Zamorra, toller Beitrag und tolle Antworten, finde ich ![]()
ihr merkt, wir verlassen auch hier das Thema, weil im Kinderfußball das Problem nicht der "Fußball" ist.
Das ist mal der Frust von jemanden der versucht es so zu machen, wie es sein soll. Leider hören diese Kinderfußballtrainer oft aus Verzweiflung auf, eben der Kampf gegen die Windmühlen.
Es geht nur über Aufklärung, Aufklärung und über Regeln, die ein Zamorra einfordern kann. Es beschäftigen sich übrigens nicht nur Theoretiker mit diesem Thema, es sind in erster Linie Praktiker mit Unterstützung der Wissenschaft. Wer glaubt "praxisfremd" als Argument bringen zu können, irrt.
Das was du beschreibst ist wohl mit das größte Problem und es geht noch schlimmer, deshalb ist es auch nicht unbekannt. Kinderfußballtrainer werden an der Umsetzung gehindert, vom Verein, von Eltern, von den "Fußballfachleuten", vom Kreis, vom Verband und und und. Diese Leute verdienen jegliche Unterstützung und es wäre schon ein Anfang, wenn sie nicht mehr belächelt werden. Daran wird gearbeitet, es gibt aber viele Hürden, die erst noch überwunden werden müssen. Oft wird hier geschrieben, man behauptet, alle wären schlechte Fußballtrainer. Dabei wird übersehen, dass die, die versuchen eine Art FairPlayLiga zu spielen, die Minderheit sind und viel mehr Rückschläge und Beleidigungen einstecken müssen. Vielleicht nicht hier im Forum, aber bei ihrer täglichen Arbeit. ![]()
Es ist ja noch gar nicht bewiesen, dass über die Einführung eine festen Regelung im Kinderfußball, die Eltern mit ihren Kindern scharenweise den Verein verlassen oder das viele Trainer das nicht mitmachen.
Es gibt viele Eltern, die sich sogar einbringen würden und dies bisher nicht machen, weil sie auf diesen Erfolgsstress keine Lust haben. Einige Kindertrainer werden sich finden lassen, die sich bisher sperren weil sie befürchten, an fußballerischen Erfolgen gemessen zu werden. Dies kenne ich auch aus einigen Mails in den letzten Jahren. Viele Papatrainer haben ein Problem: wie vermittel ich das Fußballspielen, damit ich im Verein nicht als Versager gelte. Der richtige Umgang mit den Kindern rückt damit bei Neueinsteigern in den Hintergrund, ist zweitrangig. Und woher kommt das: weil wir es nicht anders kennen.
Zamorra, suche dir Leute, die deine Einstellung verstehen oder versuche welche zu finden, die du überzeugen kannst. Es ist durchaus denkbar, dass in vielen Jahren in der Breite so gehandelt wird, wie du es machst und darüber hinaus. Noch fehlt das Verständnis, du hast es beschrieben.
Im FVM ist der Kinderfußball jetzt klar definiert und geht über deine Probleme hinaus. Damit sind die Probleme nicht weg, aber es gibt klare Regeln an die man sich halten muss. Hinzu kommen Schulungen, Aufklärungsarbeit und eine ständige Aufarbeitung der Probleme. Ob das Projekt über die Region hinaus eine Chance hat, wird sich erst noch zeigen, aber manchmal ergibt sich eine Dynamik. Es hat schon einen Grund, wenn man nach vier Jahren Aachener-Pilotprojekt, die FairPlayLiga in FVM einführt. Die Verantwortlichen im FVM hätten es sich auch einfacher machen können, indem sie alles so lassen, wie es ist. Trotz der ganzen Probleme haben sie sich für diesen Weg entschieden, meinen Respekt dafür.
