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Aber ich sag es mal frei raus und ehrlich: Sollen sie dem Drop-Out erliegen, so nehmen die passpielenden Jugendlichen zumindest ein paar schöne Erinnerungen mit aus Zeiten, wo sie dafür oft gelobt wurden, nicht egoistisch Fußball gespielt zu haben und den Zuschauern vielleicht sogar kleine Spielzüge gezeigt zu haben.
Also ist es wohl allein das Passspiel, das Kinder glücklich macht und ihnen wunderbare Erinnerungen beschert, wohingegen die "Egoisten" solche Erinnerungen scheinbar nicht haben, weil sie nicht so viel gelobt werden und keine tollen Spielzüge zeigen konnten? Einen größeren Blödsinn habe ich selten gehört. Es wird allerdings ein Schuh draus, wenn man sich vorstellt, dass die Individualisten unter den Kindern nach einem erfolglosen Dribbling vom Trainer zur Sau gemacht werden, weil sie nicht abgespielt haben. Ein erfolgreiches Dribbling wird ja nicht kritisiert. Ihr kennt ja sicher die Geschichte. Spieler läuft auf's Tor zu, nur noch ein Abwehrspieler vor ihm. Ein Mitspieler läuft mit. Der Trainer schreit: "spiel ab, spiel endlich ab!". Der Junge spielt den letzten Gegner aus und haut den Ball ins Tor. Was ruft der Trainer? "Ja, richtig, genau so!" 
Das ist alles Schwachsinn. Wer früh Erfolge im Sinne von Spielergebnissen sucht, der drillt seine Kinder auf Passspiel. Wer die individuelle technische Entwicklung im Sinn hat, lässt die Kinder ruhig auch mal zu viel dribbeln. Die guten Spieler sind die ersten, die von selber darauf kommen, dass ein Pass manchmal besser ist als ein Dribbling. Aber gerade diese Spieler brauchen das extensive Dribbling um ihr Talent voll entwickeln zu können. Nimmt man ihnen die Chance dazu, bremst man sie in ihrer Entwicklung aus und das nur, um als Team "erfolgreich" zu sein. In der F- und E-Jugend? Wie albern ist das denn? Und wem soll das nutzen außer dem Ego des Trainers?
Zumindest in unserer Region sind die Teams, die das machen, auch die mit Abstand erfolgreichsten.
Na klar sind sie die "Erfolgreichsten", genau wie die Mannschaften, in denen die meiste Zeit die besseren Spieler auf dem Platz stehen und jedes Kind nur dort spielt, wo es am besten "funktioniert". Es ist nur logisch, dass die Spielergebnisse besser sind, wenn man früh das Passspiel beherrscht, weil es "effektiver" ist. Effektivität ist in dem Alter aber definitiv nicht das Ziel. Für mich liest sich das alles wie "der Zweck heiligt die Mittel und der Erfolg gibt mir Recht". Beides ist grundfalsch.
Ich sage mal einfach, was ich denke: Ein Trainer, der die individuellen technischen Fertigkeiten seiner Spieler fördert, steht nach außen hin so da: "da hast Du aber ein paar talentierte Jungs in Deiner Truppe". Also Talent, augenscheinlich kein Verdienst des Trainers. Der Trainer, der seine Mannschaft auf Passspiel drillt, kommt da erheblich besser weg. "Toller Spielzug. Sieht man selten in dem Alter." "Ja, das haben wir so einstudiert." Als Trainer kann man sich so wesentlich besser profilieren, für die individuelle Entwicklung der Kinder ist es Gift!