Unter "Anwerben" verstehe ich, Kinder zu motivieren, die noch nicht im Verein spielen. Das ist bis zum Beginn der neuen Saison möglich. Ob ihr mit diesen Kindern eure sportlichen Ziele verwirklichen könnt, sei allerdings dahin gestellt. Kinder "zu holen", die bereits bei anderen Vereinen aktiv sind, ist halt dann doch "Abwerben". Spieler, die den dargestellten sportlichen Zielen genügen, werden zudem kaum in aufgelösten Mannschaften zu finden sein.
Beiträge von Ranwie
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Mit unserer E-Jugend haben wir einige Wochen zum Aufwärmen auf begrenztem Raum 7 gg. 4 gespielt, wobei 3 Spieler stets bei der Mannschaft in Ballbesitz sind. Das Spiel ist nur auf Ballbesitz ausgerichtet. Jeder 10. Kontakt ohne gegnerische Unterbrechung gibt einen Punkt. Freilaufen und Passspiel, insbesondere Direktpassspiel und das folgende Absetzen, um wieder anspielbar zu sein, haben sich dadurch in kurzer Zeit enorm verbessert, was sich auch in den Spielen gezeigt hat.
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Diese Woche zweiter Sichtungstag: jeweils 12 Kinder aus dem Nord- und Südkreis übrig, plus ca. 10 Nachgemeldete. Aus unserem Verein zwei völlig unterschiedliche Spielertypen am Start. Spieler 1, direkt gemeldet: schnell, technisch beschlagen, beidfüssig, handlungsschnell, hervorragendes Spielverständnis, Schwächen beim körperlichen Spiel. Spieler 2, nachgemeldet: robust, zweikampfstark, schnell, schwacher linker Fuß, große technische Defizite, begrenztes Spielverständnis. Bei den Übungen 1 gg. 1, Dribbling, Geschicklichkeit, Torschuß rechts/links waren auch entsprechend deutliche Unterschiede zwischen den beiden Spielern erkennbar, wie auch in den abschließenden Spielen auf engem Raum. Spieler 1 gehörte aus meiner Sicht zu den besten, Spieler 2 zu den schwächsten auf dem Platz. Am Ende waren dann zu meinem Erstaunen beide unter den letzten 20. Dafür mussten Spieler gehen, die aus meiner Sicht sehr viel besser waren, als unser Spieler 2. Die einzige Erklärung, die ich habe, ist dass man den Nachgemeldeten eine zweite Chance gibt. Wenn's am Ende gar so auskommt, dass Spieler 1 gehen muss und Spieler 2 bleiben darf, muss ich doch stark an den Fähigkeiten der Auswahltrainer zweifeln. Das aber sehen wir erst in drei Wochen...
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Ganz Holland ist schon in "Oranje" gehüllt und wartet auf den Anstoß!
Ich war über Pfingsten in Amsterdam. Bereits gegen Mittag füllte sich die Innenstadt mit Oranje-Trikots, nachmittags waren die Straßencafes voll mit feiernden Fans - und das bei einem popeligen Testspiel gegen Bulgarien. Unsere Nachbarn haben's drauf! Europameister werden sie trotzdem nicht. Ich glaub an unsere Elf.
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@Fußballbaron: Danke für Deine Ausführungen. Diesen Ansatz kann ich zumindest im Vorstand mal zur Diskussion stellen.
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bisher hab ich noch keinen Vorschlag gehört, wie dieses Problem bis in die kleineren Vereine praktikabel zu lösen wäre.
Wunschvorstellungen, wie es sein sollte, hab ich auch, nur die generellen Lösungsmöglichkeiten sehe ich nicht.Auf diese Lösungen bin ich auch sehr gespannt.
@Fußballbaron: Ich weiß nicht, wo du tätig bist, aber du solltest dir mal die Zustände in einem typischen Dorfverein zu Gemüte führen. Jugendmannschaften, die chancenlos irgendwo in der Kreisklasse herumdümpeln. Spieler, die oft lustlos sind, mal kommen und mal nicht. Eltern, die entweder völlig uninteressiert sind oder ihre Sprössling maßlos überschätzen, sich einmischen und abstruse Forderungen stellen. Welcher Trainer soll das auf Dauer ertragen, wenn er keinen persönlichen Bezug hat? Unser letzter Nicht-Vatertrainer verlässt den Verein zum Saisonende, weil er die Nase voll hat und keinen Grund findet, warum er sich das weiter antun soll. Wir Vatertrainer finden einen Grund - unsere eigenen Kinder. Ich ertrage vieles nur, weil ich meinem Jungen ermöglichen will zu spielen. Ich würde es gerne so halten, wie Falcao, aber wenn ich gehe, ist keiner da, der die Mannschaft trainiert. Nicht mal für eine D- oder C-Jugend-Leistungsklasse bekommen wir einen externen Trainer, der ehrenamtlich arbeitet. Geld für Trainer ist aber keines da.
