Argumente fuer Einteilung nach Leistung in E-Jugend verbunden mit neuer Jsg

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  • Hallo, ich bin mich momentan ein bischen am zanken mit der sportlichen Leitung, da ich der Meinung bin, dass man irgendwann ( meiner Meinung nach im 2.E- Jugend Jahr), die Mannschaften nach Leistungsvermoegen zusammenstellen sollte,
    um beide einstellungen zum fussball bedienen zu koennen, reine fun-fussballer und die anderen,die ehrgeiziger sind.


    Der Verein ist in einer JSG mit 3 anderen kleineneren Vereinen, jedoch reicht das mittlerweile meistens nur, um mit Ach und Krach eine leistungsmaessig gemischte Mannschaft stellen zu koennen. In der A-jugend z.b. reichts nicht mal mehr zu einer kompletten mannschaft,sodass Spieler aus der B- Jugend dort aushelfn muessen.


    Es waere moeglich, sich einer anderen Jsg in der umgebung anzuschliessen, die aus groesseren vereinen besteht, und damit auch die moeglichkeit haben, 2-3 leistungshomogene mannschaften zu stellen, d.h. die kinder nach Eigenem Anspruch, Ehrgeiz und auch nach Koennen in die mannschaften einzuteilen.


    Mein 1. Sohn spielt mittlerweile in der Jsg der groesseren vereine, da er leistungsmaessig und mit seinem Ehrgeiz dort besser aufgehoben ist, z.b. haette ihn 1-mal training in der d-jugend bei der alten jsg, nicht gereicht. dafuer musste ich jedoch bei seinem altem verein abmelden. da ich ziemlich loyal bin, stoert mich das und moechte das eigentlich bei meinem 2. Sohn nicht unbedingt machen, aber ihm trotzdem eine gute Foerderung geben, die meiner Meinung nach nur in der 2. grossen jsg moeglich ist.


    kurzum.. bin Ich auf dem holzweg oder macht es Sinn weiter zu Zanken, um die alten seilschaften de alten jsg zu zerschlagen um die kinder, nicht nur meine eigene, wie ich meine besser zu foerdern ?


    gruss coache

  • Grundsätzlich hört es sich für mich so an, das ein - wie du sagst - zerschlagen der alten Seilschaften sicher für alle förderlicher wäre.


    Ich habe mich mittlerweile damit angefreundet, wenn in der E-Jugend schon nach Leistung eingeteilt wird. Die Kinder, die wirklich nur gern mit ihren Freunden spielen wollen, können das bei uns weiter tun: im gemeinsamen Training.
    Wir haben keinen klaren Schnitt gezogen, die Übergänge in den Mannschaften sind frei. Bei uns gibt es kein "Der ist nur E3, der kann nichts" mehr. Der Leistungsträger der E1 hilft ohne zu nörgeln in der E2 aus, der Abwehrspieler aus der E3 hilft gerne in der E1.


    Wir haben das so eingeführt, damit die Trainer eben leistungsgerecht trainieren können. Die Übungen in der E1 sind anspruchsvoller, manche aus der E3 - wenn nicht sogar alle - würden an den Übungen verzweifeln, weil hier teilweise jede Grundtechnik fehlt.
    Ich habe für mich persönlich gemerkt, dass das Training einfach auch reibungsloser abläuft. Das annähernd gleiche Leistungsniveau (mit Ausreissern sowohl nach oben als auch nach unten) ist einfach förderlich für das Training, und den Jungs macht es auch Spaß. Die "Spaßkicker" machen leichteres Training, und haben eben auch ihren Spaß. Mit ihren Kumpels aus anderen Mannschaften bolzen sie vor oder nach dem Training, aber Samstags muss jeder seinem Team helfen.


    Und: Seit Einführung der leistungsbezogenen Mannschaftseinteilung gab es auch keine nennenswerten Abmeldungen. Ausser von denen, die ohnehin nur alle paar Wochen mal zum Training kamen.

  • Coachi,


    aus sportlicher Sicht bin ich bei Basti........jedoch - muss man das Ganze auch aus sicht deiner Vereinsfuehrung sehen, es ist vmtl. viel komplexer, als du das hier schildern kannst - von alten Seilschaften ganz zu schweigen. Dazu kommt, dein Standing im Verein, kannst du Stimmung machen, hast du Verbuendete..........etc.


    Fazit: Leider ist keine klarere Antwort moeglich, da zuviele unbekannte Parameter mitspielen - du solltest dich fragen, ob du alle kennst :S

    "...for the love of the game!"

  • TomTom hat da mehr als Recht... leider!


    Sollten die Verantwortlichen der "kleinen" JSG auf deiner Seite stehen - bestens!


