Beiträge von Ranwie

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    In einem anderen Beitrag habe ich eine Bemerkung von Andre gelesen "Pokalspiele sind zu gewinnbezogen und haben daher in der E-Jugend nichts zu suchen" (sinngemäß). Ich stimme dem vorbehaltlos zu. Allerdings drängt sich zwangsläufig die Frage auf, wie es sich in dem Zusammenhang mit Turnieren verhält? Auch diese sind zweifellos per Definition gewinnorientiert. Hier geht es eben nicht um die viel zitierte goldenen Ananas sondern um Pokale, Urkunden und Medaillen. Wie verhält man sich also?


    Wir spielen mit unserer F in den Staffelspielen eine konsequente Positionsrotation und alle bekommen die gleiche Spielzeit. Nun stehen uns die Hallenturniere ins Haus. Natürlich wollen wir die Linie beibehalten, aber die Kinder sind gerade bei Turnieren auch unheimlich scharf auf "den Pokal". Wir haben im letzten Sommer ein Turnier gespielt, dabei aber nicht so massiv auf den Positionen (wohl aber bei der Spielzeit) rotieren lassen und das Turnier gewonnen. Es war für die Kinder der erste Turniersieg. Die Freude war bei allen riesig. Hätten wir rotieren lassen, hätten wir vermutlich nicht gewonnen. So stellt sich für mich daher die Frage, ob es bei Turnieren legitim oder sogar wünschenswert ist, vorübergehend von den eigenen Leitlinien abzurücken.


    Wie seht Ihr das?

    Ohne von leistungsbezogener Einteilung sprechen zu wollen, sind normalerweise schon allein die körperlichen und motorischen Unterschiede zwischen einem 2003er und einem 2005er riesig. Sie zusammen spielen (bzw. trainieren) zu lassen, halte ich nicht für ratsam. Dass es darüber hinaus Sinn macht, für 2005er schon Spiele zu organisieren, möchte ich ebenfalls stark bezweifeln.


    Ich habe zuletzt vor 1,5 Jahren Bambini trainiert und kenne die "Blümchenpflücker und Träumer" (das ist nicht böse gemeint) noch gut. Ich hatte nicht den Eindruck, dass man denen einen Gefallen tut, wenn man die in ein Trikot steckt und auf den Platz stellt. Wem nutzt es, wenn nach 5 Minuten die Hälfte der Spieler auf dem Boden sitzt und Gras pflückt, verängstigt in einer Ecke steht oder weinend vom Platz rennt, weil man ihnen den Ball abgenommen und nicht wieder gegeben hat? Bringt das die Kinder wirklich weiter und bringt es ihnen den Fußball näher? Und wo ist da die Grenze nach unten? 2005er sind möglicherweise noch keine 4 Jahre alt. Ich finde, man kann auch übertreiben.


    Ich persönlich würde für 2005er daher keinen Spielbetrieb und auch keine Freundschaftsspiele organisieren. Es sollte den Eltern auch leicht klar zu machen sein, dass der Spielbetrieb den Jahrgängen 2003/2004 vorbehalten ist, die jüngeren aber schon mal beim Training mitmachen dürfen(!). Zu Eltern, die ihre 3- oder gerade 4jährigen Kinder zum Training schicken und diese dann in Staffelspielen sehen wollen, sage ich lieber nichts. ;)

    Es gibt zu diesem Thema in der Tat schon einige Postings. Daher hier nur kurz die drei wichtigsten Regeln:
    - Alle Spieler bekommen die gleiche Spielzeit, egal wie gut sie sind
    - Alle Spieler werden auf allen Positionen eingesetzt, dies gilt auch für die Torwartposition
    - Ergebnisse sind irrelevant


    Du musst Dir Frage stellen, wieso Du immer nur die besten spielen lässt. Vermutlich tust Du das, weil Du gewinnen willst. Einen anderen Grund gibt es nämlich nicht. Das solltest Du als erstes mal ganz schnell vergessen!


    15 Kinder sind sehr viel für eine Mannschaft. Wenn irgendwie möglich solltest Du versuchen noch ein paar Spieler zu bekommen, um zwei Teams bilden zu können, die Du dann nach Spielstärke bildest. Ist das nicht möglich, musst Du entweder zur Halbzeit die komplette Mannschaft wechseln oder, wenn Du das nicht willst, lässt Du von Spieltag zu Spieltag rotieren. Wichtig ist, dass Du dabei wirklich darauf achtest, dass alle gleich viel zum Einsatz kommen.

