Planung und Ablauf einer Saison...

  • Constantin , Kikon und let1612 : Ich danke euch für eure Rückmeldungen und Ideen. Beim zweiten Training diese Woche habe ich die von euch genannten Punkte ins Training integriert. Ich starte den Beitrag daher mal mit der zweiten Trainingseinheit. Die erste Einheit wurde ja bereits in Beitrag 18 beschrieben. Anschließend berichte ich von unseren Testspielen.


    Wir starteten die Trainingseinheit mit normalen Rondos, es gab nur die gewohnte Zusatzregel, dass 10 Liegestütze zu machen sind, wenn den Außenspielern 15 Pässe gelingen. Hier coachte ich gar nicht, der Ball lief gut, es wurde aber auch viel geflaxt. Ich schaute mir das in Ruhe an und erfreute mich am Spaß den die Jungs hatten. Spontan lies ich es etwas länger laufen, manchmal muss das einfach sein finde ich.


    Anschließend gingen wir ins 11+ Laufprogramm und absolvierten im Anschluss ca. 10 Minuten ein paar Übungen zur Kräftigung des Oberkörpers. Da wir heute mit der B2 zusammen trainieren, hatten wir 23 Spieler. Wir gingen deshalb sofort in die erste Spielform, im Anschluss sollte ein längeres 11 gegen 11 Spiel stattfinden mit dem Schwerpunkt „Umschalten nach Ballgewinn“.


    Die Spielform aus der vorherigen Trainingseinheit wurde erweitert. Hier bin ich den Vorschlägen von Constantin und Kikon gefolgt. Um es zu veranschaulichen hier eine Grafik zur Ausgangsposition:




    Im eingegrenzten Spielfeld, welches sich an der Mittellinie in der roten Spielfeldhälfte befand spielte Team Blau in ein Mann Überzahl auf Ball halten. Vorne wurden 4 Spieler (LM, RM, OM, ST) positioniert, welche nach einem Ballgewinn als Anspielstationen vorne bereit standen. Wir spielten innerhalb des 4 Eckes 6 vs. 5 (Überzahl Blau) und außerhalt 4 vs. 3 (Überzahl Rot). Also waren 19 Spieler (inkl. Keeper) dabei. 4 Spieler blieben über, sodass ich Positionen doppelt besetzte.

    Zu Beginn habe ich die 4 roten Angreifer doppelt besetzt, da ich hier die meiste Laufarbeit erwartete. Aber es stellte sich raus, dass die Spieler aus dem Feld den langen Weg nach vorne auch mitgehen (wenn es gut gespielt wurde, aber vergeblich) und deutlich mehr sprinteten. So bekamen blau und rot jeweils 2 Wechselspieler und sollten selbständig jeden Angriff wechseln. Insgesamt war die Übung schon sehr intensiv. Im Feld wird immer der Ball gejagt, nach Ballverlust direkt Gegenpressing und wenn dieses Überspielt wird ist der Weg zum Tor lang und hier wird ja nicht gemütlich spaziert :-)

    Für mich stellte sich als wesentlichste Coachingpunkte – bzw. dies waren die häufigsten Fehler – heraus, dass schnell tief gespielt werden muss, um das Gegenpressing zu überspielen oder diesem sogar zuvor zu kommen. Hier wurde immer wieder der Ball nochmal umgelegt, sich nochmal gedreht oder sonst wie ein unnötiger Kontakt gemacht. Kostet nicht viel Zeit, kann aber die entscheidende Zeit sein, die den Konter kaputt macht bzw. ihm die größte Gefahr nimmt.

