Beiträge von Ranwie

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    Du unterliegst dem weit verbreiteten Irrtum, dass eine Einteilung nach Spielstärke etwas mit Leistungsorientierung und/oder mit Ehrgeiz der Verantwortlichen zu tun hat. Wie hier schon mehrfach erklärt, geht es darum überhaupt nicht!


    Warum man in homogenen Mannschaften die Kinder zum einen besser fördern kann, ihnen zum anderen aber auch mehr Erfolgserlebnisse und damit auch mehr Spaß ermöglichen kann, wurde hier ebenfalls bereits mehrfach erläutert. Dazu kommt noch ein ganz pragmatischer Aspekt: es gibt keine nachvollziehbare und faire Alternative für die Einteilung und irgend eine Einteilung muss es ja wohl zwangsläufig geben.


    Bei uns ist die Situation in der F-Jugend dieses Jahr etwa wie folgt: 18 Kinder bleiben in der F, davon 2 aus der F1 und 16 aus der F2, die dieses Jahr 20 Kinder hatte. Dazu kommen 13 aus den Bambini hoch, 2 kommen von anderen Vereinen und 1 Kind ganz neu beim Fußball. Aus diesen 34 Kindern (15 x 2003, 19 x 2004) müssen wir drei Mannschaften machen. Wenn Du eine Einteilung nach Spielstärke ablehnst, dann erkläre mir bitte, wie diese Mannschaften gebildet werden sollen? Welche Kriterien setzt Du an?


    Mein persönliches Erleben ist, dass es in den Vereinen, wo es keine klare Einteilungsstrategie gibt, jedes Jahr erneut Hick-Hack gibt um die Spieler gibt. Gerade da, wo nach Gutdünken eingeteilt wird, gibt es Raum für persönlichen Ehrgeiz und Vetternwirtschaft.

    sind hier alle für sortieren nach Leistung schon in der F-Jugend? Oder ab welcher Jugend?

    Wir machen das auch so. Natürlich gibt es jedes Jahr ein paar Unzufriedene. Allerdings sind dies immer die Eltern, fast nie die Kinder und die Unzufriedenheit findet man auch nur in den 2er- und 3er-Mannschaften, nämlich da, wo Eltern meinen, ihre Kinder seien viel besser. Es ist noch keiner gekommen und hat gesagt "Du, mein Sohn ist doch für die F1 viel zu schlecht, der gehört in die F2". ;o)


    Wir kommen mit der Einteilung nach Spielstärke seit zwei Jahren ganz gut klar. Dieses Jahr ist zum ersten mal ein Spieler gegangen, weil er "nur" in die D2 gekommen ist. Aber auch bei diesem Jungen sind die Eltern die treibende Kraft, die den Burschen total überschätzen. Er wechselt jetzt zu einem größeren Nachbarverein, wo er nach meiner Einschätzung niemals in der D1, mit etwas Glück in der D2, möglicherweise aber sogar in der D3 landen wird. Für manche Eltern zählt halt nur die 1. Mannschaft. Da spielt es auch keine Rolle, wie man die Einteilung vornimmt.


    Ich betreue die Mannschaft meines Sohnes, auch ein 2001er. Die Zusammensetzung der E1 in diesem Jahr ist anders als die der F1 vor zwei Jahren, obwohl wir vom gleichen "Spieler-Pool" ausgehen, weil sich einige Kinder ganz einfach besser entwickelt haben als andere. Warum soll man dem nicht Rechnung tragen und diese Jungs nicht in die erste Mannschaft nehmen? Die Eltern dieser Spieler könnten zu Recht unzufrieden sein, wenn man ihren Kindern diese Chance verwehrt, oder? Und wie soll man da argumentieren? Weil die Mannschaften halt so sind, wie sie sind oder immer schon waren? Eine Einteilung ist nur dann "gut" bzw. akzeptabel, wenn sie nachvollziehbar ist. Den Kinder tut es aus meiner Sicht gut, wenn sie immer mal wieder mit anderen zusammen spielen, da sie lernen, sich auf neue Mitspieler einzustellen.


