Beiträge von Ranwie

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    Ich weiß, dass hört sich egoistisch an. Aber warum soll man etwas auseinander reissen, was gut funktioniert?

    Weil das Bessere der Feind des Guten ist. ;)


    Wir haben uns diese Frage vor zwei Jahren auch gestellt und haben uns entschieden, ganz klar nach Spielstärke einzuteilen. Natürlich gab es zum Teil heftige Widerstände, weniger von den Kindern, als mehr von Eltern und Betreuern. Wir haben alle Mannschaften neu sortiert, Gespräche geführt, den ein oder anderen Betreuer ziehen lassen und siehe da, so gut wie alle vorher prognostizierten Probleme erledigten sich von selber. Es gab keine Massenabwanderung von Spielern, die neuen homogeneren Teams funktionieren bestens. Ich kann nur dazu raten, irgendwann einen Schnitt zu machen und zwar unbedingt über alle Mannschaften. Es lohnt sich - für die Kinder und auch für den Verein. Die Gründe und Vorteile hat Andre bereits ausführlich beschrieben.

    Religion ist ein Erwachsenending, das ist mal Fakt. Ab einem bestimmten Alter sind Kinder bzw. Jugendliche möglicherweise in der Lage, sich damit kritisch auseinander zu setzen und einen echten eigenen Glauben zu entwickeln. Vorher ist es nur das Befolgen von Regeln und Riten, die die Eltern vorgeben. Mehr nicht. Natürlich kann ich den Leuten nur vor den Kopf gucken, aber dass kleine Kinder wirklich tief religiös sein sollen, kann mir keiner erzählen. Genauso wenig wie sie tief politisch sein können, weil sie beide Dinge in Ihrer Gänze und Tiefe einfach nicht erfassen und verstehen können. Ich kenne Kinder, die gerne in die Kirche gehen, weil ihnen die Gemeinschaft, die Riten, das Singen usw. gefällt. Mit Religiosität hat das aber nichts zu tun.


    Wenn eine Damenmannschaft in einem muslimischen Land mit Kopftuch aufläuft, hab ich das nicht zu kommentieren. Wie sollte ich auch? Es sind doch erwachsene Menschen. Aber wir sprechen hier von Kindern. Du sagst, "ein Kopftuch tut niemanden weh", ich meine es ist Ausdruck der religiöser Unterdrückung von Kindern durch ihre Eltern. Das hört sich vielleicht krass an, aber genau so ist es. In allen Bereichen des Lebens wird heutzutage hinterfragt, ob das, was wir tun, gut für unsere Kinder ist. Manchmal schon so sehr, dass einem schlecht wird. Nur die Religion lässt keinerlei Sinnfragen zu. Die Wünsche der Kinder werden den Regeln der Religion untergeordnet und basta. Wir reden immer so viel von Toleranz, aber wenn es um Religion geht, ist es mit der Toleranz gerade bei den Gläubigen sehr schnell vorbei.


    Toleranz und Religion ist ohnehin so ein Reizthema für mich. Religion erwartet immer, überall und von allen Toleranz, bringt aber selber wenig davon auf. Alle monotheistischen Religionen haben ihren einzigen wahren Gott und schließen andere Glaubensansätze in Grundsatz aus. Dass man andere Religionen hinnimmt, hat mit Pragmatismus zu tun, aber nicht mit den Glaubensgrundsätzen. Jede Religion möchte am liebsten die anderen verschwunden sehen. Soviel zum Thema Toleranz.


    Toleranz ist keine Einbahnstraße. Soll doch die Religion mal Toleranz gegenüber anderen, z.B. dem Sport beweisen. :thumbup:

    Andre, ausnahmsweise bin ich mal nicht Deiner Meinung. Bei uns tragen die Kinder nur Kopftücher, wenn sie Kopfläuse haben. ;) Aber mal im Ernst, veraltete Regeln hin oder her, ich finde, dass religiöse Symbole generell im Sport nichts zu suchen haben!


    Die Frage ist dann nämlich auch, welche Symbole lässt man zu und welche nicht? Kopftuch? Okay. Turban? Kommt drauf an (auf die Höhe ;)). Burka? Auf keinen Fall. Warum auf keinen Fall? Verletzungsgefahr besteht dabei auch nicht. Welchen Grund sollte es also geben, die Burka nicht zuzulassen, wenn man das Kopftuch zuläßt? Weil man sich darin nicht bewegen kann? Na und? Sicherlich gibt es auch in anderen, kleineren Religionen ungewöhnliche "Kleiderordnungen". Sollte man das alles tolerieren? Ich finde, nein!