    Oftmals scheitert es aber daran, das in den Einzelvereinen Gipsköpfe sitzen, teils Leute, die seit 20, 30 Jahren das Amt bekleiden und für sowas gar nicht zu haben sind. Eine rotgrüngelbe JSG besteht eben leider immer auch aus Leuten, die meinen, sie seien die Roten, die Grünen, die Gelben. Lote erstmal die Stimmung aus, ob eine große JSG überhaupt wirklich machbar ist.


    Kleines Beispiel aus meinem Heimatort:


    Ein Stadtteil - 3 Vereine. Jeweils mit den Senioren teils höherklassig (Bezirksliga), aber bei den Junioren ging es die letzten Jahre immer weiter bergab. Nun, wo die alteingesessenen Betonköpfe weg sind, haben sie es endlich geschafft, eine JSG zu gründen. Diese ist insgesamt allerdings so groß wie mancher Einzelverein.

  • coachie


    Zu Argumenten hinsichtlich Einteilung nach Leistung gibt es im Forumsarchiv einige interessante Diskussionen. Ich bin aus eigener Erfahrung absoluter Befürworter der Leistungseinteilung.


    Zu deinem Ansinnen in deinem Verein innerhalb der JSG haben TomTom und Basti81 schon ein paar wichtige Aspekte genannt. Vereinsmeierei, Dickköpfe und dein eigenes Standing im Club. Überleg dir das gut, ob du diesen Kampf führen möchtest. Und das ist wirklich ein Kampf. Ich habe das hinter mir. Sechs Jahre mittlerweile. Im Laufe der Zeit habe ich immer mehr Mitstreiter gefunden und stand nicht mehr alleine im Wind, sonst hätte ich wahrscheinlich längst aufgegeben, etwas verändern zu wollen. Unser Fußballcamp hat uns Trainer noch mehr zusammen geschweißt und der gemeinsame Wille zu Veränderungen ist noch mehr gewachsen . Und auch dem Vorstand ist nicht verborgen geblieben was man auf die Beine stellen kann, wenn man nur will und den Mut dazu hat. Nach diesen sechs Jahren beginnt also jetzt erst ein zartes Pflänzchen zu blühen.Bei der nächsten VS soll ich dem Vorstand Ideen und Vorschläge eines strukturierten Aufbaus und einer einheitlichen Ausbildung in unserer Jugendabteilung vortragen.


    Einen wichtigen Punkt hat Basti81 schon genannt. Den stelle ich mir auch bei uns so vor. Gemeinsames Training der Altersstufen und Einteilung in leistungshomogene Trainingsgruppen. Wir praktizieren dies gerade schon mit unserer C und D und das klappt richtig gut. Die anderen Punkte würden jetzt hier zu weit führen.


    Daher kann ich dir zu deiner Frage also nur sagen: Ja, es kann sich lohnen. Wenn man potenzielle Mitstreiter hinter sich weiß. Manche mögen dabei nicht in vorderster Front stehen, sind aber im Hintergrund Gold wert. Wenn man ein richtig dickes Fell hat. Wenn man bereit ist, Kompromisse zu schließen. Wenn man Geduld und Nerven hat. Dann sollte man es ruhig versuchen. Wenn nicht: Lass es sein :!: Das ist und bleibt ein Hobby und das soll Spaß machen. Als Trainer sollte man selbst am meisten Spaß bei der Sache haben. Nur dann kann man seiner Truppe authentisch vermitteln, was für einen geilen Sport sie sich da ausgesucht haben. Wenn der Streß überwiegt, wird dein Akku rasend schnell in die Knie gehen. Und damit ist keinem geholfen.


    Wünsche dir ein glückliches Händchen bei deiner Entscheidung !

  • Coachi


    rein ausbildungsmäßig sehe ich das wie du....ganz super mega klar...nach Leistung einteilen....wer gut ist...und bei seinem Freund bleiben will....muß "unten" spielen usw....so sagte ich es mal woanders und das meine ich auch heute noch. Ich bin auch gegen diese Jahrgansmannschaften und habe immer eine unbestimmten Anteil an Spielern im Team, die aus dem Jungjahrgang stammen. Der Leistungsstärkste kommt frisch aus der E und hält den Ball beidfüßig 133 mal hoch und hatte dann keinen Bock mehr....nur mal so als Beispiel.


    DEIN/EUER Problem wird sein, dass


    -eure JSG aus drei Vereinen besteht und die werden möglicherweise Fahrgemeinschaften gebildet haben.


    Das heisst, dass das auseinander reissen zwecks Erzeugung von homogenen Leistungsgruppen bei EUCH einen besonderen möglicherweise viel höheren Stellenwert hat und dazu führen könnte, dass sich die Auseinandergerissenen einem anderen Verein widmen.