    Das mit den schwächeren Teams ist, wie es ist. Du hast in jedem Jahrgang Kinder, die einfach erheblich weniger talentiert sind als andere. Natürlich kann man diese Spieler gleichmäßig auf alle Mannschaften verteilen, aber was soll das bringen? Der Frust für diese Spieler wird nicht geringer werden. Sie werden zwar nicht so oft verlieren, nehmen aber kaum am Spiel teil und werden sich daher auch kaum verbessern können. Sie spielen in den stärkeren Mannschaften gegen noch stärkere Gegenspieler. Wie soll das den Frust verringern? Die stärkeren Spieler im eigenen Team werden zudem diese Kinder wenig anspielen, weil sie wissen, dass der Ball schnell verloren geht. Das ist auch in der F schon so. Natürlich kannst Du als Trainer das von deinen starken Spielern fordern, vielleicht tun sie es dann auch, aber dann wirst Du erleben, dass auch die guten Spieler schnell frustriert sind, vor allem dann, wenn man sich ansonsten an die KiFu-Regeln hält (gleiche Spielzeiten, Rotation etc.). Der "Kreis der Frustrierten" wird dadurch m.E. nur vergrößert.


    Wenn man ein Team hat, das sehr schwach ist kann man aus meiner Sicht nur folgendes tun:
    - sich in die schwächste Gruppe einteilen lassen
    - Freundschaftsspiele gegen ebenfalls schwache oder jüngere Mannschaften austragen
    - intensiv an der Verbesserung der Kinder arbeiten
    - gemeinsam mit den Eltern und Kindern "alternative" Saisonziele formulieren

    tom: Hast Du bei Deinen Einladungen erwähnt, wie Du spielen lassen willst? Ich könnte mir vorstellen, dass es hier bei uns sehr wenig Anmeldungen für so ein Turnier geben würde.

    Wenn irgendwie möglich so früh wie möglich nach diesen Kriterien einteilen und nicht nach Leistung. Nen Jüngeren, weil er recht gut ist zu nem älteren Jahrgang stecken ist z.B. für solche Sozialstrukturen Gift.

    Ob dem wirklich so ist, bin ich mir nicht sicher. Für die einen ist es nur wichtig mit ihren Kumpels zu spielen, für anderen ist es wichtig mit den Besten zu spielen. Gerade bei den jungen Jahrgängen (bis zur D) sind es i.d.R. die Eltern die eine Einteilung in Zweifel ziehen, egal wie man sie macht. Teilt man nach Leistung ein, ist die Zweite Mannschaft für viele schon eine Niederlage, die Dritte ist völlig inakzeptabel. Teilt man nach anderen Kriterien ein, sind dann oft die Mitspieler nicht gut genug. Probleme machen ohnehin fast nie die Kinder, sondern fast immer die Eltern. Da wird schon bei 6jährigen mit Vereinswechsel gedroht, wenn das Kind nicht dort spielt, wo die Eltern es sehen. Dies wird den Kindern auch so kommuniziert. "Das wollen wir doch erstmal sehen, ob Du in der F2 spielen musst. Sonst gehen wir halt zu Verein x." Die Sozialstrukturen werden zu 90% von den Eltern kaputt gemacht. Die eigenen Kinder werden oft gar nicht gefragt.


    Beginnen mit der D-Jugend haben die Jungs dann zunehmend ihren eigenen Kopf. Aber auch da spielen die Eltern noch eine entscheidende Rolle. Wir hatten in diesem Jahr drei Kinder (2xD, 1xC), die aus verschiedenen Gründen wechseln wollten. Bei allen lagen mehr oder weniger gute Gründe für und gegen einen Wechsel vor. Die Kinder sind aber oft nicht in der Lage den Konflikt rational aufzulösen, also kommen die Eltern ins Spiel. Bei uns war es so, dass ein Spieler von den Eltern unterstützt wurde, bei den beiden anderen standen die Eltern einen Wechsel skeptisch gegenüber. Letztlich ging nur das eine Kind, die beiden anderen blieben. Daher ist es, egal in welcher Altersklasse, wichtig einen guten Kontakt zu den Eltern zu pflegen, denn wenn diese einen Wechsel nicht mittragen, kommt er normalerweise auch nicht zustande.

