Umschalten von Angriff auf Abwehr

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  • Hallo zusammen,


    ich hab mit meiner A-Jugend ein grosses Problem. Meine Mannschaft spielt in einem 4-4-2 mit kontrollierter Offensive ein starken Ball nach vorne. Wir halten den Ball ziemlich lange in den eigenen Reihen und durch unser kontrollierten Kurzpassspiel sind wir in der Lage viel Spielanteil zu haben. Das war auch unser Schwerpunkt in den letzten Wochen und Monaten. Nach unserem letzten Testspiel wurden uns aber unsere Fehler stark aufgezeigt. Trotz hohem Spielanteil,sind wir nicht in der Lage schnell von Angriff auf Abwehr umzuschalten. Das Mittelfeld kommt nicht schnell genug nach hinten und die Abwehr ist meist Überfordert. So ist es uns gelungen trotz 70% Ballbesitz eine 3-10Klatsche kassiert zu haben. Wie bekomme ich das im Griff,das Ausnahmsloß ALLE bei Ballverlust nach hinten arbeiten und wie kann ich dies im Training gezielt trainieren. Hat da jemand Erfahrungen sammeln können?


    MFG Rene

  • ein großes problem der meisten teams, die nach vorne spielen. versuch es mit einer doppelsechs, da ich annehme, du spielst mit einer raute?
    in den meisten fällen droht die gefahr eigentlich immer durch die beiden äusseren mittelfeldspieler, die vergessen nach hinten zu arbeiten.
    diese sache hast du mit der doppelsechs schon ein wenig minimiert. die beiden können dann beim angriff den gegner zumindest solange aufhalten, bis die anderen dann auch nachrücken.
    zudem der vorteil, sie können immer doppeln und mit dem abwehrspieler und dem nachrückenden mittelfeldspielern prima überzahl in ballnähe schaffen.
    zudem brauchen die jungs einen führungsspieler der dann das zurückkommen lautstark einfordert, neben dir natürlich.


    wenn ihr keine kontermannschaft seid, so wie du beschrieben hast, wird sich dadurch eure ballsicherhiet im aufbau eher verstärkern als dass es probleme gibt.


    im training musst du halt viele angriff abwehr übungen einbauen, wo man ruckzuck sowohl angriff oder abwehr ist.
    bestes beispiel ist hier die tschechenrolle. wenn die in eurer a-jugend flott und ballsicher durchsgespielt wird ist das eine tolle übung.

  • Rene,


    du schreibst, dass das Mittelfeld nicht ausreichend schnell oder überhaupt nach hinten arbeitet, sprich umschaltet. Hört sich ein bischen nach Manndeckung an.


    Mir erschleicht sich da so ein Gedanke, der nicht stimmen muß, aber ich möchte ihn nach dem Ausschlußverfahren einfach mal benennen.


    Frage: Verschieben sie? Verschieben ist für mich vom Verständnis her etwas anderes als dass sie nach hinten arbeiten.


    Wenn sie oder auch Du selber dass nicht wirklich verstanden hast, dann verschieben sie weder nach Vorne, zur Seite und natürlich nicht nach hinten.


    Es wäre entsprechend eine Frage des Verständnisses und nicht der nicht vorhandenen Möglichkeit.


    Als Trainer einer A sollte dir das Spiel in der Kette und hier der direkte Zusammenhang mit dem Verschieben bewußt und zu 100 Prozent klar sein. Wenn das nicht der Fall ist -und das wäre keine Schande, ...glaube mir...da wärest du nur ein Beispiel von ganz vielen, die das ums Verrecken nicht zugeben würden. Dennoch würde dieser Umstand die taktischen Defizite erkären, denn wenn der Trainer es nicht weiss, ...kann er es den Spielern auch nicht vermitteln. Und was die Spieler nicht wissen, kann die Mannschaft nicht umsetzen/praktizieren.


    Also wie gesagt, kein Angriff auf dich persönlich, sondern nur mal laut gedacht.

  • Interessant: Was ist eine Tschechenrolle???


    Also zur Erklärung: Wir spielen mit zwei Viererketten voreinander. Somit spielen wir mit zwei ZM´s, wobei der eine sich mehr horizontal und der andere Vertikal bewegt. Leider ist der eine ein richtig starker 6er,der andere wiederum ein Spielgestalter,der aber Lauffaul wirkt. Das seitliche verschieben funktioniert ganz gut,nur leider nicht von vorne nach hinten. Somit werde ich es verfolgen ob wir mit einer eher defensiveren Doppel 6 klar kommen, ich will nur nicht das wir dann offensiv nachlassen.


