Unabhängig davon, welche Gründe möglicherweise für einen Wechsel sprechen, finde ich 3 bis 4 mal pro Woche Training für einen 6jährigen viel zu viel, zumal Du schreibst, dass er schon seit über 2 Jahren dabei ist, also auch sehr früh angefangen hat. Zweimal in der Woche zu trainieren ist völlig ausreichend, 3mal finde ich schon kritisch, aber 4mal ist eindeutig zu viel. Dazu kommt ja offenbar auch noch ein Spiel am Wochenende. Kinder in dem Alter brauchen viel Zeit für freies Spiel. Selbst wenn ihnen das Training Spaß macht, ist es dennoch kein freies Spiel sondern läuft nach festen Regeln ab. Wie viel Zeit bleibt da nach Kindergarten bzw. Schule und so viel Training noch für freies Spiel übrig? Vermutlich deutlich zu wenig.
Beiträge von Ranwie
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Die Folge an diesem Derbysieg ist, dass man nun, wie bereits letzte Saison, wieder in der Einser Gruppe spielt. Dies wollte aber eigentlich niemand mehr, weder Trainer, Spieler noch Eltern, da alle diese lehrreiche Erfahrung bereits gemacht haben.
Wie bescheuert kann man eigentlich sein? Durch den Einsatz von Spielern, die nicht in die Mannschaft gehören, in eine Gruppe aufzusteigen, in die keiner will und in der man immer nur verliert. Ganz großes Tennis! Aber mal im Ernst, glaubst Du wirklich, dass der Trainer das nicht wollte? Über die möglichen Folgen des Sieges wird er sich doch wohl im Klaren gewesen sein, oder? Wenn ich als Trainer ein Spiel nicht gewinnen will, dann passiert das auch nicht! Also muss man dem Trainer hier ganz klar Absicht unterstellen. Hat es danach keinen Aufstand der Eltern gegeben???
Mit diesem Vorgehen handelt er ganz offensichtlich gegen vorherige Absprachen und vor allem absolut gegen die Interessen der Kinder dieser Mannschaft. Der Trainer einer E-Jugend hat den Auftrag, dafür zu sorgen, dass die ihm anvertrauten Kinder mit Freude Fußball spielen und eine vernünftige Ausbildung bekommen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Setzt er Kinder anderer Mannschaften ein, um bessere Ergebnisse zu erzielen, erfüllt er seine Aufgaben zu 0%. Als Eltern müsst Ihr Euch dagegen wehren. Tut Euch zusammen und sprecht ruhig und sachlich mit dem Trainer darüber. Er soll Euch erklären, welchen Sinn das Ganze hat? Welchen Sinn hat es für die nicht eingesetzten Kinder und welchen für die ausgeliehenen? Er wird darauf keine Antwort geben können, weil es keine gibt.
Das übliche Totschlagargument, das es so üblich sei, dürft Ihr keinesfalls gelten lassen, denn nur weil etwas üblich ist, ist es noch lange nicht auch sinnvoll. Bei anderen Verein mag es üblich sein, Trainer zu teeren und zu federn, die so was machen. Das würde er sicher auch akzeptieren.
Wenn Ihr beim Trainer nicht weiter kommt, müsst Ihr mit dem Jugendleiter sprechen. Stellt Ihm die gleichen Fragen nach dem Sinn. Fragt ihn mit welchem Recht Kinder, die in die Mannschaft gehören, zu Hause gelassen werden. Fragt ihn auch, ob sich ein Trainer nicht an die mit dem Eltern getroffenen Vereinbarungen halten sollte?Lasst Euch in den Gesprächen niemals mit dem Hinweis auf Ergebnisse abspeisen. In der E-Jugend geht es nicht um Ergebnisse - auch nicht für den Verein. Das vorrangige Ziel des Vereins ist es, gute Jugendspieler für die eigenen Seniorenmannschaften zu "produzieren". Wie soll das funktionieren, wenn Kinder a) keine Spielzeit bekommen, b) keinen Spaß beim Spielen haben und c) ständig überfordert sind? Wenn es diese Verhältnisse in allen Mannschaften des Vereins gibt, wie der Trainer behauptet, wage ich zu prognostizieren, dass die Senioren-Teams entweder niederklassig spielen und/oder hauptsächlich mit externen Spielern besetzt sind. Die beschriebene Vorgehensweise dieses Trainers fördert genau zwei Dinge: schwächere Spieler können sich nicht weiter entwickeln und Spieler, die nicht zum Einsatz kommen, hören mit dem Fußball spielen auf. Wie das die Ziele des Vereins unterstützen soll, soll mal einer erklären.
Es würde mich sehr interessieren, wie es da bei Euch weiter geht.
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Schaut mal, wie man in Duisburg/Dinslaken mit dem Thema umgeht:
http://die-pampersligen.de/Da werden sogar Kreuztabellen für Bambinis aufgestellt. Tabellen gibt es dort wohl nur deshalb nicht, weil einige Vernünftige ihre Ergebnisse nicht melden. Wenn man sich die erschreckende Anzahl gemeldeter Ergebnisse anschaut, kann man vermuten wess Geistes Kind die Eltern und Betreuer dort sind. Da weiß ich jedenfalls schon mal, dass ich Turniereinladungen aus dieser Ecke gleich weg legen kann...
