Beiträge von Ranwie

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    Keine Sorge Andre, ich weiß, wie ein Bambini-Training aussehen muss und ich werde da auch nicht mit dem Holzhammer reinschlagen.


    Dennoch bin ich in diesem Punkt nicht Deiner Meinung. Du weißt genau, dass es Kinder gibt, die von Ihren Eltern zum Fußball geschickt werden, obwohl sie darauf eigentlich keinen Bock haben. Die Kinder sitzen dann dabei, spielen mit dem Granulat des Kunstrasens und nehmen wenig Anteil. Die Eltern stehen am Rand und beäugen kritisch die verzweifelten Animationsversuche der beiden Trainer, die sich ja auch um die anderen 30 Kinder kümmern müssen und sich nachher noch hintenrum anhören dürfen, sie hätten zu wenig getan, um die betreffenden Kinder zu integrieren. Davon hat niemand etwas und das kann auch nicht Sinn der Sache sein.


    Zum Verlassen des Vereins will ich ganz sicher niemanden bringen, ganz im Gegenteil, denn Du kannst nicht jedes Kind (zu jedem Zeitpunkt) mit Fußball glücklich machen. Das musst selbst Du einsehen. ;o) Manchen Eltern ist zu empfehlen ihren Kindern noch ein wenig Zeit zu geben und in ein paar Monaten wieder zu kommen, anderen ist evtl. zu empfehlen es (erstmal) in der Turn- oder Leichtathletikabteilung zu versuchen. Wir haben einige Kinder in F und E, die nach längeren Pausen wieder zurück kamen und jetzt voll bei der Sache sind. Ich glaube kaum, dass diese Kinder jetzt noch da wären, wenn sie weiter auf Druck der Eltern hätten spielen müssen. Ich denke hier also sehr wohl im Sinne der Kinder und auch im Sinne des Vereins.


    Ich sagte auch nicht, dass ich die Kinder wegschicken würde, sondern lediglich, dass ich die Eltern mit ihrer Antwort konfrontieren will. Die meisten Eltern sind sich dessen vielleicht gar nicht bewußt oder meinen, sie täten ihrem Kind etwas Gutes, wenn sie es antreiben.


    Ich spreche hier auch nicht von Kindern, die erst ein- oder zweimal dabei waren. Ausprobieren darf sich selbstverständlich jeder.

    Aber wer kennt sie nicht, als Trainer in kleinen Vereinen, die "notorischen" Störenfriede die alles "Beukotieren" usw., bei denen es nur darum geht zu Hause weg zu sein! (Ausdrücklich sage ich dazu, die Kinder können nichts dafür...)

    Wir haben derzeit bei den Bambini ca. 30 bei 2-3 Trainern und in der F2 ca. 20 bei 1-2 Trainern. In beiden Gruppen sind Kinder dabei, die an Lustlosigkeit kaum zu übertreffen sind, denen man ansieht, dass sie nicht aus eigenem Antrieb dort sind und sich daher auch wenig für die Trainingsinhalte interessieren. Die Vermutung liegt nahe, dass diese Kinder von den Eltern geschickt bzw. bei uns geparkt wurden. Die Gründe sind unterschiedlich.


    Dafür gibt es eine "Lösung", die ich zwar noch nicht praktiziert habe, aber nächste Woche bei den beiden genannten Gruppen ausprobieren werde. Ich habe das hier mal gelesen. Ich glaube, der Tipp kam von "TW-Trainer", bin aber nicht ganz sicher.


    Lass die Kinder zusammen kommen und sage Ihnen, dass alle aufzeigen sollen, die gekommen sind, weil sie gerne Fußball spielen. Dann frage den Rest, wer eigentlich gar nicht Fußball spielen will, sondern lieber etwas anderes tun möchte. Du kannst davon ausgehen, dass einige die Finger heben werden. Konfrontiere die Eltern mit dem "Ergebnis", frage sie, warum, das Kind da ist, wenn es gar nicht Fußball spielen will. Sei freundlich und erkläre Ihnen, dass es keinen Sinn macht, Kinder zum Training zu schicken, die da nicht hin wollen, da sie im günstigsten Fall nicht am Trainingsbetrieb teilnehmen und im ungünstigsten das Training stören und es nicht Eure Aufgabe als Trainer sein kann, diese Kinder zu beschäftigen. Sag ihnen, sie sollen das Kind nur dann wieder bringen, wenn es von selbst den Wunsch äußert und dass sie es nicht jede Woche fragen sollen, weil das Druck auf die Kinder ausübt.