    Wenn noch einer Trainingstipps hat,immer her damit ;)

  • Dann werde ich mal deutlicher, du weichst mir nämlich aus.


    1. Weisst du was Verschieben ist, ...was es bedeutet?


    Rene: Antwort:

  • hallo rene


    mir stellt sich spontan die frage nach der platz/raumaufteilung. sind vielleicht für einige deiner spieler die wege, welche sie beim umschalten gehen müssen zu lang? baut ihr euer spiel unter umständen zu dicht vor dem eigenen strafraum auf und ihr müsst somit ein 'zu großes feld beackern'?


    gruß

  • Andre: Du meinst das ballorientierte Verschieben? Das schliess ich jetzt daraus weil du die Manndeckung angesprochen hast. Das versuche ich immer wieder im Training beim Abschlussspiel zu erarbeiten,was eigentlich recht gut klappt. Das Verschieben in allen Richtungen ist ja garnicht das Problem,sondern das schnelle Umschalten auf Abwehr. Vorallem aus dem Mittelfeld. Wenn der Gegner schnell auf Angriff umschaltet werden wir überrannt und stehen in Unterzahl da. Wenn der Gegner ein langsames Aufbauspiel bevorzugt haben wir garkeine Probleme mit dem Verschieben (Überzahlraumdeckung).


    DSV: Eigentlich nicht,wenn ich jetzt ganz statisch erkläre, bei Angriff rückt meine Abwehr bis zur Mittellinie auf,wobei sich da nur die AV auf Höhe des 6er befinden und die IV 5m dahinter steht (Mittelkreisanfang),um schnelle Konter zu unterbinden.


    Ich glaube ich muss noch dazusagen das ich auf allen vier MF-Positionen Spieler habe,die in der Vergangenheit in Ihren Vereinen Überwiegend den 10er gespielt haben und dort kaum Defensivarbeiten verrichten mussten. Bis jetzt hat es nur einer geschafft umzudenken und wenn der mal ein Komplettausfall (letztes FS) ist fällt alles auseinander.

  • Noch schnell eine Antwort, muß ins Bett. Hatte die letzten Tage Nachtschicht, da bin ich noch nicht richtig müde.


    Ich rate dir das System auf ein 4:2:3:1 umzustellen. Arbeite mal mit zwei 6èrn...mehr als schief gehen tut das auch nicht ;) .


    Ich kenne keine Mannschaft in meinem Umfeld, die damit schlecht aussieht, ...vor allem wenn sie sich sonst gut Verschieben.

  • Ja das hab ich schon hinter mir. Hab am Anfang der Saison das 4-2-3-1 spielen lassen und aus 3 Spielen keine Punkte geholt und gerademal 2 Tore geschossen. Jetzt mit 2 Spitzen spielen wir druckvoller und haben gegen wesentlich stärkere Verteidiger, als in den ersten drei Spielen, mehr Tore erzielt.


    Also,ich bin mit dem Spielsystem an sich zufrieden. Ich möchte eigentlich nur wissen wie ich den Jungs schmackhaft machen kann, schnell auf Abwehr umzuschalten und wie ich dieses mit gewissen Übungen trainieren kann.


    Ich hab mich mal schlau gemacht zwecks der Tschechenrolle; dies ist eine Übung zur Umschaltung auf Angriff.

  • moin


    ja, das mit der tschechenrolle war ein kleiner denkfehler von mir, mea culpa, ist mir auch aufgefallen. sicher könnte man das auch irgendwie umdrehen, damit es für dich passt.