Du bezeichnest das "System Vatertrainer" als Problem. Ich behaupte, es gibt überhaupt kein "System Vatertrainer", denn im Grunde gibt es überhaupt kein System. Die Väter versuchen lediglich das Fehlen eines Systems aufzufangen und dürfen sich dafür noch als "problematisch" beschimpfen lassen. Das ist hochgradig unfair und respektlos. Auch ist es m.E. völlig sinnfrei lautstark ein "Problem" zu beklagen, wenn man nicht mal den Ansatz einer Lösung dafür hat.
Beseitigen wir doch mal im meinem Verein das "Problem Vatertrainer". Bumms, weg sind sie. Was bleibt über? Ups, keiner. Wie besetze ich jetzt meine 12 Jugendmannschaften? Bitte um konkrete Vorschläge...
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Gäbe es nicht viel mehr Talente - die ausgeuchten Stärksten gehören sicher "auch" dazu, als ausgewählt werden?
Sicherlich.
Kann man überhaupt bei 9- oder 10-jährigen einigermaßen zielsicher aus 100 die 2 aussuchen, die es mal "bringen"?
Nein.
Wir wählen die aus, die unserer Ansicht nach für unsere Stp-/LZ-Teams aktuell am meisten Leistung und so uns erstmal etwas Ruhm und Ehre zu bringen versprechen.
Hm, unser Stützpunkt-Team des Jahrgangs 2000 hat in der gesamten abgelaufenen Saison kein einziges Spiel gemacht, nur trainiert. Mir ist nicht ganz klar, wo da Ruhm und Ehre zu erringen sein soll?
Gründe, Kriterien: unsere ubjektiven Eindrücke, nicht mehr.
Das ist so. Kann es denn anders sein und wenn ja wie?
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Bei uns werden die Vereine augefordert Spieler zu melden, was zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen führt. Manche Vereine melden gar keine Spieler, obwohl sie welche hätten, aus Angst, dass ihnen diese "weggeschnappt" werden. Andere Vereine melden gleich mal den kompletten Jahrgang, ganz nach dem Motto, ein paar werden schon durchkommen. Wir haben immer nur die jeweils besten aus dem Jahrgang gemeldet. Das waren in den letzten Jahren zweimal 2 Spieler und dieses Jahr einer. Wenn du dann mit deinem Spieler ankommst und siehst, dass andere Vereine mit der kompletten E1 vertreten sind, die auch noch im Vereinstrikot auflaufen, fragst du dich schon, ob dein Junge überhaupt eine Chance hat, sich zu zeigen...
Es zeigte sich aber recht schnell, worauf es den Sichtern ankommt. Nach ein wenig Dribbling und Passpiel zum Aufwärmen, wurde auf engstem Raum (Größe etwas 16m-Raum) 7 gg. 7 gespielt. Auffallen konnte dabei die technisch starken Spieler und diejenigen, die in der Lage waren schnell Situationen zu erfassen. Am Ende wurden 12 von knapp 30 Spielern vorausgewählt. Durch die Bank waren dies eher die kleineren und flinken Spieler, wohingegen die "Brecher" allesamt außen vor blieben. Das zumindest war für mich erstmal eine positive Erkenntnis. In dieser Einheit war allerdings kaum zu erkennen, ob ein Spieler beidfüssig ist und wie schnell er ist. Ich denke, dass diese Themen im zweiten Training bedient werden.
Letztlich aber kann ein Sichter doch immer nur den Status quo eines Spielers bewerten. Die Frage ob ein Spieler möglicherweise nicht so gut ist, wie er sein könnte, wenn er einen besseren Trainer gehabt hätte, ist durch einen Sichter wohl kaum zu beantworten. Zudem kann man darüber beliebig spekulieren, da man ja i.d.R. auch nicht weiß, welche Trainer/welches Training die letztlich ausgewählten Spieler genossen haben. Bei uns im Kreis ist es zumindest so, dass die Sichter auch während der Saison Spieler "aus der 2. Reihe" beobachten.