    Hallo Jungs, ich glaub Euch ja gerne, dass der ein oder andere auch schon mal eine Handvoll "Problemkinder" im Team hat. Ich musste es aber einfach loswerden, weil ich solche Argumente immer wieder höre, meistens aber halt vorgeschoben. Also nichts für ungut. Zudem gelobe ich zukünftig weniger abzuschweifen. :rolleyes:

    Nachdem die Diskussion hier abgeschweift ist, möchte ich trotzdem noch ein paar Worte zum Thema Rotation und gleiche Spielzeiten für alle Spieler contra Ergebnisdenken verlieren. Die Argumente die hier gegen die Rotation und Gleichbehandlung der schwächeren Spieler gebracht werden, sind das, was ich auch ständig zu hören bekomme. "Wenn die Kinder immer nur verlieren, dann verlieren die den Spass." Als wäre es das sichere Ergebnis der Rotation immer zu verlieren. So ein Quatsch. Zu sagen "Ergebnisse sind nicht wichtig" hat schließlich nichts damit zu tun, dass man auf Biegen und Brechen versucht zu verlieren, sondern nur dass man seine Aufstellung nicht dem Ergebnis unterordnet. Wenn eine Mannschaft immer, also wirklich immer, haushoch verliert, dann liegt das sicher nicht an der Rotation und es ist dann auch egal, welche Spieler auf dem Platz stehen!


    Wir rotieren mit unserer F1 und haben kein Spiel verloren, unsere E3 rotiert nicht und verliert jedes Spiel zweistellig. Und? Was sagt uns das? Nur dass die eine Mannschaft stark ist und die andere schwach. Welchen zusätzlichen Schaden sollte die zweite Mannschaft nehmen, wenn sie rotiert? Da kann man nichts falsch machen, genauso wenig wie bei der ersten Mannschaft, die ruhig auch mal verlieren sollte. Was ist mit Teams, die zwischen diesen beiden Extremen stehen? Nehmen wir den Fall an, dass die Mannschaft ohne Rotation von 20 Spielen 10 gewinnt und 10 verliert. Was passiert mit Rotation? Vermutlich landet man bei 7:13 oder 6:14 oder 8:12, vielleicht auch besser. In jedem Fall aber wird es nicht so sein, dass man dadurch immer verliert. Das sind Totschlagargumente von Leuten, die es einfach nicht ausprobieren wollen.


    Und dann die Sache mit den guten Spielern, die zum Trainer kommen und fragen, warum die schwachen genauso viel spielen dürfen. Konstruieren kann man viel, aber wie oft passiert so etwas in F- und E-Jugend? Mir ist das jedenfalls noch nie passiert und es wird mir auch nicht passieren, weil wir in unserer Mannschaft darüber sprechen. Bei uns ist einfach klar, dass alle gleich viel spielen und das akzeptieren auch die besseren Spieler völlig klaglos. Ach ja klar, und dann gibt es ja die guten motivierten und dann die Spieler, die gar nicht an Fußball interessiert sind, aber trotzdem gleiche Spielzeit haben wollen usw. blabla. Erstere muss man natürlich den letzteren vorziehen. Auch das halte ich für konstruiert, um einen Vorwand zu haben, eben doch sagen zu können, dass die besseren mehr spielen müssen. Um einzelne Kinder, die möglicherweise dabei sind, aber wenig Interesse an Fußball haben, geht es aber nicht. Warum also über die diskutieren. Es geht um die Kinder, die mit Feuereifer dabei sind, aber einfach schlechtere Fußballer sind. Auch die müssen die gleiche Spielzeit bekommen.


    Immer wenn über diese beiden Punkt (Rotation, gleich Spielzeiten) diskutiert wird, kommen von den Gegnern diese konstruierten Beispiele. Es geht aber um die ganz normale 08/15-Mannschaft, wo es bessere und schlechtere Spieler gibt, die mal gewinnt und mal verliert. Komisch finde ich, dass es sich ausgerechnet in den Mannschaften der Rotations-Gegner immer ganz besondere Umstände gibt, die gegen Rotation und gleiche Spielzeiten sprechen...