    Manche Eltern halten dem entgegen, das Kind würde zuhause aber den ganzen Tag Fußball spielen. Das kann sogar der Wahrheit entsprechen. Mein eigener Sohn (jetzt 9), der völlig besessen von Fußball ist, wollte nach seinem ersten Bambini-Training dort nicht mehr hin und kam erst ein halbes Jahr später wieder mit dem Wunsch es noch einmal zu versuchen, obwohl er in der Zwischenzeit pausenlos auf unserer Wiese im Garten gekickt hat. Für manche Kinder in dem Alter ist der strukturierte Ablauf eines Trainings und die Masse an Kindern halt noch nichts. Beim einem kommt das früher, beim anderen später. Manchmal haben Eltern auch Angst, dass ihre Kinder etwas verpassen, wenn sie nicht so früh wie möglich gefördert werden. Das ist natürlich Unsinn. Talent setzt sich durch und wo keines ist, kann man auch keines hineintrainieren. In dem Alter schon gar nicht. Und manches Kind hat auch einfach keinen Bock auf Fußball, was insbesondere für Väter, die selbst einmal gespielt haben, oft nur schwer einzusehen ist...

    Ranwie, in deinem Verein würde ich gern trainieren, das hört sich alles Spitze an und entspricht genau meinem Geschmack.

    Naja, es macht sich zwar, aber auch bei uns läuft längst nicht alles rund. Insbesondere haben wir trotz aller Bemühungen immer zu wenig Trainer. Du kannst also gerne vorbeikommen. ;o)

    Hallo Günter, ich wollte eigentlich gar nicht so sehr auf ADHS, sondern generell auf verhaltensauffällige Kinder abzielen. Wahrscheinlich war der Titel meines Beitrags nicht so ganz glücklich gewählt. Ich weiß, dass ADHS eine komplexe Sache ist und Deinen letzten Ausführungen hier stimme ich absolut zu, insbesondere dass Kinder allzu schnell mit dem Stempel ADHS versehen werden.


    Nachtrag zur einleitenden "Geschichte": Wie sich jetzt herausgestellt hat, ist das betreffende Kind nicht einmal im Verein angemeldet, obwohl es in der vergangenen Saison schon Monate bei den Bambini mit trainiert hat. Zudem haben wir die Vermutung, dass es altersmäßig noch gar nicht in die F-Jugend gehört. Soviel zu den Ausführungen der Mutter bzgl. Ihrer durch Beitragszahlungen erworbenen Rechte, der Pflichten des Trainers usw. Aber auch das kann man sicherlich so drehen, dass es ein Versäumnis des Vereins und der Trainer ist... ;o)

    Hallo Andre, die Geschichte paßt sehr gut zum Thema und ich wäre an Deiner Stelle auch ziemlich erbost. Oft - und das wohl auch in Deinem Fall - liegt es an den Strukturen in den Vereinen. Stimmen die nicht, läuft man als Vater gegen Wände. Ich bemühe mich als Jugendleiter einen groben Überblick über die Spieler aller Mannschaften zu bekommen, schaue mir regelmäßig Spiele an und spreche so oft es geht mit den Trainern. Wir haben zudem einen Cheftrainer für die Jugendabteilung der mannschaftsübergreifend unterstützt, Ausbildungsziele und Trainingsinhalte für die Altersklassen ab D-Jugend vorgibt und die Einhaltung auch "überprüft". Auch gibt es feste Vorgaben für die gesamte Jugendabteilung zur Spielphilosophie. Ab der D-Jugend müssen alle mit Viererkette spielen, in F- und E spielen wir mit zwei Dreierketten. Alle Trainer halten sich daran, auch wenn es gerade zu Anfang mit der Viererkette häufiger mal auf die Mütze gibt. Wenn wir Spieler zur Kreisauswahl schicken, entscheidet das nie ein Trainer alleine, wir setzen uns immer im Team zusammen und das letzte Wort hat der Chef-Coach der Jugend, der selbst auch Auswahltrainer ist und am besten einschätzen kann, wer Chancen hat. Aber es hat Jahre gedauert und das sprichwörtliche Blut, Schweiß und Tränen gekostet, um dahin zu kommen und es war auch nur möglich, weil wir den Vorstand davon überzeugen konnten, wie wichtig eine gute Jugendarbeit auch für den Seniorenbereich ist und das in gewissem Umfang auch Geld in die Hand genommen werden muss. Gibt es solche festen Strukturen und Hirarchien nicht, macht irgendwie jeder sein Ding und der einzelne Trainer erhält Handlungsspielräume, die ihm nicht zustehen und den Kindern nicht gerecht werden.