Ob der Herr weiß, was er da tut?
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1. wie lange spielt die Mannschaft schon Fußball, (dazu schaut ein Trainer in alle Spielerpässe, addiert die Jahre seiner Spieler u. teilt usw )
2. wie ist das Durchschnittsalter der Mannschaft, ( auch da nehmen wir das Alter der Spieler die geplant in der nächsten Saison spielen werden)
3. wieviele Kinder (F Jugend oder E Jugend Alter) gibt es im Verein, sprich aus wievielen Kindern wurde die stärkste, zweitstärkste usw. Mannschaft gebildet.Der Versuch ist sicher lobenswert, aber wenn ich mir die Mannschaften bei uns im Kreis anschaue, der sich vermutlich nicht wesentlich von anderen Kreisen unterscheidet, dann wird auch dieser Ansatz scheitern. Unsere F2 liegt vom Durchschnittsalter gleich mit dem der F1, ist aber mindestens eine ganze Klasse schwächer. Älter heißt ja nicht automatisch spielstärker. Dazu kommen die unterschiedlichen Ansätze der Vereine zur Einteilung der Mannschaften. Der Verein A teilt seine Mannschaften strickt nach Spielstärke ein, dadurch ergeben sich oft 2 oder auch 3 Mannschaften, deren Altersgefüge sehr nah bei einander liegt. Der Verein B teilt seine Mannschaften strickt nach Alter ein. Ob dann die F1 der Vereine vom Typ B generell stärker ist als die F1 der Vereine vom Typ A, wage ich zu bezweifeln. Der Verein C hat in seiner F1 nur ältere, in der F2 nur jüngere und ab F3 gemischte Jahrgänge. Die F2 wird vermutlich eine der jüngsten Mannschaften in der Staffel darstellen. Ob sie zu den schwächsten gehört, lässt sich daraus aber nicht ableiten. Wir haben einen Nachbarverein, der einen neuen ambitionierten F-Jugendtrainer hat. Der hat sich für seine F1 die aus seiner Sicht talentiertesten Spieler heraus gesucht (wie auch immer er das bewertet). Das sind allerdings - wie sich gezeigt hat - nicht unbedingt diejenigen, die jetzt schon (u.a. körperlich) am weitesten sind. Bei denen ist im Moment de facto die F2 deutlich stärker als die F1. Ein heilloses Durcheinander also, das man mit den o.g. statistischen Mitteln nur unzureichend bewerten kann. Mir fällt als Mittel zur Schaffung homogener Staffeln nur die stetige Beobachtung der Spielergebnisse und die zeitnahe Umgruppierung einzelner Mannschaften ein.
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trainer2005: Ich sehe das ein wenig anders. Gerade in der F-Jugend haben viele Spieler noch Probleme einen ruhenden Ball hoch und weit zu schießen. Wieso sollte man die Mannschaft bzw. vor allem den Torwart damit quälen? Weil sie es in der D-Jugend können müssen? Mit der gleichen Argumentation könnte man in der G-Jugend auf Kopfballtraining bestehen oder in der F bereits mit Abseits spielen. Denn das müssen sie in der D auch können. Letztlich ist es doch nur eine Frage von Schußkraft und -technik, ob man einen Flachabstoß hinbekommt. Ich stimme Dir zu, dass eine D-Jugendspieler dazu in der Lage sein sollte. Aber ich denke, das man das bis zur D-Jugend allemal auch anders trainieren kann, ohne dass es bereits in der F in Spiel Anwendung finden muss.
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Wer jetzt den Ball an die Staffelleiter weitergibt, der möge sich bitte überlegen, dass dort, mitunter, keine top-motivierten Herrschaften sitzen, die die
Ergebnisse der Mannschaften der letzten Jahre prüfen, um festzustellen, wer denn nun wohin gehört.Das ist sicher richtig, aber man kann ja selber auch etwas in Gang setzen. Ist man in seiner Gruppe stark über- oder unterfordert, kann man ja durchaus aktiv den Staffelleiter ansprechen und um die Einordnung in eine andere Gruppe bitten.
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Chris hat schon einige Dinge genannt, die mir auch spontan in den Sinn gekommen sind, die gegen Andres System sprechen. Im bin im Grund mit den Staffelspielen, so wie sie bei uns laufen, recht zufrieden. Ich sehe auch das Bemühen unseres Staffelleiters in der F homogene Staffeln zu schaffen. Da es keine Tabellen gibt, gibt es auch keine Inkonsistenz bei den Ergebnissen. Er kann im Prinzip als hin- und herschieben, wie er will. Allerdings kann er das nur im Rahmen seiner Möglichkeiten. In manchen Jahren ist es halt schwer Gruppen mit 10 halbwegs gleich starken Mannschaften zu bilden. Das Problem entsteht vor allem am oberen und am unteren Rand des Spektrum der Spielstärke. Wenn man eine sehr starke oder eine sehr schwache Mannschaft hat, nutzt eine Freundschaftsspielbörse auch nicht so viel, denn wo keine adäquaten Gegner sind, kann man sich auch keine backen. Im "Mittelfeld" klappt das bei uns eigentlich ganz gut. Allerdings funzt das nur in der F. In der E wird bereits mit Tabelle gespielt und da ist es dann schon schwieriger die Gruppe zu wechseln. Der Staffelleiter ist eine andere Person und macht von sich aus nichts in dieser Richtung. Man kann aber den Wechsel in eine andere Gruppe beantragen, wo man dann ohne Wertung mitspielt. Ohne Wertung läßt sich auch locker leicht aufspielen, die Tabelle gilt ja nur für die anderen.