    Dass Kinder möglicherweise die Leidtragenden sind, finde ich sehr sehr bedauerlich. Aber bringen wir es doch mal auf den Punkt. Was heißt eigentlich "aus religiösen Gründen"? Will das Kind das Kopftuch tragen, weil es damit eine tiefe Verbundenheit zu seiner Religion spürt? Wohl kaum. Kinder sind generell unreligiös und werden von ihren Eltern in eine Religion geboren und hinein erzogen, die sie in jungen Jahren überhaupt nicht verstehen können, mit der sie aber leben und deren Regeln sie akzeptieren müssen, weil die Eltern das so wollen. Kinder haben kaum eine Wahl sich für "ihren eigenen persönlichen Glauben" zu entscheiden. Das finde ich bedauerlich. Religionsfreiheit herrscht halt nur in der Ausübung, nicht aber in der Wahl der Religion. Wie Eltern aus "religiösen Gründen" die legitimen Wünsche ihrer Kinder missachten können, ist mir rätselhaft. Durch das Zulassen von religiösen Symbolen im Jugendsport unterstützt man diese Haltung. Das möchte ich persönlich nicht, weil es nicht im Sinne der Kinder ist.


    Wenn man fundamentalistische Haltungen in Religionen aufbrechen möchte, sehe ich hier einen Ansatzpunkt. Gibt man aber den Forderungen nach, festigt man diese Haltungen.

    Wenn man weiß bzw. die Erfahrung gemacht hat, dass der Kollege auf der anderen Seite wenig vernünftig ist, hilft aus meiner Sicht nur die Vermeidungsstrategie. Oft ist es ja so, dass man die Gegner kennt und weiß, bei wem es Stunk geben könnte. Je nach Spielverlauf und allgemeiner Stimmung sollte man dann vielleicht am Spielende schnell seine Kinder "einsammeln" und weiteren Kontakt mit dem Gegner vermeiden. Man muss ja nicht gleichzeitig in die Kabinen gehen. Wenn es die örtlichen/baulichen Gegebenheiten zulassen, könnte man bei bestimmten Mannschaften auch im Vorfeld schon dafür sorgen, dass man sich beim Gang in die Kabinen nicht in die Quere kommt.

    trainer2005, Du hast natürlich völlig Recht, aber manchmal entwickeln Diskussionen eine in verschiedener Weise ungewollte Eigendynamik. Für mich soll das Thema damit dann auch erledigt sein. Und um über Dich herzufallen, fehlen mir leider die Angriffspunkte. ;)


    Zum eigentlichen Thema kann ich mangels Erfahrung leider - oder sollt ich sagen zum Glück? - wenig beitragen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich in so einer Situation spontan erstmal sprachlos gewesen wäre und dass es mir auch schwer gefallen wäre besonnen zu reagieren. Nun, wo das Ganze thematisiert ist, wäre es sicherlich leichter, damit umzugehen. Ich denke auch, dass es der beste Weg ist, den gegnerischen Trainer beiseite zu nehmen und sich ruhig aber entschieden über das Verhalten des Spielers zu beschweren.


    Einer der Vorredner sagt, "Wenn es zu einer Verbalen Auseinandersetzung mit einem fremden (vor allem aus Sicht des Jungens gegnerischen!) Erwachsenen gekommen ist, die ersten Worte also gewechselt wurden, dann frage ich (Euch/Dich Trainer2005) wie soll der Junge da raus kommen, ohne seinerseits sein "Gesicht zu verlieren" ?" Diese Einstellung kann ich überhaupt nicht teilen. Wer austeilt, muss auch einstecken können. Warum soll er ungeschoren da raus kommen, wenn er das Ganze angezettelt hat. Nur weil er jung ist? Kinder müssen lernen, dass ihr Handeln Konsequenzen hat. Ich bin daher überhaupt nicht der Meinung, dass man so etwas durchgehen lassen kann. Wie soll der Junge denn sonst begreifen, dass er solche Äußerungen in Zukunft besser unterlassen sollte? Vielleicht muss er dafür dann auch einmal richtig das Gesicht verlieren. Im übrigen ist es auch ein Zeichen an die anderen "coolen" Jungs. Die werden nämlich auch nicht gerne in eine Situation kommen, in der sie sich entschuldigen müssen. Andererseits werden sie ansonsten beobachten, dass man dieses Verhalten einfach so durchgehen lässt. Und schon ist die Büchse der Pandora geöffnet.


    Die Frage ist nur, wie man reagiert, wenn der Trainer des Gegners nicht darauf eingeht...

    Immer langsam, von "niveauloser Schreibart", hab ich nie gesprochen. Ich habe es lediglich und ganz explizit als Unsinn bezeichnet, dass Basketball körperlos sein soll. Und deswegen bezeichnest Du mich als niveaulos?! Warum Du Dich persönlich angegriffen fühlst und so aggressiv reagierst, kann ich nicht nachvollziehen. Es war nie meine Absicht Dich persönlich anzugreifen. Wenn Du Dich an dem Wort "Unsinn" stößt, so bin ich gerne bereit das zurück zu nehmen und durch "falsch" zu ersetzen.