    In Deinem Fall hat Günter schon recht mit seiner Empfehlung. Die Auswahltrainer wissen normalerweise genau wie es läuft. Wie oft die sich wohl denken "schau an, wieder ein leidlich talentierter Trainersohn, den sie uns schicken"? Es ist Dein gutes Recht ihn anzusprechen, jedenfalls dann, wenn Dein Sohn gerne zur Auswahl möchte und wenn er da hingehört.

    Hallo Fußballgott,


    ich sehe das nicht ganz so kritisch wie Andre, vielleicht weil ich andere Erfahrungen gemacht habe: wir haben in den folgenden Mannschaften Trainerväter: F1, F2, E1, E2, D1, B1, A1. Nur in der F1 stellt der Trainersohn den eindeutig besten Spieler. In der E1, B1 und A1 gehören die Trainersöhne zu den Besten, in der D1 zum gehobenen Durchschnitt, in der F2 und E2 zu den schwächeren. Fast alle Trainer schätzen ihre Kinder richtig ein und alle Kinder spielen in Mannchaften, wo sie leistungsmäßig hingehören, da wir schon ab der F-Jugend die Mannschaften "sichten" und gemeinsam mit allen betroffenen Trainern die Kinder in Mannschaften einteilen. Erst dann verteilen sich die Trainer auf die neu gebildeten Teams, i.d.R. dorthin wo ihre Jungs spielen, was nicht unbedingt ideal ist, wofür man aber Verständnis haben muss. Das funktioniert sehr gut und die von Andre beschriebenen Probleme mit den Trainervätern gibt es in keiner unserer Mannschaften. Allerdings war das nicht immer so und wir mussten von Vereinsseite einiges tun, um diesen Modus einzuführen. Der ein oder andere Trainer, dem das nicht passte, blieb dabei auf der Strecke, dafür kamen neue dazu. Es hängt halt immer vom Charakter des einzelnen Trainers ab, wie ehrgeizig er ist und mit welchem Abstand er das eigene Kind betrachten kann. Ein wichtiger Punkt in dem Zusammenhang ist die Ausbildung der Trainerväter. Es ist erstaunlich wie sich Einstellungen nach einer Teilnahme am Kindertrainerlehrgang ändern können. Ich wünschte auch, ich hätte für jede Mannschaft einen "unabhängigen" Trainer, aber das ist leider gerade bei kleineren Vereinen eine Illusion, daher sind wir gezwungen auf Trainerväter zu bauen. Man muss sie begleiten, ausbilden und wenn man bereit ist, sie beizeiten einzunorden oder in Zweifelsfall sogar wegzuschicken, dann kann es auch mit Trainervätern recht gut funktionieren. In den unteren Altersklassen (bis einschließlich E) gilt ohnehin die Devise alle Kinder gleichermaßen einzusetzen und auf allen Positionen spielen zu lassen. Ein Trainer, der das beherzigt, kann schon mal einige der beschriebenen Fehler nicht begehen. Über die Entwicklung Deines Sohnes würde ich mir keine Gedanken machen. Wie schon einige Vorredner sagten, sind Stagnation und plötzliche Entwicklungssprünge in dem Alter ganz normal. Manchen Kindern merkt man förmlich an, dass sie bald den nächsten Sprung machen. Oft ist das gerade nach eine Zeit der Stagnation der Fall. Da Du Dir grundsätzlich Gedanken über Dein Handeln machst, wirst Du wahrscheinlich wenig Probleme bekommen. Geh es einfach locker an und alles wird gut. ;o)

    manne: Mit erstes Training war das erste Training in dieser Trainer/Mannschaft-Konstellation gemeint, nicht das erste Training dieser Kinder, die alle schon länger dabei sind. Rund 20 Kinder, ein Trainer, der eine einjährige Pause hinter sich hat und einer, der zum zweiten mal als solcher auf dem Platz stand. In der Gruppe sind eine ganze Handvoll auffälliger Kinder, denen man zuvor bei den Bambini und zuhause offensichtlich nicht beigebracht hat, dass es Regeln gibt, an die man sich zu halten hat. Das habe ich zwei Tage vorher selbst erfahren müssen, als ich mit der Gruppe alleine war. Und nein, ich habe keine Kinder an den Rand gesetzt, aber es war bei einem ganz kurz davor.


