Beiträge von Ranwie

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    Ich denke, man muss hier knallhart differenzieren, und zwar zwischen dem Leistungs- und dem Breitensport. Als Leistungssport definiere ich einfach mal alle Vereine (wie eben die Stuttgarter Kickers), die sich irgendwo dem bezahlten Fußball verschrieben haben (also schätzungsweise ab der 4. Liga) und somit stetig auf Talentsuche sind, um eigene langfristige Ziele umsetzen zu können.

    1. Ich würde F-Jugendliche nie dem Bereich Leistungssport zuordnen, egal bei welchem Verein sie spielen!


    2. Auch kleine Vereine betreiben langfristige Ziele, im Grundsatz sogar noch intensiver, da diese später kaum Zulauf von außen haben.

    Und ich denke, dass, wenn ein "Talent" bestimmte Dinge, wie Passen oder 1 gegen 1, gut beherrscht, eben entsprechend eher zum nächsten (altersmäßig höheren) Schritt übergegangen werden sollte, da sonst daraus eine Unterforderung bzw. keine Weiterentwicklung resultieren könnte.

    Mir kann keiner weiß machen, dass die U8 der Kickers schon "ausgelernt" sind, was die Ziele der F-Jugend angeht. Insofern gibt es auch keinen Grund bereits Ziele der E-Jugend intensiv zu trainieren. Klar kann man hier und da mal etwas einstreuen, aber das hier gezeigte Passspiel, ist das Ergebnis von intensivem Training. Ich verstehe nicht, welchen Sinn es hat, Ausbildungsziele derart massiv vorzuziehen. Es gibt keine Kinder, die mit 7 oder 8 im Punkto Ballbeherrschung, Dribbling, Zweikampf, Fintieren und Torschuß rechts wie links schon alles können.


    Hier wird behauptet, dass sich die talentierten Kinder langweilen würden, wenn man keine Trainingsinhalte vorzieht. Soso. Und wie soll das weiter gehen? Langweilt sie in einem Jahr dann nicht auch das Passspiel? Und was kommt dann? Inhalte der D-Jugend? Und danach? Was passiert denn, wenn man jedes Jahr ein neues Ziel vorzieht? Sind die Kinder dann am Ende der D-Jugend fertig und können Profi werden? Oder müssen sie sich von da an nur noch langweilen, weil sie ja alles schon können?


    Es wird immer so getan, als hätten gerade talentierte Spieler in der Ausbildung Zeit zu verlieren. Das Gegenteil ist der Fall. Diese Spieler lernen sehr viel leichter als andere. Insofern besteht überhaupt keine Veranlassung sie mit immer neuen Trainingsinhalten zu hetzen und alles hinein zu trainieren, war gerade so rein geht.

    Abweichung des altersgerechten Trainings: nur im Ausnahmefall, ausschließlich bei Vereinen mit "Talentepools"

    Wieso nur bei Talentpools? Was für einen Spieler in einem Pool gilt, müsste doch auch für ein einzelnes Talent gelten. Müsste man dieser Logik folgend nicht auch mit einzelnen Talenten in einer ansonsten durchschnittlichen Mannschaft Übungsinhalte vorziehen? Sonst langweilt sich dieser Spieler ja...


    Ich habe ebenfalls zwei sehr talentierte Spieler (Jg. 2002 bzw. 2001) in meiner Mannschaft. Die sind allen anderen technisch deutlich überlegen, haben ein ganz anderes Spielverständnis und im Gegensatz zu den anderen praktizieren sie auch bereits jetzt ab und an ein ordentliches Passspiel - aber von sich aus. Dennoch trainiere ich das nicht gezielt mit denen. Warum auch? Es entwickelt sich ja ganz natürlich und es gibt noch genug Dinge im Bereich Ballbeherrschung, Dribbling, Zweikampf, Fintieren und Torschuß, die man bei den beiden verbessern kann. Ich glaube einfach nicht, dass das bei der U8 der Kickers anders ist. Die sollen in diesen Bereichen alle schon perfekt sein? Niemals. Und so lange es in diesen Punkten noch Verbesserungspotenzial gibt, gibt es auch keinen Grund andere Inhalte derart intensiv zu trainieren. Allein aus der Tatsache, dass die Kinder das Passspiel schon gut erlernen können, leitet sich für mich noch lange kein Grund ab, es den altersspezifischen Inhalten vorzuziehen.

    Das ist schwach und ein Rückfall in alte Zeiten und genau deshalb ein gutes beispiel: wenn es zuviel mühe macht und man die kompetenzen nicht hat, lässt man es halt. so ist es mit allen neuerungen auf die man kein bock hat. man sucht sich einen entschuldigung, um sie nicht durchzuführen.

