Trainer, aber auch Papa

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  • Hallo!


    Ich bin ja auch Trainer & Papa. Bei mir ist es so, mein Sohn ist jetzt 9 und spielt seit über 4 Jahren Fussball. Natürlich machen wir auch mal Sondertrainigseinheiten und ich gebe ihn viele Tipps. Mein Sohn hat und hatte viele motorische Probleme. Ich will da gar nicht groß darauf eingehen aber obwohl er sich riesen Mühe gibt gehört er nicht zu meinen Leistungsträgern. Er wird macht zwar Fortschritte, aber er gehört von seinem Leistungsvermögen eher zu den Spielern die mir nicht als erstes einfallen, wenn ich ein Spiel gewinnen will.
    Ich bin aber trotzdem Stolz auf ihn und bin mir auch sicher, das er irgendwann einen riesen Schritt machen wird. Jedenfalls freut es mich, dass ihn dieser Sport genausoviel am Herzen liegt wie mir.

  • Mir ist noch etwas eingefallen. Vor ca. 1,5 Jahren habe ich ein Trainingsspiel mit einem schwächeren Team gemacht, damit meine Spieler, die weniger Einsatzzeit bekommen haben mal durchspielen können. Jedenfalls hatte meine Frau mal das Spiel auf Video aufgenommen. Abends haben wir uns ohne Hintergedanken und ohne das gesehene zu kommentieren angeschaut.
    Nach dem Video meinte mein Sohn dann plötzlich: "Ich dachte, ich wäre besser!" wir mussten alle laut lachen und wir haben ihn dann in den Arm genommen ung gesagt, dass es mir nur darauf ankommt, dass ich das Gefühl habe, dass er sein bestes gibt.

  • Bei mir als Vater-Trainer bestand in den Anfängen eher das "Problem" der Benachteiligung meines Sohnes. Ich wollte gegenüber den anderen Eltern bloß nicht den Anschein erwecken, ich würde ihn bevorzugen. Obwohl er einer der Trainingsfleissigsten war und ist und auch seine Einstellung passt. Ihm gegenüber war das ungerecht und ich könnte mir dafür noch heute in den Hintern treten :O


    Mein Co hat mich dann darauf angesprochen und mir die Augen geöffnet. Seitdem schreibe ich mir immer die Anfangsformation auf und so bleibt jeder mal draußen bzw. spielt von Anfang an. Das ist für alle gerecht, einschließlich meines Sohnes. Den Vater-Trainer würde ich immer wieder machen. Dann zu Beginn gleich mit der richtigen Einstellung. Mittlerweile genieße ich es einfach nur, dass ich das Hobby meiner Söhne (mein Jüngster trainiert auch mit ) mit ihnen teilen kann und die gemeinsame Zeit kann uns keiner mehr nehmen. Und nicht jedem ist das aus beruflichen o. familiären Gründen vergönnt. Deswegen Fußballgott, sehe es als Geschenk und genieße die Zeit. Bei deiner Grundeinstellung habe ich keine Bedenken, dass das so sein wird. Leistungsschwankungen sind ganz normal.

  • Ich finde diesen Thread richtig gut, er spiegelt beide Seiten ziemlich ehrlich wieder. Ferner stelle ich für mich fest, dass ich wohl von meinen Erlebnissen und Feststellungen tatsächlich stark geprägt bin. Vielleicht mache ich mir auch zuviele Gedanken. Jedenfalls finde ich es schön, dass sich auch positive ermutigende Schreiber gefunden haben, auch wenn ich wohl eher von der Schwarzmalerseite sprach.


    Ich würde heute jederzeit den Trainerposten bei meinen Söhnen wieder antreten, auch wenn ich damals aus den von mir genannten Gründen aufhörte (zuviel Streit mit den Söhnen). Mit meiner heutigen Sichtweise und meinen eigenen Erwartungen an mich selbst, käme ich der Seite Coach Oliver oder Steini ziemlich nahe, wobei ich sagen muß, dass mein Ehrgeiz mich nicht ganz so weit kommen lassen würde. Also, ....Respekt vor Eurer Einstellung. Gruß Andre

  • Hallo Trainerkollegen,


    Danke für Eure Meinungen. Ich bin, meiner Meinung nach, schon ein recht "moderner" Coach und Papa, kein Modell Friss oder stirb (Magath). Aber trotzdem mache ich, was Einsatzzeiten angeht, unter meinen F-Jugendspielern leichte Unterschiede. Die Kinder, die etwas weiter sind, spielen ein wenig mehr. Nicht als Belohnung oder Bestrafung, sondern einfach, weil meine jungen "schwächeren" Kinder immer ein paar "Routiniers" brauchen, damit so etwas wie ein Fußballspiel überhaupt möglich wird. sonst haben wir nur lümmel Getümmel. Die Kinder haben, glaube ich, viel Spaß und werden, glaube ich, auch horizontübergreifend gefördert. Aber wir sind trotzdem nicht mehr beim Mutter-Kind-Turnen. Damit will ich sagen, dass sie im Fußballverein sind, um Fußball zu spielen. Dazu gehört auch, diesen Sport altersgerecht und nach und nach zu erlernen und dies wiederum geht nur, wenn ein paar Leitplanken gesetzt sind. Dies sieht bei mir so aus, dass von den 40 Minuten Spielzeit, welche üblicherweise am Spieltag anfallen, jedes Kind zwischen 25 und 35 Minuten spielt (Ich habe i.d.R 2 bis 3 Ersatzspieler). Es kann nicht schaden, wenn den Kindern klar wird, dass es Unterschiede gibt, die überhaupt nicht schlimm sind, aber in einem Mannschaftssport moderat zur geltung kommen müssen.



    Ansonsten werde ich, was meinen Sohn betrifft, Augen und Ohren offenhalten. Ich werde ihn nicht bewusst bevorzugen, aber auch nicht benachteiligen. Schließlich kann er nichts dafür, wenn sein Vater meint, den Vorturner machen zu müssen. 8o 8o 8o 8o