Wenn mir ein Vater sagt "Ich habe die letzten beiden Wochen Urlaub, wir wissen aber noch nicht genau was wir machen. Kann sein, dass mein Sohn in der Zeit nicht zum Training kommt, weil wir was vorhaben." ist das für mich völlig in Ordnung. Ich muss dann nicht genau wissen, wann die was machen und ich kann auch nicht erwarten, dass Eltern ihre Urlaubsaktivitäten um die Trainingstage herum organisieren. Den Jungen plane ich halt nicht ein. Wenn er trotzdem kommt, ist es gut, wenn nicht dann nicht. Natürlich erwarte ich, dass er nach der Zeit wieder regelmäßig erscheint. Ich sehe aber keinen Grund, warum er für die Zeit der Abwesenheit irgendwelche Nachteile haben sollte.
Ich habe Jungs in meiner Mannschaft die würden in den Ferien durch trainieren, andere brauchen ihre Auszeiten, der ein mehr der andere weniger. Dem muss ich Rechnung tragen, wenn ich die Kinder möglichst lange beim Fußball halten will. Es ist weder unerträglich noch unzumutbar, wenn Kinder auch während der Saison mal ein Training versäumen, weil sie an dem Tag gerade mal keine Lust hatten. Das kommt selbst bei meinem Sohn hin und wieder vor, der ansonsten jeden Tag Fußball spielt. Wenn man dafür als Kindertrainer kein Verständnis hat, ist man einfach fehl am Platze.
Einige scheinen der Meinung zu sein, dass es ihre Autorität als Trainer infrage stellt, wenn man auch mal Fünfe gerade sein läßt. Ich glaube das nicht. Jeder Trainer stellt Regeln auf und setzt Grenzen, die einzuhalten sind. Wie weit ich diese Grenzen setze, ist mir selbst überlassen. Setze ich sie zu eng, wird es sehr oft Diskussionen mit Eltern bzw. Spielern geben, setze ich sie zu locker, habe ich Chaos. Wenn ich beides vermeiden will, muss ich also einen gesunden Mittelweg finden. Und der besteht in der Regel eben nicht darin, dass man Spielern und Eltern sagt "Es läuft genau so, wie ich es sage und nicht anders. Basta. Wer sich nicht daran hält, der kann gehen." Es bleibt am Ende ein Geben und Nehmen. Ich persönlich bin mit der Kombination von klaren Regeln auf der einen mit Nachsicht und Verständnis für persönliche Belange auf der anderen Seite immer gut gefahren. Autorität leidet nicht darunter, dass man auch mal nachgibt. Ganz im Gegenteil. Wer an der einen Stelle bereit ist nachzugeben, der kann auch an der anderen Stelle hart bleiben, ohne das man es ihm übel nimmt.