    Der zweite Punkt, der nicht so gut umgesetzt wurde war, die Ballannahme. Oft wurde ein Spieler angespielt und kam dem Ball entgegen. Aus dem Feld lief ihm dann natürlich auch ein Gegenspieler entgegen. Statt sich nun aufzudrehen, Richtung Tor zu dribbeln und damit auch weg von dem heraneilenden Gegenspieler, gingen die Angreifer auf diesen zu, um ihn mit einer Körpertäuschung aussteigen zu lassen und den Ball vollends zu kontrollieren und zu sichern. Sieht auch nett aus, nur der Konterangriff ist damit natürlich beendet. Daher musste ich öfter Unterbrechen, zeigen, dass es klare Momente zum Aufdrehen sind (offene Stellung wurde sogar überraschend gut angewandt, aber dann war die Entscheidung falsch) und man den Laufweg des hinterherrennenden Abwehrspielers kreuzen sollte, wenn dieser im höheren Tempo ist und droht einen einzuholen.

    Diese beiden Punkte brauchten doch deutlich mehr Zeit zur Vertiefung, wie ich es gedacht hätte. Daher hatten wir nicht so viele gute Kontersituationen, wo wir dann in die richtigen Tempoangriffe kamen. Demnach gab es hier nicht so viele Szenen wie erhofft in denen ich Eingreifen konnte, um Verbesserungsanregungen zu geben oder auch einfach gute Angriffe lobend hervor zu heben.


    Im Abschlussspiel haben wir dann die Spielform so durchgeführt, wie Kikon es vorschlug. Normales Spiel 11 gegen 11 (ein angeschlagener Spieler wollte lieber joggen) mit je einem Passtor auf Höhe der Mittellinie. Gespielt wurde auf das gesamte Spielfeld und nicht wie in der Zeichnung auf eingeengtem Feld. Das hängt damit zusammen, dass meine Planung vorsah, dass wir alleine mit ca. 14 Jungs trainieren.


    Es wurde ganz normal gespielt und auf mein Kommando dann entsprechend die Spielrichtung geändert. Zu Beginn wurde entweder auf die kleinen oder auf die großen Tore gespielt, wobei jeweils klar zugeteilt war, wer auf welches Tor spielt.

    Als erste Variante habe ich dann die Spielrichtung bei den kleinen Toren geöffnet. Es durfte auf das Kommando „Wechsel“ auf jeweils beide Minitore gespielt werden.

    Zudem galt die Sonderregel, dass jeder Treffer 10 Sekunden nach Balleroberung doppelt zählte. Wir spielten dies zu Beginn mit 7 Sekunden. Ich hatte aber das Gefühl, die Jungs schätzen 7 Sekunden als deutlich kürzeren Zeitraum ein, als er ist, es wurde viel viel zu hektisch agiert. Daher habe ich die Zeit erhöht. Wobei mir ja auch egal war, ob es 5, 7 oder 10 Sekunden dauerte, mir ging es darum, dass der Impuls „schnelles nach vorne spielen/laufen nach Ballgewinn“ sich einprägte. Ich erhöhte die Zeit also um etwas Stress rauszunehmen und auch um Erfolgserlebnisse zu erleichtern; sprich mehr doppelt gepunktete Tore zu erhalten.

    Das Spiel kam gut an, die Intensität war da. Wie gesagt, wir spielten wie immer bis 3 Tore, dann 10 Liegestützen o.ä. für den Verlierer und Neustart bei 0:0. Die Wettkampfmotivation war sehr hoch, sodass das lange Abschlussspiel zu meiner Zufriedenheit endete.

    Sooo, wie dem auch sei, wenn die beiden Einheiten gereicht haben, um das Umschalten auf Offensive im Moment des Ballgewinnes (schnelles Tief spielen und Angebote in der Tiefe machen, sowie mit Tempo nachstarten, um bei Bedarf das Gegenpressing zu ermöglichen), dann ist das schon mal positiv. Wenn wir wieder in die Phase eigener Ballbesitz, Gegner unsortiert sind, werden wir – denke ich – am Ausspielen von Konterangriffen arbeiten. Dort könnten wir, auch wenn wir im Tempo bleiben, die Angriffe mit mehr Ruhe am Ball ausspielen. Es wirkt zu nervös, so als ob die Jungs aktuell das Gefühl haben, sie müssten den Ball schnell loswerden, egal wie, da es sonst kein gut gespielter schneller Konterangriff sei. Da werde ich daran arbeiten müssen, was genau ich rüberbringe, vielleicht lag es auch da dran.

