unterschied, ob ich einen Spieler freiwillig vom Feld nehme, weil ich "das Rote" in seinen Augen sehe oder ob ich ihm zurufe "Geh ran, lass dir nichts gefallen!". In vielen Teams wird schon ganz früh der Gedanke vermittelt: solange der Schiri nicht pfeift, ist alles okay. Und da liegt ein Grundübel, denn damit schieben die Trainer die Verantwortung für Fairplay einfach auf die Schiris ab.


    Edit: ein weiterer wichtiger Punkt ist der, dass sich die meisten Streitigkeiten im F- und E-Jugendbereich an Schiedsrichterentscheidungen entbrennen. Haste keinen Schiri und die Trainer entscheiden im Zweifelsfall gemeinsam, wird das einfach weniger werden. Sind sich die Trainer einig, gibt es auch für die Zuschauer nichts mehr zu meckern. ;)

    Letzten Samstag, Auswärtsspiel beim Nachbarverein. Wir Erster, die Letzter, aber unser "Angstgegner", gegen den wir uns immer schwer tun. Halbzeit 3:3, am Ende dann doch 7:4. Sohnemann hat einen Gala-Tag erwischt und macht 4 Buden, sein Gegenspieler ist ein Klassenkamerad. Abpfiff, Verabschiedung. Mein Sohn und sein Gegenspieler gehen fröhlich plaudernd, jeweils den Arm um die Schulter des anderen Richtung Kabine. Ein sehr schönes Bild, das einem die eigentliche Bedeutung des Spiels in Erinnerung ruft.


    Zwei Wochen vorher. Zweiter gegen Dritter. Ein ganz enges Spiel. Schiedsrichter ist ein Betreuer des Gegners, ein älterer Herr, der vieles nicht sieht, aber dafür Dinge sieht, die sonst keiner sieht. Ecke für den Gegner, unser Spieler wehrt den Ball mit der Hand ab. Schiri lässt zunächst weiter laufen, aber alle Spieler bleiben stehen. Der Spieler wird befragt und gibt freimütig den Verstoß zu. Siebenmeter, Tor. Später auf der Gegenseite: Ball geht ins Toraus. Schiri hat als einziger Torab gesehen. Ein gegnerischer Spieler gibt zu, als Letzter am Ball gewesen zu sein. Ecke, Tor. Kein Gejammer, kein Geschimpfe, auch nicht von draußen. Einfach nur Fairplay von beiden Seiten.


    Zuspruch für die eigene Person ist immer schön, aber es sind auch diese kleinen Momente, die einem das ganze Wochenende gut Laune machen.

    Eigentlich wollte ich deine Texte ja nicht mehr lesen, aber da du direkt antwortest und wie üblich in deiner überhebliche Art versuchst andere in ein schlechtes Licht zu rücken, komme ich wohl nicht umhin.

    PS: Da musste uns R. natürlich unterjubeln, dass mit ihm auch das unterlegene Team gewann - an wem das dann wohl lag. Kenne ich selbst, es liegt eben das Meiste am Trainer, mit guten gewinnt das Team eher als mit schlechten - trotzdem bemerke mal in der Selbstbeobachtung, dass dir dies (als DEIN Sieg) hervorzuheben offenbar wichtig war... Nicht böse gemeint, nur als Tipp! ;)

    War ja klar, dass du das wieder so auslegen würdest. Zum einen war mein Team letztes Jahr nicht unterlegen (steht das irgendwo?) und zum anderen haben sie nicht wegen mir gewonnen, sondern allenfalls trotz meiner. Ich hatte Glück und ein gutes Team, mehr nicht. Aber darum geht es dir ja überhaupt nicht. Es geht dir darum, andere, in diesem Fall mich, bloß zu stellen, schlecht aussehen zu lassen. Dabei lässt du dennoch keine Gelegenheit aus, ständig zu betonen, dass du niemanden persönlich angreifen willst. Du mahnst vielmehr zur Selbstbeobachtung, schließt dich selber aber davon aus. Du wirfst uns/mir vor, Befriedigung aus dem zu beziehen, was wir tun, dabei geht dir aber offenbar selber einer ab, wenn du andere angreifen und runterputzen kannst, nicht wahr? Anders ist dieses Statement nicht zu erklären.


