Wer nix kann geht in den Wald

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  • Ein sehr interessanter (wenn auch teils ungenauer) Artikel über modernes, fußballspezifisches Konditionstraining im Profibereich: http://www.spox.com/de/sport/f…t-oliver-schmidtlein.html


    Bitte: Nicht denken, dass man so auch im Amateurbereich trainieren sollte. Mit 2x pro Woche + Spiel und riesen Pausen ist man mit herkömmlichen Methoden plus Athletikttraining sehr gut bedient. Hauptsache man macht überhaupt was ;)


    Natürlich kann und sollte der "wissende" Trainer hier was "abkupfern" können. Aber um so trainieren zu können, muss man schon grundlegend trainiert sein - sonst sieht man wahrscheinlich das Ende der Vorbereitung nicht ;)

  • Paul, Du alter Frühaufsteher...


    Interessanter Artikel, wenngleich, Du sagtest es ja schon, nicht wirklich auf unsere Jugendteams übertragbar.

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Es ist mir zumindestens schon lange bekannt, dass Waldläufe nur von Trainern angeordnet werden, die kaum Alternativen haben.
    Sei es nun umfeldbedingt, obwohl jeder Fussballverein auch einen Fussballplatz haben sollte, oder aus ignoranz heraus.


    Auf Jugendfussball nicht übertragbar? Die Grundidee steckt doch darin, die Spieler nicht durch langatmige Waldläufe zu langweilen und eventuell
    zeitweise sogar zu demotivieren und dennoch einen besseren Weiterentwicklungsprozess in Gang zu setzten. Gerade im Kinderfussball erhalten unsere
    Jungs und Mädchen die Kondition überwiegend durch die Spielformen. Zumindestens dann, wenn man als Funktionsteam die Zeit effektiv nutzen möchte.
    Wer kennt es denn nicht. Gleich am Anfang werden fünf Runden gedreht und anschließend auf der Längsseite Sprints und auf der Querseite lockeres Austraben praktiziert.
    Und erst dann, wird mit dem Training angefangen. Da sind schonmal 30 Minuten von meist nur 90 Minuten weg.


    Ich stehe in der glücklichen Position, 120 Minuten Trainingszeit durchgesetzt zu haben, damit allgemein mehr Zeit bleibt, auch für Zwischenmenschliches.
    In den kommenden Wochen fangen wir in der D-Jugend an. Neben Life-Kinetik-Übungen auf Fussball umgemünzt, möchte ich durch Provokationsregeln,
    und vielen Gesprächen in Spielformen die Grundausdauer (GA) legen. Eben das, was uns in der letzten Saison durch meine Inkompetenz fehlte.
    Ich bin als Trainer nicht im Leistungsfussball tätig, und erwarte daher auch keine Wunder von den Jungs und Mädchen. Aber nach Einzelgesprächen,
    mit den Kindern, wurde klar, das in der letzten Saison im Bereich Ausdauer zu wenig passierte. Sie wollen mehr gefordert werden und dieser Einstellung möchte
    ich nachgehen.
    Das Ausüben von Spielformen in Verbindung mit Provokationsregeln um die fussballspezifische Ausdauer zu trainieren klappt oft nicht so wie erwünscht
    oder vielleicht wie vorgestellt. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten. Zum Beispiel: Gespräche mit den Kindern. Auf die Motivation kommt es an.


    Um auf den Beitrag zurück zu kommen: Sicher im Herrenbereich in einer höheren Spielklasse sicher eine gute Methode. Aber wie schon geschrieben,
    können Teile aus dem Beitrag übernommen werden. Grundsätzlich ist es aber nichts neues. Und dennoch interessant, da diese Variante noch nicht so
    weit verbreitet ist. Wer sich mit den Themen intensiver auseinandergesetzt hat , als nur die Überlegung, was ist besser und was nicht, wird erkennen,
    dass die Wirkung von Dauerläufen auf Spieler im Bezug auf die mentale Komponente einige Vorzüge hat. Im Kinderfussball dennoch unangebracht.