Ich würde aber die Teilnahme am Stützpunkttraining für die Entwicklung der Kinder auch nicht überbewerten. Wir haben im letzten Sommer zwei Jungs zur Sichtung geschickt. Davon kam einer in den Kader, der andere nicht. Der erste ist in seiner Entwicklung im vergangenen Jahr stagniert und steht auf der Kippe, während letzterer sich auch ohne Stützpunkttraining prächtig entwickelt hat und vor zwei Wochen nachgesichtet und in den Kader aufgenommen wurde.
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Ranwie: Ein passendes Beispiel von mir: Mein Sohn ist im freien Spiel in der Bambini-Zeit immer vorne rumgeturnt und hat sich bewusst Freiräume gesucht. In dieser Zeit hat er einen schönen Torriecher und eine gewisse Abgezocktheit entwickelt. Defensiv und in der Balleroberung war er immer schwächer (oder weniger ehrgeizig) als die anderen.
Jetzt fangen wir in Vorbereitung auf die F-Jugend langsam mit einer 3-3-Grundaufstellung an. Zwangsläufig kam mein Sohn auch nach hinten (rechts). Und ich war begeistert, wie er diese Aufgabe gelöst hat. Er hat sehr aufmerksam verschoben, ordentlich Dampf nach vorne gemacht und das Spiel schön aufgebaut. Das hätte ich nie gedacht. Selbst Zweikämpfe nimmt er jetzt viel besser anExakt die gleiche Beobachtung habe ich bei meinem eigenen Filius auch gemacht. Die ersten Versuche als Abwehrspieler waren gruselig bis amüsant, aber inzwischen ist sein Abwehrverhalten sehr solide. Zudem hat er als Rechtsfuß auch häufig links vorne gespielt, schießt und flankt daher mit links beinahe ebenso gut wie mit rechts. Als schneller Spieler hat er damit später deutlich mehr Optionen. Nach alter Denkweise ohne Rotation hätte er wohl die letzten drei Jahre immer nur Rechtsaußen gespielt. Die Vielseitigkeit gilt natürlich in ähnlicher Weise auch für viele seiner Mitspieler. Man merkt es oft schon gar nicht mehr, weil man sich daran gewöhnt hat. Aber es sind manchmal so kleine Moment, wo es einem dann doch auffällt, z.B. dann wenn der Junge, den alle nur "die Betonmauer" nennen und der an dem Tag hinten zentral spielt, sich in den Angriff einschaltet, zwei Mann ausspielt und von 15 Metern einfach mal mit links drauf hält, obwohl er Rechtsfuß ist...
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Wäre es dann noch sinnvoll, die Spieler die ihre Position bereits gefunden haben und eventuell garkeine Tore schießen wollen sondern lieber verhindern wollen, auf anderen Positionen spielen zu lassen?
In der F und E auf jeden Fall. Es wurde ja hier bereits erwähnt, dass heute jeder Spieler offensive und defensive Aufgaben übernehmen sollte. Insofern macht es auch dann noch Sinn weiter Erfahrungen zu sammeln, selbst wenn der Spieler seine Lieblingsposition scheinbar gefunden hat. Zudem wird es evtl. auch nicht gelingen, alle auf ihren Lieblingspositionen spielen zu lassen, z.B. dann, wenn 8 von 10 Spielern Stürmer sein wollen. Wenn schon Rotation, dann für alle.
Wie wäre es damit:
Man gibt jedem Spieler einen Zettel der wie folgt aussieht:Name:
Position (auf die du letzte Saison am häufigsten eingesetzt wurdest):
Lieblingsposition (kann auch die gleiche sein):Tja, so etwas ähnliches habe ich Anfang der Saison bei meinen Jungs versucht. 9 von 10 Feldspielern gaben bei Lieblingsposition "Mittelfeld" an, obwohl wir das bei 3-3 Aufstellung gar nicht haben...
Ich könnte das aber jetzt zu Saisonende noch einmal wiederholen. -
Kurze, knappe und korrekte Antwort. Es sollte sich doch in der E-Jugend auch immer ein Feldspieler finden lassen, der gerne mal ein Spiel im Tor macht.
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Ich frage aber mal ganz naiv und provokant in die Runde: Wenn die Kinder ständig rotieren, kann es dann nicht passieren, dass sie nix richtig gut können?
Kann es dann nicht passieren, dass es beinharte IV, echte Zerstörer vor der Abwehr, intelligente Spielmacher oder eiskalte Stürmer mit dem sogenannten Riecher gar nicht mehr gibt?