Mir würde es schon genügen, wenn bei uns auch in der E ohne Tabellen gespielt würde und der Staffelleiter genauso bemüht wäre, wie der in der F.Ich persönlich halte von der Turnier-Regelung, wie vom Kollegen aus dem schwäbischen erläutert, nicht viel. Turniere haben wieder einen anderen Charakter. Wir diskutierten ja erst zuletzt darüber, ob die nicht eher das Gewinndenken fördern. Außerdem sind mir die einzelnen Spiele einfach zu kurz. Ein Spiel von 2x20 min ist etwas völlig anderes als ein Turnier mit 4 Spielen a 10 Minuten. Ich wäre davon überhaupt nicht begeistert, wenn unser Verband auf solche Ideen käme.
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Ich verstehe das "Hin- und Her", wie Du es nennst, schon. Wenn eine F1- Mannschaft gleich das erste Spiel mit 2:24 verliert und auch in den drei Wochen danach kein Bein auf die Erde bekommt, ist sie ganz offenbar in der falschen Gruppe. Da muss der Staffelleiter reagieren und zwar nicht erst nach einem halben Jahr. Dazu eignet sich jede längere Spielpause, wie jetzt die vierwöchige, die wir über die Herbstferien hatten.
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Wir haben zuletzt darüber diskutiert, dass man hoffnungslos unterlegene Gegner nicht abschießen sollte und welche Maßnahmen man ergreifen kann, um das zu verhindern. Bei uns in der Staffel ist es üblich, dass sich der Staffelleiter bei längeren Spielpausen die Ergebnisse anschaut und Mannschaften zwischen den Staffeln hin und her schiebt. So auch gerade bei uns geschehen. Zwei F2 Mannschaften, die in der Gruppe 2 alle Spiele gewonnen haben, haben die Gruppe getauscht mit zwei F1-Mannschaften, die alle Spiele hoch verloren haben.
Heute spielten wir also gegen eine dieser F2-Mannschaften, die unsere Gruppe aufgerückt sind. Schon vor dem Spiel war ich ziemlich skeptisch, ob diese Mannschaft in die Gruppe gehört. So stellten wir unsere drei stärksten Leute von Beginn an in die Abwehr. Zur Halbzeit lagen wir aber bereits 7:1 vorne. Ich kann die Kinder aber nicht hinten halten, denn sonst vergeht ihnen einfach der Spaß am Spiel. In der zweiten Hälfte haben wir die starken noch länger draußen gelassen und wenn sie im Spiel waren, wiederum hinten eingesetzt. Trotzdem war das Endergebnis 12:1. Wir hätten nicht viel mehr tun können, außer dem Gegner zur Halbzeit anzubieten einen Mann mehr aufs Feld zu stellen. So wie ich die Kollegen auf der anderen Seite aber kenne, hätten die das ohnehin abgelehnt. Nach dem Spiel habe ich mich dann gefragt, ob es in solchen Spielen überhaupt gut ist, das Ergebnis niedrig zu halten. Denn die Gruppen werden schließlich nach den Ergebnissen eingeteilt. Hält man die Ergebnisse "künstlich" niedrig, fehlen dem Staffelleiter die Informationen, um die Gruppen wirklich nach der Spielstärke einteilen zu können. Hätten wir die zweite Hälfte so gestaltet, dass das Spiel 7:4 ausgegangen wäre, hätte der Staffelleiter das als "normales Ergebnis" eingestuft. Kommt das gehäuft vor, bleiben wesentlich schwächere Mannschaften in Gruppen, in die sie nicht gehören. Davon haben die schwächeren Teams nichts und die stärkeren auch nicht. Ich bin da ziemlich hin und her gerissen. Wie seht Ihr das? -
Glaub mir, ich kann mich noch gut erinnern. Ist noch kein Jahr her, da sind wir die meiste Zeit hinterher gerannt. Turnier-Platzierungen 4-8 waren normal. Dein aktuelles Statement, die Plätze 5-8 einzuladen, von denen Du selbst Platz 7 belegt hast, hat ja auch schon eine völlig andere Qualität als die Aussage nur Teams einzuladen die schwächer sind. Diesem Ansatz kann ich vorbehaltlos zustimmen.
