Beiträge von Peter_Pan

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    Hi,


    Also bevor ich zur Sache komme erstmal etwas über mich und das zu trainiernde Umfeld: Ich bin zur Zeit Co-Trainer einer "alten" E-Jugend, bin seit November 08 dabei, habe allerdings noch kein Training solo geleitet. Der Haupttrainer ist ein sehr gut ausgebildeter Mann, der das Training aus dem Kopf (und wie ich finde auch gut) gestaltet. Er ist ein (wenn ich die Meinungen hier so lese) wohl eher altmodischer Typ (vom Trainingsstil her) während ich mir selbst vorgenommen habe, nach meinem Wissensstand (den ich in den paar Monaten schon deutlich verbessert habe und auch weiterhin zu verbessern gedenke), modernes Training zu liefern (spiegelt irgendwie das alter auch wieder :D ). Er ist laut, ich bin ein eher leiser Typ. Also alles in allem sind wir ein Bischen gegensätzlich, was ich persönlich recht gut finde.


    So, nun zum eigentlichen Thema: Der Hauptcoach fährt in Urlaub, und ich soll bzw. darf das Training übernehmen (natürlich hängt davon in irgendeiner Form auch die weiter Zusammenarbeit ab, sollte alles gut klappen und die Kinder mögen mein Training werde ich eventuell öfter zum Zug kommen)


    Ich hab mal nen Trainingsplan zusammengestellt und würde gerne eure Meinung dazu hören. Offene Fragen hab ich auch einige, n paar hilfreiche Antworten wären auch super.
    (irgendwie hab ich seit ich hier lese keine solchen Threads gefunden, sollte sowas nicht erwünscht sein bitte ich das Thema einfach zu löschen =))


    *hier ein kleiner Nachtrag: unsere Mannschaft ist sehr klein, umfasst nur 8 Kinder.


    Also anfangen würde ich gerne mit etwas Kopfballtheorie (die Übungen von Soccerdrills mit Parner, zumindest die einfachen). Die Übung ist eigentlich nur eine Vorbereitung auf ein kleines Aufwärmspielchen und sollte mit Einteilen ca. 10 Minuten dauern (vorrangig um die Kids nicht zu langweilen, es soll nur kurz mal der Kopfball probiert werden [sie können es ja größtenteils schon] um in dann im Aufwärmspielchen umzusetzen).


    Das eigentliche Aufwärmspielchen sollte dann Handball sein, wobei nur Kopfballtore zählen. Das ganze auf einem relativ kleinen Feld. Je nach Trainingsbeteiligung (also 7 leute sind es immer, und der Torwart ist eigentlich auch immer da, sehr oft sind alle 8 anwesend) Spielt unser Torwart in einer Mannschaft mit, also 4 gegen 4, sollten nur 7 anwesend sein wird 3 gegen 3 gespielt (für den Torwart hab ich mir schon was einfallen lassen, also wenn er in Übungen nicht auftaucht ist das kein Fehlen, mehr dazu aber später).
    Puh, jetzt die Frage, wie lange sollte das gehen? ist 3x4 Minuten mit jeweile 1 Minute Pause zu viel? wären dann insgesamt 15 Minuten


    Durch das "auspowern" in dieser Übung erhoffe ich mir übrigens meine eher ruhige Art durchsetzen zu können (einfach durch den Spass an der letzten Übung hunger auf mehr, und damit die Aufmerksamkeit gewinnen. Zudem sollte die Übung den Bewegungsdrang hoffentlich n bischen gestillt haben [natürlich ohne dabei zu Überfordern]. Der Haupttrainer erreicht die Aufmerksamkeit meist durch einen lauten Schrei wenn jemand aus der Reihe tanzt, und genau das möchte ich damit umgehen).



    Im Anschluss würde ich die Truppe gern Trennen, 3 Leute spielen ein 1:1:1 (Die Zweikampfübung auf Soccerdrills). Da die Zeit auch davon abhängt wie lange der andere Teil der Gruppe braucht würde ich 2 Minuten spielzeit, eine Minute mit bewegungsarmen Technikübungen vorschlagen (Ball hochhalten, hohe Bälle sauber stoppen etc.), lasse mich da aber auch gern beraten ;).
    Der Rest (entweder 3 oder 4 Spieler + Torwart) geht ans Tor. Dort stehen 6 Slalomstangen, durch die sie hindurch müssen. Auf jeweils einer Seite bekommen sie Bälle gespielt und sollen sie direkt zurückspielen (also insgesamt 3 Pässe). Nachdem sie den Slalomteil absolviert haben bekommen sie den Ball flach ca. 10 Meter vors Tor gelegt und sollen ihn gezielt flach in die Ecken verwandeln (bzw. der Torwart soll ihn halten). Dabei könnte ich mir vorstellen eine kleine Strafe, z.B. 5 Liegestütz für jeden der über das Tor schießt. Das ganze jeweils 4 mal pro Person (2 mal links, 2 mal rechts). Danach wird getauscht.
    Ein Problem bei dieser Übung ist natürlich der Fall das alle 8 im Training sind. Dann müsste man das ganze 3x machen damit jeder mal an jeder Station war (die Meisten wären aber 2x an der selben Station, könnte eventuell gemecker geben oder der Teil der Truppe der 2x. das 1:1:1 macht ist eventuell danach total am Ende). Wirft natürlich die Frage auf warum überhaupt trennen? Naja, ich denke somit könnte man die Wartezeit an den Slalomstangen quasi auf 0 bringen.
    Naja, hierbei wäre ich über Hilfe erfreut. Eventuell fällt jemandem ja ne schöne übung für 4 Personen ein, die etwas kraftintensiver ist.