Meine Jungs haben jetzt fast 3 Jahr Positionsrotation hinter sich und ich kann dir sagen, dass ich die o.g. Typen trotzdem herausbilden. Gerade in der Rotation wirst du mit der Zeit erkennen, dass die meisten Spieler ihr Lieblingsposition finden, auf der sie sich wohl fühlen und auf der sie gut aufgehoben sind. Allerdings finden sie diese Position von sich aus und nicht weil ein Trainer sie ihnen vorschreibt. Auch erhältst du als Trainer teilweise überraschende Erkenntnisse, wenn du die Kinder auf zunächst ungewohnten Positionen spielen siehst, erkennst Qualitäten, die du sonst nicht sehen würdest.Die Vergleiche mit Hummels und Badstuber sind ja ganz nett, aber für die allermeisten Kinder eher irrelevant. Aus meiner Sicht geht es bei der Rotation im Breitensport zwar auch um eine möglichst breite Ausbildung, aber vor allem darum, dass die Kinder "Ihre" Position selber finden. Geh mal davon aus, dass normalerweise zunächst mal alle Kinder im Sturm spielen wollen, denn dort werden die Tore geschossen und das ist halt das geilste am Fußball. Also gibst du mit der Rotation allen die Chance dazu. Einige Spieler werden aber erkennen, dass sie halt doch nicht die großen Stürmer und Goalgetter sind, dass sie hinten aber jeden Ball ablaufen und einen Angriff einleiten können. Die Kinder machen sich so irgendwann selbst zum Verteidiger. Ich habe zwei Jungs, die ausdrücklich viel lieber hinten spielen wollen. Sie haben in den knapp drei Jahren alle Positionen ausprobiert und für sich selbst die AV-Position gewählt. Wenn sie dort spielen dürfen, freuen sie sich. Hätte ich sie immer dort "aufgestellt" wären sie vielleicht frustriert, weil sie ja eigentlich lieber Stürmer sein würden.
Abgesehen davon siehst du auch wie vielseitig die einzelnen Spieler sind und bist im Spiel viel flexibler. Ich höre oft am Wochenende das Gejammer der Trainerkollegen, dass ja "zwei Verteidiger" gefehlt hätten. Ja klar fehlen die, weil diejenigen, die sie ersetzen müssen, nie die Gelegenheit bekommen haben zu verteidigen und hinten schlecht stehen, falsch angreifen usw. Wenn bei uns die beiden Kinder fehlen, die am besten verteidigen, ist das sicherlich auch eine Schwächung, aber wir können jederzeit andere Spieler dort einsetzen, die dann auch wissen, was sie dort zu tun haben.
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bist da allein drauf gekommen?
Kaum zu glauben, nicht wahr?
![Freude :]](https://www.trainertalk.de/images/smilies/pleased.gif)
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die Leistungsstärke des Betreffenden liegt aber nicht immer in deiner Begründung.
Das sehe ich auch so. Aus meiner Sicht werden eher die Väter der stärkeren Spieler zum Trainer als die Söhne der Trainer zu stärkeren Spielern.

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mal andersherum, 9 von 12 Mannschaften einschl. deren Trainer und Elternschaft , das sind 75 % (!!) haben sich so, wie es im Kinderfussball erwünscht ist,
verhalten.Zumindest haben 9 von 12 Teams m.E. weitestgehend fair gespielt. Ich habe allerdings nicht jedes Spiel verfolgt. Es fiel mir halt nur auf, dass bei den Mannschaften, die unfair agierten, die Trainer allesamt diese Spielweise unterstützten. Das, was im Kinderfußball erwünscht ist, geht ja noch um einiges weiter. So habe ich nicht wirklich darauf geachtet, in welchem Umfang gewechselt wurde und ob alle Spieler zum Einsatz kamen.
Interessant ist übrigens, dass alle 3 Teams aus dem gleichen Nachbarkreis stammen. Das lässt zumindest vermuten, dass es dort insgesamt anders "abgeht" als bei uns. Ohnehin ist mein Eindruck, dass in den umliegenden städtischen Kreisen deutlich körperlicher gespielt wird, als bei uns auf dem Land.
war aber doch wohl jetzt die absolute Ausnahme, bin auf den Bericht von deinem nächsten Turnier gespannt.
Wie meinst du das mit der Ausnahme? Ausnahme, dass 75% okay waren, oder dass 25% daneben waren?
