Hallo Holler,
Wir sind gar nicht soweit voneinander entfernt.
Ich erwähne immer wieder, dass ich die Entwicklung beim DFB und damit auch das Ausbildungskonzept für einen guten Weg halte.
Viele der jubelnden Worte über die Entwicklung sind Original-Ton DFB und das ist mir zu wenig vor dem Hintergrund der tatsächlichen Entwicklung im Fußball. Wir können nicht wegen einiger Titel, Ballpakete, Bolzplätze oder umherfahrender Autos alles kritiklos hinnehmen. Dies will auch der DFB nicht? (?) Nur über eine kritische Diskussion ist die Weiterentwicklung möglich.
Wir wissen, wie schnell die Stimmung kippt, wenn plötzlich Erfolge ausbleiben. Unsere Männer-Nationalmannschaft ist doch weltweit nicht so konkurrenzlos, wie Sammer es 2006 vorhergesagt hat. Im Frauenfußball holen einige Länder immer weiter auf, auch dies sollte unbestritten sein. Es ist doch gut so und wenn das klar ist, werde wir auch Rückschläge einstecken, ohne das ganze System zu verteufeln.
Unsere Schweizer User halten sich noch sehr zurück, wenn einige Maßnahmen als Sieg des Deutschen Ausbildungskonzeptes über den Rest der Welt gefeiert werden, die dort schon seit vielen Jahren praktiziert werden.
Stichwort: Stützpunkte
Dies ist ein sehr guter Ansatz und gefällt mir besser, als wenn man bereits Kinder (siehe Frankreich und England) in Internate steckt. Leider bin ich mir sicher, man wird in Deutschland -für ältere Kinder-, über die gegründeten "Eliteschulen" ein ähnliches Konzept verfolgen. Ob in den Stützpunkten und da beziehe ich die Auswahlmannschaften ein, immer die wirklichen Talente gefördert werden, wurde im Forum schon häufiger bezweifelt. Körperliche Entwicklung und damit das Jahrgangsproblem, der kurzfristige Erfolg und Beziehungen scheinen noch oft die Auswahlkriterien zu beeinflussen.
Stichwort: Eliteförderung
Damit sind ja nicht wirklich die Kinder und Jugendlichen gemeint, die in den Stützpunkten betreut werden. Es geht hier um die Nationalmannschaften in sämtlichen Altersklassen, also die wirkliche Elite. Wie gefährlich es ist, Kindern und Jugendlichen klar zu machen zur Elite zu gehören, ist jedem bekannt. Nicht jeder der Elitefußballer wir seinen Weg im Profifußball finden. Dies scheint den Verantwortlichen klar zu sein und die Spieler werden entsprechend betreut, so sieht es zumindest aus.
Ob Eliteförderung wirklich den Erfolg bringt, sehe ich nicht. Hat England in fast 20 Jahren Eliteförderung irgendwo einen Torwart gefunden, oder Weltklasseniveau erreicht? Wo steht Frankreich jetzt? Die erneuern sich gerade, weil die Erfolgstory der Eliteförderung einen leichten Knick hat.
Stichwort: Erfolge
Natürliche benötigen wir Erfolge, um Kinder in die Vereine zu bekommen. Dann haben wir größeren Zulauf, und? Allein reicht dies aber nicht aus, wenn es gar nicht möglich, ist die Kinder richtig tu betreuen. Es hilft uns nicht, wenn bis zu 60% der Kinder nicht das B-Jugend Alter erreichen, weil sie aufhören. An dieser Stelle höre ich immer die Argumente: die gesellschaftspolitische Entwicklung, das Freizeitangebot und der Computer sind schuld.
Es ist mir zu einfach, Dinge die nicht laufen immer nur auf die allgemeine Entwicklung zu schieben. Die Kinder an den Fußball zu binden ist für mich das wichtigste Ziel eines Ausbildungskonzeptes und das schaffe ich nur über die Förderung der Basis. Hier sollten sich wirkliche Fachleute kümmern.
Stichwort: Basis
Dazu möchte ich nicht viel schreiben. An welcher Stelle kommt der Kinder- und Jugendfußball oder die Senioren-Amateure? Wo wird Rücksicht auf die Masse der Fußballspieler genommen? Damit meine ich nicht nur die Anstoßzeiten. Über die Qualität und die Inhalte der Berichterstattung in der Zukunft sollte sich jeder informieren, bevor er den Fernseher einschaltet. Willkommen in der perfekten Fußballwelt, wir wollen Champagner und McDonalds, nicht Bier und Bratwurst.