    Man kann nur Dinge umsetzten, die man auch umsetzen kann. Bleiben wir beim Beispiel Viererkette im Seniorenbereich. Du brauchst dafür schnelle Spieler, die ein sehr gutes Spielverständnis haben. Hast Du die nicht, funktioniert es nicht. Das hat eben nicht nur mit Wollen zu tun. So zu tun, dass man alles erreichen kann, wenn man nur will, ist Spinnerei. Und die Erkenntnis, dass bestimmte Dinge nicht gehen, einfach als "kein Bock" abzutun, ebenfalls. Klar, ich kann mit jedem Spieler eine Viererabwehrkette spielen. Aber warum eigentlich? Doch nicht zum Selbstzweck, weil das gerade angesagt ist. Viererkette spielt man, damit man einen Mittelfeldspieler mehr hat und mehr Druck im Mittelfeld ausüben kann. Letzteres macht man, um Spiele zu gewinnen und nicht weil es modern ist so zu spielen. Wenn meine Viererkette immer ausgespielt wird, weil die Spieler zu langsam sind (mit den Beinen und mit dem Kopf), erreiche ich genau das Gegenteil. Was nutzt dann das moderne Spielsystem? Dazu kommt noch das Thema Abseits. Wenn ich Viererkette spiele, muss ich mich darauf verlassen können, dass halbwegs zuverlässig Abseits gepfiffen wird, was gerade in den unteren Spielklassen selten der Fall ist. Man sollte nicht den Fehler machen, dass alle Taktiken und Spielsysteme, die von wenigen qualitativ hochwertig besetzten Mannschaften gespielt werden, für jede Mannschaft geeignet sind.


    Zum "Thema Rückfall in alte Zeiten" kann ich nur sagen, dass ich mir das in manchen Bereichen wünsche. "Abitur in 12 Jahren", "Rechtschreibreform", "Bachelor- und Masterstudiengänge", "Energiesparlampen" usw. Aus meiner Sicht alles Fehlentwicklungen. Neu und modern heißt halt eben nicht immer auch besser, genauso wie "früher war alles besser" natürlich auch Blödsinn ist.


    Ein weiteres Beispiel: Wir bekommen heute beigebracht alle Trainingseinheiten immer in Wettkampfform ablaufen zu lassen, weil das die Kinder motiviert. Ich stelle aber fest, dass gerade bei technischen Einheiten die Wettkampfform dazu führt, dass der eigentliche Inhalt nicht sauber ausgeführt wird, weil es ja schnell gehen muss. Die Konzentration auf die technische Übung geht im Wettkampfspielgetümmel unter. Wir kehren bei einigen Trainingsinhalten aus diesem Grund teilweise wieder zu statischen Übungen zurück.


    Was ich meine ist: nicht alles was uns als zeitgemäß angepriesen wird, muss man auch kommentarlos hinnehmen. Neuerungen sind genauso zu hinterfragen, wie Althergebrachtes auf den Prüfstand zu stellen ist.

    kannst du in die zukunft sehen? oder bist du jemand, der neuerungen der wissenschaften ablehnt weil er sie nicht versteht? dann wären wir heute nicht da wo war jetzt sind.

    Naja, das Verhalten des Lehrers mit "Neuerungen der Wissenschaft" zu verbinden, finde ich ziemlich gewagt.

    auch wieder ein beispiel: ist der lehrer, der den computer nicht beherrscht und keinen fernsher besitzt in der heutigen zeit der lehrer deiner wahl, nur weil er diese dinge für nicht gut heisst?

    Den Zusammenhang zum Thema verstehe nun überhaupt ich nicht.

    mensch leute, ihr spielt doch auch nicht mehr mit libero, weil es nicht in die zeit passt!

    Ganz schlechtes Beispiel. Gerade im Breitensport ist das Spiel mit Viererkette massiv auf dem Rückzug, weil dazu die Spieler fehlen. Unser 1. Mannschaft steht auf dem Sprung in die Landesliga und hat das Experiment Viererkette aus genau diesem Grund abgebrochen. Die Doppelsechs ist oft genug auch nur ein verkappter Libero, nur dass er meistens vor der Viererkette steht. Machen wir uns doch nichts vor. Nicht alles was uns als "modern" und "zeitgemäß" verkauft wird, verdient diese Attribute.

    ganz sicher ernst nehmen muss man aber die ängste der eltern und auch mögliche "absurde" anschuldigungen den betreuern gegenüber.