    Insgesamt bin ich also mit dem Trainingseindruck zum Schwerpunkt zufrieden, in den beiden Testspielen der Woche konnten wir hier leider nur bedingt ansetzen.

    Testspiel 1 gegen eine Mannschaft, die in der höchsten Liga auf Kreisniveau spielt, machten wir von Beginn an das Spiel. Der Gegner versuchte selber schnell nach vorne zu spielen und überbrückte das Mittelfeld meist mit langen Bällen. Hier standen wir in der Abwehrkette sehr sicher (was mich nach dem Eindruck der Vorwoche positiv überraschte!) Die Ballgewinne fanden dadurch jedoch zumeist sehr weit hinten statt, sodass der Gegner meist viel zu viele Spieler hinter dem Ball hatte und der Weg zum Tor sehr weit weg war, um schnell umzuschalten.

    Wir gewannen das Spiel am Ende mit 5:0, das 2:0 fiel bereits nach ca. 5 Minuten und entstand aus einer Umschaltaktion (1:0 durchaus haltbarer Fernschuss). Unser 6er fing einen Pass im Mittelfeld ab, schickte den RM. Dieser startete auf der Außenbahn und bediente unseren Stürmer, der am zweiten Pfosten ziemlich freistehend nur noch einschieben musste. Eine Aktion wie aus dem Lehrbuch.

  • Leider passte nicht alles in einen Beitrag, also weiter geht's hier:


    Leider aber in Halbzeit 1 auch die einzige. Der Gegner lies durch eine sehr destruktive Spielweise kaum Ballgewinne zu, die ein schnelles Umschalten ermöglichten. Meist fingen wir mit unserer letzten Abwehrreihe oder gar dem Keeper die langen Bälle ab und hatten dann die Aufgabe „Spielaufbau gegen einen geordneten Gegner mit 2 abkippenden Spitzen“ vor uns. So schwach ich den Gegner im Spiel mit Ball gesehen habe, so gut fand ich ihn im Mittelfeldpressing. Immer wieder lief die Spitze den IV an, der entfernte AM schob gut rein zwischen unseren AV und dem anderen IV, die ballnahe Seite wurde gut zugemacht, sodass wir kaum Anspielstationen hatten. Hier zeigten wir uns geduldig, ließen den Ball durch die Abwehrreihe hin und her laufen und ab und an fanden wir den freien Mann. Wenn dieser aufdrehen konnte, ging es auch mit richtig Tempo nach vorne, es fehlte aber an der Entschlossenheit im Abschluss. Insgesamt ein ordentlicher erster Durchgang.


    In der zweiten Hälfte sind mir 3 gute Umschaltaktionen aufgefallen. Der Gegner stand nun etwas tiefer, versuchte aber jetzt auch mit Ball zu spielen. Wir hatten verhältnismäßig viele Ballgewinne im Zentrum, spielten dann oft zur Ballsicherung nach hinten. Da hatte ich schon das Gefühl, dass es auch eine Kraftfrage wurde. Ganz nach dem Motto „Lieber nach hinten spielen und in Ruhe aufbauen, als im Vollsprint nach vorne“. Wir hatten aber auch die eben genannten drei richtig guten Aktionen. Aktion 1: Ballgewinn unseres 10ers, der direkt mit Tempo nach vorne geht. Unser Stürmer mit einem guten Laufweg, bindet den IV, sodass unser 10er eine 1 vs. 1 Aktion mi dem anderen IV hat. Gegen dieser setzt er sich mit einer Körpertäuschung durch, wird dann aber vom TW gefoult. Den Elfmeter verwandelt er selber. Aktion 2: Balleroberung – erneut im Zentrum, Pass auf die linke Außenbahn. Der LM dribbelt mit Tempo nach vorne, kappt nach hinten ab und knallt den Ball auf die rechte Außenbahn. Unser RM nimmt den Ball mit dem Kopf anspruchsvoll nach vorne mit und chippt den Ball über den herauslaufenden Keeper. Kurz vor Schluss dann Aktion 3. Balleroberung durch unseren 10er, der Antritt, den St anspielt und Druchläuft. Unsere Spitze spielt den Ball mit einem Kontakt durch die Schnittstelle direkt in den Lauf vom 10er, der vorm Keeper die Nerven behält und einschiebt.