    Unabhängig von Deiner persönlichen Situation, in der ein Fußballverbot aus meiner Sicht die Situation eher verschlechtern als verbessern würde, halte ich es generell nicht für angesagt, Fußballverbot als erzieherische Maßnahme einzusetzen. Neben den bereits genannten positiven Aspekten, die das regelmäßige Sport treiben mit sich bringt, handelt es sich nun einmal auch um einen Mannschaftssport. Die Bestrafung einzelner Kinder hat da dann auch schnell Einfluss auf die ganze Mannschaft. Als Eltern sollte man andere Mittel und Wege finden, um seine Ziele zu erreichen. Das sage ich jedenfalls den Eltern meiner Jungs, wenn das Thema auf den Tisch kommt. Ein Fußballverbot sehe ich nur dann, wenn ein Fehlverhalten beim Fußball betraft werden soll.


    Dir in Deinem Fall etwas zu raten, traue ich mir nicht zu, da das Problem offensichtlich vielschichtig ist und ich (noch) keine Erfahrung mit Kindern in diesem Alter habe.

    Hm, wir haben seit zwei Jahren den gleichen Kapitän, wenn wir auch keine Armbinde haben. Er hat sich, neben seinen fußballerischen Qualitäten, immer dadurch ausgezeichnet, dass er recht hohes Verantwortungsbewußtsein besitzt, ein Vorbild an Einsatz und Fairness ist und von allen anderen vorbehaltlos als Leader akzeptiert wird. Es gab auch nie Diskussionen. Die Kinder fragen "darf ich heute mal ins Tor?", aber noch keiner hat gefragt "darf ich heute mal Käptn sein?". Trotzdem denke ich nach dieser Diskussion darüber nach, ob ich hier eine gewisse Rotation reinbringen sollte. Der besagte Junge braucht den Job für sein Ego und seine soziale Entwicklung nicht, einigen anderen könnte es aber gut tun. Man beobachtet ja oft genug, dass Kinder, die sonst albern und fahrig sind, genau dann, wenn man Ihnen eine in ihren Augen wichtige Aufgabe gibt, diese sehr ernst nehmen und versuchen sie möglichst gewissenhaft auszuführen. Meine Jungs sind alle okay, aber beim Training sind sie manchmal wie verrückt. Man kann sie dann disziplinieren oder Anreize schaffen, beim Training weniger albern zu sein. Die Kapitänsbinde könnte ein guter Anreiz sein. Es juckt mich jedenfalls, das mal auszuprobieren.


    Basti: Ich finde es schwach, erst einen Kapitän wählen zu lassen und dann, wenn einem die Wahl nicht passt, einen anderen zu bestimmen. Selbst dann, wenn man es den Kindern erklärt, nehmen die Kinder das genau so mit. Als Trainer hättest Du eigentlich vorher wissen müssen, wer gewählt wird. Wenn Du wählen lässt, musst Du auch mit der Entscheidung leben.

    Das Thema Positionsrotation muss unbedingt in den Leitfaden rein! Für F- und E-Jugend ist das ein absolutes Muss und auch in der D halte ich eine gewisse Rotation für sinnvoll. Die Umstellung von 7 auf 11 Spieler bringt neue Aufgaben und neue Positionen mit sich, die die Spieler noch nicht kennen. In einer 7er Mannschaft spielt man in der Regel 3-3 oder 3-2-1. Bestimmte Positionen, die man in einer 11er Mannschaft hat, gibt es in einer 7er Mannschaft nicht, wie z.B. den 6er oder den klassischen 10er. Spielt man 4er-Kette oder mit Libero? Ob ein Spieler in der 4er-Kette spielen kann, die sowohl Schnelligkeit als auch Spielintelligenz verlangt, kann man nach der E-Jugend oft noch nicht wissen. Da gibt es genug Raum und Notwendigkeit die Spieler mal hier mal dort auszuprobieren.


    Zum Thema Leitfaden: Gute Idee. Ich habe selber mal einen sehr ausführlichen erstellt, in dem sowohl Grundregeln des Kinderfußballs als auch "Benimmregeln" für Eltern definiert sind. Ferner werden die Vorteile der Positionsrotation im Detail erläutert. Allerdings ist das Dokument zu umfangreich, um es hier in einem Beitrag zu posten. Ich werde mal versuchen, es irgendwo zu hinterlegen und hier einen Link reinzusetzen.

    Zunächst mal finde ich Dein Ansinnen, einen deutlich unterlegenen Gegner nicht in Grund und Boden zu schießen, sehr lobenswert. Ich verstehe nicht, wie man anderer Meinung sein kann.


