Obwohl wir ansonsten in unserer F1 relativ konsequent mit Positionsrotation spielen, haben wir praktisch einen festen Torwart. Ab und zu spielt der Junge auch mal eine Halbzeit im Feld, aber meistens steht er im Tor, weil er dort gerne spielen möchte. Der Grund dafür ist aber nicht, dass er sich dafür berufen fühlt oder dort überragend gut ist, sondern dass ihm auf dem Feld die fußballerischen Mittel fehlen und er auch nicht wirklich gerne viel läuft. Da der Bewegungsdrang bei den anderen Spielern sehr ausgeprägt ist, ist keiner so richtig scharf darauf im Tor zu spielen, außer hier und da mal eine Halbzeit. So hat unser Torwart dort seine Nische gefunden und sich "eingerichtet". Wenn er einen guten Tag hat, ist er auch ganz brauchbar auf der Position. Deshalb haben wir ihn in die F1 mitgenommen, was wir hinsichtlich seines fußballerischen Vermögens auf dem Platz ansonsten nicht getan hätten. In den letzten Wochen wirkt er aber mehr und mehr teilnahmslos und wenig engagiert. Vor allem in den Spielen steht er oft nur da und schaut den Bällen nach. Unsere Mannschaft ist zum Glück stark genug, das zu kompensieren, so dass es immerhin keine Meckereien gegen den Torwart gibt, zumindest noch nicht. Wir bemühen uns im Training sehr, ihn zu motivieren und ihm Dinge beizubringen. Meistens kümmert sich meine Kollege 20 bis 30 min. nur um den Torwart, während ich den Rest bei Laune halte. Danach reihen wir ihn dann in die Trainingseinheiten der Feldspieler ein, damit er auch fußballerisch weiter kommt. So langsam sind wir aber mit unserem Latein am Ende. Wir möchten den Jungen aber auch nicht ich die F2 geben, obwohl dort Spieler wären, die fußballerisch besser sind, weil wir glauben, dass er dann komplett "einknickt". Was würdet Ihr tun?
Beiträge von Ranwie
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Welchen Sinn soll es haben, einer Mannschaft mit 18 Spielern, noch 2 hinzuzufügen?? Das einzige Ergebnis wird dann wohl sein, dass die schwächeren Kinder noch weniger spielen werden, als dies bei 18 Spielern vermutlich schon der Fall ist, da es Vorstand und Obmann ja offenbar nur um die Ergebnisse geht. *kopfschüttel*
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Eigentlich sollten Spieler in den Mannschaften spielen, in die sie jahrgangsmäßig gehören. Ansonsten ist eine vernünftige Planung der Mannschaften kaum möglich. Sicherlich gibt es mal den ein oder anderen Überflieger, der höher spielen sollte, weil er ansonsten unterfordert ist. Manchmal macht es auch Sinn gute Spieler hoch zu nehmen, weil z.B. in der C sehr viele Spieler sind und in der B zu wenig. Generell sollte das aber immer die Ausnahme bleiben.
Ich kenne es aus meinem Verein so, dass Mannschaften sich in der Vergangenheit häufig in der G- oder F-Jugend gebildet haben und dann von Jahr zu Jahr weiter aufgestiegen sind. Dabei blieb der Kader unabhängig vom Jahrgang unverändert zusammen. Ich vermute, dass das auch bei Euch der Fall ist. Das führt aber immer wieder zu den von Dir genannten oder ähnlichen Problemen. Je länger die Kinder zusammen spielen, desto schwieriger ist es natürlich, sie später "auseinander zu reißen". Daher sollte zunächst mal eine generelle Regelung bestehen, die besagt, welche Jahrgänge in welchen Jugend spielen und ob und welche (wenigen) Ausnahmen es geben darf.
Man hat dann zwei Möglichkeiten: die Regelung bei den sich neu bildenden Mannschaften umsetzen und bei den bestehenden Teams die Abweichungen zu tolerieren oder zu einem passenden Zeitpunkt einen konsequenten Schnitt zu machen. Ich halte letzteres für sinnvoll. Mitten in der Saison ist dafür allerdings nicht der richtige Zeitpunkt.