    im training lass ich zb. gerne angriff mit 7 gegen abwehr 6 auf hälfte feld groß tor spielen. die abwehr wiederum spielt auf zwei hütchentore, aufgestellt ca. 2 meter rechts und links neben der aussenlinie auf der mittellinie. auch hier wirst du schnell merken, dass die abwehr wesentlich erfolgreicher spielt als der angriff. auch bei mir dann oft zu selten umgeschaltet, wenn die beiden etat mässigen sechser auf abwehrseite eingesetzt werden. dies kann man dann tauschen und zudem den angreifern kollektiv liegestütze oder ähnlichem verordnen, wenn sie hütchentore nicht verhindern. nach 40 liegestütze rennen die dann auch zurück, ehrenwort :D


    andre, dass er verschiebt ist denke ich klar, das tun die meisten teams. das umschalten hat da nix mit der taktik zu tun, sondern vielmehr mit der einstellung im kopf der einzelnen spieler und ganz einfach, mit der kondition. gerade auf den aussenposition setzt du gerne dribbel starke wusler ein, die dann allerdings auch oft ihr pulver nur nach vorne zünden. selbst der einzelne stürmer vorne sollte sich nach hinten beteiligen, allerdings brauchst du da eine riesenkondition, weil die wege und vor allem die sprints des stürmers sowei der beiden aussen doch beträchtlich sind. die mittelfeldspieler mögen zwar diejenigen sein, die insgesamt am meisten kilometer machen, die aussenverteidiger und auch die mittelfeldaussen sind die wahren tiere, da sie in der regel die meisten sprints setzen. na, und da bleibt der ein oder andere auch gerne etwas weiter vorne stehen und kommt nicht rechtzeitig hinter den ball. da sit unser tipp mit der doppelsechs eigentlich richtig, dann einer rechts und einer links, ne hängende spitze oder zentraler ms und ein stürmer der alles kann :thumbup:

  • Das Spielsystem spielt unsere B 1 mit viel Erfolg, Platz 1 Kreisliga A. Sie verschieben bei Ballbesitz u.a. nach vorn.


    Der eine von den beiden 6èr hat ebenso wie einer der Aussenverteidiger die Möglichkeit, mit nach vorn zu gehen. Entsprechend operieren auch die Mittelfeldleute so.


    Ich finde dieses System derzeit auf Kreisliganiveau eine tolle Sache und Platz 1 beweist, dass es gut ist.


    Ferner, ...wenn ich eine A Jugend trainiere und mit ihnen das von dir benannte Problem bespreche und beim Spiel erkenne, dass da Teile des Mittelfeldes nicht schnell genug umschalten, dann finde ich es angemessen, die Leute -ohne rumzuschimpfen- daran zu erinnern, was das Problem war.


    Das taktische 1:1 in der Defensive befasst sich mit dem taktischen Verhalten des einzelnen Spieler im Bezug auf den ballbesitzenden Gegner. Liegen vielleicht auch hier Defizite vor? Irgendeiner steht doch nun immer am nächsten am durchstartenden Gegner. Diesen dann zu "stellen" sollte Individualtaktisch klappen.


    Ferner der Gedanke, dass ihr selber die Offensive zu langsam gestaltet. Ihr schiebt die Kugel lange in eigenen Reihen. Wie sieht es aus, ...stechen sie denn irgendwann mal zügig und zielstrebig ein oder ist das Tempo dabei immer gleich, ...sprich...er wäred nach kurzer Zeit berechenbar?


    Ein günstiges Buch möchte ich dir empfehlen. Einige Trainings darin sorgen dafür, dass der Mannschaftsverband schnell umschalten muß, um beispielsweise auf Trainerpfiff von einem Kleinfeld ins nächste Kleinfeld zu spielen.....sei es schnell oder sie arbeiten langsam herüber usw..


    Trainingsbuch von Rolf Mayer namens
    ---Spieltraining Fussball--- eingelesen (ISBN 3499186748 sechste Auflage
    aus 2005). Die Themen dort ---Angriff und Abwehr---. 120 Programme zu
    dem Grundthema aufgeteilt in


    Angriff:


    1.Verbesserung der Spielübersicht und des Spielverständnisses
    2.Herausspielen und verwerten von Torchancen
    3.Spielverlagerung
    4.Flügelspiel
    5.Ballhalten
    6.Spiel ohne Ball
    7.Konterspiel
    8.Spiele im verkürztem Raum (Torschussspiel)
    9. Dribbeln u. Fintieren (offensives Zweikampfverhalten)


    Abwehr:


    10. Raumdeckungsverhalten
    11. Pressing
    12.Zweikampfschulung
    13. Unterzahl/Überzahlspiel
    14. Stationstraining (Einer bis Zehnergruppen)