    Tja, leider muss man sie ernst nehmen, aber absurd bleibt halt absurd.

    ich finde diese verhaltensweise des schweizer lehrers sehr interessant, die technische hilfestellung beim sport mal ausgenommen.
    wenn man sich so verhalten kann, so ist das extrem bewusst und vielleicht ein richtungsweisender schritt.

    Richtungsweisend sicher, aber in die falsche Richtung. So geht der natürliche Umgang zwischen Lehrern und Schülern bzw. Erwachsenen und Kindern verloren.

    hier einfach zu sagen, "das wäre ja noch schöner" und "dann können sie einen anderen suchen" heißt, ich bin nicht bereit zu lernen und auf veränderungen einzugehen.

    Wieso? Warum sollte ich auf Veränderungen eingehen, die ich als Fehlentwicklung ansehe? Ich finde es völlig legitim und sogar konsequent zu sagen "unter den Bedingungen nicht!". Du würdest ja auch so reagieren, wenn man Dir im sportlichen Bereich Dinge vorschreibt, die Du nicht akzeptierst, oder?

    Gähn, also langsam ermüden mich diesen Themen. Wir hatten nun das Thema Rassismus, Homosexualität, sexueller und sonstiger Missbrauch. Was kommt als nächstes? Lass Ihr euch auch bestechen und wenn ja, ab welcher Summe? Wie fälsche ich am besten einen Pass? Darf ich die Freundinnen meiner Spieler angraben und wie mach ich das am besten? Was tun, wenn der Präsident transsexuell ist? Warum schaut der Jugendleiter meinen Hund immer so komisch an? Muss ich das Spiel abbrechen, wenn das Klubhaus brennt? Darf ich wegen Erdbeben nachspielen lassen und wenn ja wie lange? Muss ich das Spiel am Samstag verlegen, wenn Freitag Weltuntergang ist? usw. :D Lasst uns doch mal wieder zum Fußball zurück kehren.

    phobisch gewordenen Grundatmosphäre

    Genau das trifft es. Die geschilderten Sachverhalte, wie sich Pädagogen selbst schützen müssen, sind geradezu bizarr. Die "phobische Grundatmosphäre" findet man auch in vielen anderen Bereichen. Nach einer medial ausgeschlachteten Geiselnahme in einem Kindergarten, hat eine besorgte Mütter in unserer Grundschule gefordert und letztlich auch durchgesetzt, dass alle Türen der Schule ständig abgeschlossen sein müssen. Nur zu den Pausen und Abholzeiten werden diese dann geöffnet und natürlich kann man auch Klingeln, wenn man rein will. Die Vorstellung durch das Abschließen Amokläufe o.ä. verhindern zu können, ist absurd. Es zeigt aber das völlig überzogene Sicherheitsbewusstsein, dass viele Eltern heute an den Tag legen. Ich bin zu meiner Grundschulzeit Mitte der 70er noch jeden morgen 20 min. zu Fuß zur Schule gegangen. Der Schulweg ging etwa zur Hälfte durch Felder. Das war völlig normal, alle Kinder haben das gemacht. Heute würde man das unverantwortlich nennen. Ohnehin machen wir uns viel zu viele Sorgen um unsere Kinder und schränken dadurch deren Leben oft massiv ein. Der Freiheitsgrad und der Aktionsradius von Kindern wird immer kleiner und das i.d.R. wegen übertrieben besorgter Eltern. Wir sind früher mit dem Kommentar "ich bin jetzt draußen, bin um 6 wieder da" raus und haben unseren Lebensraum erkundet und dabei den Aktionsradius schon recht früh immer weiter ausgedehnt. Heute wollen Eltern minutiös wissen, wann ihre Kinder wo mit wem was machen. Das verunsichert auch die Kinder, die sich kaum noch 3 Häuser weiter trauen. Diese allgemeine Hysterie führt dann u.a. auch zu den von Dzeko dargestellten völlig absurden Zustände, unter denen vor allem die Kinder leiden müssen. Wie traurig ist eine Gesellschaft, in der eine Lehrerin Angst davor hat, einen Schüler oder eine Schülerin zu trösten. Bei uns in der Schule und auch im Sportverein ist das zum Glück noch nicht so.

    Jetzt schaue ich mal hinter die Kulissen: Am Samstag habe ich meinen Filius gefragt, warum er wenig dribbelt (kann nicht für die gesamte Mannschaft sprechen). Er sagte mir, wenn der Ball zu ihm kommt sieht er schon einen Spieler der besser postiert ist und dann passt er den Ball, da dieser dann ein Tor schiessen könne. Die Trainer würden das nicht verlangen.