In Eurem Fall ist das ziemlich komplex. Du musst Dir die Frage stellen, warum Du die jüngeren Spieler behalten willst? Weil Du es für richtig hältst, dass Spieler unabhängig vom Jahrgang da spielen, wo sie gerne möchten oder weil es gute Spieler sind, die Du ungern abgibst? Die Spieler müssen sich die Frage stellen, ob es wirklich so schlimm ist, in der anderen Mannschaft zu spielen. Der Vorstand muss sich die Frage stellen, ob es Sinn macht hier mit der Holzhammer-Methode vorzugehen. Hat die C-Jugend zu wenig Spieler, ist für mich der Fall klar. Hat sie zu wenig gute Spieler, könnte man abwägen. Spielt sie mit den neuen Spielern um den Aufstieg oder kann sie dadurch eine höhere Klasse halten, macht es vielleicht Sinn. Wenn nicht, besteht kein Grund zu diesem Zeitpunkt derart rigoros vorzugehen.
Aus meiner Sicht liegt hier der Fehler ganz klar beim Vorstand bzw. der sportlichen Leitung, da man offenbar entweder jahrelang keine klare Regelung festgelegt hat oder die Nichteinhaltung dieser Regelung toleriert hat. Diesen Fehler jetzt adhoc auf den Schultern der Spieler auszutragen, geht gar nicht. Der Vorstand muss erstmal einen generelle Regelung festlegen und einen vernünftigen Zeitpunkt vorschlagen, ab wann die zu gelten hat. Dies kann aus meiner Sicht nur der Beginn der Saison 2010/2011 sein.
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Tje, überall der gleiche Spaß mit den Eltern. Gerade bei der Einteilung der Kinder auf Mannschaften gibt es immer wieder Stress, weil Eltern aus irgendwelchen Gründen immer zu denken scheinen, ihre Kinder seien zu "höherem" berufen. Immer die gleichen Forderungen unterstützt von dem Nachsatz, dann hört mein Kind auf oder geht woanders hin, blablabla. Ich weiß ja nicht, wie es bei Euch ist, aber bei uns sind alle Jugendbetreuer ehrenamtlich, die meisten sind Väter von Kindern ihrer Mannschaft. Vielen Eltern ist überhaupt nicht klar, was die Betreuer eigentlich leisten, wie viel Zeit sie verwenden, wie sehr sie sich darum bemühen, für alle Kinder das beste rauszuholen und wie schwierig gerade die Einteilung von Mannschaften ist. Ich habe in den letzten Wochen ähnliche Gespräche zu Hauf geführt. Stets stellen Eltern, die sich nicht engagieren, Ansprüche an andere Eltern, die ihre Freizeit dafür verwenden dafür zu sorgen, dass Kinder anderer Leute Fußball spielen können. Mach das mal zuerst diesem Vater klar.
Bei uns läuft das so ab: Der Trainer der 1. Mannschaft sucht sich seine 10 oder 11 Kinder (bei 7er Teams) aus, dann ist der Trainer der 2. Mannschaft dran usw. Dabei spielt es auch keine Rolle, wie lange ein Kind schon in der Mannschaft ist, wir gehen (relativ) strikt nach dem Leistungsprinzip vor, wobei gewisse soziale Komponenten im Ausnahmefall berücksichtigt werden. Leistungsprinzip deshalb, weil nur in homogenen Gruppen ein vernünftiges Training gemacht werden kann, in dem keiner über- oder unterfordert wird. Nur in homogenen Gruppen kommen alle Kinder gleich zum Zuge. Auch das kann man den meisten Eltern i.d.R. vermitteln. Für manche Kinder ist es einfach besser, in der 2. zu spielen, auch wenn die Eltern das gerne anders hätten. Es gibt natürlich immer mal wieder Grenzfälle, wo man diskutieren kann. Das sollte man auch tun. Als Trainer weiß man normalerweise besser Bescheid wie gut oder auch wie fleissig ein Kind beim Training und im Spiel ist. Das müssen Eltern einfach auch mal akzeptieren. Tun sie das nicht, muss man ihnen auch ganz klar sagen, "Ich bin der Trainer und ich entscheide. Wenn Du es anders willst, dann zieh Dir selbst den Trainingsanzug an und stell Dich jede Woche hier hin." Wichtig ist, dass man die Rückendeckung des Vereins hat. Das sollte sich aber eigentlich von selbst verstehen. Meine Erfahrung ist, dass Eltern die immer nur stänkern, besser woanders hin gehen, egal wie talentiert ihr Kind ist. Es ist manchmal schade um/für die Kinder, aber nicht Du bist dafür verantwortlich, sondern deren Eltern. So traurig wie das manchmal für die Kinder ist. Ich gebe zwar nicht so schnell auf, aber ich persönlich lasse mich nicht mehr für die Kinder anderer Leute von deren eigenen Eltern zum Larry machen.