Das Thema Platzkapazitäten hatten wir im letzten Winter auch. Da war für die gesamte F-Jugend keine Trainingszeit auf dem Kunstrasen (nur in der Halle) vorgesehen, aber alle anderen Jugendmannschaften hatten 2 Trainingszeiten draußen, selbst eine E3. Dagegen habe ich mich erfolgreich gewehrt. In diesem Winter kommen alle 3 F-Jugendmannschaften auf den Platz und das sogar zweimal. Wenn man will, geht vieles. Wir haben übrigens 20 Mannschaften und es funktioniert auch im Winter, wo die Rasenplätze gesperrt sind und wir nur einen Platz zur Verfügung haben. Gerade bei F- und E-Jugend kommt man beim Training zur Not auch mit einem Drittelplatz aus. Wir haben teilweise 4 bis 6 Mannschaften auf dem Platz. Klar ist das eng, aber es geht und besser als in der Halle ist es allemal. Man muss sich allerdings auch die Frage stellen, ob man mehr Kinder annehmen sollte, als man "beherrbergen" kann. Natürlich schickt man ungern jemanden nach hause, aber was nicht geht, geht halt nicht.
Bei aller Liebe zu den Kindern, würde ich es mir nicht antun 20 oder mehr Kinder in eine Mannschaft zu packen. Selbst 15 finde ich bei einer 7er-Mannschaft schon fast unzumutbar. Wenn man es vom Standpunkt der Ausbildung betrachtet sind 10 optimal. Und - auch das ist nicht von der Hand zu weisen - mache ich den Job ja schließlich auch, weil ich Spaß dabei haben möchte. Bei so großen Gruppen, das kenne ich noch aus dem Bambini-Alter, ist es mit dem Spaß schnell vorbei. Die Kapazitäten zu schaffen bzw. die vorhandenen zu managen ist Aufgabe des Vereins, nicht die des einzelnen Trainers. Ziel eines Vereins kann es nicht sein, die Mitgliederzahl endlos auszudehnen. Ich würde mich dagegen wehren, wenn mir jemand 20 Kinder aufs Auge drückt. Und letztlich haben die Kinder ja auch nichts davon. Besser man schickt sie zum Nachbarverein oder auf's Land, wo es ja so wenige Spieler gibt.

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Mariahilf:
Ich bleibe dabei: Die Prinzipien des KiFu enthalten erheblich mehr als nur das Thema gleiche Spielzeit für alle. Wir sprechen schließlich nicht umsonst von einer Ausbildungsphilosophie. Kinder wollen sich mit den Details nicht beschäftigen, die wollen nur Fußball spielen. Ich habe das ja oben bereits erschöpfend ausgeführt. Wenn Du also glaubst, Deine Kinder hätten die Prinzipien des KiFu verinnerlicht, so irrst Du einfach nur.Ich weiß auch nicht, wieso ich gebetsmühlenartig wiederholen muss, dass es mir nicht niemals nie darum ging, gleiche Spielzeiten in Frage zu stellen, sondern lediglich um die Frage, ob es erlaubt sein sollte, in einem Endspiel die Kinder auf den Positionen einzusetzen, auf denen sie am effektivsten sind und damit von der Positionsrotation abzuweichen. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich bleibe auch dabei, dass ich es armselig finde, schwache Mannschaften einzuladen, um ein Turnier zu gewinnen. Das ist einfach armselig. Basta! Du führst die klassische Mannschaft an, die immer verliert? Tja, das ist bitter. Wir haben auch solche Mannschaften in unserem Verein. Ich wüsste allerdings auch nicht, wo ich die Gegner für ein Turnier her bekommen sollte, die schwach genug sind. Insofern ist das Beispiel absurd.
Auf Deine erneuten süffisanten Anspielungen zum Thema Spielstärke von Dorfvereinen will ich nicht weiter eingehen. Zur Quantität der verfügbaren Spieler ("Hunderte von Kindern zur Auswahl" *lol*) habe ich ja bereits etwas geschrieben. 3 oder 4 F-Jugend-Mannschaften zu haben, ist auch hier auf dem Land nicht ungewöhnlich.
Und, na klar, natürlich war der 4jährige ein totaler Überflieger. Das hätte ich eigentlich ahnen müssen. Ich frage mich nur, warum Du dann das Alter überhaupt so explizit anführst, wenn er nach Deiner Aussage schon so weit ist wie ein 8jähriger? Wozu diente dann die Information "da konnte sogar der 4-jährige mitmachen", wenn sich dessen Spielstärke nicht von der der anderen unterscheidet?
Deinen Ausführungen, warum es nicht möglich ist, bei 20 Kindern zwei Mannschaften zu bilden, kann ich ebenfalls nicht folgen. Wenn Du immer nur 10 mitnimmst, sitzen die anderen 10 doch zu Hause. Wieso die 10 nicht zur gleichen Zeit woanders hinfahren können, wenn Ihr, wie Du sagst, über ausreichend Trainer verfügt, verschließt sich mir. So komplex können die Freundschaftsbeziehungen überhaupt nicht sein, dass man es nicht schaffen kann aus 20 Kindern zwei Gruppen á 10 zu bilden.
