Folgende Ausgangslage: Ich betreue bei meinem Verein 3 Mannschaften, 1 F und 2 E Jugenden. Bei zwei dieser Mannschaften bin ich Co-Trainer und bei der dritten der Trainer. Meine E-Jugend zeigt in der Meisterschaft gute Leistungen, aber in Freundschaftsspielen bekommen die garnichts hin. Ganz anders die anderen beiden Mannschaften die sich immer voll rein hängen. Die Kinder bekommen die gleichen Ansprachen und auch vom Charakter unterscheiden sich die Kinder nicht viel. Trainiert werden die E-Jugenden von den gleichen Trainern. Mitte Februar beginnt wieder die Saison und die Kinder sind derzeit in einem Tief, wobei sie 4 der letzten 5 Freundschaftsspiele hätten gewinnen müssen. Wären es Meisterschaftsspiele gewesen, dann hätten die Kinder anders gespielt. Was kann man da machen denn in der Hinsicht bin ich ratlos. Vorerst habe ich keine Spiele mehr vereinbart um die Kinder nicht noch mehr zu frustrieren, allerdings wollen sie ja Spielen und das nicht nur im Training untereinander. In diesen Freundschaftsspielen vergessen die Kinder prinzipiell was sie gelernt haben. Da kommt kaum ein Pass an, die Ballannahme ist grauenhaft in Freundschaftsspielen. Ich gehe die Fehler mit den Kindern durch, auch während des Spiels, dann heißt es ja ich verstehe und was ist, NICHTS.
Wie sind da eure Erfahrungswerte?
Hui und Pfui
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moin
wieviele freundschaftsspiele sind es denn in welcher zeit und wieviel trainingseinheiten hast du gemacht?
und wie stark waren die gegner?
ansonsten solltest du vielleicht das grundlagentraining nochmal intensivieren, aber mit anderen neuen übungen.
oft hilft das und gibt einen neuen schub, wenn die übungen gut ankommen.
von analysen während des spiels halte ich gar nichts und in den trainingseinheiten nur sehr reduziert.
hab geduld mit den kindern, letztendlich war ja jetzt in der schule zeugniszeit und da waren doch einige, zumindest bei mir, recht angspannt und wenig bei der sache.
gruss -
Also wir hatten im Dezember noch 3 Freundschaftsspiele. In diesem Jahr 2 Stück. Alle haben wir verloren und das gegen Gegner die man besiegen muss. Zumindest 4 Mannschaften waren definitiv nicht auf unserem Level. Was das Training angeht, so sind die Kinder zum teil Fußballverrückt. Manche kommen 3 Mal in der Woche auf den Platz, trainiert wird offiziell 2 mal über insgesamt 3 Stunden. Am Training liegt es eigentlich nicht, da kommen die Kinder sehr gerne hin, oft sind die eine halbe Stunde zu früh da oder wie zuletzt einer sogar 1 Stunde der dann unter mir bei der F1 noch mittrainiert hatte.
Wie gesagt wenn es um "Meisterschaftsspiele" geht wo die Kinder ihre Tabelle sehen können da sind die Top bei der sache aber ich kann den sagen was ich will, die Freundschaftsspiele auch wenn sie lust haben, spielen sie schlecht. -
Hallo,
also ich denke Kinder brauchen zumindest je 2-3 Wochen im Sommer und
im Winter eine Pause um sich zu regenerieren.
Auch wenn die Kinder Fußballverückt sind und gerne kommen, kann es
passieren, dass die Jungs ab der C-Jugend dann einfach keine Lust mehr
auf Fußball haben, weil diese die ganzen Jahre durchgepowert haben.
Zu den Punktspielen noch soviele Freundschaftsspiele zu bestreiten finde
ich auch Schwachsinn. Man muss die Kinder ja nicht mit Fußball vollstopfen.
Versteht mich nicht falsch. Ich bin als Trainer auch Fußballverückt und
möchte das jedes Kind bei jedem Training und bei jedem Spiel da ist.
Auch in den Herbst- und den Osterferien. Aber Kinder brauchen wirklich
mal eine Pause!
Gruß,
Michael -
Moin,
Super Trainer spricht mir aus der Seele!
