Beiträge von trainer2005

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    MilkyWay, so wie man dich anhand deiner Beiträge kennengelernt hat, bringst du's doch eh nicht über's Herz, deinem Sohn Fußballverbot zu erteilen. ;)


    Im Ernst: Auf keinen Fall Fußballverbot! Ich kann BBCoach-Chris da nur beipflichten. Was würdest du erreichen, außer, dass du den schulischen Leistungsdruck auf deinen Sohn erhöhst?! Noch dazu, wo er ein "greifbares" Ziel vor Augen hat! Das geht m.E. eher nach hinten los!


    Ehrlich gesagt verstehe ich den Trainer da auch nicht wirklich, dass er dies auch noch anbietet. Ich bin seit eh und jeh ein Gegner von Fußballverbot wegen schlechter schulischer Leistung. Das ist für mich ein Versagen der Eltern in der schulischen Erziehung ihrer Kinder. Da gibts doch andere Mittel, um die Leistungen zu verbessern. Ich als Trainer fühle mich dann immer "missbraucht", da ich auf entsprechende Kinder verzichten muss und mir die Zeit trotzdem ans Bein binde. Schlimmer noch ist, wenn die Eltern Spielverbot erteilen, u.a. auch wegen erzieherischer Probleme... Das bade ich zusammen mit dem Kind aus! Sehe ich gar nicht ein und habe dies den Eltern über die Jahre auch so rübergebracht.


    Über eine gewisse Trainingeinschränkung könnte man jedoch nachdenken, kommt aber auf den Aufwand der Trainings und dem Aufwand gegenüber der Schule an. Sollte hier ein Missverhältnis vorliegen (z.B. dein Sohn ist 4mal die Woche beim Training und kommt deshalb nicht zum Lernen), würde ich dies gerade rücken...bis es in der Schule besser läuft. Aber auch nur dann!

    Basti81, du sagst: Die Kapitänsbinde ist für die Kinder was ganz Besonderes bzw. Für mich ist die Binde einfach nur ein Motivationsinstrument und sprichst im selben Zuge von Rotationsprinzip (jeder darf mal!) unterhalb der D-Jugend wirds bei mir nie geben. bzw. Rotieren kommt einfach GAR nicht in Frage.


    Wo ist das Problem?


    Gerade weil die Kapitänsbinde was Besonderes ist, weil sie ein Motivationsinstrument ist, sollte ich dieses Instrument im jüngeren Altersbereich einsetzen. Bei jedem! Man sollte immer bedenken, dass wir hier von 11jährigen und jüngeren sprechen (also D abwärts). Was spricht dagegen, einen "Anreiz" für JEDEN zu setzen, der es ermöglicht, die Kapitänsbinde zu tragen (wobei das schon eher in Richtung "Leistung" tendiert, d.h. die "Anreize" sollten dann entsprechend niedrig angesetzt werden, so dass eben JEDER in diesen Genuss kommt)?!


    Ich denke, dass die Ernennung/ Bestimmung/ Wahl eines Kapitän irgendwo etwas mit "Durchsieben" zu tun hat, quasi: Bestenauslese. Das sollte in den unteren Altersklassen vermieden werden. Weil eben keiner dieses Amt wirklich ausfüllen kann oder wie du sagst: Sicher hat man in dem Alter nicht die typischen "Leader" wie im älteren Jugendbereich. "Verdient" hat die Binde m.E. JEDER, der nicht absolut negativ auffällt. Mir ist ein derartiger Fall bislang noch nicht untergekommen bzw. liegt es am Trainer, etwaige permanente negative Auffälligkeiten zu regeln.


    Deine Äußerung Ein Spieler in dem jungen Alter mit hoher Sozialkompetenz ist kein Führungsspieler? Nein? Na dann... der wird mit 12 Jahren auf einmal zu Rambo und zum unausstehlichen Unruheherd? Das glaube ich eher weniger. nehme ich zur Kenntnis, kann sie aber nicht wirklich zuordnen...

    Gurndsätzlich ist es so, wie Andre das beschrieben hat: Alles in allem passt ein fester Kapitän nicht zu den Zielen der Altersklassen unterhalb der D. Zudem können die Kinder die Aufgaben bzw. die Erwartungen, die an ein "Kapitänsamt" geknüpft sind, gar nicht erfüllen - sollen sie auch nicht, wegen ihres Alters!


    Ab einer D, so denke ich, ist das etwas anders zu sehen. Andre spricht die Erweiterung der Trainingsinhalte auf mannschaftstaktische Dinge an. Oder anders: Die Jungs sind in einem Alter, wo eine gewisse Selbstständigkeit, Sozialverhalten und Vorbildwirkung bei jedem Einzelnen anfangen sollten, zu greifen. Viele aus unserem Team gehen auf's Gymnasium - eine entsprechende Intelligenz kommt also auch hinzu (gilt natürlich auch für die, die nicht auf "Gymmi" gehen). Irgendwie ist auch das "Kinderalter" vorbei, d.h. so richtig wird das Rotationsprinzip der Kapitänsbinde nicht mehr angenommen...


    Schlußendlich: Die Jungs sind "reif", einen Kapitän zu bestimmen bzw. als Kapitän zu fungieren. Sicherlich mit Abstrichen, aber bestimmte Grundprinzipien können und sollten sie erfüllen.


    Aus diesem Grund haben wir ab dieser Saison einen Kapitän wählen lassen (da drei Trainersöhne dabei sind, wollten wir nicht selber bestimmen bzw. haben nicht mitgewählt). Dazu haben wir die Jungs nach einem Training beiseite genommen und ihnen erklärt, warum wir erstmals wählen lassen (s.o.). Danach haben wir zusammen mit den Jungs ausgearbeitet, was zum "Idealbild" eines Kapitäns passt, haben dies beispielhaft erläutern lassen bzw. selber ergänzt und auf einen Clipchart geschrieben - für alle lesbar, um sich ausfühlich Gedanken machen zu können. Danach wurden folgende "Ideale" aufgelistet (Achtung! Keine Rangfolge, sondern als Gleichwertig zu betrachten...haben wir den Jungs auch so gesagt bzw. sollte jeder für sich seine eigene Rangfolge bilden):


    - Respekt (vor den Mitspielern, den Gegenspielern, den Trainern und den Eltern - auch den gegnerischen)
    - Ehrgeiz (nie aufgeben, auch beim Training nicht)
    - fussballerisches Vorbild
    - persönliches Vorbild (auch außerfussballerisch: Schule, Freizeit, Gesamtverhalten)
    - Motivator (soll motivieren, darf die Mitspieler nicht runtermachen - hat auch was mit Respekt zu tun)
    - Trainingsbeteiligung.