    Das Verhalten von Deinem Co. ist ein Skandal. Ganz klar: wenn mir einer so kommen würde, den hätte ich unmittelbar nach dem Spiel zum Teufel gejagt. Erstens hat er nichts von dem verstanden worum es im Kinderfußball geht, zweitens ist er offenbar nicht in der Lage zu kommunizieren und drittens dürfen Meinungsverschiedenheiten niemals in Beleidigungen ausarten, schon gar nicht vor den Kindern. Den ersten Punkt könnte man vielleicht noch ändern, die anderen Punkte sind aber bedingt durch die Persönlichkeit. Selbst nach einer Aussprache ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich so ein Verhalten wiederholt. Daher wäre für mich eine weitere Zusammenarbeit nach einem solchen Vorfall ausgeschlossen.

    Man kann es immer so sehen und so sehen. Wir haben 3 der letzten 5 Gegentore nach Ecken kassiert. Da kann man sagen, dass man das Abwehrverhalten bei Ecken verbessern muss oder man kann sich freuen, dass man kaum Tore aus dem Spiel heraus zulässt. Genauso ist das mit den "Verschlafen". Man kann sich darüber ärgern, dass die Kinder die erste Hälfte verpennen oder sich darüber freuen, dass sie in der zweiten so richtig aufdrehen...

    Eigentlich finde ich das mit dem Kapitän in dem Alter nicht wirklich wichtig. Was macht der schon mehr als vor und nach dem Spiel einen Spruch aufzusagen? Bei uns (F1) trägt jedenfalls keiner eine Armbinde, trotzdem haben wir eine Art Kapitän. Der Junge war immer der stärkste Spieler in der Mannschaft und ist zudem ein sehr besonnener und zuverlässiger Typ, der seit den Anfängen in der G immer unseren Spruch aufgesagt hat. Jetzt wird er von den anderen als Kapitän angesehen und akzeptiert. Das ganze war also mehr ein Prozess als eine Entscheidung.


    Wenn man meint, einen Kapitän haben zu müssen, finde ich es generell besser, wenn es einen festen gibt, da die Strukturen dann klar geregelt sind und es auch keine Diskussionen gibt, warum heute der und morgen der. Wenn es keinen gibt, der entsprechend gestrickt ist und von allen akzeptiert wird, dann lass doch einen Kapitän von der Mannschaft wählen. Jeder darf einen Kandidaten vorschlagen (auch sich selbst) und dann wird gewählt. Bei meinem Sohn (3. Klasse) wurde neulich so der Klassensprecher gewählt. Es gab bei 20 Kindern, 12 Kandidaten, der Gewinner hatte 6 Stimmen, die meisten anderen genau eine. ;)

    Ich komme jetzt mal mit einem persönlichen Thema, das zwar noch nicht wirklich akut ist, das ich aber ganz deutlich auf mich zu kommen sehe und das mich daher schon eine ganze Weile beschäftigt. Persönlich deshalb, weil es auch meinen Sohn betrifft.


    Derzeit trainiere ich die F1, in der mein Sohn spielt. Wir haben ein gleichberechtigtes Trainerteam, das nicht besser funktionieren könnte. Unsere Mannschaft ist insgesamt recht stark, die Jungs sind charakterlich alle 100%ig in Ordnung, die Eltern engagiert und pflegeleicht. Es macht einfach sehr viel Spaß mit dieser Truppe.


    Im kommenden Jahr wird mein Sohn in die E kommen, der Sohn meines Kollegen kann aber noch ein Jahr F spielen. Es wird also voraussichtlich so sein, dass sich unsere Wege im nächsten Jahr erst mal trennen. Gemessen am derzeitigen Leistungsstand wird mein Sohn der einzige sein, der im kommenden Jahr in der E1 spielen wird. Er hat in dieser Mannschaft schon häufiger ausgeholfen und wird dort auch als guter Spieler akzeptiert. Ich kenne die anderen Spieler, die in der E1 spielen werden, sehr gut und da sind ein paar dabei, die charakterlich Defizite haben. Die Stimmung untereinander ist nicht mit dem zu vergleichen, was wir in unserem Team haben. Hinzu kommt, dass die Trainer der jetzigen E-Jugend meine Philosophie nicht teilen und sehr viel mehr ergebnisorientiert arbeiten. Dinge wie Positionsrotation, gleiche Spielzeiten für alle, etc. kennen daher weder die Kinder noch die Eltern. Und auch nicht die Trainer, die nächstes Jahr in der E bleiben werden.