    Alles in allem würde ich diese Übung auf mindestens 20 Minuten schätzen (sind ja im Endeffekt 2 Übungen, von daher ist das denke ich abwechlunsreich genug). Damit wären wir bei ca. 45 Minuten (eher etwas mehr).


    Für die nächste eher taktische Übung (zum erholen) würde ich die Gruppen wieder trennen (ich steh auf winzige Gruppen =) macht die Sache irgendwie einfacher hoffe ich).


    Jeweils 2 Leute üben das Hinterlaufen am Tor, mit Torabschluss und Torwart. Dabei würde ich selbst den Gegenspieler machen, auch wenn ich es gelesen habe das man das nicht unbedingt machen sollte. Allerdings sollen sie den Zweikampf ja grade vermeiden. Je nach meiner Körperhaltung müsste der Ballführende entweder vor mir Spielen (wenn ich den Weg zum Tor decke) oder nach mir (wenn ich den Weg zum Mitspieler decke).
    Hier hätte ich eine Frage: würdet ihr diese 2er Teams so einteilen, wie sie im Spiel am meisten Vorkommen? Oder soweit möglich nach Stärke/Entwicklungsstand/Technik, was auch immer? Oder komplett zufällig?


    Sollte die übrige Gruppe 4 Spieler haben würde ich die Vierergruppenübung von Soccerdrills (abt. Passen) machen. Sollten es 5 sein habe ich ehrlich gesagt noch keine geeignete übung gefunden und würde wohl diese Übung einfach ein Bischen umbauen.


    Das ganze geht natürlich bis jeder mal das Hinterlaufen geübt und hoffentlich teilweise verstanden hat. Also würde ich das ganze nochmals auf 15 Minuten schätzen.


    Als letzte Übung, einfach um das gelernte zu verfestigen und umzusetzen würde ich ein 3 gegen 3 spielen lassen (bei dieser Übung wär der Torwart nicht involviert), das ganze auf einem relativ kleinen Raum mit relativ großen Toren. Der kleine Raum um das schnelle kurzpassspiel zu förden (und natürlich zu fordern), die großen Tore um zu verhindern, dass sich einer der Jungs "ins Tor stellt". Damit die Spieler nicht einfach aus großer Entfernung auf das große Tor schießen würde ich die Tore im Spielfeld platzieren (ähnlich wie beim Eishockey) und nur Punkte vergeben, wenn der Ball durch ein Tor gepasst und hinter dem Tor sauber angenommen wurde.
    Das ganze Spielchen würde ich Zeitlich nicht unbedingt begrenzen, sondern einfach nach dem Spaßfaktore gehen. Alle 2 Minuten eine Unterbrechung zum Luftschnappen fänd ich hier auch Sinnvoll.
    Sollten 7 Feldspieler zum Training erscheinen wird einfach ausgewechselt und die Unterbrechungen werden verkürzt oder ganz ausfallen gelassen.


    Als letztes bleibt noch um die 90 Minuten Trainingszeit voll zu machen ein Abschlussspiel, dafür fände ich ein Spiel auf ein Tor super (mal was anderes als das "normale" Abschlussspiel), eventuell wie bei Streetball, das sie bevor sie Angreifen dürfen hinter eine Linie oder ein Hütchen müssen. Oder, wenns Spaß macht, einfach so, ohne besondere Regeln.
    Toll finde ich dabei, das viele Bälle auf unseren Torwart zukommen, und sonst solls ja nur Spaß machen.



    So, bleiben sicherlich noch einige offene Fragen:
    wie soll ich 2 Gruppen beaufsichtigen? Ich bin aktiver Seniorenspieler, ein großer Teil meines Freundeskreises besteht aus Fussballern, und bei denen würde ich um Hilfe bitten. Die Arbeit mit Eltern ist so ein Thema für sich meiner Meinung nach, und ich denke damit würde ich besser fahren.
    was macht der Torwart während den Übungen ohne Torwart? Da unser Torwart erst seit mitte September im Verein Fussball spielt hat er doch einigen Rückstand. Daher würde ich einen unserer aktiven Torhüter bitten ein kleines Torwarttraining zu machen. Im übrigen würde der Torwart auch schon ausreichen um die jeweils 2. Gruppe zu beaufsichtigen, da bei getrennten Gruppen ja jeweils eine mit Torhüter übt.