    Du sprichst von Respekt und ich sage Dir, dass es Kinder gibt, die einfach kaum noch Respekt vor Erwachsenen gelernt haben, u.a. weil die Eltern sich so verhalten wie im vorliegenden Fall. Die Botschaft an das Kind ist, "Du kannst machen, was Du willst, der Trainer ist schuld". Wir haben Kinder in der E-Jugend, die ihre Eltern mit A***loch und W*chser titulieren, ohne dass es Konsequenzen hat. Bei solchen Kindern musst Du Dir als Trainer den Respekt erst mal verdienen. Dies kann auf die ein oder andere Weise geschehen. Nicht jeder ist 2 m groß und 140 Kilo schwer und schüchtert die Kinder durch seine bloße Anwesenheit ein. ;o) Ich finde es daher extrem unfair, wie Du die Sache darstellst. Du bläst damit in das Horn genau der Eltern, die selber zu bequem sind sich um die Erziehung ihrer Kinder zu kümmern und die Fehler konsequent bei anderen (Lehrer, Trainer etc.) suchen. Auf sowas bin ich extrem allergisch, zumal es wesentlich leichter ist ein schlecht erzogenes Kind zu finden, als einen motivierten Trainer...

    Günter Grafe: Dein Rat ist also, wir sollten a.) besser nicht darüber diskutieren und b.) verhaltensauffällige Kinder wegschicken, weil wir sowieso nichts richtig machen können? Eine ziemlich fatalistische Einstellung. Letzteres ist sicher im Einzelfall notwendig, ich würde es aber ungern als generelle Marschrichtung sehen. Sicherlich muss man unterscheiden, ob ADHS, anderweitig verhaltensauffällig oder komplett unerzogen.

    Ja Manne, wir wissen ja welche toller Hecht Du bist und dass wir anderen sowieso alle unfähig sind und alles falsch machen. Deine Kommentare helfen echt nicht weiter. Wenn Du nicht auf meine Frage antwortest kannst oder willst, dann schreib doch lieber was in Dein Poesie-Album.


    ajax: Zum einen geht es nicht um meine Mannschaft, ich bin nicht der Trainer, sondern der Jugendleiter und der Fall wurde mir zugetragen. Ich habe sowohl mit der Mutter als auch mit dem Trainer und auch mit Anwesenden gesprochen und ich kenne den Jungen, weil ich ihn 2 Tage vorher vertretungsweise trainiert habe. Es geht auch nicht wirklich darum, ob und wer sich da falsch und richtig verhalten hat, sondern es brachte mich nur auf die Frage, wie man generell mit verhaltensauffälligen Kindern umgeht. Für Manne ist das alles kein Problem, für normale Menschen wie mich und andere ist es aber nicht so einfach.


    Wenn die Eltern der betreffenden Kinder mitspielen, dann wird es etwas einfacher, oft ist das aber nicht der Fall. Bei uns im Verein sind die Eltern dieser Kinder eher die, die sich um nichts kümmern oder selbst mit ihren Kindern nicht klar kommen und mit denen man kaum ein vernünftiges Gespräch führen kann. Daher läuft es selten so wie von Dir geschildert, Ajax.


    Hast Du genau ein auffälliges Kind in der Mannschaft kannst Du Dir vielleicht die Zeit nehmen besonders darauf einzugehen, sind es zwei oder mehr ist das kaum noch möglich. In der offenen Ganztagsbetreuung der Grundschule hier am Ort müssen die Eltern erklären, wenn ihre Kinder ADHS haben, im Fußballverein offenbar nicht. Warum eigentlich nicht? Woher sollen Trainer wissen, ob da nur gerade einer über die Stränge schlägt oder die Wirkung seiner Pille nachläßt? Und wie soll man mit solchen Kindern umgehen? Verantwortungsvolle Eltern gehen von sich aus auf den Trainer zu und sprechen darüber. Das passiert aber in der Regel nicht. Die Kinder werden, wie in meinem Fall, abgesetzt und der Trainer soll dann mal damit klar kommen. Das finde ich unzumutbar und zwar für den Trainer und das Kind. Die Frage ist, wie man als Verein Vorsorge treffen kann, um beide zu schützen.