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Wenn Du sagst, das Verhältnis zur Mannschaft sei gut und die Jungs trotz der Niederlagen Spaß haben und Du auch, dann ist doch alles in Butter. Wenn in der Mannschaft eine gute Stimmung herrscht, obwohl ihr ständig verliert, dann kannst Du doch stolz auf das Team (und auf Dich) sein, das Euch das trotz der "Misserfolge" gelingt. Offensichtlich haben Deine Jungs dann auch den Sinn des Spiels besser verstanden als andere. Bewegung, Gruppenerlebnis, Freundschaften und Spaß sind das, worauf es im Breitensport ankommt. Orientier einfach Deine eigenen Ansprüche als Trainer am Erreichbaren und alles ist gut.
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Mein F1-Junioren sind eigentlich ein recht disziplinierter Haufen, aber natürlich schlagen die auch mal über die Stränge. Sind halt 7- oder 8-jährige Jungs, die nicht Woche für Woche über 90 Minuten die Konzentration auf Maximum halten können. Nun weiß jeder von uns, dass man den "Blödsinn" je nach persönlicher Stresslage mal mehr mal weniger gut ertragen kann. Zuletzt haben wir das Training 10 min. vor Ende abgebrochen, da die Kinder wirklich nur noch rumgekaspert haben. Wir haben den Jungs sachlich aber bestimmt erklärt, dass das so nicht geht. Dabei sind wir nicht laut geworden und für die Jungs war das dann auch okay. Nachher tat es mir allerdings doch ein wenig Leid, weil die Kinder eigentlich nichts dafür konnten. Wir Trainer waren an dem Tag extrem gestresst und konnten den Blödsinn, mit dem wir sonst lockerer umgegangen wären, einfach nicht ertragen.
Einen Tag später hab ich mich dann gefragt, ob man den Drang der Kinder zum Unsinn machen nicht einfach zulassen, aber kanalisieren kann/sollte. Im Rahmen eines 90minütigen Trainings kann man ja leicht ein oder zwei kurze Übungen unterbringen, bei denen die Kinder einfach ausgelassen und albern sein können, sich sozusagen "ausblödeln" können, um danach die Konzentration wieder aufzubauen. Ich halte das inzwischen für eine sehr brauchbare Idee, aber mir fehlen noch die passenden Übungen/Spiele. Hat dazu jemand ein paar Ideen oder wie löst Ihr das "Problem"?
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Macht es Euch doch nicht so schwer!
Die trainieren immer zusammen auf dem Platz, ein Grossfeld sollte reichen für 3 Kleinfeldmannschaften.Jap, so machen wir es auch. Alle Mannschaften einer Jugend trainieren zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Es gibt mannschaftsinterne und mannschaftsübergreifende Einheiten. So lernen sich die Kinder untereinander besser kennen und alle Trainer haben einen guten Überblick über den Entwicklungsstand der Kinder.
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Also zunächst mal, muss man Gruppen von halbwegs homogener Leistung schaffen, um die Kinder entsprechend ihrer Fähigkeiten fördern zu können. Alles andere bringt die Kinder nicht weiter. Insofern ist es logisch, dass es i.d.R. ein Leistungsgefälle zwischen D1, D2 und D3 gibt. Das wird von den Kindern auch problemlos akzeptiert. Mancher ist sogar froh, wenn er in der D3 spielen darf, weil er es da gemütlicher hat, andere wollen unbedingt D1 spielen. Die meisten haben aber schon die Ambition "höher" zu spielen.
Es geht ja auch nicht darum, den Kindern zu sagen "wenn Du nicht regelmäßig kommst, musst Du in die D3". So eine Aussage wertet die Mannschaft in der Tat ab und führt dazu, dass die D3 das Auffangbecken für die Unzuverlässigen wird. Es geht darum, den Kindern klar zu machen, dass Sie eine gewisse Verpflichtung gegenüber ihrer Mannschaft haben. Ob dies nur die D1, D2 oder D3 ist, spielt keine Rolle. Die Kinder, die ohne triftigen Grund regelmäßig fehlen, hätten bei mir auch in der D3 keine Chance.