    Das
    Buch ist nicht auf Altersgruppen beschränkt. Der Autor macht etwas, was
    sich für mein Verständnis mit dem deckt, was ich als Trainer besonders
    klasse finde. Er beschreibt Übungen, die im "Ganzheitlichen" alle
    anderen Themen wie Dribbeln, Passen, Flanken etc. einbaut. Es wird
    sozusagen nichts einzeln geübt. Viele Übungen sind in Wettkampfform.
    Alles kann entsprechend der Personenzahl im Training, den
    Raumverhältnissen und dem Leistungsstand angepaßt werden. Ich würde das
    Buch ab der D Jugend empfehlen. (kostet 8,90 Euro) Gruß Andre

    Einmal editiert, zuletzt von Andre ()

  • wir spielen es auch seid dieser saison und haben noch kein spiel verloren. aber wie gesagt, das doppelsechs system fängt auch viel ab und verzeiht dann auch mal taktische aussetzter in der rückwärtsbewegung. aber wie gesagt, die eine sache ist wie du trainierst, wie die jungs das verstehen und wie sie dann in der praxis mit heißem blut und druck agieren... aber das sit doch auch so schön am fußball und der spass und die lust sich immer weiterzuentwickeln ist das doch, was zumindest mich immer antreibt. wie langweilig wäre das, wenn die jungs perfekt spielen würden? dann bräuchten sie mich ja nicht mehr ; )

  • Hallo Rene,


    aufgrund der wenigen Details ist es schwierig, dir einen Rat zu geben. So, wie du es beschreibst, möchtest du gern über ein kultiviertes Kurzpass-Spiel Ball und Gegner kontrollieren. Solange ihr im Ballbesitz seit, funktioniert das auch super und es konnten weitaus mehr Torchancen generiert werden, als bei der vorherigen Taktik. Nur, wenn ihr den Ball verliert und der Gegner durch schnelles Direktpass-Spiel angreift, bekommt ihr Probleme! Stimmts?



    Über euer Kurzpass-Spiel rücken die defensiven Kräfte auf, damit das Überzahlspiel auch noch in des Gegnershälfte funktioniert. Der Gegner zieht sich einfach nur zurück und macht die Räume enger. Bei Ballgewinn spielt er entweder zunächst zentral, von wo aus der Mittelstürmer in den Lauf geschickt wird und durch eure Kette rennt. Macht er kein Tor, so kann er doch Standards (Ecken, Freistöße) erzielen, die dann widerum zu Toren führen können. Eine andere Variante des Gegners kann der Direktpass zum Aussen sein. Der hat nun die Möglichkeit entweder über Außen an die Grundlinie zu kommen und dann den Pass in den Rücken eurer Abwehr zu spielen oder aber direkt aufs Tor zu laufen, um selbst zu treffen.



    Mir scheint, das euer Problem, egal ob 4 : 4 : 2 oder 4 : 2 : 3 : 1 identisch ist. Es fehlt die richtige Staffelung in der Defensive, die durch eurer Konzept der Balldominanz bedingt ist. Denn, egal ob ihr mit 2 Viererreihen oder der Doppelsechs vor der 4-er Kette operiert, immer rückt die Kette (zwecks Teilnahme am Kurzpass-Spiel) sehr weit mit auf. Dadurch nehmen sie den Mittelfeldspielern in der Vorwärtsbewegung ihren Raum. Die weichen dann nach außen aus, wodurch bei gegnerischem Ballgewinn leicht Flanken in eurem, dann fast leeres Defensivzentrum geschlagen werden können. Und selbst, wenn der Ball zunächst nach außen kommt, kann danach gefährlich ins Torzentrum geflankt werden, weil die Mittelfeldspieler einen zu weiten Weg zum Tor haben und eure 4-er Kette viel zu häufig mit dem Gesicht zum eigenen Tor verteidigen müssen.



    Eine rasche Besserung könnte eintreten, wenn du darauf achtest, dass Mittelfeld und Defensive ihre Abstände zunächst einmal in der Vorwärtsbewegung in etwa gleich bleiben. Wenn dann ein Ballverlust eintritt, ist eurer Defensivbereich noch immer in der Grundordnung, so das er rasch wieder gegen den Ball arbeiten kann. Egal mit welcher Taktik gespielt wird, diese geschieht immer aus einer Grundordnung heraus muß in diese Grundordnung zurück.