    Zitat

    Bei einem Spielstand von 6:0 hätte ich den anderen Trainer einfach kurz informiert über das, was ich vorhabe und warum. Wenn's dann trotzdem so endet, ist es eben so.

    Stimmt, das wäre klug gewesen, aber so schlau war ich in dem Moment nicht. ;)

    Ich hatte es mal in einem anderen Faden geschrieben, dass sich sowas vermeiden ließe. Wenn Staffeln der G bis E nach dem Schweizer System spielen würden, gäbe es keine Ergebnisse, die so hoch ausfallen würden.

    Auch wenn wir thematisch jetzt ein wenig abschweifen: wir haben eine "Qualirunde" gespielt und danach wurden die Staffeln nach Spielstärke eingeteilt. Leider sind trotzdem 3 Mannschaften in die Gruppe gerutscht, die deutlich zu schwach sind. Eine davon hat immerhin sinnvollerweise im Winter die Reißleine gezogen und spielt seitdem in einer anderen Staffel ohne Wertung. Die beiden anderen waren so schlau nicht und lassen sich weiter jede Woche verprügeln. Keine Ahnung warum man sich das antut.


    Das Schweizer-System ist sicher sinnvoll, aber extrem aufwändig für den Staffelleiter. Das Quali-System ist nicht ganz optimal, es gibt in allen Gruppen stellenweise immer noch hohe Ergebnisse, aber es ist deutlich weniger aufwändig und insgesamt passt das schon ganz gut. Es besteht zudem jederzeit die Möglichkeit in eine stärkere oder schwächer Gruppe zu wechseln. Da man dann aber dort ohne Wertung spielt, wird diese Option von vielen Trainern/Vereinen nicht genutzt. Statt in eine stärkere Gruppe zu wechseln, wo die eigenen Spieler mehr gefordert werden, gewinnt man lieber jede Woche haushoch. Anderen scheint es hingegen wichtig zu sein, in einer "stärkeren" Gruppe zu spielen, auch wenn man fast jede Woche verliert. Letztlich liegt es immer wieder an der Vernunft der Trainer...

    Ein guter Trainer lässt den Gegner nicht völlig unter gehen.

    Das ist eigentlich auch meine Einstellung, aber manchmal lässt es sich einfach nicht vermeiden. Wir spielten zuletzt bei einem hoffnungslos unterlegenen Gegner. "Zum Glück" fehlte mir mein bester Spieler und der Torwart. So stand zuerst ein weiterer starker Feldspieler im Tor. Es war extrem heiß an dem Tag und wir einigten uns statt 2x25 nur 4x10 Minuten zu spielen. Nach 20 Minuten stand es dennoch bereits 6:0. Was also tun? Einer meiner Spieler hat nur einen normal gewachsenen Arm, der andere ist seit Geburt oberhalb des Ellenbogens verkürzt. Dieser Junge ist ein guter Feldspieler, der auch gerne mal im Tor spielt und in der Halbzeit den Wunsch äußerte. Ich habe lange überlegt, ob ich das tun sollte. Wie kommt das an? Fühlt sich der Gegner da nicht veräppelt? Letztlich habe ich a) dem Jungen seinen Wunsch erfüllt und b) gehofft, dass der Gegner noch ein Tor schießt. Aber er hat gehalten, was zu halten war und wir gewannen am Ende 13:0. Ich hatte keine Chance das Ergebnis im Rahmen zu halten. Bei zwei Auswechselspielern kann man auch schlecht "verletzungsbedingt" in Unterzahl spielen. Wie die Einwechslung eines "einarmigen" Torwarts beim Stand von 6:0 beim Gegner rübergekommen ist, weiß ich nicht. Das kann sicher auch leicht als Provokation oder Unsportlichkeit verstanden werden. Andererseits finde ich es auch schon fast krank, dass man darüber nachdenken muss, ob man den Jungen ins Tor stellen "darf"...

