Es muss zuerst bitter schmecken, damit es später süß schmecken kann...Jackie Chan

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Hi Everybody,


    in einem anderen Thread habe ich eine Frage gestellt.


    Alle Altersklassen Jahrestrainingsplanung


    Damit das Thema sich nicht von maitre999 Gefragten entfernt, möchte ich mein eigenes Thema beginnen:


    Muss unser Training immer Spaß machen?


    Kann unser Training immer Spaß machen?


    Darf unser Training immer Spaß machen?




    Ein Motto ist, wie oben im Betreff von Großmeister Jackie Chan zitiert: Ohne Fleiß, kein Preis. Das schließt keinen Spaß aus, aber schon ist es etwas ernster.


    Dürfen wir etwas Ehrgeiz ins Spiel bringen? Dürfen wir was von den Jungs verlangen, was keinen Spaß verspricht? Erst ab C-Jugend? Oder doch früher?


    Denke ich da zu erwachsen?


    Oder übernimmt die Schule eh das Ernste, sodass wir nur zum Bespaßen da sind?




    Ich denke, das Thema -Spaß- ist oft diskutiert aber so genau sein Platz bei unseren Trainings evtl. auch wieder nicht?


    Gruß,


    Uzunbacak

  • @uzubancak


    ich weiss nicht, ob der Begriff Spass von allen gleich definiert wird.


    Wenn ich dich richtig verstehe, sprichst du an, dass durchaus im Training Übungsteile stattfinden, die die Jungs nicht unbedingt mit allergrösster Begeisterung machen, aber gelegendlich einfach sein müssen.


    jemand hat ansgesprochen dass es immer Spass machen muss, egal ob Jugend oder Aktive. also ich habe den konditionellen Teil der Vorbereitungsphas als aktiver Spieler nicht unbedingt als Spass empfunden, Quälerei kann kein Spass sein. und im Jugendbereich gibt es auch Übungen, die die einen locker mit Freude machen können, andere sich schon etwas quälen müssen um es hinzubekommen.


    Dem folgend komme ich zu der Erkenntnis, dass nicht alles Spass sein kann.


    Für mich war deshalb eine andere Bezeichnung von Bedeutung: der Spieler muss nach dem Training mit sich zufrieden sein, damit er sich auch auf das nächste Training freuen kann.


    der Marathonläufer hat die letzten Kilometer sicherlich keinen Spass, im Sinne von Spass, mehr zum Laufen, kommt er aber im Ziel an, ist er stolz und zufrieden mit sich, und geht den nächsten Lauf an. das meine ich und für mich gilt das auch beim Training. Ichversuche natürlich mein Training so gestalten, dass jeder zufrieden heimgehen kann.

  • @uzubancak


    ich weiss nicht, ob der Begriff Spass von allen gleich definiert wird.


    Wenn ich dich richtig verstehe, sprichst du an, dass durchaus im Training Übungsteile stattfinden, die die Jungs nicht unbedingt mit allergrösster Begeisterung machen, aber gelegendlich einfach sein müssen.


    jemand hat ansgesprochen dass es immer Spass machen muss, egal ob Jugend oder Aktive. also ich habe den konditionellen Teil der Vorbereitungsphas als aktiver Spieler nicht unbedingt als Spass empfunden, Quälerei kann kein Spass sein. und im Jugendbereich gibt es auch Übungen, die die einen locker mit Freude machen können, andere sich schon etwas quälen müssen um es hinzubekommen.


    Dem folgend komme ich zu der Erkenntnis, dass nicht alles Spass sein kann.


    Für mich war deshalb eine andere Bezeichnung von Bedeutung: der Spieler muss nach dem Training mit sich zufrieden sein, damit er sich auch auf das nächste Training freuen kann.


    der Marathonläufer hat die letzten Kilometer sicherlich keinen Spass, im Sinne von Spass, mehr zum Laufen, kommt er aber im Ziel an, ist er stolz und zufrieden mit sich, und geht den nächsten Lauf an. das meine ich und für mich gilt das auch beim Training. Ichversuche natürlich mein Training so gestalten, dass jeder zufrieden heimgehen kann.

