Wie wichtig ist "Teamspirit" wirklich?

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  • Entschuldigt den dummen Ausdruck "Teamspirit", mir fiel nur grad keine bessere Umschreibung ein, positiver Mannschaftszusammenhalt so in der Art...


    Kurz zur Vorgeschichte: der Trainer unserer männlichen B-Ju. ist vor kurzem sehr spontan zurückgetreten, ein junger Spieler der Herren hat übernommen, sein erstes Traineramt...dem habe ich versprochen, ihm bzgl. Organisation etc etwas unter die Arme zu greifen.


    Das folgende Problem ist also nicht direkt meins, es ist auch nicht wirklich ein Problem, aber es fällt eben auf:


    Die Jungs sind fast alle ein Jahrgang (Zufall, keine Jahrgangstrennung!), kennen sich also auch schon länger und es gab soweit ich weiß nie größere Probleme.


    Es kommt so rüber sie akzeptieren sich gegenseitig, schätzen wohl auch die fussballerischen Fähigkeiten der Mitspieler, aber persönlich "mögen" tun sie sich irgendwie nicht.


    Bspl. 2-Tages-Tunier mit Zelten, fährt unser Verein schon lange immer hin mit der B. War eigentlich immer ein Highlight mit reger Beteiligung. Dieses Jahr mußte abgesagt werden, weil keiner mitwollte...


    Anderes Bspl. Frühlingsfest im Ort, mit Einzug der Vereine ins Zelt, von den Jungs kaum einer dabei...


    Es schaut so aus, sie spielen zusammen Fussball, aber befreundet sind sie nicht untereinander


    Man merkt es auch bei Spielen, sie spielen schon zusammen, aber in emotionalen Situationen (Tor od. Gegentor ;) ) merkt man eben dass sich die meisten ziemlich egal sind. Sie feuern sich nicht gegenseitig an, nix in der Art...


    Dachte eigentlich bei Jungs/Männern ist sowas ausgeprägter?!


    Denke aber dass das schon entscheidend ist, dass man Bock auf die Leute hat, gerade im Hinblick aufs weitermachen in der A bzw den Herren??


    Habe mit pubertierenden Jungs nicht mehr soviel Erfahrung, ist sowas normal in dem Alter bzw. wenn nicht was dagegen machen??


    Gruß Jenny

  • tja, 16 jährige... wer weiss schon wie die ticken... ;)


    wenn es läuft, ist doch ok. freunde müssen sie ja nicht sein, nur sich respektieren.
    ist bei mir genauso. es gibt ganz klar grüppchen, die sich auch schonmal untereinander anmoppern,
    aber beim spiel ist das vergessen. der respekt läuft hier auch eher über die fähigkeiten.


    wenn es schlimm wird, greife ich ein. heißt, wenn zb. ein spieler nicht angespielt wird.
    hatte ich auch schonmal und musste ich sanktionieren, mit einer entsprechenden auswechslung.


    das ist aber großstadt. hier kennen sich hunderte jugendliche eines jahrgangs untereinander auch die potentiellen gegner.
    da gibt es aber keine probleme und die freundschaft läuft vereinsübergreifend.

  • Also ich finde, dass ein guter Mannschaftsgeist sehr wichtig ist, auch schon wie in meinem Fall in der D.


    Dass alle Freunde sind, wird sich nie realisieren lassen, es gibt halt einige, die sind enge Freunde, kennen sich schon länger, andere verstehen sich privat weniger.


    Wichtig ist ebendrum, wie bereits die Vorredner erwähnt haben, dass sich auf und neben dem Platz alle respektieren, persönlich und fußballerisch. Da wird sich auf dem Spielfeld angefeuert, geholfen und gesprochen. Ebenso spielt jeder mit jedem!
    Nach dem Spiel klatschen sich die Jungs ab und die Gruppen gehen ihre Wege.


    Alles andere wäre meiner Meinung nach Utopie.



    Nichtsdestotrotz ist die Resonanz bei allen Teamveranstaltung bei 100%. Man kan zwar die Grüppchen erkennen, aber durch das gemeinsane Hobby Fußball haben auch die, die sich weniger "können", in den Stunden einen Draht zueinander.



    Bei 16-Jährigen kann ich es mir schwieriger vorstellen, glücklicherweise habe ich noch keine B betreut. In dem Alter stehen Neid und Mißgunst weit oben...

    "Ihr fünf spielt jetzt vier gegen drei."

  • @Jennie
    Weil die Jungen im Regelfall schon einige Jahre länger spielen als die Mädchen, haben sich die Gemüter im Laufe der Jahre schon etwas abgekühlt. Auch habe sich aus eigenen Erfahrungen miterlebt, das es eher etwas bringt, in Ruhe weiterzuspielen, als sich aufgrund eines Gegentores aus dem Konzept bringen zu lassen. Der Teamspirit beginnt mit dem Kreis vor dem Anpfiff, endet bei einer Niederlage nach dem Duschen und beim Sieg nach dem gemeinsamen "Radler". Problematisch wird es nur, wenn man ein paar "Stars" im Team hat, die den Rest der Mannschaft und dem Trainer auf der Nase herum tanzen! Da kannst dann auch schon mal nach einer derben Niederlage zu Ausbrüchen von aufgestautem Frust kommen.