    Fazit: Wenige Umschaltaktionen durch uns. Zunächst gab es wenig Ballgewinne, die hierzu „einluden“, später nutzen wir nur wenige Gelegenheiten, brachen die Konterchancen schnell ab und spielten hinten rum. Wie schon gesagt, dass schien mir – nicht nur, aber auch – eine Kraftfrage zu sein. Da der Gegner versuchte seine Stürmer mit langen Bällen in Szene zu setzen, haben wir den Gegner im ersten Durchgang ganz hoch angelaufen. Das war fast durchgängig Angriffspressing. Klar klafften hier mit zunehmender Dauer der ersten Hälfte immer größere Lücken, da der ein oder andere nicht jeden Weg gehen konnte, aber insgesamt war es in Ordnung. Da wir gegen den gegnerischen Spielaufbau noch keine Variation eintrainiert haben, habe ich die Jungs nach ca. 10 Minuten dazu motiviert vorne anzulaufen. Das klappte ordentlich. Meine Intention war, dass die IV unbedrängt lange Bälle spielten. Hier wollte ich dadurch verhindern, dass diese in Ruhe gespielt werden konnten. Zudem war es dann eine super Konditionseinheit.

    Teil 2 des Fazits: Meine Trainingsbeobachtung, dass die Umschaltmomente im Umschaltmoment (Moment des Ballgewinnes) gut sind, dann aber im letzten Drittel schlecht ausgespielt werden, widersprechen in Gänze dem Spieleindruck. Hier wurde die Chance umzuschalten nicht so oft genutzt. Wenn, dann lief es gut, vorne wurden gute Lösungen der Jungs gefunden.


    Spiel 2 stand dann gegen eine Mannschaft an, die in der höchsten Verbandsspielklasse spielt; sprich direkt unterhalb der B-Jugendbundesliga.

    Hier trafen wir auf einen Gegner, der – wie wir – im 4-2-3-1 spielte. Der Gegner spielte ein Abwehrpressing (der Trainer sagte mir nachher, dass dies in der Liga wohl häufig von ihm so geplant sei, daher werde es nun eingeübt.) Hier hatten wir doch wirklich Probleme im Spielaufbau. Der Stürmer des Gegners kippte nicht ab, er rannte vom LIV zum RIV und zurück. Hierdurch war es relativ einfach diesen zu überspielen. Relativ schwierig gestaltete sich das weiterspielen ins Mittelfeld. Der Gegner verschob sehr weit auf die ballnahe Seite, sodass dort relativ wenig Platz blieb. Zunächst versuchten wir trotzdem die Seite zu bespielen. Gegen einen körperlich sehr starken Gegner konnten wir uns aber in den Zweikämpfen nicht behaupten. Wir lösten die Situationen aber auch nicht gut, sondern nahmen Bälle auf engem Raum in geschlossener Stellung an, sodass eine offensive Spielfortsetzung auch quasi nie möglich war. Irgendwann merkte man unseren IV an, dass sie die Geduld verloren. Nun wurde häufig ein hoher Ball auf die Spitze (konnte sich gegen die beiden Schränke in der IV selten behaupten) oder diagonale Flugbälle (klappte noch am besten) gespielt. Insgesamt gelang es uns aber mehr oder weniger nie unsere beiden 6er oder den 10er flach anzuspielen, um aus dem Zentrum das Spiel fortzusetzen. Das Spiel war also realtiv langweilig vom hin und hergespiele unsere IV und TW sowie den beiden 6ern, die den Ball aber nur klatschen lassen konnten (starker Gegenerdruck) oder von Ballverlusten nach langen Bälle. Nach den Ballverlusten machten wir jagt auf den Ball, der Gegner umging unser Angriffspressing aber meist druch schnelle Rückpässe auf den Keeper, welcher über den IV, AV oder oder AM schnell die Seite wechselte (spielte sehr gute Bälle, auch wenn er angelaufen wurde).