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trainer2005: Okay, das mit der Definition Stadt/Land scheint in der Tat nicht so einfach zu sein. Unser Dorf am Niederrhein hat knapp 8.000 Einwohner, nach Deiner Definition also eine Stadt. Für mich ein Kaff. Die Stadt Mönchengladbach hat knapp 260.000 Einwohner, aber auch rund 30 Fußballvereine. Die Einwohnerzahl pro Verein ist also vergleichbar. Logisch gehen die guten Spieler irgendwann zu den großen Vereinen - in der Stadt wie auf dem Land. Aber in den unteren Jugendklassen spielen die Kinder normalerweise auch in der Stadt in ihren sozialen Umfeld, sprich in den Ortsteilvereinen, in denen sie leben. Die Zahl (und die Qualität) der Jugendspieler ist bei einem durchschnittlichen Ortsteilverein nicht größer als hier auf dem Land. Wie gesagt, meine persönliche Erfahrung ist, dass es keine großen Unterschiede gibt, sofern man die Top-Clubs außen vor lässt.
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Maria hilf! – das hab ich auch gedacht, als ich den Beitrag gelesen habe. (Sorry, das konnte ich mir einfach nicht verkneifen.) Nach meinem spontanen Kurzbeitrag muss ich jetzt doch noch einmal deutlicher auf Dein Posting eingehen.
Niemand hier, zumindest nicht die Protagonisten dieses Threads, wollen Kinder mit „gewinnen müssen“ quälen. Ich dachte, dass sei inzwischen ausreichend klar gestellt. Und niemand hier will ein Kind weniger spielen lassen als ein anderes. Ich dachte, auch das sei bereits mehrmals deutlich gemacht worden. Hast Du die vorherigen Beiträge gelesen?
Nur für den Fall sei noch mal gesagt: bei mir spielen alle Kinder immer gleich viel!
Du schreibst „Wenn sie gewinnen wollen, darf ich es ihnen dann durch meine Prinzipien verderben? Ja, wenn sie die Prinzipien teilen!“ Du glaubst im Ernst, dass Kinder in dem Alter Deine Prinzipien teilen? Dass sie bereits verstehen, was wir da mit ihnen tun und warum? Dass sie den tieferen Sinn hinter all dem verstehen? Das halte ich für kompletten Nonsens. Wir sprechen hier über 6- bis 8-jährige Kinder, Du sogar von 4-jährigen. Die Kinder akzeptieren zweifellos gewisse Regeln, ohne sie jedoch im Detail zu hinterfragen. Dass die stärkeren nicht mehr spielen dürfen als die schwächeren entspricht ihrem Gerechtigkeitsempfinden. Dass Sie mal hier und mal da spielen dürfen, finden sie toll, weil sie Abwechslung lieben und gerne in anderen Rollen schlüpfen. Was wir damit bezwecken, können bzw. wollen sie gar nicht nachvollziehen. Meine Kinder verstehen die Rotation vielmehr als „jeder darf mal vorne (und im Tor) und jeder muss mal hinten“. So drücken sie es wortwörtlich aus. Das ist also wiederum maximal eine Sache des kindlichen Gerechtigkeitsempfindens, nicht aber des tieferen Verständnisses von den Notwendigkeiten einer fußballerischen Allround-Ausbildung. Daher behaupte ich, dass Kinder in dem Alter Deine Prinzipien nicht teilen, weil sie dazu in letzter Konsequenz intellektuell (noch) gar nicht in der Lage sind und es sie im Grunde auch überhaupt nicht interessiert. Du bist der Trainer, Du machst die Regeln. Das akzeptieren sie. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn Du Ihnen also etwas im Namen Deiner Prinzipien versagst, dann bilde Dir nicht ein, dass sie das gerne hinnehmen, weil sie die Prinzipien verinnerlicht haben. Sie haben lediglich die Regeln akzeptiert.
Ach so, sagte ich schon, dass bei mir alle Kinder gleich viel spielen? Und das sogar unabhängig vom Spielstand. Nur für den Fall, dass es jemand nicht mitbekommen hat.
"Nun zu den Turnieren:"
Aha, auf dem Land sind die Mannschaften also schwächer als in der Stadt. Wie kommst Du denn auf so etwas? Mal abgesehen von den rund 50 Jugendabteilungen der Vereine der 1. bis 3. Bundesliga, halte ich das für ein Gerücht. Wir sind ein kleiner Verein in einer kleinen Gemeinde, aber wir haben hier ein Vereinsgelände mit zwei Rasenplätzen und einem Kunstrasenplatz. Zudem verfügen wir über eine große und zwei kleine Sporthallen, die fast ausschließlich vom Verein genutzt werden. Welcher kleine Verein in einer Großstadt verfügt über solche Trainingsmöglichkeiten? Wir haben Kinder, die aus der Stadt zu uns zum Training kommen. Kein Verein hier im Kreis hat nicht mindestens einen Rasenplatz. Ich bin in der Fußballstadt Mönchengladbach groß geworden und weiß daher sehr genau, wie die Vereine dort ausgestattet sind. Mein Heimatverein hatte einen Aschenplatz mit 1,5 m Höhenunterschied in der Diagonalen, die Platzanlagen der Nachbarvereine unterschieden sich auch nur durch den Höhenunterschied. Heute ist es nicht mehr ganz so schlimm, aber so viel besser auch nicht. An den Trainingsmöglichkeiten kann es also wohl kaum liegen und auf die Studien bzgl. der motorischen Entwicklung von Stadt- und Landkindern möchte ich gar nicht erst eingehen. Mag auch der (potenzielle) Einzugsbereich in der Stadt im Einzelfall etwas größer sein, wir besuchen mit unseren Mannschaften regelmäßig Turniere in den umliegenden Städten und dass die Mannschaften dort stärker sind als hier, kann ich - zumindest im unteren Jugendbereich - nicht erkennen. So, genug aufgeregt.