    Zum Abschluß möchte ich noch mal sagen, dass bei uns keine Kinder bloß gestellt werden. Wer aber wiederholt und nach Ermahnung das Training stört, darf auch schon mal ein paar Minuten Pause machen. Wen daran jemand pädagogisch Anstoß nimmt, dem kann ich nur viel Glück wünschen...

    Erstes Training der F2. Ein ziemlich wilder, undisziplinierter Haufen von 18 Kindern. 2 Trainer, beide neu, kennen weder Kinder noch Eltern. Beides aber sehr besonnene ruhige und bestimmte Zeitgenossen, einer auch mit ausreichend Erfahrung in dieser Altersklasse. Folgendes passiert. Ein Kind wird an den Rand gesetzt, weil es das Training stört. Das Kind haut von da aus ab und rennt auf dem Gelände herum, weil da angeblich seine Mutter sei, wie es dem Trainer sagt. Die Mutter des Kindes beobachtet das von außerhalb des Geländes. Was passiert? Anstatt sich ihr Kind zu packen und ihm die Meinung zu geigen, weil es a) das Training stört, b) nicht auf den Trainer hört und c) diesen auch noch kackfrech anlügt, geht sie auf den Trainer los und wirft ihm Verletzung der Aufsichtspflicht vor. Es kommt (natürlich) zum Streit. Im einem späteren Gespräch mit mir sagt sie, ihr Sohn "sei halt so". Ich liebe solche Aussagen. Dem Trainer sagt man so etwas natürlich vorher nicht, das könnte ja helfen...


    Ich habe das selbst auch schon erlebt. Man setzt ein Kind kurz raus und 1 Minute später befindet es sich hinter dem 4m hohen Zaun und man weiß nicht, wie zum Teufel es dahin gekommen ist. Ich habe der Mutter erklärt, dass ein Kind das bei mir nur einmal machen würde und beim zweiten mal nicht mehr wieder zu kommen bräuchte, worauf sie ganz empört meinte, dass das ein Trainer überhaupt nicht dürfe, immerhin würde sie Beitrag bezahlen. Grandios, solche Leute, die meinen für 6 Euro im Monat dürfen ihre Kinder erwachsene Männer verarschen. Ich freu mich schon, wenn sie damit an unseren Vorstand geht. ;o)


    Aber das generelle Problem bleibt und nimmt eher zu als ab. Wenn insbesondere kleine Kinder einfach abhauen, kann man ihnen nicht nachlaufen, da man sonst die anderen Kinder allein läßt. Festhalten darf man sie im Grunde auch nicht, sonst hat man als nächstes die Eltern am Hals wegen Körperverletzung usw.


    Wie geht man generell als Verein mit verhaltensauffälligen Kindern oder Kindern, die nachgewiesenermaßen ADHS haben, um? Kann man Eltern solcher Kinder dazu verpflichten beim Training dabei zu sein? Sollte man im Aufnahmeantrag entsprechende Felder vorsehen, damit der Verein und die Trainer wissen, wenn Kinder Probleme haben usw.? Wer hat Erfahrung mit dem Thema? Wo kann man sich dazu schlau machen?

    Wir haben dieses Jahr die gleiche Situation gehabt. 3 Spieler von 2002 in der F1. 2 bleiben, einer geht mit in die E-Jugend. Alles ohne Probleme. Zwei Punkte möchte ich dazu anführen.


    1. Man sollte vorher sicher sein, dass ein jüngerer Jahrgang bei den Älteren bestehen kann. Von "wir probieren das mal" halte ich gar nichts. Ein Talent fällt ja nicht erst zwei Wochen vor Saisonende auf, also kann man ihn vorher schon immer mal wieder mit älteren zusammen bringen, um zu sehen, ob er körperlich mithalten kann. Sichtungsspiele sind dazu gut geeignet. Ob ein Kind in der ein oder anderen Mannschaft Freunde hat oder nicht, wäre für mich in diesem Zusammenhang allerdings irrelevant. Das Kind muss leistungsmäßig in die Mannschaft passen, es muss wollen und die Eltern müssen einverstanden sein.