Daher halte ich es für notwendig, heraus zu bekommen, welche Ambitionen die Kinder haben und welche Gründe für die Unzuverlässigkeit vorliegen und dann im Einzelfall zu entscheiden.
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Nette Idee, aber in diesem Alter m.M. völlig unangebracht. Die Jungs sind 7 oder 8 Jahre alt und sollen überhaupt nicht über ihre Stärken und Schwächen oder über irgendwelche Zielsetzungen nachdenken müssen und erst recht sollen sie nicht das Gefühl haben, an etwas "arbeiten" zu müssen! Sie sollen einfach nur Spaß am Fußball haben und dies möglichst stressfrei und unbelastet.
Die Stärken und Schwächen jedes einzelnen zu erkennen und daran zu arbeiten, ist allein Deine Aufgabe als Trainer. Du siehst doch ganz deutlich und viel besser als die Kinder, was sie können und was nicht. Gestalte Dein Training entsprechend und dann passt das schon. Allerdings ist es doch meistens auch so, dass in diesem Alter alle Kinder in allen Bereichen noch deutlich zulegen können, auch die Besseren. Wenn Du beim Training die Ausbildungsziele für die F-Jugend (Koordination, Dribbling, Finten, Zweikampf und Torschuss) bedienst, werden sich alle verbessern, ohne dass das Training auf einzelne Stärken und Schwächen einzelner Spieler ausgerichtet sein müsste. Natürlich kann und sollte man Schwerpunkte setzen, wenn man feststellt, dass die eigene Mannschaft gegenüber anderen Teams in bestimmten Bereichen hinterherhinkt.
Es bedarf auch bei den Kleinen - im Gegensatz zu älteren Jahrgängen - keiner Diskussion darüber, was jeder einzelne noch verbessern muss. Wenn Du zu einem F-Jugendlichen sagst "Du musst Schießen üben", dann macht es das Kind i.d.R. ohne es zu hinterfragen, denn Du bist der Trainer und der Trainer ist der Boss und hat (fast) immer Recht.

Mit dem Thema Selbstreflexion und persönliche Zielsetzung kannst Du dann vielleicht in der D- oder C-Jugend mal langsam anfangen.
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Unzuverlässiges Erscheinen kann viele Gründe haben, die man mal mehr und mal weniger gut akzeptieren kann. Kennst Du die bei jedem einzelnen Spieler? Dem ein oder anderen ist vielleicht auch gar nicht klar, dass er nur in der D2 und später in der D1 spielen kann, wenn er zuverlässig erscheint. Ich würde mit den betroffenen Spielern und deren Eltern ein Gespräch führen, um zu sehen, ob es Möglichkeiten gibt, die Ursachen zu beseitigen. Erst dann würde ich entscheiden, wer wohin kommt.
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Ich glaube auch, dass das noch nicht so richtig klappt. Aber es würde mich mal interessieren, was Du damit bezweckst?
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Glücklicherweise sind wir 3 Trainer in der neuen Saison. Somit übernimmt jeder eine Gruppe.
Öh, dann versteh ich das Problem nicht. Wie ist das mit dem Zusammenlegen denn dann gemeint?
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Schwer zu sagen, ohne die Kinder zu kennen. Allerdings ist der Ansatz "die Schwächeren lernen von den Stärkeren" nur dann realistisch, wenn das Gefälle nicht zu hoch ist. Wir haben in der kommenden Saison in unserer F-Jugend exakt das gleiche Problem. Eine sehr starke F1, eine gemischte F2 und eine relativ schwache F3. Idealerweise macht man dann 3 Gruppen, wenn genügend Trainer da sind. Kann man nur 2 Gruppen bilden, ist es fraglich, ob es Sinn macht, eine Gruppe mit 10 und die andere mit 20 Kindern zu haben. Wir werden unser Kinder wohl 2 in Gruppen von etwa gleicher Zahl aufteilen. So hat man bei den Stärkeren auch mal ein paar Kinder dabei, die auf dem Sprung stehen und dann entsprechend mehr gefordert sind. Bei den Schwächeren sind dann aber immer noch ein paar dabei, die die anderen mitziehen können. Von Woche zu Woche kann man die Gruppenzusammenstellung je nach Anwesenheit und Entwicklungsstand variieren. So lernen sich die Kinder auch unter einander besser kennen.