    Ich denke, das waren unsere "Hauptkriterien". Dass in diesem Alter eigentlich niemand jedes Kriterium 100%ig erfüllen kann, ist klar, haben wir auch so gesagt. Jeder sollte sich, wie bereits gesagt, seine eigene Rangliste erstellen und dann - nach "Ausschlussverfahren" - die drei Spieler auf einen Zettel schreiben, die dem am nächsten kommen (von Platz 1 bis 3). Die geknüllten Zettel kamen dann in einen "Topf", aus dem dann gezogen und von beiden Trainern vorgelesen wurde. Der "Erste" bekam 3 Punkte, der "Zweite" zwei und der "Dritte" einen Punkt. Somit hatten wir ein ausgewogenes Mannschaftsergebnis. Und genau die drei Spieler, die für mich in Frage gekommen wären, standen am Ende dicht hintereinander ganz oben.


    Wir haben somit einen Kapitän, einen Stellvertreter und einen 2. Stellvertreter.


    Ich bin jetzt vielleicht etwas ausgeschweift, aber so war's bei uns, vor Beginn dieser Serie. Aber wie gesagt, erst ab einer D, vorher sollte man rotieren lassen, die Rotationskriterien (nach Nummern, Namen, Geburtstag oder "Leistung") sollte jeder selbst bestimmen, aber dabei darauf achten, dass jeder mindestens einmal Kapitän ist.

    Wir haben in diesem Jahr (jetzt D-Jugend) das erste Mal wählen lassen ("frei und geheim" mit vorheriger "Pflichtenerläuterung" eines "idealen" Kapitäns) und sind damit vom bisherigen Rotationsprinzip abgerückt. Erfreulicherweise haben sich genau die drei von mir dafür favorisierten Spieler herauskristallisiert, von denen einer knappe Stimmmehrheit erhielt.


    In einer F und mindestens bei einer jüngeren E würde ich es beim Rotieren lassen. Ich bin dann immer nach Namensliste gegangen, die im Mannschaftskoffer angebracht war. Dann konnte jeder sehen, wann er Kapitän sein durfte. Und die Jungs haben alle auf diesen Tag hingefiebert und waren auch stolz, das Team auf's Feld führen und die Binde tragen zu dürfen.


    Diesen Stolz und das Funkeln in den Augen würde ich den Jungs in dieser Altersklasse nicht verwehren!

    Andre, Klasse!


    Du schreibst mir quasi "aus der Seele", wofür ich mich genauso zu schämen habe, wie du es getan hast. Nicht alles von dem, was du - vielleicht auch überzogen - dargestellt hast, habe auch ich getan...nicht alles, aber vieles von dem. Auch bei mir guckt der Joystick immer wieder aus dem Mittelkreis...ich glaube, ich habe ihn noch nicht einmal begraben - ich bin dabei, ihn zu beerdigen. Ich denke, in nicht all zu langer Zeit ist er unter der Erde. Das verspreche ich! Das Grab ist schon ausgehoben!


    Wenn es auch schwer fällt - wie jede Beerdigung - sich von den "Lieben" zu trennen, so bin ich doch recht sicher, dass diese Beerdigung meine Schönste wird! Weil ich danach als Trainer - und als Mensch - besser sein werde, als ich es war und momentan noch bin. Ich denke, ich bin dabei, eine wertvolle Lektion für mein weiteres (Trainer-)Leben zu erfahren, auch und vor allem durch dieses Forum und durch Leute wie Andre, die mir schonungslos die Augen geöffnet haben.


    Diese "Metamorphose" vom Joysticktrainer zum Partner des Kinderfußballs ist ein Prozess - bei mir zumindest und offensichtlich auch bei Andre - der sich über einige Zeit hinstreckt. Aber wie Andre schon mehrfach schrieb: Der Weg ist das Ziel. Und diesen sollten alle Trainer, die sich dem KiFu verschrieben haben und die Prinzipien aber nicht umsetzen (weil sie's vielleicht nicht besser wissen) einschlagen. Sind sie dazu nicht fähig, ist das deren Disqualifikation für diese Aufgabe. Ich war eigentlich schon disqualifiziert - mir hat aber (Gott sei Dank!) keiner die rote Karte gezeigt. Vielmehr zeige ich mir selbst die "dunkelgelbe" Karte und schicke mich selber bei weiterer "Vergehen" vom Platz.


    Andre, danke für den Text - meine Jungs werden's dir und euch im Forum indirekt auch danken, weil ich mich bessere oder eben selber vom Platz stelle.

    Andrea, eins vorweg: Nimm nichts, von dem, was ich jetzt zu sagen habe, persönlich! Aber ich werde jetzt mal relativ direkt:



    Jetzt sind nur noch zwei Meisterschaftsspiele im Herbst und Harald wurde bis jetzt noch kein einziges Mal eingesetzt.


    Noch kein einziges Mal eingesetzt?! Das ist ja unglaublich! Hatte ich bei deinem Eingangsbeitrag überlesen - ich war davon ausgegangen, dass H. zumindest phasenweise Einsätze bekommt...


    Und da schaust du als Mutter/ ihr als Eltern zu?! Kann ich nicht nachvollziehen! Ist ja schön, dass du dich zumindest mit entsprechendem Rat an diese Runde wendest, aber etwas mehr Rückgrat muss ich von Eltern schon verlangen können.