    Es hat ja niemand geschrieben, dass Emotionen falsch sind oder nicht dazugehören.

    Ich glaube nicht, dass das jemand geschrieben hat. Emotionen sind für uns alle wichtig, aber jeder von uns sollte auch in der Lage sein seine Emotionen in einem gewissen Rahmen zu kontrollieren, damit andere ebenso wichtige Dinge wie Anstand und Fairplay nicht zu kurz kommen. Emotionen können etwas sehr positives (Freude) sein, oft sind sie aber eben auch negativ (Wut, Hähme etc.). Insbesondere die Trainer und die Eltern sollten sich da besser im Griff haben. Ich erinnere mich an ein Spiel unserer Bambini, wo die Eltern des Gegners beim Stand von 9:0 lauthals "nur noch eins" skandierten. Man kann das als Emotion gutreden, ich finde so etwas einfach nur beschämend. Und genau um solche Dinge geht es Tom und anderen. Niemand hat etwas dagegen, dass Kinder, die ein Spiel gewinnen, sich darüber freuen. Aber auch in der Freude muss die Fairness gewahrt bleiben. Wir oft sieht man, dass nach wichtigen Endspielen (WM, CL etc.) die Spieler des Siegers die des Verlierers verhöhnen? Nie, oder? Im Gegenteil, man spricht miteinander und oft wird versucht die Unterlegenen zu "trösten", weil man zumeist aus eigener Erfahrung weiß, wie sich der andere fühlt. Mitgefühl, Verständnis, auch das ist Emotion. Es geht immer nur darum diese richtig zu kanalisieren. Freude ja, Hohn und Spott nein.

    Wenn in der E-Jugend Kreisklasse, Untergruppe 237, der Tabellenerste den Letzten mit 12:0 weghaut und die Jungs dann 'feiern' als hätten sie gerade den WM-Titel erreicht, dann fühle ich mich als Unterlegener schlicht und ergreifend verarscht.

    Ich denke, die Kinder haben "normalerweise" von sich aus ein sehr gutes Gefühl dafür, wann Jubel angebracht ist und auch in welchen Maß. Wir hatten gestern so ein Spiel gegen den Letzten mit ähnlichem Ergebnis. Da kam dann beim Schlußpfiff bei meinen Jungs auch kein Jubel auf. Siegt man hingegen unerwartet beim ungeschlagenen und ungefährdeten Tabellenführer ist das anders. Als uns dies vor ein paar Wochen gelang, war der Jubel der Kinder riesig (Humba, Diver etc.). Trainer und Eltern des Gegners nahmen es überraschend sportlich (O-Ton einer Mutter: "wurde auch Zeit, dass die mal wieder verlieren und verdient war es auch"), was die Sache umso schöner machte. Unsere E2 machte das Kunststoff dann zwei Wochen später in einer anderen Gruppe nach. Da allerdings zeigte sich der gegnerische Trainer sehr ungehalten über den Jubel unserer Mannschaft. Er meinte, man könne ja auch etwas leiser feiern. Wenn man, wie er, von 15 Spielen 14 in Folge gewinnt und dabei 100 Tore schießt, sollte man das wohl abkönnen. Wie sagt man hier im Rheinland "Man muss auch jönne könne." ;o)

    Sich dabei gut fühlen wenn man den Gegner mit einer solchen Klatsche gedemütigt hat ist okay - solange die Kinder nicht unsportlich werden und keiner deine Freude mitbekommt!
    Alles andere ist unsportlich und wider dem FairPlay Gedanken!