    So entwickelte sich ein eher unansehnliches Spiel ohne nennenswerte Torchanchen, bis mein IV sich einen Fehlpass leistete. Mitten in die Füße des ST, der die flache Verlagerung auf den anderen IV geahnt hatte. Hier standen wir dann so offen, dass nichts mehr zu retten war, 0:1.

    Im zweiten Durchgang kamen wir zu zwei sehr erfolgsversprechenden Ballgewinnen im Zentrum, spielten den Konter dann aber nicht gut aus. Beide Male war es ein Ball, der unsauber gespielt wurde und dann bei der Ballannahme dazu führte, dass das Tempo raus war und beim zweiten Anlauf der Ball sogar direkt mit der Annahme. Insgesamt gelang es uns mehr Druck zu entfachen, wir schalteten nach Ballgewinnen um, die Angriffe verpufften dann aber, da wir uns gegen die geordnete 4er Kette nicht durchsetzen konnte. 1 vs. 1 Duelle gingen verloren, das Passspiel war…verbesserungswürdig…viel Arbeit :)

    Trainingsausblick auf die jetzige Woche

    Es steht die Phase eigener Ballbesitz, Gegner sortiert an. Hierbei möchten wir die Thematik „Flügelspiel“ in den Schwerpunkt rücken. Hierfür haben wir 3 Trainingseinheiten in dieser Woche. Folgende Unterpunkte stehen im Vordergrund:

    · die Flanke

    · Verhalten 1 vs. 1 am Flügel Offensiv – Hauptthema hier: Dribbelrichtung

    · Verhalten bei Ballbesitz im Zentrum: Breite halten

    · Hinterlaufen – Zusammenspiel AM und AV

    Die Flanke werden wir zunächst abweichend von meiner Philosophie der Spielformen etwas isoliert trainieren.

    TW ins Tor, 2 Stürmer in die Mitte, links und rechts je einen Flankengeber. Der Außen dribbelt 2,3 Schritte an und schlägt dann die Flanke. Die Stürmer versuchen diese zu verwerten. Das abwechselnd von rechts und links. Dabei stellen wir zwischen Flankengeber und Stürmer ein D-Jugend Tor auf, um eine gewisse Flughöhe für den Ball zu erzwingen.

    Wichtig bei dieser Thematik wird sein, dass mein Co-Trainer und ich unser Augenmerk auf den Flankengeber richten und diesen coachen. Hier dann hauptsächlich, wo steht das Standbein, mit welchem Bereich des Fußes wird der Ball getroffen, Durchschwingen des Schussbeines.

    Verhalten 1 vs. 1 am Flügel:

    Hier geht es drum, dass der AM dem gegnerischen AV gegenübersteht. Hier möchte ich vor allem ein Bewusstsein dafür schaffen (oder hoffentlich vertiefen), wie man durch seine Dribbelrichtung den Durchbruch zur gewünschten Seite (Zentrum oder Außen) vorbereiten und erleichtern kann.