    Ein klärendes Gespräch, unter vier Augen, mit dem Trainer, ganz sachlich hätte doch schon genügt. Wahrscheinlich würde sich der Trainer deines Sohnes danach "genötigt" fühlen, deinem Sohn wenigstens mal das Gefühl zu geben, dazu zu gehören und ihn vielleicht bei "entsprechenden" Ergebnissen einsetzen. Nicht mal das...


    Entschuldige meine direkte Art und Weise, aber: Mir schwillt hier echt der Kamm, obwohl's mich nichts angeht! Sowohl deinem Trainer, als auch euch - als Eltern - gegenüber!


    Mir ist es bislang einmal passiert, dass ich einen zum Spiel mitgenommenen Spieler gar nicht einwechselte. Den hatte ich damals völlig übersehen, auch wegen des knappen Ergebnisses :thumbdown: , hatte ich ihm und seinen Eltern dann aber auch so erklärt. Der kam dafür beim nächsten Spiel länger zum Einsatz. Nur so nebenbei...



    Außerdem spielt Harald so gerne in dieser Mannschaft, dass ich Angst hatte ihm mit einem Gespräch mehr zu schaden als zu nutzen, denn sowohl Trainer als auch Teile der Eltern steigern sich fast mehr in die Spiele (die wir momentan oft verlieren) hinein, als die Jungs selbst.


    Na noch mehr schaden kann man ihm wohl nicht mehr! Er kommt in einer Mannschaft, bei der er gerne spielt, nicht zum Einsatz. Das ist doch quasi das Schlimmste, was man einem Jungen "fußballerisch" antun kann. Was soll denn noch schlimmer werden? Vom Training wird ihn sein Trainer wegen eines klärenden Gesprächs wohl nicht auch noch "suspendieren".


    Kann es sein, dass du Angst vor den "Konsequenzen" des Gesprächs hast, dass dir der Trainer sagt, H. wäre "nicht gut genug"?! Offensichtlich sind es die anderen im Team ja wohl auch nicht - ohne diese diffamieren zu wollen -, aber auf eine Niederlage mehr oder weniger kommts offensichtlich wohl nicht an, wenn ihr ohnehin "oft verliert".


    Zitat

    Inzwischen bin ich aber zu der Überzeugung gekommen, dass ich unbedingt das Gespräch mit den Trainern suchen muss. (...) Nach diesen zwei Spielen, wenn also alles erst einmal gelaufen ist und sich die Emotionen hoffentlich wieder etwas beruhigt haben, werde ich um ein Gepräch mit den Trainern bitten. - Ich hoffe mein Mann kommt mit, aber der ist denke ich immer noch der Meinung, dass Haralds Zeit schon noch kommen wird und man den Trainern nichts reinreden soll (was ich ja normaler Weise auch für richtig halte).


    Meines Erachtens der nächste Fehler! Du musst SOFORT das Gespräch suchen, nicht erst nach zwei Spielen, wenn die Halbserie eh gelaufen ist. SOFORT! Das bist du deinem Jungen und deinem bisherigen fehlerhaften Zögern schuldig! Emotionen...die müssten doch bei dir hochkommen, nicht bei den Trainern, weil du mal höflichst nachfragst, ob dein 12jähriger Sohn mal spielen darf! Von "reinreden" kann in diesem Fall auch keine Rede sein.


    Nebenbei kannst du - nach "Überfliegen" einiger Diskussionen dieses Forums - deinem Trainer gleich mal stecken, was Kinderfußball ausmacht, zumindest, was man tun kann, um dem ein Stück näher zu kommen. So, wie du das schilderst, ist der ja weit mehr verbohrt... noch mehr unfähig sich nicht an Ergebnissen zu orientieren, als ich es jemals gewesen bin.


    Und wenn dein Mann die Meinung vertritt "Haralds Zeit werde schon kommen", dann lass ihn doch gleich zu Hause! Das heißt doch eigentlich nichts anderes als: "Ja, Trainer, du hast recht, unser Sohn ist (momentan) einfach nicht fähig, in deinem erkorenem Team zu spielen." Mit dem Gedanken im Gepäck braucht ihr erst gar nicht loszuziehen. Dann könnt ihr's auch gleich bleiben lassen.


    Fakt ist, dass ihr so schnell wie möglich - wenn nicht heute, dann aber spätestens morgen - eine Lösung für das Problem deines Sohnes finden müsst. Er möchte Fußball spielen, oder? Wenn er es in diesem Team nicht darf bzw. aufgrund gravierender "Leistungsunterschiede" nicht kann, dann sollte er die Möglichkeit bekommen, dies in einem anderen Team des Vereins oder eben in einem anderen Verein zu dürfen. Mit 10-15 Minuten Spielzeit ist das Problem nicht gelöst!


    Gib dir einen Ruck, "tritt" deinem Mann in den A.... und klärt das mit den Trainern - im Interesse deines Sohnes!

    Einer der Vorredner sagt, "Wenn es zu einer Verbalen Auseinandersetzung mit einem fremden (vor allem aus Sicht des Jungens gegnerischen!) Erwachsenen gekommen ist, die ersten Worte also gewechselt wurden, dann frage ich (Euch/Dich Trainer2005) wie soll der Junge da raus kommen, ohne seinerseits sein "Gesicht zu verlieren" ?" Diese Einstellung kann ich überhaupt nicht teilen. Wer austeilt, muss auch einstecken können. Warum soll er ungeschoren da raus kommen, wenn er das Ganze angezettelt hat. Nur weil er jung ist? Kinder müssen lernen, dass ihr Handeln Konsequenzen hat. Ich bin daher überhaupt nicht der Meinung, dass man so etwas durchgehen lassen kann. Wie soll der Junge denn sonst begreifen, dass er solche Äußerungen in Zukunft besser unterlassen sollte? Vielleicht muss er dafür dann auch einmal richtig das Gesicht verlieren. Im übrigen ist es auch ein Zeichen an die anderen "coolen" Jungs. Die werden nämlich auch nicht gerne in eine Situation kommen, in der sie sich entschuldigen müssen. Andererseits werden sie ansonsten beobachten, dass man dieses Verhalten einfach so durchgehen lässt. Und schon ist die Büchse der Pandora geöffnet.