    Hm, das ist eine sehr altruistische Denkweise für einen 7jährigen. Ich würde das auch nicht unbedingt als fortgeschritten bezeichnen, sondern eher als ungewöhnlich. Nicht fortgeschritten, weil so auch kein D-Jugendlicher denkt, zumindest nicht bei jedem Ballkontakt und erst recht nicht bei einem solchen Gegner, wo eine Einzelaktion leichte Aussicht auf Erfolg verspricht. Den Ansatz halte ich für so ungewöhnlich, dass ich ebenfalls nicht glauben kann, dass jedes der Kinder da auf dem Platz so denkt. Des weiteren bin ich davon überzeugt, dass ein Fußballspieler ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ego und Mannschaftsdienlichkeit braucht. Beide Elemente sind notwendig. Gerade ein Kind, das so denkt, sollte meiner Meinung nach in einer Mannschaft spielen, in der es Verantwortung übernehmen muss, in der es ein Häuptling und kein Indianer ist.


    Wenn Dein Sohn so talentiert ist, wie es scheint, dann mach ihn noch besser, indem Du ihn dort spielen lässt, wo er sich zum Leader entwickeln kann. In dieser Mannschaft wird er sich immer hinter seinem Passspiel "verstecken", weil es 1.) in dieser Umgebung so gut funktioniert und 2.) weil er von allen Seiten für das tolle Passspiel gelobt wird. Ich glaube, dass es für einen 7jährigen nicht "gesund" ist, so zu denken. In diesem Alter ist es völlig natürlich, dass die Kinder stark ich-bezogen sind und Du wirst überall lesen können, dass das im Fußballspiel sogar gefördert und nicht unterbunden werden soll. Ich an Deiner Stelle würde mir Gedanken machen, wie ich meinem Sohn ein wenig mehr Egoismus auf dem Platz beibringen kann. Wenn er mal ein richtig Guter werden soll, wird er das brauchen.

    Ich berichte hier von einem bestimmten Spiel, schon klar, aber ich kenne die Mannschaften im Umfeld inzwischen sehr gut und weiß auch wie ihre Trainer ticken. Bei dieser Mannschaft ist es so, dass die besten Spieler immer durchspielen und die Ersatzspieler nur dann spielen dürfen, wenn es der Spielstand erlaubt. Aber selbst bei einem 27:1 im ersten Saisonspiel spielten die besten Spieler dort durch. Insofern ist es auch keine Momentaufnahme.


    Aber gut, vermutlich habt Ihr Recht, dass es der einzige Weg ist, den Kollegen by the way mal darauf hinzuweisen, dass man es eigentlich anders machen sollte. Vielleicht sollte ich dabei auch erwähnen, dass latent die Gefahr besteht, dass Spieler, die nicht eingesetzt werden, den Verein wechseln könnten. ;)

    Dem Statement von Dzeko stimme ich zu. Ich war schon sehr überrascht, als ich den Eingangsbeitrag gelesen habe, wie viele Gedanken man sich in einigen Vereinen über das Thema macht. Ich habe darüber - ganz ehrlich - noch nie ernsthaft nachgedacht und kenne das Thema aus dem eigenen Verein auch nicht. Das mag man naiv nennen, ich halte es aber für normal. Bisher ist auch von Elternseite noch nie etwas an uns heran getragen worden. Das Ganze Eltern-/Trainerverhältnis hat ja ohnehin sehr viel mit Vertrauen zu tun. Ich glaube, dass es für viele Eltern befremdlich wirken würde, wenn wir auf einmal irgendwelche Regeln aufstellen würden, die einem möglichen Missbrauch vorbeugen sollen. Dann würde ganz sicher auch Misstrauen entstehen.


    Ich würde allerdings auch nicht auf die Idee kommen, mit den Jungs zu duschen, aber nicht, weil ich irgendwelche Verdächtigungen befürchten würde, sondern weil ich überhaupt keinen Bock darauf habe mit einem Rudel 8jährigen unter der Dusche herum zu springen. Es als unnatürlich oder gefährlich einzuordnen, wenn Kinder und Trainer zusammen duschen, finde ich allerdings zweifelhaft. Auch dass man Gespräche mit Kindern nur noch im Freien, bei geöffneter Tür usw. führen darf, finde ich ganz schrecklich. Die Frage ist auch, wer hier durch die angesprochenen Maßnahmen überhaupt geschützt werden soll. Die Kinder oder die Trainer?


