Agressivere Balleroberung

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  • Guten Morgen


    Ich trainiere eine U13 Maedchenmannschaft und unsere Rueckrunde startet in 2 Wochen. Nach der Hinrunde und einem Testspiel vor ein paar Tagen ist mir extrem aufgefallen, dass die Maedels im Spiel nicht wirklich aggressiv den Ball erobern. Die direkte Spielerin, lasst die Angreiferin kommen und wenn es in den eigenen Straufraum geht. die 2 naechsten Spielerinnen schauen zu und reagieren spaet oder gar nicht. Mir fehlt die gewisse Agressivitaet und den Willen den Ball zu erobern und nicht nur zu verteidigen. Im Training lasse ich viele Ueberzahl/Unterzahl-Spiele trainieren mit dem Fokus der Balleroberung. Da klappt es auch ganz gut. Aber im Spiel ist das komplett weg und wir kassieren viel zu viele Tore weil wir nicht rechtzeitig agieren. Ich spreche das auch jedes mal an, dass wir in Ballnaehe eine Ueberzahl herstellen wollen und dass wir den Gegner nicht in unseren Strafraum lassen und vorher den Ball haben wollen. Hatte auch immer das Gefuehl, dass die Maedels dass verstehen...aber auf dem Platz sieht man das komplette Gegenteil.


    Mache ich irgendwas falsch bei der Vermittlung? Hat jemand Tipps wie man das auf das Spiel transferieren kann? Passiert das nur bei Maedchenfussball?


    Vielen Dank schon mal fuer eure Tipps und Erfahrungen!

  • Nach meiner Erfahrungen ein nicht nur ein bei den Mädchen zu beobachtendes Phänomen! Hier jedoch verstärkt auftretend. Der Abstand zur ballführenden Gegenspielerin ist weit größer als sinnvoll. Die Individuellen Fähigkeiten und Kenntnisse der defensiven Zweikampfführung sind rudimentär. Von einer lenkenden Zweikampfführung sind sie meist weit entfernt.

    Dadurch geraten Sie weder in eine geeignete Zweikampfdistanz, noch eine geeignete Zweikampfposition für eine getimte Zweikampfaktion.

    In der Wettkampfsituation werden sie in ihrem Bestreben Fehler zu vermeiden, noch stärker passiv agieren.

    Auch wenn viele Mädchen hier eher mit wenig Lust darauf reagieren, wird sich eine kurze Basisschulung 1-1 Defensiv nicht vermeiden lassen.

    Mit allen nötigen Apekten einer erfolgreichen Zweikampfführung. Eine leider wahrscheinlich etwas längere Coachingliste.

    Auch das passive Mitwirken der anderen Mitspieler ist bei Mädchenmannschaft verstärkt zu betrachten. Stark verkürzt: Es wird eher die eigene Gegenspieler bewacht, als ggf. die weit aus gefährlIchere ballführende Spielerin.

  • Das was AKjfv sagt ist schon richtig. Um eine Balleroberung konsequent zu gestalten braucht es neben Körperlichkeit (auf die du wenig Einfluss hast) auch viel Selbstvertrauen und Risikofreude (auf das du viel Einfluss hast).

    Selbstvertrauen kannst du kurzfristig mit klaren Handlungsanweisungen stärken. D.h. du musst das defensive 1 gegen 1 Trainieren.

    Mittel und langfristig wird Selbstvertrauen über Erfolgserlebnisse ausgebaut. Du solltest jeden Ballgewinn und jeden Versuch, egal wie zufällig er dir erscheint loben. Fordere im Training ruhig mehr Risiko und auch überhastetes anlaufen etc., damit die Mädels es selber einschätzen lernen. Danach kannst du immer noch zeigen wie es richtig geht.

    Ich würde erstmal davon Abstand nehmen, dieses "in Ballnähe Überzahl erzeugen" einzubläuen. Das ist ja eigentlich die Krux beim Verteidigen, doch es scheint mir für deine Mädels der falsche Schritt. Es ist vom Weiten schwer zu sagen, aber es hört sich so an als würden sich einige Spielerinnen darauf ausruhen und die Verantwortung des Ballgwinns abgeben.