    Ansonsten habe ich, genau wie Du, beschrieben wo ich die Gründe für das unterschiedliche Verhalten in Fußball und Basketball sehe, was Du mir offenbar vorwirfst. Du darfst also Deine Sicht lang und breit darstellen, wenn aber jemand anderer Meinung ist und diese detailliert darstellt, dann nennst Du das "die halbe Bibel aufschreiben"?


    Im übrigens lassen sich viele Ballsportarten im Bezug auf ihre technischen, taktischen, körperlichen und konditionellen Anforderungen und Ausprägungen durchaus miteinander vergleichen. Ein Vergleich setzt ja nicht voraus, dass Dinge gleich sind, sondern zielt darauf ab Unterschiede und Gemeinsamkeiten festzustellen. Du sagst ja selber "Fußball ist viel härter als Basketball", also vergleichst Du die beiden Sportarten im Hinblick auf die körperliche Härte. Und aus diesem Vergleich schließt Du, dass sie nicht vergleichbar sind. Muss ich nicht verstehen, oder?

    Ich will jetzt hier keine Religionsdiskussion anzetteln und auch niemandem vor den Kopf stoßen, aber dass sich Religionen scheinbar immer über alle anderen Regeln hinwegsetzen dürfen, geht mir gegen den Strich. Und auch, dass im Angesicht von Religion immer alle unheimlich vorsichtig, verständnisvoll und tolerant werden und bereit sind, auf Forderungen einzugehen und dafür andere Regeln zu brechen, finde ich bedenklich.


    Ich denke, dass sich jeder Trainer auf den Standpunkt zurück ziehen darf, dass die Regeln einzuhalten sind. Wenn dann ein Kind von den Eltern aus "religiösen Gründen" zurück gezogen wird, ist das nicht dem Trainer anzulasten, sondern eine bewusste Entscheidung der Eltern.

    Darüber kann ich mich aufregen: die Fußballschiedsrichter müssen sich zuviel gefallen lassen.

    Ja, das finde ich auch und das liegt m.M. an dem sehr einfachen Regelwerk im Fußball verglichen mit z.B. Basketball. Jeder Depp meint zu sehen, ob ein Spieler Abseits steht, ob es ein Foul war, die Hand im Spiel oder der Ball im Aus. Und jeder tut seine Meinung lauthals kund.


    Noch ein Anekdötchen: Ich habe vor ein paar Wochen auf einem Fußballturnier ein Spiel als neutralen Schiedsrichter gepfiffen. Der Ball befindet sich auf Höhe der Mittellinie, sehr nah an der Auslinie, aber eben noch nicht im Aus. Ich stehe drei Meter neben dem Ball und zeige an Weiterspielen. Da schreit ein Vater, der am anderen Ende des Felder hinter dem zweiten Torpfosten, also mal locker 30 m entfernt steht "Schiri, der war aus!" Ich rufe zurück "Mit welchen Fernglas hast Du das gesehen?" Einige lachen, dann war Ruhe. Aber dieser Einwurf ist einfach so typisch für Fußballzuschauer. Wenn man sich das gefallen oder auf Diskussionen einlässt, dann kann einem so Spiel ganz schnell aus der Hand gleiten.

    Also zunächst mal zu der Frage, wie es sein kann, dass Mannschaften von so unterschiedlicher Spielstärke in einer Gruppe spielen. Unser Staffelleiter (F+E) ist sehr bemüht für leistungsgleiche Gruppen zu sorgen. Allerdings kann er zu Beginn der Saison nicht wissen, wie stark welche Mannschaft ist, d.h. er teilt nach den Ergebnissen er Vorsaison ein. Diese sagen aber nicht viel über die neuen Jahrgänge aus. So muss er erstmal ein paar Spiele beobachten, um sich ein Bild machen zu können. Meist erfolgt die Umverteilung dann vor oder in der Winterpause. Auch die Selbsteinschätzung der einzelnen Mannschaften funktioniert i.d.R. erst nach ein paar Spielen. Die gleichmäßige Einteilung durch den Staffelleiter hat aber auch Grenzen. Unser Landkreis ist dünn besiedelt, es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Vereinen, die noch dazu sehr unterschiedliche Einzugsgebiete haben. Der eine Verein stellt 4 E-Jugendmannschaften, der andere kriegt nur eine zusammen, weil er die 6 F-Jugendlichen, die er noch hat, mit nach oben nimmt. Wenn dann so ein Team in einer E1-Gruppe landet wird es dunkel. Aber man kann halt so oder so damit umgehen, wenn man sieht, dass der Gegner keine Chance hat.