    Ich erinnere mich daran, dass mein Schwager mir vor etwa 10 Jahren mal erzählte, dass seine Jungs im Alter von 7 oder 8 wissen wollten, wie er denn "untenrum" aussähe. Er sagte sinngemäß, er hätte den Gürtel schon in der Hand gehabt und dann erstmal überprüft, ob überall die Rollläden geschlossen sind usw. Nachher hat er sich dann gefragt, was wohl passiert, wenn die Kinder nun in der Schule erzählen "gestern hat Papa uns seinen ... gezeigt". Da hat man schnell das Jugendamt im Haus. Leider ist man heute mit entsprechenden Verdächtigungen immer sehr leicht bei der Hand und eine Verdächtigung kommt dann oft auch einer Verurteilung gleich. Zuletzt erzählte mir eine Freundin von einer Bekannten, die es pervers fand, dass Kindergartenkinder die korrekten Bezeichnungen für die Geschlechtsteile verwenden. Dazu fällt mir auch nicht viel ein.


    Die Maßnahme keine Namen und/oder keine Fotos mehr auf eine Internetseite zu setzen, finde ich völlig überzogen. Das ist lächerlich. Ich brauche doch nur auf einen Sportplatz zu fahren und mir ein Spiel anzuschauen. Nach 10 Minuten weiß ich von jedem Spieler wie er heißt, oder? Schaut Ihr Euch immer alle Zuschauer an? Ich nicht. Wenn ich ein Gesicht nicht kenne, gehe ich davon aus, die Person gehört zur Gastmannschaft. Diese Maßnahmen sind daher zur Vorbeugung aus meiner Sicht nicht geeignet. Ich sehe es da wie Andre und Dzeko, dass man die Kinder stark machen muss. Wir haben hier an der Grundschule regelmäßig entsprechende Veranstaltungen unter dem Titel "Mein Körper gehört mir".

    Interessant währe es, wenn man dem Verein einen Brief schreiben würde und das Beobachtete (eben das diese zwei Kids nicht spielen) im Inhalt nehmen würde und dann dem Verein anständig fragen, ob es sinnvoll und erlaubt währe, wenn man diese zwei "arme" Kinder zu einem Wechsel bewegen darf. Da kannst Du Gift drauf nehmen, dass dies ab dann nicht mehr nötig ist, weil der Verein den Trainer darauf ansprechen wird.

    Hm, ich glaube nicht, dass es so einfach ist. Welcher Vorsitzende fährt schon dem eigenen Trainer vor den Karren, nur weil ein Trainer eines anderen Vereins diesen "anschwärzt" und das auch noch nach einer Niederlage. Und selbst wenn der Trainer angesprochen wird, was ich für sehr unwahrscheinlich halte, kann der sich immer raus reden (einmalige Ausnahme, disziplinarische Maßnahme, Kinder waren nicht fit, hatten keine Lust usw.) Kein Vorstand wird so etwas detektivisch verfolgen.


    Zudem kann ich den Kollegen eigentlich gut leiden, nur sein Umgang mit den Kindern ist eben nicht korrekt. Ich denke halt, dass es für den ein oder anderen durchaus lehrreich sein könnte, wenn Kinder den Verein verlassen und die Eltern das damit begründen, dass ihre Kinder nicht eingesetzt werden und dass das in anderen Vereinen eben anders gehandhabt wird. Und wenn es der einzelne Trainer nicht versteht, dann vielleicht der Jugendleiter oder der Vorstand, wenn die Kündigung der Eltern entsprechend begründet wird und das öfter vorkommt. In jedem Fall aber ist es ein schwieriges Thema und man macht sich keine Freunde, auch wenn es hier nicht um die starken Spieler geht.

    Ich weiß, wir hatten das Thema schon öfters, allerdings immer nur im Bezug auf die "Talente". Ich denke hier aber eher an die Jungs aus der "zweiten Reihe".


