Wie 1:1 Situation mit dem Torwart trainieren?

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Hallo,


    mit welchen Übungen kann man am besten 1:1 trainieren, in dem der Torwart eingebunden wird. Also ich meine wo ein Spieler auf den Torwart allein zuläuft, und er gezwungen ist herauszulaufen. Kommt ja auch im Spiel hin und wieder vor.
    Eine übung wäre ja, das die Feldspieler mit Ball auf den Torwart zudribbeln und dann erst z.B. ab dem 16er auf das Tor schießen müssen.
    Für weitere Vorschläge wäre ich euch dankbar.


    gruß hb

  • Wer soll denn bei deiner Übung den Schwerpunkt bilden? Sollen die Angreifer erfolgreich sein oder der Keeper?


    Übungen und Spielformen findet man im Archiv von www.dfb.de zu beiden genannten Themen und auch Korreturtipps.



    TW-Einzelübungen gibts dazu nicht. Deshalb hier ein paar einfachen Übungen:



    A. 1 : 1 Duell mit Torabschluß vor dem Keeper


    1. lege 3 - 4 Bälle im Abstand von ca. 2 m auf die 5 m Linie.


    2. der TW positioniert sich auf der Grundlinie und du als TW-Trainer an der Ecke des 5 m Raums


    3. nun sprintest du zum 1. Ball, während der TW die Distanz auf ca. 1,5 m zum 1. Ball verkürzt


    4. du spielst den Ball mit dem Innenspann in Richtung Tor. Der TW versucht den Ball per Hand/Fuß abzuwehren


    5. nun sprintest du und dein TW fas das 1 : 1 Duell zum nächsten Ball, usw.



    Die Prozedur wird sowohl von links als auch von rechts trainiiert.



    Vorteile dieser Übung:


    TW lernt die Distanzverkürzung und die korrekte Körperhaltung (auf den Ballen stehen, Knie angewinkelt, aufrechter Oberkörper, Arme paralell zu den Beinen, Hände bis ca. 10 cm vom Boden) zur erfolgreichen Abwehr. Intensive Ubung, bei Nachwuchstorleute rasch Fortschritte erzielen.



    B. 1 : 1 Duell mit Lupfer als Torabschluß


    Diese Übung stammt zwar aus dem Handball, ist aber auch gut für Nachwuchskeeper. Dabei steht der TW-Trainer auf der 5-m Linie und hält einen in der Hand. Der TW rennt zum Ball, tippt ihn an und eilt rasch wieder zurück. Sofort nach dem Antippen wird der TW-Trainer den Ball in einem Bogen (Lupfer) hoch aufs Tor. Der Keeper versucht den Ball zu fangen, lenken oder zu fausten.



    Bei dieser Übung werden die kognitiven Fähigkeiten trainiert.



    C. 1 : 1 Duell mit Umkurven des Keepers


    Der TW-Trainer oder Spieler kann wahlweise von rechts/links oder frontal aufs Tor zukommen. Wichtig für den Keeper ist die rasche Distanzverkürzung und den Winkel der Bein-Fuss-Stellung (45 Grad), damit er bei Dribblingversuch des Stürmers nicht übers Knie und die Sohle, sondern schon in Richtung des Balls abtauchen oder hechten kann.


    Zur leichteren Verinnerlichung würde ich dem Spieler oder als TW-Keeper zunächst in der Position vorm Dribbling verharren, damit der Keeper die richtige Distanz und Körperstellung trainieren kann. Wenns gut klappt, dann kann man mit der dynamischen Übung starten.



    Viel Spaß!

  • Was willst du denn da groß Übungen machen, lass sie eben aufs Tor zulaufen, mit Varianten, Lupfer, umspielen, Tunnel..




    Wenn du das ganze mit 2:1 oder 1:2 machst, wird es spannender.