    Merkst Du eigentlich noch, was Du da schreibst? Die "Gegner" sind Kinder! Was soll richtig und gut daran sein, Kinder zu demütigen? Wie krank ist das denn?

    Als Ausgangspunkt schilderst Du ein Festhalten im Mittelfeld, um einen Angriff zu unterbinden. Diese sogenannten taktischen Fouls (ohnehin ein Unwort, wenn man bedenkt, was Taktik eigentlich heißt) sind aus meiner Sicht mit die unfairsten Aktionen im Kinderfußball überhaupt. Sie sind im höchsten Maße unsportlich und nur dazu gedacht das Spiel zu zerstören. Ein 100%iges No-Go! Ich kenne trotzdem genug Trainer, die ihren Spielern genau das schon in der F beibringen: "wenn mal einer vorbei geht, halt ihn eben am Trikot fest". Tust Du das oder hältst Du Deine Spieler dazu an, so etwas nicht zu tun? Es genügt nicht, einem Spieler nach der Aktion zu sagen, dass Du das nicht gut findest. Deinen Spielern muss vorher klar sein, dass solche Aktionen genauso wenig akzeptabel sind wie Nachtreten, Beleidigungen etc. und dass sie sofort Konsequenzen haben. Hast Du den betreffenden Spieler danach vom Platz genommen? Das wäre ein klares Zeichen gewesen, an Deine Spieler und den Gegner.


    Den "Anfang" macht also ganz klar Dein Team. Danach beschreibst Du folgendes "Die Gegner gingen sehr hart an den Mann und meine Jungs hielten mit einer faireren Härte dagegen." Also war die Härte Deiner Spieler fairer als die Härte des Gegners? Hm. Was soll überhaupt "faire Härte" in der E-Jugend sein? Ob "Härte" in der E-Jugend tatsächlich fair sein kann, wage ich zu bezweifeln, da ein E-Jugendspiel niemals "hart" geführt werden sollte. Insgesamt klingt das irgendwie nicht so richtig nach Fairplay. Hast Du Deine Spieler dann dazu aufgefordert "dagegen zu halten"? Wenn ja, wäre das aus meiner Sicht Fehler Nr. 2. Aus welchem Grund sollen sie denn unbedingt dagegen halten? Ist mir nicht klar. Und wenn es dem Gegner soo wichtig ist, das Spiel zu gewinnen, dann lass ihn doch.


    Wir haben selber schon Turniere gespielt, wo es "richtig zur Sache" ging. Ich habe meinen Jungs immer gesagt, sie sollen weiter fair spielen und sich aus Scharmützeln raushalten, auch wenn sie dann verlieren. Natürlich ist es für die Kinder nicht lustig Spiele zu verlieren, weil der Gegner unfair spielt, aber es wird eben auch nicht lustiger wenn man mit gleicher Münze heimzahlt...


    Natürlich hat man oft genug mit Idioten auf der anderen Seite zu tun, aber man muss sich nach so einem Spiel halt auch immer folgendes fragen: Hat man selber tatsächlich alles getan, um die entstandene Situation zu verhinden bzw. zu unterbinden? Vor dem Spiel, währenddessen und danach?

    Also geht es dir in diesem Fall nicht um das Spiel an sich, sondern um deinen/euren Ruf im Kreis?

    Es geht mir um beides. Das Spiel war absolut fair. Keine Schubsen, kein Ziehen und Zerren, wie man es so oft sieht. Meine Spieler haben sich nach den Fouls entschuldigt, ohne dass ich sie dazu auffordern musste. Es gab Freistoß und das Spiel lief dann ganz normal weiter. Es gab weder Meckereien noch Diskussionen der Spieler unter einander. Ich denke auch, dass die gegnerischen Spieler das nicht anders wahr genommen haben, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem die "Kollegen" meinten ein Fass aufmachen zu müssen. Als der sogenannte Schiri nach dem Spiel bei der Verabschiedung meinte, er habe heute Dinge gesehen, die auf dem Fußballplatz nichts zu suchen hätten, hatten meine Kinder alle Fragezeichen im Gesicht. Im Nachhinein muss ich annehmen, dass er sich und seinen Kollegen gemeint haben muss. ;o)