  • Hi guenter,


    ich denke immer daran, dass die Kinder nicht so geduldig sind wie Erwachsene. Deswegen mache ich eine Pause, wenn ich merke, dass die Übung zu schwierig ist.


    Nichtsdestotrotz bleibe ich immer daran, weil die Kinder es nicht beurteilen könne, ob eine Übung direkten Erfolg verspricht. Es ist dann für sehr wichtig, weil ich das Wort "Spaß" mit "eigener Leistung" und "eigenem Erfolg" verbinde. (Natürlich bei Teamsportarten heißt es : Spaß am Erfolg und an der Leistung der eigenen Mannschaft".


    Gestern war ich Stolz auf meine Buben, alle -ohne Ausnahme- die in der ersten D-Mannschaft spielen, können mit links oder rechts, egal, passen/schießen/dribbeln.


    Es war sehr mühselig und teilweise nervig (für mich und für die Kinder) dass ich immer gesagt habe, jetzt übern wirs mit der schwachen Seite.


    Gestern sehe ich, dass diese Mühen von beiden Seiten belohnt wurden. Nicht gleich nach dem Training aber dafür jetzt, nach 2 Jahren immer noch sieht es gut aus.


    Man kann auch beim Halbmarathon ab 19-20. km keinen Spaß mehr haben. Aber danach schmeckt das alkoholfreies Hefeweizen umso besser.


    Gruß,


    Uzunbacak

  • Man kann es nicht allen recht machen, aber als Trainer sollte man darauf achten, dass mindestens eine Übung oder ein Teil des Training (und sei es das Abschlusspiel) den Kindern Spaß macht.

  • Ich persönlich halte "Spass" für einen eher unscharfen, seltsamen und kaum quantifizierbaren Begriff der momentan geradezu inflationär verwendet wird ohne dass mal jemand GENAU definiert hätte, was GENAU darunter zu verstehen wäre.
    Präziser wäre "Freude". "Freude" ist weniger subjektiv. "Freude" kann man messen. "Spass" nicht.
    Massgebend im Fussball ist längerfristig wohl eher die "Zufriedenheit". Diese basiert wiederum auf dem "Vertrauen", etwas "zielgerichtet Sinnvolles" zu tun, welches nicht nur im Moment, sondern auch später mal noch viel "Freude" bereiten wird. In diesem Sinne wären die Themen "Ziele" und "Werte" zwar äusserst wichtig, werden aber in den seltensten Fällen EXPLIZIT dargelegt, verfolgt oder gar überprüft. Dieser "Luxus" bleibt meist nur den "grossen" Vereinen vorbehalten.

  • ich war schon geneigt zu schreiben, dass ich bei dieser Definition voll miitgehen kann. Kann ich auch, wenn der letzte Satz nicht wäre.


    es fällt mir schwer sachlich zu bleiben, aber ich versuchs mal.


    das musste ich mir 3 mal durchlesen, ich dachte ich hätte mich verlesen, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen


    ......Ziele und Werte zwar äusserst wichtig.....dieser Luxus bleibt aber nur den grossen Vereinen vorbehalten


    dass Ziele und Werte wichtig sind ist für mich unbestreitbar. Aber welche Ziele, welche Werte?


    Woher nimmst du @FB jetzt das Recht hier eine Wertigkeit dieser Ziele und Werte vorzunehmen, und dies nur den grossen Vereinen zugestehst.


    die Werte und auch die Ziele des jungen, durchschnittlichen Dorffussballers, des kleinen Dorfvereines und auch des jungen, ehrenamtlichen Trainers sind sicherlich andere als die der Supertalente, der finanziell bestens ausgestatten Verein oder der vermeintlichen hervorragenden Trainer.


    Und deren Werte und Ziele, durchaus etwas anders, haben doch wohl für diese Personen die gleiche Wertigkeit , oder sind die weniger bedeutend.


    Atrribute, die ausdrücken würden, was ich über die getroffene Aussage denke, lasse ich weg, ich wollte ja sachlich bleiben.

