Beiträge von Ranwie

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    Ich habe solche Fälle schon mehrfach erlebt. Mit traumatischen Erlebnissen hat das i.d.R. nichts zu tun. Es handelt sich meistens einfach um sehr sensible Kinder. Nennt es Lampenfieber, Versagensangst oder wie auch immer. Das wichtigste ist, dass man nicht ständig auf das Kind einwirkt (gilt auch für die Eltern). Das macht es nur noch schlimmer. Lasst ihm einfach Zeit, irgendwann kommt es ganz von selbst.


    Zamorra: Wenn ich Deine Beiträge lese, fühle ich mich auch traumatisiert.

    Das Passspiel als Technik sollte sicherlich Bestandteil des F-Jugendtrainings sein. Das Passspiel als bevorzugtes taktisches Mittel gegenüber dem Dribbling aber nicht.


    Wenn eine Übung für F- bis E-Jugend ausgelegt ist, bin ich immer skeptisch. Wir sprechen hier immerhin von einer Zeit- bzw. Entwicklungsspanne von 4 Jahren. Was für das zweite Jahr E-Jugend sinnvoll ist, muss bzw. kann nicht für das erste Jahr F-Jugend gelten. Das Passspiel als Mittel innerhalb einer ersten Art von Gruppentaktik zu schulen, wird in den Kindertrainerlehrgängen im zweiten Jahr E-Jugend thematisiert, aber keinesfalls für die F. Selbst "einfache" individualtaktische Elemente wie das defensive 1:1 beginnen erst in der E.

    Damit es nicht langweilig wird, hat Coerver-Coaching folgenden Spruch erfunden oder vielleicht auch nur übernommen: "Niemals Gleiches mit Gleichem trainieren"
    Unser Job ist es Langweiliges durch geschickte Abwechslung interessant zu gestalten.

    Genau, beim DFB heißt es "Wiederholen, ohne zu wiederholen!" und "Gleiches tun, ohne das Gleiche zu tun!"


    Ich denke, dass man bei der Coerver-Methodik sehr viel Erfahrung braucht, damit das Training wegen der vielen Wiederholungen nicht langweilig wird. Ich streue gerne mal ein paar Minuten "Coerver-Drills" im Training ein, stelle aber auch fest, dass ich das nicht zu oft und zu lange machen darf. Liegt aber, wie gesagt, vermutlich an meiner fehlenden Erfahrung.

    Eine generelle Aussage zur Dauer einer Übung kann man natürlich nicht machen. Normalerweise plane ich eine gewisse Zeit ein, zwischen 5 und 15 Minuten, je nach Übung. Methodischer Ansatz ist immer: zuerst die Grundform, dann Tempo und/oder Komplexität steigern, am Ende nach Möglichkeit eine Wettkampfform. Wenn ich merke, dass die Konzentration der Kinder nicht mehr ausreicht, breche ich auch schon mal vor der gedachten Zeit ab.


    Eigentlich müsste man sich zu Saisonbeginn einen Plan machen, was man mit den Kindern über die Saison jeweils wochen- und monatsweise machen will. Eine Art strategische Planung, die man monatlich je nach Lernfortschritt anpasst. Aber wer hat dazu schon die Zeit? Also mache ich es eher aus dem Bauch heraus. Mal ein paar Wochen den einen, dann den anderen Schwerpunkt. Das hält auch die Kinder bei Laune.


    Und auch wenn es einige ankotzt. Bedenkt man die Zahl der Wiederholungen, ist es nur logisch, dass es langfristig nichts bringt Übungsinhalte vorzuziehen. Die 3000 Wiederholungen gelten nämlich nur für altersgerechte Abläufe. Komplexere Abläufe brauchen noch wesentlich mehr. Man verschwendet also die ohnehin knappe Zeit zum Erlernen der elementaren Dinge. Es ist auch deshalb wichtig in jungen Jahren besonders auf die Ausführung der "einfachen" Abläufe zu achten, weil einmal falsch gelernte Abläufe später kaum noch korrigierbar sind. Wer von uns einen "falschen" Beinschlag beim Brustschwimmen drauf hat oder nur mit dem Außenrist schießen kann, weiß wovon ich rede. ;)

    mir stellt sich dabei die frage, wieviele wiederholungen sind überhaupt notwendig um bei bestimmten abläufen routine zu bekommen-denn darum gehts ja am ende. abläufe beherrschen, ohne drüber nachzudenken.