Einen 4-jährigen bei einem F-Jugendturnier einzusetzen, halte ich für mindestens fahrlässig, wenn nicht verantwortungslos. Rein motorisch ist das Kind den 6 bis 8jährigen dermaßen unterlegen, dass es gefährlich ist, diese überhaupt zusammen spielen zu lassen. Als Veranstalter würde ich das jedenfalls nicht zulassen und als Trainer würde ich auch nicht auf so eine Idee kommen. Und 20 Kinder in einer F2? Naja, vermutlich fehlte Euch der Trainer für eine F3. Das ist jedenfalls die einzige Entschuldigung. Ansonsten ist das suboptimal und kann wohl kaum als Vorbild für eine vernünftige Ausbildungssituation dienen.
Welche Logik steckt darin, die stärkere Truppe zum schwächer besetzten Turnier zu schicken? Im letzten Jahr habe ich mich mehrfach aufgeregt, wenn Mannschaften mit ihrer F1 auf F2-Turnieren aufgelaufen sind. Natürlich gewinnen die da. Alles andere wäre peinlich. Aber wem nutzt das? Wie sollen sich Kinder weiter entwickeln, wenn sie nur gegen schwächere Gegner antreten? Ich wollte eigentlich nicht von Ergebnissen sprechen, fühle mich aber jetzt genötigt. Wir haben in dieser Saison alle Spiele in unserer Staffel gewonnen, die meisten davon deutlich und dass obwohl wir alle Kinder gleich viel spielen lassen (sagte ich das schon?) und auch auf allen Positionen rotieren. Selbst wenn wir schlecht spielen, gewinnen wir. Und wie finde ich das? Langweilig und bedauerlich! Nur gibt unserer Kreis in dieser Altersklasse in diesem Jahr einfach nicht mehr her. Letztes Jahr mußten wir uns mehr strecken, nächstes Jahr sicher auch. Dieses Jahr ist es so wie es ist. Also suche ich mir gezielt Mannschaften aus den umliegenden Kreisen für Freundschaftsspiele und taste mich von der Spielstärke der Gegner langsam vor. Turniere im Kreis besuche ich mit dieser Mannschaft überhaupt nicht mehr, weil es witzlos ist. Ich fahre lieber ein paar Kilometer weiter (nicht unbedingt in die Stadt ;-), um mal auf andere und stärkere Gegner zu treffen. Lieber verliere ist dreimal hinter einander mit 4:5 als dass ich dreimal mit 7:1 gewinne. Letzteres bringt die Kinder nicht weiter.
Ein Turnier auszurichten und dort nur schwächere Teams einzuladen, um das eigene Turnier zu gewinnen, ist wohl der Gipfel der Unsportlichkeit. Dafür fehlt mir jedes Verständnis. Was für eine Botschaft soll das an die Kinder übermitteln? Die schnallen das nämlich sofort, denn die kennen die gegnerischen Mannschaften genauso gut wie ich. Da heißt es dann vorher schon "die hauen wir sowieso weg". Ganz toll.

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Also zum einen, sind wir selbst ein Verein vom Lande, aber deswegen keinen Deut schwächer als die "Städter". Wie kommst Du auf so etwas? Zum anderen würde ich nie auf die Idee kommen, mir schwache Mannschaften einzuladen, nur um ein Turnier zu gewinnen. Wie armselig ist das denn?
Und noch etwas: Du hast einen 4-jährigen in der F-Jugend spielen lassen? In der etwas stärkeren Truppe? Was sind das denn für Mannschaften und für Turniere? Und was hat da geklappt?
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Alles was an Ergebnisdenken von den Kindern in diesem Alter kommt; ist ihnen von den Erwachsenen vorgelebt worden.
Den Satz liest man in dem Zusammenhang immer und überall. Und natürlich ist es richtig, denn ziemlich viel von dem, was unsere Kinder tun, wird ihnen von Erwachsenen vor gelebt. Positiv wie negativ. Aber was folgt aus diesem Satz? Dass Gewinnen wollen in diesem Alter schlecht ist? Warum? Insbesondere Jungs entwickeln ein erstaunliches Vermögen beinahe jedes Spiel zum Wettkampf zu machen. Ist das schlecht? Warum? Es klagt ja auch niemand darüber, wenn Kinder beim Wettlauf oder beim Monopoly gewinnen wollen, solange sie dabei fair und regelkonform bleiben. Und den meisten macht es auch nichts aus zu verlieren. Warum soll es also beim Fußball verkehrt sein, wenn Kinder gewinnen wollen? Wenn meine Spieler auf den Platz gehen, wollen sie in ersten Linie Spass haben, aber sie wollen AUCH gewinnen. Ich kann daran nichts verwerfliches finden, zumal es ihnen nicht im geringsten die Laune verdirbt, wenn das nicht gelingt.