Für unsere Verhältnisse ist 75% eine eher schlechte Quote. Von den 12 Mannschaften in unserer Staffel war z.B. nur eine dabei, deren Spielweise ich als grenzwertig einstufen würde und auch dieses Team spielte wesentlich fairer als die 3 Mannschaften im Turnier. Das heißt allerdings nicht, dass sich alle Trainer vorbildlich im Sinne des KiFu verhalten.

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@kicker: Ich fühle mich nicht provoziert. Das Hinspiel ging bereits 0:9 verloren, obwohl alle Mann an Bord waren. Nun fehlten aber die 2 besten Spieler. Es gibt gar keinen Zweifel, dass das Spiel dick zweistellig ausgegangen wäre. Heute spielt die E2 übrigens wieder und eingeladen sind vorrangig die schwächeren Spieler, da diese letzte Wochen nicht dabei waren. Wie gesagt, sind die Kinder gewohnt, dass sie nicht immer in jedem Spiel zum Einsatz kommen, da das bei 16 Kindern im Kader gar nicht möglich ist. Es wurde also niemand benachteiligt, außer dem Gegner vielleicht, der allerdings aus meiner Sicht gar nicht in diese Gruppe gehört. Meine beiden Jungs waren happy, dass sie nach langer Verletzungspause wieder ein Spiel machen konnten. Die Mannschaft war happy, dass sie weniger hoch verloren hatte als befürchtet und in der 2. Halbzeit sogar ein 2:2 erreichte und die nicht eingesetzten E2-Spieler waren davon unberührt, da sie ohnehin ja nicht "an der Reihe" waren und heute wieder dran sind. Und heute haben diese Spieler gegen einen schwächeren Gegner auch die Chance mitzuspielen und nicht nur hinterher zu laufen und den Ball aus dem Tor zu holen.

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Gestern haben wir ein Turnier gespielt mit insgesamt 12 Mannschaften. Da konnte man wieder sehr genau beobachten, dass die Spielweise der Kinder zur Verhaltensweise ihrer Trainer passen bzw. davon geprägt werden. Von den 12 Teams waren 9 absolut fair und 3 ziemlich unfair. Diese 3 Mannschaften wurden allesamt von Trainern betreut, die lautstark eine, ich nenne es mal "körperbetonte" Spielweise forderten. Wir hatten das "Vergnügen" gegen 2 dieser Teams in der Vorrunde spielen zu dürfen. Es ist schon ziemlich schwierig sich als Trainer und erst recht als Vater zurück zu halten, wenn deine Spieler bzw. dein Sohn ständig umgesenst werden und die Spieler dafür von ihren Trainern auch noch gelobt werden. Zudem wurden absolut korrekte Schiedsrichterentscheidungen dann auch noch kommentiert. Beispiel: unser Spieler läuft einem Ball hinterher, der Richtung Auslinie rollt und stoppt den Ball kurz vor der Linie. In dem Moment rauscht von hinten ein 15 Kilo schwererer Gegenspieler mit ausgestreckten Armen heran und rammt ihn mit Volldampf aus dem Spielfeld. Schiri pfeift natürlich. Daraufhin ruft der Trainer: "Was pfeifst du denn da? Das ist Fußball hier, kein Ballet!" Besonders schön dabei: unser Gegner war der Gastgeber der Turniers und die Schiris waren B-Jugendliche aus dem eigenen Verein, die ihre Sache eigentlich ganz gut gemacht haben. Ich konnte mich nach dem Kommentar allerdings auch nicht beherrschen und sage zu ihm: "Nee, Kollege, das hat mit Fußball nix zu tun." Kurze Zeit später kombinieren wir uns schön durch und schießen ein Tor. Ich kann mich wieder nicht beherrschen und sage zu ihm: "Haste gesehen? Das ist Fußball!"
Auch überflüssig, aber ich konnte nicht anders. Zum Glück war der Kollege, auch wenn er eine etwas seltsame Einstellung zum Kinderfußball hatte, ansonsten recht friedlich.Im Finale spielten wir dann gegen einen Gegner aus einer nahe gelegenen größeren Stadt mit hohem Ausländeranteil. Das Spielfeld war quasi umstellt von mitfiebernden türkischen Mitbürgern. Auf und neben dem Feld ging es 100% fair und gesittet zu. Auch nachdem wir das Spiel trotz Rückstand knapp gewannen. Es wurde gratuliert, die Leistung des Gegners anerkannt und als wir die Anlage verließen, ging einer der türkischen Väter an uns vorbei und sagte fröhlich: "Wir sehen uns nächstes Jahr und dann gewinnen wir." Das war richtig schön. Ganz so wie es sein soll und völlig entgegen der üblichen Klischees. Der Trainer dieser Mannschaft war ein ganz ruhiger besonnener Mann und so verhielten sich auch seine Spieler und deren Eltern.