    Ihr habt natürlich alle Recht, dass man da nicht viel machen kann, aber die Sache hat mir den ganzen Samstag versaut. Daher konnte ich es auch nicht lassen den Kollegen Jugendleiter des betreffenden Vereins anzurufen und ihm die Sache zu schildern. Er hat es sich alles ruhig angehört, sich dafür bedankt, dass ich ihn informiert habe und mich wissen lassen, dass er bei nächster Gelegenheit mal nachhören werde und zwar ohne unser Gespräch zu erwähnen. Hörte sich so an, als kenne er seine Pappenheimer...

    Bin gerade zurück vom Spiel meiner E1 und bin so sauer, dass ich es kaum ausdrücken kann. Wir spielten heute gegen die E1 eines größeren Vereins hier im Kreis. Das Hinspiel gewannen wir knapp, für den Gegner war es die erste Niederlage. Nach dem Spiel wurden wir dann massiv beschuldigt überhart und unfair zu gespielt zu haben, was definitiv nicht der Fall war. Typischer Fall von schlechtem Verlieren. Heute das Rückspiel und ich hatte vorher schon kein gutes Gefühl. Zur Halbzeit steht es 0:0 und ich sage noch zu meinem Co "alles gut gelaufen, Hauptsache alles ist ruhig". Es gab in dieser ersten Halbzeit exakt zwei Fouls meiner Mannschaft, die der Schiedsrichter (Betreuer des Gegners) auch pfiff. Zu Beginn der zweiten Hälfte gegen wir in Führung, danach wird es sofort unruhig im gegnerischen Block. Es gibt zwei weitere Fouls. Der Trainer des Gegners brüllt, beim nächsten mal werde er den Platz verlassen. Der Schiri droht beim nächsten Foul einen Spieler vom Platz zu stellen. Ich bin fassungslos.


    Insgesamt gab es von unserer Seite 4 Fouls, die allesamt gepfiffen wurden, 1 auf der Gegenseite. Keines der Fouls war absichtlich oder böse, der Spieler kam jeweils lediglich zu spät. Alle Fouls fanden im Mittelfeld statt, keines in einer spielentscheidenden Szene. Nach dem Spiel muss ich dabei zusehen, wie der Schiedsrichter meine Spieler maßregelt. Die Kinder wissen überhaupt nicht, was los ist. Ich könnte platzten. Mir wirft er vor, ich hätte bei der "Treterei" reagieren und einen Spieler vom Feld nehmen müssen. 4 Fouls von 4 verschiedenen Spieler in 50 min Spiel. Ich bin sprachlos, wütend, frustriert. Über den 1:0 Sieg kann ich mich nicht freuen. Am meisten ärgere ich mich darüber, dass die Herren übers Land ziehen und überall verbreiten wir seien eine Tretertruppe, wo ich auf fairplay großen Wert lege. Wie reagiert man auf sowas?

    Wenn man mehr als eine Mannschaft hat, kann man auch mannschaftsübergreifend trainieren. Wir haben 28 Kinder in der E-Jugend. Die gesamte Bandbreite von der Granate bis zum Blümchenpflücker. Nominell hat die E1 11 Spieler, die E2 17, allerdings gibt es mehr als nur zwei "leistungsgleiche" Gruppen. Zudem sind die 3 oder 4 Besten der E2 annähernd genauso gut, wie die schwächeren der E1. Da wir 4 Trainer sind, machen wir beim Training 3 oder 4 Gruppen, so dass wir alle Spieler nach ihrem Leistungsstand trainieren können. Sogar die absoluten Anfänger, denen die simpelsten Grundlagen fehlen, kann man so fördern ohne den Trainingsbetrieb der besseren zu vernachlässigen. Das klappt aber nur, wenn alle Trainer an einem Strang ziehen. Allerdings braucht es auch ein bisschen mehr Vorbereitung. So alle 4 Wochen sollte man sich schon zusammen setzen und festlegen, wer welche Gruppe übernimmt und was man mit den einzelnen Gruppen machen will. Schöner Nebeneffekt dabei ist auch, dass man die Entwicklung der Jungs aus "der zweiten Reihe" immer im Blick hat.