    Auch wenn hier immer einige dafür plädieren, dass Väter nicht ihre Söhne trainieren sollen, will und werde ich bei der Mannschaft sein, in der mein Sohn spielt. Der Punkt ist für mich auch nicht diskutabel, da ich nur den einen habe und einfach dabei sein möchte, wenn er spielt. Zudem werde ich den Kollegen, die größtenteils noch ziemlich antiquiert denken, nicht meinen Sohn anvertrauen. Für mich ergeben sich damit zwei Möglichkeiten:


    1. Ich gehe mit meinem Sohn in die E1. Dann muss ich meine anderen Jungs, die ich 3 Jahre begleitet habe, abgeben, was mir sehr schwer fallen würde, zumal ich nicht weiß, ob mein Nachfolger meine Arbeit vernünftig fort führt. Als Trainer kann ich in der E1 nur arbeiten, wenn ich der Chef bin und meine Vorstellungen umsetzen kann. Das wäre aber sicherlich in Verein durchsetzbar. Allerdings fange ich dann wieder bei null an, möglicherweise auch noch gegen die Widerstände meines neuen Kollegen. Für meinen Sohn wird sich auch einiges ändern. Er kennt die anderen Jungs zwar alle, aber die oftmals schlechte Stimmung und das gegenseitige Anmeckern, das da zur Tagesordnung gehört, findet er nicht gerade prickelnd. Ich traue mir zwar durchaus zu, dort ordentlich „aufräumen“ zu können, aber ein Zuckerschlecken wird das nicht, da gerade die Leistungsträger verwöhnt, egoistisch und zickig und deren Eltern im Hinblick auf die eigenen Kinder ziemlich blind sind. Zudem habe ich auch zu den Eltern dieser Kinder persönliche Beziehungen, was hinsichtlich der zu erwartenden notwendigen erzieherischen Maßnahmen meinerseits gegenüber genau diesen Kindern, weiteres Konfliktpotenzial mit sich bringt. Wie diese Kinder sich dann gegenüber meinem Sohn verhalten werden, kann ich ebenfalls nur schwer einschätzen. ;(


    2. Ich bleibe bei meinen Team und nehme meinen Sohn mit in die E2. Ganz klar der bequemere Weg – für uns beide. Ich kann weiter in einem sehr harmonischen und zuverlässigen Umfeld arbeiten, mit der Einschränkung, dass mein Sohn vielleicht nicht ganz leistungsgerecht eingesetzt wird. Meine Jungs und deren Eltern wären mit dieser Option sicherlich auch sehr viel glücklicher, da sie ansonsten nicht wissen, was sie erwartet.


    Ich habe mich bereits beim Übergang von G nach F für die zweite Variante entschieden und das war im Nachhinein betrachtet auch die absolut richtige Entscheidung. Daher tendiere ich auch jetzt zur Variante 2. Andererseits ist es schwierig für mich, da ich im Verein immer für die konsequente Einteilung der Mannschaften nach Leistung plädiere, und es nicht wirklich gut aussieht, wenn ich gerade im Bezug auf meinen Sohn davon abweiche.


    Mein Sohn ist übrigens genauso unschlüssig. Eigentlich will er lieber mit den „Besseren“ spielen, aber die Streitigkeiten und das Rumgezicke nerven ihn. Er würde aber zweifellos beide Entscheidungen klaglos akzeptieren.


    Bin schon sehr gespannt, was Ihr mit ratet...

    Ich habe mich letztlich erst mit dem Co-Trainer eines aktuellen Bundesliga-Vereins über dieses Thema unterhalten, den ich aus gemeinsamer Schulzeit kenne. Selbstverständlich wird dort in den jungen Jugendmannschaften rotiert und natürlich kommen dort auch die Schwächeren zum Zuge, wobei schwächer hier durchaus sehr relativ zu sehen ist. Diese Vereine haben einen Zulauf, der es ihnen ermöglicht, sehr viel homogenere Jugendmannschaften zu bilden, als das ein Dorfverein kann. Die Leistungsunterschiede in den einzelnen Mannschaften sind dort sehr gering und die Jugendtrainer sind hervorragend ausgebildet.

    Einen Spieler weniger kann man auch haben, wenn der Gegner einfach noch einen mehr reinstellt, oder? Oder auch zwei. Je mehr Spieler auf dem Platz stehen, desto weniger Tore fallen. Ich bin normalerweise keine Freund von so etwas, aber ein Spiel, das 17:0 ausgeht, ist ohnehin ohne jeden sportlichen Wert. Da kann man eine Halbzeit lang auch ruhig mal ein paar Spieler mehr auf dem Platz haben. Im Training lassen wir auch oft 3 starke gegen 5 schwächere spielen. Warum soll das im Spiel nicht gehen?