    Sollte das so sein....würde ich momentan auch -trotz gleicher Ansicht wie du- darauf verzichten. Ich denke deine Zankpartner sehen das aus dieser Perspektive und das kann ich dann auch verstehen. Ist die JSG mal so stark aufgestellt, dass ihr ein paar Abgänge verkraften könntet....dann wäre das später ja mal eine Option.


    Ich würde entsprechend mal abklopfen, ob dieser Grund den ich benannte vorherrscht. Ansonsten....bliebe es bei meiner Grundeinstellung...sprich...natürlich Leistungseinteilung. Kompromiss....gemeinsame Spieletrainings einmal die Woche, also für einen Trainingstermin.

  • Hallo, vielen Dank fuer eure Meinungen.


    Zwei Dinge hatte ich noch nicht erwaehnt:


    1. Geographisch und Verkehrstechnisch waere die andere JSG fuer "meinen" Verein sogar einfacher und besser
    2 Die Kids wuerden sich in der "anderen" JSG sogar schon kennen, da sie gemeinsam in die gleiche Grundschule, manchmal sogar in den gleichen Klassen sind. .Die Kids in der "alten" JSG kennen sich vorher normalerweise nicht und treffen sich auch "nur" zum Fussballspielen.
    Abgaenge aus "meinem" Verein in der neuen JSG erwarte ich daher eher nicht, da die Kinder Freundschaften aus der Schule auch beim Fussball weiterpflegen koennen, so wars es z.b. bei meinem 1. Sohn, der fast alle seine Mitspieler aus der "anderen" JSG schon gekannt hat und richtig Spass hat mit denen zusammenzuspielen.


    Die alten Seilschaften aufzubrechen wird wohl, wenn ueberhaupt moeglich, ein schwieriges Unterfangen. Der Vorstand des Vereins sieht eindeutig nach den bisherigen Gespraechen, keine Notwendigkeit etwas zu aendern.Obs Sinn macht dagegen anzukaempfen und eventuell sich mit Leuten zu fetzen, ist fraglich.


    Von daher werde ich vermutlich den "einfachen" Weg gehen (muessen), d.h. meinen 2. Sohn auch irgendwann in dem alten Verein abmelden, damit er in der "anderen" JSG mitspielen kann.


    Oder die Zeit richtet es von alleine, insofern die "alte" JSG keine Mannschaften mehr zusammenbekommt und daher sowieso neue Optionen gescucht werden muessen.


    Gruss Coachie

  • macht es Sinn weiter zu Zanken, um die alten seilschaften de alten jsg zu zerschlagen um die kinder, nicht nur meine eigene, wie ich meine besser zu foerdern


    Ich habe auch über Jahre wie du gedacht und gekämpft, Ergebnis: Drohungen und mehr, als ich dann (mit wohl zu guten Karten) zum Vorstand kandidieren wollte, was ich da eingeschüchtert unterließ; aber man hat lieber schon viele Jugendteams sang- u. klanglos kaputtgehen lassen, als irgendwas im strukturellen Denken zu verändern. Ganz ehrlich: Noch heute sind die Nerven o. "Sinne" davon ruiniert (da man's als als eben für Kids sensibler Mensch nie "abschließend" verarbeiten kann), wäre ich bloß gleich vor Jahren mit Familie gewechselt! Allein hat man gegen Klüngel 0 Chance, bleibt nur: entweder hintenrum eigene, Fortschritt o. Kritik gegen sich dann später auch blockende Klüngel aufbauen (was man ja grad ablehnt) o. flüchten (dicke Bretter muss man - für Kinderjahre zu - lang bohren), dahin, wo es besser läuft: für deine Kids, bevor jene Verhältnisse ihre Talente, ihren Fun, ihre Moral u. Motivation verderben! Ich habe zu spät reagiert u. bereue das sehr: wozu loyal zu denen sein, die dich, euch per Machtseilschaften lähmen, zählt der Fun deiner kids nicht mehr? Nur: wie ist es mit der Wechselfrist, bist du doch zu spät? Viel Glück!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Hi Kicker,


    uiuih, echt heftig was du schilderst, aber du hast natuerlich recht: der FUN meiner Kids solte mehr zaehlen.


    Im Uebrigen sind die Leute natuerlich absolut in Ordnung und nett und opfern sich fuer den Verein auf, aber in diesem Punkt nicht zu ueberzeugen.


    Das mit dem Wechseln ist noch nicht akut, ich denke halt perspektivisch fuer die naechsten 1-2 Jahre im Voraus;-)


    Gruss
    coachie

  • Na, dann hast du ja noch Chancen, wenn man im Prinzip offen und zugänglich ist. Drücke die Daumen!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....