    Die Frage ist nur, wie man reagiert, wenn der Trainer des Gegners nicht darauf eingeht...


    Das sehe ich genau so! Ich denke, es war im Großen und Ganzen wohl mein "innerer Schweinehund", der mich zu einer weiteren Diskussion hinreißen ließ. Wie du schon sagst: "Vielleicht muss er dafür dann auch einmal richtig das Gesicht verlieren." oder auch, um "Zeichen an die anderen 'coolen' Jungs zu setzen". Es war letztlich nicht richtig, wie ich reagierte, das stellten wir bereits fest.


    "Die Frage ist nur, wie man reagiert, wenn der Trainer des Gegners nicht darauf eingeht..." oder sogar in dieselbe Kerbe haut, die der Spieler bereits verbal hinterließ. Vorsicht! Nächste Baustelle!


    Genau dieses Problem hätte es bei dem Spiel mit ziemlicher Sicherheit gegeben. Weil ich den gegnerischen Trainer kenne, weil ich weiß, wie der tickt. Weil er eben gerade nach Niederlagen, die hier weit im zweistelligen Bereich lag, gefrustet ist. Das zeigen mir immer wieder dessen verbale Ausschweifungen während und auch nach dem Spiel - nicht beleidigend, aber nachhaltig "stichelnd". Wäre ich zu dem Trainer gegangen, hätte es Schimpfereien auf "höherer Ebene" gegeben.


    Dennoch ist der Gang zum gegnerischen Trainer generell der bessere Weg. Oder, man hält eben vollends die Klappe, lächelt und packt ein...bei einem Sieg ohnehin nicht schwierig.

    Hallo Leute, irgendwie kommen wir in der Diskussion ein Stück zuuu weit vom eigentlichen Thema weg, oder? Ausgangsthema war eigentlich, wie wir uns als Trainer in derartigen Situationen ("Kinder/ Spieler - von mir aus auch Zuschauer/ Eltern - kommen uns blöd") verhalten bzw. was eure Erfahrungen diesbezüglich sind.


    TRPietro und Ranwie, schön, dass ihr euch des Themas annehmt! Der Exkurs zum Basketball ist sicherlich interessant und tangiert auch das Thema...aber: Es sollte eben ein Exkurs bleiben, da das eigentliche Ziel meines ursprünglichen Problems ein anderes war.


    Ich hoffe, ihr fallt jetzt nicht über mich her! ;)

    Schilder doch mal dem Verband dein Problem via Email und abschließend stellst du ihnen eine Lösung zur diskussion in den Mittelpunkt des Schreibens. Kostet nichts, könnte aber ein Schneeball werden. Ich würde es am Verein vorbei, als Privatinitiative tun. Sagst du im Verein etwas, werden sie es mit großer Wahrscheinlichkeit blokieren.
    Gruß Andre


    Ich denke, dass man da beim Verband auf Granit beißt, nach dem Motto "Wer keine Arbeit hat, macht sich welche?!" Ich trage mich aber mit dem Gedanken, falls wir in diesem Jahr den Aufstieg in die LL verpassen, vielleicht schon ein Jahr vor dem Erreichen dieser Altersklasse mit dem Team (jetzt überwiegend jüngere D) in die C-Jugend zu wechseln. Spielen aber auch interne Vereinsdinge mit rein... Ist auch erst einmal nur so ein Gedanke.


    Vorteil: Wir wären auch mal Außenseiter, selbst geschossene Tore würden mehr "gefeiert" und an Niederlagen müssten wir uns eben gewöhnen. Zudem hätten wir von Anfang an nicht den Druck zu hoher Ziele (Ergebnisse). Wahrscheinlich gehe ich dann selber auch entspannter in die Partien... mal sehen.


    Im Übrigen wäre das auch eine Lösung für diejenigen, die ständig hoch gewinnen und an Unterforderung "leiden" - einfach ein Jahr eher in die nächst höhere Altersklasse gehen! Ich kenne ein Team bei uns, die machen das schon seit Jahren so. Die könnten alle noch E spielen (99er) und spielen bei der D - und sind trotzdem Zweiter in ihrer Staffel. Man stelle sich vor, die würden in ihrer Altersklasse spielen...

    Ranwie, tolles Thema - und ich komme wieder ins schwitzen...


    Ich trainiere mein Team seit der Saison 05/05, damals eine F, jüngerer Jahrgang. Vorige Woche haben wir unser 1000. Pflichtspieltor gemacht - von den hunderten Toren aus Hallenturnieren, Freundschaftsspielen und sonstigen Turnieren spreche ich jetzt gar nicht erst. Ich will damit sagen, dass wir, die "Ergebnisorientierten" (was ich aber nach und nach versuche hinten an zu stellen), zumeist zweistellig gewannen... Ausnahmen bestätigten die Regel! Beispielsweise gewannen wir in der letzten Saison (E) das Kreismeisterschaftsfinale 10:1 - und die waren noch gut bedient! In diesem Spiel habe ich's aber den ELTERN des Gegners wirklich gegönnt! Die beleidigten unsere Spieler schon in der F, stänkerten mit mir als Schiri in der E etc.


    Aber, wir haben natürlich auch gegen sympathische Gegner (einschließlich Eltern) zweistellig gewonnen, die mir letztlich immer leid taten. Mehr als durchwechseln und verschiedene Varianten probieren geht m.E. nicht. Das tue ich in derartigen Spielen, nutzt diese quasi als "Fall für den Fall". Mehr kann ich diesen Spielen aber nicht abgewinnen! Es macht halt keinen Spaß, auch meinen Jungs nicht! Die haken jeden Treffer ab, fertig. Kaum Emotionen, was ich auch schon bemängelte. Sie können aber das Ergebis einordnen, "hängen" die Tore eben nicht zu hoch auf. Dennoch versuche ich auch dann den Spielzug oder halt die gute Einzelaktion zu loben...mehr auch nicht.