    Zur Vorgeschichte: heute morgen hatten wir ein Spiel gegen unseren Lieblingsgegner. Lieblingsgegner deshalb, weil es die einzige Mannschaft in unserer Gruppe ist, wo unsere Jungs wirklich gefordert werden. Leider hatte unser Torwart heute einen gebrauchten Tag erwischt, so dass beim Gegner fast jeder Schuss ein Treffer war. Wir haben deutlich verloren, was nicht weiter schlimm ist. Obwohl wir wussten, dass es schwer werden würde, haben wir unsere Rotation wie immer durchgezogen. Der Gegner hat allerdings mit seiner Stammbesetzung durchgespielt! Die wollten unbedingt gewinnen. Die beiden Ersatzspieler kamen überhaupt nicht zum Einsatz, nicht eine Minute. Ich habe zwar daran gedacht, den Kollegen darauf anzusprechen, habe es mir aber verkniffen. Ich wäre wohl doch nur als schlechter Verlierer rüber gekommen, denn ich vermute, dass es ihm überhaupt nicht aufgefallen ist, dass wir rotiert haben und dass auch unsere besten Spieler ihre Auszeiten bekommen haben. Auch unseren völlig indisponierten Torwart haben wir durchspielen lassen. Ich bin dann nach dem Spiel in unsere Kabine und hab mir meine Jungs angeschaut, die ihr erstes Spiel in dieser Saison verloren hatten und das mit 2:6 ziemlich deutlich und zudem noch unglücklich. Aber alle waren bester Laune, am Schnattern wie immer, keine Vorwürfe an den Torwart, alles war so, wie man sich das wünscht.


    Ich habe dann gedacht, wie sich wohl die beiden Jungs des Gegners in der Kabine gefühlt haben, die nicht zum Einsatz gekommen sind. Wenn ich darüber nachdenke, dass wir in der F2 und der F3 immer wieder mal zu wenig Kinder haben und hier sicherlich brauchbare Kinder (sonst wären sie dort nicht in der F1) nicht eingesetzt werden, kommt man schon auf andere Gedanken. Ich frage mich ernsthaft, ob es an der Stelle nicht legitim wäre, die Eltern dieser Kinder auf einen Vereinswechsel anzusprechen. Wie seht Ihr das?

    Talentfreier Vater: Finde ich gut von Dir, dass Du nachgefragt hast. Die Antworten klingen für mich dann auch plausibel und glaubhaft.


    Was die Studie angeht, glaube ich das sofort. Ein Altersunterschied von bis zu 11 Monaten kann sich vor allem körperlich sehr stark bemerkbar machen. Wir wurden erst heute morgen von einem Spieler des Gegners fast alleine abgeschossen, der am 5.1. geboren ist. Der Bursche ist fußballerisch nicht schlecht, aber kein Überflieger. Es ist aber physisch so stark, dass er kaum vom Ball zu trennen ist und heute 5 (von 6) Tore erzielen konnte, davon ein Alleingang und 4 Distanzschüsse. Mein Sohn, der auch auf dem Platz stand, ist fußballerisch ohne Zweifel stärker, aber 7 Monate jünger und körperlich deutlich unterlegen. Im direkten Vergleich hätte er heute den kürzeren gezogen. Das wird vielen anderen auch so gehen.

    Nein, keiner hier wird ernsthaft annehmen, dass die Kinder das 1 gg. 1 nicht trainieren. Mit Sicherheit tun sie das und mit Sicherheit können sie das auch sehr gut. Meine Kritik richtet sich dagegen, dass es ihnen offenbar nicht erlaubt ist, das im Spiel anzuwenden.

    Das glaubst du nicht im Ernst, oder? Es sei denn, ein Spieler des "Loser-Teams" macht einen gewaltigen Entwicklungssprung. Anders kann ich diese Aussage nicht verstehen.

    Doch das ist so. Du hast von dem Kaliber Spieler, die hier im Video zu sehen sind, fast in jeder Mannschaft einen, aber eben nur einen, vielleicht auch mal zwei, manchmal auch keinen, aber eben selten mehr. Die Kickers haben nur solche Kinder in dem Team. Das heißt aber nicht, dass sie die besten in ihrer Altersklasse im gesamten Umfeld sind. Viele talentierte Spieler bleiben eben auch bei den kleineren Vereinen und entwickeln sich auch dort gut. Ich wiederhole mich, aber die meisten Spitzenspieler sind erst sehr viel später zu den großen Vereinen gekommen und kaum ein U8-Spieler eines großen Clubs schafft es dort auch in die U19. Das ist nun mal Fakt.


    Ich glaube auch, dass das Training dort sehr gut ist und dass die Kinder in ihrer technischen Entwicklung schon sehr weit sind und sich dort gut entwickeln, aber Training und Spiel sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich kann einfach nicht verstehen, warum sie im Spiel nicht zeigen dürfen, was sie drauf haben.

    ich gebe dir Recht, das im Video der Spaß nicht zu erkennen ist. Aber ich habe auch bei unsereren Junioren festgestellt, das der Spaß geringer wird, wenn man gegen einen total unterlegenen Gegner spielt.

    Ich meine nicht, dass ich einen überschwänglichen Torjubel beim 12:0 erwarte, sondern dass die kindliche Spielfreude fehlt. Eben die individuellen Aktionen, die ich schon mehrfach aufgezählt habe.