  • Günter: Wenn du schon zitieren musst, dann bitte richtig. Nicht einfach Worte weglassen, gell ;)
    Also: Hand aufs Herz: Welcher F-Trainer und welche Eltern haben vom Dorfverein glasklare, messbare Ziele und Werte vermittelt und erklärt bekommen ?
    Meine subjektive Erfahrung ist die: Egal ob in Frankreich, Deutschland, Schweiz, Italien oder Oesterreich kannst du an jedem x-beliebigen Turnier wahlweise Eltern und Trainer nach den Zielen und Werten ihrer Mannschaft fragen (Und ja, MICH interessiert das und wenn drauf angesprochen ist das ein super dankbares Einstiegsthema um mit Eltern und Trainern anderer Mannschaften in Kontakt zu treten). Wenn du überhaupt was bekommst, bekommst du von jedem was anderes. DAS ist MEINE Realität von der ich glaube, dass sie nicht ganz unrepresentativ sein sollte. Genauso klar ist meine Erfahrung, dass ALLE Ziele und Werte für sehr wichtig halten, aber grösste Mühe haben, SELBER solche zu benennen. Nicht mal für die eigenen Kids. Die wachsen irgendwie - was das EXPLIZITE betrifft - mehrheitlich ziemlich wert- und ziellos auf, resp. werden Werte und Ziel alle irgendwie implizit flauschig und nebenbei vermittelt so wie wir Erwachsenen die auch von unseren Eltern und sozialem Umfeld vermittelt bekommen haben.
    DAS muss per se nicht schlecht sein.
    Wenn es aber um Fussball geht kann sich Freude an der "Leistung" nur dann einstellen wenn Werte, Ziele und Ausbildung im Verein und darüber hinaus Hand in Hand gehen. Das ist nichts was ein EINZELNER machen kann oder sollte. So was muss entwickelt, getestet, gemessen, einheitlich kommuniziert und kontrolliert werden. Dies erfordert eine Infrastruktur über die der Dorfverein seltenst verfügt. Dafür gibt es das Konzept der Partnervereine welche sich an die "Grossen" welche über entsprechende Mittel verfügen, anlehnen dürfen.

    Einmal editiert, zuletzt von Fussballbaron ()

  • Heute einen tollen Artikel zum Thema gelesen (leider englisch): http://lifehacker.com/stop-trying-to-be-?dium=socialflow


    Ich habe den Artikel bis


    "Happiness Is the Process of Becoming Your Ideal Self
    Completing
    a marathon makes us happier than eating a chocolate cake. Raising a
    child makes us happier than beating a video game. Starting a small
    business with friends and struggling to make money makes us happier than
    buying a new computer.



    wildsman
    Profile

    wildsmanMark Manson
    Tuesday 6:02pm


    Are
    you sure? Read the quote again: "if your standard of happiness is that
    you're always happy... [you] need a reality check" - he seems to be
    telling innately happy people that they need a reality check.
    I've
    met people who are full of happiness (naturally): they can be happy in
    the worst of times by looking at the bright side of things and I've
    always somewhat envied them. Telling these people that they "need a
    reality check" is somewhat presumptuous especially when this author has
    given no evidence on why his standard of happiness is better.


    Reply</article>




    Andy Orin
    Profile

    Andy Orin, Hostwildsman
    Tuesday 6:05pm


    That's
    true, he starts with the assumption that it's impossible that someone
    can be happy all the time, just based on his own experiences.
    *********************************************


    Na ja, soweit zum Thema Was ist Glück.

    Ich wollte eigentlich vermeiden, dass wir wider den Spaß schon wieder NEU definieren, deswegen habe ich gar nicht danach gefragt. Ich kenne den Link oben von Andre, da ich selber meine Postings drin habe.


    Mein Anliegen war eher die Frage: Müssen wir den Kindern immer Spaß anbieten sollen, oder ab und zu mal auch Übungen, die keinen Spaß machen.



    Gruß,


    Uzunbacak

  • Müssen wir den Kindern immer Spaß anbieten sollen, oder ab und zu mal auch Übungen, die keinen Spaß machen


    Es fängt schon damit an, dass diese Form von Spass relativ ist: dem einen gefällt es mit vollem Körperkontakt ins 1:1 reinzugehen dem anderen nicht. Der eine ist mit kognitiven Uebungen überfordert, der andere nicht. Wollen wir jedem zu jeder Zeite Spass bieten müssen wir individuelles Training machen. Können wir aber nicht. Und damit ist diese Frage rein hypothetisch.
    Vielleicht kann man sagen, dass der MIX von allem Spass machen muss - einfach soweit dass jeder Spieler jederzeit gern ins Training geht und am Schluss, wenn er alles zusammenzählt Freude und Vorfreude überwiegen. Ziel eines erfolgreichen Coaches soll und muss es ja auch sein den Kids nach und nach Spass an der Leistung zu vermitteln. Da geht es um eine grundsätzliche Haltung gegenüber Herausforderungen. Und die kommt garantiert nicht mit rumalbern, Eis essen, und Trallalla.

