Spielaufbau - Verhalten im zentralen Mittelfeld

  • Als Trainer musst du eine Idee haben wie du und die Mannschaft spielen willst und dafür suchst du dir die entsprechenden Spieler und bildest sie selbst aus.

    Naja, du hast ja nirgendwo den Luxus dir die Startelf Aussuchen zu dürfen. Man sollte da als Trainer auch realistisch bleiben und mit den Spielern arbeiten, die man hat. Natürlich kann man in der C noch sehr viel ausbilden, aber wenn man nur 175 große Techniker hat, wirds schon mal schwer bullige Innenverteidiger und Strafraumstürmer auszubilden. Dass man unterhalb von NLZ so eine Scouting-Reichweite und Wirksamkeit hat, um alle möglichen Spielertypen zu sehen und auch zu bekommen, auf entsprechendem Niveau, glaube ich kaum. Selbst die wenigsten NLZs können und wollen das. In der Regel kannst du ja auch nicht alles bestimmen, besonders weiter oben, geben die Vereine teile der Spielphilosophien vor und man hat als Trainer nur beschränktes Mitspracherecht.

    Die Spielphilosophie orientiert sich also immer an folgenden Punkten: Trainer, Spielermaterial und Vereinsvorgabe. Auf Profiniveau spielt in die Vereinsvorgabe auch noch das Image und die Erwartungen der Fans mit ein. Du kannst ja nicht plötzlich anfangen mit Barca einen Defensivfußball zu spielen. Da wirst du dann entlassen, selbst wenn man alles gewinnt, oder wie Mourinho, gar nicht erst eingestellt.

    Anders herum kannst du ja auch in einer C-Jugend Verbandsliga keinen riskanten Offensivfußball spielen, wenn der Verein dir sagst, dass du unbedingt die Klasse halten musst, die Spieler aber eigentlich zu leistungsschwach sind.

  • Skriwer

    Ich verstehe gerade nicht was du mir damit sagen möchtest.


    Bzgl. Vereinsphilosophien:

    Du hast als Trainer immer die Möglichkeit abzusagen und einen Job nicht anzunehmen. Bzw. wird sich auch der Club eher die Trainer suchen, die in die Vereinsphilosophie passen. Sonst wirds nämlich große Probleme geben ;)

    Klar kann man sich die Startelf nicht aussuchen, deswegen schreibe ich ja, dass man sich die Spieler für die Positionen sucht und eben selbst ausbildet. Oder du verschiebst innerhalb der Mannschaft die Positionen entsprechend. Wenn du merkst, dass der 6er ein besserer IV wär und du gerade einen brauchst, kannst du ihn "umschulen" etc. Da gibt es zahlreiche Möglichkeiten wie du bestehendes Material in dein System integrieren kannst. Das ist allerdings auch wieder mit Vorsicht zu genießen, da das eine gewisse Zeit dauert und die Ergebnisse entsprechend "mies" sein könnten. Das ist ein Risiko, dass du für dich als Trainer abwägen musst. Kann ich dahinter stehen und auch Niederlagen riskieren um am Ende der Saison meinen Spielstil treu zu bleiben und die Mannschaft entsprechen zu entwickeln? Dafür benötigt es Zeit und die bekommt man leider viel zu selten. Ob ein Trainer gut oder nicht so gut gearbeitet hat, kann man meiner Meinung nach erst nach einem Jahr bzw. in der Folgesaison sehen, da Spieler usw. Zeit für die Eingewöhnung und die Kommunikation untereinander am Feld benötigen.

  • Was ich damit sagen wollte ist, dass du von einem Ideal sprichst, was in der Realität eigentlich nicht existiert, insbesondere nicht im Breitensport. (ich zähle Verbandsliga C noch nicht zum Leistungssport) Manchmal muss und sollte man seine Spielphilosophie an die gegebenen Umstände anpassen.

  • Wo spreche ich von einem Idealfall? Als Trainer siehtst du dir die neue Mannschaft und den Verein doch an und kannst dann entscheiden ob du übernimmst oder nicht.


    Bei der Beobachtung siehst du, ob die Spieler zu deiner Idee passen oder nicht.


    Deine Spielidee besteht aus Prinzipien, die das WAS beschreiben, das WIE erarbeitest du dann nach Spielmaterial, doch die Idee dahinter bleibt dieselbe.


    Ich arbeite seit mehr als 10 Jahren im Breitensport, daher kenne ich auch dort die Unstände. Das Problem sind hierbei nicht die Spieler, sondern die Trainer, die einfach zu wenig Fachwissen haben und alles mal laufen lassen. Ich betone allerdings, dass es nicht alle betrifft, aber den Großteil. Das erkennst du ganz gut an Fortbildungen... Du siehst die Leute immer nur dann, wenn sie müssen, fast keine Eigeninitiative.


    Trainingsmethoden von "Dinosauriern" etc.