    Hierbei gilt es, NICHT auf den Verteidiger geradeaus zu zu dribbeln, sondern ihn an der anderen Seite anzudribbeln. Wenn ich also nach innen ziehen möchte (Robben), dann muss ich es auch von Beginn an aufziehen wie Robben. Also Tempo! Aber nicht nur Tempo, sondern meine Dribbelrichtung ist dann zunächst Außen am AV vorbei. Wenn dieser dann aus dem Zentrum kommt, um den Durchbruch außen zu verhindern, Ball nach innen legen, Tempo halten und innen durchbrechen. Alternativ anders herum, Dribbelrichtung nach innen, wenn der AV kommt Ball Außen vorbei legen und Tempo. Man spielt den Ball also gegen den Lauf-/Körperbewegung des Gegenspielers. Hierbei werden wir zunächst Dribbellinien einbauen, über die der AM dribbeln muss. Schafft er dies, ist der Zweikampf für den AV verloren und er muss diesen unbedrängt flanken lassen. Eine Flanke vor dem Überqueren der Dribbellinie ist auch erlaubt, aber hier darf der AV vollaktiv stören. Erschweren: Wenn es läuft, darf der AV im gesamten Bereich vollaktiv bleiben.

  • Teil 3 des Beitrages folgt dann hier:


    Verhalten bei Ballbesitz im Zentrum: Breite halten.

    Wichtig ist es, dass wir auf den Außenpositionen die Außenbahn besetzen, um dort Anspielstationen zu haben. Hier haben wir vor allem im ersten Testspiel, aber teilweise auch in dem zweiten Spiel (erste Spiel, welches oben beschrieben wird) Probleme gehabt.

    Hierbei gilt: Die Ausgangsposition des AM ist breit. Ich persönlich bin kein großer Freund des DFB Leitbildes von „so breit wie nötig“. Aber ich habe auch schon nach der WM gehört, dass man hier wieder etwas von weggeht. Ich möchte die volle Breite besetzt haben. Wenn der AV weiter im Zentrum bleibt, ist der Außen gut anspielbar. Er kann dann vermutlich den Ball nach einer guten Annahme mit dem zweiten (oder je nachdem halt sogar schon vorher mit dem ersten) Kontakt hereinflanken, eine Flankenfinte machen und durchbrechen oder ins „normale“ 1 vs. 1 gehen. Ich setze auf den Vorteil so breit wie möglich, da je breiter er steht, desto weiter weg steht er von seinem Gegenspieler. Klar auch vom Tor, aber hier wäge ich für mich ab und komme zu dem Entschluss, dass mehr breite auch mehr Zeit zur Vorbereitung der Flanke gibt. Steht der AV nah am AM, kann dieser sich für einen Pass durch die Schnittstelle zwischen AV und IV anbieten. Die Schnittstelle kann durch ein Zielgerichtetes „kurz anbieten/lang gehen“ noch vergrößert werden. Bleibt der Gegner beim „kurz anbieten“ nicht dran, kann auch kurz gespielt werden und wieder 1 vs. 1 gesucht oder geflankt werden. Wichtig: Offene Stellung


    Hinterlaufen: Zusammenspiel AV und AM.

    Hierbei geht es zum einen darum, dass der AM mit Ball leicht ins Zentrum dribbeln und dann klassisch hinterlaufen wird. Je nach Verhalten des gegnerischen AV spielt er dann ab oder bricht alleine durch. Es geht mir aber auch um das Hinterlaufen ohne Ball. Bspw. Situation wie oben beschrieben. Ball ist im Zentrum, AM bietet sich für den Pass durch die Schnittstelle an, heißt er läuft diagonal von außen nach vorne ins Zentrum. Den frei werdenden Platz auf der offensiven Außenbahn soll nun der AV besetzen. „Hinterlaufen“ ist natürlich nicht der exakt passende Begriff, aber an solchen Begrifflichkeiten halte ich mich nicht auf. Es geht darum, dass meine Jungs und ich wissen, was gemeint ist.



    Auch zu diesem Thema gilt wieder, dass mein Co-Trainer und ich uns am Wochenende nach dem Spiel zusammengesetzt haben und die Trainingseinheiten ausgearbeitet haben, wir aber dennoch offen für passende Spielformen sind. Wenn jemand zu den genannten Thematiken einen interessanten Beitrag leisten würde, wäre ich wie immer sehr dankbar.