    Unsere Eltern sind da "gleichgestrickt". Verpönung des Gegners dulde ich nicht, nicht von den Eltern und nicht von meinen Jungs! Darauf habe ich schon immer geachtet! Gegen "interne" Schadensfreude bei dem besagten 10:1 hatte ich allerdings nichts...aber die galt eben den Eltern.


    Letztlich sind das Spiele, von denen ich eigentlich immer sage: "Die brauchen wir nicht, die bringen uns nicht weiter!" Weil wir nur zwei-dreimal im Jahr gefordert sind und dann gegen wirklich gute Teams die "nicht praktizierte Defenisvarbeit" aufgetischt bekommen. Leider gibt es bei uns im Kreis keine Leistungsklassen bzw. leistungsbezogene Spielrunden. Und im Land sind wir wegen unseres nicht so starken Vorgängerjahrgangs bislang nicht vertreten. Das Problem ist eindeutig die Nichteinteilung von Spielklassen unterhalb der Landesliga bzw. die Leistungseinteilung innerhalb der Landesebene. Da spielen Teams, die wegen ihres guten Vorgängerjahrgangs in der LL spielen, und dort überhaupt nicht hingehören. Die werden die ganze Saison durch die Gegend geschossen und steigen dann sang- und klanglos ab. Da gibt es einige Teams auf Kreisebene, die deutlich besser sind...


    Was kann ich als Trainer tun? Ich werde von meinen Spielern nicht verlangen, sich zurück zu nehmen. Weil ich ihnen dann den "Spaß" nehme, dann könnten wir auch gleich aufhören. Ich werde das Spiel auch nicht mit irgendwelchen sinnlosen Maßnahmen kaputt machen - auch wenn mir die Gegner leid tun. Weil ich halt auch eine bestimmte Leistung erwarte, das erwartet das Team von sich selbst. Alles andere wäre ein Rückschritt! Ich denke, dass ich mehr als durchzurotieren nicht tun kann.

    Ranwie, schön, dass ich mir die "Zwangsjacke" nicht allein überziehen muss - hatte nach unserem letzten Spiel schon wieder Gewissensbisse, weil ich eben (wieder) nicht alles 1:1 umgesetzt habe, was ich mir eigentlich fest vorgenommen hatte.


    Dein Beitrag ist eigentlich eine sehr gute Ergänzung zu dem, was ich noch hätte schreiben können. Auch ich mache gewisse "Abstriche" am Ergebnis, weil ich rotieren lasse bzw. verstärkt durchwechsle. Ich merke aber, wenn's dann gar nicht mehr läuft bzw. das Spiel wirklich eng wird, rücke ich von diesen Prinzipien aber auch ab - nicht gänzlich, aber immerhin...


    Andre danke für den Preis, aber den haben eigentlich diejenigen in diesem Forum verdient, die die Prinzipien des KiFu "beherrschen". Mein Respekt an all diejenigen unter euch!


    Hans ein Vorteil dieses Forums ist dessen Anonymität. Nicht, dass ich nicht zu meiner Meinung stehen würde, diese vertrete ich auch öffentlich - kein Problem. Aber: ich lasse hier interne Dinge durchsickern, die "allgemein" bleiben sollen und hinter denen kein Verein steht. Ich hoffe, man versteht das hier! Ich habe dir aber eine E-Mail zukommen lassen, in der ich meinen Verein preisgebe. Wenn man aber meine Beiträge genau durchliest und ein wenig recherchiert, müsste man aber auch drauf kommen...viel Spaß dabei! :thumbup:

    Andre, alles, was du sagst, ist irgendwo richtig. Und ich sage seit geraumer Zeit zu allen und jedermann, wenn ich auf eigene Fehler, die ich mit Sicherheit begangen habe und auch noch begehe, hinweisen möchte: "Wenn ich nochmal - irgendwann - eine F übernehmen sollte, mache ich vieles von dem, was ich bislang falsch gemacht habe besser, als ich es bislang tat." Und in erster Linie meine ich damit das Ergebnisdenken und all das, was dieses "fördert" (gleiche Spielanteile, Positionsrotation, kein Druck, weniger Rufen).


    Ich muss aber dazu sagen, dass ich all das, seit dem ich dieses Forum durchforste, wirklich einschränke und besser mache. Ich machs aber eben nicht optimal! Krieg' ich nicht hin...noch nicht, vielleicht auch nie richtig, ...nicht mit diesem Team! Warum? Weil ich uns - mein Team und mich - eigentlich unwissentlich in diese Situatuion hineinmanövriert haben. Weil ich eben das Ergebnis jahrelang oben anstellte, zumindest aber gleich wichtig sah, wie die individuelle Verbesserung eines jeden und darüber unser aller Spaß definierte. Den hatten wir auch, aber im Nachhinein eingeschränkt, wenn man sich so einige meiner "Sünden" anschaut.


    Es ist nicht so, dass ich das absolute "NoGo" eines Kindertrainers darstellte - das war ich nun auch wieder nicht, einige Prinzipien habe ich dann doch intuitiv beachtet. Aber ich stellte hier doch so verdächtige Mängel an mir, meinen Co-Trainern und dem Umfeld fest. Dies möchte ich gern ändern und nähere mich zumindest der "guten Seite".


    Aber: ich habe uns da hineinmanövriert - in so eine Sackgasse, aus der ich das Schiff "Erfolgsorientierte D" nur schwerlich heraussteuern kann. Es ist eben so, dass wir das (Ergebnis-)Schlachtschiff unserer Altersklasse im Landkreis sind - seit Jahren. Toll! Meisterschaften, Pokalsiege, Turniersiege, Hallenmeisterschaften - alles gewonnen. Sieben Pflichtspielniederlagen seit 2005 (das sage ich jetzt, um mein Erfolgsdenken zu dokumentieren). Wir sind quasi die Gejagten, der FC Bayern des Kreises. 50% ist's egal, die anderen 50% hassen uns - wegen des sportlichen Erfolgs. Und den gilt es nunmehr zu verteidigen, verstehst du, was ich mit "Sackgasse" meine?!


