Da ich ein paar Jahrzehnte Senioren-, Jugend- und Kinderarbeit in verschiedenen Sportarten betrieben habe und mir das mit blutendem Herzen momentan beruflich nicht möglich ist, dafür kann ich nichts.
Ich hatte es irgendwo schon geschrieben: in den Achtzigern habe ich an vielen Jugendlichen Körperverletzung begangen, denn Stretching war in und völlig falsch. Ich habe es nicht besser gewusst und denke oft
daran, was für Folgeschäden hätten entstehen können. Es ist nichts passiert, ich habe einige vor zwei Jahren getroffen, alle sind gesund, nur älter, aber daran habe ich keine Schuld. 
Wir haben uns auf diesem Treffen natürlich über die alten Zeiten unterhalten und viel gelacht. Ich habe meine Fehler zugegeben (auch Stretching) und keiner war mir wirklich böse. Die jetzt großen Kids können sich auch noch an das eine oder andere Spiel erinnern, aber was haften bleibt, ist der Umgang miteinander und das wir eine schöne Zeit hatten. Niemand glaubt doch wirklich, ein Ergebnis vom letzten Wochenende ist nächstes Jahr noch wichtig.
Nehmt die Ergebnisse doch nicht so wichtig, sie spielen im Leben überhaupt keine Rolle mehr. Aber ein Kind, das nicht berücksichtigt wird, kann die Freude am Sport genommen werden, schlimmstenfalls bekommt das Selbstvertrauen des Kindes einen Knacks. Auch wenn das vielen nicht gefallen wird, auch das kann Körperverletzung sein, man sieht es nur nicht.
Auch ich habe viele Jahre nach dem Erfolgsprinzip gehandelt. Da steht es zwei Minuten vor Schluss 1:0 und ein Kind hat noch nicht gespielt. Was soll ich dem Kind sagen? Wir wollen das Spiel gewinnen und wenn du rein kommst, könnte das schief gehen? Ich könnte es auch belügen und ich denke mir etwas Anderes aus, aber Kinder sind nicht doof und das Kind könnte denken: ich bin nicht nur schlecht, der lügt auch noch. Also versuche ich den Blickkontakt in die Kinderaugen zu vermeiden oder......ich lass mir etwas ganz Anderes einfallen. Nein! Diesen Stress und das unendlich schlechte Gewissen wollte ich nicht mehr erleben. Wir Erwachsene sind schlimm, wirklich schlimm, nur um unser eigenes Ego zu befriedigen.
Den Kindern ist es wichtig, im Weitspucken zu gewinnen, oder wer am schnellsten rückwärts sprechen kann, oder wer am längsten auf einem Bein steht und wollen diese Wettkämpfe gewinnen. Fußballspiele wollen sie womöglich auch gewinnen, aber in Kinderaugen ist das nicht wichtiger. Im Training sind Wettkämpfe angesagt und man hat das Gefühl, es geht um die Weltmeisterschaft. Da wird gejubelt, angefeuert und es macht richtig Spaß zuzuschauen.
Wettkämpfe im Training sind auch Teamsport, aber kein Trainer würde auf die Idee kommen, Kinder auszugrenzen. Warum? Weil es uns Erwachsenen egal ist, wer gewinnt. Beim Weitspucken und auf einem Bein stehen ist es uns auch egal.
Kinder sind eben doof, sie wissen nicht, was wirklich wichtig ist im Leben, nämlich ein Fußballspiel zu gewinnen!
Germancoach
Geht doch, Initiative übernehmen und beruhigen, auch wenn ich erst mal schauen musste, wer Sarah Knappik ist. Kein Moderator kann unsere Probleme lösen.