    Zudem werden wir unter der Woche ein Testspiel gegen eine Mannschaft aus der gleichen Spielklasse – andere Staffel - absolvieren. Ich kenne die Mannschaft nicht und kann deren Leistungsstärke nicht einschätzen. Wir werden mal sehen, wo wir stehen. Leider werden wir urlaubsbedingt nur mit 13 Spielern spielen können (natürlich nicht alle gleichzeitig :-) und müssen grad im Defensivbereich experimentieren, aber nützt ja nichts. Wir werden versuchen Fußball zu spielen, also von hinten heraus das Spiel aufzuziehen. Wenn wir vorne sind, werden wir versuchen die gelernten Inhalte auf den Außenbahnen umzusetzen, ich bin gespannt. Natürlich geht es nämlich auch wieder darum schnell Umzuschalten nach Ballgewinnen. Nur weil die Woche vorbei ist, ist das Thema natürlich nicht vergessen (hoffentlich :S)

  • Ich melde mich mal wieder…


    In der letzten Woche haben wir uns mit dem Verhalten der offensiven Flügelspieler beschäftigt. Hier haben wir aufgrund zeitlicher Faktoren den Fokus auf zwei Dinge gelegt.

    1. seitliches Andribbeln des Außenverteidigers. Vorteil: Im hohen Tempo kann man durchbrechen, wenn der Verteidiger die angedribbelte Seite nicht schließt. Schließt er diese, kann man genau in diesem Moment mit einer Richtungsänderung an der anderen Seite vorbeikommen und hat einen zusätzlichen Bewegungsvorsprung, da der Gegner erst stoppen und dann auch die Richtung ändern muss.

    2. Freilaufverhalten und Ballmitnahme. Enge Deckung = Pass in den Lauf fordern; weite Deckung = Pass in den Fuß fordern und aus offenere Stellung den Ball direkt mitnehmen und Tempo aufnehmen, dann Punkt 1 umsetzen


    Hier fand ich, dass zumindest in den Trainingsformen und im Abschlussspiel eine relativ gute Umsetzung gelang. Ich bin auf jeden Fall positiv überrascht, hätte das nicht so positiv erwartet. Vor allem das Timing/Zusammenspiel des AM und ZM Spielers beim Pass in die Tiefe. Hier müssen ja beide Spieler sich „einigen“, dass der Ball in die Tiefe gespielt wird, dann muss der Pass gut getimet sein und der AM auch ein gutes Timing vom Laufverhalten herhaben. Da hätte ich mehr Probleme erwartet, aber umso schöner ist es ja.


    Nach den beiden Einheiten zu dieser Thematik waren wir für 3 Tage im Trainingslager. Hier hatten wir bei heißen Temperaturen ansonsten ideale Bedingungen. Top Rasen und Kunstrasenplatz, wo wir ziemlich frei auswählen konnten, auf welchem Platz wir trainieren, gute Unterkunft und Verpflegung und alles dicht beieinander.


    Aus zeitlichen Gründen und aus Gründen des Umfanges möchte ich diesen Part realtiv kurz halten und nicht großartig auf die einzelnen Einheiten eingehen. Lediglich die jeweilige Hauptspielform werde ich kurz benennen. Strukturiert waren die Trainingseinheiten folgendermaßen:


    Tag 1:

    Mittags: Schwerpunkt Spielaufbau – aus 4er Kette gegen 1 Spitze, aus 3er Kette gegen 2 Spitzen. Hier haben wir immer aus einer 4er-Kette heraus begonnen, der 6er sollte dann erkennen, dass er sich bei 2 Spitzen zwischen die IV fallen lassen soll. Gespielt wurde 7 + Keeper vs. 6 auf 3 Passtore oder das Überdribbeln der Mittellinie. Ausgeschnitten waren somit die beiden offensiven Außen und der Stürmer, dem Gegner fehlte die 4er Kette, die ja genau diese Spieler decken würde.