    Bisher dachte ich er wäre der Beste in der F. Jetzt ist er auch noch der Beste in der E1. Das klingt ja fast so als würde es Sinn machen mit dem Kleinen schon mal nen Berater-Vorvertrag zu unterschreiben ;)

    Paule, Du darfst gerne spotten. Ist aber so. Vater war selbst Profi, der ältere Bruder macht gerade Probetraining beim örtlichen Bundesligisten. Ist scheinbar eine Familienkrankheit. Der Junge ist sozusagen nur vom nächsten größeren Verein "geborgt". Spätestens Ende D-Jugend ist er weg und das muss auch so sein. Bis dahin soll er sich aber nicht in Mannschaften verschimmeln, für die er definitiv zu stark ist.

    Genauso widersinning wie einen F-ling in der E1 spielen zu lassen. Wenn man sonst keine E zusammen kreigt - ok. Aber so?? Gebt dem Kind doch einen Tellerrand.

    Tun wir doch. Der Junge ist ein Ausnahmetalent und mit Abstand der beste Spieler in der E1. Auch körperlich gehört er zu den Stärksten. Warum sollte er also nicht dort spielen bzw. wo sollte er sonst spielen? Bei 9 von 10 Spielen in der F1 in der Junge völlig unterfordert. Was bringt es dem Jungen und der Mannschaft, wenn man alle Spiele haushoch gewinnt?

    Wir erleben solche Mauscheleien auch regelmäßig. In der Regel macht man eine Faust in der Tasche, da es uns in F und E ohnehin nicht um das Ergebnis geht. Andererseits wirft die Festspielregel selber die Frage nach der Fairness auf. Mich würde interessieren, wie Ihr die folgenden Situationen bewertet?


    Unsere E2 ist spielerisch sehr schwach, besteht aus einigen jungen und einigen stärkeren Altjahrgängen. Es steht das Spiel gegen den ungeschlagenen Tabellenführer (Im Schnitt mehr als 7 Tore pro Spiel) an. Hinspiel endete mit voller Besetzung 0:6. Im Rückspiel fehlen uns sämtliche Altjahrgänge, weil die bei der Sichtung für die kommende D sind und der stärkste Jungjahrgang wg. Verletzung. Es bleiben bis auf 2 oder 3 nur noch Rumpelfußballer, die wir aber immer alle auch einsetzen. Spiel kann kurzfristig nicht mehr verlegt werden, also entscheiden wir uns dazu, zwei starke F-Junioren und einen ordentlichen E1-Spieler mitzunehmen und lassen alle Kinder spielen. So wird das Spiel auf Augenhöhe gespielt, aber Ende gewinnen wir blöderweise auch noch knapp und der Gegner ist not amused, hatte er sich doch auf einen Kantersieg eingestellt. Haben wir betrogen? Laut Regelwerk, sicher. Aber was wäre die Alternative gewesen? Aber hätten wir uns aus Gründen der Fairness abschlachten lassen müssen?


    Andere Frage: ein außergewöhnlich talentierter F-Jugendlicher spielt normalerweise in der E1, ist dort festgespielt. Nun soll er in der E2 aushelfen. Ist das Betrug? Laut Statuen ja. Aber ist es wirklich unfair? Kann es überhaupt unfair sein, einen F-Jugendlichen in der E einzusetzen? Und warum soll er nicht auch mal in der F1 aushelfen dürfen, denn altermäßig ist er dort spielberechtigt. Ist es überhaupt fair, dass sich ein F-Jugendlicher in der E festspielen kann oder ein E-Jugendlicher in der D? In diesen Fällen finde ich persönlich die Festspielregel völlig widersinnig.