Lupfi, schau mal bei gewissen Themen, was so meine Linie war. Ich habe Dich noch getopt, glaubs mir. Du schreibst, bei Tabellenspielen gewinnen Sie.
Sie gewinnen wahrscheinlich deshalb/sind den kleinen Tick wacher, weil Du sie bei der Ansprache vor dem Spiel eventuell anders/intensiver ansprichst. Oder bist Du als Trainer vor einem Freundschaftsspiel genauso drauf, wie vor einem Punktspiel?
Ich kenne mittler der Weile mehrere Seiten, z.B. die des absolut leistungsdenkenden Trainer, den Vater der seine in der Mannschaft spielenden Söhne zum möglichst perfekten Spiel erzieht (ohne dieses selber je gekonnt zu haben), den der auch am Rand manchmal laut mitgefiebert hat, der wegen mangelnder Leistungen Spieler ins Gebet genommen hat und und und.
Sag mal, was ist denn schon, wenn ihr ein Freundschaftsspiel verliert, oder was passiert, wenn ihr auf Platz drei sechs oder acht in der Tabelle steht? Ein kurzes ahhh und dann dreht sich die Welt weiter, es interessiert doch eigentlich keinen, oder?
Ich bin nun im 6 Jahr als Jugendtrainer und nun bekomme ich in der D 1 mit, wie einige echt gut spielende Spieler aus der Kreisauswahl ausgeschieden sind. Die sagen, ich habe keine Lust mehr am Fußball, spiele aber noch weiter. So spielen sie dann aber auch, gut, ...aber eben nicht mehr sehr gut. Schade, aber dennoch....na und. Das Frage ich mich natürlich, wo die Ursachen dafür liegen und ein kleines Stück kann ich mir da an die eigene Nase fassen. Es läßt sich nicht beweisen, aber kann man es ausschließen, dass ich die Sache zu wichtig genommen habe? Wäre ich manchesmal lockerer gewesen, hätten die es mit der Kreisauswahl vielleicht nicht so wichtig genommen, wäre ich nicht so streng gewesen, nur weil mal einer zu spät kam oder sich nicht abgemeldet hat, wäre die Lust vielleicht nicht verloren gegangen. Da kommt eines zum anderen.
Ich hätte noch vor einem Jahr soetwas niemals geschrieben, weil ich dazu eine andere Meinung hatte und diese gelebt habe. Jeder muß seine Erfahrung machen und je nachdem wirst Du meine Worte im Gegensatz zu Supertrainer vielleicht jetzt noch nicht verstehen können.
Ich rate Dir dazu die Dinge nicht so wichtig und etwas lockerer zu Betrachten. Lacht einfach drüber und gewinnt Freude. Sorge dafür, dass die Jungs nicht vom Leistungsdruck gestresst werden. Das ist langfristig für alle das Beste.
Läßt Du z.B. Deine Spieler auf verschiedenen Positionen spielen? Das ist z.B. ein riesen Demutivator für den Fall, dass sie bereits feste Positionen haben. Ich hatte in der F 1 in der Abwehr meistens (nicht immer) die gleichen Spieler stehen. Das war fürs Gewinnen klasse, ich glaube es waren 40:4 oder so. Das ging dann in der E 1 so weiter. Genau diese Spieler standen dann in der D 1 (Großfeld) auch immer in der Defensiven. Einer von den insgesamt drei Spielern an die ich gerade denke hat aufgehört, ein weiterer wäre auch ein exelenter Spieler im Sturm gewesen nur der neue Haupttrainer sieht das nun anders. Der Junge ist mein Nachbar, er gehört zu denen die spielen ohne Lust. Bei dem dritten habe ich mich nun durchgesetzt, der spielt hinten, in der Mitte und Vorne und das mit Spass in den Backen. Gruß Andre -
Man kennt die Kinder, sie möchten gerne Positionen wechseln, am Anfang hatte ich das auch öfters gemacht, heute sehe ich das so, dass die Kinder in ihren Positionen heranwachsen sollen. Ich rede mit den Kindern und motiviere sie und mache ihnen klar das ihre Position genau so wichtig ist wie die eines Stürmers. Trotzdem habe ich nichts gegen Experimente, wenn sich Kinder im Training auszeichnen auch einmal eine andere Rolle zu übernehmen, dann kann man darüber nachdenken.