    Abends: Fußballturnier im Volleyballfeld


    Tag 2:

    Morgens: Schwerpunkt Flügelspiel: Quasi eine Wiederholung der Thematik der Woche


    Mittags: Thema Pressingstrategie – aus einem 4-2-3-1 gegen ein 4-2-3-1. Hier wurde 7 vs. 6 gespielt, was die Form wirklich schwierig machte, immer mal wieder gelang es dem Sparringsteam durchzukommen, da wir zu früh und daher zu vereinzelt, nicht geschlossen als Block, rausrückten. Zu dem Thema „Gegnerischer Ballbesitz, selber sortiert“ werde ich mir in Sachen Pressingstrategie nochmal Gedanken machen. Eine Idee, was gespielt werden soll ist da, die Trainingsumsetzung muss vielleicht nochmal überdacht werden


    Abends: ganz ganz lockere Einheit mit hohem Spaßfaktor – viele (größtenteils nicht spielnahe) Torschussaktionen mit wenig Bewegung.


    Tag 3:

    Morgens:

    Thema Umschalten auf Offensive/Defensive – Thematik wurde behandelt wie in den Beiträgen zum Thema Umschalten auf Offensive (weiter am Anfang des Threatts beschrieben). Hier habe ich ein Team und mein Co-Trainer ein Team jeweils voll gecoacht, sodass beide Themen vorkamen.


    Mittags: Fußballtennis/Elfmeterkönig – hoher Spaßfaktor zum Abschluss, anschließend Rückreise


    Fazit:

    Insgesamt haben wir unheimlich viele Inhalte angerissen! Wir wissen, dass diese Thematiken bei weitem nicht genügend behandelt werden konnten und die Maße an sich sowohl für den Körper, als auch für den Kopf extrem anspruchsvoll war/ist, aber wenn von allem ein bisschen hängen geblieben ist, ist es ja besser als nichts. Klar bleibt da nicht alles hängen, aber beim nächsten Mal brauchen wir hier nicht von 0 starten (hoffentlich).



    Diese Woche wird aufgrund des Trainingslagers und eines Turniers dann nur 1x trainiert. Wir werden uns für diese Einheit mit keiner bewussten Phase des Fußballs beschäftigen, sondern uns um das Verhalten bei Standartsituationen – offensiv und defensiv – kümmern. Wir werden den Hauptteil dabei auf das Verhalten bei Eckbällen legen.



    Kurzer Bericht zum Testspiel, welches in der letzten Woche stattfand: Dieses gewannen wir mi 3:1. Wir gingen früh mit 1:0 in Rückstand. Das Zusammenspiel meiner beiden eigentlichen AV, die notgedrungen als IV spielten passte nicht. Den Abstimmungsfehler nutzte der Gegner und traf früh zum 1:0. Im Spiel selber zeichnete sich früh ab, dass beide Mannschaften einen sehr ähnlichen Plan verfolgten. Kurze Spieleröffnung des Gegners zulassen, dann aber sofort Angriffspressing. Hierbei merkte man beiden Mannschaften an, dass die Situation des hohen Drucks ungewohnt war und beide Teams griffen häufig zum Mittel des langen Balles. Mit zunehmender Spieldauer mussten beide Teams das Angriffspressing etwas zurücknehmen, es zeigte sich jedoch, dass wir Fitnessmäßig weiter waren als der Gegner. Nach einer Balleroberung durch das Angriffspressing, nach einem abgefangenen langen Ball und nach einer starken Einzelaktion unseres LM-Spielers (spielgelverkehrter Robben) gelang uns ein am Ende nicht unverdienter Sieg. Geiles Testspiel, dass meinen Jungs im Bereich Fitness etliches abverlangt hat. Das hohe Spieltempo hat den Jungs auch aufgezeigt, wo noch Defizite liegen. Es zeigte sich, dass wir einige Dinge vermeintlich gut können, wenn aber hoher Gegnerdruck da ist, doch größere Probleme haben als gedacht. Gutes Fazit für ein Testspiel finde ich, es hat sich gelohnt.