    Kinder und Jugendliche brauchen zur Automatisierung von komplexen Bewegungsabläufen etwa 3000 Wiederholungen. Kein Witz! Wenn Du also eine Finte pro Woche 30 mal ausführen läßt und 35 Wochen im Jahr trainierst, dauert es schon ein paar Jahre bis der Ablauf 100% reproduzierbar ist. Klingt viel, ist aber so und das sollte man sich immer wieder in Erinnerung rufen. Daher ist es auch notwendig Schwerpunkte zu setzen. Alles gleichzeitig können Kinder nicht lernen.

    So eine Maßnahme kann schon sein, dass man merkt, dass der Gegner eigentlich immer nur gefährlich über links kommt. Der Trainer sagt das den Jungs in der Pause, posotioniert einen seiner besseren Spieler als linken Verteidiger und winkt den oder die anderen Verteidier auch etwas nach links. Rechts ist ja eh kaum etwas los auf dem Platz, da bekommt er keine Ballkontakte.

    Meiner Meinung nach zielen solche Maßnahmen nicht auf die Ausbildung oder den Spielspaß, sondern einzig und allein auf das Ergebnis ab. Ich würde eine "taktische Maßnahme" ja noch für legitim halten, um eine hohe Niederlage zu vermeiden, aber i.d.R. werden solche Mittel von Mannschaften eingesetzt, die eher hoch gewinnen als hoch verlieren.

    Zitat

    Ein ganz einfches und effektives Taktikmittel für die F-Jugend ist es bereits, den Kindern beizubringen, sich beim Abstoß des Gegners jeweils hinter einen Gegegenspiel zu stellen. Da sieht man den Gegener manchmal wirklich ratlos, wo er denn hinschießen soll bis an die Grenzen des Zeitspiels ^^
    Das ist kindgerecht, simple, verständlich, räumt den Platz für einen kurzen Moment auf und ist sogar effektiv.

    Genau, es ist effektiv. Nur darum geht es, nicht wahr? Und es ist ja auch absolut im Sinne des Kinderfußballs 7jährige ratlos zu machen. Bravo!


    Tut mir echt leid, wahrscheinlich bin ich ja blöd, weil ich möchte, dass auch der Gegner Spaß am Spiel hat...

    ich finde es immer wieder schade, wie ein ansich sehr gutes thema, in dem es wirklich darum geht ein training abwechslungsreicher zu gestalten, durch ödes und ermüdendes "grundsatzgesappel" zerlegt wird! ob die übungen die der erstbeitragsersteller zusammengebracht hat nun für die f,d oder a-jugend geeignet sind, ist doch ersteinmal völlig zweitrangig!

    Für Dich ist es "Grundsatzgesappel", für andere die Basis von allem. Übungsformen zu diskutieren, ohne sie im Kontext mit der jeweiligen Altersklasse zu sehen, halte ich für relativ sinnlos, da eine Übungsform immer ein Ziel verfolgt und die Ziele vom Alter abhängen. Daher stellt sich immer sofort die Frage, für welche Altersklasse eine Übung geeignet ist und daraus entstehen die Diskussionen, die Du als "Grundsatzgesappel" bezeichnest, weil es da eben verschiedene Meinungen gibt. Was ist schlimm daran?

    Zitat

    wer dann noch seine spielvariationen, welche er mit seinen kids ausprobiert hat hier zum besten gibt und dann ganz einfach noch angibt, in welcher altersklasse er das tat, DER hat doch uns trainer und damit auch das forum wirklich bereichert und weitergebracht.

    Jap, genau das würde ich mir auch wünschen. Nach dem ersten Posting kamen (zu Recht) sofort Antworten, dass bestimmte Übungen für bestimmte Altersklassen ungeeignet sind, also genau die Einordnung, die Du forderst. Und genau darum geht es hier doch auch. Die Frage zu klären, welche Übungen man mit den Kindern in welchem Alter machen kann. Es kann doch nicht das Ziel sein, eine unkommentierte und möglichst lange Liste aufzustellen und jeder sucht sich dann da war raus. Das hat mit Erfahrungsaustausch nichts zu tun.

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    manches nimmt hier ja teilweise 'fanatische züge' an :(

    Stimmt, den "Fanatismus" gibt es allerdings in beide Richtungen, oder?