    2. Die Entscheidung, ob ein Kind vorzeitig in eine höhere Mannschaft geht, darf nicht bei einem Trainer alleine liegen. Logisch, dass der Kollege sauer ist, der sich auf einen guten Spieler gefreut hat. Solche Entscheidungen sollten immer im Kreis aller betroffenen Trainer und unter Einbeziehung des Jugendleiters gefällt werden. Auch hier bieten sich Sichtungsspiele an. Ein Trainer, dem direkt vor Augen geführt wird, dass ein Spieler bei den Älteren zu den Besten gehört und sich bei den Jüngeren langweilt, kann kaum dagegen argumentieren. Und wer in die Entscheidung eingebunden ist, kann nachher auch nicht meckern.

    Ich "verleihe" meine Spieler gerne an andere Mannschaften, aber NUR, wenn die Kinder das auch wollen. Gegen ihren Willen würde ich das niemals tun. Wenn zwei Mannschaften parallel spielen, ist es besonders schwierig. Natürlich wollen die Kinder in ihrer eigenen Mannschaft spielen und auch die Kinder, die ihrer Mitspieler "beraubt" werden, haben durchaus Grund zu meckern, wie ich finde. Die Kinder wollen gewinnen und sie wollen das gemeinsame Mannschaftserlebnis haben. Für sie kann es daher durchaus eine große Sache sein, vor allem, wenn es ein "Spitzenspiel" ist. Ich würde daher die ganze Mannschaft vor dem Spiel fragen, ob es okay ist, wenn Spieler ausgeliehen werden. Wollen die Kinder das nicht, würde ich es auch nicht machen.

    Ich hatte just vor einer Woche ein ähnliches Erlebnis. Wir spielten mit unserer F1 gegen den "großen" Nachbarverein. Im Hinspiel dort hatten wir 10:2 gewonnen. Das Rückspiel wurde auf Wunsch des gegnerischen Trainers auf Freitag verlegt. Wir verloren 3:7! In der letzten Saison war das ähnlich. Hinspiel 7:1, Rückspiel 5:5. Schon damals hatten wir den Verdacht, dass etwas nicht stimmen kann. Ich habe in der F noch nie Pässe kontrolliert, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass da geschummelt wird. Warum auch? Keine Tabellen, keine Meisterschaften usw. Von einem Elternteil des Gegners erfuhr ich dann zwei Tage später, dass mehrere E-Jugendliche auf dem Platz standen. Natürlich ist es nun zu spät, um offiziell etwas zu unternehmen, zumal ich auch meinen "Informanten" nicht in Verlegenheit bringen möchte. Ich habe mich wirklich sehr geärgert. Für meine Jungs und auch für die Jungs des Gegners. Es standen nämlich noch ein paar kleinere Spieler draußen, die kaum zum Einsatz kamen. Ein Schande für einen Verein, der 3 F-Jugendmannschaften hat und der größte Verein weit und breit ist. Das einzige, was ich tun konnte, ist alle Kollegen im eigenen Verein zu informieren, bei Spielen gegen diesen Gegner genauer hin zu schauen und doch auch mal die Pässe zu vergleichen. Mir persönlich bleibt nur, den "Trainer" des Gegners, der auch noch Jugendleiter dort ist, beim nächsten mal darauf anzusprechen, dass ich weiß, was er da treibt und wir als Verein zukünftig bei jeden Spiel gegen ihn die Pässe kontrollieren werden, in der Hoffnung, dass er sich beim nächsten mal nicht mehr traut zu schummeln.

    Wir haben das im letzten Jahr in der E- und F-Jugend so gemacht, nur dass wir grundsätzlich in E1 und E2 keine Abgrenzung nach Jahrgängen vorgenommen haben. Allerdings hat es letztlich doch nur ein Jungjahrgang in die E1 geschafft. Dieses Jahr werden wir es wieder so machen und da wir nur zwei Mannschaften haben werden, werden sicherlich 3 oder 4 Jungjahrgänge in die E1 kommen. Wir haben nur gute Erfahrungen mit dieser Vorgehensweise gemacht, auch bereits in der F-Jugend.


    Ich sehe wirklich nur Vorteile, die Du im wesentlichen genannt hast. Ein weiterer Vorteil ist der, dass sich die Kinder daran gewöhnen jedes Jahr mit anderen Kindern zusammen zu spielen. Ich glaube, dass es wichtig ist, sie früh daran zu gewöhnen, sonst bilden sich eingefahrene Blöcke, die man in D und C kaum oder nur noch mit großen Schwierigkeiten auseinander bekommt.

    Hallo zusammen, ich möchte hier kurz loswerden, was uns zuletzt bei einem F-Jugendspiel widerfahren ist. Nicht, dass es einer Diskussion bedarf, aber ich muss das einfach loswerden, sonst platze ich noch.