    Eine Mannschaft zurück ziehen und nur noch Freundschaftsspiele gegen gleichwertige Gegner machen? Wie soll das gehen bei einer F3 oder E3? Wo sollen die gleichwertigen Gegner herkommen, wenn schon die anderen F3-Teams aus dem Kreis zu stark sind? Das halte ich nicht für praktikabel.


    Die Probleme sind ja auch allen Trainern im Kreis bekannt, weil das nichts neues ist. Ich wundere mich nur, wie damit umgegangen wird. Unser nächster Nachbarverein hat eine Mannschaft, die im letzten Jahr nur einmal (gegen uns :)) verloren hat. Deren erstes Spiel in dieser Saison endete 24:2. Ich kenne die Mannschaft gut. Das Team ist an sich nicht einmal besonders spielstark, aber der Sohn des Trainers ist ein Riesenkerl, der von der Mittellinie links wie rechts die Bälle unter die Latte ballert. Ich möchte nicht wissen, wie viele von den 24 Buden der gemacht hat und ich könnte wetten, dass der durchgespielt hat, damit Papa am Mittagstisch erzählen kann, dass der Knabe 15 Tore in einem Spiel gemacht hat... Wenn ich in allen Mannschaftsteilen haushoch überlegen bin, dann wird das Ergebnis halt hoch. Da kann man wenig machen. Wenn man aber einen so dominanten Spieler hat, kann der auch mal Pause machen oder in der Abwehr spielen, insbesondere gegen einen Gegner, der eigentlich keiner ist. Wie gesagt, bei meinen eigenen Jungs läuft das so, aber was wenn umgekehrt der gegnerische Trainer nicht von selbst drauf kommt? Sollte man das dann nicht von ihm fordern? Ich hab das noch nie ausprobiert, war noch nie in der Situation, möchte aber meinen leidgeprüften Kollegen einen Rat geben, was sie tun können, um totale Desaster zukünftig zu vermeiden.

    TRPietro: Sorry, aber ich spiele jetzt seit fast 30 Jahren aktiv Basketball und was Du da erzählst, ist einfach Unsinn. Dass dieser Sport alles andere als körperlos ist, weiß jeder, der mal Vereins-Basketball gespielt hat. Das Regelwerk rund um das Foulspiel ist beim Basketball um ein Vielfaches komplexer als das im Fußball und abseits des Balles ist Körperkontakt durchaus erlaubt und da geht es auch ordentlich zur Sache. Das Foul beim Fußball ist fast immer offensichtlich, zumindest ist i.d.R. klar, wer wen gefoult hat. Beim Basketball ist die Grenze zwischen Offensiv- und Defensivfoul fließend und oft nur von erfahrenen Schiedsrichtern zu unterscheiden. Als Spieler weißt Du manchmal selber nicht so genau, ob Du jetzt rechtzeitig gestanden hast oder nicht, also ob es Dein Foul war oder das des Angreifers. Den Zuschauern geht das genauso. Daher glaube ich, dass Basketballer und auch die Zuschauer die Entscheidungen der Schiedsrichter viel leichter akzeptieren als Fußballer und deren Zuschauer. Letztere sehen ja immer alles ganz genau und besser als jeder andere, vor allem besser als der Schiri. ;) Außerdem gibt es beim BB zwei gleichberechtigte Schiedsrichter und das für nur 10 Feldspieler. Das Feld ist viel viel kleiner und die Spieler tummeln sich in der Regel auf einer der beiden Seiten, so dass die Schiedsrichter einen erheblich besseren Überblick haben und viel mehr sehen und hören. Versteckte Fouls, verbale Auseinandersetzung und andere Provokationen werden somit viel leichter wahr genommen und daher auch weniger begangen. Darüber hinaus gibt es beim Basketball keine Schwalben und kein Abseits, zwei weitere Punkt weniger, die oft zu Diskussionen führen. Beim Fußball kann man mit der Hand ein Tor erzielen oder verhindern, ohne dass es der Schiedsrichter merkt. Beim Basketball ist es ziemlich ausgeschlossen, dass ein Korb nicht regelgerecht erzielt oder verhindert wird und selbst wenn, ist er vermutlich nicht spielentscheidend. Das heißt aber, der Vorteil, den man sich beim Fußball durch einen Regelverstoß verschaffen oder der einem durch eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters entstehen kann, ist unverhältnismäßig sehr viel größer als dies beim Basketball möglich wäre. Daher sind auch Emotionen der Benachteiligten größer. Beim Fußball kann eben eine einzige Situation das gesamte Spiel entscheiden. Wenn diese Situation mit einem Regelverstoß verbunden ist, dann wird es haarig. Beim Basketball ist dieses Szenario fast unmöglich. Insgesamt gibt es beim Basketball, obwohl es eigentlich viel mehr Kontaktsituationen zwischen den Spielern gibt, viel weniger umstrittene Entscheidungen und damit weniger Emotionen.