    Doch ich denke, ich habe dem "Schiff" zumindest Segel setzen können, um in ruhigere Gewässer steuern zu können. Was tue ich? Ich setze unsere zwei, drei "Schwächeren" verstärkt ein, mindestens eine Halbzeit - möglichst länger. Ist noch nicht optimal, aber immerhin! Ich lasse vielmehr rotieren innerhalb der Mannschaft. Da spielen Abwehrspieler eben auch mal im Mittelfeld und Mittelfeldspieler in der Abwehr! Zwar nur, wenn sie diese Position einigermaßen ausfüllen können, aber sie verharren nunmehr nicht mehr auf einer "Stammposition". Auch nicht optimal, aber besser als vorher. Und ich versuche weniger zu reden/ zu rufen/ zu schreien. Hab's wirklich reduziert und gehe in jedes Spiel mit diesem Vorsatz. Oft klappts, des öfteren nicht. Vollends werde ich's wohl nie sein lassen können, leider! Auch unser Training habe ich forciert/ umgestellt/ interessanter gemacht...hängt aber auch mit der Altersklasse zusammen.


    Naja, ist jetzt so aus mir rausgesprudelt... Was ich sagen will ist, dass wir selbst und unsere Gegner hohe Ansprüche an uns stellen - wie du sagst, wir haben hohe Ziele und jeder erwartet das auch von uns. Und dies in "Einklang" mit den Prinzipien des Kinderfußballs zu bringen, ist nicht einfach. Ich möchte eben beides: Erfolge im Sinne der Ergebnisse UND im Sinne des KiFu...wenngleich das zwei Paar Schuhe sind - ich weiß!


    Meine Tendenz geht aber in Richtung "Prinzipien des KiFu", wenn auch langsam.


    Hallo
    ich denke hir ist eine korrektur überflüssig weil des weis der spieler selber
    ich habe sowas als spieler immer gehasst wenn mir der trainer sachen gesagt hat die sobiso jeder weis "wie den Ball must schon ins tor schiesen"
    des finde ich blödsinnig oder "den ball darfst du nicht zum gegner spielen"


    Hans, ich zitiere mich mal selbst: "Das sind Beispiele, wo ich, wenn der Fehler begangen wurde, eingreife bzw. maßregele. Klar wissen das die Kinder im Nachhinein auch, dass sie einen Fehler gemacht haben. Aber, solange ich eben nichts sage, könnte der Eindruck entstehen, dass es eben "keine Rolle spielt". Es spielt aber ein Rolle! ..."


    An dieser Stelle "maßregele" ich, d.h. ich werde u.U. laut. Aber nicht, um dem Jungen zu sagen: "Das war jetzt aber falsch, du musst das Tor treffen", sondern, weil ich recht emotional bin - das platzt quasi aus mir raus...ich kann oft nicht anders, als mich über derartige Fehler laut zu ärgern. Das ist meist nur ein "Das kann nicht sein!" oder "Das glaub' ich jetzt nicht!" - aber eben mit entsprechendem Nachdruck.


    Erst letzten Samstag wieder: Da bekommt einer meiner Spieler einen Pass "auf dem Silbertablett" serviert - optimal angespielt, 8 Meter vorm Tor, kein Gegenspieler. Der angespielte Spieler donnert, anstatt in die Ecke zu schieben, von denen er sich eine aussuchen konnte, den Ball einen Meter mittig über's Tor. Ich - sehr laut (maßregelnd): "Das kann nicht wahr sein!" Jetzt, etwas gezügelter und verbessernd: "W., das kommt davon, wenn man aus Rückenlage schießt. In Rückenlage wirst du immer drüber schießen!" Das war's dann aber auch schon. Vielleicht spreche ich mit dem betreffenden Jungen auch nochmal kurz beim Training oder vor dem nächsten Spiel darüber. Er weiß aber, was er falsch gemacht hat, auch, weil ich ihn (aus der Emotion heraus) korrigierte. Das ist so ein Beispiel dafür, wenn ich was sage, nachdem "das leere Tor nicht getroffen" wurde bzw. eine 100%ige nicht gemacht wird.


    Ob das jetzt derartig falsch ist, dass dies mit "kinderfußballbezogenen Idealen" nicht vereinbar ist, muss jeder für sich beantworten. Für mich gehören Emotionen dazu. Es ist ja auch nicht so, dass ich dann permanent auf demjenigen "einhacke", aber bei sogenannten 100%igen, die nicht gemacht werden, muss ich m.E. - nicht immer, aber zumeist - ansprechen was konkret falsch gemacht wurde.

    Andrea, na da bist du hier absolut richtig - und das auch noch mit dem "Dauerbrenner: Gleiche Einsatzzeit für alle im Kinderfußball"!
    Ein Grundprinzip im KiFu lautet: Annähernd gleiche Spielanteile für alle Kinder - unabhängig vom Leistungsstand!


    Dies wird von dem Trainer, so wie du's beschreibst, missachtet bzw. nicht annähernd eingehalten. Mit fadenscheinigen Ausreden ("du warst nicht so in Form"/ "von dir wissen wir, dass du gut bist"/ "zu spät beim Training" usw.) versucht der Trainer eigentlich nur eines zu überspielen: Sein Ergebnisdenken. Um deinen Sohn "bei Laune" zu halten, das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen (was er hin und wieder wohl hat) bzw. wenn's gar nicht anders geht (weil der "1. Mann" verhindert ist) wird dein Sohn dann doch mal eingewechselt.


    Ich hole jetzt nicht weiter aus, wohl wissend, dass sich einige andere in diesem Forum deines Problems annehmen werden, aber eines steht fest:Das, was der Trainer deines Sohnes hier fabriziert ist ein klarer Fall von "Das geht gar nicht!"