    Bei zwei Stürmern muss der Torwart sich entscheiden, wann und ob er rauskommt, damit der Querpass nicht gespielt werden kann. Bei einem Verteidiger und einem oder zwei Angreifern muss der Torwart beurteilen, ob der Verteidiger den Zweikampf noch gewinnen kann. Bei der Variante würde ich auch Fernschüsse zulassen, damit der Verteidiger gleich attackiert. Damit es spannender wird, kannst du ja auch mit Punkten machen, ein Tor ein Punkt, wer die meisten Punkte hat gewinnt usw.




    Was auch spannend ist, allerdings wird da nicht nur das 1-1 trainiert, ist eine Klein-spielform. Du stellst zwei Tore mit relativ geringem Abstand zueinander auf, je nach Alter.


    An jedem Tor steht die Hälfte der Spieler und in jedem Tor ein Torwart. Nun rollt einer der beiden Torhüter, bei ihm sind alle Bälle, einen Ball zu seinen 2 Mitspielern am Pfosten. Sobald der Ball die hand verlässt, dürfen die zwei Verteidiger sie attackieren.


    Das Spiel ist vorbei, sobald entweder ein Tor fällt, oder der Ball ins aus geht, oder sie sich in endlose Doppelpässe oder Zweikämpfe verstricken. Wenn das ganze mit Tempo gespielt wird, ist es relativ anspruchsvoll und es wird auch sicher viele Spielnahe 1-1 Situationen geben.


    Motto: Gib niemals auf!
    Alter: 15

  • Ist wirklich eine gute Info, sehr informativ und gut dargestellt, leicht verständlich.


    Was ich hier anmerken möchte ist, dass es für mich weiter verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass es gerade im unteren Jugendbereich keinen festen Torwart gibt.


    Abwehr überlaufen.....Gegner dribbelt in freudiger Erwartung eines Torabschlusses auf das Tor zu, ...ist aber noch vor dem 16èr. Der Torwart läuft im besten Fall zügig und ohne Unterbrechung auf den Gegner zu. Wenn der TW nie Feldspieler war,


    -weiss er nicht, wie der Gegner sich fühlt, wenn er raus kommt


    -und er weiss auch nicht wirklich, was er gleich -wo er aus dem 16èr läuft als Feldspieler zu tun hat, weil er es nicht kennt. Er weiss nichts, vom Abdrängen und Ablaufen usw..


    Mit anderen Worten...wird dieser TW, der es ebend nicht kennt, wohl eher auf der Grundlinie stehen bleiben und sich darauf vorbereiten, gleich zwei Schritte zurück zu laufen, um den Ball aus dem Netz zu holen :P

  • Erst mal recht herzlichen Dank für das Einstellen des Links. Eurer Landesverband scheint da wirklich super Arbeit zu leisten.



    Andre:


    Es gibt mehrere gute Gründe, warum der Torwart über die gesamte Jugendzeit als "beidfüssiger" Feldspieler Erfahrungen sammeln sollte. Genau wie beim Feldspieler ist die beidfüssige Handlungsschnelligkeit ein wichtiger Vorteil. Beim Torwart kommt noch die Perfektion der Aktions- und Reaktionsfähigkeit zu beiden Seiten hin dazu. Man kann sogar anhand von Testverfahren ermitteln, wie groß der Unterschied in Kraft und Koordinationsfähigkeit beim starken und schwachen Fuß ist. Bei den Kindern kann man einen deutlichen Unterschied in der einseitigen Koordinationsfähigkeit daran erkennen, das sie bei ihrer schwächeren Seite beim Versuch des Hechtens auf den Bauch fallen. Bei älteren Jugendlichen oder Erwachsenen wird versucht, durch eine größere Flugkurve die Schwäche auszugleichen.



    Ich habe die Erfahrung gemacht, das es noch keinem Torwart gelungen ist ohne Spaß und aktiverTeilnahme an unterschiedlichen Feldspielerpositionen gute Torspieler zu werden.


    Wer also gute Torhüter haben möchte, der sollte immer mehrere Kandidaten haben und nicht gegner-, sondern ausbildungsorientiert denken. Die Keeper werden es später danken!