    Gruß Steven

  • Hallo Storge,


    wie oft tranierst du in der Woche?
    Und wie viel % deiner wöchentlichen Trainingszeit entfallen auf Life Kinetik?


    Ich selbst habe auch ein paar Übungen aus diesem Bereich in der Hallensaison eingebaut gehabt, bin aber für mich zu dem Schluß gekommen, dass 2x120 Minuten nicht ausreichen um min. 30 Minuten die Woche für Life Kinetik aufzubringen.
    Ich sehe bei Life Kinetik einen haufen Vorteile, aber bin der Meinung, dass im Breitensport die Zeit für solche Inhalte fehlt!
    Deine Erfahrungen damit in einer D-Jugend die ja bekanntlich im goldenen Lernalter ist würde mich aber dennoch sehr interessieren. Ich habe es in einer B-Jugend älterer Jahrgang eingebaut.


    Welche Übungen baust du ein? Arbeitest du auch mit Augenklappen?


    Entschuldigt bitte das OT - aber das Thema Life Kinetik ist sehr interessant :)


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Hallo Zodiak,


    in der "Vorbereitung" trainieren wir 3x in der Woche. Zusätzlich ein Freundschaftsspiel am Wochenende.
    Wir werden dann aber auf 2x die Woche übergehen und ein Punkt-/Freundschaftsspiel am Wocheende.


    Wir haben 2x120 Minuten Zeit. Davon möchte ich mindestens 2x15 Minuten für Line-Kinetik abzwacken,
    da das Konzentraionspotenzial auf die gesamte Trainingseinheit betrachtet mitunter nicht in ausreichender Menge
    vorhanden ist, um 2x30 Minuten draus zu machen.


    Naja die D-Jugend befindet sich im 1.goldenen Lernalter, die B-Jugend im 2.goldenen Lernalter.
    Ich habe Life-Kinetik noch nicht mit einer Jugendmannschaft praktiziert, möchte dies aber ab kommender Saison nach
    dem oben beschrieben Maßstab durchführen. In unserer Spielklasse und in dieser Altersklasse macht die Augenklappe
    meiner Meinung nach nicht viel Sinn. Sicherlich würden sich schnell Vorteile gegenüber anderen entwickeln, aber ich halte
    es nicht für angemessen.


    Ich werde Jonglieren, Wandball, Dribbling usw. miteinbeziehen. Ich glaube das wird den Jungs und Mädchen viel Spaß machen,
    da auch viele lustige Sachen dabei sind. ;)
    Ja das Thema ist sehr interessant. Mal abgesehen davon das ich mich sowieso durch sämtliche Fachbücher und Fachzeitschriften lese.
    Ich schicke Dir gleich mal eine PN, mit Referenzen zum Thema.


    Gruß Steven

  • Die Grundidee steckt doch darin, die Spieler nicht durch langatmige Waldläufe zu langweilen und eventuell
    zeitweise sogar zu demotivieren und dennoch einen besseren Weiterentwicklungsprozess in Gang zu setzten.


    Ein klares Nein. Es interessiert keine Sau ob sich Profispieler langweilen. Die haben ihren Job zu machen und das maximal gut. Wer Kurzweil haben will soll ins Kino gehen. ;)


    Vereinfacht gesagt: Die Grundidee (der Vorgehensweise im Artikel) besteht darin, dass


    a) Ausdauerfähigkeit (i. A. nicht nur GA) sportartspezifisch (d.h. bezogen auf das Anforderungsprofil des jeweiligen Sports) trainiert wird
    b) die Erkenntnis (aus dem Jahre 1996) herangezogen wird, dass hochintensives Training mit einer Intensität von ca. 170% VO2max Auswirkungen auf die VO2max und damit auf die Brutto-Ausdauerfähigkeit hat


    Das Ganze kombiniert mit der typisch kurzen Vorbereitungszeit im Fußball, gewünschten Umfängen (bis zu 60x 80m im submaximalen Tempo und damit Intensitätsreduktion) und dem hohen Niveau auf dem Profifußballer trainieren können (i.S. von mentaler Härte und Verletzungsresistenz) führt zu den erwähnten Protokollen/Vorgehensweisen.