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Ja, das ist schon traurig. Ich kann Deinen Frust gut verstehen und es ist auch nicht tröstlich, dass sich die Bilder überall gleichen. Hinter den übertriebenen Ansprüchen und dem Leistungsdenken stecken immer die Eltern und zwar vor allem diejenigen, die von Kinderfußball nicht die Spur einer Ahnung haben. Wir sind auch nur ein Dorfverein, aber wir fahren gegenüber den Eltern inzwischen eine ganz klare Linie.
Wir halten regelmäßig Elternabende ab, bei denen wir unsere Philosophie und unser Konzept (Positionsrotation, alle Kinder gleiche Spielzeit, kein Coaching durch die Eltern am Spielfeldrand, usw.) vorstellen und zwar nicht als Vorschlag zur Diskussion sondern als Faktum. Wir lassen uns auch bei der Zusammenstellung der Mannschaften und auch bei der Aufstellung nicht reinreden. Wer das nicht akzeptiert, der muss woanders hingehen. Ganz einfach. Wenn man den ein oder anderen Spieler verliert, ist das nicht weiter tragisch. Das passiert sowieso bei denen, die sich für "Stars" halten oder bei den ganz ganz wenigen, die wirklich außergewöhnlich talentiert sind. Lieber mal einen leidlich begabten Spieler verlieren, als ständig Unruhe zu haben.
Um das durchzuziehen braucht es natürlich Betreuer, die offen sind und sich mit der Sache "Kinderfußball" kritisch auseinander setzen und daraus konsequent handeln.
Ich bin übrigens auch Vater und Trainer in Personalunion, wie auch mein Kollege in unserer Mannschaft und ich glaube nicht, dass das schlecht sein muss, wie einige hier schreiben. Es gibt halt gute und schlechte Betreuer, egal, ob die nun eigene Kinder in der Mannschaft haben oder nicht. Wenn man das eigene Handeln kritisch hinterfragt, wird man immer einen Weg finden, für alle Kinder das beste rauszuholen.
Ich kann Dir nur raten, Dich selbst zu engagieren, wenn Du etwas ändern willst. Ich habe das auch getan. Erst eine Mannschaft übernommen und Erfahrung gesammelt, inzwischen bin ich 2. Jugend-Obmann, kümmere mich um die jüngeren Jahrgänge und arbeite massiv daran, alte Denkstrukturen in den Köpfen meiner Trainerkollegen und denen der Eltern aufzulösen. Das gelingt nicht bei jedem, aber bei vielen. Ansonsten versuch Dir Hilfe von Außen zu holen. Wenn Du im Umfeld von München wohnst, dann gibt es dort einige Vereine, die professionelle Jugendarbeit machen. Nimm mal Kontakt auf und versuch dort einen Jugendbetreuer zu finden, der den Betreuern (und evtl. Eltern) in Deinem Verein mal vorstellt, wie man anderenorts mit dem Thema "Kinderfußball" umgeht. Alle Betonköppe wird man damit sicher nicht knacken können, aber der ein oder andere wird vielleicht verstehen, worum es geht.
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Gibt es dazu Literatur oder Vorschriften, die ich zitieren könnte?
Vorschriften nicht, aber eine sehr eindeutige Empfehlung des DFB:
"Auch weniger begabte Spieler bleiben nicht außen vor, sondern werden immer wieder in das Spiel einbezogen!"
"Die Kinder müssen das Spiel auf verschiedenen Positionen erleben! Auch auf der Torhüter-Position wechseln!"
"Im Spiel nur sporadisch eingreifen – dabei immer anfeuern, ermutigen und loben!"
"Grundsätzlich müssen die Kinder lernen, selbst zu entscheiden!"
usw.Das sollte eigentlich für jeden Trainer "offiziell" genug sein!
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Das Geschrei am Spielfeldrand ich eine absolute Unart, die im Jugendfußball unbedingt eingedämmt werden muss. Wer rumschreien will, soll in ein Bundesliga-Stadion gehen. Da bringt das Geschrei übrigens genauso viel wie auf dem heimischen Fußballplatz.