    Deshalb würde ich gerne dann auch mal ein Spiel gegen einen gleichwertigen Gegner sehen. Ob die Kinder das dribbeln usw. verboten bekommen haben kann ich anhand des Videos nicht beurteilen.

    Warum sonst sollten sie es denn unterlassen? Weil Passspiel mehr Spaß macht? Wohl kaum, oder?

    Also:
    Es ist bestimmt nicht alles toll was bei den "Großen" gemacht wird, es ist bestimmt nicht alles schlecht was bei den "Looser-Teams" gemacht wird, was aber für ein Kind (Spieler) der richtige Weg ist, kann keiner sagen (und ist wahrscheinlich bei jedem Kind anders).

    Natürlich kann das keiner sagen, aber das spielt auch keine Rolle. Ich rede hier von der Basis des KiFu, der Vielfältigkeit, der Ausgelassenheit und der Freude - eben dem Spaß am Spiel. Kinder wollen sich jeden Tag neu beweisen, wollen zeigen, was sie können, was sie gelernt haben oder wo sie sich verbessert haben. Das ist so in allen Lebenslagen. Mein Sohn kommt jeden Tag und zeigt mir die neuesten Lego-Raumschiffe, die er gebaut hat. Er kommt, um mir seine neuesten Skateboard-Moves oder Fußballtricks, die er auf der Terasse bzw. auf der Wiese stundenlang geübt hat, zu präsentieren. Bei diesen Dingen haben die Kinder ein Leuchten in den Augen. Ich kann das Leuchten bei dieser Mannschaft nicht sehen und das liegt nicht an der Entfernung. Die spulen ein Programm runter. Mein erster Gedanke war: mein Gott, ist das blutleer und leidenschaftslos. Um es auf den Punkt zu bringen: die Kinder spielen nicht wie Kinder, sondern wie gut funktionierende kleine Erwachsene! Ob das wünschenswert ist, kann jeder für sich selbst beurteilen.

    In den Profivereinen wird wesentlich mehr trainiert, zudem ist die Anzahl Spieler je Trainer meist geringer, so daß auch intesiver trainiert wird. Aus meiner Sicht sind die Spieler dierser Mannschaft bzgl. Dribbling, Fintieren und 1 gg. 1 schon weiter wie die andere Mannschaften in dem Alter. Von dem her ist es auch nicht verwunderlich, das die Spieler beim passen weiter sind.

    Das sie weiter sind steht außer Frage. Darum geht es aber nicht. Stell die Jungs mal auf einen Bolzplatz ohne Trainer in der Nähe vor und wirf einen Ball rein. Glaubst Du, die würden dann so spielen? Nie und nimmer. Dort würden sie ins 1 gg. 1 gehen, fintieren, dribbeln usw. eben alles, was Spaß und den Kinderfußball aus macht. Sah das Spiel im Video nach großem Spaß aus? Für mich nicht. Der Großteil meiner Kinder ist technisch sicher nicht halb so weit wie die Kinder dieser Mannschaft, aber die haben auf dem Platz wesentlich mehr Spaß, da kannst Du sicher sein.

    Ich bin zur Zeit selbst Trainer bei F-Junioren. Dabei ist mir aufgefallen, wenn Spieler unserer F 2, die dort sehr wenig abspielen, bei der F 1 spielen wesentlich häufiger abspielen, und das ohne Zurufe von draussen. Besonders sichtbar ist dies gegen schwächere Gegner, wo Sie mehr Zeit und Platz zur Ballannahme haben.

    Bei uns sind die F1-Spieler auch ballsicherer als die F2-Spieler und es wird auch mehr gepasst, aber es wird halt nicht nur gepasst. Mir kann keiner erzählen, dass Kinder, wenn sie ein bestimmtes technisches Niveau erreicht haben, von selber aufhören zu dribbeln und nur noch passen wollen. Das ist vom Trainer so bestimmt. Es mag erfolgreich sein, aber die Kinder würden es anders machen, wenn man sie ließe. Gerade die technisch versierten Spieler wollen und sollen das auch zeigen. Diese Kinder lässt man nicht zeigen, was sie können und was ihnen Spaß macht. Und das finde ich sehr bedauerlich. Für meinen Sohn würde ich mir das nicht wünschen.