    Nun soll es aber von meiner Seite genug sein. Ich werde mir jetzt mal ein Auszeit von diesem Forum gönnen. Bitte gebt mir Bescheid, wenn der große Meister wieder in dem Loch verschwunden ist, aus dem er gekommen ist. Macht's gut, bis bald. ;)


    Ach ja: Du hast sicher schon öfter gehört, wo du dir deine sogenannten Tipps hin stecken kannst... :D

    Wo wir gerade bei Thema "Lehrer" sind, hier eine kleine Geschichte vom Dorf, auch wenn sie evtl. etwas off-topic ist:


    Bei uns findet einmal im Jahr ein Hallenfußballturnier der 4. Klassen der örtlichen und dreier benachbarter Grundschulen statt. Gespielt wird jeder gegen jeden. Im letzten Jahr durfte ich die Mannschaft der Grundschule in unserem Ortsteil, in der einige meiner Spieler spielten so wie auch mein eigener Sohn, betreuen. Wir sind mit Abstand die kleinste Schule und haben das Turnier noch nie gewonnen, wurden fast immer letzter. Also war mein Ziel alle Kinder spielen zu lassen und dabei möglichst nicht letzter zu werden. Ich agierte also so wie auch im Verein, wechselte regelmäßig durch. Für die Kinder auch kein Problem, da sie es ja nicht anders kennen. Das erste Spiel gewannen wir, im zweiten lagen wir 1:0 zurück, als ich die beiden besten Spieler vom Feld holte, weil sie "dran waren". Mütter und Lehrerinnen auf der Tribüne wurde da schon nervös. Kurz vor Schluss wechselte ich die beiden wieder ein und sie schossen noch 2 Tore zum 2:1 Sieg. Nach dem Spiel auf der Tribüne musste ich mir dann anhören, warum ich es denn "unnötigerweise so spannend" gemacht hätte. Meine Frau erzählte mir u.a. nachher von folgenden Aussprüchen "Was macht Ihr Mann denn da? Warum wechselt der die Guten aus?", "Der mit seinem scheiß Gerechtigkeitssinn!" Das kam von einer Lehrerin bzw. einer Mutter, deren Sohn bei uns im Verein spielt und die Methodik eigentlich kennen müsste! Im letzten Spiel gegen die Dritte Schule, die ebenfalls beide Spiel gewonnen hatte, ließ ich dann die beiden besten durchspielen (ich wurde von Seiten der Lehrerinnen darum, nennen wir es mal, gebeten ;) ), setzte aber gleichwohl alle Spieler ein. Am Ende gewannen wir "trotzdem" völlig unerwartet das Turnier.


    In diesem Jahr war ich als Zuschauer anwesend, da der komplette jüngere Jahrgang meiner E1 und einige E2-Spieler dort vertreten waren. Diese waren allerdings ungleich auf die zwei örtlichen Schulen verteilt. In der Mannschaft der kleinen Schule in unserem Ortsteil spielte nur ein einziger Spieler. Der Rest der Mannschaft waren Kinder, die eigentlich kein Fußball spielen. In der Mannschaft der größeren Schule aus dem anderen Ortsteil spielten ausschließlich Kinder, die bei uns im Verein spielen und dabei noch die 4 oder 5 Jahrgangsbesten. Wie das ausgehen würde, war von vorne herein klar: unsere Schule würde Letzter werden, die Nachbarschule würde das Turnier gewinnen. So kam es dann auch. Interessant aber war dabei das Verhalten der Pädagogen, also der Lehrer, die die Teams betreuten. Die Mannschaft der größeren Schule hatte die Teams aus den Nachbargemeinden klar geschlagen, wohingegen unsere Schule beide Spiele gegen diese Mannschaften deutlich verloren hatte (0:5 und 0:8 ). Vor dem letzten Spiel der beiden gegeneinander, war das Turnier bereits entschieden. Unsere Mannschaft wurde von der Trainerin unserer U13-Mädchenmannschaft betreut, die auch bei totaler Unterlegenheit bereits alle verfügbare Spieler/innen eingesetzt hatte. Im Team der größeren Schule waren hingegen einige Spieler überhaupt noch nicht zum Einsatz gekommen, während die besten die beiden ersten Spiele durchgespielt hatten. Nur durch die massive Intervention einer Mutter, ließ die Lehrerin im letzten Spiel zwei Spieler zum Einsatz kommen, die bisher noch nicht gespielt hatten. Der mit Abstand beste Spieler des gesamten Turniers (auch bei mir in der E1 der beste Spieler) wurde aber wieder von Anfang an ins Team gesetzt. Zur Halbzeit nach 8 min. stand es bereits 5:0. In der Halbzeit wurde dann wieder gewechselt. Einer der beiden in diesem Spiel zum ersten mal eingesetzten Spieler, musste prompt wieder runter. Dafür kam ein besserer Spieler ins Spiel, der die beiden ersten Spieler bereits durchgespielt hatte. Der "Top-Spieler" blieb natürlich die volle Zeit im Spiel. So gab es am Ende ein 11:0. Die Lehrerin kam mit Stolz geschwellter Brust und mit dem "alles richtig gemacht" Blick im Gesicht zurück zur Tribüne. Da konnte ich nur noch den Kopf schütteln. Die Sportlehrerin hat überhaupt nicht bemerkt, was sie da veranstaltet hat und war damit in bester Gesellschaft ihrer Kollegen von den anderen Schulen, in deren Teams es ebenfalls Spieler gab, die während des gesamten Turniers überhaupt nicht eingesetzt wurden.