Dass sich solche Eltern von anderen Eltern nicht belehren lassen, ist wohl nicht zu ändern. Ich verstehe allerdings den Trainer nicht. Ich an seiner Stelle würde mir die Schreierei verbitten. Bei uns werden die Eltern bereits in den jüngsten Jugendmannschaften aufgeklärt, warum sie das "Coaching" unterlassen sollen. Die meisten kapieren das auch und sind guten Willens. Spätestens, wenn man sie dann zwei oder dreimal ermahnt hat, ist in der Regel Ruhe. Bei den Härtefällen, die es partout nicht verstehen wollen, kann dann auch ein Platzverweis ausgesprochen werden. Ich bin da inzwischen ziemlich radikal und würde sogar so weit gehen, ein Spiel abbrechen zu lassen, wenn Eltern sich nicht benehmen können. Als Trainer muss man da ganz klar Stellung beziehen. Wenn der Trainer die Eltern anspricht und ihnen sagt, dass er das Spiel abbrechen lässt, wenn das Geschrei nicht aufhört, dann wirkt das Wunder. Insbesondere dann, wenn die Eltern wissen, dass er das auch durchzieht. Dazu muss der Trainer aber 100%ig dahinter stehen und auch die Rückendeckung des Vereins haben. Das funktioniert natürlich nur, wenn der Trainer auch in dieser Hinsicht Vorbild ist.
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Noch ein kurzer Nachtrag. Viele Eltern, vor allem von jüngeren Spielern, scheinen zu glauben, wenn ihr Kinder halbwegs den Ball geradeaus treten können, wäre sie Super-Talente und bedürfen einer Sonderbehandlung. In der Regel ist das mit dem Talent aber relativ schnell gegessen, wenn man sich mal ein wenig umschaut. Vergleicht man die besten Spieler im eigenen Verein mit den besten anderer Mannschaften im Kreis, fallen schon einige durch. Bewegt man sich weiter nach außen, bleibt oft sehr schnell keiner mehr über, der mit anderen wirklichen Talenten mithalten kann. Den Eltern fehlt aber oft dieser Vergleich. Sie sehen nur die Spieler der Mannschaft ihrer Sprösslinge und ab und an mal die Spieler der gegnerischen Mannschaften und kommen zu dem Schluss, dass sie einen kommenden Nationalspieler in die Welt gesetzt haben. Wer sich mit solchen Eltern rumschlagen muss, dem kann ich nur empfehlen, denen den folgenden Link zuzusenden (die meisten von Euch werden es sicher kennen):
http://www.youtube.com/watch?v=jl_SYtWJyoQWer danach keine Demut zeigt, dem ist nicht zu helfen!

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Naja, gute Spieler gibt es überall, d.h. aber nicht, dass man jeden, der ein wenig heraus sticht sofort und notwendigerweise in eine höhere Mannschaft stecken muss, erst recht nicht, wenn wir über die unteren Jahrgänge sprechen. Insbesondere dann nicht, wenn dieser Wunsch nur vom Spieler (oder den Eltern) kommt. Hier noch mal ein Beispiel aus meinem Team:
Ich habe in meiner Mannschaft (F2) einen weiteren Jungen (Jg. 2001), der noch deutlich stärker ist als der 2002er, von dem ich oben sprach (ersten Beitrag in diesem thread). Wenn der in der F1 aushilft, gehört er dort zu den 3 besten Spielern, vom Spielverständnis ist er sogar weiter als alle anderen (beim letzten F1 Turnier hat er als Mittelfeldspieler von 8 Toren 2 geschossen und 5 vorbereitet). Trotzdem bleibt der Junge in der F-Jugend, weil er sich dort sehr wohl fühlt, er sich dort sehr gut entwickelt und er auch die Entwicklung der anderen Spieler unterstützt. Ein Spieler, der über dem Niveau, der anderen spielt, tut den meisten Mannschaften gut, sofern er sich in den Dienst der Mannschaft stellt. Meine anderen Jungs profitieren sehr von diesem Spieler, da er kein Einzelspieler ist, sondern sehr mannschaftsdienlich spielt. Er hilft hinten aus, holt sich die Bälle, schleppt sie nach vorne, spielt die anderen frei, bereitet die Tore vor und ist damit maßgeblich am Erfolg der Mannschaft und auch an den persönlichen Erfolgserlebnissen der schwächeren Mitspieler beteiligt. Die anderen wiederum können sich sehr viel von so einem Spieler abschauen und im Training ist jeder besonders motiviert im 1:1 gegen ihn anzutreten.