    Und das mit der Arroganz, sehe ich als geringstes Problem. Wenn ich zur Halbzeit 0:7 zurück liegen würde, dann wäre ich dankbar dafür, wenn mir der Gegner entgegen kommt. Ich denke auch, dass man ein Angebot durchaus so formulieren kann, dass es nicht arrogant rüber kommt. Ich wäre mir im umgekehrten Fall auch nicht zu schade, den Gegner zu bitten, einen Gang rauszunehmen.

    SuperTrainer: Bei meinen Jungs läuft das auch oft so. Die spielen in der ersten Hälfte ebenfalls meistens unter ihren Möglichkeiten. Na und? Wo ist das Problem? Manche brauchen halt ein wenig mehr Anlaufzeit als andere. Dafür rennen die dann am Ende aber alles in Grund und Boden. Und Ihr schießt doch offenbar im Schnitt immer noch doppelt so viele Tore wie der Gegner. Was willst Du denn noch?


    Andre: Nette Geschichte, hatte ich noch gar nicht gelesen. Kommt mir aber irgendwie bekannt vor. ;)

    siebener: Ich hab Dich schon verstanden und ich glaube, wir wollen eindeutig das gleiche, nur über den Weg sind wir uns nicht einig. Du bist für Appeasement-Politik, ich für Widerstand bzw. Kontroverse. Ich glaube, dass man durch das Akzeptieren des Kopftuchs zwar dem einzelnen Kind das Spielen ermöglicht, aber dauerhaft nichts ändert. Wenn du immer nachgibst, wird sich nie etwas ändern. Gibst Du aber nicht nach, wird der ein oder andere vielleicht darüber nachdenken, was ihm wichtiger ist, sein Kind oder das Kopftuch. Nicht bei allen, aber bei einigen, wird die Entscheidung für das Kind fallen. Das ist dann die Entwicklung in kleinen Schritten, von der Du gesprochen hast. Dass Frauen im Iran überhaupt Fußball spielen dürfen, ist schließlich auch der Tatsache geschuldet, dass es von Seiten der FIFA massive Widerstände und Sanktionen gegen die betreffenden Nationen gegeben hat. Du sprichst selber davon, dass das Kopftuch ein Zeichen der Unterdrückung ist. Wie kannst Du es dann akzeptieren?


    Für mich soll es an der Stelle dann auch genug sein. Ist halt ein Thema, das stark polarisiert.

    Ich würde es davon abhängig machen, wie oft die Kinder trainieren wollen und wie ambitioniert Ihr seid. In der Kreisklasse sollten normalerweise zwei Einheiten ausreichen, wenn man höher spielt, können es auch drei sein. Du musst aber darauf achten, dass Du die Kinder nicht verschleisst. Immerhin sind die gerade auf die weiter führenden Schulen gekommen und haben oft auch noch andere Hobbys. Hast Du die Kinder und die Eltern mal gefragt, was die wollen?

    Um das mal klar zu stellen: ich schicke kein Kind vom Platz, weil es ein Kopftuch o.ä. trägt. Wir haben einen Nachbarverein, gegen den wir regelmäßig spielen. Dort spielt ein Junge, der eine Hochsteckfrisur trägt, in die irgendein Tuch mit Spitze eingearbeitet ist. Keine Ahnung welcher Religion er ist, aber natürlich nehme ich das so hin. Wir haben allerdings über ein Jahr gebraucht, um festzustellen, dass der Junge kein Mädchen ist. Selbst wenn man anerkennt, dass wir durch unsere westliche Prägung ein voreingenommen Bild von geschlechtsspezifischer Kleidung haben, muss man sich fragen, ob die Eltern ihrem Kind damit wohl einen Gefallen tun? Welcher Junge wird schon gerne für ein Mädchen gehalten?


    Dass die iranische Frauennationalmannschaft verhüllt spielt, findest Du toll? Ich finde das traurig. Vermutlich muss man es schon toll finden, dass sie inzwischen überhaupt spielen darf. Das kann aber allenfalls ein vorübergehendes Etappenziel sein. Oder glaubst Du, die würden nicht noch viel mehr Spaß haben, wenn sie in "normaler" Sportkleidung auflaufen dürften?


    Was ich fordere, ist lediglich, dass auch die Religion mal ein wenig von der Toleranz zeigen dürfte, die sie stets von anderen fordert, z.B. indem sie beim Sport auf die Zurschaustellung von Symbolen verzichtet.