Noch mal zu den Freundschaftsspielen: Die Kinder hatten Pause von Mitte Dezember bis zum 08.01.2008. Also knapp über 3 Wochen. Alle Trainer der E Jugend haben zur gleichen zeit aufgehört und ca. wieder gleich angefangen. Ich weiß nicht ob das zu wenig Pause war oder nicht, das wird sich zeigen.
Ich weiß nur das einige inzwischen sicher etwas frustriert sind wegen der Freundschaftsspiele, daher werde ich bis zum Meisterschaftsbeginn Mitte Februar kein Spiel mehr ansetzen.
Ich muss eingestehen das es mir nicht leicht fällt die Spiele zu verdauen. Ich bin in der Hinsicht sensibel und arbeite an mir wie die Kinder an sich. Wie schon andere sagten als Trainer lernt man nie aus. -
Lupfi es steht dir frei keine Freundschaftsspiele mehr zu vereinbaren. Aber deine Logik kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Nur weil ihr des öfteren solche Spiele verliert, willst du den Kindern, die meiner Meinung nach durch nichts zu ersetzende "Spielpraxis" nehmen?
Weil du/sie mit diesen Niederlagen zu kämpfen haben. Ich habe gelernt das man immer wieder aufstehen muß, wenn etwas nicht funktioniert, möglichst solang bis es klappt.
Ich habe die Erfahrung gemacht, das man aus Niederlagen am meisten lernen kann bzw. die entsprechenden Schlüsse ziehen sollte. Deshalb würde ich empfehlen die Freundschaftsspiele weiter zu vereinbaren. Mal gegen etwas stärker und mal gegen etwas schwächere Mannschaften. Du wirst sehen, das mit der Zeit sich das Problem von selbst auflöst. Vor allen Dingen dann wenn deine Spieler merken das es dir nicht nur um Erfolge und das gewinnen geht.
Eine wirklich gute Mannschaften kann sogar durch Niederlagen gestärkt werden. -
Bei uns fängt die Meisterschaft in 3 Wochen an, bis dahin passiert erstmal nichts mehr. Ich warte erstmal ab. Nicht alle Kinder sind gleich vergiss das nicht. Nicht jeder will oder kann aus einer Niederlage lernen und wenn man 5 Spiele am Stück verloren hat so ist das nicht gerade gut für die Motivation.
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Auch ich bin der Meinung, dass man die Kinder - und Eltern - nicht überfordern sollte: Bei uns gab es im letzten Jahr (wir waren älterer Jahrgang F) ein Team von einem Leistungsstützpunkt, dem in der Altersklasse bis auf uns kein Gegner Paroli bieten konnte.
Der Trainer ist noch leistungsorientierter als ich und hat die Kids neben den Meisterschaftsspielen von Turnier zu Turnier und auch zu Freundschaftsspielen geschleift. Obwohl auch dort fast alles gewonnen wurde, ist das Team inzwischen auseinander gebrochen und die besten haben sich andere Vereine gesucht, einer davon kam zu uns. Es liegt also nicht nur am Erfolg.
Wir spielen auch regelmäßig Freundschaftsspiele und ich versuche, hier nur höherklassige Gegner zu bekommen, da mein Jungs diese Spiele zwar öfters auch einmal knapp verlieren, hieraus aber schon eine ganze Menge gelernt haben.
Im übrigen gehören auch Niederlagen - und das gerade auch bei erfolgsverwöhnten Fußballern - zum Reifeprozess dazu. Wir haben im letzten Jahr nach dramatischer Partie mit Verlängerung unser Meisterschaftshalbfinale im Neunmeterschießen gegen das besagte "Superteam" verloren. Es flossen viele Tränen, wir haben unsere Kinder zum Erstaunen des gegnerischen Trainers und seines gesamten Teams trotz der Niederlage für ihre Leistung gefeiert.
Sein Team hat das Finale zwar wieder klar gewonnen, langfristig genutzt hat ihm der starke Leistungsdruck aber nicht, schließlich hat sein Verein viele Talente verloren, bei uns sind erfreulicherweise alle noch an Bord.
Gruß Ralf