Ich glaube, wir müssen beim Begriff "Ergebnisdenken" sehr genau unterscheiden, ob dieser Begriff auf die Kinder oder auf die Erwachsenen angewendet wird. Unser Ziel ist doch, zu verhindern, dass das Ergebnisdenken der Erwachsenen den Kindern den Spaß am Spiel bzw. die Chance auf eine gute Ausbildung verdirbt. Die Aussage "Ergebnisse sind nicht wichtig" zielt primär auf die Eltern und Trainer ab, ihr Tun nicht auf das Erzielen guter Ergebnisse auszurichten.
Den Kinder muss man das eigentlich gar nicht sagen. Meine Erfahrung ist, dass diese Erkenntnis in den meisten Kindern sowieso schon drin steckt. Ich sage in der Kabine "Und denkt dran, Gewinnen ist nicht das wichtigste. Habt einfach Spass." und ich sehe, dass die Kinder denken "Jaja, hör endlich auf zu labern und lass uns nach draußen Fußball spielen".
Wir brauchen diesen Satz den Kindern nicht einzuprügeln sondern nur uns selbst. Kinder messen sich in vielerlei Art miteinander, mal gewinnen sie, mal verlieren sie. Für das kindliche Gemüt zählt der Spaß am Spiel auch ohne den Sieg. Sonst gäbe es nicht so viele Mannschaften, die jede Woche die Hucke voll kriegen und trotzdem weiter machen. Dennoch steckt in den Kindern auch der grundsätzliche Wille in einem sportlichen Wettkampf zu gewinnen. Und ich finde, den sollte man nicht unterdrücken, man muss ihn lediglich positiv kanalisieren. -
Okay, ich verstehe, was Du mir (bzw. den stillen Mitlesern) sagen willst. Lassen wir es dabei bewenden, wir sind uns ja im Grunde der Sache doch einig.
Ich werde zukünftig keine Fragen dieser Art mehr stellen.

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Moin Andre,
so sehr ich Deine generelle Einstellung schätze, so mehr muss ich mich manchmal wundern, wie vehement Du auch nur die kleinste Abweichung verurteilst. Du neigst dazu, sobald der Begriff "gewinnen" fällt, zu unterstellen, dass wir das doch nur als Trainer für uns wollen. Du solltest vielleicht nicht immer von Deinem früheren Ich auf andere schließen.

Glaubst Du nicht, dass es möglich ist, dass sich Kinder einen Turniersieg einfach sehr gewünscht haben, nachdem sie 3 Jahre lang die Plätze 2 bis 10 belegt haben? In einem Finale zu verlieren, das kennen sie schon zur Genüge, das ist also für sie auch keine wichtige Erfahrung mehr.
Du stößt Dich an dem Wort "wichtig" im Zusammenhang mit einem Turniererfolg? Erfolgserlebnisse sind für die Kinder wichtig und wenn man es 10mal versucht hat, will man auch irgendwann mal ein Turnier gewinnen. Das ist für die Kinder einfach auch eine Bestätigung für Ihren Willen und Ihren Einsatz und gut für das Selbstbewusstsein. Wie die Kinder sich und ihren Pokal gefeiert haben, war für mich jedenfalls Bestätigung genug, dass es richtig war, so zu handeln. Das war Spaß und Freude pur. Darüber nachzudenken, was geschehen wäre, wenn ich anders gehandelt hätte, ist müßig. Für mich war das in dem Moment und auch rückwirkend betrachtet genau die richtige Entscheidung, was allerdings überhaupt nicht heißen soll, dass ich es beim nächsten mal wieder so machen würde.Ich gebe Dir recht, dass man nicht nach Anlässen suchen sollte, die Prinzipien auszuhebeln. Man muss aber auch vorsichtig sein, dass man aus einem Prinzip kein Dogma macht.
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Moment mal Andre, ich glaube, Du hast mich ganz offensichtlich gründlich missverstanden!
Es geht weder darum, dass ich Kinder zu hause lassen will, noch darum, dass ich sie nicht einsetzen will. Wie kommst Du nur darauf? Das habe ich nicht im Ansatz irgendwo geschrieben. Auch will kein Spieler auf seinen Einsatz verzichten. Das würde ich auch nicht zulassen, wie ich ja schrieb "Gleiche Spielzeiten würde ich generell nie in Frage stellen". Es geht darum, dass Spieler freiwillig auf Ihr potenzielles Anrecht verzichten vorne zu spielen und sich lieber in die Abwehr stellen, weil sie wissen, dass andere vorne stärker sind. Es ging mir nur darum, ob man in diesem speziellen Fall nicht ganz bewusst im Sinne der Kinder von der Positionsrotation abrücken und die Kinder dort einsetzen sollte, wo sie am effektivsten sind.
Schuldig machen, wie Du es nennst, kann man sich auf verschiedene Weise. Man kann es tun, indem man gegen die Prinzipien des KiFu verstößt, aber ich glaube, dass man es auch tun kann, wenn man sich sklavisch an die Prinzipien hält und den Kindern möglicherweise ein wichtiges Erfolgserlebnis verwehrt. Als Erwachsener kann man leicht sagen, "wenn es nicht reicht, dann reicht es halt nicht" und die Prinzipien über alles stellen. Dein Gewissen ist dann - so gesehen - vielleicht rein, aber ob Du den Kindern in dem Moment damit wirklich einen Gefallen tust, wage ich zu bezweifeln. Mein Gewissen wäre jedenfalls nicht rein, wenn ich wüsste, dass ich den Kinder etwas genommen habe, das ihnen wichtig war, weil es mir wichtiger war, den Prinzipien zu folgen. Die Prinzipien sollen schließlich den Kindern dienen und nicht umgekehrt.