    Ich denke das alleine macht schon große Unterschiede. Die Ausnahmetalente bei den Jungs sind halt vom Kopf her auch immer ein wenig Mädchen und können das Körperbetonte Spiel mit der Technik verbinden.

    Hm, das kann ich ehrlich gesagt, überhaupt nicht sehen. Ganz im Gegenteil. Ich habe in meiner Mannschaft ein echtes Ausnahmetalent, spielt als F-Junior in der E1 und ist dort der beste Spieler. Hat auch schon mal in unserer D1 bei einem Freundschaftsspiel mitgespielt und konnte gut mithalten. Tolles Spielverständnis, erstklassige Technik, aber was ihn wirklich abhebt ist seine Dynamik und Explosivität. Der will in jedem Moment den Ball und das macht ihn so stark. Nach vorne geht viel über Instinkt. Wer zu lange nachdenkt, hat schon verloren.

    Zitat

    Meine 4 Mädels sind einigen der Jungs technisch weit überlegen, wird es aber mal hart bleiben sie zurück. "ich spiele ein Spiel und ich prügele mich nicht für ein Tor" Während die Jungs dann eher denken . " der hält mich nicht auf, den mach ich doch locker platt"

    Genau, deshalb macht der Gomez gestern auch das Tor. Der wollte den Ball und er wollte ihn reinmachen.


    Dass Mädels den Jungs technisch überlegen sein sollen, halte ich für einen Mythos. Es mag immer mal die ein oder andere geben, aber generell ist es eindeutig umgekehrt. Unsere U13-Mädels werden Jahr für Jahr Kreismeister. Technisch können aber nur ganz wenige mit den gleichaltrigen Jungs mithalten.

    Zitat

    Wir haben im Fußball zu bestimmt 98% Jungs und das körperbetontere Spiel wird auch dadurch im Fußball als normal angesehen. Ich denke bei einem wesentlich höherem Mädchenanteil würde es anders aussehen.

    Ja, aber wer will das denn? Ein dynamischer Antritt, Tempo-Dribblings, Zweikämpfe am Limit - das macht den Fußball letztlich aus. Guck Dir mal ein Spiel aus den 70ern an. Die waren technisch auch alle top, aber da schläfste doch bei ein. Was macht denn einen Messi aus? Natürlich seine Kreativität und überragende Ballbehandlung, aber mindestens ebenso seine Dynamik, sein Durchsetzungsvermögen und sein Zug zum Tor - der Wille das Ding reinzumachen.


    Hast Du das CL-Finale der Frauen gesehen? Und das der Männer? Reden wir mal nur über Technik und Spielintelligenz. Das sind einfach Welten. Zudem kann Technik in einem Spiel wie Fußball nie losgelöst betrachtet werden, denn sie ist nur Mittel zum Zweck. Eine Finte lebt immer auch von der Schnelligkeit mit der sie ausgeführt wird und vom Antritt der danach kommt. Und dabei sind Frauen physiologisch einfach im Nachteil. Das ist einfach so. Ich finde es daher auch nicht fair und völlig unsinnig, Männer- und Frauenfußball immer wieder zu vergleichen.

    Hey Ranwie, dauert das Projekt den ganzen Tag? Falls nicht, könntest Du das Spiel auf 17:00 Uhr legen.
    So mach ich das am letzten Spieltag. Die Jungs hätten schon vormittags Zeit, nur ich nicht 8|

    Das könnte ich versuchen, allerdings vermute ich stark, dass dem auch nicht zugestimmt wird, da ja "die Spiele zeitgleich stattfinden sollen" um im Kampf um die ach so wichtige Meisterschaft niemanden zu bevorteilen. Würden wir erst um 17 Uhr spielen, wüssten wir ja die Ergebnisse der anderen schon. Au Mann, je öfter ich darüber nachdenke... ?(