    Auf meine Frage, warum sie denn immer die Besten hätte spielen lassen, guckte die Dame mich aber sowas von verständnislos an, dass ich schon keine Lust mehr hatte, den Hintergrund meiner Frage zu erläutern. "Weil wir gewinnen wollten", war die kopfschüttelnde Antwort. Wahrscheinlich oder sogar ganz sicher hat sie gedacht "was ist das denn für ein Verrückter?". ;) Ganz offenbar kommen also selbst ausgebildete Pädagogen nicht von selber auch den Gedanken, worum es beim Kinderfußball geht.


    Hier wird oft die Ausbildung der Trainer im Bezug auf das Thema KiFu bemängelt und dennoch hätten fast alle Trainer, sogar die schlechteren unserer Zunft, den ausgebildeten Pädagogen in dieser Hinsicht sicher noch etwas vorgemacht. Will sagen: die Erkenntnisse des KiFu kommen einem Trainer eben nicht von selbst. Das wissen die meisten hier wohl aus eigener Erfahrung. Es nutzt daher auch nichts, die "Ahnungslosen zu verdammen". Da hilft nur Aufklärung, Ermunterung und Hilfestellung, gepaart mit einem hohen Maß an Beharrlichkeit und hoher Frustrationstoleranz. ;)

    Man sollte das wirklich nicht so ernst nehmen.
    Obwohl das schon interessant sein kann. So geht (Erinnerungsprotokoll) ca. nur jeder 120 Weitschuss aus mehr als 20 Metern ins Tor. Warum schießt man eigentlich ständig, demnach ist es sinnlos?

    Die Antwort gibst du selbst mit dem Zitat von Martin Walser... ;)

    Doch klar, ich antworte gerne. Hilf mir bitte auf die Sprünge. Wo genau siehst du die kritischen Punkte?


    Aus der Aussage "ich möchte das Spiel verlegen, weil mir die 3 stärksten Spieler fehlen" kann ich zunächst mal nichts weiter ableiten, außer dass dem Gegner Spieler fehlen. Insofern steht es mir auch nicht zu aufgrund von Vermutungen über die mögliche Philosophie meines Gegenüber eine Verlegung abzulehnen. Nehmen wir aber mal den worst-case an: Der Gegner ist stark ergebnisorientiert und lässt normalerweise nur oder vorrangig seine Besten spielen. In dem Fall wäre es vielleicht für seine schwächeren Spieler zunächst mal gut, die Verlegung abzulehnen, da diese dann zum Einsatz kommen. Andererseits weiß ich aber auch nicht, ob er nicht dann eben diese Spieler zur Sau macht, wenn sie hoch verlieren. Vielleicht wird es den Trainer noch mehr in seiner Ansicht bestärken, dass es die "Schwachen" nicht richten können. Zudem komme ich selber möglicherweise in die Bredouille den Unterschied in der Spielstärke durch Manipulation meines eigenen Teams und Systems auszugleichen, in dem ich z.B. meine starken Spieler draußen lasse. Es kann aber nicht meine Aufgabe sein, die "falsche Einstellung" eines gegnerischen Trainers auf Kosten meiner eigenen Spieler auszubügeln.