    Bei den gleichaltrigen Mädchen gehts da manchmal schon heißer her! Zwar ist man sich unmittelbar vor dem Spiel beim obligatorischen Einschwören im Kreis noch einig, den Gegner vom Platz zu fegen, doch diese Harmonie kann schon nach 10 Minuten dahin sein. Da wird keift eine Angreiferin, die gerade noch eine 100 %-ige Torchance versemmelt hat, die Torhüterin an, weil sie einen haltbaren Ball durchgelassen hat. Da beschimpft das eine Mädchen die andere, weil schon zum dritten Mal ein Paß nicht bei ihr ankam, sondern woanders hingespielt wurde. Wenn allerdings der Gegner es sich erdreistet die Spielhärte, usw. zu monieren, dann ist man gleich weiter einer Meinung. Wenn nicht der Schiedsrichter oder die überharten und unfairen Gegnerinnen schuld an der Niederlage sind, dann werden sie je nach momentaner Clique im Team rasch der anderen Clique zugeordnet. Denn mit einem gemeinsamen Feind lebt es sich doch viel leichter.


    Während bei den Jungen im Regelfall das Umschalten auf das Privatleben nach einem Spiel relativ schnell geht, gibts bei den Mädchen manchmal noch Diskussionsbedarf bis zum nächsten Training.


    Ich möchte diese Wahrnehmungen gar nicht bewerten, was besser oder schlechter ist, sondern nur auf die Unterschiede aufmerksam machen.


    Als Trainer einer B-Junioren-Mannschaft verlangen die Jungen während der Ansprache präzise Hinweise auf die Stärken und Schwächen des Gegners, bei den Mädchen gehts weit mehr darum, sie als das stärkere Team einzuschwören. Bei den Jungen sollte sich der Trainer während des Spiels deshalb zurück halten, bei den Mädchen gilt es möglichst zitierfähig zu kommentieren, sonst bekommt man seinen Satz einige Wochen oder Monate vor versammelter Mannschaft "um die Ohren" gehauen. Denn Kommentare bei den Mädchen werden immer persönlich genommen und lassen sie nie auf das rein Sportliche beziehen.


    Je besser der Trainer sich auf diese Situationen einstellen kann, je positiver sind die Impulse, die er setzen kann.

  • Nein, das ist schon klar dass nicht alle befreundet sein müssen/sollen/können.


    Und wie gesagt sie respektieren sich ja auch, aber alles eben bierernst. Ich hab nicht das Gefühl dass sie Spass dabei haben, obwohl die Trainingsbeteiligung éigentlich sehr gut ist. Aber sie spielen eben "nur" zusammen Fussball, beim Radler/Spezi nach dem Spiel würde dann schon wieder die Hälfte fehlen...


    Und es macht sich eben schon auf dem Platz bemerkbar, wenn Du gegen Mannschaften spielst, wo sich einer für den anderen reinhängt. Da sind wir bei Turnieren schon gegen schwächere Mannschaften untergegangen, weil jeder nur seinen "Job" macht und keiner auf die Idee kommt auch mal seinem Nebenmann auszuhelfen.


    Zum Trainingslager am Ende der Sommerferien haben jetzt zwar die meisten angemeldet, allerdings erst nachdem ihr Haupttrainer angekündigt hat, die Teilnahme bei der Vergabe der Stammplätze zu berücksichtigen...


    TW-Trainer: klar vergleiche ich (unbewußt) die Jungs mit den Mädels und übernehme viele Sachen aus dem Mädels-Training, was für die Jungs nicht passt. Nur, ich bin ja nur die Übergangslösung, bis sie hoffentlich bald einen 2.Trainer haben.

  • Bin da auch hin und her gerissen. Nehmen wir mal an, in einer Mannschaft sind 15 Spieler, Du investierst in Teambuilding, Du schaffst: 12 Spieler finden zueinander, laden sich gegenseitig zum Geburtstag ein, kommen mit Begeisterung zum Training. 3 finden den Anschluß leider nicht, andere Schule, andere Freunde, andere Prioritäten. Hast Du zuviel oder zu wenig investiert? Besteht hier nicht eher die Gefahr eine Ausgrenzung, als wenn man einfach sachlich beim Training zweimal die Woche und Samstag Spiel geblieben wäre.


    Die Kunst besteht vermutlich darin, das Mittelding zu finden. Auf dem Platz muss (IMO) aber schon Einigkeit und Zusammengehörigkeit herrschen. So ein Trainingslager sollte IMO schon angenommen werden, auch ohne Hinweis auf Stammplätze.