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Hm, warum Ihr keine Tore schießt, kann ich auch nicht genau sagen, aber einige Dinge in Deiner "Austellung" kommen mir komisch vor. Spielt Ihr mit sieben Feldspieler? Warum? Und warum mit Libero? Das Wort ist bei uns quasi verboten. Ich vermute einfach mal, Du spielt mit festen Positionen oder lässt Du die Kinder auf den Positionen rotieren?
Ich kann Dir nur dringend empfehlen, zukünftig nur mit 6 Feldspieler zu spielen. Vergiss den Libero, der steht nur hinten rum und nimmt nicht am Angriffsspiel teil. Den hast Du doch da nur, um hinten abzusichern. Das hat aber mit modernem Ball orientierten Spiel, das die Kinder lernen sollen, nichts zu tun. Fast so verhält es sich mit dem Mittelstürmer, der vorne rum steht, wenn Ihr in der Defensive seid.
Verzichte auf die Absicherung hinten und die einsame Spitze vorne, stell auf 2 Dreierreihen um, eine vorne, eine hinten. Das ist viel dynamischer, da alle Spieler zu jeder Zeit am Spiel teilnehmen. Die ganze Mannschaft bewegt sich wellenartig vor und zurück, Ball orientiert halt. Du wirst vielleicht mehr Gegentore hinnehmen müssen, aber sicher auch mehr Tore schießen.
Lass auch ruhig mal Deine schnellen offensiven Leute, die Du vermutlich auf LM und RM stehen hast, hinten in der Dreierkette spielen. Wenn da ein schneller Spieler außen von hinten nach vorne durchstößt, kommen die Angriffe auch schon mal "überfallartig" und es ergeben sich Überzahlsituationen. Dein Spiel wird zudem weniger statisch und ist nicht so leicht auszurechnen.
Außerdem scheinst Du großen Wert auf Passpiel und Spielzüge zu legen. In der E-Jugend ist es aber auch noch sehr wichtig, dass sich die Individualisten austoben können und viele Dribblings und 1-gegen-1-Situationen gespielt werden. Das solltest Du nicht unterdrücken. Lass die Kinder ruhig mal egoistisch den Weg zum Tor suchen, damit sie Abschlussstärke überhaupt entwickeln können. Schußstarke Spieler müssen auch mal aus der Distanz schießen dürfen.
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Danke für Eure Kommentare dazu. Eigentlich hatte ich keine andere Reaktion erwartet und im Grunde bin ich Eurer Meinung, aber es gibt Situationen, wo ich mir selbst die provokante Frage stelle, wo eine gesunde Philosophie aufhört und wo Prinzipienreitere anfängt?
Gleiche Spielzeiten würde ich generell nie in Frage stellen, aber die Frage, ob man im Endspiel eines Turniers seine offensiv starken Leute in die Abwehr stellen sollte, nur um stur dem Prinzip Positionsrotation treu zu bleiben, sollte man sich schon stellen dürfen (nicht jeder hat 100% Multipositions-Allrounder). Was wollen denn die Kinder eigentlich in dem Moment? Scheiße, die wollen einfach nur das Turnier gewinnen. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich will an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich betonen, dass es uns als Trainern wirklich nicht ums Gewinnen geht und dass weder wir, noch die Eltern Druck auf die Kinder ausüben. Wir können mit jedem Platz leben und das wissen die Kinder ganz genau. Meine F-Jugendlichen haben aber mittlerweile sicher schon 10 Turniere gespielt, wissen also dass es Platzierungen gibt und wollen eine möglichst gute erreichen. Da kann ich denen 100mal sagen, dass es darum nicht geht. Die gehen auf den Platz, um das Spiel zu gewinnen und kommen erstmal mit hängenden Köpfen zurück, wenn ihnen das nicht gelingt. Das halte ich auch für völlig normal.
An der Stelle frage ich mich dann, wem es schadet, in genau diesem Spiel die Mannschaft so aufzustellen, wie sie die besten Chancen hat, das zu bekommen, was sie will? Wenn ich die Kinder vor so einem Spiel frage, wer wo spielen soll, was kommt dann dabei heraus? Na klar, die stärkste Aufstellung. Da stellen sich sogar einige freiwillig nach hinten. Sollte man dann wirklich hingehen und alles umwerfen, nur weil es dem Prinzip widerspricht? Welchem Ausbildungsziel soll das in dem Moment dienen?
Wenn ich mir in Erinnerung rufe, wie meine Jungs nach drei Jahren im x-ten Turnier ihren ersten Turniersieg gefeiert haben, darf ich dann die Aussicht auf diese überschwängliche Freude einem Prinzip opfern? Hat man dann nicht vielmehr sogar die Pflicht mal Fünfe gerade sein zu lassen und für 10 Minuten Prinzip einfach mal Prinzip sein zu lassen?