    In jedem Fall solltest du mit dem Trainer darüber sprechen! Auch eine von dir geforderte klare Aussage "Du bist nur 2. Tormann und kommst nur zum Einsatz, wenn der 1. ausfällt" ist in diesem Altersbereich absolut unakzeptabel. Letztlich geht es im KiFu um Spaß und die Begeisterung am Fußball - beides nimmt der Trainer deinem Sohn.


    Au weia, so ähnlich, wie der Trainer - nicht ganz so krass -, habe ich vor nicht all zu langer Zeit auch argumentiert...ich könnte in meinem Stuhl versinken...

    Mache ich bei uns gar nicht! Eben weils, wie du schon in der Überschrift erwähnst, langweilig ist. Zudem kommen sich die Jungs "veralbert" vor.


    Aus "sportlicher/bewegungskoordinativer" Sicht ist das sicher nicht falsch. Aber: der Spaß leidet m.E. deutlich.

    Vor einigen Jahren wurde bei uns ein Spiel durch einen heimischen Schiedsrichter, der aber die Ausbildung hat, abgebrochen. Ich denke, das war damals eine D.


    Grund war, dass einer der gegnerischen Trainer ihn in Folge einer strittigen Entscheidung massivst beleidigte. Als dieser den Platz nicht verlassen wollte, nach deutlichster Androhung der Konsequenzen, brach er das Spiel ab. Beim Sportgericht bekam unser Team dann die Punkte zugesprochen.


    Wie das aber bei Zuschauern ist, weiß ich nicht - würde mich aber echt mal interessieren, da ich selber oft im Nachwuchsbereich pfeiffe. Ich denke, solange die Zuschauer nicht aktiv ins Spielgeschehen eingreifen, dürfte nicht wirklich ein Grund vorliegen, das Spiel abzubrechen. Dass man natürlich den entsprechenden Trainer anmahnen sollte, ist klar. Aber Spiel abbrechen...dann müsste wohl jedes zweite Bundesligaspiel abgebrochen werden, wenn man bedenkt, dass dort ganze Fankurven auf den Schiri's verbal "eindreschen".

    BBCoach-Chris...ich fasse deine Frage allgemein formuliert auf, d.h. nicht speziell an mich gerichtet.


    Sicherlich hast du irgendwo recht, wenn du sagst, dass "beim Fußball das Niveau doch ein anderes ist als bei anderen Sportarten" vorherrscht. Wenn du von "Niveau" sprichst, gehe ich davon aus, dass du im Großen und Ganzen die überzogene Aggressivität im Allgemeinen meinst. Das geht doch im Erwachsenenbereich schon los! Schau mal spasseshalber bei youtube rein - Stichwort Fußball. Da sind zig Videos, bei denen geprügelt bzw. gesundheitsgefährdend gefoult wird. Lies die Meldungen, die ständig reinflattern: Spielabbruch hier, Massenschlägerei da - beim Fußball.


    Ich bin mir übrigens ziemlich sicher, dass diese Grundsatzdiskussion in diesem Forum vor nicht all zu langer Zeit bereits geführt wurde. Innerhalb dieses Threads war auch ein recht interessanter Link eingestellt, der verschiedene Sportarten hinsichtlich dieses Themas miteinander verglich. Im Ergebnis dessen war es wohl so, dass Kinder (Erwachsene), die Fußball spielen, eher gewisse Hemmschwellen übertreten, als es in anderen Sportarten üblich ist...dicht gefolgt von Handball, soweit ich das in Erinnerung habe. (wenn ich den Link finden sollte, stell ich ihn noch rein)


    Im Kinderfußball habe ich das bis einschließlich E-Jugend auch noch nicht erlebt. Ab der D - und dem entsprechenden Alter - geht's dann offensichtlich los. Davon durfte ich mich bereits vor zwei Jahren überzeugen, als unsere damalige D gegen einen Gastverein spielte. Deren Spieler haben damals massivst - ich war Gott sei Dank nur Zuschauer! - Eltern, Betreuer und Schiri (aber so, dass dieser es nicht hörte) unseres Teams beleidigt. Das war unglaublich! Ich habe mich damals nicht reingehängt, zum Glück!


    Seit dem habe ich derartige Vorfälle nicht mehr registriert, wie gesagt, jetzt wieder, innerhalb weniger Wochen. Wie gesagt: Ganz unschuldig war ich dabei wohl nicht, hätte die einfach reden lassen sollen - fertig. Nur: Der fehlende Respekt gegenüber Erwachsenen ist bei Kindern ab einem gewissen Alter offensichtlich. Und das ist m.E. ein gesellschaftliches Problem, was ich an dieser Stelle jedoch nicht vertiefen möchte.


    Bleibt für mich die Erkenntnis:


    1. demnächst versuchen, auf das Gelaber nicht einzugehen bzw. den gegnerischen Trainer darauf aufmerksam zu machen
    2. meine Jungs - und darauf habe ich immer schon Wert gelegt! - so zu "erziehen", dass ich von denen derartige Dinge nicht dulden werde...das wissen die aber.


    Ich denke, wenn jeder Trainer auf derartige Dinge ein wenig achtet, sind wir ein Stück weiter. Dazu gehört natürlich auch, den Jungs entsprechende Einstellungen vorzuleben. Aus diesem Grund werde ich mir demnächst zweimal überlegen, was ich wo und wie sage.

    Tom, genau das sagte ich der Mutter des Gegners auch! Ich hatte das in folgendem Zitat verpackt:

    Zitat

    "Das kann ja wohl nicht sein,...in dem Alter,...usw."


    Nur, dass ich in den Raum stellte, dass derartige Kinder mit 15 dann wohl Schläge verteilen werden. Sicher dramatisiert dargestellt, aber wenn der nötige Respekt schon mit 12 bei Null ist, sind derartige "Phantasien" gar nicht so abwägig...leider.

    Ich hatte diese Reaktionen eurerseits erwartet - konnte mir die Fragen eigentlich weitgehend selber beantworten.


    Markus: "peinlich" ist wohl der richtige Ausdruck, hatte mir meine Frau schon ähnlich vermittelt. Asche auf mein Haupt! Ich versuche mir das nächste mal - und das nächste mal kommt mit Sicherheit! - auf die Zähne zu beißen und meine bösen Gedanken, die ich 100%ig haben werde, zu sortieren und in die dunkle Seite meines Gehirns zu verbannen.