    Vor ein paar Wochen habe ich mich nach Gegnern für Freundschaftsspiele umgesehen, da die Teams aus unserer Gruppe größtenteils deutlich schwächer waren als wir. Ein befreundeter Trainer empfahl mir eine Mannschaft, gegen die er selbst mit seinen Jungs 10:0 verloren hat. Also rief ich den Trainer dieser Mannschaft an und sprach ihn auf seine Spielergebnisse an, um die Spielstärke einschätzen zu können. Ich fragte auch nach dem 10:0, wozu er mir erklärte, dass sie bei diesem Spiel "verpfiffen" worden seien. Hm, wie man bei einem eigenen 10:0-Sieg verpfiffen werden kann, hat mich dann doch ziemlich gewundert. Zu einem Freundschaftsspiel kam es dann nicht, da wir zur Winterpause in die gleiche Gruppe gewürfelt wurden und ein Meisterschaftsspiel terminiert war.


    Nun zu diesem Spiel. Gleich in der ersten Minute läuft ein Angriff des Gegners, der Ball läuft ins Aus, Spieler spielt aber weiter, Schiri (von uns) hat es nicht gesehen, bumms steht es 0:1. Kein Kommentar von unserer Seite. Zwei Minuten später ein Einwurf für uns. Mein Spieler wirft den Ball vor der Brust ein, ich rufe "He, mach mal einen richtigen Einwurf", Schiri lässt weiter laufen, wie es in der F bei uns üblich ist. Der Trainer des Gegners regt sich tierisch auf, wegen des falschen Einwurfs. Unser Schiri winkt nur ab. Das Spiel ist ausgeglichen, nach 10 Minuten nehme ich meine 3 stärksten vom Feld und bringe 3 andere. Kurz danach steht es 0:3. Dann wieder ein Einwurf für uns und das gleiche Spiel. Wieder nicht ordentlich über den Kopf geworfen, wieder regt sich der Kollege auf und fängt an mit dem Schiri zu diskutieren. Schiri sagt "Nun halt doch mal den Rand." Der Trainer antwortet "Ihr könnt wohl nicht verlieren" und gibt nebenher Anweisung an seine Spieler "doch mal richtig rein zu grätschen". Ich muss mich echt zurück halten.


    Dann Halbzeit. Wir haben bunt gewechselt auf allen Positionen und alle Spieler. Unser Gegner hat seine Startformation durchspielen lassen, völlig unverändert. Also stelle ich zur zweiten Hälfte unsere stärksten 6 aufs Feld, nur um mal zu sehen. Schnell fällt das 1:3. Wir sind überlegen, aber der Ball will nicht rein. Gut, genügt, das wollte ich nur sehen. Nach 6 Minuten wechsel ich wieder durch und prompt fangen wir uns weitere Gegentore und nutzen leider auch unsere Chancen nicht. Naja, nicht weiter schlimm. Der Kollege muss gewinnen, wir nicht. Zwei Minuten vor Schluß, es steht 7:2, wechselt er doch tatsächlich einen seiner beiden besten aus. Hm, die Wette hätte ich also verloren. ;)


    Dann das Spielende. Wieder fängt er an mit dem Schiri über das Thema Einwurf zu diskutieren. Mein Kollege hat die Nase voll und lässt ihn wissen, dass er darüber nicht mehr sprechen will. Also kommt er zu mir:
    Er: "Vielleicht kann ich ja mit Dir darüber reden."
    Ich: "Was gibt es denn zu reden?"
    Er: "Na mit den Einwürfen, die waren doch alle falsch. Das muss man doch pfeifen."
    Ich: "Nö, muss man nicht. Schau mal in die Vorgaben vom Kreis, erst in der E wird abgepfiffen und wiederholt."
    Er: "Aber die Jungs müssen doch richtige Einwürfe lernen. Wir üben das beim Training."
    Ich denke "gut, wenn ihr sonst nichts zu tun habt", sag aber nur "Jo, Deine werfen sehr schön über den Kopf, springen dabei aber oder stehen im Feld. Da muss man dann auch jeden Einwurf abpfeifen. Also, was soll's?" Dann gehe ich, weil ich auch keine Lust mehr habe über so ein Pille-Palle zu diskutieren.


    Solche Leute können einem den ganzen Tag versauen.