    So, so, so, erstma schonmal danke wenn ihr euch bis hierhin durchgequält habt ;)


    Trotzdem nochmal ein paar abschließende Sätze:
    Also was ich mit dem Training bezwecken möchte ist vor allem ein Training das Spaß macht, denn wenn es Spaß macht ist es ja eine gute Referenz und auch ein Argument für den Hauptcoach öfter mal in Urlaub zu fahren :D
    Ich denke durch die verschiedenen Übungen, den wechsel zwischen anstrengend und weniger anstrengend sollte es den Kids spaß machen und zusätzlich kann ich das (hoffentlich) das Training in seiner jetzigen Form vor dem eigentlichen Trainer rechtfertigen. Ausserdem ist es ein Training das die Kids in dieser Art glaube ich nicht kennen, und wenn es Funktioniert ein Anreiz beim nächsten von mir geleitetem Training aufzukreuzen.
    Jaa, was noch?


    was haltet ihr davon? Zu viel? Zeiteinteilung unrealistisch? Zu anstrengend?
    wenn es von der Zeiteinteilung nicht hinhauen sollte, würde ich am ehesten die Kopfballtheorie (da sie die hoffentlich beherrschen) auslassen.


    Ich bin mal gespannt auf eure Antworten und würde mich tierisch über verbesserungsvorschläge freuen.


    MfG Peter

    Hi ;)
    Ich bin neu hier im Forum, bzw. lese es schon lange aber hab bisher noch nichts geschrieben da ich meistens der selben Meinung wie die anderen Poster war.


    Aber hier kommt es mir grade so vor, als wäre der Wille zu gewinnen schlecht? So hört es sich zumindest für mich von einigen an.
    Ich finde der Wille zu gewinnen sollte den (in meinem Fall) Jungs sehr wohl vermittelt werden. Immerhin ist einer der großen Spassfaktoren beim Fussball der Vergleich.
    Ich denke aber, dass es mehr als falsch ist, egal in welcher hinsicht, seinen Spielern unfaire Methoden "nahe zu legen". Vielmehr müssen sie lernen mit Niederlagen umzugehen.


    Einige der Attribute die ihr hier als solche unfairen Methoden darstellt finde ich allerdings persönlich O.K.
    So zum beispiel der Kampf. Kampf ist finde ich ein sehr probates Mittel gegen spielerisch bessere Mannschaften anzukommen oder in ein Spiel das grade nicht so läuft zu finden. Natürlich auch hier wieder nicht der unfaire Kampf, übertrieben in Zweikämpfe gehen oder sowas (wobei das bei einer wirklich kämpfenden Mannschaft durchaus mal vorkommen kann. Und jeder der selbst Fussball spielt wird das glaube ich auch verstehen, da geht man schon mal eher unbeabsichtigt zu arg in den Zweikampf)
    Auch List und Tücke find ich vollkommen in Ordnung. Auch hier gilt natürlich die Art und Weise. Schwalben sind natürlich nicht ok. Andererseits besteht jedes Dribbling aus List und Tücke. Und das Elfmeterschinden finde ich auch nicht grundverkehrt. Wenn man im Sechzehner gefoult wird (ok, das ist zugegebenermaßen echt Situationsabhängig) warum sollte man sich nicht auch mal fallen lassen? Diese Situation kennt auch jeder aktive Fussballer, man wird gefoult, könnte zwar irgendwie noch komisch an den Ball kommen und weiterlaufen, aber dann stünde eventuell schon der nächste Gegner in der Nähe. Klar, das beibringen von solchem "bei Berührung fallen lassen" ist Mist, aber verteufeln würde ich es auch nicht.


    Ich sage den Jungs immer, das nicht das Gewinnen oder Verlieren das wichtige ist, sondern die Art wie man gewinnt oder verliert. Gut gespielt und trotzdem verloren? Das kommt bei den besten Mannschaften vor. Schlecht gespielt und gewonnen? Das wird genau so angesprochen.



    Zitat

    erst letztens hatte ich ein erlebnis diesbezüglich: ich war beim weihnachtsturnier unserer b-jugend und beim letzten spiel ist einer unserer spieler mit einem gegnerischen aneinandergeraten. der gegnerische hat unseren angespuckt und ein anderer trat ihm gegen das bein, und dass nur, weil unserer ihm nach dem spiel irgendwas zugemurmelt hat. der b-jugend trainer und ich standen danach draußen vor der halle und haben darüber disskutiert. da mischte sich irgendwer ein und sagte:"also ich würde mir dass auch nicht gefallen lassen, wenn einer so etwas zu mir sagt!" aber ist das anwenden von gewalt die richtige lösung?? ich denke nicht!


    Mhh schwere Situation, allerdings finde ich nicht die Reaktion das schlimmste ist, sonder die Aktion von dem Gegenspieler. Spucken ist nunmal das Schlimmste was man machen kann, und grade wenn der Schiri das z.B. nicht sieht entstehen gefährliche Situationen. Ganz ehrlich und offen gesagt in meiner Jungendzeit (ist jetzt noch nicht soo lange her) hätte ich meinen Gegner wohl verprügelt, rote Karte hin oder her. Und selbst mitlerweile würde ich das im nächste Zweikampf noch klären. Allerdings würde ich sowas meinen Jungs natürlich niemals sagen ;)


    Hoffe damit mache ich mich nicht gleich unbeliebt ;)


    Gruß Peter