    Zumindest können sich svtrainer und andre ein wenig in meine Situation versetzen - Zustimmung hatte ich ja ohnehin nicht erwartet. svtrainer, das mit der Achtung von meinen eigenen Spielern hatte ich so noch gar nicht gesehen, aber du hast Recht! Zum Glück haben die so ziemlich nichts von dem Disput mitbekommen - von dem im Vorbereitungsspiel schon. Ich werde deinen Hinweis demnächst im Kopf behalten. Andre, ehrlich gesagt hatte ich von dir jetzt eine gehörige verbale Rüge erwartet - schön, dass du mir das an dieser Stelle erspart hast! Das mit den "Faktoren" ist sicherlich richtig und wenn ich mir deine Aufzählung anschaue, erkenne ich bei mir - wieder einmal, leider -, dass ich auf gewissen Gebieten noch an mir selber zu arbeiten habe.


    Klar habe ich dem Rotzlöffel eine "Breitseite" geben wollen, das Ganze geschah nach außen hin auch sehr ruhig (dass ich auf 220 war, habe ich den gar nicht merken lassen, insofern hatte ich mich schon gegenüber dem Disput mit dem Vater gebessert, da konnte die ganze Stadt zuhören). Meine Meinung bislang war: Wer's unbedingt braucht, kanns auch haben - und das dann aber richtig! Ich überdenke diese Haltung nunmehr und gelobe Besserung!

    Hallo Forum,


    ich trage das Thema nun schon seit einiger Zeit mit mir rum. Der Anlass dafür war ein Disput mit einem D-Jugendlichen (11/12 Jahre alt) nach Spielende eines Vorbereitungsspiels zu dieser Saison. Dieser übertrug sich im Anschluss auf eine lautstarke Diskussion mit dessen Vater, vor "versammelter Mannschaft" - nicht unsachlich, aber lautstark.


    Was war passiert? Wir hatten das Spiel mehr als deutlich gewonnen, was dem besagten Jungen offenbar stark an die Nieren ging. Zudem wurde dieser quasi mit Abpfiff hart, aber regelkonform vom Ball getrennt, weshalb der Schiri weiterspielen ließ und kurz danach abpfiff. Der Junge hatte dann weiter nichts zu tun, als lautstark und mit entsprechenden Kraftausdrücken über mein Team (oder wohl den ihn "foulenden" Spieler) herzuziehen. Das wurde mir nach kurem Zögern zu bunt und ich ermahnte ihn, sich doch zu überlegen, was er hier sage. Darauf hin war ich sein Opfer verbaler Entgleisungen.


    Dies "meldete" ich dessen Trainer, ein Sportlehrer, den ich pädagogisch unheimlich schätze, mit ungefähr den abschließenden und unüberhörbaren Worten: "Wenn das meiner wäre, würde ich ihn in den A.... treten." Darufhin der lautstarke Disput mit dessen (überaus arroganten) Vater. Den Vorgang habe ich im Nachhinein mit dem Trainer per Mail ausgewertet und mir auch eine gewisse Mitschuld eingeräumt.


    Zeitsprung!


    Letzten Samstag: Mit dem Schlusspfiff unseres Punktspiels will ein gegnerischer Spieler, der schon während des Spiels unheimlich aggressiv rüberkam, einem meiner Spieler - nach verbaler Provokation - eine Scheuern, der jedoch ausweichen konnte. Habe ich nicht gesehen, aber ein Elternteil, das daneben stand. Mutti sinngemäß: "Wie wurdest du denn erzogen, reiß dich mal zusammen!" Der 12jährige: "Halt die Fresse!" zur Mutti. Ich (wieder): "Hey, überleg dir mal, was du hier sagst!" Er - Stinkefinger zu mir. Ich (auf 180) sinngemäß: "Wenn du kein Fußball spielen kannst, dann bleib doch das nächste mal zu Hause!"


    Beim in-die-Kabine-gehen fängt der wieder an: "Die Großfressen." Ich: "Warum denn Großfressen?! Nur weil wir besser Fußball spielen, als ihr?!" Er, keine zwei Meter neben mir, macht zu mir den "Schnapper" (aufeinanderschlagen von Daumen und der anderen vier Fingen). Ich (auf 200, aber nach außen ruhig - in dem Moment dachte ich an dieses Forum und die wohl diesbezügliche Meinung!) zu einem Elternteil des Gegners: "Das kann ja wohl nicht sein,...in dem Alter,...usw." Das Elterteil: "Naja, der ärgert sich halt." Darauf der Junge wieder was Unartikuliertes eingeworfen, so nach dem Motto, erzähl hier nicht so einen Scheiß. Ich (auf 220): "Dann wärst du eben zum Hochsprung gegangen, Fußball spielen kannst du jedenfalls nicht besonders!" - der Junge ist gemäß diverser Zeitungsberichte ein sehr guter Leichtathlet. Daraufhin war auch dieser offensichtlich auf 220, warf seine Wasserflasche auf den Boden und ging quarrend und rummotzend davon.


    Ich weiß, dass meine Äußerungen bezüglich des Leistungsvermögens des Jungens nicht richtig waren. Darüber müssen wir nicht diskutieren. Ich durfte mir schon von meiner Frau anhören, dass ich mich auf dessen Niveau herabgelassen habe, Vorbildfunktion hätte usw. Stimmt ja auch! Das ist es auch, weshalb ich mich immer noch ärgere und an dieses Forum wende.


    Aber wie reagiert ihr bei derartigen Zwischenfällen? Habt ihr deratige Erfahrungen auch schon gemacht? Ich bislang nicht! Lasst ihr euch oder euer Team (incl. Eltern) ohne was zu sagen von 11,12jährigen beleidigen? Hätte ich vielleicht in beiden Fällen gar nichts sagen sollen? Wie geht ihr mit "Rotzlöffeln" um?