    Als Weiteres gilt die Rolle des Keepers zu prüfen. Auch er muss sich an eine Grundposition haben, die abhängig davon ist, wo sich der Ball befindet und welche Mannschaft ihn gerade besitzt. Wenn seine Grundposition die richtige ist, so kann er im und auch außerhalb des Strafraums sehr gut die langen Flankenbälle des Gegners ablaufen. Wenn allerdings der Gegner eure Kette bereits an der Mittellinie überrennt, kann auch der Keeper nicht sehr viel ausrichten!



    Probiers also mal mit einer disziplinierteren Staffelung der beiden 4er Reihen und einer etwas tiefer positionierten 4-er Kette und schreib mal, ob`s geholfen hat!

  • Hallo Rene,


    aufgrund der wenigen Details ist es schwierig, dir einen Rat zu geben. So, wie du es beschreibst, möchtest du gern über ein kultiviertes Kurzpass-Spiel Ball und Gegner kontrollieren. Solange ihr im Ballbesitz seit, funktioniert das auch super und es konnten weitaus mehr Torchancen generiert werden, als bei der vorherigen Taktik. Nur, wenn ihr den Ball verliert und der Gegner durch schnelles Direktpass-Spiel angreift, bekommt ihr Probleme! Stimmts?


    Genau das ist unser Problem,


    Leider kann ich die Jungs nicht mit Hypnose versetzen und es ihn so einbläuen. Also bleibt mir nur das Üben,üben,üben. Werde das Umschalten in beiden Richtungen (Angriff und Abwehr),als Hauptmerkmal nehmen. Zusätzlich werde ich das System ein wenig auflockern bzw. ein wenig defensiver angehen. Im Entdefekt läuft es auf ein 4-2-3-1 aus,nur das ich den Spielern das durch idividuelles Verschieben erkläre (ZM´s werden dadurch als Puffer bei Gegenangriffe=DM; Die Stürmer werd ich im Wechsel als MS und HS spielen lassen),da die Spieler nicht das Gefühl bekommen sollen,das wir das Offensivspiel vernachlässigen. Ich hoffe das klappt. Ich hab mir ein paar Trainingsmethoden ausgedacht,die Abgeleitungen durch die Tschenrollen sind. Zusätzlich werde ich besonders auf die Rückwärtsbewegung im Abschlussspiel achten und bei Nichteinhaltung öfters als sonst unterbrechen(ob mit oder ohne Strafe). Falls noch jemand andere Methoden haben sollte,bin ich sehr dankbar.


    Gruss Rene

  • Hallo Rene,


    ein relativ simples Mittel kannst Du sowohl in taktischen Trainingsspielen (bis max. 5 gegen 5) wie auch im Abschlussspiel einführen: Gegentore zählen doppelt, wenn die verteidigende Mannschaft beim Gegentor nicht komplett in der eigenen Hälfte war. Habe ich erst letzte Woche gemacht und hat auch ganz gut funktioniert (vorallem sparst Du Dir das "Eingreifen", das regelt die Mannschaft dann selber. Und als ich festgestellt habe, dass die ganz cleveren Stehgeiger nur bis genau zur Mittellinie laufen (bzw. spazieren, weil sie ohnehin nicht weit weg waren) und abrupt stehen bleiben, habe ich die wandernde Mittellinie eingeführt: Spieler der verteidigenden Mannschaft mussten mindestens auf meiner Höhe sein, um keinen 2-Punkte Gegentreffer zu kassieren (Ich stand an der Seitenlinie und bin zum Teil tief in die verteidigende Hälfte zurückgegangen).



    Die Übung werde ich bei einer der nächsten Trainingseinheiten noch modifizieren (so dass ich nicht die "magische" Linie bilden muss) : Zwei Spieler befinden sich an den Außenlinien außerhalb des Spielfeldes. Sie nehmen nicht am Spiel teil, müssen aber permanent möglichst auf Ballhöhe bleiben. Sie bilden dann die Linie, hinter der sich die verteidigende Mannschaft befinden muss, damit Gegentore nicht doppelt gezählt werden. Diese Spieler werden jeweils nach wenigen Minuten getauscht.

  • Wenn jemand nicht schnell umschaltet, dürfte es dafür ja einen Grund geben, ich nenne mal ein paar, die mir so einfallen.