    Dabei sollte man einen Nebeneffekt auch nicht unberücksichtigt lassen: ein erfolgsorientierter Trainer auf der Gegenseite wird niemals verstehen, dass du die Verlegung ablehnst, um seinen Kindern etwas Gutes zu tun. Er wird vielmehr immer annehmen, dass du dies tust, um dir selber einen Vorteil zu verschaffen, egal wie sehr du nachher dein Team schwächst. Ich verstehe Deine Ablehnung einer Verlegung als eine Art erzieherische Maßnahme dem gegnerischen Trainer gegenüber, fürchte aber, dass das so nicht funktionieren kann.

    Erwachsene (Trainer und Eltern) haben das Spiel, das Kinder zum Spaß spielen, annektiert, es zu einem Stellvertreterspiel gemacht, bei dem es darum ging, dass die Kinder in gewisser Weise instrumentalisiert wurden, um den Erwachsenen Freude, zumeist in Form von sportlichen Erfolgen, zu bereiten oder sie "stolz" zu machen. Den Kindern ihr Spiel zurück zu geben, bedeutet für mich einfach nur den Spaß wieder vor die Ergebnisse zu stellen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Kann durchaus sein, dass unsere Mannschaften verschiedene Spielstärken haben. Der für mich zentrale Punkt ist aber der: ich stimme der Spielverlegung zu, damit alle Kinder spielen können, meine und die des Gegners. Die Verlegung abzulehnen, nur weil die Begründung des Gegners nicht meiner Philosophie entspricht, wäre aus meiner Sicht einfach nicht im Sinne der Kinder.

    Das "evtl". ändert an deiner Unterstellung nicht das Geringste! Das dient nur der Rückversicherung gegen Angriffe, wie man sieht.


    Aber eines ist klar: du bist der große Weise, der einzige, der die Wahrheit kennt. Alle, die anderer Meinung sind, sind entweder arme Unwissende oder verschließen sich bewusst der Wahrheit, da sie Diener eines kranken Systems sind, das ihnen selber nutzt oder durch das sie eine wie auch immer geartete Form von Bestätigung erhalten. Das ganze immer leicht von oben herab, gerne mal durch eine übertrieben elaborierte Sprache ausgedrückt und permanent die eigene sprachliche und intellektuelle Überlegenheit herausstellend. Bravo, so überzeugt man Menschen. Dabei vermittelst du zunehmend den Eindruck, dass es dir überhaupt nicht um die Sache geht, sondern darum, die Oberhand zu behalten. Mir reichen Deine Unterstellungen, Mutmaßungen und auf unbegründeten Behauptungen aufgebauten Argumentationen jedenfalls langsam. Was soll ich mich darüber noch weiter ärgern, das blende ich doch - respektlos und dumm, wie ich bin - lieber aus. Ich wünsche noch gutes Gelingen auf deinen Kreuzzug!

    Bernd Schneider z.B. hätte bei dir schon als 12-jähriger evtl. keinerlei Chance mehr erhalten (fehlende Grundschnelligkeit), wäre abgeschrieben worden, schätze ich, oder?

    Wieder so eine Behauptung, die jeder Grundlage entbehrt. Zum einen hast du sicherlich keine Kenntnis darüber, wie schnell Bernd Schneider mit 12 Jahren war, zum anderen unterstellst du, dass TW-Trainer ihn aussortiert hätte. Ich bin mehr und mehr verwundert, wie du annehmen kannst, in dieser Art und Weise irgendjemand überzeugen zu können. Mit dieser Art wirst und musst du scheitern, egal wie legitim dein Anliegen möglicherweise sein mag.

    Gibt es auch Regelungen innerhalb eines D-Jugend-Jahrgangs im FVN?
    Also kann sich bspw. ein D1-Spieler in einer D2 festspielen, wenn er dort spielt?

    Ich verstehe die Frage nicht. Ein D1-Spieler darf in der D2 nur dann spielen, wenn er 10 Tage nicht für die D1 gespielt hat. Spielt er dann in der D2, kann er jederzeit wieder in die D1 rücken. Macht er aber innerhalb von 4 Wochen 2 Spiele in der D1, ist er erneut dort festgespielt und darf er erst wieder nach der 10-Tage-Frist in der D2 spielen. Generell bezieht sich das "Festspielen" immer auf die höhere, nicht auf die untere Mannschaft. D1-Spieler können also so ohne weiteres nicht in der D2 eingesetzt werden, umgekehrt ist das kein Problem. Beantwortet das deine Frage? Ansonsten bitte den Fall genauer schildern.


    So ist es zumindest im FVN.