    TRPietro: Also in solchen Fällen kann ich nicht verstehen, wie der Verein bzw. der Jugendleiter das durchgehen lassen kann. Ich kenne doch als Jugendleiter meine Trainer und kann sehr wohl beurteilen, wer welche Fähigkeiten und Intentionen hat. Das hätte es bei uns jedenfalls nicht gegeben.


    Wenn Vätertrainer das Sagen haben und sich in dieser Art durchsetzen können, dann stimmen die Strukturen im Verein nicht!

    Ist das Thema wirklich so dramatisch, wie es hier dargestellt wird?


    Wir haben eine ganze Menge "Vätertrainer" im Verein. Fast alle Jungendmannschaften bis einschließlich D-Jugend werden so trainiert. Mir ist aus den letzten Jahren kein einziger Fall bekannt, wo es damit wirklich Probleme gab. Hinter vorgehaltener Hand wird ja so einiges gemunkelt, aber das war nie ein Thema. Ich habe auch in der Beobachtung der Mannschaften keine Bevorzugung oder überkritische Behandlung dieser Kinder durch die Väter beobachten können. Natürlich weiß ich, dass es das gibt, aber manchmal kommt es mir auch ein wenig so vor, als würden die Kinder der Trainer von den anderen Eltern eben auch ganz besonders kritisch beobachtet. Immerhin darf man nicht vergessen, dass auch die Eltern, die eine Benachteiligung der eigenen Kinder sehen, nicht gerade objektiv über deren Fähigkeiten urteilen.

    Ich finde es generell erst mal nicht bedenklich, wenn Väter die Trainer ihrer Söhne sind. Zumindest dann nicht, wenn sich die Trainerväter an die Grundregeln halten. Wenn alle Spieler die gleiche Einsatzzeit bekommen und auf allen Positionen spielen, kann keiner bevorzugt oder benachteiligt werden. Ich trainiere meinen Sohn seit über 3 Jahren und achte peinlich genau darauf, dass er nicht mehr Einsatzzeit bekommt als alle anderen, obwohl er der stärkste Spieler im Team ist. Da wundern sich manche Außenstehende sogar schon, warum ich ihn raus nehme, wenn wir zurück liegen. Er ist auch der "Kapitän" der Mannschaft, was sich eher zufällig ergeben hat, weil er der einzige war, der sich bei den Bambini getraut hat, den Begrüßungsspruch aufzusagen. Das ist dann so geblieben. Aber seien wir mal ehrlich, mehr gibt die Kapitänsrolle doch bis zur E-Jugend sowieso nicht her. Die Sache mit dem Kapitän sollte man daher entspannt sehen und nicht überbewerten (wir verwenden den Begriff nicht einmal). Ich bin so gesehen also ein gutes Gegenbeispiel des hier geforderten Idealzustands und trotzdem funktioniert es seit Jahren ohne Probleme.


    Ich kenne allerdings andere Teams in denen die Trainer nicht Väter von Spielern sind und trotzdem einzelne Kinder ganz eindeutig bevorzugt werden. Da wird dann eben der vermeintlich beste Spieler, der auch immer vorne spielen darf, alle Freiheiten hat und ergo auch die meisten Tore schießt, zum Kapitän gemacht. Ob der Trainer nun Vater eines Spielers ist oder nicht, die Art und Weise wie gerecht man mit seinen Spielern umgeht, hängt davon ab mit welcher Distanz man das Geschehen betrachten kann. Ob da der Vaterstolz schwerer wiegt als z.B. das Gewinndenken, naja, ich bin da nicht so sicher. ;o)

    Ich will mit den Torschützen und Vorlagegebern keinerlei Eindruck erwecken, warum sollte ich? Reine Bequemlichkeit für mich, nicht extra intern noch ne Liste zu führen. Braucht man streng genommen natürlich alles nicht. Trotzdem interessant mal zu sehen nach einer Saison finde ich.

    Dass Du diesen Eindruck erwecken willst, habe ich nicht gesagt. Für Außenstehende könnte aber der Eindruck entstehen. Naja und der Aufwand eine eigene Liste zu führen, soll größer sein? Du musst es doch eh im Spiel aufschreiben und dann ins Netz übertragen. Da kannst Du es auch in Deine eigene kleine Excelliste übertragen. Ich seh' da keinen Unterschied. Für mich selbst führe ich auch eine Liste meiner Torschützen, aber veröffentlichen würde ich die nicht.