    Und noch ein Punkt, den ich als jemand, der beide Sportarten im Verein jahrelang ausgeübt hat, aus Erfahrung sagen kann: ich habe beim Basketball sehr viel weniger dumme und aggressive Menschen angetroffen als beim Fußball. Das betrifft die Spieler genauso wie die Trainer und die Zuschauer. Warum das so ist? Keine Ahnung.

    bei starker überlegenheit sollte man darauf achten das die eigenen spieler immernoch gefordert werden
    des kann man zum beispiel erreichen in dem man ihrgent etwas vorgibt
    z.b max 2 ballkontakte oder erst nach 10 spielstationen darf aufs tor geschossen werden

    Hm, wir reden hier von F-Junioren Kreisklasse. Solche Übungen klappen bei uns ja schon im Training nicht. ;)

    Im letzten Jahr haben wir mit unserer damaligen F2 im ersten Saisonspiel mit 20:1 gewonnen. Über das Spiel habe ich zuletzt häufiger nachgedacht und bin jetzt sicher, dass ich ein solches Ergebnis heute nicht mehr zulassen würde. Auch wenn wir seitdem nicht mehr gegen einen ähnlich schwachen Gegner spielen mussten, ändern wir unsere Aufstellung (über die übliche Rotation hinaus), sobald wir mit 4 oder 5 Toren führen, soweit, dass es für den Gegner nicht noch schlimmer kommt. Statt einem 12:0 kommt dann am Ende ein 7:4 oder so bei raus. Das muss doch genügen, oder? Ich finde, dass es einfach ein Gebot der Fairness ist, den Gegner - zumal in dieser Altersklasse - nicht völlig nieder zu machen. Ich beobachte aber, dass das die meisten meiner Kollegen offenbar nicht so sehen. Da wird der beste Spieler nonstop auf dem Feld gelassen, damit er auch noch seinen Treffer 9 und 10 machen kann usw. Zuletzt bekam ich mit, wie in einem Spiel der Torwart einer F-Mannschaft, die 12:0 führte, nach dem ersten Gegentor von den Trainern zwar nicht rund gemacht aber doch deutlich kritisiert wurde. Lachhaft! Die letzten Ergebnisse unserer U-13 (Mädels) waren 24:1, 17:0 und 20:3. Das finde ich regelrecht unanständig.


    Die Kollegen aus dem eigenen Verein, kann man sich ja noch zur Brust nehmen, ob das wirklich so sein muss, aber wir haben auch Mannschaften (F3, E3), die jede Woche zweistellige Packungen bekommen. Die Jungs kotz es einfach an, jede Woche so verhauen zu werden. Da nutzt es auch nichts, ihnen zu sagen, das Ergebnisse nicht wichtig sind. Der Frust ist einfach zu groß und die Gefahr dass die Kinder aufhören ebenso. Wie geht Ihr damit um, wenn Ihr hoffnungslos über- oder unterlegen seid? Sprecht Ihr im letzteren Fall die gegnerischen Trainer an und bittet sie, einen Gang raus zu nehmen? Und wenn ja, wie ist die Reaktion darauf? Welche Erfahrungen hab Ihr gemacht? Wie baut man die Jungs auf, damit sie in der nächsten Woche wieder auf den Platz gehen?

    @trainer_2005: Ich kann Deine Schwierigkeiten mit der Umsetzung der Prinzipien des KiFu sehr gut nachvollziehen.


    Wir haben ebenfalls erst vor ein paar Monaten mit unserer F1 angefangen die Prinzipien umzusetzen und, obwohl wir dem Ganzen wirklich offen und positiv gegenüber stehen und den Sinn und die Vorteile genau verstanden und verinnerlicht haben, ist die Umsetzung schwieriger als man meint, zumal wir im Verein damit relativ alleine da stehen. Meine bisherigen Erfahrungen können vielleicht als Beispiel herhalten.


    Gleiche Spielzeiten für alle Spieler, wenig Ansagen von der Linie sind, wie ich persönlich finde, sehr leicht umzusetzen. Meinem Kollegen fällt letzteres allerdings schon deutlich schwerer. Das ist auch eine Frage des Temperaments. Bei der Rotation finde ich das schon schwieriger, weil man unmittelbar die Auswirkungen sehen kann. Da denkst Du manchmal "Mann, das ist doch kein Fußball mehr", weil irgendwann keiner mehr weiß, wo er stehen und wie er laufen soll. Aber das gibt sich (hoffe ich ;) und die Kinder finden es einfach toll, mal hier und mal da zu spielen, selbst dann, wenn man ihnen deutlich ansieht, dass sie mit der neuen Position manchmal so gar nichts anfangen können.