    Ich versteh ehrlich gesagt nicht, welchem Zweck die Auflistung dienen soll. Ist das für Kinder, die zu Dir kommen und fragen, wie sie sich verbessern können oder ist das etwas, das Du an alle Spieler als "Tipps" verteilen willst? Vielleich kannst Du mit erklären, wofür die Liste gut sein soll? Das soll kein Angriff gegen Dich sein, sondern eine ernst gemeinte Frage. Aber ehrlich, wenn mein Sohn von seinem Trainer so eine Liste bekommen würde, den würde ich fragen, ob er sie noch alle auf dem Leisten hat. Ich halte es da lieber mit siebener. Macht mal was anderes. Lest ein Buch, lernt ein Instrument zu spielen, spielt mal ein Brettspiel und entspannt Euch. ;o)

    Weiß eigentlich noch jemand, was das bedeutet? Es heißt, das Training den Bedürfnissen sowie den psychischen und physischen Fähigkeiten der Kinder (nicht der Trainer) anzupassen. Das lernt man übrigens schon im Kindertrainerlehrgang, aber scheinbar vergisst man es nach der C-Lizenz wieder.


    Bedürfnisse und Fähigkeiten von Kindern in einem bestimmten Alter unterliegen einer gewissen Schwankungsbreite, unterscheiden sich aber nicht wesentlich von Kind zu Kind, insofern ist es durchaus sinnvoll und folgerichtig Trainingsinhalte für bestimmte Altersklassen festzulegen, wie es auch altersbedingte Lernziele in der Schule gibt. Man kann wohl davon ausgehen, dass die Vorgaben von absoluten Fachleuten gemacht wurden und zwar nicht, um die Entwicklung der Kinder zu blockieren sondern um sie möglichst optimal zu gestalten. Wer massiv von den Empfehlungen abweicht, maßt sich demnach an, es besser zu wissen als die Experten. Ich frage mich da immer, aufgrund welcher Erkenntnisse das der Fall sein sollte. Als Rechtfertigung wird selten mehr gebracht als die ach so tollen Ergebnisse, also etwas, was in F- und E-Jugend ohnehin ohne Bedeutung ist bzw. sein sollte. Auch das lernt man übrigens im Kindertrainerlehrgang.


    Jeder Trainer, der Übungsinhalte vorzieht, will aus meiner Sicht nur beweisen, dass er ein toller Hecht ist, weil er nämlich den Kindern Sachen beibringen kann, die andere Trainer erst später machen. Trainingsinhalte vorziehen kann aber jeder. Das ist nun wirklich nichts Besonderes. Nur, aus der Tatsache, dass etwas möglich ist, zu schließen, dass es auch sinnvoll ist, ist schlichtweg dumm.


    Ich habe eine tolle E-Jugend, mit einigen wirklich guten und talentieren Spielern. Aber alle meine Jungs können noch so viel innerhalb der vorgegebenen Ausbildungsziele lernen, dass ich gar keine Zeit habe, Inhalte vorzuziehen. Wenn ich böse wäre, würde ich sagen, wer seinen Kindern in der E-Jugend Gruppentaktik und Passstaffetten beibringt, ist einfach nur unfähig ihnen z.B. das Fintieren beizubringen. ;o)

    Lol, jetzt wird's aber mal richtig geil. 95% aller Zweikämpfe gewonnen. Haste die alle mitgezählt oder wie kommste darauf? Grandios. 33:1 Tore. Wow! Noch so einer der meint, wenn die Ergebnisse "stimmen", dann macht er alles richtig. Gruppentaktik in der E-Jugend? Na komm, da geht doch noch was. Wird langsam Zeit für Mannschaftstaktik. Wer braucht schon altersgerechtes Training? Das ist doch nur was für die Weicheier, die damit entschuldigen wollen, dass sie immer verlieren.


    Stell Dir vor, auch meine Jungs spielen mal nen Doppelpass oder einen Pass in den Rückraum. Das machen die auch von ganz alleine. Dreierkette, spielen wir auch, sogar 'ne doppelte. Eine hinten und eine vorne. Total revolutionär, nicht wahr? Ballorientiertes Spiel können bei uns schon die Bambini. Immer alle dahin, wo der Ball ist. Ach ja, 33 Tore haben wir auch geschossen. Wie uns das ohne Gruppentaktik gelungen ist, ist mir selber ein Rätsel. Aber 15 haben wir auch reingekriegt. Liegt wahrscheinlich am schlechten Zweikampfverhalten in der Defensive. Wir sind ja erst bei 78%...


    Mann, Mann, Mann.