  • zu deider Eingangsfrage ob es zuerst bitter schmecken muß. Ich sage klar nein.
    Das hieße ja, dass ich als Trainer dafür sorgen müßte, alles erst mal in Richtung Quälerei zu lenken.
    Insofern müßte die Frage dann sinnvollerweise lauten:" Müssen manche Dinge zuerst bitter.........."!
    Du nennst das Bsp. "Beidfüßigkeit".
    Auch da bin ich als Trainer gefordert, wenn schon kein "Heidenspaß" aufkommt, das Erlernen so zu steuern, dass es eben nicht bitter, im Sinne von frustrierend, schmeckt, sondern eingebunden in ein Gesamtpaket "freudvolles Training" irgendwo zwischen "bitter" und "superspaßig" beim Kind ankommt. Das kann auch mal die Empfindungsstufe "neutral" sein. Wichtig ist, dass der Trainierende einen Sinn/ Vorteil/ Ziel für sich sieht.


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Guten Morgen,


    von Vorfreude bis manchmal bitter, oder grobes - positives - Gefühl nach (vor) dem Training. Super Antworten, habe ich gerne gelesen.


    Ich weiß, dass meine Einstellung manchmal etwas ungewöhnlich bis unnötig gesehen wird, aber ich enttäusche die Kinder -manchmal- bewusst, da es in der Fußballwelt und auch im ganz normalen Leben auch Enttäuschungen gibt ganauso wie die Momente, die nicht ganz angenehm und/oder unspaßig sind. Da achte ich darauf, dass es ohne Gewalt geschiet.


    Gruß,
    Uzunbacak

  • @uzunbazak:

    Zitat

    aber ich enttäusche die Kinder -manchmal- bewusst, da es in der Fußballwelt und auch im ganz normalen Leben auch Enttäuschungen gibt

    Muss man sich da als Trainer mit einreihen ?


    Auch wenn Spaß hier unterschiedlich definiert wird und die Kinder auch unterschiedlich empfinden, so versuche ich doch als Trainer zu erreichen, dass sie jederzeit gern zu Training und Spiel kommen.


    Im Breitensport gibt es Kinder, die Freude und Spaß an erreichten Leistungen haben, andere freuen sich einfach, mit ihren Freunden zusammen zu sein. Die Kunst des Breitensporttrainers besteht darin, die verschiedenen Interessen zu bedienen. Das unterscheidet ihn auch von sogenannten "Leistungstrainern". ( oder sollte es 8) )


    Ein Kind absichtlich zu enttäuschen , nur aus dem Grund, um es an Enttäuschungen im Leben zu gewöhnen, halte ich für Scheis... ., und das meine ich auch so !

  • @uzunbacak


    ich glaub, ich versteh was du sagen willst.


    Ganz so weit wie du, bewusst enttäuschen, gehe ich nicht ganz mit.


    dafür gibt es genug Situationen, wo Kinder Enttäuschungen, Arger und Frust erleben.


    Ich bin jedoch eindeutig bei dir, dass ich es nicht so sehe, dass man dies unbedingt von Kindern fernhalten sollte., und sie in Wattebällchen packt.


    Ich sehe das jedoch als wichtige Aufgabe des Trainers hierbei die richtigen Hilfestellungen zu geben, damit die Kinder lernen mit Enttäuschungen, Ärger und Frust umzugehen. Vermeiden kann man nicht, aber den Umgang damit sehr wohl erlernen und da ist halt der Trainer gefordert.


    Bei manchen Trainern hab ich jedoch meine Zweifel, dass sie dazu in der Lage sind, wenn ich sehe wie sie mit ihrem eigenen Frust, Enttäuschungen und Ärger umgehen.