Es hat sich auch ganz von selbst um den Jungen herum eine Art natürliche Hirarchie in der Mannschaft gebildet, die wir als Trainer weder gefördert noch behindert haben. Der Junge führt die Mannschaft im positiven Sinne an, ohne das für sich selbst auszunutzen. Es gibt so gut wie nie Streit, alles ist sehr harmonisch. Der Junge ist ein Glücksfall für die anderen, ihn aus der Mannschaft heraus zu nehmen, würde alle anderen zurück werfen. Warum sollte man das tun, zumal man nicht weiß, ob er sich in der E-Jugend wirklich besser entwickelt als in der F?
Soweit aus der Sicht des Trainers und der Mannschaft. Auch für den Jungen ist es die bessere Lösung in der F zu bleiben. Er lernt dort, dass er Teil einer Mannschaft ist und die Mannschaft nur als Ganzes funktioniert. Er lernt, dass er anderen helfen muss und es nicht darauf an kommt, immer nur selbst den Erfolg zu suchen. Die Kinder, die immer so hoch gelobt werden und denen ständig erzählt wird, wie toll sie sind und dass sie viel besser sind als ihre Kollegen und eigentlich in einer höheren Mannschaft spielen müssten, drehen oft genug am Rad und entwickeln sich nicht selten zu (brotlosen) Künstlern und Einzelkämpfern, die nur sich selbst im Kopf haben und ständig über andere meckern. Das muss natürlich nicht so sein, aber ich kenne viele solche Beispiele. Daher denke ich, dass es nicht nur eine Frage des fußballerischen Könnens ist, sondern auch eine Frage des Charakters eines Spielers, ob man sich entscheidet einen guten Spieler hoch zu nehmen oder dort zu lassen, wo er altersmäßig hingehört. Dem einen kann dies, dem anderen das andere gut tun.
Noch ein Beispiel: wir haben in unserer F3 ein Gemisch aus 2001er und 2002er. Die stärkeren reißen da gerne mal die Klappe auf und meckern über die schwächeren. Ich nehme die Meckerer dann gerne mal für ein Training mit in meine Mannschaft, wo sie kein Bein auf die Erde kriegen. Dann ist erstmal wieder Ruhe!

Letztlich bin ich fest davon überzeugt, dass die Charakterschulung in dem Alter viel viel wichtiger ist, als die Fokussierung auf die fußballerische Entwicklung. Letztere kommt bei den guten Spielern meistens sowieso, egal ob man sie nun eine Klasse höher oder niedriger spielen lässt. Die charakterliche Entwicklung ist aber viel weniger ein Automatismus und dazu gehört auch zu lernen, dass man sich Mannschaft und Mitspieler nicht aussuchen kann, nur weil man ein wenig besser kicken kann also die anderen...
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aber darüber wolltest du ja nicht sprechen, richtig?
Doch klar, gerne sogar. Bin für Argumente dankbar!
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Ist es eigentlich zulässig einen F-Jugendspieler des jüngeren Jahrgangs in der E-Jugend spielen zu lassen? Ich habe hier irgendwo gelesen, dass nur der ältere Jahrgang vorzeitig aufsteigen darf. Ist das so und wenn ja, gibt es dazu eine offizielle Quelle? Ich konnte beim FVN (Niederrhein) zu dem Thema nichts finden.
Wir haben da nämlich einen sehr talentierten Spieler des Jahrgangs 2002 der unbedingt in der kommenden Saison mit seinem 2 Jahre älteren Kumpel in die E-Jugend möchte. Ich halte das nicht für sinnvoll, auch wenn er körperlich und fußballerisch dem 2000er Jahrgang (zumindest im Moment) in nichts nachsteht. Bevor wir aber in die leidige Sinndiskussion mit dem Spieler und den Eltern einsteigen, wäre es einfacher, wenn wir uns auf eine offizielle Regelung berufen könnten.