    Ich fragte lediglich, ob einer noch Ergänzungen dazu kennt. Wenn ich gewusst hätte, dass hier daraufhin ein Vulkan losbricht, hätte ich diese Frage nicht gestellt.

    Du hast ja nicht nur eine Frage gestellt, sondern zu dieser Frage gleich mal 34 Antworten gegeben. Was erwartest Du? Dies hier ist ein Diskussionsforum. Natürlich werden Deine Vorschläge dann auch diskutiert. Damit war ja wohl zu rechnen, oder?


    Ich habe mir jetzt alle noch einmal zu Gemüte geführt und viele davon erscheinen mir schon ziemlich aus den Fingern gesogen, um nicht zu sagen unsinnig. Varianten um der Varianten willen, braucht aber kein Mensch. Das Thema war mit Deiner Frage im Grunde bereits erschöpft, da Du die wenigen sinnvollen Varianten ja auch schon dabei hast.

    Es bleibt eure ganz große Schwäche vieler her, nicht beim Thema bleiben zu können: Über die Frage des Trainertypen des Threaderstellers, des passenden Alters für einzelne Varianten bis hin zu Sinn- und Unsinn des Passspiels und dessen idealen Einführungszeitpunkt .............. ja sogar den voraussichtlichen Drop-Out in 2016 habt ihr hier nun alles einmal durch.

    Es liegt in der Natur der Sache, dass sich eine Diskussion dynamisch entwickelt. Das ist bei vielen Threads in diesem und anderen Foren der Fall. Was das mit Schwäche zu tun hat, kann ich nicht nachvollziehen.


    Du hast sage und schreibe 34 Varianten für Abschlussspiele in Deinem Eingangsthread selbst angeführt. Das reicht schon mal für ein ganzes Fußballer- und mehrere Trainerleben. Was hast Du erwartet, was da noch großartig sinnvolles kommen soll? Vielleicht solltest Du bei Deiner nächsten "Frage" einfach nicht schon die Antwort selber posten...

    Hier noch eine kleine Geschichte, die bestens zum Thema passt: vor 3 Jahren habe ich mit meiner damaligen F3 zum ersten mal gegen eine Mannschaft gespielt, die ebenfalls sehr früh auf Passspiel gedrillt wurde. Es war bei einem Feldturnier. Der Trainer Marke "DDR-Zehnkampftrainer" hatte seine Spieler voll im Griff und erklärte uns erstmal, dass einer unserer Jungs, die z.T. noch Bambinis waren, nicht spielen dürfe, weil er keine Schienbeinschoner trug. Das hatte sein geschulter Blick sofort durch die Stutzen gesehen. Nach der Belehrung spielten wir 10 Minuten und verloren 0:10. Die Tore waren alle ähnlich. Zwei, drei Pässe über rechts, Flanke in die Mitte, Tor. Meine Jungs völlig überfordert, der Gegner mit "tollem" Passspiel. Nach dem Spiel sagte der gegnerische Trainer seinen Spielern "die wären mal besser schwimmen gefahren". So etwas merkt man sich. Ein Jahr später bei einem Hallenturnier verloren wir ebenfalls chancenlos mit 0:3. Ein weiteres halbes Jahr später trafen wir uns erneut auf dem Feld. Wieder verloren wir 0:3, allerdings griff das Passspiel längst nicht mehr so gut, wie beim ersten Aufeinandertreffen. Das Spiel war ausgeglichen und alle drei Tore fielen durch hohe Fernschüsse. Im letzten Frühjahr hatten wir dann das bisher letzte Aufeinandertreffen. Wir gewannen 3:0, bei 10:1 Chancen. Wir haben sie schwindelig gespielt und in Grund und Boden gerannt, vorbei war es mit dem Passspiel. Beim letzten Turnier im Sommer spielten wir (leider) nicht in der gleichen Gruppe, aber die Mannschaft war nur noch ein Schatten ihrer selbst, bestand nur noch aus 7 Spielern. Als wir das traurige Häufchen gesehen haben, haben wir die Eintrittskarten für's Schwimmbad dann doch nicht verteilt. ;o)

    Zitat

    Aber ich sag es mal frei raus und ehrlich: Sollen sie dem Drop-Out erliegen, so nehmen die passpielenden Jugendlichen zumindest ein paar schöne Erinnerungen mit aus Zeiten, wo sie dafür oft gelobt wurden, nicht egoistisch Fußball gespielt zu haben und den Zuschauern vielleicht sogar kleine Spielzüge gezeigt zu haben.