    -er erkennt die Lage nicht
    -hat die Taktik nicht erkannt
    -ist nicht in der Lage es zu verstehen
    -einer oder alle Punkte treffen für den Kapitän zu, der das erkennen muß und wenn nicht, ist er der Falsche für diese Aufgabe
    -die Spieler sprechen nicht miteinander
    -haben Konditionsschwächen
    -haben Konzentrationsschwäche
    -haben keine Lust dazu


    Vielleicht wären Koordinationsübungen jeglicher Form mal eine sinnvolle Ergänzung/Maßnahme, weil sie dabei lernen, mehreres gleichzeitig zu tun. Denken, ....laufen....Verschieben....deuten....beobachten....usw.

  • Hallo TW-Trainer,


    freut mich, dass sie Dir gefällt. Ich habe sie auch erst letzte Woche erstmals durchgeführt, um gezielt an den läuferischen bzw. mannschaftstaktischen Defiziten einiger Offensivspieler zu arbeiten. Insofern habe ich selber noch nicht genügend Erfahrungen mit allen Variationen. (erst seit drei Jahren Trainer, C-Jugend erst diese Saison)


    Ich würde sagen, dass man die Übung mit und ohne Torwart spielen kann, ohne Torwart nimmt man ggf. kleinere Tore oder sogar nur Hütchentore. Wenn Du die Übung mit Torhütern spielst, kannst Du gleichzeitig das Torhüter-"Mitspielen" trainieren - die Bewegung des Torhüters nach vorne und zurück "mit dem Spiel". Funktioniert aber für die Torhüter vermutlich nur dann effektiv, wenn Du eine Zusatzregel einführst: Erzielte Tore zählen nur (oder doppelt), wenn alle Feldspieler in der gegnerischen Hälfte sind und der Torwart nicht mehr als x Meter (hängt von der Spielfeldgröße ab, ggf. kann man eine Zone markieren) hinter den Verteidigern.


    Beim taktischen Trainingsspiel (max. 5 gegen 5) ist die Spielfeldgröße ca. 30 x 15-20 m (mache ich nach Gefühl) , beim Abschlussspiel richtet es sich nach der Zahl der Trainingsteilnehmer: bei max. 16 Spielern reicht eine Spielhälfte, bei normaler Trainingsbeteiligung (i.d.R. 22-24 Spieler) möglichst der ganze Platz.

  • Sag mal Rene, haben sich die "Alten" Probleme denn schon verbessert?


    A-Jugendtraining


    Ja nachdem ich noch drei neue Spieler bekommen habe,das Trainingshauptmerkmal auf Ballhalten und Verschieben gelegt hab und das System von 4-2-3-1 auf 4-4-2 umgestellt haben,kam auch der Erfolg. Nun muss ich auch sagen das die Gegner die wir danach hatten nicht allzu stark waren und im Testspiel wurden unsere noch zusätzlich vorhandenen Probleme aufgezeigt.



    Auswahlverfahren:


    zu 1: Die Lage wurde defenitiv erkannt,von allen Spielern


    zu 2:Die Taktik leben wir ja Tag für Tag vor,daran wird es auch nicht liegen


    zu 3:Das könnte evtl.zutreffen,mehr als reden und trainieren geht nicht


    zu 4: Dort bin ich am umdenken,da unser Kapitän zwar alles erkannt hat,aber dieser zu weit vom Geschehen (Torwart) entfernt ist. Dort werd ich wohl demnächst tätig werden,da ist wohl ein DM näher dran.


    zu 5: Auch ein grösseres Problem,was zwar erkannt wurde,aber immer wieder nicht funktioniert. Da muss dran gearbeitet werden.


    zu 6 und 7: Das kann ich ganz klar ausschliessen,wir haben wirklich das Zeug dazu 90min.Vollgas zu gehen. Da hab ich in der Vorbereitung ganz viel Wert drauf gelegt.


    zu 8: Kann ich mir nicht vorstellen,da eigentlich alle im Training ganz gut mitziehen und es auch keine Klufft innerhalb der Mannschaft gibt. Aber natürlich kann man nur vor dem Kopf gucken und nicht rein. Sollte wohl mal angesprochen werden.


    Fazit: Danke für das Augen öffnen,ich glaube da ist noch einiges an Nachholbedarf. Werd mich mal heute mit den Jungs vor dem Training zusammensetzen.


    Gruss Rene