    Man muss ja auch nicht immer die "großen" Dinge ändern. Oft sind es auch die Kleinigkeiten, die die Kinder weiter bringen oder glücklich machen. Letztes Wochenende hatten wir ein knappes Spiel und es gab einen Elfer für uns. Früher hätte mein Sohn den geschossen, weil er die bisher immer todsicher verwandelt hat. Der hatte in dem Spiel aber schon zwei Tore erzielt und geht eigentlich nie ohne einen Treffer von Platz, egal wo er spielt. Also haben wir einen Jungen schießen lassen, der in dieser Saison noch kein Tor erzielt hat. Der hat das Ding reingehauen und das ganze Wochenende gestrahlt und von nichts anderem geredet. Für meinen Sohn wäre es nur eine weitere "Kerbe" mehr gewesen. Einige werden jetzt sagen „aber das ist doch selbstverständlich“. Ist es aber nicht, wenn man in Ergebnissen denkt oder bisher gedacht hat.


    Vor zwei Wochen haben wir ein Spiel mit 9:6 gewonnen, in dem wir schon 0:3 und 3:5 zurück lagen. Wohlgemerkt gegen eine Mannschaft, die wir ohne Rotation zweistellig abgeschossen hätten. Nach dem Spiel kam einer der Trainer des Gegners zu mir und sagte: „Das war ein tolles Spiel! Normalerweise sind unsere Jungs immer geknickt, wenn sie verlieren. Heute nicht.“ Klar, 6 Tore geschossen, ein spannendes Spiel gehabt und "fast gewonnen". Das macht einfach Spaß, selbst wenn man am Ende nicht als Sieger vom Platz geht. Man kann also nicht nur die eigenen Jungs sondern auch den Gegner glücklich machen (der allerdings nicht hat rotieren lassen).


    Im letzten Jahr hatten wir (ohne Rotation) in 18 Spielen bei knapp 100 Toren immerhin 3 Spieler, die nur jeweils ein Tor erzielen konnten und das in einem Spiel, in dem wir 20:1 gewannen (dieses Ergebnis ist auch eine Sache, die mir heute nicht mehr passieren würde). Heute haben von 9 Spielern bereits 8 nach den ersten 4 Spielen mindestens einmal getroffen, die meisten sogar mehrmals. Ein überzeugender Erfolg der Rotation, wie ich finde.


    Ich muss allerdings einschränken sagen, dass wir eine sehr starke Mannschaft haben. In unserer Gruppe haben wir eigentlich nur einen gleichwertigen Gegner. Da fällt es natürlich leicht zu rotieren, weil (und jetzt kommt der böse Nebensatz) wir ja trotzdem gewinnen...


    Was ich damit sagen will: Es ist einfach sauschwer sich von dem Gedanken zu lösen, den man jahrelang verinnerlicht hat. Ich denke, man kann nicht alles (und vor allem sich selbst) von heute auf morgen ändern, selbst wenn man sich das wünscht. Auch den Kindern ist schwer begreiflich zu machen, dass das, was Du jahrelang als richtig verkauft hast, nun auf einmal falsch sein soll. In der F geht das noch, in der D aber schon nicht mehr so leicht. Der einzige Weg, der da geht, ist der in kleinen Schritten. Genau so, wie Du ihn beschreibst. Ich finde, Du machst das schon richtig. Man muss eben auch mit sich selbst geduldig sein...

    Ein Punkt der aber noch viel schwer wiegt. Selbst wenn man die gleiche Auffassung hat, spricht man immer noch nicht mit einer Zunge. D.h. die Kids und um die geht es ja, brauchen einen festen Ansprechpartner. Deshalb muss es einen Trainerboss geben. Nur der darf die Ansprache beim Spiel machen, nur der darf die Kids nach dem Spiel ansprechen usw.

    Das sehe ich völlig anders. Wie sollte es denn nach Deiner Theorie funktionieren, wenn der Chef mal nicht da ist? Bricht dann alles auseinander? Wenn der Co überhaupt nichts zu sagen hat, wird er dann von den Kindern ernst genommen, wenn der Chef mal nicht da ist? Vermutlich eher nicht. In unserem Team wechseln wir uns mit den Ansprachen ab oder wir ergänzen uns. Warum soll das für die Kinder ein Problem sein, solange die Richtung die gleiche ist? Ich kann das nicht erkennen.