    Man muss sich nur mal überlegen, welche unterschiedliche Funktion F- und E-Jugendmannschaften in Profivereinen und in kleineren Vereinen erfüllen. Dabei gehe ich davon aus, dass auch in kleineren Vereinen gute Trainer am Werk sind. Bei den kleineren Vereinen versucht man alle Kinder anständig auszubilden und hofft sie über den gesamten Jugendbereich halten und später bis in die Seniorenmannschaft führen zu können. Der Grund ist einfach: kleine Vereine haben in den älteren Jahrgängen kaum Zulauf von außen, man muss also zusehen, dass das, was man unten hat, auch dabei bleibt. Bei Profi-Vereinen ist das völlig anders. Die bekommen ständig Spieler von außen, vor allem in der C-, B- und A-Jugend. Es besteht daher überhaupt nicht die Notwendigkeit F- und E-Jugendlichen im Hinblick auf später aufzubauen, da es überaus unwahrscheinlich ist, dass diese es bis zu den Senioren schaffen. Allerdings wird erwartet, dass auch die jungen Mannschaften der Profi-Clubs erfolgreich sind und so lässt man sie dann auch spielen. Ausgerichtet auf den Erfolg. Ob dabei wirklich langfristig im Sinne der Kinder gedacht wird, halte ich zumindest für fraglich.


    Viele Eltern talentierter Kinder haben im Kopf, dass ihre Kleinen bei großen Vereinen besser aufgehoben sind, weil es eben große Vereine sind, wo nur gute Spieler spielen und die besten Trainer sind, die ihre Kids optimal ausbilden und somit die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass aus ihnen "etwas wird". Je früher sie dort spielen, umso besser. Die Statistik beweist, dass das ein Trugschluss ist. Ich sage nicht, dass es generell schlecht sein muss, in so einer Mannschaft zu spielen, aber es ist halt auch keine Garantie dafür, dass daraus ein Spitzenspieler wird, wovon manche Eltern auszugehen scheinen. Das wird gerade in dieser Altersklasse hoffnungslos überschätzt.

    Bzgl. den richtigen Trainingsinhalten bei der F-Jugend möchte ich noch sagen, das lt. DFB das Paßspiel genauso dazu gehört wie das Schießen. Ich habe vor 2 Wochen meine Trainierausbildung (C-Breitenfußball) abgeschlossen, und habe dazu auch nochmal meine Ausbildungsunterlagen angesehen. Beides sollte in Grobform erlernt werden.

    Ja genau, in Grobform. In dem Video sehe ich aber sehr viel mehr als Grobform. Es geht auch nicht darum, dass man nicht auch in der F-Jugend mal ein paar Übungen zum Passspiel einstreuen kann. Es kann aber nicht Sinn der Sache sein, dass dieses Passspiel im Spiel zum einzigen Inhalt erhoben und alles andere unterdrückt wird, oder? Genau das ist aber in dem Video zu sehen, insbesondere im 2. Teil, wo individuelle Aktionen vom Trainer durch Zurufe "spielen, spielen" sofort unterbunden werden und das beim geschätzten Spielstand von 1000:0.

    So wurde in der U9 zu Begin der Saison sehr viel wert auf Dribbling und 1 gg. 1 gelegt. Aber gegen Ende der Saison wurde auch immer mehr auf das Paßspiel geachtet.

    Eben, wir sehen hier aber eine U8, die jetzt schon scheinbar nichts anderes tun darf als Pässe spielen.

    Genauso wie hochbegabte Schüler eine Klasse überspringen können doch auch hochbegabte Fußballer in der U8 die Themen der U10 lernen. Nur eine Idee... Denkbar?

    Denkbar ja, aber warum? Es steht doch allen Kindern die gleichen Ausbildungszeit zur Verfügung. In der Schule bist Du ein Jahr früher fertig, wenn Du ein Jahr überspringst. Beim Fußball bist Du nie fertig. Bei den Senioren geht diese Ausbildung ja weiter, vor allem in den Bereichen Technik und Taktik. Passspiel haben bis dahin alle gelernt. Warum also gerade diesen Inhalt vorziehen? Ich sehe darin keinen Sinn. Ich glaube auch nicht, dass man Schule und Fußball wirklich vergleichen kann. Das eine ist Pflicht, das andere ist Spaß, oder sollte es zumindest sein. Die altersbezogenen Lernziele wurden ja nicht nur für den Breitensport so festgelegt. Es ist ja auch keineswegs so, als hätten die Kids da auf dem Hallenboden schon alles im Bezug auf Dribbling und Zweikampf gelernt, was es zu lernen gibt und könnten jetzt mit der nächsten Stufe anfangen. Ich habe mir auch noch den zweiten Teil des Video angeschaut. Da hört man mehrfach "Spielen, spielen" sobald eines der Kinder mal einen Gegenspieler ausspielt. Das ist doch ätzend!