Kriminalität ist in erster Linie abhängig von der sozialen Schicht. Ich zitiere die Universität Koblenz:
Am dramatischsten wirkt sich jedoch der Schichteffekt auf die Kriminalität aus. Die Mehrheit der Tatverdächtigen (zw.52-56%) oder Verurteilten stammten aus der Schicht der Un- und Angelernten. Von den deutschen Erwerbstätigen gehörten 1989 nur 16% dieser Schicht an; aber 64% der ausländischen Erwerbstätigen. Durch diese schichtspezifischen Verzerrungen erhöht sich die Kriminalitätsbelastung der Ausländer um 129%.
Die Kerngruppe des wachsenden multi- ethnischen Segments- die Arbeitsmigranten- verhalten sich nachweislich in besonderm Maße gesetzestreu. Sie werden nicht häufiger straffällig als Deutsche und halten sich besser an die Gesetze als Deutsche mit ähnlichem Sozialprofil. Ein Teil ihrer Kinder ist jedoch heute stärker kriminell gefährdet als gleichaltrige Deutsche. Bei der Gefährdung der zweiten Generation ist daher insbesondere die Sozial- und Bildungspolitik gefragt um den Abbau von sozialen Abgrenzungen (Armut, Arbeitslosigkeit) der Migrantenfamilien bessere Chancen im Bildungssystem sowie in der Berufsausbildung zu gewährleisten.
Ich bin da vorsichtiger als du, clubfan. Es scheint, als ob nicht immer die Nationalität der Grund für Kriminalität ist, sondern das Sozialprofil. Kein Mensch wird automatisch wegen seiner Herkunft kriminell.
Nehmen wir das Unwort "Unterschicht". Auch hier wird nicht jeder automatisch kriminell, die Gefahr ist aber viel größer und dabei ist es völlig egal, ob ich Deutscher oder Türke bin. Erst wenn wir das begreifen und aufhören zu pauschalieren, kann wirklich was geändert werden. Niemand wird hoffentlich auf die Idee kommen, einen Marokkaner nicht beim Fußball aufzunehmen, weil er Marokkaner ist.
Nein, ich glaube nicht an die heile Welt, ich glaube aber auch nicht daran, dass jeder Verbrecher bereits als Krimineller geboren wird. Die Zeiten, wo eine Zugehörigkeit zu einer ethnische Gruppe automatisch abgeurteilt wird, sollte der Vergangenheit angehören. Wir müssen differenzieren und uns über die Ursachen Gedanken machen, nur dann kommen wir zu einem fairen Ergebnis.
Ich wiederhole mich, leider wird das immer damit verwechselt, Ausreden und Entschuldigungen für Schläger zu suchen. Gewalt darf nie eine Lösung sein und Pauschalierungen erzeugen auch Frust, die die Gewalt fördern. Die Aufgabe des Fußballs ist es auch, solchen Vorurteilen entgegen zu treten und den Kinder und Jugendlichen in den Vereinen Werte zu vermitteln, damit wenigstens dort ein friedliches Zusammenleben möglich ist. Ob der Fußball das kann, davon bin ich nicht überzeugt. Es reicht eben nicht aus, wenn wir falsche Torschusstechniken korrigieren.