    Ich glaube sogar, dass es gut ist, wenn sich ein Trainergespann aus unterschiedlichen Charakteren zusammen setzt oder wie Du sagst "mit verschiedenen Zungen spricht". Der eine mag an einem bestimmten Punkt zu einem Kind nicht durchdringen, der andere schon, mal ist Zuckebrot gefragt und mal die Peitsche usw. Und auch die Kinder sind in Ihrem Charakter sehr unterschiedlich und benötigen verschiedene Ansprachen, die ein Trainer alleine möglicherweise nicht drauf hat. Ich behaupte, dass ein gleichberechtiges Gespann, wenn es am gleichen Strang zieht, immer das Optimum ist.

    Ranwie,
    mit dem letzten Satz disqualifizierst du dich doch selber, gemessen an deiner obigen Aussage, oder? Ist DAS nicht irgendwo "Genugtuung"?!


    Einerseits soll man sich mit einem den Regeln entsprechenden Protest ("Nachkarten") nicht auf das Niveau der Gegner herablassen, andererseits scheinst du seit Jahren nur auf "Revanche" (Vorsicht! Hat was mit Ergebnis zu tun!) zu brennen. Ich kann dich aber gut verstehen, mir würde es genauso gehen, wie dir, die Aussage des gegnerischen Trainers würde ich mir in die Kabine nageln, und ich würde ihm auch zu gegebenem Zeitpunkt die Eintrittskarten überreichen.


    Nur: Ich meine, dass sich deine Aussagen im Kontext widersprechen...

    Immer langsam, mein Lieber, das widerspricht sich in keiner Weise. Revanche und Genugtuung sind zwei unterschiedliche Dinge. Eine Revanche ist sportlich gesehen niemals negativ, wenn man sie mir fairen und angemessenen Mitteln zu erreichen versucht. Bei der Revanche steht immer der sportliche Vergleich im Mittelpunkt und es muss wohl auch erlaubt sein, sich über eine sportliche Revanche zu freuen. Genugtuung ist da ein ganz anderes Kaliber, denn da geht es in erster Linie um Emotionen und nicht um Sport! Wir haben hier ein paar Nachbarvereine, die auf dem gleichen Niveau spielen wie wir. Die Spiele sind immer knapp und mal gewinnt der eine, mal der andere. In der Regel gehen wir mit einem augenzwinkernden "nächstes mal sind wir wieder dran" auseinander. Was soll daran verwerflich sein? Im Gegenteil: zu diesem Vereinen bzw. Mannschaften pflegen wir ein sehr viel freundschaftlicheres Verhältnis als zu anderen. Das man sich wünscht, einen Gegner, gegen den man immer verloren hat, beim nächsten mal zu schlagen, ist doch logisch. Wenn er sich dann auch noch unfair verhalten hat, sowieso. Ich würde dazu aber nicht meine Ansicht von Fairness und die Regeln des Kinderfußballs verbiegen. In meinem Beispiel: wir schlagen sie, dann ist es eine gelungen Revanche, wir schlagen sie und ich verteile Karten fürs Schwimmbad, dann wäre es wohl eine Genugtuung, die ich aber als unfair mißbillige. Klar, oder?


    Im übrigen (vielleicht hab ich mich da nicht klar genug ausgedrückt) bezog sich mein "Nicht Nachkarten" nicht auf einen möglichen Protest, sondern auf die, sagen mir mal, "speziellen Maßnahmen", die der Autor in seinem zweiten Posting angedeutet hat. Entweder man legt klar Protest ein oder läßt es sein. Im letzteren Fall würde ich dann aber auch auf das Auslegen von Fallen, "Florettattacken" und dergleichen verzichten.

    Laut Spielordnung §10 ist ein Spieler nach zwei aufeinanderfolgenden Spielen in EINER Mannschaft "festgespielt". Danach muß er zwei Spieltage aussetzen.

    Hätte dazu mal eine Frage: gilt das im FVN auch für F- und E-Jugendmannschaften? Kann ich mir ja kaum vorstellen..


    Zum Rest der Geschichte: Ich kann Deinen Ärger absolut verstehen. Ich habe solche Spiele in der letzten Saison auch erlebt und habe mich natürlich auch darüber geärgert. Ich bin aber trotzdem der gleichen Meinung wie "NF". Sieh es positiv und lass das Nachkarten! Du hattest für Dein Team ein anspruchsvolles Spiel, in dem Ihr Euch gut geschlagen habt. Was willst Du mehr? 3 Punkte? Die sind doch nicht wirklich wichtig, oder? Gerechtigkeit? Vergiss es, ist den Aufwand nicht wert! Oder eher Genugtuung? Vorsicht, damit begibst Du Dich auf das Niveau Deiner Gegner. Du solltest einfach da drüber stehen.