    Also ist es wohl allein das Passspiel, das Kinder glücklich macht und ihnen wunderbare Erinnerungen beschert, wohingegen die "Egoisten" solche Erinnerungen scheinbar nicht haben, weil sie nicht so viel gelobt werden und keine tollen Spielzüge zeigen konnten? Einen größeren Blödsinn habe ich selten gehört. Es wird allerdings ein Schuh draus, wenn man sich vorstellt, dass die Individualisten unter den Kindern nach einem erfolglosen Dribbling vom Trainer zur Sau gemacht werden, weil sie nicht abgespielt haben. Ein erfolgreiches Dribbling wird ja nicht kritisiert. Ihr kennt ja sicher die Geschichte. Spieler läuft auf's Tor zu, nur noch ein Abwehrspieler vor ihm. Ein Mitspieler läuft mit. Der Trainer schreit: "spiel ab, spiel endlich ab!". Der Junge spielt den letzten Gegner aus und haut den Ball ins Tor. Was ruft der Trainer? "Ja, richtig, genau so!" ?(


    Das ist alles Schwachsinn. Wer früh Erfolge im Sinne von Spielergebnissen sucht, der drillt seine Kinder auf Passspiel. Wer die individuelle technische Entwicklung im Sinn hat, lässt die Kinder ruhig auch mal zu viel dribbeln. Die guten Spieler sind die ersten, die von selber darauf kommen, dass ein Pass manchmal besser ist als ein Dribbling. Aber gerade diese Spieler brauchen das extensive Dribbling um ihr Talent voll entwickeln zu können. Nimmt man ihnen die Chance dazu, bremst man sie in ihrer Entwicklung aus und das nur, um als Team "erfolgreich" zu sein. In der F- und E-Jugend? Wie albern ist das denn? Und wem soll das nutzen außer dem Ego des Trainers?

    Zumindest in unserer Region sind die Teams, die das machen, auch die mit Abstand erfolgreichsten.

    Na klar sind sie die "Erfolgreichsten", genau wie die Mannschaften, in denen die meiste Zeit die besseren Spieler auf dem Platz stehen und jedes Kind nur dort spielt, wo es am besten "funktioniert". Es ist nur logisch, dass die Spielergebnisse besser sind, wenn man früh das Passspiel beherrscht, weil es "effektiver" ist. Effektivität ist in dem Alter aber definitiv nicht das Ziel. Für mich liest sich das alles wie "der Zweck heiligt die Mittel und der Erfolg gibt mir Recht". Beides ist grundfalsch.


    Ich sage mal einfach, was ich denke: Ein Trainer, der die individuellen technischen Fertigkeiten seiner Spieler fördert, steht nach außen hin so da: "da hast Du aber ein paar talentierte Jungs in Deiner Truppe". Also Talent, augenscheinlich kein Verdienst des Trainers. Der Trainer, der seine Mannschaft auf Passspiel drillt, kommt da erheblich besser weg. "Toller Spielzug. Sieht man selten in dem Alter." "Ja, das haben wir so einstudiert." Als Trainer kann man sich so wesentlich besser profilieren, für die individuelle Entwicklung der Kinder ist es Gift!

    Und noch etwas zum Thema "Erfolgstrainer". Ich bin immer sehr skeptisch, wenn jemand seine Trainingsmethoden anhand der Erfolge seiner Mannschaft "belegen" will, insbesondere in F- und E-Jugend. Letzteres ist nämlich von so vielen anderen Faktoren abhängig, die man mit Training kaum beeinflussen kann. Talent und Charakter einzelner Spieler kann man nicht trainieren und nur begrenzt "ausbilden". Das ist wie bei der Erziehung. Mein Sohn zieht einen Apfel immer einer Tafel Schokolade vor. Das würde ich auch gerne als Erziehungserfolg verkaufen, es ist aber keiner, sondern pures Glück. So ist es oft auch beim Fußball. Manchmal hat man eine Truppe zusammen, da fluppt es einfach. Dennoch wäre ich immer sehr vorsichtig damit, Erfolge in dieser Altersklasse als Ergebnis der Trainingsmethoden anzusehen. Der wirkliche Erfolg der Ausbildung wird sich außerdem erst später erweisen. Ob die Spieler einer "E-Jugend-Meistermannschaft" später noch erfolgreich Fußball spielen, muss sich erst noch zeigen.