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Ranwie: Wie ist diese Sache gegen den "übermächtigen" Gegner denn nun gelaufen? Hast Du die beiden Spieler ausgeliehen? Hat's was gebracht? Vielleicht ein Ehrentor?
Ja, wir haben die beiden Spieler ausgeliehen und das Spiel ging "nur" mit 2:6 verloren. Damit waren alle zufrieden. Beide Jungs, obwohl eigentlich lieber offensiv, mussten hinten spielen und haben ihre Sache gut gemacht. Da unsere E2 zu den Teams gehört, wo die Stürmer gerne vorne stehen bleiben, wenn sie den Ball verlieren, mussten die beiden ziemlich viel ackern. Ständig in Unterzahl und ohne Hilfe der Stürmer, daran mussten sie sich auch erstmal gewöhnen. Da ein weiterer starker E2-Spieler kurzfristig wegen Krankheit absagen musste, hätte es ohne die beiden ganz sicher ein Desaster gegeben. Nach dem Spiel waren sie dann auch erheblich platter, als wenn sie bei uns spielen.

Da das Spiel während unserer Trainingszeit stattfand, haben wir derweil versucht parallel mit der E1 zu trainieren, was aber nicht möglich war, da alle Kinder immer zum Spiel rüber geguckt haben. Nach einer Weile haben wir dann abgebrochen und alle zugeguckt. War lustig den Kindern bei ihren fachlichen Kommentaren zum Spiel zuzuhören.

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Maxiano: ich kann dir nur empfehlen ein 3-3 zu spielen und dich darauf zu konzentrieren, den Kindern beizubringen, dass alle mit nach vorne und nach hinten arbeiten. Ich bin jetzt im zweiten Jahr E-Jugend und stelle immer wieder fest, dass es bei den meisten Teams daran hapert, dass die Stürmer nach Ballverlust einfach stehen bleiben und die Verteidiger den Ball weit nach vorne kloppen und dann hinten stehen bleiben. Beides bedingt sich in gewisser Weise gegenseitig: die Verteidiger können kaum ein Spiel von hinten aufbauen, wenn die Stürmer weit vorgerückt auf Bälle warten. Anders herum ist es für die Stürmer aussichtslos ihren Gegnern bei Ballverlust hinterher zu rennen, wenn die eigenen Verteidiger nicht nachgerückt sind und das Mittelfeld daher unbesetzt ist und vom Gegner schnell überbrückt werden kann. Das mag beim 2-2-2 in der Theorie anders aussehen, aber in der Praxis gibt die Länge des Platzes eine solche Aufstellung kaum her und die Breite wird nicht genutzt. Wenn man trotzdem so aufstellt, sind zudem eigentlich immer 2 Spieler schon mal per se aus dem Spiel. Mit einer solchen Aufstellung fördert man eher das "Stehen bleiben und zugucken". Es kann Sinn machen, im 3-3 den mittleren Stürmer etwas weiter vor oder zurückgesetzt spielen zu lassen, aber letztlich sind das nur Nuancen.
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Im Grunde ist es fast jede Woche das gleiche. Auch an diesem Samstag haben wir wieder nur gegen lange Bälle gespielt. Obwohl wir die gegnerische Hälfte fast komplett preis gaben, versuchte der Gegners den Ball bereits unmittelbar nach dem Zuspiel durch den Torwart weit nach vorne zu schlagen. Erst nach wiederholter Aufforderung durch den Trainer, wurde der Ball etwa 10 m weiter nach vorne getragen, um dann von dort lang geschlagen zu werden. Meist landete der Ball bei unserem Torwart, kam er aber mal gefährlich vor's Tor, gab es für den "Passgeber" Lob von außen. Erst gegen Mitte der zweiten Halbzeit, als es schon 6:2 für uns stand, schien es den Kollegen dann doch auch selbst zu stören, da er sein Team aufforderte nicht mehr nur zu bolzen sondern Fußball zu spielen. Ich freue mich auf das nächste Spiel, wo wir dann endlich einen Gegner erwarten, der Fußball spielt, auch wenn es dann vielleicht auf die Mütze gibt...