    Ansonsten: man trifft sich immer mindestens zweimal im Leben. Es wird die Chance zur Revanche kommen. Dazu eine kleine Geschichte aus meinem Köcher. Hier bei uns im Kreis gibt es für die G-Jugend keinen Spielbetrieb, in den Nachbarkreisen aber schon. Die Bambini-Treffs, die hier sporadisch veranstaltet werden, sind fußballerisch völlig wertlos. Also habe ich meine Truppe älterer Bambinis vor zwei Jahren genommen und G-Jugend-Turniere außerhalb des Kreises besucht. Zu Anfang gab es da natürlich fies auf die Mütze, weil wir keine Spielerfahrung hatten, die anderen aber schon. Bei einem Turnier haben wir in 10 Minuten 10:0 verloren gegen eine Mannschaft, die perfektes Passspiel (in der G-Jugend!!) praktizierte. Der Trainer, ein Typ Marke DDR-Zehnkampftrainer, dem Pfeife und Stoppuhr am Hals fest gewachsen zu sein scheinen, hat dann nach dem Spiel zu seinen Spielern wörtlich gesagt "Die wären mal besser schwimmen gefahren". Du kannst Dir vorstellen, was ich für einen Hals hatte. Meine Jungs haben das zum Glück nicht mitbekommen. Beim nächsten Aufeinandertreffen in der Halle ein halbes Jahr später, verloren wir mit 0:3 und waren gegen das Passspiel wieder chancenlos. Im letzten Sommer sahen wir uns im Finale eines Turniers wieder. Erneut verloren wir 0:3, diesmal aber unglücklich durch 3 Fernschüsse. Bei diesem Spiel waren wir aber bereits die bessere Mannschaft und es war deutlich erkennbar, dass wir die besseren Fußballer haben. Während die Jungs des Gegners nur auf Passspiel und hohe Schüsse aus der Distanz gedrillt sind, haben wir inzwischen einige feine Techniker dabei. Spätestens im nächsten Sommer treffen wir uns wieder und dann - das weiß ich mit Sicherheit - sind sie fällig. Darauf freue ich mich, trotzdem werde ich der Versuchung widerstehen Eintrittskarten für's Schwimmbad zu verteilen. ;)

    Grundsätzlich ist ein Trainergespann immer besser als ein Einzelkämpfer. Zu zweit sieht man einfach mehr, hat mehr Kontrolle und kann sich austauschen. Vor allem letzteres halte ich für ganz wichtig. Für die Kinder ist es auch gut zwei Ansprechpartner zu haben, insbesondere dann, wenn die Charaktere und Temperamente der Trainer unterschiedlich sind. Die Vielzahl der Aufgaben im Umgang mit den Kindern erfordert vielfältige Eigenschaften, die zwei Leute immer leichter bringen können als einer. Dabei muss es nicht zwingend so sein, dass nur einer das Sagen hat.


    Mein Kollege und ich sind ein gleichberechtigtes Trainergespann und das funktioniert ganz ausgezeichnet, obwohl sich unsere Ansichten auch nicht immer zu 100% decken. Aber in den wesentlichen Punkten wie Ausbildungsziele, Spielsystem, Wechselpolitik, Positionsrotation usw. MUSS man sich einig sein, sonst kann es nicht funktionieren. Hier und da kann man mal variieren, aber nur in soweit, dass die Mannschaft das noch nachvollziehen kann. Ist das, wie bei Euch, nicht der Fall, muss man schnellstens ein Gespräch führen. Entweder findet man einen Mittelweg oder einer ordnet sich dem anderen unter. Ansonsten bleibt nur die Trennung, weil die Gefahr besteht, dass man nicht mehr miteinander sondern gegeneinander arbeitet und das letztlich auf dem Rücken der Mannschaft ausgetragen wird. So wie Du den Fall schilderst, kann ich mir kaum vorstellen, dass bei Euch ein Kompromiss möglich ist.


    Generell kann ich nur die Empfehlung geben, dass man sich über die wesentlichen Aspekte unterhält, BEVOR man ein neues Trainergespann bildet. Wenn das nämlich nicht passt, dann sollte man es gar nicht erst versuchen.

    Sorry, aber reine Spaßmannschaften wären wohl auch nicht das Optimum.

    Was sollen denn Mannschaften, die z.B. im unteren Drittel der Kreisliga spielen, sonst sein? Welche andere Motivation sollte da vorhanden sein?

    Letztlich kann man immer nur die Leistung abrufen die auch in einer Mannschaft steckt. Weiß ich vorher das es nicht reicht um gegen die meisten anderen Teams zu bestehen, sollte man die Sache so hinnehmen wie sie ist.

    Genau das meinte ich. :)

    Ich weiss durch diese Maßnahmen auch, dass ich allein vier wertvolle Spieler hatte (heute C), die auch ohne einen Tag Training bessere Torwarte gewesen wären, als es unser Torwart ist.

    Das ist sowieso i.d.R. der Fall (auch bei uns). Meistens sind die guten Feldspieler auch die besseren Torhüter.