    Ungeachtet der Diskussion über Ausbildungsziele, bin ich der Meinung, dass man alles, was man als Variation in das Abschlussspiel einbaut, auch in den 70 bis 75 Minuten vorher trainieren kann und Variationen des Spiels insbesondere bei F- und E-Jugend völlig unnötig sind! Zudem freuen sich die Kinder in dem Alter so auf das Spiel, dass sie dann auch "nur" spielen sollten. Die einzige Variante, die wir ab und zu mal ins Spiel einbauen, ist die, dass Tore nur dann zählen, wenn alle Spieler in der gegnerischen Hälfte sind und Gegentore doppelt zählen, wenn sich noch Mitspieler in der gegnerischen Hälfte befinden. Und das machen wir auch nur deshalb, weil wir ein paar "faule Nüsschen" haben, die gerne nur vorne oder hinten herumstehen und auf den Ball warten.


    "Laufen mit Ball verboten" im Rahmen eines Abschlussspiels halte ich für völlig unsinnig, denn dann ist es kein Abschlussspiel mehr! Der Charakter des Abschlussspiels liegt im "Spiel", deshalb heißt es Abschlussspiel und nicht Abschlussübung. Wenn ich meine Jungs 70 Minuten mit Übungen "getriezt" habe, ist es genug und sie haben sich (meistens) verdient am Ende noch etwas frei zu kicken. Das ist der Sinn des Abschlussspiels. Warum soll man das auch noch bis zum geht nicht mehr ausreizen? (Kinder-)fußball besteht aus Spaß und Ausbildung. Beides ist kombinierbar. Ich denke aber nicht, dass 100% der Trainingszeit der Ausbildung dienen sollten. Es darf auch ruhig mal Spaß um des Spaßes willen dabei sein, völlig ohne Ausbildungshintergrund. Beim Abschlussspiel hat verdammt nochmal "gebolzt" zu werden. Denn das Bolzen kommt ohnehin viel zu kurz...

    Sicherlich kann man es als einfache "individualtaktische" Tipps verstehen, wenn man den Kinder sagt, dass Sie in der Abwehr stets zwischen eigenem Tor und Gegenspieler stehen sollen, dass Sie den Ball in der Abwehr lieber nach außen als durch die Mitte und nicht vor dem eigenen Tor quer spielen sollen. Dass Sie vielleicht auch mal aus der Distanz auf's Tor schießen statt den Ball ins Tor tragen zu wollen, auch mal mit dem schwachen Fuß auf's Tor schießen usw. Freilich nutzen solche Ansagen in der F-Jugend in der Regel wenig. ;o)

    und genau da liegt unsere Meinungsverschiedenheit. Für dich ist es eine Fußballstunde, für mich eine Turnstunde. Ich würde hier die Fußballer bedienen, aber zu weit weniger als 50 Prozent der Sportzeit, ganz klar. Ein Abschlussspiel wäre natürlich immer gebucht.

    Wir bieten im Verein für Kinder folgendes an: Fußball, Volleyball, Turnen, Leichtathletik, Badminton und Karate. Die meisten Kinder, die zum Fußballtraining kommen, erwarten, dass sie dort Fußball spielen, nicht zu 100%, aber doch zumindest zu einem erheblichen Anteil. Wenn Du siehst, dass Kinder bei den fußballerischen Inhalten (egal ob nun 30, 40 oder 50%) abschalten, dann gehen sie doch besser erstmal zum Turnen, oder? Zumal die anderen Sportarten oft über Nachwuchssorgen jammern und wir uns beim Fußball nicht beklagen können.

    Ist alles richtig, was Du da sagst, aber wir haben gerade bei den Bambini eine Bandbreite vom gerade 4jährigen schüchternen Mädchen, das kaum geradeaus laufen kann, bis zum 6jährigen "wilden Kerl", der schon richtig gut kicken kann und auch nichts anderes will. Egal was Du mit 2 Betreuern bei 30 Kindern veranstaltest, es ist unmöglich alle angemessen zu beschäftigen.


    Mir ist auch klar, dass Bambini-Training keine Fußball-Training im eigentlichen Sinne ist. Es ist aber auch keine Turnstunde, denn dann könnte ich genauso gut alle zum Kinderturnen schicken. Es kommen eben auch viele Kinder, die einfach kicken wollen und das sollen sie auch tun können. Wenn die Trainer das Training an denen ausrichten, die nicht kicken wollen, laufen uns nämlich die "Fußballer" weg. Und die laufen dann eben nicht in die Turnabteilung sondern zum Nachbarverein.